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Pokal-Krimi deluxe! Das 13:12 des CFC vs. Lok Leipzig.

UltrasBeginn

Die Zutaten für ein herrlich-schönes Halbfinale im Sachsenpokal 2019 lagen auf dem Rasen. Abendsonne, Ostduell unter Flutlicht, der Chemnitzer FC vs. 1. FC Lokomotive Leipzig. Himmelblau vs. Blau-Gelb. Der Tabellenführer vs. den 6.ten der Regionalliga Nordost. 26 Punkte Unterschied. Im Hinspiel siegte noch der CFC-ICE vs. die Bummel-Lok mit 3:1, im Rückspiel gab es trotz 2:0 Führung eine 2:4 Auswärtsniederlage für die Himmelblauen. In dieser Saison also unentschieden. Aber was interessieren schon die Ergebnisse in der Liga? Der Pokal, ja genau der Klassiker darf nicht fehlen: der Pokal hat seine eigenen Gesetze!

Gemäß diesem Gesetz konnte man auch gern darauf hinweisen, dass der CFC die letzten drei Duelle für sich entscheiden konnte, allen voran das Finale 2016. Das war aber kein Grund übermütig zu werden. CFC-Trainer D. Bergner sprach daher im Vorfeld fast ehrfürchtig von Lok Leipzig als „Team der Stunde in der Regionalliga“. Gegen dieses fehlte weiterhin T. Müller, der mit den Nachwirkungen einer Gürtelrose zu kämpfen hatte.

Der Lok-Trainer B. Joppe konnte hingegen mit voller Kapelle nach Chemnitz reisen. Oder wie er es ausdrückte: „Seit heute sind alle wieder an Bord. Wir fahren mit großem Besteck nach Chemnitz.“ Jaja, da hat wohl jemand sein Praktikum in der Phrasendrescherei erfolgreich bestanden.

Angepfiffen wurde pünktlich unter stimmgewaltiger Begleitung und Ansage der Chemnitzer Fans.

Das Spiel startete flott, das Bemühen auf beiden Seiten war ersichtlich. Die Chemnitzer erwischten dabei den besseren Start und holten in den ersten Minuten einen Freistoß und zwei Ecken heraus. Letztere Ecke drückte der wiedergenesene M. Langer aus fünf Metern zur 1:0 Führung über die Linie. Lok-Torwart B. Kirsten war das erste Mal geschlagen.

M. Salewski reagierte auf seine Art und konnte sich nur mit einem groben Foul an D. Grote in der 11. Minute helfen. Diese hatte dann auch weitere Konsequenzen, denn Lok-Trainer B. Joppe holte den Heißsporn in der 22. Minute vom Platz. Ein Sicherheitswechsel, bevor die falsche Abfahrt, sprich Gelb-Rot genommen wurde. Zwar nicht die Gelb-Rote, aber eine weitere Gelbe Karte für den Leipziger R. Berger erzürnte B. Joppe im Folgenden dermaßen, dass er auf die Tribüne geschickt wurde. Nuja, nix mehr mit voller Kapelle.

Die Himmelblauen ließen sich einfach mal gar nicht davon beeindrucken und schenkten zwei Minuten später das nächste Tor ein. Wieder war es M. Langer, der aus 20 Metern zielsicher abzog und das zweite Mal B. Kirsten überwand. Was für ein Comeback.

Im Ergebnis des weiteren Spielverlaufs war ich fast geneigt zu schreiben, dass es eine eingleisige Angelegenheit werden würde. Aber so ist eben Fußball: keine voreiligen Urteile bilden. Mit der gefühlt ersten richtigen Torchance markierten die Leipziger in der 40. Minute den 1:2 Anschluss-Treffer. Die letzten Minuten nutzten die Himmelblauen für stürmische, aber leider erfolglose Bemühungen den alten 2 Tore-Abstand wiederherzustellen. So ging es 2:1 in die Halbzeitpause, aus derer beide Teams wechsellos zurückkamen.

