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Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Gänse-Pelle. Der CFC zu Gast beim VfB Auerbach.

Bunt

Der Anlauf Nummero 3 führte nun doch dazu, dass der Chemnitzer FC und der VfB Auerbach das Duell vom 22. Spieltag der Regionalliga-Nordost-Saison 2018/2019 bestreiten konnten. Die Verschiebung war für den CFC nicht so das Problem, schließlich kennt man sich damit mittlerweile bestens aus.

Die Himmelblauen gaben, nach drei Auswärtsniederlagen in Folge, die Losung aus, dass „Mit Plan und alter Stärke“ der Gegner bezwungen werden sollte. So als wenn der CFC seit Anfang März 2019 planlos und ohne Stärke gewesen wäre!? Da muss sicherlich ein rechts großer Irrtum vorgelegen haben.

Die Auerbacher teilten im Vorfeld mit, dass man „seine Chance wahren“ will. Wie sie das gestalten wollten, konnte jeder Fußball-Liebhaber und all jene Nicht-Allesfahrer per Internet-Livestream beim geliebten Heimatsender MDR verfolgen.

Die Gestaltung der taktischen Grundordnung von Trainer D. Bergner war auch von hohem Interesse, schließlich mussten die Ausfälle von T. Müller und M. Blume kompensiert werden. Sollte es daher eher ein Spiel über Rechtsaußen werden? Oder doch lieber über Linksaußen? Oder die goldene Mitte, die ist schließlich auch noch da.

Die Auerbacher traten in gelb-schwarzen Trikots an, die Himmelblauen traditionell in himmelblau-weiß, das Schiri-Dreigespann trug ein geschmeidiges Schwarz. Also alles so schön bunt im VfB-Stadion, in dem pünktlich zu diesem Derby die Gegengerade eingeweiht wurde.

Angepfiffen wurde pünktlich eine Minute nach 19 Uhr. Oder war der Livestream nur zeitversetzt? Egal, Hauptsache der Ball rollt, denn Fußball, der macht das Leben doch so lebenswert. Mit der Phrasendrescherei war’s dann auch schnell vorbei, denn die erste Chance verbuchten die Vogtländer. Nachdem K. Velkow der Ball auf dem Auerbacher Ackerplatz versprang, letztlich aber von M-P. Zimmermann nicht zählbar verwertet werden konnte. Im Anschluss aber übernahmen die Chemnitzer Spieler das Zepter und bauten durchgehend spielerischen Druck auf. Die Auerbacher widerstanden jedoch diesem und bauten fast schon ein kleines Bollwerk vor dem eigenen Tor auf. Dieses hielt aber nicht bis zur Halbzeitpause. In der 40. Minute flankte P. Milde mustergültig auf D. Bociz, der lehrbuchmäßig wie völlig freistehend zum 1:0 einköpfte. Die mitgereisten CFC-Fans jubelten lautstark, die Stimmung bei den Auerbachern war hingegen schlagartig wie auf einer Trauerfeier.

Mit dieser 1:0 Führung ging es in die Halbzeitpause. Unverändert der CFC, der VfB mit einem Wechsel in der Aufstellung für die zweiten 45 Minuten. Ob dieser oder die nun prächtig zur Geltung kommenden Flutlichtmasten Einfluss auf das Auerbacher Spiel hatten, kann nicht wirklich geklärt werden, denn die Spieler zündeten ein kleines, aber feines Feuerwerk ab. Chance um Chance wurde herausgespielt. Die CFC-Abwehr eierte da einigermaßen fahrlässig herum. Gut, dass in dieser Phase nicht der Ausgleich erzielt werden konnte.

Das Spiel wurde nach dieser Phase etwas ruppiger. Weniger Fairness, mehr Rücksichtslosigkeit. Teilweise ging es eher radikal zu, aber nicht extrem radikal. Insgesamt gesehen aber immer noch alles im (ver-)tretbaren Rahmen. Das Fairplay konnte noch großgeschrieben werden. Den modetechnischen Höhepunkt lieferte ab der 59. Minute das Geburtstagskind P. Itter, der fortan mit einem Turban aus Mull aufspielte. Ursprung dessen war ein Zusammenprall mit dem Ergebnis einer bloody Platzwunde.

Das letzte Drittel des Spiels gestaltete sich als Ritt auf der nervlichen Rasierklinge. Das beruhigende zweite Tor wollte trotz aller himmelblauen Bemühungen nicht fallen. Und wie es manchmal so ist: Machst du die Dinger nicht vorne, kriegste hinten einen rein. Diese Phrase blieb aber ein Ferkel, denn N. Hoheneder verhinderte grätschenderweise auf der Linie den 1:1 Ausgleich. Das ließ den Puls wieder rasanter werden. Ein wenig später wurde dann der 1. Wechsel auf CFC-Seite vollzogen. Winterneuzugang J.-P. Hoppe kam für D. Frahn, der den 19jährigen dann von der Bank aus supportete. Dieser Support fruchtete gleich erfolgreich, denn der Jungspund setzte sich an der Auerbach’schen Grundlinie durch und vollendete seine Einzelaktion mit einem herrlichen Heber zum 2:0 Endstand. Was für ein geiles Tor in der 96. Minute. Respekt auch für den verletzungsfreien Knie-Diver in Richtung der Gästetribüne.

Mit dem 0:2 Auswärtssieg hat der CFC seine Spitzenreiter-Position mit nun 7 Punkten Vorsprung ausgebaut. Die Taktiknerds dürften enttäuscht sein, eine klare Linie war auf dem Platz nicht wirklich zu sehen. Vielleicht gibt es diese bald im Doppelpack auf und neben dem Platz. Als Spitzenreiter könnte man sich durchaus wieder souveräner präsentieren. Die nächste Gelegenheit folgt schon am 28. Spieltag. Da steht das Duell vs. den Tabellenletzten FSV Optik Rathenow an.

By Nino

 

Zum Vergessen. Der CFC beim Berliner AK.

BAK Panorama

25. Spieltag in der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Der Berliner AK vs. Chemnitzer FC. Wieder das Topspiel des Tages. Wieder ein Spiel in turbulenten Zeiten. Das Hinspiel, dass zu einem Tanz der Emotionen wurde gewann der CFC überragend mit 3:1. Die Stadt Chemnitz stand wegen der rechtsextremistischen Vorkommnisse in Folge des Todes von Daniel H. im Mittelpunkt. Nun steht der CFC wegen der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. erneut in der Kritik. Das Abhalten dieser und der anschließende Umgang damit, führten zu Suspendierungen, Rücktrittserklärungen, Amtsniederlegungen und zur Sperre von Daniel Frahn. Summa summarum befindet sich der CFC seit sieben Tagen im Ausnahmezustand. Das Nachholspiel vs. BFC Dynamo unter der Woche verloren die Himmelblauen noch dazu mit 1:2. Da der Berliner AK auch nicht gewinnen konnte, konnte diese Niederlage ohne größere Schmerzen verarbeitet werden.

