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Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Zum Vergessen. Der CFC beim Berliner AK.

BAK Panorama

25. Spieltag in der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Der Berliner AK vs. Chemnitzer FC. Wieder das Topspiel des Tages. Wieder ein Spiel in turbulenten Zeiten. Das Hinspiel, dass zu einem Tanz der Emotionen wurde gewann der CFC überragend mit 3:1. Die Stadt Chemnitz stand wegen der rechtsextremistischen Vorkommnisse in Folge des Todes von Daniel H. im Mittelpunkt. Nun steht der CFC wegen der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. erneut in der Kritik. Das Abhalten dieser und der anschließende Umgang damit, führten zu Suspendierungen, Rücktrittserklärungen, Amtsniederlegungen und zur Sperre von Daniel Frahn. Summa summarum befindet sich der CFC seit sieben Tagen im Ausnahmezustand. Das Nachholspiel vs. BFC Dynamo unter der Woche verloren die Himmelblauen noch dazu mit 1:2. Da der Berliner AK auch nicht gewinnen konnte, konnte diese Niederlage ohne größere Schmerzen verarbeitet werden.

Schmerzen hingegen bereitete mir eher die öffentliche Darstellung des CFC durch seine Vertreter und derjenigen, die zu der ganzen Misere eher schweigen, anstatt zur Aufklärung beizutragen. Wo sind denn z.B. die sonst so lautstarken Ultras Chemnitz 99? Sie standen ja bei der Trauerzeremonie in der ersten Reihe. Den ganzen Aufruhr können sie sich allerdings gar nicht erklären. In Teilen ist das sogar verständlich, hatten doch viele in der Stadt wie z.B. die Freie Presse, die Sparkasse Chemnitz, die Stadt Chemnitz die Dienste von Haller Security bzw. über Subunternehmen in Anspruch genommen. Doppelmoral lässt grüßen. Unverständlich bleibt aber immer noch, warum ausgerechnet im Stadion An der Gellertstraße einem Rechtsextremisten gedacht werden musste! Das konnte und kann man nicht von der Person Thomas H. trennen. Gerade auch nicht Politik und Fußball, die in Chemnitz ja schon immer mit im Stadion zusammensaßen. Aber diesem Thema widme ich mich mal später.

Nun erstmal wieder Fußball, denn an sich hatte ich mich auf dieses Spiel schon länger gefreut. Nur wurde diese Freude durch die bittere Woche erheblich eingetrübt. So passte es dann auch, dass der Wettergott es auch nicht gut meinte. Der Sonntag startete mit Sonnenschein, jedoch kamen 20 Minuten nach Spielbeginn Wolken und obendrein noch Regen mit kräftigem Wind hinzu. Vor dem Anpfiff setzte der Berliner AK noch ein Zeichen und hielt eine Trauerminute für die Opfer des Anschlags in Christchurch in Neuseeland ab. Das war angemessen und würdig.

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Angepfiffen wurde pünktlich und das Spitzenspiel hatte schnell seinen ersten Höhepunkt. In der 9. Minute traf die Nr. 11 A. Kargbo mit einem sehenswerten Fallrückzieher zur 1:0 BAK-Führung. Das im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht noch weitere BAK-Tore fielen, lag einzig an deren Unvermögen, das runde Leder im Chemnitzer Kasten unterzubringen. Die Himmelblauen blieben derweil blass, die Angriffsbemühungen verliefen erfolglos. So ging es mit dem 0:1 Rückstand in die Pause. In dieser wurden die 1.127 Zuschauer u.a. mit „Hurra“ von den Ärzten und „Und wir leben“ von den Toten Hosen musikalisch unterhalten. In Anbetracht der derzeitigen Situation beim CFC vielleicht ein kleiner Seitenhieb des BAK-Präsidenten Han, der diesmal bei keiner privaten Hochzeitsfeier zugegen war, sondern kurz vor dem Spiel noch mit Auto erschien.

Unterhaltsam ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter, denn schon sieben Minuten nach Wieder-Anpfiff gab es den nächsten Aufreger. Zunächst jedoch im positiven Sinne, denn der Jakubow-Ersatz J. Mroß rettete mit einer klasse Parade. Diese hatten wohl alle Zuschauer gesehen, jedoch nicht die Grote’sche Hand bei einer Abwehrreaktion. In Folge dessen gab es Diskussionen, die nicht das Ergebnis hatten, dass es keinen Elfmeter gab. T. Deniz traf mit einem flachen Schuss zum 2:0 für den BAK.

Danach war es für den CFC ein Spiel zum Vergessen. Keine wirklichen Angriffsbemühungen und weiterhin Glück aufgrund des sich fortsetzenden Unvermögens der Berliner weitere Tore zu schießen. Die mitgereisten CFC-Fans harrten im Regen aus und sorgten auch für unüberhörbare Grüße an den Insolvenzverwalter K. Siemon. Diese hier wiederzugeben entspricht nicht meiner Kinderstube. Ganz abgesehen davon, dass damit weiterhin die Zeichen auf Konfrontation stehen und beiden Seiten auf ihrer Sicht der Dinge behaaren.

