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Gänse-Pelle. Der CFC zu Gast beim VfB Auerbach.

Bunt

Der Anlauf Nummero 3 führte nun doch dazu, dass der Chemnitzer FC und der VfB Auerbach das Duell vom 22. Spieltag der Regionalliga-Nordost-Saison 2018/2019 bestreiten konnten. Die Verschiebung war für den CFC nicht so das Problem, schließlich kennt man sich damit mittlerweile bestens aus.

Die Himmelblauen gaben, nach drei Auswärtsniederlagen in Folge, die Losung aus, dass „Mit Plan und alter Stärke“ der Gegner bezwungen werden sollte. So als wenn der CFC seit Anfang März 2019 planlos und ohne Stärke gewesen wäre!? Da muss sicherlich ein rechts großer Irrtum vorgelegen haben.

Die Auerbacher teilten im Vorfeld mit, dass man „seine Chance wahren“ will. Wie sie das gestalten wollten, konnte jeder Fußball-Liebhaber und all jene Nicht-Allesfahrer per Internet-Livestream beim geliebten Heimatsender MDR verfolgen.

Die Gestaltung der taktischen Grundordnung von Trainer D. Bergner war auch von hohem Interesse, schließlich mussten die Ausfälle von T. Müller und M. Blume kompensiert werden. Sollte es daher eher ein Spiel über Rechtsaußen werden? Oder doch lieber über Linksaußen? Oder die goldene Mitte, die ist schließlich auch noch da.

Die Auerbacher traten in gelb-schwarzen Trikots an, die Himmelblauen traditionell in himmelblau-weiß, das Schiri-Dreigespann trug ein geschmeidiges Schwarz. Also alles so schön bunt im VfB-Stadion, in dem pünktlich zu diesem Derby die Gegengerade eingeweiht wurde.

Angepfiffen wurde pünktlich eine Minute nach 19 Uhr. Oder war der Livestream nur zeitversetzt? Egal, Hauptsache der Ball rollt, denn Fußball, der macht das Leben doch so lebenswert. Mit der Phrasendrescherei war’s dann auch schnell vorbei, denn die erste Chance verbuchten die Vogtländer. Nachdem K. Velkow der Ball auf dem Auerbacher Ackerplatz versprang, letztlich aber von M-P. Zimmermann nicht zählbar verwertet werden konnte. Im Anschluss aber übernahmen die Chemnitzer Spieler das Zepter und bauten durchgehend spielerischen Druck auf. Die Auerbacher widerstanden jedoch diesem und bauten fast schon ein kleines Bollwerk vor dem eigenen Tor auf. Dieses hielt aber nicht bis zur Halbzeitpause. In der 40. Minute flankte P. Milde mustergültig auf D. Bociz, der lehrbuchmäßig wie völlig freistehend zum 1:0 einköpfte. Die mitgereisten CFC-Fans jubelten lautstark, die Stimmung bei den Auerbachern war hingegen schlagartig wie auf einer Trauerfeier.

Mit dieser 1:0 Führung ging es in die Halbzeitpause. Unverändert der CFC, der VfB mit einem Wechsel in der Aufstellung für die zweiten 45 Minuten. Ob dieser oder die nun prächtig zur Geltung kommenden Flutlichtmasten Einfluss auf das Auerbacher Spiel hatten, kann nicht wirklich geklärt werden, denn die Spieler zündeten ein kleines, aber feines Feuerwerk ab. Chance um Chance wurde herausgespielt. Die CFC-Abwehr eierte da einigermaßen fahrlässig herum. Gut, dass in dieser Phase nicht der Ausgleich erzielt werden konnte.

Das Spiel wurde nach dieser Phase etwas ruppiger. Weniger Fairness, mehr Rücksichtslosigkeit. Teilweise ging es eher radikal zu, aber nicht extrem radikal. Insgesamt gesehen aber immer noch alles im (ver-)tretbaren Rahmen. Das Fairplay konnte noch großgeschrieben werden. Den modetechnischen Höhepunkt lieferte ab der 59. Minute das Geburtstagskind P. Itter, der fortan mit einem Turban aus Mull aufspielte. Ursprung dessen war ein Zusammenprall mit dem Ergebnis einer bloody Platzwunde.

