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Entwurf Fancharta Chemnitzer FC e.V.

Dok1

Seit der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. im Stadion An der Gellerstraße und den sich anschließenden Irrungen&Wirrungen befindet sich der Chemnitzer FC in einer schweren Krise. Zwischen Vereinsvertretern und Fans sowie innerhalb der Fanszene, wird das Für und Wider dieser Aktion heiß diskutiert. Es stellt die Himmelblauen vor die Zerreißprobe. Sportvorstand T. Sobotzik beklagte bereits: „Die Jungs hören, dass sie bei einem Nazi-Verein spielen.“ Das tun sich selbstverständlich nicht. Der CFC und Teile seiner Fans haben jedenfalls (k)ein Problem mit extremistischen Gedankengut. Hier gilt es klar zu unterscheiden und das es eher nicht links ist, das dürfte auch klar sein. Die Vereinsziele sind an sich in der Satzung verankert. Aber was sind schon wohlmeinende Aussagen, wenn sie doch nur Lippenbekenntnisse bleiben!?

Wir schlagen daher vor, dass der Chemnitzer FC mit seinen Fans eine Fancharta erarbeitet, dessen Grundlage das weitere Zusammenwirken abbildet. Dabei haben wir uns rotzfrech bei der SG Dynamo Dresden bedient und deren Fancharta hergenommenem (in der Hoffnung, dass keine urheberrechtlichen Konsequenzen drohen). Diese dient nämlich als hervorragende Grundlage für einen ersten himmelblauen Entwurf, der in den entsprechenden Gremien des CFC beraten werden sollte. Alle himmelblauen Fans, die an Diskussion teilnehmen wollen&können, sind aufgerufen, diesen Entwurf zu diskutieren. So sieht nämlich gelebte Fankultur aus. Auf geht’s!

By Baba&Nino

 

„Präambel

Die Fancharta beschreibt die Zusammenarbeit zwischen allen Fans und dem Verein Chemnitzer FC e.V. mit dem Ziel, ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis zu schaffen und die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller zu gewährleisten. Alle Parteien verpflichten sich selbst zur Einhaltung aller Punkte und stehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv für die Umsetzung ein.

 

1. Grundsätze

Die Grundsätze stellen das Fundament der Fancharta dar. Alle weiteren Punkte bedürfen der Akzeptanz dieser Prämissen.

1.1   Respektvolles Miteinander

Alle Fans und Vereinsvertreter verpflichten sich sowohl in der öffentlichen Darstellung, als auch im direkten Gespräch oder in schriftlichen Auseinandersetzungen (z.B. in Internet-Foren) zu einem angebrachten, ehrlichen und respektvollen Umgang. Das umfasst auch die Einhaltung von rechtlichen Gegebenheiten (umfasst z.B. Gewalt, Persönlichkeitsrechte, körperliche Unversehrtheit, Stadionordnung).

1.2   Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung

Der Verein Chemnitzer FC e.V. und die Fans stehen aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung (aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, religiöser und sexueller Orientierungen sowie körperlicher und geistiger Beeinträchtigung) innerhalb und außerhalb des Stadions ein.

1.3 Im Mittelpunkt steht immer der Verein. Beide Seiten setzen alles daran, Schaden von diesem abzuwenden.

1.4 Eine inhaltliche Zensur von Choreographien, Spruchbändern und nicht-kommerziellen Publikationen findet nicht statt, sofern sie den Grundsätzen dieser Fancharta entsprechen.

1.5 Öffentliche Verlautbarungen sollen nicht über Medien kommuniziert werden, bevor dem fraglichen Sachverhalt zugrundeliegende Informationen und Motive gründlich geprüft worden sind.

 

2. Regelungen im Stadion

2.1 Fankultur

2.1.1 Ein von Fans und Vereinsvertretern gemeinsam definierter Bereich im Stadion ist Sammelpunkt für die aktivsten Fans. Darauf wird von Vereinsseite ausdrücklich hingewiesen. Sammelpunkt für die aktivsten Fans ist die Südtribüne Block 6A-6C.

2.1.2 Die Südtribüne wird von den Fans selbstverwaltet. Verein und Fanszene setzen sich für ein mögliches Minimum an Sicherheitskräften in diesen Blöcken ein.

2.1.3 Es bestehen keine Reglementierungen bezüglich der Anzahl und dem Inhalt von Fahnen und Doppelhaltern. Für Auswärtsspiele setzt sich der Verein auch beim jeweiligen gastgebenden Verein dafür ein. Bei Missachtung der Fancharta behält sich der Verein vor, sich beim gastgebenden Verein diesbezüglich nicht einzusetzen.

2.1.4 Die Südtribüne ist inklusive der dazugehörigen Stadionmauer ausschließlich Zaunfahnen vorbehalten und wird nicht vermarktet.