Etwas weniger engagiert gestalteten sich die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit. Das bemerkten wohl vor allem die Leipziger, die später wesentlich robuster und zielstrebiger in die Zweikämpfe gingen und sich tatsächlich auch Torchancen erspielten. Dieses Engagement wurde auch prompt belohnt. In der 66. Minute vollendete M. Pommer seinen eigenen eingeleiteten Angriff mit dem 2:2 Ausgleich. Großes Aufstöhnen auf der Chemnitzer Seite. Wieder eine 2:0 Führung verspielt. Sollte sich die Saison-Rückspiel-Geschichte wiederholen? Oder wird der Pokal seine eigene Geschichte weitererzählen?

Die Gedanken kreisten natürlich und die Nervosität stieg mit jeder Minute. Diese wurde mit Chancen auf beiden Seiten entsprechend erhöht oder beruhigt. Auf die Spitze getrieben wurde es dann in der 86. Minute von D. Bozic, D. Frahn und P. Itter. Alle drei schafften es nicht, den Ball im Tor unterzubringen bzw. B. Kirsten ein drittes Mal zu überwinden. Ganz fair betrachtet: Bester Mann der Leipziger. So blieb es beim 2:2 und die unvermeidliche Verlängerung musste die Entscheidung bringen.

In dieser zeigten sich die Himmelblauen wieder anfangs couragierter. Diese Phase unterstützte CFC-Trainer D. Bergner mit dem ersten Wechsel. In der 99. Minute brachte er P. Hoppe für D. Bociz. Das nützte aber 1.mal überhaupt nix, denn wieder machten die Leipziger das Tor. In der 102. Minute markierte K. Schulze den 3:2 Führungstreffer. In drei Halbzeiten ein Tor, nicht von schlechten Eltern. Aber auch die Himmelblauen haben gute Eltern, z.B. I. Karsanidis, welcher den Ball aus 20 Metern ins Tor drosch. 3:3 Ausgleich! Was für ein Spiel. Das Nervenkostüm war auf dem besten Wege ziemlich dünn zu werden. Und die nächste Zerreißprobe folgte wenige Minuten, denn es blieb beim 3:3 und das Elfmeterschießen musste diesen Pokal-Krimi entscheiden. Um sich der Entscheidung so nüchtern wie nur gerade möglich zu nähern, folgt das 11er Schießen folgendermaßen:

Hoheneder: Trifft zum 4:3

Schinke:       Trifft zum 4:4

Karsanidis:  Trifft zum 5:4

Steinborn:   Trifft nicht.

Blum:            Trifft zum 6:4

Urban:          Trifft zum 6:5

Grote:            Trifft zum 7:5

Schulze:        Trifft zum 7:6

Frahn:           Trifft nicht.

Pfeffer:          Trifft zum 7:7

Garcia:          Trifft zum 8:7

Zickert:          Trifft zum 8:8

Langer:         Trifft zum 9:8

Gottschick:    Trifft zum 9:9

Itter:               Trifft zum 10:9

Ziane:             Trifft zum 10:10

Hoppe:           Trifft zum 11:10

Urbaun:         Trifft zum 11:11

Jakubov:        Trifft zum 12:11

Kirsten:          Trifft zum 12:12

Hoheneder:   Trifft zum 13:12

Schinke:        Trifft nicht!!!!!!!!!!!!

Unfassbar!

Wahnsinn!

Das Nervenkostüm war nun nicht mehr dünn, es war einfach weg. 13:12! Wer sollte das einem glauben? Die Anzeigetafel hielt dieses verrückte Ergebnis an diesem jetzt schon legendären Abend fest.

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Von diesem Spiel werden wir unseren Kindern erzählen, versprochen!

Der CFC gewinnt diesen mittlerweile fantastischen Pokal-Krimi deluxe! Im Finale wartet der FSV Zwickau. Die „Schwäne“ stehen nach 34 Spieltagen auf dem 7. Rang der 3. Liga. Das schwerste Spiel des Jahres 2019 steht also für den Chemnitzer FC noch an. Aber heute heißt es erstmal Feiern! Für Zwickau heißt es: Chemnitz! Chemnitz! Wir fahren nach Chemnitz! Immer eine Reise wert…

By Nino

 

Pro Neymar Wechsel

GeldFußball

Drei Wochen ist es nun her: der brasilianische Fußballspieler Neymar wechselte vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain. Für 222 Millionen Euro. Weltrekord-Transfer. Dieser Wechsel beschäftigte die Sport- und Medienwelt über Wochen. +++Eilmeldung+++BreakingNews+++gehörten zur Tagespflicht aller üblichen Verdächtigen Sportmedien. Es bestand so gut wie keine Chance sich dem Wechsel-Theater zu entziehen. Es dauert bei jedem Gespräch über Fußball nicht lange und die Frage „Und was sagst du zum Neymar-Wechsel?“ wurde gestellt. Da die Diskussionen bisweilen kontrovers geführt wurden, ist es mal wieder an der Zeit für ein „Pro“ und „Contra“. Ich nehme das runde Leder auf und nehme die Position Pro Neymar-Wechsel ein.

