Schlagwort-Archive: Ronaldo

Pro Neymar Wechsel

GeldFußball

Drei Wochen ist es nun her: der brasilianische Fußballspieler Neymar wechselte vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain. Für 222 Millionen Euro. Weltrekord-Transfer. Dieser Wechsel beschäftigte die Sport- und Medienwelt über Wochen. +++Eilmeldung+++BreakingNews+++gehörten zur Tagespflicht aller üblichen Verdächtigen Sportmedien. Es bestand so gut wie keine Chance sich dem Wechsel-Theater zu entziehen. Es dauert bei jedem Gespräch über Fußball nicht lange und die Frage „Und was sagst du zum Neymar-Wechsel?“ wurde gestellt. Da die Diskussionen bisweilen kontrovers geführt wurden, ist es mal wieder an der Zeit für ein „Pro“ und „Contra“. Ich nehme das runde Leder auf und nehme die Position Pro Neymar-Wechsel ein.

Vorab dazu einige Anmerkungen: Die 222 Millionen Euro Transfersumme und das Zustandekommen über Beraterverträge usw. sind der bisherige, bittere Höhepunkt des allseits kritisierten Transferwahnsinns. Aber auch diese Eskalation hat es etwas Gutes, denn nur dadurch wird auch dem letzten Fußball-Fan klar, in welchen Sphären sich der Fußball im Allgemeinen und das Finanzgebaren von Vereinen und Investoren im Speziellen entwickelt hat. Von schwer bis gar nicht ist beispielsweise zu vermitteln, welche Gehälter mittlerweile gezahlt werden (müssen).

Neymar hat auf seiner ersten PSG-Pressekonferenz gesagt, dass es ihm nie um Geld gegangen sei. Er sei seinem Herzen gefolgt. Dies kann verständlicherweise als die typische Folkore abgetan werden, wenn Spieler zu einem anderen Verein wechseln… der einem das doppelte Gehalt zahlt.

Überdies zeigt dieser Wechsel auf, dass es noch viele Schlupflöcher im Rahmen der Regeln des Financial Fair Play gibt. Wenn es die UEFA damit ernst meint, dann besteht die Möglichkeit Konsequenzen zu ziehen. Das Ausreizen der Regeln hat, so bitter das auch ist, auch immer eine positive Seite. Umso eher verschärft man sie oder schafft sie wieder ab.

Zudem ist Neymars Formulierung bedauerlich, dass er hier Teil eines Projektes sein will. Ein Projekt ist eben ein Vorhaben, was zeitlich begrenzt ist. In den wenigsten Fällen ist es ein langfristiges Vorhaben, ein auf Nachhaltigkeit angelegtes. Dies steht eben im Widerspruch zu den bisherigen Traditionen im Fußball. Ein Verein ist kein Projekt. Hätte er doch einfach gesagt, er will bei PSG Teil einer Entwicklung sein. Einer Vision meinetwegen. Das er etwas mit aufbauen will. Das ist, neben der obszönen, finanziellen Dimension, ein weiterer Wermutstropfen.

Aus sportlicher Sicht kann ich jedoch den Wechsel verstehen.

Der englische Telegraph kommentierte den Wechsel so: „Es ist längst bekannt, dass Neymar gut mit hohem Druck umgehen kann und aufblüht, wenn er in einem Team hinter niemanden zurücksteht. Die gigantische Transfersumme wird ihn nicht beunruhigen. Befreit von Lionel Messis Schatten hat Neymar die Chance zu glänzen.“

Ich ergänze hier noch, dass er aus dem Schatten des Traum-Trios Messi/Suarez/Neymar hervortritt. Jeder Abwehrreihe wurden Kopfzerbrechen bereitet. Messi schoss in der vergangenen Saison 2016/2017 in der Primera División 37 Tore, Suarez 29, Neymar hingegen „nur“ 13. Nur einer von dreien zu sein, das ist auf Dauer für einen Spieler mit den Ambitionen von Neymar zu wenig.

Ich teile daher die Einschätzung, dass er bei PSG der unangefochtene Chef einer Mannschaft sein will. Er führte 2016 schließlich auch als Kapitän die Seleção zu olympischen Gold im eigenen Land.

Die BBC konzentrierte sich auch auf den Sportler Neymar und stellte fest: „Mit 25 im besten Alter und kurz vor einer WM, die seine Karriere definieren kann, hat sich Neymar für einen Club entschieden, der ihm zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit macht, sowohl auf dem Platz als auch abseits davon.“

Selbstverständlich stellt sich die Frage, warum ein Spieler von einem der besten Clubs der Welt zu Paris Saint Germain wechselt. Von der besten europäischen Liga in die nach aktuellem UEFA-Ranking an Nummer 5 herumdümpelde französische Ligue 1. Warum also so ein sportlicher Abstieg? Weil er mit Barcelona alle auf Klubebene zu gewinnenden Titel gewonnen hat!? Sicherlich wäre eine Wiederholung dieser Titel eine Herausforderung. Aber es auch mit einem anderen Team zu schaffen, das ist die nächste große Herausforderung. In der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA steigt ein Spieler in den Rang einer Legende schneller auf, wenn er es schafft mit zwei verschiedenen Teams den Meistertitel zu holen.