Schmerzen hingegen bereitete mir eher die öffentliche Darstellung des CFC durch seine Vertreter und derjenigen, die zu der ganzen Misere eher schweigen, anstatt zur Aufklärung beizutragen. Wo sind denn z.B. die sonst so lautstarken Ultras Chemnitz 99? Sie standen ja bei der Trauerzeremonie in der ersten Reihe. Den ganzen Aufruhr können sie sich allerdings gar nicht erklären. In Teilen ist das sogar verständlich, hatten doch viele in der Stadt wie z.B. die Freie Presse, die Sparkasse Chemnitz, die Stadt Chemnitz die Dienste von Haller Security bzw. über Subunternehmen in Anspruch genommen. Doppelmoral lässt grüßen. Unverständlich bleibt aber immer noch, warum ausgerechnet im Stadion An der Gellertstraße einem Rechtsextremisten gedacht werden musste! Das konnte und kann man nicht von der Person Thomas H. trennen. Gerade auch nicht Politik und Fußball, die in Chemnitz ja schon immer mit im Stadion zusammensaßen. Aber diesem Thema widme ich mich mal später.

Nun erstmal wieder Fußball, denn an sich hatte ich mich auf dieses Spiel schon länger gefreut. Nur wurde diese Freude durch die bittere Woche erheblich eingetrübt. So passte es dann auch, dass der Wettergott es auch nicht gut meinte. Der Sonntag startete mit Sonnenschein, jedoch kamen 20 Minuten nach Spielbeginn Wolken und obendrein noch Regen mit kräftigem Wind hinzu. Vor dem Anpfiff setzte der Berliner AK noch ein Zeichen und hielt eine Trauerminute für die Opfer des Anschlags in Christchurch in Neuseeland ab. Das war angemessen und würdig.

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Angepfiffen wurde pünktlich und das Spitzenspiel hatte schnell seinen ersten Höhepunkt. In der 9. Minute traf die Nr. 11 A. Kargbo mit einem sehenswerten Fallrückzieher zur 1:0 BAK-Führung. Das im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht noch weitere BAK-Tore fielen, lag einzig an deren Unvermögen, das runde Leder im Chemnitzer Kasten unterzubringen. Die Himmelblauen blieben derweil blass, die Angriffsbemühungen verliefen erfolglos. So ging es mit dem 0:1 Rückstand in die Pause. In dieser wurden die 1.127 Zuschauer u.a. mit „Hurra“ von den Ärzten und „Und wir leben“ von den Toten Hosen musikalisch unterhalten. In Anbetracht der derzeitigen Situation beim CFC vielleicht ein kleiner Seitenhieb des BAK-Präsidenten Han, der diesmal bei keiner privaten Hochzeitsfeier zugegen war, sondern kurz vor dem Spiel noch mit Auto erschien.

Unterhaltsam ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter, denn schon sieben Minuten nach Wieder-Anpfiff gab es den nächsten Aufreger. Zunächst jedoch im positiven Sinne, denn der Jakubow-Ersatz J. Mroß rettete mit einer klasse Parade. Diese hatten wohl alle Zuschauer gesehen, jedoch nicht die Grote’sche Hand bei einer Abwehrreaktion. In Folge dessen gab es Diskussionen, die nicht das Ergebnis hatten, dass es keinen Elfmeter gab. T. Deniz traf mit einem flachen Schuss zum 2:0 für den BAK.

Danach war es für den CFC ein Spiel zum Vergessen. Keine wirklichen Angriffsbemühungen und weiterhin Glück aufgrund des sich fortsetzenden Unvermögens der Berliner weitere Tore zu schießen. Die mitgereisten CFC-Fans harrten im Regen aus und sorgten auch für unüberhörbare Grüße an den Insolvenzverwalter K. Siemon. Diese hier wiederzugeben entspricht nicht meiner Kinderstube. Ganz abgesehen davon, dass damit weiterhin die Zeichen auf Konfrontation stehen und beiden Seiten auf ihrer Sicht der Dinge behaaren.

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Mit der 0:2 Niederlage setzt der CFC seine sportliche Mini-Krise mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge fort. Der Abstand zum Berliner AK beträgt nun sieben Punkte, kann jedoch mit dem Nachholspiel gegen den VfB Auerbach wieder auf 10 Punkte ausgebaut werden. Ausbaufähig ist hingegen auch die Musik-Auswahl bei den Berlinern. Nach dem Abpfiff ertönte noch D. Hasselhoff mit „Looking for Freedom“. Mehr gibt es dazu und zu diesem Spiel nicht zu sagen.

By Nino

 

Insolvenzico! Die CFC Fußball GmbH vs. RWE

Ultras Beginn Spiel

Montagsspiel. Traditionsderby. Ost-Kracher. Flutlicht-Duell.  Duell der 3. Liga-Absteiger. Das Spiel zwischen der Chemnitzer Fußball GmbH und Rot-Weiß Erfurt hat viele Namen. Aber wie wäre es denn mit Insolvenzico? Schließlich treffen auch zwei Teams aufeinander, die auf unterschiedlichen Wegen versuchen, ihre Insolvenzverfahren erfolgreich zu bestreiten. Dieses Thema soll aber heute mal keine Rolle spielen. Das schöne Spiel steht im Mittelpunkt und die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das dieses Spiel auch noch alle außerhalb des Stadions an der Gellertstraße verfolgen konnten, dafür sorgte der MDR mit einem Livestream. Auch dieser spielte das Spiel „Finde-einen-passenden-Namen-für-das-Spiel“ und gewonnen hat: „Duell der Zuschauermagnete“.

Abgesehen von dieser rein unsportlichen Sichtweise handelte es sich um das Topspiel des 21. Spieltags in der 2018/2019er Regionalliga-Nordost Saison. Der souveräne Spitzenreiter CFC vs. den 4. Platzierten Rot-Weiß Erfurt. Im Hinspiel gab es eine 0:3 Heimklatsche für die Erfurter. Umso motivierter durften jene also sein, um diese Schmach wieder wett machen zu wollen. Oder eben auch verunsicherter, denn am 20. Spieltag setzte es eine überraschende 0:2 Heimniederlage vs. Germania Halberstadt. Die CFC Fußball GmbH musste dagegen am 20. Spieltag pausieren. In Berlin waren sie ganz exklusiv der Meinung, dass der Rasen unbespielbar war. Bespielbar hingegen war der Rasen im Stadion an der Gellertstraße allemal. Die letzten Reste Schnee wurden von Fans und Verantwortlichen per Schippe entfernt. Wieder eine tolle himmelblaue Aktion.

