Schlagwort-Archive: Unabsteigbar

„Was bisher geschah…“ Teil 9

Neun

Das letzte Mal einstellig, dann sind wir schon bei Numero 10. Vorher können wir in aller gebotenen Bescheidenheit in unserer Rückblicks-Kategorie „Was bisher geschah…“ wie eh und je auf einen bunten Strauß an Themen zurückblicken. Wir haben uns dem ewigen Thema „Relegation“ mit einem Pro und Contra gewidmet und so wie es aussieht, werden wir wohl dazu niemals einer Meinung sein. Wenn schon dann beim Thema Kommerz. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote sind immer noch eine gute Orientierung, etwas proaktiv gegen die Kommerzialisierung im Fußball-Geschäft zu tun. Bei aller Schwierigkeit der konsequenten Umsetzung.

Eine luftige Geschäftsidee hatten wir allerdings für Timo Werner. Leider aufgrund der ihn ereilenden Schmäh-Rufe aus der Not geboren. Einen empörten und immer noch unbeantworteten Leserbrief an den 11Freunde Chefredakteur und u.a. auch SternStimme Philip Köster hatte dies auch noch zur Folge.

Fehlen durfte unser geliebter Chemnitzer FC selbstverständlich nicht. Diesmal vertreten mit einem Kommentar zum Sieg im Sachsenpokal 2017, der wiederum zum vermeintlichen Traumlos FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals geführt hatte.

Wie immer: Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

81. Was bisher geschah…Teil 5

82. Relegation ist Mist

83. Der unabsteigbare HSV – der Traum von einer Huldigung!

84. Kommentar zum Sachsenpokalfinale Lok Leipzig vs. CFC

85. Relegation ist geil! Alles oder Nichts! Es lebe die Relegation!

86. Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

87. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

88. CFC vs. FCB – Das Pokal-Traumlos!?

89. Leserbrief zur stern-Stimme Philipp Köster

90. Ein Bericht vom Spiel Houston Dynamo vs. FC Dallas

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und last but not least Teil 8.

 

Kein Happy-End in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Eine tränenreiche Woche ist es nun her. Der 1. Abstieg des Hamburger SV aus der 1. Fußball-Bundesliga. Der 12. Mai 2018 geht als schwärzester Tag in die sonst so bunte und großartige Historie des HSV ein. Es hat nicht sollen sein. Kein Happy-End im Finale der HSV-Crunchtime.

Ich hatte ja so inbrünstig gebangt und gehofft, dass wir es noch auf den Relegationsplatz schaffen. Darauf, dass eben später in der Verlängerung das Wunder von der Elbe gelingt. Zwei Siege gegen Holstein Kiel und wir hätten den Klassenerhalt gesichert. Niemals 2. Liga. Unabsteigbar…so dachte ich glückverheißend bis zum bitteren Ende. Im Volkspark war es, wie ich es mir vorgestellt habe: Schönes Wetter, euphorische Fans sowie Spieler voller Tatendrang und Siegeslust.

Leider lag zum Ende des 2:1 Heimsieges nicht der Duft von Geschichte im Stadion, sondern von Rauch, der von einer Hundertschaft Vollidioten verursacht wurde. Dem HSV und einer weiteren Erwähnung nicht würdig.

Und wer konnte den schon ahnen, dass der VfL Wolfsburg sein erstes Heimspiel 2018 gewinnt? Siegen, wenn es wirklich wichtig ist. Irgendwie schon HSV-like. Aber das sich die Kölner so hängen lassen, hätte ich auch nie im Leben für möglich gehalten. Dazu können die Rothosen in der nächsten Saison ja sportlich Stellung nehmen.

Trotz aller tiefen Traurigkeit sind nun auch die letzten Tränen getrocknet und es gilt sich der Zukunft zu widmen. Auch wenn es sich noch so ungewohnt und unwirklich anfühlt. Der Traditionsverein HSV, so eine schöne Stadt, tolles Stadion, fantastische Fans. All jenes jetzt in der 2. Liga? Was für eine Verschwendung! Die 1. Liga wird uns schon vermissen. Was wird das für eine langweilige Saison. Der Meister steht schon so gut wie vorher fest und die Aufsteiger werden auch die Absteiger sein.

Aber was interessiert uns das Leiden der anderen. Wir müssen den Fokus auf uns legen. Das Projekt Wiederaufstieg heißt es anzugehen. D.h. schnellstmöglich in der Führungsebene die offenen Posten besetzen. Zur Abwechslung mal mit Fachleuten, die dann wiederum die Leistungsträger an den HSV binden. Unser Mäzen Klaus-Michael soll ja mit an Bord bleiben, das nötige Kleingeld ist also gesichert. Präsident Hoffmann wird den HSV, wie schon in den letzten Wochen deutlich spürbar, in ruhigere Gewässer schippern.

Und die ersten Weichen wurden ja schon gestellt. Mit Trainer Titz wurde ein 2jahres-Vertrag abgeschlossen. Er ist der richtige Mann für die zweite Liga. Jetzt fehlen noch Spieler, die sich zu 100% mit dem HSV identifizieren, die Raute im Herzen tragen. Auch wenn es nicht mehr Millionen an Gehalt geben wird. Aber die sportlichen Ziele sollten schon überzeugen, da bin ich mir sicher: Sofortiger Wiederaufstieg und 2. Liga-Meister!

Warum nicht auch ein bisschen mehr? Meines Wissens hat es noch keine Zweitligamannschaft geschafft, eine Saison ohne Niederlage zu spielen. Ist das nicht für uns als Fans und für den HSV nicht Ansporn genug? Warum kleine Brötchen backen, wenn die großen greifbar sind?