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Mit der 0:2 Niederlage setzt der CFC seine sportliche Mini-Krise mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge fort. Der Abstand zum Berliner AK beträgt nun sieben Punkte, kann jedoch mit dem Nachholspiel gegen den VfB Auerbach wieder auf 10 Punkte ausgebaut werden. Ausbaufähig ist hingegen auch die Musik-Auswahl bei den Berlinern. Nach dem Abpfiff ertönte noch D. Hasselhoff mit „Looking for Freedom“. Mehr gibt es dazu und zu diesem Spiel nicht zu sagen.

By Nino

 

Insolvenzico! Die CFC Fußball GmbH vs. RWE

Ultras Beginn Spiel

Montagsspiel. Traditionsderby. Ost-Kracher. Flutlicht-Duell.  Duell der 3. Liga-Absteiger. Das Spiel zwischen der Chemnitzer Fußball GmbH und Rot-Weiß Erfurt hat viele Namen. Aber wie wäre es denn mit Insolvenzico? Schließlich treffen auch zwei Teams aufeinander, die auf unterschiedlichen Wegen versuchen, ihre Insolvenzverfahren erfolgreich zu bestreiten. Dieses Thema soll aber heute mal keine Rolle spielen. Das schöne Spiel steht im Mittelpunkt und die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das dieses Spiel auch noch alle außerhalb des Stadions an der Gellertstraße verfolgen konnten, dafür sorgte der MDR mit einem Livestream. Auch dieser spielte das Spiel „Finde-einen-passenden-Namen-für-das-Spiel“ und gewonnen hat: „Duell der Zuschauermagnete“.

Abgesehen von dieser rein unsportlichen Sichtweise handelte es sich um das Topspiel des 21. Spieltags in der 2018/2019er Regionalliga-Nordost Saison. Der souveräne Spitzenreiter CFC vs. den 4. Platzierten Rot-Weiß Erfurt. Im Hinspiel gab es eine 0:3 Heimklatsche für die Erfurter. Umso motivierter durften jene also sein, um diese Schmach wieder wett machen zu wollen. Oder eben auch verunsicherter, denn am 20. Spieltag setzte es eine überraschende 0:2 Heimniederlage vs. Germania Halberstadt. Die CFC Fußball GmbH musste dagegen am 20. Spieltag pausieren. In Berlin waren sie ganz exklusiv der Meinung, dass der Rasen unbespielbar war. Bespielbar hingegen war der Rasen im Stadion an der Gellertstraße allemal. Die letzten Reste Schnee wurden von Fans und Verantwortlichen per Schippe entfernt. Wieder eine tolle himmelblaue Aktion.

Angepfiffen wurde pünktlich 19:02 Uhr bei frischen 5 Grad. Die Anfangsviertelstunde begann mit flottem Abtasten bei Chancen-Mehrheit für den CFC. Richtig direkt wurde es dann zwei Minuten später. R. Garcia mit einem hohen wie langen Pass auf D. Frahn, der angerauscht die Kugel zur 1:0 Führung im Tor unterbrachte. Weil das so schön klappte, wurde dieses Zusammenspiel sechs Minuten später nochmal aufgeführt. Diesmal mit einem flachen Pass von R. Garcia, den D. Frahn locker flockig zu seinem 17. Treffer verwerten konnte.

TorFrahn

Auffällig dabei, dass die Erfurter jeweils im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer markieren wollten. Dies kann man wohlgesonnen in der Kategorie „noch-im-leichten-Winterschlaf“ unterbringen. Einige Fußball-Fachbegriffe wollte wohl auch der Kommentator unterbringen. Nicht nur einmal sprach er von „hinter die Ketten“ oder „in die Box kommen“. Nuja, Fußball-Fachsimpelei hin oder her, so richtig passend war das nur bei R. Garcia, den er „Unterschiedsspieler“ nannte. Mit dessen letzter Aktion, einem satten Fernschuss, ging es dann in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Mannschaften unverändert. Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann von beiden Seiten ruppiger gestaltet. Innerhalb von 5 Minuten wurden 5 gelbe Karten verteilt. So gesehen waren das auch die wirklichen „Highlights“, denn einerseits verhinderte die kompakte Defensivleistung der Himmelblauen echte Erfurter Torchancen und andererseits verpassten D. Frahn, T. Maurer und der beste Mann des Spiels, R. Garcia das dritte Tor zu markieren. Das wäre jedoch das Haar in der Siegessuppe, welches die Mehrheit der 6.635 Zuschauern wohl nicht suchen wollen würde.