Angepfiffen wurde pünktlich 19:02 Uhr bei frischen 5 Grad. Die Anfangsviertelstunde begann mit flottem Abtasten bei Chancen-Mehrheit für den CFC. Richtig direkt wurde es dann zwei Minuten später. R. Garcia mit einem hohen wie langen Pass auf D. Frahn, der angerauscht die Kugel zur 1:0 Führung im Tor unterbrachte. Weil das so schön klappte, wurde dieses Zusammenspiel sechs Minuten später nochmal aufgeführt. Diesmal mit einem flachen Pass von R. Garcia, den D. Frahn locker flockig zu seinem 17. Treffer verwerten konnte.

TorFrahn

Auffällig dabei, dass die Erfurter jeweils im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer markieren wollten. Dies kann man wohlgesonnen in der Kategorie „noch-im-leichten-Winterschlaf“ unterbringen. Einige Fußball-Fachbegriffe wollte wohl auch der Kommentator unterbringen. Nicht nur einmal sprach er von „hinter die Ketten“ oder „in die Box kommen“. Nuja, Fußball-Fachsimpelei hin oder her, so richtig passend war das nur bei R. Garcia, den er „Unterschiedsspieler“ nannte. Mit dessen letzter Aktion, einem satten Fernschuss, ging es dann in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Mannschaften unverändert. Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann von beiden Seiten ruppiger gestaltet. Innerhalb von 5 Minuten wurden 5 gelbe Karten verteilt. So gesehen waren das auch die wirklichen „Highlights“, denn einerseits verhinderte die kompakte Defensivleistung der Himmelblauen echte Erfurter Torchancen und andererseits verpassten D. Frahn, T. Maurer und der beste Mann des Spiels, R. Garcia das dritte Tor zu markieren. Das wäre jedoch das Haar in der Siegessuppe, welches die Mehrheit der 6.635 Zuschauern wohl nicht suchen wollen würde.

Somit steht die CFC Fußball GmbH mit diesem 2:0 Sieg mit 54 Punkten weiter unangefochten auf dem 1. Platz. Die Erfurter verpassten hingegen den Sprung auf Platz 3. Dieser könnte aber mit dem nächsten Spiel erneut in Angriff genommen werden, denn da steht für die Erfurter das nächste Top-Duell an. Der Berliner AK, als Tabellenzweiter wird im heimischen Steigerwaldstadion erwartet. Die 0:1 Hinrunden-Auswärtspleite gilt es auszumerzen. Mit Blick auf die Tabelle auch für die Chemnitzer kein uninteressantes Spiel, die sich in nur vier Tagen auswärts mit dem VfB Auerbach duellieren werden. Die Daumen für einen mutigen Auftritt werden jeweils fleißig gedrückt sein.

Feierende Mannschaft

Etwas mehr Mut wünsche ich mir in Zukunft auch beim MDR. Klar, der Livestream ist eine gute Sache, aber warum nicht gleich eine TV-Übertragung des selbst erkorenen „Duells der Zuschauermagnete“!? Beste Unterhaltung, zumindest für die Chemnitzer, hat doch dieses Spiel geliefert. Was hätten denn die Ü-60jährigen verpasst? „MDR-Sachsenspiegel“, „MDR aktuell“, „Mach dich ran“. Und zu guter Letzt einen Polizeiruf 110 mit dem schönen Titel „Henkersmahlzeit“ aus dem Jahr (!) 2002 (!). Diesen hätte man auch eine Halbzeit später zeigen können. In diesem Sinne: Eine gute himmelblaue Nacht!

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August, September und Oktober 2018

stadioneingang

Drei himmelblaue Monate können bisweilen verdammt lang sein. Aber die Uhren ticken beim Chemnitzer FC nicht schneller oder langsamer. Es ist der Takt der Ereignisse, der den Eindruck erweckt, dass entweder Stillstand beim CFC herrscht oder das Tempo der Erneuerung für einige zu schnell ist.

Dabei haben nur zwei Themen die himmelblauen Monate August, September und Oktober 2018 beherrscht. Zum einen diese fulminante Rekordserie von 14 Siegen in der Regionalliga-Nordost. Dazu kommt noch der 17:1 Testspiel-Sieg gegen ESV Eintracht Thum-Herold. Die 2:3 Testspielniederlage gegen den FSV Zwickau wird mal eben still und leise unter den Teppich gekehrt.

So ergeht es gelegentlich auch dieser jetzt schon historischen Leistung, die unter dem Getöse rund um das andere Thema, dem Insolvenzverfahren, unterzugehen droht. Daher lohnt es sich noch mal diese Siegesserie nachzuvollziehen:

2:0 Heimsieg vs. BFC Dynamo, 2:1 Auswärtssieg vs. SV Babelsberg 03, 3:0 Auswärtssieg vs. Rot-Weiß Erfurt, 2:1 Heimsieg vs. VfB Auerbach, 4:2 Auswärtssieg vs. Germania Halberstadt, 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke, 3:1 Heimsieg vs. Berliner AK 07, 1:0 Auswärtssieg vs. Budissa Bautzen, 3:1 Heimsieg vs. 1. FC Lok Leipzig, 4:0 Auswärtssieg vs. Optik Rathenow, 2:0 Heimsieg vs. Wacker Nordhausen, 3:1 Auswärtssieg vs. Hertha BSC II und der 4:0 Heimsieg vs. FC Oberlausitz Neugersdorf.

Macht insgesamt 42 Punkte, bei einem Torverhältnis von 38:10 Toren. Beste Offensive, beste Defensive. Vorzeitiger Herbstmeister. Dazu kommen noch die Siege im Sachsenpokal, 3:1 vs. Kickers Markleeberg (3. Runde) und im Achtelfinale der 4:2 Sieg gegen den FC 1910 Lößnitz. Mit dem Abstieg hat der CFC wohl nix mehr zu tun und die Chancen auf den Sachsenpokalsieg wurden weiter gewahrt. Sportlich könnte es also um einiges schlechter laufen.