2.1.5 Choreographien müssen bis spätestens fünf Werktage vor dem Spiel (Inhalt, Umfang, Materialien) ausschließlich bei den Fanbeauftragten angemeldet werden. In Ausnahmefällen ist dies auch bis einen Werktag vor dem Spiel möglich. Die/Der Veranstaltungsleiter und der die Sicherheitsträger entscheiden über die Zulässigkeit der Aktionen in brandschutz- und sicherheitstechnischer Hinsicht. Kurzfristige Änderungen werden durch die Fanbeauftragten, dem Sicherheitsbeauftragten und der Veranstaltungsleitung genehmigt. Sollte es Unstimmigkeiten bzgl. der Choreographie geben, verpflichten sich die beiden Parteien, umgehend das Gespräch zur Klärung des Sachverhalts zu suchen.

2.1.6 Spruchbänder werden in der Regel bis einen Werktag vor dem Spiel bei den Fanbeauftragten angemeldet. In Ausnahmefällen ist eine Anmeldung bis 90 Minuten vor Anpfiff möglich.

2.1.7 Nichtkommerzielle Publikationen zur Fankultur (Fanzines, Flugblätter etc.) dürfen im Stadion verteilt werden. Flugblätter, Informationen etc. können im Stadion an Informationstafeln angebracht werden. Der Verein verpflichtet sich, in allen Stadionbereichen Informationstafeln anzubringen.

2.1.8 Die Fans können an Ständen im Stadion eigene Fanartikel oder Publikationen zur Refinanzierung von Choreographien oder Fanveranstaltungen verkaufen. Für jeden Stand muss ein Verantwortlicher, auch in Bezug auf steuerrechtliche Belange benannt werden. Die zu verkaufenden Artikel sind vorher mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

2.1.9 Ermäßigungen für Schüler, Auszubildende, Studenten, ALG II-Empfänger und Inhaber eines Schwerbehinderten-Ausweises sind während des Vorverkaufs in ausreichender Anzahl verfügbar, Kinder unter 6 Jahren erhalten ohne Anspruch auf einen Sitzplatz und in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt, Kinder zwischen 6 und 15 Jahren eine Kinderkarte. An der Tageskasse sind ermäßigte Karten je nach Verfügbarkeit erhältlich. Eine Limitierung unterhalb der Stadionkapazität ist nicht vorgesehen.

2.1.10 Einlasskontrollen finden in angemessener Form statt. Ganzkörper-/Nacktkontrollen werden nicht durchgeführt. Ansprechpartner für Fans bei Problemen am Einlass sind die Fanbeauftragten.

2.1.11 Der Chemnitzer FC e.V. lehnt die Personalisierung von Tageskarten aus eigenem Antrieb ab.

2.1.12 Der Chemnitzer FC e.V. bestreitet keine Freundschafts- bzw. Testspiele gegen FC Erzgebirge Aue.

 

2.2 Fanbetreuung

Der Chemnitzer FC e.V. und der Fanszene Chemnitz e.V. betreiben gemeinsam Fanbetreuung im Stadion. Hierfür wird ein Team aufgestellt, das allen Fans zur Verfügung steht. Der Chemnitzer FC e.V. stellt für eine effektive Fanbetreuung geeignete Stände zur Verfügung, die einen optischen Wiedererkennungswert verzeichnen. Mit jedem Fanbetreuer ist ein Ehrenamtsvertrag abzuschließen. Um eine effektive und nachhaltige Fanbetreuung zu gewährleisten, erhalten die Fanbetreuer Zugang zu den erforderlichen Stadionbereichen, um die entsprechende Arbeit ausführen zu können. Diese Arbeitskarte ist bei Bedarf bis einen Werktag vor dem Spiel bei der Fanabteilung anzumelden.

 

2.3 Bewahrung der Ursprünglichkeit eines Fußballspiels

2.3.1 Die Stimmung und der Support gehen ausschließlich vom Publikum aus. Innerhalb des Vorprogramms gibt es eine Fanzeit, in der Informationen von Fans für Fans präsentiert werden. Sie beginnt in der Regel 30 Minuten vor Anpfiff und dauert etwa 5 Minuten. Verantwortlich für die Organisation und Durchführung ist das Fanzeit-Team

2.3.2 Ein Maskottchen und/oder Cheerleader kommen nicht zum Einsatz.

2.3.3 Klatschpappen oder ähnliche akustische Instrumente kommen nicht zum Einsatz.

2.3.4 Die Lautstärken der Stadionansagen, Werbung und Musikeinspielungen sind so zu wählen, dass die Stimmung im Stadion nicht unterdrückt wird. Werbebotschaften werden während des Spiels nicht durch akustische Signale unterstützt.

