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Kommentar zum himmelblauen Juli 2018

SonneHitze

Hot, Hot, Hot“ von Arrow, so hieß der offizielle Song zur Fußball-WM 1986 in Mexiko. Heiß her ging es zeitweilig beim Chemnitzer FC im himmelblauen Juli 2018 zu. Insbesondere das leidige Thema Insolvenzverfahren trieb allen Beteiligten den Puls unnötig in die Höhe. Fast täglich grüßte daher die „Insolvenzmasse CFC“. Und warum nur?

Weil man mit Klaus Siemon einen Insolvenzverwalter hat, der mit harter Hand das Verfahren durchziehen will und feststellen musste, dass bei einem Verein wie dem CFC auch die Mitglieder mitbestimmen dürfen, ja sogar so etwas wie Einfluss haben. Dass das auch so bleiben soll, dafür stehen vor allem die zurzeit Suspendierten Andreas Georgi und Uwe Bauch.

Mittendrin statt nur dabei ist auch Sportvorstand Thomas Sobotzik. Von IV Siemon geholt, versucht er nun auf seiner ersten Manager-Station so viel wie möglich richtig zu machen. Schließlich hatte er sich auch schon bei Eintracht Frankfurt beworben. Jetzt steht aber erstmal Regionalliga statt Bundesliga an. Der kaufmännische Vorstand Thomas Uhlig hält sich auffällig zurück. Vielleicht macht er auch „nur“ seine Arbeit, wir wissen es nicht. Davon abgesehen sind wir gespannt, wie sich alle Beteiligten wieder gemeinsam für den CFC engagieren wollen und können. Gelegenheiten zum Austausch darüber gab es auf dem 3. Fanclub-Treffen des CFC. Diese Chance wurde aber seitens Sobotzik kläglich vergeben. Auch der spätere Versuch des Fanszene Chemnitz e.V. Antworten auf drängende Fragen zu bekommen, ließ Sobotzik so kurz wie knapp ins Leere laufen. Ein Ende des Rosenkriegs light ist bisweilen nicht in Sicht.

So bleibt denn immer ein fader Beigeschmack, wenn Gunther Kermer und Nico Beltrame ihre Ämter im Aufsichtsrat niederlegen und eine Woche später die KPM Bau GmbH neuer Haupt- und Ärmelsponsor bei den Himmelblauen wird. Neuer Brustsponsor wird hingegen passenderweise die Sparkasse Chemnitz. Eingefädelt wurde der Deal noch von Uwe Bauch, jener der laut IV Siemon nicht glaubwürdig für einen Neuanfang steht. Aber egal, hoffen wir einfach mal, dass alle in dieser überhitzten Phase Ruhe & Geduld bewahren. Offen ist ja weiterhin, ob IV Siemon seine Kompetenzen mit den Suspendierungen überschritten hat. Eine weitere wichtige Frage wird sein: „Neuanfang“ oder „Neustrukturierung“ beim Chemnitzer FC e.V.!?

Einen Neuanfang mit neuer Teamstruktur hat es auf jeden Fall auf der sportlichen Ebene gegeben. Nicht weniger als 18 neue Spieler bilden die himmelblauen Mannschaft für die Saison in der Regionalliga Nordost 2018/2019. Hinsichtlich des Ziels kommt der direkte Wiederaufstieg noch etwas vermessen her. Kleinere Brötchen backt in diesem Sinne Trainer David Bergner. Er sieht eher Mannschaften wie Wacker Nordhausen, Lok Leipzig sowie der BFC Dynamo vorne in der Tabelle. Für uns sind in dieser Aufzählung noch Rot-Weiß Erfurt und SV Babelsberg 03 dabei. Das es viele Aufstiegswillige gibt, liegt höchstwahrscheinlich auch an der Aussicht des direkten Aufstiegs, ganz ohne die elendigen Relegationsspiele.

In der Vorbereitung auf die neue Liga und Saison haben die Himmelblauen eine ganz passable Figur gemacht. Zwar gab es gegen den 1. FC Union Berlin und SG Dynamo Dresden mit 1:3 und 0:1 Niederlagen, aber die guten Ansätze waren sichtbar und ließen erste Hoffnungsschimmer erleuchten. Diese reichten in den weiteren Spielen dann für Siege gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (4:1), FC Eilenburg (2:1), FC Carl Zeiss Jena (2:1) und ein 5:1 gegen den VFC Plauen.