Ich werde mir jedenfalls wieder eine Dauerkarte besorgen. Und da werde ich mich beeilen müssen, denn über 500 Menschen haben sich in sieben Tagen tatsächlich dazu entschieden, Mitglied beim HSV zu werden. Was für ein bockstarkes Zeichen der Fans. Da werden die Scampi-Fresser, ähm Genießer auf der Tribüne aber mal gehörig Platz machen müssen. Platz für diejenigen Fans, die auch Stimmung machen.

Nicht nur das stimmt mich mittlerweile wieder positiv. Der HSV macht es ja einem nicht immer leicht, aber jetzt kann es ja nur besser werden. Ich als Fan will jedenfalls dazu beitragen, dass der HSV wieder zu alter Stärke zurückfindet. Ich will nämlich nicht mehr mit Häme und Spott bedacht werden. Nur gemeinsam können wir das Comeback des HSV schaffen. Das Comeback des geilsten Clubs der Welt. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s.: wiederum besten Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Die Wiederauferstehung des Fußballgotts

WiederauferstehungHSV

Endlich ist es soweit: der Hamburger Sportverein ist aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Nach 54 Jahren ist es endlich soweit. Das Ende des Dinos der 1. Fußball-Bundesliga. Das Ende von „Niemals 2. Liga“. Das Ende von „Unabsteigbar“. Das Ende der Erzählungen, dass der HSV in die erste deutsche Spielklasse gehört, weil Hamburg die zweitgrößte Stadt in Deutschland sowie die achtgrößte in der EU ist. All das hat ein Ende. Auch deswegen, weil der HSV eben keine Wurst ist.

Allein solche Argumente hatten noch nie wirklich eine durchschlagende Kraft. Jetzt können sie endlich ad acta gelegt werden. Auch solche wie der „tollen Fans“ und „des schönen Stadions“ ziehen nicht mehr, da sie immer schon den Eindruck erweckten, dass der HSV der einzige Verein gewesen wäre, der das für sich behaupten kann. Mit all diesen Argumenten und halbseidenen Beschwörungen ist nun für ein und allemal Schluss. Fin! Fine! Fino!

Dieses Ende ist mich für gleichzeitig auch die Wiederauferstehung des Fußballgotts. Jener war für mich in der 2015er Relegation gegen den Karlsruher SC gestorben , als sich die Hamburger mit mehr Glück als Verstand gegen die Badener durchgesetzt hatten.

Nun glaube ich wieder daran, dass es sowas wie Gerechtigkeit im Fußball gibt, eine ausgleichende Instanz, die dafür sorgt das die kleinen Sünden direkt und die großen vielleicht etwas später, aber dennoch nicht ungestraft bleiben.

Der Hamburger SV hat in den letzten Jahrzehnten viele Sünden begangen. Misswirtschaft und Arroganz der Vereinsoberen sowie gnadenlose Selbstüberschätzung gepaart mit fehlender Demut, um nur ein paar Beispiele des Hamburger Sündenpfuhls zu nennen.

Die Jahre seit 2014 waren da sozusagen der krönende Abschluss, der darin gipfelte, dass der HSV nun seinen ersten Abstieg nach 55-jähriger Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga selbst besiegelt hat. Allein dafür gilt es dem HSV Respekt zu zollen. Kein anderer Verein hat dies so lange geschafft. In der ewigen Bundesligatabelle sind sie deshalb zu Recht auf Platz 3.

Die Saison 2017/2018 steht noch einmal mustergültig für den Untergang des HSV. In der Kurzversion heißt das: Start mit zwei Siegen. Dem eigenen Selbstverständnis folgend auf dem Weg zurück auf die Bühnen der europäischen Spitzenklasse. Weitere Siege folgten aber nicht. Der Unruhe-Stifter und #Edelfan Klaus-Michael Kühne brachte sich wieder mal öffentlich in Stellung und kritisierte Verein und Spieler #Luschen. Es folgte die erste Trainerentlassung von Markus Gisdol. Auf ihn folgte Bernd Hollerbach #Stallgeruch, der für sieben (!) Spieltage auf der Trainerbank, besser gesagt dem Schleudersitz Platz nehmen durfte. Auf einer emotional überhitzten Mitgliederversammlung konnte Ex-Präsident Bernd Hoffmann sein Comeback feiern. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Freistellung/Beurlaubung (beim HSV weiß man das nie so genau) vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt. Danach wurde mit Christian Titz der dritte Trainer in der Saison installiert. Der schaffte es zwar überraschenderweise, dass die Mannschaft halbwegs ordentlich Fußball spielte und sogar Siege feiern konnte. Doch dieses letzte Aufbäumen war im Enddefekt zu spät.

Die Rechnung für alle Sünden kommt dann eben doch irgendwann. Kurzum: Wieder einmal wurden die gleichen Muster durchexerziert, um die gleichen Probleme zu lösen. Aus Fehlern nix gelernt. Aber wirklich auch rein gar nichts.

All jene Skandale und Klatsch&Tratsch wurden überaus freundlich von den landesweiten Boulevard- sowie ortsansässigen Haus- und Hofmedien fast täglich begleitet. Nix war zu billig, um mit dem HSV Quote und Klicks zu machen.

Und der Blick in die Zukunft? An der Spitze des Vereins steht wieder eben jener Bernd Hoffmann, der zwar für die erfolgreicheren Jahre des HSV steht, sein Ego aber immer noch größer als der HSV ist. Und das ist langfristig nie gut ausgegangen. Der Gönner und Stänker Kühne soll weiterhin mit an Bord bleiben und seine Millionen in den HSV stecken. Zukünftige Unabhängigkeit von ihm? Adè! Von Altersmilde keine Spur. Exemplarisch wieder seiner öffentlichen Einlassungen vor dem 33. Spieltag: „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“ … Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg.“ Kommt denn da in Hamburg eigentlich gar niemand mal auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass dies vereinsschädigendes Verhalten ist?