2.3.5 Auf die Verbreitung von sichtbar durch Sponsoren beeinflusste Fanartikel, die das ursprüngliche Kurvenbild beeinflussen, wird verzichtet.

2.3.6 Fußball muss für alle Fans bezahlbar sein und bleiben. Bevor die Kartenpreise für die neue Saison veröffentlicht werden, tauschen sich Verein und Fanvertreter über die Kartenpreise aus.

 

2.4 Gästefans

2.4.1 Gästefans erfahren nach Möglichkeit eine Gleichbehandlung in allen sie betreffenden Punkten der Fancharta (außer Punkt 2.1.7).

2.4.2 Um möglichst vielen Gästefans einen Stadionbesuch zu ermöglichen, sollte nach Verfügbarkeit, jedem Gästefan der Zutritt am Spieltag zum Stadion ermöglicht werden (bei Ausverkauf ist dies nicht möglich).

2.4.3 Der Chemnitzer FC e.V. gibt im Bedarfsfall jedem Gastverein mind. 10% der insgesamt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten zum Verkauf frei.

 

2.5. Auswärtsspiele

2.5.1 Bei Auswärtsspielen besteht prinzipiell das Recht auf individuelle Anreise. Beim Erwerb des Auswärtstickets gibt es keinen Zwang zum Kauf eines Fahrscheines für Beförderungsmittel. Davon ausgenommen sind vertragsbedingte Kombi-Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Regelungen bei organisierten Fanzügen werden im Einzelfall miteinander abgestimmt.

2.5.2 Die Fans fördern auswärts im gesetzlichen Rahmen und unter Beachtung der Stadionordnung des gastgebenden Vereins selbstregulierende Maßnahmen.

2.5.3 Der Verein behält sich vor, über bereits vor dem Spieltag bekannte sicherheitsrelevante Maßnahmen vor Ort (Wegeverengungen, Vorkontrollen, zwangsweise Zuführungen zum oder vom Stadion, ungeeignete Gitter etc.) zu informieren, damit entsprechende Verhaltensanforderungen zu den Fans transportiert werden können.

2.5.4 Die Fanbetreuer werden mit einem Ehrenamtsvertrag gebunden und sind durch eine bereichsbezogene Arbeitskarte zu entschädigen. Die gemeinsame Anreise soll vom Verein organisiert werden. Die ehrenamtlichen Fanbetreuer haben einen direkten verantwortlichen Ansprechpartner zu benennen, welcher mit den Ansprechpartnern (Fanbeauftragte, Sicherheitsbeauftragter o.a.) seitens des Vereines kommuniziert

 

3. Regelungen zum allgemeinen Miteinander

Die Fans des Chemnitzer FC e.V. sind neben den Mitgliedern, den Gremien und Angestellten und den Sponsoren eine der tragenden Säulen des Vereins. Daraus ergeben sich für die Fans Verpflichtungen, insbesondere in der würdigen Vertretung des Vereins, aber auch Rechte. Um diesem Aspekt öffentliche Anerkennung zu verleihen, werden folgende Vereinbarungen getroffen:

3.1 Der Chemnitzer FC e.V. beschäftigt mindestens zwei Fanbeauftragte. Die Fanbeauftragten sind Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Fans und Verein. Sie holen, zu speziell die Fans betreffenden Entscheidungen des Vereins bereits im Vorfeld Meinungen aus der Fanszene und tragen diese an die Entscheidungsträger im Verein heran.

3.2 Die Verwendung des Vereinslogos und der Schriftzüge „Die Himmelblauen“ und „Chemnitzer FC“ für nicht-kommerzielle Zwecke ist für Fans kostenfrei. Weitere Ausnahmen zur kostenfreien Verwendung stellen Aktivitäten zur Finanzierung von Choreographien und Fanarbeit dar. Im Gegenzug erklären sich die Fans bereit, die Art der Verwendung bei der Marketingabteilung zur Abstimmung vorzulegen.

3.3 Der Verein bietet den Fans die Möglichkeit, Informationen und Inhalte von Fans für Fans auf der offiziellen Homepage des Vereins zu veröffentlichen. Die Inhalte sind vor der Veröffentlichung im Bereich „Fans“ mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

 

4. Umgang mit Stadionverboten

(durch den Chemnitzer FC e.V.)

Bei Stadionverboten besteht die Möglichkeit durch Kontaktaufnahme mit den Fanbeauftragten und der Stadionverbotsanhörungskommission (SVAK) eine kurzfristigere Bearbeitung der Stellungnahme zu erreichen.

Der Chemnitzer FC e.V. weist den Ordnungsdienst an, bei zweifelhaften Problemsituationen am Spieltag vor deren Klärung Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten und den Fanbeauftragten zu halten.