Somit steht die CFC Fußball GmbH mit diesem 2:0 Sieg mit 54 Punkten weiter unangefochten auf dem 1. Platz. Die Erfurter verpassten hingegen den Sprung auf Platz 3. Dieser könnte aber mit dem nächsten Spiel erneut in Angriff genommen werden, denn da steht für die Erfurter das nächste Top-Duell an. Der Berliner AK, als Tabellenzweiter wird im heimischen Steigerwaldstadion erwartet. Die 0:1 Hinrunden-Auswärtspleite gilt es auszumerzen. Mit Blick auf die Tabelle auch für die Chemnitzer kein uninteressantes Spiel, die sich in nur vier Tagen auswärts mit dem VfB Auerbach duellieren werden. Die Daumen für einen mutigen Auftritt werden jeweils fleißig gedrückt sein.

Feierende Mannschaft

Etwas mehr Mut wünsche ich mir in Zukunft auch beim MDR. Klar, der Livestream ist eine gute Sache, aber warum nicht gleich eine TV-Übertragung des selbst erkorenen „Duells der Zuschauermagnete“!? Beste Unterhaltung, zumindest für die Chemnitzer, hat doch dieses Spiel geliefert. Was hätten denn die Ü-60jährigen verpasst? „MDR-Sachsenspiegel“, „MDR aktuell“, „Mach dich ran“. Und zu guter Letzt einen Polizeiruf 110 mit dem schönen Titel „Henkersmahlzeit“ aus dem Jahr (!) 2002 (!). Diesen hätte man auch eine Halbzeit später zeigen können. In diesem Sinne: Eine gute himmelblaue Nacht!

By Nino

 

Die Bubis der Alten Dame. Der CFC vs. Hertha BSC II

Abschluss Fans

13.ter Sieg? Erstes Unentschieden? Oder sogar erste Niederlage? Ausrutscher oder Ausbau der Rekordserie? Immer wieder diese Fragen rund um den fabelhaften Start des Chemnitzer FC e.V. in die Regionalliga Nordost Saison 2018/2019.

Neben dem grünen Platze stellen sich auch gerade eine Menge anderer Fragen. Wer ist z.B. der ominöse Investor mit dem die Gründung der Chemnitz Fußball GmbH durchgeführt wurde? Ich tippe mal auf die KPM Bau GmbH. Wie soll die Etatlücke von 493.000 Euro geschlossen werden? Ist das vielleicht nur eine eingeplante Finte des Insolvenzverwalters, die alles zukünftige Handeln als alternativlos erscheinen lässt? Die Antworten wird’s erstmal nicht geben, daher lieber Fußball, der ist zum Glück meistens auch keine so komplexe Sache wie ein Insolvenzverfahren. Der Ball muss ins Tor, um zu gewinnen, einmal mehr als es der Gegner schafft.

So stand zur willkommenen Ablenkung, nach dem mühevollen 3:1 Pokalsieg gegen die Kickers Markkleeberg, wieder der Alltag der Regionalliga an. Und in diesem gastierten die, auch in Zukunft weiterhin so heißenden, „Himmelblauen“ am 13. Spieltag bei der Nachwuchsmannschaft U23 von Hertha BSC. Der zweiten Mannschaft, den Bubis der Alten Dame. Abseits solcher Beschreibungen standen sich der tabellarisch betrachtet der aktuell Tabellendritte mit der zweitbesten Offensive gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter mit der besten Offensive gegenüber. Die zweitbeste Heim- gegen die auswärtsstärkste Mannschaft. So oder so ein Spitzenspiel. Viele Tore könnten also bejubelt werden.

Der Wettergott Petrus zeigte sich allerdings nicht von seiner besten Seite: 12 Grad bei bedecktem Himmel. Die 516 mitgereisten CFC-Fans hielten sich auch bedeckt. Stimmungsboykott war die Ansage.

Stadion Wetter

Das Spiel begann zunächst mit dem üblichen Spitzenspiel-Abtasten, bloß keine Fehler machen. Etwas offensiver waren zunächst die Herthaner, die mit ersten Torschüssen unseren Torhüter J. Jakubow prüften. Den ersten Aufreger für die Chemnitzer gab es in der 22.ten Minute. Nach Foul an D. Frahn war ein sächsisches „meine Fresse“ im ganzen Stadion zu hören. Alle Achtung dafür 😉 Der zweiter Aufreger folgte prompt. Hertha Bubi F. Egerer holte sich nach einem Foul als letzter Mann an D. Bozic den roten Karton ab. Dieser diente gewissermaßen als Initialzündung. Allerdings nicht für ein anschauliches Spiel, sondern für die weitere Verteilung von Karten. Es folgten innerhalb von vier Minuten drei Gelbe Karten, mit dem Höhepunkt der roten Karte für K. Velkow in der 42. Minute. Somit ging es 10 gegen 10 weiter. Zwischenzeitlich hatte ich den Eindruck, dass einige Spieler nur ihr dünnes Nervenkostüm übergestreift hatten. Fußballerisch lief es für den CFC dann auch noch schlechter. Ein erst abgewehrter Freistoß konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, so dass R. Morack zur 1:0 Führung traf.