Abgesehen davon wird der Gang in die zweite Bundesliga richtig bitter. Der Slogan, der schon zu DSF-Zeiten genervt hat, „die beste zweite Liga aller Zeiten“ wird wohl in der nächsten Saison wirklich passend sein. Diese Saison hat jedenfalls schon gezeigt, wie eng es zugehen kann und wie nötig dafür ein ruhiges Vereins-Umfeld notwendig ist. Aus der 3. Liga kommen der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg. Beide Vereine werden von der Aufstiegseuphorie durch die nächste Saison getragen (erst die zweite Saison wird die schwierigere) und können ordentlich Paroli bieten. Ein sofortiger Wiederaufstieg des HSV ist daher keineswegs sicher. Jeder Zweitligist wird die Rothosen gerne begrüßen. Auf seiner Kennenlern-Tour durch die Stadien der zweiten Liga. Das mediale Interesse wird sicherlich riesig sein, denn der HSV wird sehr oft, das erste Mal zu Gast sein.

Wahrscheinlich wird es keine rosige Zukunft. So lange Kühne mitmischt und die Erwartungshaltung der Medien und der Fans nicht auf ein gesundes Maß gestampft wird. Ohne Demut wird der HSV seinen Niedergang weiter vorantreiben. Die großen Sünden, wie man so hört, werden noch länger bestraft.

Markus Gisdol hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Ich habe schon gezuckt, aber vor Freude. Hamburg ist ein Brett, es ist ein wahnsinnig geiler Club“. Das mag aus HSV-Sicht auch stimmen, aber jetzt ist der HSV ein Fußball-Zweitligist. Willkommen in der Realität.

By Nino

 

 

Finale in der HSV-Crunchtime

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem Halb-Finale in der HSV-Crunchtime sind wir nun endlich angekommen. Im großen Finale am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/2018. Der Hamburger SV auf der Zielgeraden seines größten Comebacks. Wer hätte das gedacht, außer den eingefleischten HSV-Fans natürlich, dass der HSV eben doch noch nicht tot, geschweige denn solchen Schwachsinns wie „abgestiegen“ ist.

Denn bei allem Wunschdenken der HSV-Gegner ist doch eins klipp und klar: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist es noch möglich den Relegationsplatz zu erreichen. Vorausgesetzt, die Wolfsburger verlieren zu Hause gegen den 1. FC Köln. Nach Prüfung aller Fakten und meines Bauchgefühls liegen diese Ergebnisse im Bereich des absolut Möglichen.

Die Kölner haben schon angekündigt, dass sie dieses letzte Spiel nicht herschenken wollen. Schließlich will man nicht derjenige Traditionsverein sein, der erstens gegen einen millionenschwer finanzierten Plastikclub verliert und damit beiträgt, dass der Hamburger SV zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigt. Diesen Ziegen, ähm Bärendienst wollen die Kölner dem HSV und der gesamten Bundesliga nicht leisten. Die Kölner, da bin ich ohne jeden Zweifel, werden sich schon zu wehren wissen.

Der HSV hat zwar eine bittere Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht einstecken müssen, aber die wurde ganz schnell abgehakt. Schließlich gilt es, das ganz große Ziel – die Relegation – nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist genug Motivation, für die Spieler wie für die Fans. Klar, das eigentliche Ziel – direkter Klassenerhalt – ist nicht mehr möglich. Da bedurfte es eben einer minimalen Anpassung. Schwamm drüber, Mund abputzen, weiterhin fokussiert bleiben.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten: das volle Volksparkstadion, die euphorischen Fans, die Spieler voller Tatendrang und Siegeslust. Der Duft von Geschichte wird in der Luft liegen. Denn Geschichte wird in jedem Fall geschrieben. Entweder des größten Comebacks in der langen Bundesliga-Geschichte oder des 1. Abstieg des HSV. Letztere Option wird meinerseits selbstverständlich verdrängt. Die 1. Liga-Zugehörigkeit ist tief verankert in der HSV-DNA. Niemals 2. Liga!

Also kommt nur die erste Option in Frage und diese Rechnung ist super einfach:
HSV-Heimsieg gegen Mönchengladbach plus Auswärtssieg der Kölner in Wolfsburg, macht zusammen: 16. Tabellenplatz und Relegation gegen Holstein Kiel. Montag 21.05.2018, zweiter Sieg gegen die Kieler und der HSV bleibt weiterhin in der 1. Liga. Alles gut und alles bleibt beim Alten.

Wer jetzt meint, dass wäre unrealistisch, der hat den Hamburger SV nie verstanden. In der Relegation können wir unsere ganze Erfahrung ausspielen. Die Motivation Triple-Relegations-Meister werden zu können, wird die letzten Prozente aus den Spielern kitzeln. Anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Auch stelle ich mir vor, dass UnsNicolai den Siegtreffer gegen die Mönchengladbacher beschert und damit sein ganz persönliches Comeback feiert. Am ersten Spieltag trifft er zum Auftaktsieg, am 34. Spieltag zum letzten Sieg. Solche Geschichten schreibt nur der HSV. Was in der Relegation passiert, dazu komme ich später. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Das Armutszeugnis der 1. Fußball-Bundesliga

WahnsinnBundesliga

Das Armutszeugnis der 1. Fußball-Bundesliga wurde am 32. Spieltag der Saison 2017/2018 eindrucksvoll abgelegt. Was war geschehen?