Vorab dazu einige Anmerkungen: Die 222 Millionen Euro Transfersumme und das Zustandekommen über Beraterverträge usw. sind der bisherige, bittere Höhepunkt des allseits kritisierten Transferwahnsinns. Aber auch diese Eskalation hat es etwas Gutes, denn nur dadurch wird auch dem letzten Fußball-Fan klar, in welchen Sphären sich der Fußball im Allgemeinen und das Finanzgebaren von Vereinen und Investoren im Speziellen entwickelt hat. Von schwer bis gar nicht ist beispielsweise zu vermitteln, welche Gehälter mittlerweile gezahlt werden (müssen).

Neymar hat auf seiner ersten PSG-Pressekonferenz gesagt, dass es ihm nie um Geld gegangen sei. Er sei seinem Herzen gefolgt. Dies kann verständlicherweise als die typische Folkore abgetan werden, wenn Spieler zu einem anderen Verein wechseln… der einem das doppelte Gehalt zahlt.

Überdies zeigt dieser Wechsel auf, dass es noch viele Schlupflöcher im Rahmen der Regeln des Financial Fair Play gibt. Wenn es die UEFA damit ernst meint, dann besteht die Möglichkeit Konsequenzen zu ziehen. Das Ausreizen der Regeln hat, so bitter das auch ist, auch immer eine positive Seite. Umso eher verschärft man sie oder schafft sie wieder ab.

Zudem ist Neymars Formulierung bedauerlich, dass er hier Teil eines Projektes sein will. Ein Projekt ist eben ein Vorhaben, was zeitlich begrenzt ist. In den wenigsten Fällen ist es ein langfristiges Vorhaben, ein auf Nachhaltigkeit angelegtes. Dies steht eben im Widerspruch zu den bisherigen Traditionen im Fußball. Ein Verein ist kein Projekt. Hätte er doch einfach gesagt, er will bei PSG Teil einer Entwicklung sein. Einer Vision meinetwegen. Das er etwas mit aufbauen will. Das ist, neben der obszönen, finanziellen Dimension, ein weiterer Wermutstropfen.

Aus sportlicher Sicht kann ich jedoch den Wechsel verstehen.

Der englische Telegraph kommentierte den Wechsel so: „Es ist längst bekannt, dass Neymar gut mit hohem Druck umgehen kann und aufblüht, wenn er in einem Team hinter niemanden zurücksteht. Die gigantische Transfersumme wird ihn nicht beunruhigen. Befreit von Lionel Messis Schatten hat Neymar die Chance zu glänzen.“

Ich ergänze hier noch, dass er aus dem Schatten des Traum-Trios Messi/Suarez/Neymar hervortritt. Jeder Abwehrreihe wurden Kopfzerbrechen bereitet. Messi schoss in der vergangenen Saison 2016/2017 in der Primera División 37 Tore, Suarez 29, Neymar hingegen „nur“ 13. Nur einer von dreien zu sein, das ist auf Dauer für einen Spieler mit den Ambitionen von Neymar zu wenig.

Ich teile daher die Einschätzung, dass er bei PSG der unangefochtene Chef einer Mannschaft sein will. Er führte 2016 schließlich auch als Kapitän die Seleção zu olympischen Gold im eigenen Land.