Am Samstag, 28. Juli 2018 ging sie dann auch endlich los. Die hoffentlich neue Zeitrechnung in bessere Zeiten, zumindest fußballerisch. Das erste Punktspiel im Stadion Chemnitz, als Mieter. Fast 5000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und konnten einen 3:2 Sieg gegen FSV Union Fürstenwalde bejubeln. Das Ergebnis täuscht aber ein wenig über den Spielverlauf. Eine 2:0 Führung wurde aus der Hand gegeben, die erst in der 85. Minute mit dem erlösenden Treffer wiederhergestellt werden konnte. Nachdem die Verantwortlichen den Puls bisher in die Höhe getrieben haben, so tut die Mannschaft diesen gleich. Aber wenigstens mit einem bisher erfolgreichen Ende.

Dem Auftakterfolg folgte dann am vorgezogenen dritten Spieltag ein 2:0 Sieg gegen den gastierenden BFC Dynamo. Und was war das für eine Teamleistung!? Nicht nur der Sieg war gut anzusehen, nein das wie war entscheidend. Teamgeist, Kampf, Pressing und eine hohe Spielkultur waren ausschlaggebend dafür. Lange haben wir das auf der Fischerwiese vermisst – gefühlte 7 Jahre seit Schädde noch die Richtung vorgab. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, aber eben eine schöne und erfrischende, vor allem in diesen Tagen. Die Mannschaft muss sich noch untereinander in den Mannschaftsteilen einspielen und es wird auch Rückschläge geben. Aber jetzt heißt es erstmal zurücklehnen und den Augenblick genießen nach der langen Leidenszeit.

Die nächste Gelegenheit kommt schon im himmelblauen August 2018. Da stehen mit den Duellen gegen den SV Babelsberg 03 und FC Rot-Weiß Erfurt gleich zwei schwere Auswärtspartien an. Da wird der neu formierten Mannschaft zu einem frühen Zeitpunkt der Saison einiges abverlangt werden. Das letzte Spiel im August 2018 wird wohl auch eine emotionale Angelegenheit. Mit dem VfB Auerbach wird Ex-Spieler und Ex-Trainer Sven Köhler an die Fischerwiese zurückkehren. Den Vorteil, dass er die Mannschaft kennt, hat er schon mal nicht. Ein schwacher Trost der Insolvenz.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino

 

Und niemals vergessen – Bericht zu #FCUDSC

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Gemäß den 10-Anti-Kommerz-Geboten war es wieder an der Zeit eines der Gebote in die Tat umzusetzen. Um genauer zu sein, das Fünfte: „Du sollst ins Stadion gehen. Schau dir nach Möglichkeit keine Spiele im Fernsehen an. Das vollendete Fußball-Erlebnis kriegst du nur im Stadion.

Die Entscheidung fiel dieses Mal auf das Heimspiel des 1. FC Union Berlin vs. DSC Arminia Bielefeld. Sonntags-Mittag im Stadion an der Alten Försterei, dem Sehnsuchtsort vieler Fußballromantiker. Ein schmuckes Stadion, in vielen tausenden Arbeitsstunden von vielen tausenden Eisernen mit gebaut.

BauPilzAlteFörsterei

Ich war hier schon öfters, erstmals bei einem Testspiel gegen Hannover 96, bei minus 10 Grad. Dafür aber direkt hinterm Tor und bestem Blick auf’s Spiel, 2:1 siegten damals Union. Es folgten noch weitere Spiele, alle bei angenehmeren Temperaturen. Besonders in Erinnerung bleibt mir der Besuch im #WMWohnzimmer zur Weltmeisterschaft 2014. Die Niederlande spielte im Halbfinale vs. Argentinien und es wurde ein langer Abend mit wechselnden Wetterverhältnissen. Am Ende gewannen die Argentinier mit 4:2 nach 11er Schießen und zogen ins Finale ein. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Diese ganz besondere WM-Aktion brachte Union Berlin bundesweite Sympathien ein und ich frage mich heute noch, warum nicht viel mehr Clubs solche schönen Aktionen auf die Beine gestellt haben. Aber so viel zur Vergangenheit, zurück in die Gegenwart.