Mit diesem weiteren Stimmungssenker ging es in die Halbzeitpause, in der Zeit blieb sich alkoholfreies Bier zu kaufen. Im Ernst, liebe Herthaner. Nur alkfreie Plörre im gesamten Stadion? In Berlin? Bei einem Spiel in der Regionalliga? Das war mitnichten ein Risikospiel!

Unverändert ging es in die zweite Runde, in der die Himmelblauen von Beginn an zeigten, hier noch was holen zu wollen. Eine gelbe Karte wollte auch S. Kurt, das ehemalige Supertalent des deutschen Fußballs. Eine gelbe Karte für die Blockierung des Abstoßes. Jugendlicher Leichtsinn oder erfahrene Dummheit, ich weiß es nicht so genau. Mehr Cleverness und erfrahner machte es dann unsere Sturmspitze, in dem er den vorher von N. Hoheneder herausgeholten 11er sicher verwandelte.

Frahn 11er

Im Folgenden ließen sich die Chemnitzer nicht aus der Ruhe bringen, denn es folgten die 3G der Hertha Bubis: Geschiebe, Gefoule und Gemaule. Zweiteres hörte dann zum Glück auf, denn R. Garcia packte sich ein Herz, ließ am Mittelkreis zwei Bubis aussteigen und fand Kapitän D. Grote. Dieser traf aus 16 Metern unhaltbar für J. Klinsmann zum 2:1 Führungstreffer in der 71. Minute. 4 Minuten später schaffte es D. Bozic, nach toller Vorarbeit von D. Frahn, auf 3:1 zu erhöhen. Von diesen Schocks erholten sich die Bubis nicht mehr. Die Schlussminuten wurden von Cheftrainer D. Bergner genutzt, um die Torschützen R. Garcia und D. Bozic auszuwechseln. Das quittierten die still gebliebenen CFC-Fans, außer dem dreifachen Torjubel und „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufen, mit einem warmen Applaus. Publikumsliebling K. Hovi durfte ab der 89. Minute ran, konnte aber keine Akzente mehr setzen.

So blieb es beim 3:1 Auswärtssieg und dem unfassbar 13.ten Sieg in Folge. Große Freude brach dann nach Abpfiff aber nicht aus. Zumindest kam es noch zum Abklatschen der Fans mit den Spielern. Mehr Versöhnliches gab es dann aber nicht mehr. Vielleicht teilen sich Wacker Nordhausen und der Berliner AK noch die Punkte, das wäre das i-Tüpfelchen dieses Spieltags.

Endstand

Am 14. Spieltag kommt der FC Oberlausitz Neugersdorf zum Heimspiel ins Stadion Chemnitz. Ein neuer Name soll bis Ende des Jahres 2018 gefunden sein. Bis dahin wohl auch ein Investor bzw. dessen Name. Diskussionsstoff gibt es auch weiterhin in Hülle und Fülle bei den Himmelblauen.

By Nino

 

 

Wacker geschlagen! Kommentar zum Spiel CFC vs. Nordhausen

Frahn Jubel

Nach dem 0:4 Auswärtssieg am 29. Tag der Deutschen Einheit stand für den Chemnitzer FC wieder ein Heimspiel im Stadion an der Gellertstraße an. Mit dem Gegner, FSV Wacker Nordhausen, traf der CFC mit der stärksten Offensive auf die bisher beste Defensive nach dem 11. Spieltag der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Beide Teams bisher ungeschlagen, der CFC jedoch mit 11 Siegen in Folge. Nur die besten Zutaten für ein Topspiel. Der MDR entschied sich glücklicherweise für eine Live-Übertragung, so dass für alle Verhinderten wie mich das Spiel im TV verfolgt werden konnte. Wenn auch in der Konferenz-Schaltung mit dem Thüringen-Duell Rot-Weiß Erfurt vs. ZFC Meuselwitz.

Mit dem pünktlichen Anstoß der Gäste erspielten sich diese auch gleich die erste Chance. Die war allerdings nicht mehr in der Wiederholung zu sehen, da es direkt rüber nach Erfurt ging. Nunja, an sich ist Konferenz gucken schon ziemlich geil, irgendwo fällt immer ein Tor, Langeweile gibt es selten. Aber Erfurt vs. Meuselwitz? Bei aller Liebe zur Bratwurst, dieses Spiel interessierte mich herzlich wenig.

Nach 5 Minuten Höhepunktlosigkeit folgte die Rückkehr zur Fischerwiese. Der Kommentator sprach von hohem Pressing und allgemein großem Druck der Nordhausener. Frühes Anlaufen des Gegners, müde spielen, das hatten sich die Gäste wohl vorgenommen. Dazu fiel mir potz blitz ein, dass die Himmelblauen bisher jede englische Woche bestens weggesteckt haben. In Anbetracht dessen war das vorerst beruhigend. Weniger beruhigend, sondern die Gemüter erhitzend, war die Spielweise der Thüringer. Exemplarisch dafür stand das Foul der Marke „dumm“ an Kapitän D. Grote in der 12. Minute.