Um diese sportliche Leistung Bilanz weiter einzuordnen, reicht nur der Blick ein Jahr zurück. Da hatten wir im himmelblauen Kommentar September und Oktober 2017 nach 14 Spieltagen in der dritten Liga festgehalten: „14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).“ und „im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2).“

Rein sportlich gesehen, kann es also sehr schnell anders laufen. Es könnte alles so schön himmelblau sein. Das Fan-Herz könnte wahrlich im Takt des Erfolges tanzen. Warum kann man sich immer nur so halb freuen und die „Spitzenreiter, Spitzenreiter-Gesänge“ nicht im vollen Brustton der Überzeugung geschmettert werden? Fast ist man geneigt, höhere Mächte könnten hier am Werk sein.

Und damit sind wir beim zweiten Thema, dem Insolvenzverfahren. Die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim CFC gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nach dem neusten Stand des Verfahrens fehlen noch 493.000 Euro im Budget und die Suche nach dem nötigen Geld wurde eifrig begonnen, freilich nicht ohne Nebengeräusche. Und wie im Leben ist es so: Beim Geld hört der Spaß und die Freundschaften auf. Das Insolvenzverfahren brachte zum Erschrecken und Erstaunen aller Beteiligten so einige Ungereimtheiten ans Tageslicht. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten im Glashaus sitzen und eigentlich nicht mit Steinen werfen sollten. Das Geplänkel im Klein-Klein erschwert den klaren Blick auf die Zukunft. Mehr denn je stellt sich doch die Frage, was der CFC, seine Mitglieder/Fans und Sponsoren jeweils einzeln sowie gemeinsam wollen. Die Einstellung des Spielbetriebs wohl nicht. Soviel sollte sicher sein. Beim Weg das zu vermeiden, sind die Richtung und die Mittel unterschiedlicher Natur. Nun sind im Insolvenzverfahren die Zuständigkeiten klar verteilt. Das (letzte) Wort hat der Insolvenzverwalter. Damit eingehergehend auch die Verantwortung.

Neben dem Platz steht noch eine Menge Arbeit an. Das liefert sehr viel Gesprächsstoff und auch wir haben uns, z.B. mit der Kommentierung des Sanierungskonzepts des CFC-IV ausgiebig dran beteiligt. Auf jeden Fall in dem Bemühen, wenigstens das ganz Schreiben zu analysieren, wohlwissend das Nino kein Experte im Insolvenzrecht ist. Daher muss man selbstkritisch einschätzen, dass eine vollumfängliche Einordnung nicht möglich ist. Da sind dann die örtlichen Sportjournalisten gefragt. Ob sie denn wollen oder nicht. Oder können. Eine kritische Begleitung und der Blick von außen muss allerdings jederzeit möglich sein.

Bis zum Jahresende 2018 stehen in der Hinrunde der Regionalliga Saison 2018/2018 noch die Duelle gegen den 17.ten ZFC Meuselwitz, den 8.ten FC Viktoria 1889 Berlin sowie den 16.ten Bischofswerdaer FV 08 an. Rein tabellarisch gesehen, verfällt man leicht an den Gedanken, dass das Selbstläufer sind. Zu den 42 würden sich 9 weitere Punkte gesellen und die Rekordserie wäre auf 17 Siege ausgebaut. Die Einstellung wäre aber fatal, denn wer nachlässt, der hat schon so gut wie verloren.

Der Wechsel von guten und schlechten Nachrichten vollzieht sich auch in der CFC-Familie. Eine verloren gegangene Stütze ist wieder an die Gellertstraße zurückgekehrt. Die ehemalige Pressesprecherin N. Oeser wird den CFC wieder, vor allem bei der strategischen und konzeptionellen PR- und Medienarbeit, unterstützen. Eine schlechte Nachricht musste der CFC mit dem Ableben von FCK-Meisterspieler A. Müller verkraften. Mit einer Gedenkminute wurde ihm vor Anpfiff des Heimspiels gegen FC Oberlausitz Neugersdorf würdevoll gedacht. In solchen Momenten wird einem auch immer wieder klar. Fußball ist nicht alles und nur ein Spiel. Dafür ab und zu eine verdammt ernste Sache.

By Baba und Nino

 

Himmelblauer Zahlenrausch

ZahlenMit dem 4:0 Auswärtssieg gegen den FSV Optik Rathenow gelang dem Chemnitzer FC der 11. Sieg im 11. Spiel in der Regionalliga Nordost, Saison 2018/2019. Das macht nach Adam Riese 33 Punkte. Bei den Toren stehen 29 eigene und 9 gegnerische zu Buche. Dazu 0 Unentschieden und 0 Niederlagen, auch wenn sich das von selbst ergibt. 10 Punkte Abstand zu den nächsten 3 Verfolgern Hertha BSC II, FSV Wacker Nordhausen und Berliner AK 07. Ganze 16 Punkte zum 5. und 6. Platzierten (Rot-Weiß Erfurt und FC Viktoria 1889 Berlin).

Beim weiteren Anblick der Tabelle wird deutlich, warum sich die Himmelblauen schon so früh punktetechnisch von der Konkurrenz absetzen konnten. 3 Teams (15.-13.ter) mit 12 Punkten, 5 Teams (11.-7.ter) mit 14 Punkten, 2 Teams (5.-6.ter) mit 17 Punkten und wie oben bereits erwähnt, haben der 2.-4.te jeweils 23 Punkte. Diese Regionalliga Nordost ist demnach momentan sehr ausgeglichen. Gerade die zu Beginn als stärkste eingeschätzte Konkurrenten wie FSV Wacker Nordhausen teilen sich zu oft die Punkte (bisher 5mal) oder wie Rot-Weiß Erfurt überraschen mit Niederlagen (bisher 2, bei 5 Unentschieden).

Was sagt das nun über die Leistungsfähigkeit der Himmelblauen aus? Jene fast komplett neu zusammengestellte Mannschaft, der man gut und gerne erst einmal etwas Zeit zum Einspielen und Eingewöhnen eingeräumt hätte. Der CFC hat sich bisher keine Schwäche erlaubt und gewinnt auch die schwierigen Auswärtsspiele (z.B. gegen Budissa Bautzen). Die Ausfälle der Leistungsträger wurden kompensiert und die 5. Gelbe Karte schon mehrmals zu keinem ungünstigen Zeitpunkt gezückt. So stehen die Himmelblauen als Spitzenreiter da und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor allem wenn man an die Zeiten vor einem halben Jahr denkt: Da steckte der CFC noch tief im Abstiegskampf der dritten Liga.

Nun also im Kampf um die Rückkehr in diese dritte Liga? Ist es schon so weit über den Aufstiegskampf nachzudenken bzw. diesen Gedanken überhaupt zuzulassen? Diese einmalige Chance auf den direkten Aufstieg, ohne den Mist namens Relegation? Oder soll man diese Momentaufnahme nicht einfach mal genießen? Ich bin da hin und hergerissen. Es fällt zunehmend schwer, sich diesem Siegesrausch nicht zu ergeben.