4.1 Personen, denen die Aussprache eines (bundesweiten) Stadionverbots droht, erhalten eine schriftliche Information über die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen bzw. schriftlichen Anhörung vor der SVAK. Bei erfolgtem Antrag eines Betroffenen findet die Anhörung in jedem Fall vor Aussprache des Stadionverbots statt.

Wird die betroffene Person von Ordnungsdienst und/oder Polizei direkt überführt, behält der Verein sich vor noch vor Ort ein Stadionverbot auszusprechen.

4.2 Bei drohenden Stadionverboten für CFC-Fans durch andere Vereine/den DFB unterstützt und berät der Chemnitzer FC e.V. betroffene Fans bei der Wahrnehmung all ihrer Rechte.

 

5. Allgemeiner Umgang mit der Fancharta

5.1 Bei Verstößen gegen die Fancharta verpflichten sich beide Seiten Gespräche aufzunehmen, um den Sachverhalt zu klären und gemeinsam Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung von Zuwiderhandlungen zu erreichen. Ausgenommen hiervon sind Handlungen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen und daraus resultierenden Maßnahmen.

5.2 Alle Parteien verpflichten sich, jährlich in der Winterpause die Fancharta gemeinsam auf eventuell notwendige Veränderungen zu überprüfen.

5.3 Die weitere Bearbeitung der Fancharta wird unter der Moderation des AWO Fanprojekt Chemnitz e.V. von Vertretern des Chemnitzer FC e.V. und den Unterzeichnern durchgeführt.

 

6. Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen der Fancharta unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Unterzeichnung unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Fancharta im Übrigen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkung der Zielsetzung am nächsten kommt, die bei der Aushandlung der Fancharta mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung beabsichtigt wurde. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich die Fancharta als lückenhaft erweist. Zur Ausfüllung der Lücke verpflichten sich die Parteien auf die Etablierung angemessener Regelungen in dieser Fancharta hinzuwirken, die dem am nächsten kommen, was bei der Aushandlung unter Berücksichtigung des entsprechenden Punktes nach dem Sinn und Zweck der Fancharta bestimmt worden wäre.“

 

 

 

 

Kommentar zum himmelblauen Juni 2017 – Teil 2

chemnitz

„Alles neu macht der Juni!“ Dieses Motto galt auch weiterhin für die zweite himmelblaue Juni-Hälfte 2017. Zum ersten Juni-Teil geht’s hier.

In Sachen Kader-Planung lief es richtig rund. Besser gesagt lief es eher auf einen Kader-Umbruch hinaus, denn zum Stand vom 30. Juni 2017 hat der CFC 11 Abgänge und 9 Zugänge vermeldet. Bei den Zugängen ist einzig mit Marvin Thiele ein Spieler aus der eigenen U19 dabei. Ansonsten alles Spieler aus der 3. Liga, unteren Klassen oder aus dem Ausland. Die Marschrichtung in Sachen Mannschaftsentwicklung hatte Sportvorstand Ziffert in einer Meldung zur aktuellen Lage Mitte Juni vorgegeben. Er teilte mit, dass er nur mit Spielern arbeiten will, die sich „100% mit ihrer Aufgabe beim CFC identifizieren“. Beim Blick auf die Anzahl der Abgänge könnte man böswillig behaupten, dass da ja nicht mehr viele Spieler übriggeblieben sind, die sich voll und ganz dem CFC verschreiben. Eine Einzelfall-Betrachtung wäre zwar angemessener, aber was hilft es sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ziffert formulierte dies daher positiver: „Wir müssen und wollen einen Neuanfang starten“.

Einen Neuanfang gab es ja auch auf der Trainerbank. Mit der Verpflichtung von Horst Steffen und dem Co-Trainer Sreto Ristic wurde wieder Wert daraufgelegt, dass es eine klare Spielphilosophie geben soll. Wir sind daher gespannt, ob das Trainer-Duo ihre offensive Spielweise umsetzen kann. Neben der neuen taktischen Ausrichtung wird mit der Verpflichtung von Ristic wieder verstärkt der Fokus auf die Fitness der Spieler gelegt. Dieser Bereich war in der vergangenen Saison einer der unrühmlichen Baustellen unter Cheftrainer Köhler. Da sich Köhler mit dem unter Vorgänger Heine engagierten Fitnessexperten nicht auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, entfiel diese für die Mannschaft. Dennoch nutzten einige Spieler die innovativen Angebote des Fitnessexperten. Nun soll offensichtlich diese Arbeit voll und ganz Ristic übernehmen. Vorschluss-Lorbeeren bringt er zumindest schon mal mit, da er in früheren Tagen mit Bundesjogi Löw zusammengearbeitet hat. Welche Auswirkungen das allerdings haben wird, werden wir erst sehen, wenn es darauf ankommt. Nämlich auch noch in der 80.Minute einen Sprint zu starten, um den vielleicht entscheidenden Konter einzuleiten.