Nach 15 Minuten ging es wieder nach Erfurt. Dort tat sich immer noch herzlich wenig, so dass wieder kurzum nach Chemnitz geschaltet wurde. Dort wurde bereits die dritte gelbe Karte vergeben und ich fragte mich, wie das mit dem bisherigen Verlauf weitergehen sollte. Aufgrund des hohen Anfangstempos verflachte das Spiel etwas und die Himmelblauen versuchten es auch mal aus der 2. Reihe, wie D. Grote in der 32. Minute. Durch die Konferenz kam unser Kapitän auch immer wieder farbig ins Spiel. In der 40.ten Minute holte er sich in einer strittigen Szene die gelbe Karte ab. Mit dem pünktlichen 1. Halbzeit-Abpfiff ging es natürlich direkt ins Steigerwaldstadion, in dem auch weiterhin versucht wurde, das erste Tor dieser Sachsen-Thüringen-Konferenz zu schießen.

Mit dem 2. Halbzeit-Anpfiff ging es für beide Teams unverändert weiter. Unverändert in der Tor-Bilanz blieb es jedoch nicht lange, denn D. Frahn köpfte nach einem R. Garcia Freistoß in der 49. Minute zur 1:0 Führung ein. Ein ganz wichtiger Treffer, auch um zu zeigen wer hier Tabellenführer ist und wer es werden will. Das könnten, wenn sie wollten auch die Erfurter. Die schossen in der 51. Minute auch den 1:0 Führungstreffer und die Konferenz-Schalte konnte endlich mal wegen eines Tores umschalten. Und in Chemnitz, Erfurt und überall ist es doch so: Ein Tor tut dem Spiel gut.

Grote 11er

Die Nordhausener versuchten es jetzt etwas offensiver. In der 60.ten Minute scheiterte O. Genausch mit einem Lattenknaller. Im Gegenzug scheiterte R. Garcia mit einem Schuss, der zwar knapp, aber dennoch erfolglos blieb. Der Kommentator gab dann auch mit „der Physis“ das passende Stichwort. Jene würde entscheidend für den weiteren Spielverlauf sein. Und da war ich in Anbetracht der englischen Woche und der fitten Himmelblauen weiterhin guter Dinge. Die Nordhausener konnten sich hingegen leider nur noch mit rüdem Einsteigen behelfen und holten sich weiter gelbe Karten ab. Das zweite Tor kassierten sie dann durch D. Grote, der dieses nach einem Handspiel per 11Meter schoss. D. Frahn hatte diesen rausgeholt. Ausgerechnet Frahn, der auch heute wieder viel unterwegs war. Auf dem Spielfeld und in Gesprächen mit dem Schiedsrichter. Abgesehen davon bilden Grote&Frahn die Eckpfeiler der neuen Himmelblauen Mannschaft, die ja, das kann gerne nochmal erwähnt werden, vor der Saison nahezu komplett neu zusammengestellt wurde.

Mit einem „Tooooor in Erfurt“-Ruf ging es weiter. Dieser kurze Adrenalin-Stoß, zwischen Hoffen und Bangen, auf den Ausgleich oder das zweite Tor der Erfurter. Und siehe da, die Meuselwitzer Jubeltraube lässt nur einen Schluss zu. 1:1 Ausgleich in der 80. Minute. Im Hinblick auf die Tabelle kein schlechtes Ergebnis.

Auf der Fischerwiese kam es nicht mehr zum Ausgleich. Dafür zu einigen Rudelbildungen, denen unnötige Fouls auf beiden Seiten vorausgingen. Dieses ganze Gehabe und Gemache gehört wohl zu einem richtigen Spitzenspiel dazu. Die Fans stimmten hingegen „einer geht noch, einer geht noch rein“ an und feierten die Himmelblauen mit „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey“-Gesängen. Die ersteren Gesänge wurden wohl auch in Erfurt gehört, denn dorthin wurde wiederum mit einem „Tor-in-Erfurt“-Ruf um geschalten. Und siehe da, diesmal eine Erfurter-Jubelbratwurst, ähm Traube. 2:1 Siegtor in der 91. Minute.

Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel in Chemnitz schon abgepfiffen und der CFC feierte einen letztendlich verdienten 2:0 Heimsieg gegen Wacker Nordhausen. Nach diesem aufreibenden, intensiven Spiel bleibt ganz nüchtern festzuhalten: Der Chemnitzer FC e.V. gewinnt das 12. Spiel in Folge. 12 Siege, 36 Punkte. Der CFC ist das Maß aller Dinge.

Alle Chemnitz-Nordhausen-Duelle enden somit immer auch weiterhin im „Zu-Null-für- den-Sieger-Modus“. Den Wackerern aus Nordhausen empfehle ich zur Verdauung der Niederlage einen Korn, einen echten doppelten vielleicht.