Die BBC konzentrierte sich auch auf den Sportler Neymar und stellte fest: „Mit 25 im besten Alter und kurz vor einer WM, die seine Karriere definieren kann, hat sich Neymar für einen Club entschieden, der ihm zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit macht, sowohl auf dem Platz als auch abseits davon.“

Selbstverständlich stellt sich die Frage, warum ein Spieler von einem der besten Clubs der Welt zu Paris Saint Germain wechselt. Von der besten europäischen Liga in die nach aktuellem UEFA-Ranking an Nummer 5 herumdümpelde französische Ligue 1. Warum also so ein sportlicher Abstieg? Weil er mit Barcelona alle auf Klubebene zu gewinnenden Titel gewonnen hat!? Sicherlich wäre eine Wiederholung dieser Titel eine Herausforderung. Aber es auch mit einem anderen Team zu schaffen, das ist die nächste große Herausforderung. In der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA steigt ein Spieler in den Rang einer Legende schneller auf, wenn er es schafft mit zwei verschiedenen Teams den Meistertitel zu holen.

Neben den Titeln auf Klubebene sind für Neymar auch die persönlichen Titel eines der treibenden Motive. Nehmen wir die Wahl zum Weltfußballer: Seit 2008 wird dieser Titel lediglich zwischen L. Messi oder C. Ronaldo vergeben. Da bei dieser Wahl meist nicht mehr nur sportliche Aspekte die Hauptrolle spielen, sondern z.B. auch weltweite Bekanntheit, hat hier Neymar eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Als herausragender Spieler von Paris Saint Germain hat er die Möglichkeit allein im Glanze der Anerkennung zu stehen, die Leistungen auf Weltklasse-Niveau vorausgesetzt.

Zudem ist er, wie die BBC schon anmerkte, im besten Fußballer-Alter. Mit 25 Jahren hat er noch einen großen Vertrag vor sich. Danach wird ihn wahrscheinlich auch das Schicksal der „älteren“ Spieler ereilen und junge Spieler seinen Stammplatz streitig machen. Ein Wechsel in eine andere Liga, USA und China lassen grüßen, bietet sich zum Ausklang einer Karriere mittlerweile an.

Ergänzend zur Argumentation des Telegraph und der BBC ist noch auf das große Risiko hinzuweisen. Neymar geht hier sportliches All-In. Paris Saint Germain wird das Gelingen oder Scheitern einer Saison am Abschneiden in der Champions-League festmachen. Es wird daher auf ein paar wenige Spiele, der Gruppenphase und der dann ggf. erreichten K.o.-Spiel-Phase hinauslaufen. In dieser stehen höchstens sieben Spiele an, in denen sich das Schicksal einer ganzen Saison entscheiden wird.

Und in diesen Spielen entscheiden Tagesform, die Liste der verletzten Spieler und andere Einflüsse. Hier kommt es z.B. auf die Breite des Kaders von PSG an. Dieser ist m.E. nicht in einer Verfassung, wie das bei den TOP Five 5 #Real Madrid #Atlético Madrid # FC Barcelona # FC Bayern München #Juventus Turin der Fall ist.

So, jetzt liegt der Ball im Feld Contra.

By Nino

Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 2

Auch zwei Wochen nach dem Ende der Winter-Transferperiode wird im besten Kahn’schen Modus #ImmerWeiterImmerWeiter drauf los spekuliert welcher Club wie viele Millionen für DEN Transfer-Coup des Sommers zur Verfügung stellen will. 18 Mio. Jahresgehalt für Robert Lewandowski bei Real Madrid? Oder wechselt er doch zu Manchester City mit Pep Guardiola? Dorthin soll auch Neymar transferiert werden, für ein Jahresgehalt von 66 Mio. Als Ersatz soll Mesut Özil zum FC Barcelona kommen, der derzeit als Vorlagengeber bei Arsenal London seine Brötchen verdient. Das Motto lautet: Umso schräger, umso besser. Ich bin dafür, das ein Film gedreht wird: „Das Gerücht. Möge die Wahrheit erwachen.“

Jetzt Rolle rückwärts zum Transferwahnsinn. Dazu kurz zur Erinnerung … mit dem neuen Fernsehvertrag für die Premier League kassieren die englischen Clubs für die Spielzeiten von 2016 bis 2019 insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball Liga #DFL plant für die Saison 2016/2017 mit Einnahmen in Höhe von 835 Millionen Euro. Im ersten Teil zum Transferwahnsinn habe ich versucht u.a. die Chancen für die deutschen Clubs zu skizzieren. Diese Skizze geht noch ein bisschen in die Verlängerung, bevor dann wirklich im Teil 3 der Blick in die Glaskugel zu den Auswirkungen auf das Mannschaftsgefüge, die Identifikation der Spieler mit dem Club und nicht zu Letzt der Fans mit ihren Lieblingsvereinen erfolgen soll.