Ein entscheidendes Puzzlestück dazu, dass man überhaupt in der 3. Liga wieder dabei ist, war die Vereinbarung des Benefizspiels vs. Dynamo Dresden. Dies sollte am Mittwoch, 5. Juli stattfinden und die Planungen für die Teilnahme unsererseits waren schon sehr weit fortgeschritten, die Vorfreude entsprechend groß. Leider wurde dieses Gefühl aber 8 Tage vorher mit einem sinnbildlichen Schuss in die Magengrube jäh beendet. Denn es wird uns schlecht, wenn wir an die Begründung denken müssen, warum dieses Spiel verschoben wird: „Aufgrund der Lageeinschätzung der Sicherheitsbehörden […] bedingt durch den G20 Gipfel […] in Hamburg“. Übersetzt heißt das, dass zu wenige Polizisten zur Verfügung stehen. Um ein Spiel für den guten Zweck abzusichern. Ein Fußball-Spiel. In Chemnitz. Damit wäre auch die Frage beantwortet, was Chemnitz mit G20 zu tun hat 😉

Zur bitteren Wahrheit gehört auch, dass es offensichtlich nicht mehr möglich ist, ein Fußball-Spiel ohne die freundliche Begleitung durch die Polizei organisieren zu können. Vielleicht war das ja früher mal besser!? Unsere klare Meinung: #FCKG20

Bei der Planung und Vorbereitung des neuen Spieltermins kann nun auch der neue kaufmännische Leiter Lars Schauer mitwirken. Dieser hatte schon länger als Berater beim CFC gewirkt, nun also in der Geschäftsführung. Optimistisch betrachtet kann dies als (weiterer Versuch) gewertet werden, die Phase der CFC-Sanierung mit noch mehr Professionalität angehen zu wollen.

Aufgrund dieser Phase kann es sich bei der Saison 2017/2018 nur um eine Übergangssaison handeln. Das Gerede von einem Aufstieg in die zweite Bundesliga könnte man sich folglich getrost sparen und erst einmal auf eine Saison ohne deprimierende Tiefen und allzu euphorische Höhen hoffen. Schlauer dazu sind wir allemal erst wenn’s vorbei ist…daher gilt der Blick auf das Hier und Jetzt:

Nach dem Trainingsauftakt, zu dem über 1500 Fans ins Stadion kamen, standen zwei Testspiele an. Ein 9:0 vs. den Mittelsachsenmeister Barkas Frankenberg bildete einen schwungvollen Beginn. 3 Tage später folgte der zweite Test. Diesmal weniger Tore, dennoch ein 2:0 Sieg gegen Banik Sokolov. Eine makellose Bilanz…unbesiegt…die Null steht…so könnte man ganz optimistisch schreiben.

Die wahren Prüfsteine werden aber noch kommen und der Juli wirft seine Schatten bereits voraus. Das nächste Testspiel steht am 8. Juli vs. ZFC Meuselwitz an. Da wird sich vielleicht schon ein bisschen zeigen, wie die Mannschaft anders spielen wird. Was die Kaderplanung betrifft, so scheint der Sportvorstand seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Richtig ernst wird es dann zum Start in die neue 3. Liga-Saison mit dem Heimspiel vs. FSV Zwickau, am 21.Juli. Bis dahin sind dann hoffentlich auch die Fragen geklärt, wer wie Karten für das DFB-Pokal-Spiel vs. FC Bayern München bekommt. Nicht zu vergessen das Benefizspiel vs. die SGD. Insgesamt war es ein ereignisreicher Juni, bleibt zu hoffen, dass der Schwung in den Juli mitgenommen werden kann. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Juli 2017.

By Baba und Nino

 

„Was bisher geschah…“ Teil 4

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Es ist wieder an der Zeit zurückzuschauen. Im vierten Teil der Serie „Was bisher geschah…“ hat sich der Bayern-Sympathisant Nino der Situation von Pep Guardiola beim FCB beschäftigt. Darüber hinaus haben wir den erst halbjährlichen, nun gefühlt ständigen Transferwahnsinn kommentiert sowie die Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD niedergeschrieben. Die „Eindrücke“ der ersten Trainerstation von Stefan Effenberg beim SC Paderborn konnten wir freilich nicht unkommentiert lassen. Keep on, Effe! Last but not least haben wir uns voller Neugierde auch dem Baseball und dem Frauenbasketball in New York City gewidmet. Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2 und aller guten Dinge Teil 3.

31. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 1!

32. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 1

33. Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern

34. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 2

35. Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

36. The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.

37. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 2!