Für den CFC geht es nun weiter am dritten Spieltag im Sachsenpokal gegen Kickers Markkleeberg. Danach führt der Weg wieder in die Hauptstadt Berlin. Zur zweiten Mannschaft von Hertha BSC. Die steht aktuell auf dem 3. Rang. Einen Tag später duellieren sich der Berliner AK (als 2.ter) vs. Wacker Nordhausen (als 4.ter). Interessante Wochen in der Spitzengruppe der Regionalliga Nordost, an deren Ende der Chemnitzer e.V. jedenfalls weiterhin Spitzenreiter bleiben wird.

By Nino

 

Tanz der Emotionen. Der CFC vs. Berliner AK 07

Anpfiff-Fans

Nach dem 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke und damit dem siebten Erfolg in Serie stand nun der zweite Teil der berlinerisch-englischen Woche des Chemnitzer FC an. Als Gegner an diesem 8. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wurde der Berliner AK an der Fischerwiese begrüßt. Dieser hatte im Vorfeld des Spiels für reichlich Irritationen hinsichtlich dessen Teilnahme gesorgt. Noch am Vortag wurde seitens des BAK darauf hingewiesen, dass er bei rassistischen Beleidigungen oder dem Gefühl der Benachteiligung wieder abfahren würde. Ok, rassistische Beleidigungen sind ein echter Grund, aber Benachteiligungen? In welcher Art und Weise? Wenn die Mannschaft bei der Platzwahl nicht die gewünschte Seite bekommt oder sie zuerst gegen den Wind spielen soll? Es ist wirklich traurig, dass jede Mitteilung des BAK nur noch mit Kopfschütteln quittiert werden kann. Der BAK, insbesondere Herr Han hätte mal kleine Brötchen BAKen sollen. Leider hatte er dafür keine Zeit mehr.

So führten diese ganzen Nebengeräusche doch wirklich dazu, dass der Weg zum Stadion mit einem mulmigen Gefühl begleitetet wurde. Da auch noch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Herr Kretschmer zum Spiel anreiste, hat dieses noch eine politische Note und besondere Aufmerksamkeit erhalten. Umso mehr stellte sich die Frage, ob die Appelle der Himmelblauen zur Besonnenheit und „sich-nicht-provozieren-lassen“ bei allen Fans ankommen würden? Oder fühlten sich ein paar nun besonders herausgefordert, dem BAK, speziell Herrn Han die Meinung zu geigen? Tausende leidenschaftliche Fans, das ist doch wie einen Sack Flöhe hüten. Unmöglich.

Der Tanz der Emotionen war eröffnet, bevor überhaupt der Ball zu rollen begann. Somit wurde auch schon vor Anpfiff die Stimmungs-Handbremse gezogen. Von Seiten der mitgereisten BAK-Fans durfte man jedenfalls nicht viel erwarten. Es waren ja schließlich auch nur 9!

BAK-Fans

Schade auch, dass der sportliche Aspekt in den Hintergrund rückte. Schließlich durfte anhand der Tabellenplatzierungen für dieses Duell das Prädikat „Spitzenspiel“ vergeben werden. Der Erste gegen den Dritten. Das sollte in den meisten Fällen ein interessantes Fußballspiel werden. Die Zutaten für einen spannenden Fußballnachmittag waren jedenfalls gegeben. Durch die Anpfiff-Verlegung auf 15 Uhr konnte ich jedenfalls noch Futtern wie bei Muttern.

Das Spiel begann pünktlich und die Teams tasteten sich erst einmal ab. In der achten Minute gab es den ersten Aufreger. J. Gesien sah vor der Süd eine Gelbe Karte. Es folgten laute Pfiffe und Geschrei. Mein Blick ging dann auch zum Spielertunnel, aber Herr Han rannte noch nicht auf’s Spielfeld. Auch in der 23. Minute kam er nicht. Dabei hatte er ja allen Grund dazu. Ein Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Die Schiris haben das jedenfalls astrein richtig beurteilt. Der ersten Großchance der Himmelblauen in der 30. Minute ging eine Grot’sche Grätsche voraus, für die er sich Szenenapplaus abholte. Auch gerade beim Kapitän hatte man das Gefühl, dass er die Ankündigung „Wir wollen Taten sprechen lassen“ wirklich umsetzen wollte. Die zweite Großchance wurde dann zum ersten Treffer veredelt. Den Abpraller des Berliner Torhüters versenkte Bozic zum 1:0. Davon waren offensichtlich die Berliner schwer beeindruckt, da sich vier Minuten später die Berliner Hintermannschaft nicht einig war und R. Garcia einen verunglückten Pass abfing. Allein auf dem Weg zum Tor ließ er sich nicht beirren und versenkte den Ball souverän zum 2:0. Zwei Tore in vier Minuten, so spielt ein Spitzenteam. Mit diesem beruhigenden Spielstand wurde die Halbzeitpause eingeläutet, die mit dem üblichen Ritual „erst-wegschaffen-dann-neues-holen“ begangen wurde.