BlickvonOben

In diesem Spiel trafen der spieltagsbedingte Tabellensechste auf den Tabellenzweiten aufeinander. Bei sommerlichen Temperaturen machten wir uns auf den Weg und von weitem konnten wir schon die ersten Gesänge von den Rängen hören. Der Einlass konnte zügig erfolgen und auch die Ordner waren allesamt freundlich und zuvorkommend. Das erste Bier war schnell besorgt und der Stehplatz nach Umrundung des Stadions dann auch gefunden.

Vor dem Anpfiff wurde die Vereinshymne von den Union-Fans in aller Inbrunst mitgesungen, auch die Bielefelder erzeugten mit ihren Trommeln und Geklatsche einiges an Lautstärke. Der Anpfiff erfolgte pünktlich und die Stimmung war von da an prächtig.

BlickvonObenTeil2

Auf dem Platz entwickelte sich ein rasantes Spiel, bei dem Union Berlin mehr Spielanteile und Chancen hatte. Bielefeld war dementsprechend bemüht die Abwehrreihen geschlossen zu halten und ab und an einen Gegenangriff zu starten. Einziges Highlight war der Lattenknaller eines Bielefelders, der von unserer Sicht damit zu erkennen war, dass der Ball sich rasant vom Tor entfernt hatte. Somit blieb es beim 0:0 Unentschieden und pünktlich wurde zur Halbzeitpause abgepfiffen.

Die Pause haben wir zur Besorgung des Doubles Stadionwurst&Bier genutzt. Da dies etwas länger als gedacht dauerte, verpassten wir den ersten Torjubel. Quasi mit Anpfiff und der ersten Aktion gelang den Bielefeldern die 1:0 Führung, die in der ersten Jubel-Wahrnehmung eher ein Tor für Union war. So kann man sich täuschen.

PanoramaStadion

Die Rückkehr auf den Rang erfolge umso schneller und wir verfolgten das weiterhin turbulente Spiel. Union drängte auf den Ausgleich, der dann auch nach wenigen Minuten, in der 55.ten um genau zu sein, gelang. Hartel staubte im 5-Meter-Raum nach Vorarbeit von Polster ab.

Es folgte eine Sturm und Drang Phase von Union, die von den Bielefeldern mit allen Kräften abgewehrt wurde. Zu einer insgesamt unschönen Szene kam es, als Polter mit einem Bielefelder eine akrobatische Einlage vorführten. Polter blieb länger auf dem Boden liegen und nachdem der Schiri keine Gelbe Karte zeigte, entwickelte sich gellendes Pfeifkonzert, garniert mit anfänglichen „Schieber“-Rufen und letztlich „Hoyzer-Rufen“. Da wurde mir wieder klar, dass der Schiri die ärmste Sau auf dem Platz bleiben wird. Selbst wenn der Video-Assistent unterstützend zur Seite steht, die Wahrnehmung im Stadion selbst wird immer eine andere sein. In diesem Zusammenhang erwischte ich mich dabei auch, dass ich da gerne mal die Wiederholung gesehen hätte. Aber soviel dazu.

Standardsituation

Die weiteren Angriffsbemühungen der Unioner blieben erfolglos, so dass das Spiel 1:1 endete. Die Bielefelder stehen nun mit 10 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz, Union folgt mit 8 Punkten auf dem 4. Rang.

BlickaufSpielfeld1

Dank der Fans, des attraktiven Spiels war es wieder mal ein rundum tolles Stadion-Erlebnis, dass nicht zu ersetzen ist. Die Gesänge, die Nähe zum Spielfeld, das Verfolgen des Spiels ohne 10 Zeitlupen-Wiederholungen, das Raunen nach einer vergebenen Chance. Das alles macht den Stadion-Besuch zu einem Ereignis. Besonders auch im Stadion an der Alten Försterei.

By Nino