Der Hamburger SV gewinnt 3:1 auswärts gegen den VfL Wolfsburg. Nach 14 sieglosen Auswärtsspielen gewinnen die Hamburger das 2te Mal (!) in dieser Saison. Den letzten Sieg in der Ferne gab es am 2. Spieltag gegen den 1. FC Köln. Die Kölner? Mittlerweile abgestiegen! Der HSV? Noch 2 Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Wie haben sie das geschafft? Drei Trainerwechsel und durch Siege gegen FC Schalke 04. Mit hoher Wahrscheinlichkeit nächste Saison ein deutscher Vertreter in der Champions-League. Der 17.te schlägt den 2ten. Eine Woche später gewinnen die Schalker im Derby gegen Borussia Dortmund (2:0), den 3.ten der Tabelle. Schalke hat 24 Punkte Rückstand zum schon feststehenden Deutschen Meister Bayern München. Der FCB übrigens als einziger verbliebener Vertreter auf europäischer Fußball-Bühne. Wie viele Punkte hat der aktuell Absteiger Köln? 22 Punkte.

Die Bayern gewinnen mit einer C-Elf 4:1 gegen Eintracht Frankfurt. Jenes Frankfurt, welches Schalke im DFB-Pokalhalbfinale mit 1:0 rausgeschmissen hat und somit im Finale auf die Bayern trifft. Frankfurt damit nächste Saison ein deutscher Vertreter in der Europa League. Nächster Gegner des Hamburger SV? Eintracht Frankfurt, zuletzt drei sieglose Spiele hintereinander.

Das sich eingefleischte HSV-Fans wie Sören jetzt wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, ist völlig verständlich. Für ihn ist der HSV mittendrin in seiner Crunchtime. Die Rothosen schwimmen auf einer Welle der Euphorie und kann Frankfurt auswärts 3 Punkte abnehmen. Dann empfangen sie zum Endspiel die Borussia aus Mönchengladbach.

Ich selbst habe gehofft, dass sie es diesmal nicht schaffen. Dass es endlich vorbei ist, mit diesem ganzen „Niemals 2. Liga“ und „Unabsteigbar“. Nach diesem Spieltag ist alles wieder offen. Auch wenn ich in solchen Fällen kein Fan von Prognosen bin, so sehe ich folgende Szenarien vor mir: Szenario 1: Der HSV schafft wieder den direkten Klassenerhalt, der VfL Wolfsburg darf wie in der letzten Saison noch in die Relegation. Szenario 2: Der HSV schafft es am letzten Spieltag auf den Relegationsplatz und schafft den Klassenerhalt über diesen Umweg. Die Relegation spielen sie wahrscheinlich gegen Holstein Kiel, die am letzten Spieltag den dritten Platz erst endgültig gesichert haben. Noch völlig fertig davon, treffen sie auf einen euphorisierten HSV, der dann zweimal unentschieden spielt und aufgrund der Auswärtstorregel in der ersten Liga bleiben. Relegation, das können die Hamburger. Lewis Holtby wird sich mit stolz geschwelter Brust durchs Volksparkstadion tragen lassen. Mannschaft und Fans werden feiern, als hätten sie mal wieder die Deutscher Meisterschaft gewonnen. Allein du kannst es dir nicht ausdenken, aber wahrscheinlich wird es genauso kommen. So bitter so süß.

Was mich bei allem am meisten verwundert, ist die Tatsache, dass der HSV die Lizenz für die 1. Bundesliga bekommen hat. Ohne Auflagen. Ohne Bedingungen. Im Kicker ist zu lesen: „Das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 hatten die Hamburger mit einem Minus von 13,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die Verbindlichkeiten hatten mit 105,5 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht.“ Wie ist es möglich, dass aufgrund solcher Voraussetzungen der HSV die Lizenz bekommt? Die Wette auf die Zukunft heißt höhere Einnahmen „durch Transfererlöse oder übermäßigen sportlichen Erfolg, zum Beispiel im DFB-Pokal„. Allein dafür: Respekt HSV.

Seitens der DFL wird den Hanseaten wohl so einiges zugetraut, in sportlicher wie finanzieller Perspektive. Und das ist dann wahrlich ein Armutszeugnis der gesamten Bundesliga. Es spricht ja nicht für die Ausgeglichenheit der Liga, wenn der 17.te den 2ten schlägt, sondern für fehlende Qualität. Nach 7 Siegen, 7 unentschieden und 18 (!) Niederlagen ist der HSV nach dem 32. Spieltag rechnerisch immer noch in der Lage die Liga zu halten. Eine Tatsche, die von vielen Experten geflissentlich übersehen wird.

Am Ende twittert der HSV wohl wie 2017: „Tick Tack, wir gehen euch weiter auf den Sack!  #therewillbehaters #immerersteliga“. Danke, Bundesliga!

By Nino

 

Mittendrin in der HSV-Crunchtime

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem tollen 1:0 Heimsieg gegen den SC Freiburg befinden wir uns nun mittendrin in der HSV-Crunchtime. Noch drei Spiele bis zum Wunder von der Elbe! Spiel 1 bzw. am 32. Spieltag der 1. Fußballbundesliga-Saison 2017/2018 stand das direkte Duell gegen den VfL Wolfsburg an. Im Vorfeld dieses Abstiegsknallers wurde, wie schon in den letzten Wochen der HSV-Crunchtime, wieder über die verschiedenen Abstiegsszenarien geschrieben. Dabei dachte ich, dass dieses lächerliche Niedermachen des HSV endlich aufhören würde. Wer hat denn gewonnen und wer verloren? Die Antwort ist klar: Nur der HSV! Also Ablage P und fertig.