Spielszene

In die zweite Halbzeit starteten die Mannschaften weniger spielfreudig als zu Beginn. Erst der 1:2 Anschlusstreffer durch A. Kargbo sorgte wieder für mehr Spannung. Wie schon beim Auswärtsspiel beim VSG Altglienicke wurde diese nur aufgrund des Spielstandes erzeugt. Trainer D. Bergner reagierte darauf mit Wechseln, brachte erst T. Mauer für Torschütze D. Bozic und später wurde Torschütze R. Gracia für P. Milde ausgewechselt. Beide Torschützen raus, das war zum Glück kein schlechtes Omen. In der 84. Minute traf M. Langer mit dem Kopf zum 3:1. Vorausgegangen war diesem Treffer ein verzögerter Freistoß von D. Grote. Sehr schön gemacht. Das sahen auch die Fans so, die unseren Kapitän in der 89. Minute mit Standing Ovations vom Platz verabschiedeten. Für ihn kam K. Taag, der dann noch eine gelbe Karte von D. Frahn miterleben durfte, der sich nicht ganz zu Unrecht über den Schiedsrichter beschwert hatte. Am Ende tat dies aber der sich verbessernden Stimmung keinen Abbruch. Schließlich war dann klar, dass der CFC hier als Sieger vom Platz geht. Der Berliner AK und sein Präsident verlassen diesen als Verlierer. Ein Spitzenspiel war es vielleicht nicht ganz, dafür aber eins mit vielen Spitzenwerten in Sachen medialer Provokation.

Ein Gefallen hat sich der Berliner AK Präsident jedenfalls nicht getan. Von Seiten des CFC wurden alle Anstrengungen unternommen, dass ein begeisterndes Fußballfest gefeiert werden konnte. Warum nutzte Herr Han nicht diese willkommene Gelegenheit, sich der Botschaften des CFC für Weltoffenheit-Toleranz-Fairness sowie Freiheit-Demokratie-Rechtstaat anzuschließen. Seine unterscheiden sich ja nicht wirklich von der des CFC. Somit hat er ein klassisches Eigentor geschossen. Meine Empfehlung daher für ihn: Treten Sie in Zukunft weiterhin für ihre Werte ein. Verzichten sie dabei bitte auf andauernde Provokation, Hinhaltetaktik und suchen sie das Gespräch zuerst mit den betroffenen Vereinen, anstatt gleich allen skandalgeilen Sportredaktionen permanent neue Nahrung zu liefern.

Zurück zum Hauptakteur, dem Chemnitzer FC: Ergebnisorientiert betrachtet ist dieser 3:1 Heimsieg der 8. Erfolg in Serie. 24 Punkte, bei 21 Toren und 8 Gegentoren. Das sind die nackten Zahlen, die die aktuelle Situation emotionslos beschreiben. Daher will ich es mal anders betrachten: Himmelblauer Waaaaahnsinn, acht Siege in Folge! Olè Olè, Olè Olè. Ein-Brett-eine-Duftmarke-ein-Ausrufezeichen-Zeichen-an-die-Konkurrenz-was-auch-immer. Der Chemnitzer FC ist: Spitzenreiter Spitzenreiter hey hey. Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey. Oh, oh, oh – Chemnitzer FC Allez, Allez, Allez, Allez Chemnitzer FC!

By Nino

Abpiff

BAK mal kleine Brötchen!

Brötchen

Oder auch „Ball flach halten“. Das sind die Empfehlungen an den Präsidenten des Berliner AK, Herrn Han, wenn er mit seinen Vorstandskollegen über die Teilnahme am Spitzenspiel gegen den Chemnitzer FC am 8. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 berät.

Der Ursprung für diese groteske Situation liegt schon eine Weile zurück. Ende August 2018 kam es nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Mannes zu extremistischen Ausschreitungen in der Stadt Chemnitz. Es folgte eine, immer noch andauernde, Debatte u.a. um die richtige Migrationspolitik. Herr Han hatte in dieser hitzigen Gemengelage medienwirksam mitgeteilt, dass der Berliner AK, sofern kein tragfähiges Sicherheitskonzept vorliegen würde, nicht zum Punktspiel in Chemnitz antreten werde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Han’schen Sicherheitsbedenken durchaus nachvollziehbar. Stutzig machte aber zum einen der Zeitpunkt, da das Spiel erst in zweieinhalb Wochen stattfinden würde und zum anderen die Art und Weise der Ankündigung. Die Verantwortlichen des CFC reagierten jedoch besonnen wie sachlich und wiesen darauf hin, dass alles für einen reibungslosen Ablauf getan werde.