Das letzte Drittel des Spiels gestaltete sich als Ritt auf der nervlichen Rasierklinge. Das beruhigende zweite Tor wollte trotz aller himmelblauen Bemühungen nicht fallen. Und wie es manchmal so ist: Machst du die Dinger nicht vorne, kriegste hinten einen rein. Diese Phrase blieb aber ein Ferkel, denn N. Hoheneder verhinderte grätschenderweise auf der Linie den 1:1 Ausgleich. Das ließ den Puls wieder rasanter werden. Ein wenig später wurde dann der 1. Wechsel auf CFC-Seite vollzogen. Winterneuzugang J.-P. Hoppe kam für D. Frahn, der den 19jährigen dann von der Bank aus supportete. Dieser Support fruchtete gleich erfolgreich, denn der Jungspund setzte sich an der Auerbach’schen Grundlinie durch und vollendete seine Einzelaktion mit einem herrlichen Heber zum 2:0 Endstand. Was für ein geiles Tor in der 96. Minute. Respekt auch für den verletzungsfreien Knie-Diver in Richtung der Gästetribüne.

Mit dem 0:2 Auswärtssieg hat der CFC seine Spitzenreiter-Position mit nun 7 Punkten Vorsprung ausgebaut. Die Taktiknerds dürften enttäuscht sein, eine klare Linie war auf dem Platz nicht wirklich zu sehen. Vielleicht gibt es diese bald im Doppelpack auf und neben dem Platz. Als Spitzenreiter könnte man sich durchaus wieder souveräner präsentieren. Die nächste Gelegenheit folgt schon am 28. Spieltag. Da steht das Duell vs. den Tabellenletzten FSV Optik Rathenow an.

By Nino

 

Heiße Herzen und kühle Köpfe. Der CFC in Babelsberg

EingangStadion

Englische Woche beim Chemnitzer FC! Mit dem 3:2 Auftaktsieg vs. FSV Union Fürstenwalde und dem 2:0 Sieg gegen BFC Dynamo grüßten die Himmelblauen von der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“ stimmte man trotz aller Hinweise auf „Momentaufnahme“ und „ist doch erst am Anfang der Saison“ leise an. Vielleicht liegt es an der Unvernunft, vielleicht auch an den heißen Tagen, so genau weiß ich es nicht. Mit dieser Gefühlsmischung ging es jedenfalls hocherfreut nach Babelsberg, ins Karl-Liebknecht-Stadion, auch Karli genannt.

Dritter Sieg im dritten Spiel? Das wäre schon mal ne Duftmarke, die die Himmelblauen setzen würden. Ein gutes Motto für dieses Spiel: „Mit breiter Brust und kühlem Kopf.“ Für Daniel Frahn war es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, für ihn nach eigener Aussage „das wohl emotionalste Spiel seiner Karriere“. Wie emotional es zugehen würde, darauf war ich gespannt. Die Hitze und die Zusammenkunft der Fan-Freundschaft zwischen dem CFC und einzelnen Cottbus-Fans lieferte vor Beginn des Spiels die ersten Spannungspunkte. Diese führten dann auch leider gleich zu einem Negativhöhepunkt. Beim Abspielen der CFC-Hymne (!) schaffte es ein einzelner Cottbus-Fahnenträger die Babelsberger-Ultras verständlicherweise aus der Fassung zu bringen. Was der Einzelne gezeigt hat, hierzu wird auf diesem Blog kein Platz eingeräumt. Und es wirft auch die Frage auf, wieweit Fan-Freundschaft gehen kann und soll. Geschichtsvergessenheit und/oder Relativierung, das sollte und darf keinen Platz in der CFC-Fangemeinschaft haben. Soviel zu dieser nicht politischen, nämlich zutiefst grundgesetzlichen Debatte.

CFC-Fans

Die Babelsberger starteten mit einem 2:1 Auswärtssieg gegen Germania Halberstadt in die Regionalliga Saison. Ein weiterer Sieg wäre den NullDreiern daher gerne ganz recht gewesen. Das Spiel wurde aufgrund der TV-Übertragung kurz nach 14 Uhr angepfiffen und erlebte seine ersten Höhepunkte rund um die 11. Minute. Erst brachte ein Babelsberger eine eigentümliche 11-er-würdige Hand-Drehaktion zustande, die wiederum in einer Ringer-Aktion am Mittelkreis endete. Die Himmelblauen ließen sich davon aber nicht irritieren und versuchten den Weg ins Tor mit legalen Mitteln zu erreichen. Die Babelsberger hatten da nicht viel entgegenzusetzen, so dass es in der 14. Minute zu einer 11-er-reifen Situation kam, die wiederum auch der Schiedsrichter so beurteilte. So kam es, dass Daniel Frahn sich den Ball schnappte und diesen mit einem strammen Sonntagsschuss an einem samstäglichen Nachmittag ins obere rechte Eck zimmerte. Nu hatte er sein Tor und alle mitgereisten Fans fanden einen weiteren Grund ihr Bier in die Höhe zu werfen.