Was steht also auf der „Must do“-Liste der Bundesliga-Clubs? Auf eine sehr gute Infrastruktur, volle Stadien und prächtige Stimmung können sie schon mal aufbauen.

Eine Aufgabe wird es sein, auch weiterhin in die Ausbildung von jungen Spielern zu investieren, um einerseits auf kostenintensive Einkäufe so gut wie verzichten oder andererseits wechselwillige Spieler zu einem möglichst hohen Erlös verkaufen zu können. Wenn England klingelt, dann bitte die Ablöse schön nach oben treiben. Bayern Pillenkusen hat das schon ganz clever gemacht. Den wechselwilligen Heu Ming Son für 30 Mio. zu Tottenham Hotspur wechseln lassen und sich dafür mit Kevin Kampl und Javier Hernández # Chicharito qualitativ und quantitativ verbessert. Auch das Mittel der Vertragsklauseln sollte offensiver genutzt werden, damit die Vereine bei einem weiteren Transfer auch noch kassieren.

Es muss ja nicht gleich eine 300 Mio. Euro Klausel sein, die laut der Enthüllungsplattform Football Leaks im Vertrag von Toni Kross bei Real Madrid steht. Dieser soll, wenn er Madrid verlassen aber Real ihn nicht ziehen lassen will, die 300 Mio. zahlen bzw. hoffen, dass sein neuer Verein für diese Summe aufkommt. Beide Fälle scheinen mir un-real-istisch. Solche sog. #Abschreckungsklauseln gehören in Spanien zum Transfer-Geschäft dazu. Ist das nicht auch eine Option für die deutschen Clubs? So oder so muss diese Geld-Kuh so lange gemolken werden wie es geht.

Wenn sie nicht zu solchen Mitteln greifen wollen, dann sollten sie optimale Bedingungen für die Profis schaffen, damit auch hier eine Perspektive entwickelt werden kann. Es sollte für mehr Spieler ein Kindheitstraum sein, in der 1. Bundesliga, in der Liga der Weltmeister (zumindest bis 2018) zu spielen. Mit einer erhöhten Anzahl an Top-Spielern erhöht sich auch die Attraktivität der Liga. Was aus der geplanten Reform des Liga-Betriebs und dem DFB-Pokal wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Anstoß der Diskussion durch die DFL wurde, typisch deutsch, erst einmal die Runde der Ablehnung eingeläutet. Eine vertiefte Diskussion und inhaltliche Auseinandersetzung erfolgt erst im zweiten, 3ten. Schritt.

Ein paar Schritte nach vorne muss auch der englische Fußballverband FA machen. Sicherlich klopfen die sich angesichts des TV-Vertrags immer noch kräftigst auf die Schultern. Allein das Geld wird die Probleme der Liga und der Nationalmannschaft nicht lösen. Zum einen wird die Ausbildung englischer Nationalspieler weiter ins Stocken geraten, wenn nur ausländische Spieler geholt und diese wohl auch mit Stammplatz-Garantien auf die Insel gelockt werden. Was passiert wenn die Three Lions bei Europameisterschaft 2016 in Frankreich zum wiederholten Male grandios und in Schönheit ausscheiden? Wie tief muss der Absturz sein? Beim DFB reichte das Vorrunden-Aus bei der EM 2000 in Portugal um eine ambitionierte Reform anzustoßen. 14 Jahre später konnten die Früchte dieser Arbeit geerntet werden. Dieser Milchmädchen-Rechnung folgend wäre bei der WM 2030 für England die Zeit reif.

Solange werden die Insulaner nicht warten wollen, denn der letzte Titel liegt ja schon ein halbes Jahrhundert zurück. Geld allein macht also nicht glücklich. Die heraufbeschworene Ära der englischen Dominanz könnte sich also auch ins Negative wenden.

By Nino

Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 1

 

Mit der Schließung des Winter-Transfer-Fensters ist es vorerst vorbei mit den andauernden Wasserstandsmeldungen, welcher Spieler zu welchem Club zu welchen Bedingungen wechselt. In einigen Sport-Redaktionen wird man wohl gar nicht wissen, worüber jetzt noch geschrieben werden soll. Dieser „Transferwahnsinn“ hat einen aber außer Atem gelassen, ts ts ts, der allerhellste Wahnsinn!!!