Zumindest hat der CFC mit den 33 Punkten schon mal im Abstiegskampf ordentlich vorgelegt. Bei noch ausstehenden 23 Spieltagen sollten die restlichen 7 Punkte zur magischen 40 Punktemarke schon irgendwie erreicht werden. Vielleicht mit 1 Sieg, 4 Unentschieden und 1 Niederlage in den noch 6 ausstehenden Spielen der Hinrunde? Übrigens stand eine Niederlage bei Energie Cottbus am Ende der Regionalliga Nordost Saison 2017/2018 zu Buche. Bei 28 Siegen und 5 Unentschieden, die summa summarum zu 89 Punkten führten. Bei einem Torverhältnis zu 79:14. Was für eine beeindruckende wie vorbildliche (???) Bilanz.

Vielleicht hilft ja zur himmelblauen Ernüchterung der Blick auf die kommenden Spieltage. Da stehen mit dem FSV Wacker Nordhausen (als derzeit 3.ter) und der zweiten Mannschaft von Hertha BSC (als derzeit 2.ter) zwei Spitzenspiele an. Danach folgen 4 Spiele gegen Teams, die zurzeit nicht schlechter als Tabellenrang 12 stehen, also mehrheitlich im oberen Bereich zu finden sind. Was bei der Ausgeglichenheit und geringen Punktabstände wiederum nicht viel zu bedeuten hat.

Daher sollte der CFC sich nur mit sich selbst beschäftigen…das kann er ja am besten 😉

By Nino

 

 

ICE vs. Bummelzug. Der 10.te Sieg des CFC

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Fußball, endlich wieder Fußball. Nach nervenaufreibenden Tagen mit dem vorläufigen Höhepunkt der Gläubigerversammlung im Rahmen des Insolvenzverfahrens ging es am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wieder um die Ausbeute von Punkten. Das letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig gab es im Finale des Sachsenpokals 2016. Der 2:1 Sieg berechtigte am DFB-Pokal teilzunehmen, bei dem die Himmelblauen per Traumlos dem FC Bayern München zugelost wurden. Im Duell der Rekordpokalsieger musste man sich 0:5 geschlagen geben . Aber so viel zum Blick in die Vergangenheit.

Die Realität sieht aktuell so aus, dass der Chemnitzer FC mit 9 Siegen unangefochten von der Tabellenspitze grüßt. Lok Leipzig stand vor Anpfiff auf dem 15. Rang und ersetzte aufgrund dessen Trainer H. Scholz durch B. Joppe, frei nach dem Motto „neue Besen kehren gut“. Dabei war eher die Frage, wie die LOK nun vom Abstell- zurück auf das Erfolgsgleis fahren sollte.

Aus privaten Gründen war leider kein Stadionbesuch möglich, aber dank des MDR „Sport im Osten“ konnte die Abfahrt, ähm der Anpfiff der Live-Übertragung von der heimischen Couch aus verfolgt werden. Gleich zu Beginn gab es aus dem Gäste-Block Rauchzeichen zu vermelden. Der Techniker würde sagen, dass es einen Schadensfall gibt. Den gab es nach schwungvollem Beginn beider Teams aber zuerst im Tor der Leipziger. K. Velkow köpfte nach einer Grotschen Ecke zur 1:0 Führung ein. Im Zuge dieses Erfolges suchte der CFC angespornt eine weitere Ausfahrt Richtung zweites Tor. Diese Suche war schon nach vier Minuten erfolgreich beendet. R. Garcia dribbelte in den Strafraum, fand dort aber seinen Meister in Lok-Torwart L. Wenzel. Aber was nützt der Meister, wenn du den aktuellen König der Torschützen in deinen Reihen weißt!? D. Bozic nutzte den Wenzelschen Abpraller und staubte trocken zum 2:0 ab. So richtig in Fahrt gekommen, spielten die Himmelblauen fast schon über dem Tempolimit. Jäh gestoppt wurde das Spiel durch ein Foul an R. Garcia. Ausgerechnet auch im 11er-Raum, was folgerichtig nur bedeuten konnte: Elfmeter. Diesmal war D. Frahn am Zug und verwandelte mit einem satten Schuss zum 3:0. Drei Tore in 14 Minuten. Der CFC ist der ICE der Regionalliga Nordost. Und wie es sich für einen ICE gehört, ging es pünktlich in die Halbzeitpause, haha.

In dieser konnte ich alle Vor-Züge genießen, die man sich ebenso einredet, wann man nicht im Stadion ist. Keine Warteschlange am WC, schneller Zugriff zum kalten Bier und kurzer Weg zurück auf den angestammten Couch-Platz. Diese Vorteile können aber dennoch nicht das Stadionerlebnis mit den exakt abgezählten 7.438 Fans ersetzen. Gerechnet wurde mit 3.500. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die Frage zur zweiten Halbzeit war, ob die LOK aus Leipzig nochmal an Fahrt aufnehmen würde oder der ICE CFC hier alles in Grund und Boden spielt. Diese Frage wurde dann auch schon nach 15 Minuten teilweise beantwortet. Es war wiederum K. Velkov, der nach einer LOK-Ecke unglücklich ins eigene Tor einnetzte. Durch diesen 1:3 Treffer legten die Lokscher einiges mehr an Stimmung und spielerischer Kultur an den Spieltag. Auf einmal war es wieder ein Fußballspiel zweier Mannschaften, offenes Visier, so wie es sich der Fußball-Fan wünscht. Höhepunkt dieser heißen Phase war dann die 77. Minute, in der unser N. Hoheneder die rote Karte für ein Foul an M. Steinborn sah. Als letzter Mann wohlgemerkt. Aber herrlich-himmelblau, wenn man den 12. Mann hinter sich weiß und die Fans mit aufmunternden Gesängen die Mannschaft weiter anpeitschte. Diese Unterstützung war denn auch einer Spitzenmannschaft ebenso würdig, wie die Himmelblauen das Spiel zu Ende brachten, ohne große Aufregung. So war es fast wie bei einer Bahnfahrt, noch ein bisschen zittern, ob man auch pünktlich ankommt.

Aber die Himmelblauen ließen sich nicht mehr beeindrucken. Im Sinne einer Spitzenmannschaft, ja der Regionalliga, spielten sie es gekonnt runter und fuhren die 3 Punkte ins sichere Ziel. 30 Punkte nach 10 Spielen. Maximale Ausbeute. Regionalliga-Rekord. Ein sportlicher Wahnsinn.