38. Sportliches Fremdgehen in New York City

39. Das Runde muss ins Runde! Frauen-Basketball in New York

40. Saison-Rückblick 2016 Teil 1 Platz 18-13

 

Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

RBvs.Dresden

„Tradition gegen Kommerz“. Das war das Motto zum DFB-Erstrundenpokalspiel zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig. Nicht nur ein Sachsen-Duell, nicht nur 1. Bundesliga gegen 2. Liga, sondern auch noch das ganz große Thema: „Traditionsclubs vs. Plastikclubs“. Auch Baba und ich haben uns diesem schon mit mehreren Beiträgen gewidmet. Angefangen mit Baba’s Dunkler Vorhersage, dem Anfang der Gegenrede dazu sowie dem ersten Teil vom Traditionsclubs vs. Plastikclubs. Nun muss man kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass diese Thematik nichts an ihrer Aktualität verlieren wird, nicht zuletzt durch den Aufstieg von RB Leipzig in das Oberhaus des deutschen Fußballs.

Mit diesem Aufstieg scheint nämlich für einige Fan-Gruppierungen das Hass-Fass übergelaufen zu sein. Nehmen wir nur drei Beispiele die illustrieren, in welcher Art und Weise versucht wird, den Verein RB Leipzig zu bekämpfen.

Numero uno: Beim Vorbereitungsspiel vs. FC Frankfurt wurden in der Nacht vor dem Spiel Steine und Schrauben auf dem Rasen des Frankfurter Stadion der Freundschaft verteilt. Diese wurden von den Frankfurtern entfernt und Leipzig gewann das Spiel mit 10:0.

Numero due: Die BVB-Ultras-Gruppe The Unity hat mit einem offenen Brief dazu aufgerufen, das kommende Bundesliga-Auswärtsspiel vs. RB zu boykottieren. „[…] Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden. Es ist ein Skandal, dass eine rein kommerzielle Marketingaußenstelle eines österreichischen Getränkeherstellers tatsächlich in Deutschlands höchster Spielklasse antreten darf. Dies widerspricht allen sportlichen und emotionalen Werten […].“

Numero tre: Im Vorfeld des DFB-Pokalspiels haben die Dresdner Veranstalter den Leipziger Fans empfohlen, aus Gründen der Deeskalation mit einem getarnten Bus eine alternative Route zum Stadion zu fahren. Die Leipziger lehnten ab, mit der Begründung, dass man sich nicht verstecken wolle.

Diese Beispiele könnten noch durch weitere bereichert werden, allen voran dem Pokalspiel 2015 vs. Osnabrück, bei dem ein „Fan“ ein Feuerzeug auf Spieler D. Selke werfen wollte, allerdings den Schiri traf und somit die Entscheidung am „grünen Tisch“ herbeiführten bzw. das Weiterkommen über den unsportlichen Weg wählten.

Leider werden noch viele weitere solcher Geschichten/Aktionen dazukommen. Leider deswegen, weil es wohl mehr dümmliche statt humoristische Aktionen geben wird. Ich wünschte ich könnte diese Aussage irgendwann revidieren und sagen, dass es viel mehr zum Lachen, als zum fremdschämen gab.

Denn eines müssen sich die Gegner von RB Leipzig immer wieder bewusst sein: Mit jeder Protestaktion, mit jedem Boykott, mit jeder Spielunterbrechung oder Entscheidung über das DFB-Sportgericht, mit jedem Spießrutenlauf der RB-Fans wird dieses Thema von den Medien äußerst dankbar aufgenommen. Dann wird dieses immer und immer wieder rauf und runter gespielt und der Vorwurf…RB sei nur ein Marketing-Instrument…von den Traditionalisten konterkariert. Der RB-Medienfuzzi hat wohl jetzt schon feuchte Träume, wenn er nur daran denkt, wie oft RB in den Schlagzeilen sein wird. Denn der hat auch schon von Alfred Selacher’s Spruch gehört: „bad news are good news“.

Nun habe ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder könnte die eine Lösung dieses Problems präsentieren.

Vielleicht sollten sich die Traditionsclubs und ihrer Anhängerschaft mehr darauf konzentrieren, dass sie die Mannschaft von RB Leipzig sportlich fair auf dem Rasen besiegen. Wenn es dabei bleibt, dass RB nur Spieler unter 23 Jahren und mit einem maximalen Jahresgehalt von 3 Mio. Euro einstellt, dann sollten sich einige Vereine mal hinterfragen, ob sie nicht gegen eine bessere Jugendmannschaft gewinnen sollten. Denn das ist meines Erachtens der einzige Weg, diesem Konstrukt die sportliche Stirn zu bieten. Auch auf Verbandsebene sollte mehr Energie aufgebracht werden, denn dort muss über die Statuten #50+1Regel konstruktiv diskutiert werden. Gerne wird dabei gegenargumentiert, dass der Konzern Red Bull bereits 100 Millionen Euro in das Projekt gesteckt habe. Das haben sie jedoch über den Zeitraum von 7 Jahren getan. By the way: Borussia Dortmund hat in der letzten Transferperiode über 100 Millionen Euro für Spieler ausgegeben. Aber ok es wäre unredlich, den BVB als einzigen (!) börsennotierten (!) Bundesligist (!) aus dieser Diskussion rauszuhalten…