Wahnsinn, dass der FC Bayern München Serdar Tasci als Ersatz-Innenverteidiger verpflichtet hat. Was imposant zeigt, dass Guardiola bei Transfers nix mehr zu sagen hat, Rummenigge’s Aussagen kein Tageshaltbarkeits-Datum haben und Matze Sammer & Micha Reschke wieder einmal ein feines Näschen für eine Überraschungscoup bewiesen haben. Kingsley Coman und Douglas Costa hatten ja schließlich auch sehr wenige Scouts auf dem „Das-ist-ein-interessanter-Spieler“-Zettel. Mich würde es nicht wundern, wenn sich Tasci, dieses fleischgewordene Abwehrbollwerk über die Bayern zurück in die National-11 spielt und im Sommer … bei der Europameisterschaft in Frankreich … DAS entscheidende Puzzleteil für den Endspiel-Sieg wird. Das wird DIE Story, Wetten dass…?

Wahnsinn auch, dass der Hamburger SV mal wieder Teil einer Panne ist. Diesmal waren es zu spät eingereichte Unterlagen. Warum muss auch erst am letzten Tag die Entscheidung gefällt werden? Eine Fax-Panne soll es jedenfalls nicht gewesen sein. War der E-Mail-Anhang zu groß oder war der Expressbrief-Bote zu langsam? Ich will es gar nicht wissen. Lieber HSV, auf dem Transfermarkt gibt es keine Verlängerung! Aber soviel zu diesem kleinklein.

Der Blick gilt dem großen Ganzen! Nämlich auf das was sich die Fußball-Fans im Sommer freuen dürfen. Damit meine ich nicht nur die Euro zwosechszehn oder Olympia in Rio de Janeiro, sondern auch auf die Sommer-Transfers. Das wird ganz großes Kino. Denn dann greift der neue englische TV-Vertrag so richtig und wird noch mehr Cash in die Kassen der Premier League spülen. Bei Stern.de habe ich mal die Überschrift „Premier League scheißt Europa zu mit Geld“ gelesen. Noch amüsiert davon folgte die Nächste: „Englische Clubs können künftig holen, wen sie wollen“. Die Ansage verkündete Arsenal London Trainer Arsene Wenger. Sollte den Bundesliga Clubs nun Angst und Bange werden? Von wegen!

Auch wenn die englischen Clubs mit ihren Millionen viele Spieler kaufen und mit höheren Gehältern ausstatten können, einige sanierungsbedürftige deutsche Clubs sollten diese Chance nutzen und ihre wechselwilligen und/oder unzufriedenen Spieler nach England abgeben. Für das Doppelte?? Das 3-fache!!! Die TSG aus Hoffenheim hat’s vorgemacht… 41 Millionen für Firmino #Liverpool oder Augsburg, die für kolportierte 31 Millionen Abdul Rahman Baba an #Chelsea abgegeben haben. Deren Sterne sind ja wahrlich aufgegangen, jede Woche lese ich von deren Sternstunden auf dem englischen Rasen.

Interessant wird auch sein, wie die Spieler ihre Wechsel begründen.

Beispiel Kevin de Bruyne: Dass er ein exzellenter Spieler ist, das bestätigen nicht nur die Statistiken. Bei dem Kaugummi-Transfer zu Manchester City wurden einige bemerkenswerte Äußerungen von ihm getätigt. Er brauche ein familiäres Umfeld, die Unterstützung der Mannschaft, des Trainers und der Fans. Das alles hatte er in Wolfsburg zu Hauf. Vielleicht glaubt er ja sauberere Luft dort vorzufinden???

Wenn es nicht diese Gründe sind, dann vornehmlich noch dieser: „Es war schon immer ein Kindheitstraum in der Premier League zu spielen“ #HeuMingSon#Tottenham

So oder so schießen sich die Engländer auf lange Sicht ein veritables Eigentor. Welche weitere Auswirkungen das alles auf das Mannschaftsgefüge, die Identifikation der Spieler mit dem Club und nicht zu Letzt der Fans mit ihren Lieblingsvereinen hat, dazu mehr im Teil 2 #11FreundeMüsstIhrSein

By Nino