Am Tag der Deutschen Einheit fährt der CFC nach Brandenburg, Zielort Rathenow. Über Berlin zweimal umsteigen. Ohne einen ICE-Halt viereinhalb Stunden. Eine lange Fahrt, bei der es genug Gelegenheiten geben sollte, über das ein oder andere Projekt in der Zukunft noch einmal nachdenken zu können. Welches auch immer das sein mag.

By Nino

 

Endspiel für den Insolvenz-CFC!?

Weichen

Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Amtsgerichtes Chemnitz, Abteilung Insolvenzsachen am 18. September 2018 ist es nun auch offiziell: Der Insolvenzverwalter soll ermächtigt werden, mit der Sparkasse Chemnitz einen Vertrag zur Finanzierung des Mannschaftsbusses abzuschließen. Der Kaufpreis beträgt 170.000,00€. Wat ein Schnäppchen für die Karre! Nebenbei soll er auch noch die Ausgliederung der 1. Mannschaft und aller nach den Statuten möglichen Jugendmannschaften in eine Kapitalgesellschaft durchführen. Letzterer Punkt ist selbstverständlich wesentlich brisanter und bedarf an sich keiner humoristischen Kommentierung. Es ist der bittere Ernst der Lage, der schmerzhaft aus dem Schacht ans Tageslicht gekrochen kam.

Der Insolvenzverwalter sieht die Option der Ausgliederung als die Beste an, um den Chemnitzer FC zu sanieren. Nun bin ich nur ein (un-)freiwillig zahlendes Mitglied und kein Bachelor im Insolvenzrecht. Daher muss ich zwangsläufig das Vertrauen in die handelnden Personen aufbringen. Auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, denn einige Beteiligte liefern sich seit Monaten eine Schlammschlacht, die wenig Hoffnung gibt, dass das Insolvenzverfahren ohne Gesichtsverlust derjenigen beendet werden kann. Die Stilmittel sind mitunter fragwürdig und nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet. Rücktrittsforderungen von der einen Seite, durchgestochene Vertragsinhalte an die örtlichen Schmierblätter von der anderen Seite. Und das sind nur zwei Beispiele. Beide Seiten geben sich jedenfalls nichts, beim Kampf um die Deutungshoheit was für den Chemnitzer FC am besten ist. Dabei werden doch Heiligenscheine ebenso nicht vergeben, wie Denkmäler gebaut. Also kann gerne dieses Macht-Spiel sofort und ohne Verlängerung abgepfiffen werden.

Solch eine Schlammschlacht mag zwar für die Medien hochinteressant sein. Schließlich muss man sich nicht mehr irgendwelche Halbwahrheiten aus dem Kreuz leiern, die womöglich noch vor Gericht landen, weil „dieses-und-jenes-so-nie-gesagt-wurde“. Ich bin jedenfalls wegen des ganzen Boheis ziemlich genervt und auch ziemlich sicher, dass diese ganzen juristischen Winkelzüge nicht dabei helfen werden, am Ende des Tages den CFC-Karren aus dem Dreck zu ziehen. Da steckt dieser nämlich immer noch mittendrin.

Braucht es denn noch einen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang? Oder lieber nochmal die alten Diskussionen über die Vergangenheit führen? Ich glaube nicht, dass sich das wirklich lohnt. Am Ende der Debatte kommt man doch an der Frage nicht mehr vorbei, wer wann wie und womit zu der ganzen Misere beigetragen hat. Das Ergebnis von u.a. zu viel Kungelei und Seilschaften in Vorstand/Aufsichtsrat gepaart mit sportlichen Misserfolg ist doch Pleite des CFC und das gerade auf der Zielgeraden befindliche Insolvenzverfahren.

Als geneigter Fan wünsche ich mir daher mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zur Sacharbeit aller Verantwortlichen. Dem Vernehmen nach geht es auf der am 26. September 2018 stattfinden Gläubigerversammlung mehr oder weniger um die Zukunft des CFC. Quasi das Endspiel um den Insolvenz-Cup. Das ist doch Anlass genug, um seine Energie darauf zu verschwenden.

Aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen, sollte doch allen Himmelblauen ein wichtiges Anliegen sein. Klar, die Frage wie die Ausgliederung gestaltet werden soll, bleibt weiterhin bestehen und kann hoffentlich nach der Gläubigerversammlung diskutiert werden. Eins ist dabei schon mal sicher: Als Mitglied will ich mich bei meinen Rechten und Pflichten nicht „enteiern“ lassen. Entscheidungen, die ohne jegliche Debatte und aufgrund von Alternativlosigkeit getroffen werden, haben bisher immer zu Unmut bei den Mitgliedern geführt. Die Fanszene des Chemnitzer FC ist vielfältig, das gilt es bei der Gestaltung des zukünftigen CFC zu berücksichtigen.

Der Illusion es allen Recht zu machen, sollte man sich allerdings auch nicht hingeben. Der Blick Richtung Magdeburg sowie Rostock und deren vollzogenen Ausgliederungen gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht Hopfen und Malz verloren sind. Dort wurden mit der Beteiligung der Mitglieder die Prozesse so gesteuert, dass die Befürchtungen in Richtung Identitätsverlust und Fremdbestimmung ernst genommen wurden und letztendlich die Ausgliederung wiederum große Zustimmung gefunden hat.

Denn eines ist auch klar wie Kloßbrühe. Ohne die Fans wird es nicht gehen. Ein Verein ohne ultra-laute Fans, ein Spiel ohne Stimmung sind die schlechtesten aller Varianten. Ich verweise da gerne auf das Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 7. Spieltag. In dem 20.000 Plätze-„Jahn-Sportpark“ waren es letztendlich die 200 mitgereisten CFC-Fans, die für die Stimmung gesorgt haben. Ansonsten hätte dort Totenstille geherrscht. Von weiteren Beispielen, die es zu Hauf gibt, und vor allem den Heimspielen abgesehen.

Jetzt aber müssen erst einmal die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden. Die besten sportlichen Argumente liefert ja seit Beginn der Regionalliga-Saison die neu zusammengestellte Mannschaft. Acht Siege in Folge, Spitzenreiter. Das ist wahrlich ein süß-saures „Ablenkungsmanöver“. Nicht auszudenken, wenn der CFC im Mittelfeld der Tabelle stehen und seitens der Presse eine Trainerdiskussion angezettelt würde. Soviel zur Schwarzmalerei.

Ein Blick in die Zukunft und wie schön himmelblau wäre es hingegen, wenn der CFC wirtschaftlich und sportlich erfolgreich sein könnte. Die Weichen dafür können hoffentlich bald gestellt werden.