Bei einem bin ich mir jedenfalls sicher: Bisher fehlt dem Ganzen die nötige Ignoranz gegenüber RB Leipzig. Um diesen Verein nicht die Aufmerksamkeit teil werden zu lassen, nach der er so strebt, so muss man RB einfach ignorieren. Bestes Beispiel dazu ist TSG Hoffenheim. Nach anfänglicher Euphorie ist auch dem „Retortenklub“ eine graue Maus geworden, die vor allem in den letzten Jahren um den Abstieg gespielt hat.

Und während ich diesen Text schreibe und bei einem dieser Anbieter von Informationen zum Thema Sport die neuesten News durchlese, kommt die Meldung „Wechselwitz: Großkreutz ätzt gegen RB Leipzig“ auf den Bildschirm. Mit einer ironischen Meldung über #Instagram „schockte“ er seine Fans, indem er den Wechsel zu RB bekannt gab. Schlauerweise hat er seine Meldung noch mit dem Hinweis #spaßGehörtDazu, #ironie und #isso verfeinert, damit es wohl auch der kleinste unter den Hellsten versteht.

Es lässt sich darüber streiten, ob das nun eine dümmliche oder humoristische Aktion ist. Auf jeden Fall eine weitere, die dem Marketinginstrument von Red Bull ein paar Schlagzeilen ohne jeglichen eigenen Aufwand geliefert hat. Also ein klassisches Eigentor!?

By Nino

 

Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

CFC Panorama

Nach dem Baba über die Mutter aller Bezirksderbies berichtete, folgen nun ein paar Eindrücke zum Sachsenderby des Chemnitzer FC gegen SG Dynamo Dresden. Das Duell gegen die Landeshauptstädter hat immer eine gewisse Brisanz, zumal der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga sich anschickte, alle drei Punkte aus der Stadt der Moderne mitnehmen zu wollen. Diese drei Punkte benötigt der CFC allemal mehr, denn mit Platz 14. steht er nicht in der angepeilten Tabellenregion.

Modern kann ich als gebürtiger Karl-Marx-Städter zumindest den sich in der Schlussphase befindlichen Neubau des Stadions bezeichnen. Dieser wird mit der gewohnten sächsischen Handwerkerkunst und nötigen haushälterischen Vernunft errichtet. Zum offiziellen Eröffnungsspiel im Sommer soll sich nach aktuellem Stand die Nummer zwei des deutschen Fußballs, die Borussia aus Dortmund die Ehre geben. Dann wird hoffentlich angenehmeres Wetter sein, denn an diesem 26. Spieltag war das Wetter schlicht und ehrgreifend richtig mies…ein Grad Celsius, gepaart mit Regen und stürmischem Wind.

Doch wie Klugscheißer schon immer zu sagen pflegten: Es gibt nicht das falsche Wetter, nur die falsche Kleidung. Mein Vater und ich machten uns, um diese Worte natürlich wissend, im besten Klamotten-Zwiebel-Stil auf dem Weg zum Stadion. Selten war ich derart gezwiebelt angezogen. Die ständige Begleitung des beschriebenen Wetters erleichterte allerdings die Entscheidung lieber mehr als weniger anzuziehen. Der Einlass zum Stadion verlief unproblematisch, die übliche Fummelei der Ordner auf Wurfgeschosse oder ähnliches war ein Griff ins Leere. Die Inspektion der örtlichen Urinale gestaltete sich auch ohne Zeitverzug, die Suche nach Platz im Westminster Block #PremiumSponsor ebenso. Mein Bruder hingegen nahm geschmeidig auf der Ersatzbank Platz. Nur wer fit, darf so was.

Einem Sachsenderby angemessen, vollzogen die Chemnitzer Fans eine grandiose Choreografie, bei der Vereinslegenden gewürdigt wurden.

CFC Choreo Kopie

Die Dresdner Fans hatten auch irgendwas auf irgendein Plakat geschrieben…die Erinnerung daran ist zu flüchtig…vielleicht war es: „Niemand will Dynamo poppen“…leider war auch der Film der Kamera genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende, so dass dieses Plakat nicht dokumentarisch festgehalten werden konnte. Ein Jammer ersten Grades.