Abgestiegen ist nämlich bisher nur der 1. FC Köln. Zum sechsten Mal übrigens schon. Was macht dagegen der HSV? Der bleibt erstklassig, davon bin ich weiterhin überzeugt. Erst Recht nach diesem grandiosen 3:1 Auswärtssieg gegen die „Wölfe“. Dieser Sieg war genau das, was wir noch gebraucht haben. Ein Kampf auf beiden Seiten, mit dem glücklicheren Ende für uns. Ach was sage ich glücklicheres Ende? Es ist das Glück des Tüchtigen! Denn nur wir haben die Tugenden auf den Platz gebracht, die es für den Abstiegskampf so dringend braucht: Einsatzwille, Laufstärke und letztendlich die Überzeugung, dass immer noch was gehen kann. Und das haben wir in diesem Sinne eindrucksvoll bewiesen. Klar, es war kein Tiki-Taka. Aber wen bitte interessiert das schon nach der Saison? Genau, niemanden! Wichtig sind die drei Punkte, die uns nämlich zwei Punkte an die Wolfsburger herangebracht haben.

Jetzt sind die Karten nochmal gänzlich neu gemischt. Die Wolfsburger müssen auswärts noch gegen RB Leipzig und zu Hause gegen die Kölner ran. RB Leipzig hat nur noch Endspiele ausgerufen, das Minimalziel Europa-League will erreicht werden. Die Kölner sind nach dem Abstieg sicherlich am Boden, wollen sich aber dennoch gebührend verabschieden. Das der VfL also zweimal gewinnt, dass halte ich für unwahrscheinlich. Sie sind ja vor allem mit sich selbst beschäftigt. Kurz vor Ende der Saison wollten sie Horst Heldt als Sportdirektor verpflichten. Der Versuch ist kläglich gescheitert, Sportdirektor Rebbe haben sie entlassen und im Enddefekt wurde nur Unruhe im Verein gestiftet. Auf solche Ideen kommen ja nicht mal die HSV-Verantwortlichen. Stand jetzt.

Bezogen auf die Punkteausbeute ist klar: Die Luft wird dünner und die zu holenden Punkte weniger. Aber die Hoffnung ist weiterhin da. Die Mannschaft, nein der gesamte Verein samt Fans und der Stadt Hamburg, sie alle werden sich mit aller Kraft gegen den 1. Abstieg stemmen. Die letzten Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir es noch schaffen können.

Als nächster Gegner steht die Eintracht aus Frankfurt auf dem Plan. Die haben die letzten drei Bundesliga-Spiele verloren. Da ist die Luft komplett raus. Jetzt nachdem feststeht, dass Trainer Kovac zu den Bayern wechselt. Was ist aus den letzten Spielen deutlich geworden? Die Spieler bringen sich nicht mehr mit aller Konsequenz ins Spielgeschehen ein. Der emotionale Höhepunkt, das Erreichen des DFB-Pokals und damit sicher in der nächsten Saison auf Europas Bühne zu sein, ist erreicht. Jetzt fehlen die letzten Prozente, um auch gegen den HSV bestehen zu können.

Stichwort letzte Prozente: die haben unsere Rothosen wieder dahin gebracht, wo wir jetzt stehen. Nur noch zwei Punkte auf den Regelationsplatz. Von mir aus könnten wir in drei Tagen wieder spielen. Die Fans und die Mannschaft sind jedenfalls heiß. Heiß auf Erfolg. Heiß auf das Wunder von der Elbe. Am 33. Spieltag können wir diesem schon ein großes Stück näherkommen. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

P.s: nochmals vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Willkommen in der HSV-Crunchtime Teil 2

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach der unglücklichen 2:0 Niederlage gegen die TSG Hoffenheim folgte ein immens wichtiger 1:0 Sieg gegen den SC Freiburg im heimischen Volksparkstadion.

Nun stehen 25 Punkte zu Buche und in der dritten Woche der HSV-Crunchtime kommt es zum Nordduell gegen den VfL Wolfsburg. Dieser hat gegen Borussia Mönchengladbach eine empfindliche 0:3 Auswärtsniederlage einstecken müssen. Klar, dass sie vor heimischen Publikum auf Wiedergutmachung aus sind. Klar, dass sie sich nicht weiter in den Abstiegsstrudel hineinziehen lassen wollen. Oh Moment, da sind sie ja gerade endgültig angekommen, haha. Genau wie der SC Freiburg, der sich allerdings mit den Wirren des Abstiegskampfs auskennt.

Wir, die Hamburger kennen uns damit auch bestens aus. Es ist uns hinlänglich bekannt, mit dem Dauerdruck umzugehen. Daher wissen wir auch, wie wir die Wiedergutmachung der Wolfsburger zu verhindern wissen. Auch wenn wir gegen unseren Relegationshelden und Ex-Trainer Bruno Labbadia spielen werden, so haben wir für solche Sentimentalitäten mindestens 90 Minuten keine Zeit. Entscheidend ist auf dem Platz und da werden wir die „Wölfe“ jagen.

Was mich dabei so optimistisch stimmt? Ja ganz einfach, weil das Spielsystem unter Christian Titz immer besser zum Tragen kommt. Die offensive Spielweise, das konsequente Anlaufen und die stetig besser werdende Defensive machen es immer schwerer, gegen uns zu bestehen. Mit diesen Tugenden können wir es auf jeden Fall noch schaffen, mindestens den Relegationsplatz zu erreichen, da ja leider nicht wie in den Vorjahren alle Mannschaften für uns spielen. Die Mainzer haben mit ihrem 2:0 Sieg am letzten Spieltag gegen Freiburg vorgelegt. Egal ist daher, wie sie gegen Augsburg spielen.

So oder so, sind wir jetzt wieder richtig mit dabei. Die erste Hälfte der HSV-Crunchtime ist fast geschafft. Dass die üblich verdächtigen Sportmedien davon rein gar nichts mitbekommen haben, lässt sich daran erkennen, wie sehr sie sich in der vergangenen Woche den Kopf wegen des HSV-Abstiegs zerbrochen haben. Schon beim Aufschreiben der ganzen Szenarien wie eventuell gegebenenfalls vielleicht doch der HSV absteigen könnte, müsste den Schreiberlingen doch aufgefallen sein, dass dies alles unrealistischer Bullshit ist. Der HSV wird niemals absteigen. Niemals 2. Liga. Nur der HSV. Da wiederhole ich mich gerne, sehr oft und wenn nötig mehrmals. Bei aller Liebe zu kritischen Journalismus, aber was soll das? Klicksgenerierung auf Kosten des HSV? Billiger geht’s nimmer! Selbst das wir die Lizenz für die 1. Liga bekommen haben, ist in der ganzen Miesmacherei untergegangen.