Im Rahmen dieser Vorbereitungen kam es nun vier Tage vor dem Spiel zum sog. „Sicherheitsgipfel“. Vertreter der Vereine, Staatsanwaltschaft, Polizei sowie Fanbeauftragte waren nach Chemnitz gekommen und verständigten sich auf ein Sicherheitskonzept. Augenscheinlichste Änderung: Die Anstoßzeit wurde von 13:30 Uhr auf 15 Uhr verlegt, da zu diesem Zeitpunkt eine bessere Polizeipräsenz gewährleistet werden kann. Alles paletti hätte man meinen und sich auf dieses Spitzenspiel freuen können.

Wäre da nicht wieder Herr Han, der zwar mit dem Ergebnis zufrieden ist, aber dennoch erst einen Tag vor dem Spiel mit seinen Vorstandskollegen darüber entscheiden will, ob sie zum Spiel antreten oder nicht. „Wir wollen noch abwarten und schauen, wie sich die Lage entwickelt“, lässt er sich zitieren. Obendrein will er für die Fahrt durch Chemnitz noch Polizeischutz für den Mannschaftsbus.

Spätestens an diesem Punkt fällt es einem schwer, ruhig und verständnisvoll zu bleiben. Um es vorweg zu sagen: Ich habe absolutes Verständnis für Sicherheitsbedenken und das es für den Berliner AK und seiner Teamstruktur eine sensiblere Herangehensweise erfordert. Ich habe auch aus rein egoistischen Gründen ein hohes Interesse an einem sicheren Ablauf des Spiels und will die Bedenken nicht klein reden und ihn in die „der-soll-sich-mal-nicht-so-haben“-Schublade stecken. Wie Herr Han aber in der Art und Weise kontraproduktiv dazu beiträgt, dass das Spiel unter besondere Beobachtung steht, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Sein Handeln wirft vor allem viele Fragen auf:

Warum ist Herr Han schon Ende August 2018 direkt in die Öffentlichkeit gegangen, anstatt erst einmal mit den Verantwortlichen des CFC, der Polizei und des Verbandes ins Gespräch zu kommen, um dort seine Sicherheitsbedenken anzumelden? Weil er dort auf taube Ohren gestoßen wäre? Ja, in Chemnitz gab es Ausschreitungen und es wurde ein hässliches Bild von Chemnitz gezeichnet. Es gab aber auch andere Veranstaltungen bei denen u.a. 65.000 Menschen friedlich demonstriert haben.

Warum wollen Herr Han und seine Vorstandskollegen erst einen Tag vorher entscheiden, ob sie in Chemnitz antreten oder nicht? Welche Informationen braucht er noch? Warum lässt er nach dem Sicherheitsgipfel alle anderen Beteiligten drei Tage im Ungewissen?

Jetzt warten sicherlich alle total gespannt auf die Entscheidung des BAK-Vorstandes. Wie soll dann die Pressemitteilung aussehen? „BAK-Vorstand entscheidet nach Chemnitz zu kommen“. Will er dafür noch Applaus einheimsen, oder was?

Mit all diesen Forderungen sowie der Taktik des Hinhaltens hat er nur unnötig Öl ins Feuer gegossen. Womöglich torpediert er sämtlichen Anstrengungen des CFC ein sicheres Spiel zu gewährleisten. Die Chance, die Sache zu einem guten Ende zu bringen, die hat er noch. Nicht, dass sich dann wirklich noch jemand provoziert fühlt und zu einem Zwischenruf ansetzt. Oder sogar darauf hinweisen sollte, das Berlin in Sachen Kriminalität nicht gerade als Vorbild dient. Es ist ja nicht so, dass sich dort arabische Clans feindlich gegenüberstehen, mit der Folge das verletzte Mitglieder in einem unter Polizeischutz stehenden Krankenhaus behandelt werden. Von diesen Zuständen ist Chemnitz zum Glück noch weit entfernt und soll es auch bleiben. Das nur am Rande.

Herrn Han ist ja hoffentlich nicht entgangen, dass der CFC gerade an diesem Spieltag ein Zeichen für TOLERANZ – WELTOFFENHEIT – FAIRNESS setzen will. Diese Chance sollte dem Verein und den Fans nicht genommen werden. Chemnitz ist nämlich wirklich mehr bunt statt braun. Und ganz nebenbei: Diese Aktion hat auch nix mit Politik zu tun. Das sind Selbstverständlichkeiten, die in jeder Gesellschaft die Grundlage des Zusammenlebens sein sollten.

Der eigentliche Skandal wäre die Absage des Berliner AK. Das wäre nicht nur ein Bärendienst für die Fans, all jenen die für ein sicheres Spiel sorgen wollten und für den CFC, der gerade an diesem Spieltag eine Botschaft senden wollte. Herr Han und seine Kollegen sollten sich das also gründlich überlegen. Er soll lieber seine Energie darauf verschwenden, dass der Fußball zukünftig mit weniger Polizeipräsenz, also weniger Hilfe des Staates auskommt. Der Fußball kann doch seine Angelegenheiten selber regeln.

Der CFC und seine Fans stehen jedenfalls für das Spitzenspiel bereit. Dem siebten Sieg soll der Achte folgen. Zur Not auch am grünen Tisch.

By Nino