Frahn11er

Weitere Höhepunkte waren so denn die hitzebedingte Trinkpause in der 24. Minute und der Ausgleich in der 35. Minute, durch Nattermann. Zugegeben auch formvollendet reingedroschen. Mit dem 1:1 Ausgleich ging es dann auch die wohlverdiente Pause.

Nach dieser kam es zu einem kleinen, aber feinen Höhepunkt. Der Autor dieser Zeilen konnte den abprallenden Ball erstaunlicherweise sicher fangen und zu einem Spieler des CFC werfen. Beim nächsten Mal weiß ich dann auch, wer derjenige war (Asche auf mein Haupt 🙂 ).

Im weiteren Verlauf des Spiels kam es zu Chancen auf beiden Seiten, zumal die Babelsberger am starken Jakubov und Garcia scheiterten. Die himmelblauen Angriffsbemühungen wurden in der 84. Minute belohnt. Aus einem unklaren Gewusel heraus, schaffte es Bozic das runde Leder im Babelsberger Tor unterzubringen. Grenzenloser Jubel bei den mitgereisten Himmelblauen-Fans, blankes Entsetzen bei den Fans auf Babelsberger Seite. Im weiteren Verlauf kam es lediglich noch zu einer gelben Karte, der fünften insgesamt in diesem Spiel, welches trotz der Hitze mit kühlem Kopf aller Beteiligten durchgezogen wurde.Panorama

So steht der dritte Sieg im dritten Spiel zu Buche. Wer hätte das am Anfang dieser englischen Woche gedacht. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“, das kann jetzt schon ein bisschen lauter gesungen werden. Selbstverständlich in dem Wissen, dass es noch eine lange Saison ist. Die mitgereisten Himmelblauen-Fans überzeugten mit 90-minütiger Unterstützung, die dem ein oder anderen Babelsberger ein respektvolles „Stimmung machen könn’se ooch“ abgerungen hatte.

Mehr Zustimmung ist von Verlieren nicht zu erwarten. In diesem Sinne: „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey..“

By Nino

CFC-Fans2

Ein Bericht vom Spiel Houston Dynamo vs. FC Dallas

Nebeltopf

It’s Derbytime in Texas

Nun war es wieder soweit und mein Arbeitgeber schickte mich auf die jährliche Konferenz, diesmal in Houston. Als soccer aficionado fand ich schnell heraus, dass das große Texasderby anstand. Tickets waren schnell gebucht und auf einmal war Freitagabend, nachdem ich die NASA Mission Control Zentrale, eine Saturn V Rakete und ein Space Shuttle mir am Nachmittag zu Gemüte geführt hatte.

Bei 35Grad im Schatten war ich froh keinen Sport treiben zu müssen, außer natürlich den Hantelsport, denn ohne ausreichend Hopfenkaltschale wäre das Vergnügen bald vorüber gewesen…

Stadion

Spielfeld

Zum Spiel gibt’s nur zu sagen, dass die Akteure eine technisch und taktisch gute Vorstellung boten. Mein Fokus aber war auf den Fans, die ihr Team ekstatisch und bedingungslos lautstark unterstützten: Trommler, Nebeltöpfe, Feuerwerk, Papierschnipsel, Kassenrollen etc. Inklusive. In einem Mix aus europäischem und südamerikanischem Support stach die Friedlichkeit und 100% positive Unterstützung heraus. Auch einen Tag später bin ich immer noch beseelt von der tollen Unterstützung durch die Fans, welche sich durch Menschen verschiedenster Herkunft zusammensetzte! Das neue und so verschiedene Amerika zeigt sich hier und sehr positive Integration!!!

Trommel

Schnipsel2

Ein Abend zum Genießen. Das Spiel endete 1-1, auch wenn das keine große Rolle spielte, es auch der Leistung auf dem Platz entsprach!

Auch wenn die MLS leistungsmäßig zwischen Bundesliga und zweiter Liga zu sehen ist, könnten wir Fans in Deutschland wahrscheinlich noch von dem positiven Fan-Support lernen.

Euer Baba

Fans1