Auch wenn es wohl bis zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg so weitergehen wird, ich lasse mich nicht davon abbringen, daran zu glauben, dass der HSV noch das Wunder von der Elbe schafft: den ersten Abstieg aus der 1. Fußballbundesliga zu verhindern. In diesem Sinne: Nur der HSV!

By Sören

P.s: wieder vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Willkommen in der HSV-Crunchtime

 

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem 3:2 Sieg gegen Schalke 04 und der unglücklichen Niederlage gegen die TSG Hoffenheim ist der Hamburger SV endlich angekommen…in der Crunchtime. Die härtesten und auch schönsten Wochen einer jeden Bundesligasaison. Die heißeste Phase des Abstiegskampfes, in der die Nerven am blanksten liegen. Die letzten vier Spieltage, das ist wahrlich die Zeit, in der der HSV seine ganze Qualität ausspielen kann. Es ist jene Qualität: Im Abstiegskampf das schier Unmögliche, eben doch noch möglich zu machen.

Was habe ich mich gewundert, nachdem so gut wie alle Medien schrieben, dass der HSV absteigt und es keine Hoffnung mehr gibt. Dabei ist der HSV noch gar nicht abgestiegen und die Hoffnung ist nie gestorben. Der HSV ist lebendiger als je zuvor. Nach der Beförderung von Jugendtrainer C. Titz ging es doch nur bergauf, abgesehen von der kleinen Delle im Spiel gegen Hoffenheim.

Es sind noch 4 Spiele zu spielen und das werden die Wochen des HSV, davon bin ich felsenfest überzeugt. Der HSV und seine Fans wissen nun um was es geht. Die Mannschaft ist wieder eine geschlossene Einheit und die Fans stehen wieder alle hinter ihr. Die paar Krawallmöpse, die noch vor ein paar Wochen noch die Spieler jagen wollten, ja die gibt es leider auch in Hamburg. Aber so viel dazu.

Die nächsten Gegner sind der SC Freiburg, der VfL Wolfsburg, die Eintracht aus Frankfurt und die Borussia aus Mönchengladbach. Die Frei- und Wolfsburger, zwei direkte Duelle mit der Konkurrenz. Zwei Mannschaften, die wir mit unserer neu gefundenen Offensivpower besiegen können. Das gilt auch für die Frankfurter und Mönchengladbacher, die haben im Kampf um die Europa League-Plätze Muffensauen bekommen. Sie spielen ja schließlich auch noch gegen uns und ganz Fußball-Deutschland wird darauf schauen, ob sie dazu beitragen, ob der HSV absteigen wird oder nicht. Aber egal, der HSV wird nicht absteigen. Niemals 2. Liga. Ich kann es nicht oft genug wiederholen.

Die Aussichten auf einen Verbleib des HSV in der Beletage des deutschen Fußballes stehen also wie immer gut in den letzten Spielen einer Saison. Ich denke, wir werden noch den direkten Klassenerhalt schaffen. Relegation das war mal. Und warum? Ja, weil der 1. FC Köln seine Euphorie-Phase im Sinne von „ohja, wir können das Wunder noch schaffen“ hinter sich hat, das Mainzer 05er-Restprogramm ist viel schwerer als unseres und die Wolfsburger sind längst nicht so bissig im Geschäft des Abstiegskampfes wie viele glauben. Das werden wir ja schon am 32. Spieltag sehen. Somit ist sie vollends angerichtet, die HSV-Crunchtime.

Und an all jene, die den HSV schon längst abgeschrieben hatten: Von der ARD-Sportschau, über FUMS, Sport1, Kicker bis WUMMS: Es geht mir wahrlich so was von auf die Nerven, dass ihr alle ihr tagein, tagaus euch mit dem HSV beschäftigt habt. Klar, wir haben auch Schlagzeilen geliefert. Die hollywoodreife Foulinszenierung von „Papa“…an sich selbst. „Papa“, aaach unser Mentalitätsmonster, er tut eben alles für den HSV. Sein Herz ist eine Raute, so verhält er sich dann eben auch. Trotz allem ein Ehrenmann. Dann die „Luschen-Affäre“ mit Klaus-Michael und Pierre-Michel. Die Trainer-Entlassungen von Markus und Bernd, die Beurlaubung von Heribert und Jens. Die Wieder-Inthronisierung von Bernd H. von 585 Mitgliedern als neuer HSV-Präsident, die angeblichen windigen Geschäfte von unserem neuen Berater Thomas.

Ja, so selbstkritisch muss man sein, bei uns ist immer was los und das alles hätte wahrscheinlich auch für zwei Saisons gereicht. Aber nochmal: Wir sind der HSV! Niemals 2. Liga! Unabsteigbar! Rechnerisch ist noch alles möglich! Und das zählt am Ende. Und ihr könnt noch so viele Gifs, Umfragen oder irgendwelche Texte schreiben.
All das wird nicht dazu führen, dass der HSV absteigt.

Der HSV wird aus dieser Saison gestärkt hervorgehen. Mit Bernd an der Vereinsspitze, mit Christian auf dem Trainerstuhl, da wird alles wieder besser.

Ich bin jedenfalls heiß wie Frittenfett auf die HSV-Crunchtime und freue mich schon auf die ganzen langen Gesichter, wenn der HSV es doch noch schafft. Mein Rauten-Herz hat dabei ein gutes Gefühl.