By Nino

 

 

Tanz der Emotionen. Der CFC vs. Berliner AK 07

Anpfiff-Fans

Nach dem 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke und damit dem siebten Erfolg in Serie stand nun der zweite Teil der berlinerisch-englischen Woche des Chemnitzer FC an. Als Gegner an diesem 8. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wurde der Berliner AK an der Fischerwiese begrüßt. Dieser hatte im Vorfeld des Spiels für reichlich Irritationen hinsichtlich dessen Teilnahme gesorgt. Noch am Vortag wurde seitens des BAK darauf hingewiesen, dass er bei rassistischen Beleidigungen oder dem Gefühl der Benachteiligung wieder abfahren würde. Ok, rassistische Beleidigungen sind ein echter Grund, aber Benachteiligungen? In welcher Art und Weise? Wenn die Mannschaft bei der Platzwahl nicht die gewünschte Seite bekommt oder sie zuerst gegen den Wind spielen soll? Es ist wirklich traurig, dass jede Mitteilung des BAK nur noch mit Kopfschütteln quittiert werden kann. Der BAK, insbesondere Herr Han hätte mal kleine Brötchen BAKen sollen. Leider hatte er dafür keine Zeit mehr.

So führten diese ganzen Nebengeräusche doch wirklich dazu, dass der Weg zum Stadion mit einem mulmigen Gefühl begleitetet wurde. Da auch noch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Herr Kretschmer zum Spiel anreiste, hat dieses noch eine politische Note und besondere Aufmerksamkeit erhalten. Umso mehr stellte sich die Frage, ob die Appelle der Himmelblauen zur Besonnenheit und „sich-nicht-provozieren-lassen“ bei allen Fans ankommen würden? Oder fühlten sich ein paar nun besonders herausgefordert, dem BAK, speziell Herrn Han die Meinung zu geigen? Tausende leidenschaftliche Fans, das ist doch wie einen Sack Flöhe hüten. Unmöglich.

Der Tanz der Emotionen war eröffnet, bevor überhaupt der Ball zu rollen begann. Somit wurde auch schon vor Anpfiff die Stimmungs-Handbremse gezogen. Von Seiten der mitgereisten BAK-Fans durfte man jedenfalls nicht viel erwarten. Es waren ja schließlich auch nur 9!

BAK-Fans

Schade auch, dass der sportliche Aspekt in den Hintergrund rückte. Schließlich durfte anhand der Tabellenplatzierungen für dieses Duell das Prädikat „Spitzenspiel“ vergeben werden. Der Erste gegen den Dritten. Das sollte in den meisten Fällen ein interessantes Fußballspiel werden. Die Zutaten für einen spannenden Fußballnachmittag waren jedenfalls gegeben. Durch die Anpfiff-Verlegung auf 15 Uhr konnte ich jedenfalls noch Futtern wie bei Muttern.

Das Spiel begann pünktlich und die Teams tasteten sich erst einmal ab. In der achten Minute gab es den ersten Aufreger. J. Gesien sah vor der Süd eine Gelbe Karte. Es folgten laute Pfiffe und Geschrei. Mein Blick ging dann auch zum Spielertunnel, aber Herr Han rannte noch nicht auf’s Spielfeld. Auch in der 23. Minute kam er nicht. Dabei hatte er ja allen Grund dazu. Ein Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Die Schiris haben das jedenfalls astrein richtig beurteilt. Der ersten Großchance der Himmelblauen in der 30. Minute ging eine Grot’sche Grätsche voraus, für die er sich Szenenapplaus abholte. Auch gerade beim Kapitän hatte man das Gefühl, dass er die Ankündigung „Wir wollen Taten sprechen lassen“ wirklich umsetzen wollte. Die zweite Großchance wurde dann zum ersten Treffer veredelt. Den Abpraller des Berliner Torhüters versenkte Bozic zum 1:0. Davon waren offensichtlich die Berliner schwer beeindruckt, da sich vier Minuten später die Berliner Hintermannschaft nicht einig war und R. Garcia einen verunglückten Pass abfing. Allein auf dem Weg zum Tor ließ er sich nicht beirren und versenkte den Ball souverän zum 2:0. Zwei Tore in vier Minuten, so spielt ein Spitzenteam. Mit diesem beruhigenden Spielstand wurde die Halbzeitpause eingeläutet, die mit dem üblichen Ritual „erst-wegschaffen-dann-neues-holen“ begangen wurde.

Spielszene

In die zweite Halbzeit starteten die Mannschaften weniger spielfreudig als zu Beginn. Erst der 1:2 Anschlusstreffer durch A. Kargbo sorgte wieder für mehr Spannung. Wie schon beim Auswärtsspiel beim VSG Altglienicke wurde diese nur aufgrund des Spielstandes erzeugt. Trainer D. Bergner reagierte darauf mit Wechseln, brachte erst T. Mauer für Torschütze D. Bozic und später wurde Torschütze R. Gracia für P. Milde ausgewechselt. Beide Torschützen raus, das war zum Glück kein schlechtes Omen. In der 84. Minute traf M. Langer mit dem Kopf zum 3:1. Vorausgegangen war diesem Treffer ein verzögerter Freistoß von D. Grote. Sehr schön gemacht. Das sahen auch die Fans so, die unseren Kapitän in der 89. Minute mit Standing Ovations vom Platz verabschiedeten. Für ihn kam K. Taag, der dann noch eine gelbe Karte von D. Frahn miterleben durfte, der sich nicht ganz zu Unrecht über den Schiedsrichter beschwert hatte. Am Ende tat dies aber der sich verbessernden Stimmung keinen Abbruch. Schließlich war dann klar, dass der CFC hier als Sieger vom Platz geht. Der Berliner AK und sein Präsident verlassen diesen als Verlierer. Ein Spitzenspiel war es vielleicht nicht ganz, dafür aber eins mit vielen Spitzenwerten in Sachen medialer Provokation.

Ein Gefallen hat sich der Berliner AK Präsident jedenfalls nicht getan. Von Seiten des CFC wurden alle Anstrengungen unternommen, dass ein begeisterndes Fußballfest gefeiert werden konnte. Warum nutzte Herr Han nicht diese willkommene Gelegenheit, sich der Botschaften des CFC für Weltoffenheit-Toleranz-Fairness sowie Freiheit-Demokratie-Rechtstaat anzuschließen. Seine unterscheiden sich ja nicht wirklich von der des CFC. Somit hat er ein klassisches Eigentor geschossen. Meine Empfehlung daher für ihn: Treten Sie in Zukunft weiterhin für ihre Werte ein. Verzichten sie dabei bitte auf andauernde Provokation, Hinhaltetaktik und suchen sie das Gespräch zuerst mit den betroffenen Vereinen, anstatt gleich allen skandalgeilen Sportredaktionen permanent neue Nahrung zu liefern.