Ein Jammer für die Chemnitzer Mannschaft war auch die erste Chance der Dresdner, die wiederum in der 1:0 für die SGD mündete. Nach einer Ecke des CFC genügten ein paar schnörkellose Passstationen und Aosman traf in der 6. Minute. Damit war auch die Gelegenheit verstrichen mit dem Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“, das Phrasenschwein zum grunzen zu bringen. Hätte ich dieses eingepackt, dann hätte ich allein bis zur Halbzeitpause das Eintrittsgeld wieder einnehmen können, denn die Redseligkeit des Gegengerade-Publikums steigerte sich von Minute und Spielszene. Hätte hätte Fahrradkette.

Immer mehr, vornehmlich Herren, entpuppten sich als Trainer mit langjähriger Erfahrung und Experten des Schiedsrichterwesens. Auch auf Höhe der Mittellinie konnten diese selbstverständlich, über jeden Zweifel erhaben und alternativlos feststellen, dass die Dresdner Spieler so gut wie immer im Abseits standen, der CFC-geführte Ball NICHT im Aus der Tor-Linie war und die gefoulten Dresdner Spieler alles Weicheier, Memmen und Schauspieler sind. In einer Szene war durchaus Talent erkennbar: der Spieler (Name egal, Hauptsache Dresdner) humpelte erst schmerzverzerrt an die Seitenlinie, um nach wenigen Minuten nach einer Art Blitzheilung wie ein junges Reh die Außenlinie des gepflegten Chemnitzer Rasens entlang zu spurten.

Die 1:0 Führung hielt jedoch nicht lange, denn der CFC antwortete mit einer couragierten Leistung in der 13. Minute. Das Tor entpuppte sich in der Nachbetrachtung jedoch als Eigentor des DD-Abwehrchefs Hefele. Egal, Hauptsache drin, das Ding! Es folgten eher zähe Minuten, die von den stimmgewaltigen Fan-Blocks mit durchaus lustigen Gesängen begleitet wurden. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachten die Dresdner dann doch noch einen Angriff erfolgreich zu Ende und der #TorschützeDesMonatsJanuar Testroet netzte auf Chemnitzer Seite ein.

In der Halbzeitpause wurde die Gelegenheit genutzt, um die Ergebnisse aus den anderen Stadien zu checken, schließlich spielen ja noch sechs andere Ostclubs in der 3. Liga, in der bekanntlich die Party steigt. Die angefangenen soziologischen Studien über die Zusammensetzung des Fußball-Stadion-Publikums wurden kurzerhand auf später verschoben, die eigne Erwärmung hatte dann doch Priorität. Dabei hätte ich auch nie gedacht, dass es mir fürs Bier trinken zu ungemütlich-kalt ist. Was die Studien auch herausfinden sollten: Die Liebe zum Spiel eint das Publikum. Ob es dabei in der Südkurve steht, in der Gegengeraden sitzt oder Lachschnittchen im VIP-Bereich vertilgt.

Die zweite Halbzeit wurde dann durch das Angriffsspiel des CFC geprägt. Es gab viele CFC-Chancen und das heimische Publikum erhob sich mehrmals freudig in der Erwartung eines Tores. Der Dresdner Dynamo kam nur selten ins Laufen, wie ein würdiger Tabellenführer spielten sie jedenfalls nicht mehr. Die strittigen Szenen wurden vom gewohnt fachmännischen Publikum mit „du Schauspieler“ oder „das war niemals Abseits“ beurteilt. Dieser Rhetorik konnte auch ich mich nicht entziehen und war erstaunt, wie schnell der Adrenalin-Pegel doch steigen kann. Es dauerte bis zur 85. Minute als der erlösende und verdiente Ausgleichstreffer durch Danneberg fiel. Kollektiver Freudentaumel inklusive.

Dieser bescherte mir wieder die Einsicht, dass nichts über einen Stadion-Besuch geht. Die Fangesänge, die gefühlten 100 Trainer um einen herum, die Luft die sich mit der Fahne des Alkohols und der Zigaretten mischt und vieles Anderes mehr, was der Kneipen-Trip oder das Lauschen des Sportradios von der heimischen Couch aus nicht leisten kann.

Am Ende steht ein 2:2 Unentschieden mit dem beide Mannschaften nicht zufrieden sein können. Für die Fans war es allemal wärmste Unterhaltung. Und die Dresdner wissen nun auch, dass aus Chemnitz nicht einfach so 3 Punkte mitgenommen werden können.

Pünktlich zum Abpfiff gesellte sich zum Regen wieder der stürmische Wind der uns auf dem Rückweg auch nicht von der Seite wich. Auf diesem folgte die Nachbesprechung. Auch kam die Frage auf, ob mit dem Video-Beweis das Fußballspiel gerechter oder diskussionsärmer werden würde. Eine mögliche Antwort folgt vielleicht auf diesem Blog… oder beim nächsten Spiel. Gern etwas wärmer und wieder mit dem Duo Bier&Stadion-Wurst. #BockwurstMitSenf #NurDerCFC

By Nino