By Sören

 

P.s: vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Der unabsteigbare HSV – der Traum von einer Huldigung!

HamburgerSV

Es war Samstag, der 20. Mai 2017. Letzter Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga. Der Hamburger SV gewann 2:1 gegen den VfL Wolfsburg und sicherte sich den Verbleib in der Beletage des deutschen Fußballs.

In der Nacht zum Sonntag hatte ich einen Traum. Ich begegnete dort dem eingefleischten HSV-Fan Sören. Wir unterhielten uns lange über dieses letzte Spiel der Saison 2016/2017. Ich sprach ihn auf die jubelnden Spieler an. Sie feierten als hätten sie die Meisterschaft gewonnen. Dabei war es doch nur der Klassenerhalt. Daher wäre doch ein bisschen mehr Demut angemessener. Er sah mich erstaunt an und sagte: Wir sind der HSV! Wir sind unabsteigbar! Niemals 2. Liga! Dieser kurzen wie präzisen Antwort folgte ein weiteres, längeres Gespräch über den HSV im Gesamten. Dem Dino der Bundesliga.

Hier das Gedächtnisprotokoll dazu; denn wie es nach dem Aufwachen nach Träumen so ist. Man weiß nur noch den groben Rahmen der Geschichte, an die Details kann man sich nicht mehr in Gänze erinnern. Aber sei’s drum. Es ist der Traum von einer Huldigung an den unabsteigbaren Hamburger SV.

Nach dem VfL-Spiel kamen wir zur Saison und schauten zurück. Ich sagte zu Sören: Der HSV hat mit einem Torverhältnis von minus 28 Toren das zweitschlechteste und mit 33 Toren die zweitwenigsten Tore geschossen. Da hat der BVB’ler Aubameyang mit 31 Toren nur zwei weniger geschossen. Sören antwortete drauf: „Junge, das sind doch nur nette Statistiken. Oberste Priorität ist, dass wir effizient spielen. Mit dem geringstmöglichen Aufwand das Maximale herausholen. Am Ende zählen die Punkte. Nicht in Flensburg, sondern auf dem Tabellen-Konto. Und dabei haben wir mehr als vier andere Mannschaften gesammelt.“

Ok, Sören, teilweise hast du ja Recht, erwiderte ich. Statistiken sind im Enddefekt nur Zahlen und im Ergebnis ist es wichtig, dass man in einer besser ist als der Gegner. Nämlich bei den Toren. Das mein Versuch mit Expertenwissen zu glänzen.

Nun versuchte ich es mit einer provokanten Frage: Solche Niederlagen, wie das 8:0 gegen den FC Bayern München, sind die nicht ernsthaft zweitligareif? „Haaa“, rief Sören. „Die Spiele gegen den FC Bayern versuchen wir immer als Highlight-Spiele einzuplanen. Die Jungs von der PR-Agentur Jung von Matt haben gesagt: Da muss was besonders passieren, das gibt‘s die meiste Promotion, Clicks, Videos, Memes, alles was das Werber-Herz begehrt! Die Legende vom Nord-Süd-Schlager. So wie früher. Und dann das: Ein 8:0! Besser ging es fast gar nicht. Das ist doch was Besonders. Und du siehst, das können wir uns auch noch leisten. Torverhältnis hin oder her. Denn: Wir sind der HSV! Wir sind unabsteigbar! Niemals 2.Liga!

Ich merkte so langsam, der Sören, der ist wirklich ein Fan. Im wahrsten Sinne dieses Wortes: Fanatisch. Er weiß wie man die richtigen Worte findet. Mein Einwurf, dass der HSV seit Jahren am Geldtropf von Milliardär Klaus-Michael Kühne hängt, konterte er gelassen mit: „Ach komm schon, was weißt du denn schon. Der Klaus-Michael, das ist und bleibt unser größter Fan. Er wird uns immer das nötige Kleingeld zukommen lassen. Sein, ähm der HSV ist seine Herzensangelegenheit. Wenn die Schreiberlinge schreiben, dass das Geld nicht überwiesen werden sollte, dann wissen wir längst, dass das nur ein Ablenkungsmanöver ist. Es reicht schon, wenn eine Zeitung über dieses Gerücht berichtet. Die anderen springen auf den HSV-Zug auf und schon haben wir wieder Medienpräsenz. Dieser Automatismus, davon haben uns die Jungs von Matt abends an der Theke bei einem Astra erzählt, klappt immer. Immer. Und wie du sicherlich schon gelesen hast, hat der Klaus-Michael kurz vor der Abgabe der Lizenzierungsunterlagen noch ein paar mehr Anteile am HSV gekauft. Er hat es also wieder gemacht. Und ich versichere dir: es wird es wieder tun. Diese Geldquelle wird niemals versiegen. Nie! Denn du weißt und da wiederhole ich mich gerne: Wir sind der HSV! Wir sind unabsteigbar! Niemals 2. Liga!“

Langsam wurde ich stutzig. Ist der HSV vielleicht wirklich der Verein, an den man sein Herz verlieren sollte?