Zurück zum Hauptakteur, dem Chemnitzer FC: Ergebnisorientiert betrachtet ist dieser 3:1 Heimsieg der 8. Erfolg in Serie. 24 Punkte, bei 21 Toren und 8 Gegentoren. Das sind die nackten Zahlen, die die aktuelle Situation emotionslos beschreiben. Daher will ich es mal anders betrachten: Himmelblauer Waaaaahnsinn, acht Siege in Folge! Olè Olè, Olè Olè. Ein-Brett-eine-Duftmarke-ein-Ausrufezeichen-Zeichen-an-die-Konkurrenz-was-auch-immer. Der Chemnitzer FC ist: Spitzenreiter Spitzenreiter hey hey. Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey. Oh, oh, oh – Chemnitzer FC Allez, Allez, Allez, Allez Chemnitzer FC!

By Nino

Abpiff

Voll auf die Sieben! Der CFC zu Gast beim VSG Altglienicke

Zum Beginn der berlinerisch-englischen Woche stand am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 zunächst ein Auswärtsspiel bei der Volkssportgemeinschaft Altglienicke für den Chemnitzer FC an, bevor der Berliner AK am 8. Spieltag an der Fischerwiese gastieren wird. Man vermutet es zumindest. Stand jetzt soll die Entscheidung hinsichtlich des Antretens der Berliner einen Tag (!) vor dem Spiel fallen. Total gespannt warten wohl alle Beteiligten darauf, ob sich die Berliner (allen voran deren Präsident) noch mehr mit Ruhm bekleckern wird oder nicht.

Die Himmelblauen haben jedenfalls ihre Fahrt ins völlig ungefährliche Berlin angetreten und standen pünktlich auf dem Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahns Sportparks im Stadtteil Pankow. Warum es dazu nicht in Altglienicke kam, ist der Tatsache geschuldet, dass die VSG in Folge des Aufstiegs 2017 in die Regionalliga in dieses Stadion umziehen musste, da das eigene mit Kunstrasenplatz nicht den Anforderungen an die Standards der besagten Liga entsprach. So ist es dann auch für die Südost-Berliner in gewissermaßen ein Auswärtsspiel.

StadionPanorama

Zu Auswärtsspielen fahren tendenziell auch weniger Fans, was für dieses Spiel für beide Teams zutraf. Gerade einmal 1022 Zuschauer kamen ins Stadion, indem auch schon Michael Jackson 1992 im Rahmen seiner Dangerous Tour aufgetreten war. Damals ausverkauft und sicherlich in bester Stimmung, wirkten hier die Fans im weiten wie bunten Rund doch eher verloren. Auf die schätzungsweise 200 mitgereisten CFC-Fans war wie immer Verlass, die Gesänge wurden ab Minute eins angestimmt.

CFC-Fans

Diese Gesänge sorgten dann auch dafür, dass der CFC hier gefühlt ein Heimspiel hatte. Die heimischen Fans fanden ihre Erregungshöhepunkte bei der Vergabe von gelben Karten und Abseitspfiffen, ansonsten eher Totenstille. Im Gegensatz dazu feuerten die CFC-Fans die Mannschaft an und diese spielten selbstbewusst nach vorne und suchten den schnellen Abschluss. Diese Angriffsbemühungen wurden dann auch in der 11. Minute belohnt. Zwar nicht direkt aus dem Spiel heraus, sondern durch ein Foul an R. Garcia im 11meter-Raum. Folgerichtig gab es einen Elfmeter, den Kapitän D. Grote sicher verwandelte.

Grote11er

Im weiteren Spielverlauf waren die Chemnitzer Angriffsbemühungen nicht mehr ganz so zwingend. Dennoch reichten diese wiederum ein Elfmeter rauszuholen. Dem zweiten ging ein Foul an P. Itter voraus, D. Frahn verwandelte zum 2:0.

Frahn11er

2 Tore durch Elfmeter, das sieht man auch nicht so oft. So musste es dann auch soweit kommen, dass in der 45. Minute ein weiterer Treffer fiel. Ausgerechnet der Ex-Himmelblaue B. Förster traf zum 1:2 Anschlusstreffer. Dreimal darf geraten werden: Ja, durch einen Elfmeter.

Mit diesem ging es dann auch direkt in die Halbzeitpause. Diese wurde seitens des Stadionsprechers der Altglienicker für eine Live-Gesangseinlage genutzt. Nicht jedermanns Geschmack, aber er grüßte die Chemnitzer Fans und sang mit Leidenschaft. Hut ab!

HalbzeitShow

Diese Leidenschaft hätte man sich auch für die zweite Halbzeit seitens der Teams gewünscht. Das Spiel kam leider ohne wirkliche Torraumszenen aus, der Großteil des Geschehens spielte sich im Mittelfeld ab. Die Minuten verrannen und die Spannung wurde letztendlich allein durch den Spielstand aufrechterhalten. Bei aller Liebe zum Spiel, aber das war kein Einblick in die fußballerische Feinkostabteilung. Umso genüsslicher die Chemnitzer Fans, die jedes vorbeifliegende Flugzeug mit einem kräftigen „Flug-Zeug“-Ruf feierten. Und da diese im 5-Minuten-Takt ihr Ziel Tegel ansteuerten, war immer wieder für Stimmung gesorgt.

Etwas spannender wurde es dann nochmal in den letzten Spielminuten, als die Altglienicker zwar noch eine Riesenchance heraus, aber nicht erfolgreich zu Ende spielten. Auch zwei weitere Ecken blieben ohne Erfolg.

StadionAbends

So blieb es bei dem Spielstand und der CFC feierte einen eher glanzlosen 1:2 Auswärtssieg. Der Vereinsrekord wird damit weiter ausgebaut und die Himmelblauen stehen weiter unangefochten wie ein Fels in der Tabellenbrandung an der Spitze der Regionalliga Nordost. Die Mannschaft trotzt den stürmischen Zeiten und sendet sportliche Hoffnungszeichen in Richtung der Gläubiger, Sponsoren und Fans.

Abschluss

Wahrscheinlich ist der nächste Gegner der Berliner AK. Wie eingangs erwähnt, ist noch nicht endgültig entschieden, ob die Berliner auch wirklich antreten. An diesem Abend ist mir noch herzlich egal, denn zwei Dinge sind klar: Erstens: Der CFC ist als Spitzenreiter nach Berlin gekommen. Zweitens: Der CFC reist als Spitzenreiter aus Berlin ab. In diesem Sinne: Gute Fahrt, wohin auch immer.

By Nino