Ich versuchte es mit dem Blick in die Vergangenheit. Ein Blick auf die schiefgelaufenen Tatsachen: Ich zählte die Liste mit Sportdirektoren und Trainern auf, die allein in den letzten Jahren bereits beim HSV gearbeitet haben (16 in den letzten 10 Jahren). Das in der sportlichen Führung keine Kontinuität herrscht. Selbst darauf hatte Sören die passende Antwort: „Wer uns vorwirft, wir würden viele Trainer einstellen und nach kurzer Zeit wieder rausschmeißende, sagen wir: Wir sind eine Jobmaschine. Wir zahlen die besten Abfindungen. Viele Trainer können hier Erfahrungen sammeln. Wie man in einer Medienstadt wie der schönsten Stadt der Welt zurechtkommt. Wie man mit hohen Erwartungen umgeht. Für all das steht doch der HSV! Wenn dem nicht so wäre, warum will dann immer wieder einer HSV-Trainer werden. Frag mal bei Felix Magath nach. Abgesehen davon, ist der HSV für jeden Trainer eine lehrreiche Erfahrung. Und nenne mir bitte einen Verein, der das auch so in einer grundanständigen Bescheidenheit wie Beständigkeit hinbekommt?“

Ich überlegte lange und verwarf den Gedanken an eine Antwort. Dann eben das Argument mit den Spielern! Ich sagte zu Sören: Schau doch mal, wie viele Weltklasse Spieler ihr beim HSV schon hattet: Boateng, van Buyten, de Jong, Westermann, van der Vaart, Beiersdorfer und so weiter und so fort. Sörens prompte Antwort: „Ja, das stimmt ja auch alles und ist in seiner Richtigkeit nicht zu überbieten. Aber was zählt ist doch, dass sie mal Teil der HSV-Familie waren. Wir schauen gern zurück und erinnern uns. Das ist doch eine tolle Mannschaft. Ok, die spielen zwar jetzt nicht zusammen, aber allein die Vorstellung, da kriege ich schon ein feuchtes Höschen.“

Oki doki, dachte ich mir. Bevor das noch weiter feucht wird, lieber den Schwenk auf ein anderes, jedoch ähnliches Thema schaffen. Ich verwies auf die alljährlichen Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Nach dem Motto: Mit mehr Geld und weniger Verstand. Die gekauften oder geliehenen Spieler passten immer in das gleiche Schema: Bei ihren Vorgänger-Clubs waren sie die Eckpfeiler des Erfolgs. Jetzt, nach ein paar Spielen mit der Raute in der Brust, da spielen sie meist nur wie der Schatten ihrer Selbst.

Auch diesmal schaute mich Sören verwundert an und fragte: „Hast du mir gerade nicht zugehört? Es geht doch darum, wer alles bei uns schon mal gespielt hat. Außerdem verdienen die Spieler hier richtig viel Geld. Damit können mehrere Familien ernährt werden. Jahrelang. Frag mal bei den Lasogga’s nach! Außerdem und wie schon erwähnt: Wir schwelgen gern in Erinnerungen! Und wenn die Spieler ein Formtief haben, dann kaufen wir eben in der Winterpause noch mehr Spieler ein. Oder wechseln den Trainer. Oder den Sportdirektor. Oder den Vorstandsvorsitzenden. Und warum das alles, wirst du dich sicherlich fragen? Weil wir es können! Zugegeben, manchmal ist das vielleicht anstrengend. Aber der Klaus-Michael, der hat uns nie im Stich gelassen. Und wenn du mich schon so provokant fragst, dann frage ich mal zurück: Warum haben die anderen Vereine keinen so großen Fan wie den Klaus-Michael? Jeder Verein sollte einen Klaus-Michael haben!“

Ich zog meine Augenbraue hoch und stellte fest: Eine wirklich provokante Frage. Ich fühlte mich herausgefordert und wollte weiter den argumentativen Zweikampf suchen. Ich raufte mich zusammen und erzählte Sören davon, dass für mich der Fußball-Gott gestorben ist, als der HSV gegen den Karlsruher SC in der Relegation gewonnen hat. Ich fand das alles schrecklich unfair. Sören schaute mich gutgläubig an und sagte: „Ach weißt du: Glaub nicht an den Fußball-Gott. Glaube zuerst an dich! Dann an deine Mitmenschen. Dann ist an alle gedacht.“

Ich verzog schon wieder meine Augenbraue und vermutete mich in einem Esoterik-Seminar für FDP-Politiker. Nun gut, dann eine weitere Provokation meinerseits. Ich erzählte ihm, dass schon Nachrufe über den HSV geschrieben wurden. Sören, die scheinbare Lässigkeit in Person zog an seiner Rothose und konterte: „Ohha, ein Nachruf. Totgesagte leben länger. Hat auch schon die Stern-Stimme Köster geschrieben. Da stehen wir drüber. Wir sind der HSV! Wir sind unabsteigbar! Niemals 2. Liga!“

Er war einfach nicht davon abzukriegen, positive Energie zu verschenken. Der Sören war ein Fan, so wie er wohl im Lehrbuch steht. Bedingungslose Liebe und Hingabe. In guten wie in schlechten Zeiten.

Schlechte Zeiten. Die letzte Vorlage für letzte Fragen: Was ist, wenn der HSV wirklich mal aus der 1. Liga absteigt? Wenn die Relegationsspiele nicht über die Auswärtstor-Regel oder diskussionswürde Schiedsrichterentscheidungen in der Nachspielzeit geholfen haben? Wenn der HSV nicht mal mehr das Glück auf seiner Seite hat?

Sören holte tief Luft. Wirklich ganz tief Luft. Ich hatte dabei das Gefühl, dass er diesen Gedanken ein wenig kreisen lassen wollte. Aber nichts dergleichen. Nur Sekunden später sprudelte es aus ihm heraus. Jeder Satz so geschmeidig wie ein junger Leopard:

„Hamburg ist die schönste Stadt der Welt! Der HSV hat die besten Fans der Welt! Stadion? Jedes Mal ausverkauft! Ausverkauft! Absteigen? Wir schaffen das nicht! Euer Hass ist unser Stolz! Wir brauchen die 1. Liga nicht! Die erste Liga braucht den HSV!“

Ich versuchte Sören zu beruhigen, aber er ließ nicht locker. „Wir sind der HSV! Wir sind unabsteigbar! Niemals 2. Liga! Ende! Aus! Kapier es endlich!“

Ich sagte: Sag niemals nie! Und wachte auf.

By Nino