Neben den Titeln auf Klubebene sind für Neymar auch die persönlichen Titel eines der treibenden Motive. Nehmen wir die Wahl zum Weltfußballer: Seit 2008 wird dieser Titel lediglich zwischen L. Messi oder C. Ronaldo vergeben. Da bei dieser Wahl meist nicht mehr nur sportliche Aspekte die Hauptrolle spielen, sondern z.B. auch weltweite Bekanntheit, hat hier Neymar eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Als herausragender Spieler von Paris Saint Germain hat er die Möglichkeit allein im Glanze der Anerkennung zu stehen, die Leistungen auf Weltklasse-Niveau vorausgesetzt.

Zudem ist er, wie die BBC schon anmerkte, im besten Fußballer-Alter. Mit 25 Jahren hat er noch einen großen Vertrag vor sich. Danach wird ihn wahrscheinlich auch das Schicksal der „älteren“ Spieler ereilen und junge Spieler seinen Stammplatz streitig machen. Ein Wechsel in eine andere Liga, USA und China lassen grüßen, bietet sich zum Ausklang einer Karriere mittlerweile an.

Ergänzend zur Argumentation des Telegraph und der BBC ist noch auf das große Risiko hinzuweisen. Neymar geht hier sportliches All-In. Paris Saint Germain wird das Gelingen oder Scheitern einer Saison am Abschneiden in der Champions-League festmachen. Es wird daher auf ein paar wenige Spiele, der Gruppenphase und der dann ggf. erreichten K.o.-Spiel-Phase hinauslaufen. In dieser stehen höchstens sieben Spiele an, in denen sich das Schicksal einer ganzen Saison entscheiden wird.

Und in diesen Spielen entscheiden Tagesform, die Liste der verletzten Spieler und andere Einflüsse. Hier kommt es z.B. auf die Breite des Kaders von PSG an. Dieser ist m.E. nicht in einer Verfassung, wie das bei den TOP Five 5 #Real Madrid #Atlético Madrid # FC Barcelona # FC Bayern München #Juventus Turin der Fall ist.

So, jetzt liegt der Ball im Feld Contra.

By Nino

Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München

monkey-236864_960_720

 

Wer nicht sehen will, der muss hören. So war mein Motto für das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid vs. FC Bayern München. Die fehlende Fernsehübertragung des ZDF, die ungewohnte Unlust sich in eine Kneipe zu begeben und die erste leise Hoffnung, dass noch weitere Spiele des FCB in der CL folgen würden, führten zu dieser etwas anderen Spiel-Verfolgung. Die zweite leise Hoffnung war, dass der Kommentator nicht „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ ins Mikro schreien würde. Als Kind habe ich gelegentlich die Bundesliga-Konferenz-Schaltung mit meinem Opa angehört, in den letzten Jahren war der ein oder andere Samstag-Nachmittag dabei, an dem die Konferenz-Schaltung bei Sport1.fm verfolgt wurde. Das war zuweilen sehr unterhaltsam. Unterhaltsam sollte eigentlich auch der SPORT1 Fantalk mit den Quasselstrippen #Neururer #Pocher und #Helmer sein. Diese Sprachpoeten kann man sich aber nicht mal besoffen geben. Also hieß es Radio, mit Kopfhören auf der Couch.

Nach der 1:2 Hinspiel-Pleite war die Vorgabe für die Münchner Bayern klar. Zwei Tore und das Weiterkommen wäre gesichert. Für Reals Madrilenen war klar, dass auch ein 0:0 reichen würde, um das Ziel der 1. Titelverteidigung in der CL-Geschichte weiter verfolgen zu können.

Gern würde ich jetzt ein paar bessere Eindrücke niederschreiben können. Jedoch sind mir nur noch Sprachfetzten in Erinnerung: „Schuss geklärt von Boateng auf der Linie!“, „Kross aus der Mitteldistanz.“, „3.te gute Chance für Real“. Die durchgehend rasante Kommentierung lässt kaum Zeit, das Gesagte zu verarbeiten. Die Halbzeit-Pause war daher eine willkommene Abwechslung.

Mit der zweiten Halbzeit ging der wilde Sinnes-Kick weiter. „Auf der Linie gerettet. Marcelo mit dem Kopf auf der Linie.“, „Elfmeter für die Bayern. Lewandowski trifft.“ „Vidaaaal drüüüberrrr! Über den Kasten donnert.“ Ich versuchte mir alles bildlich vorzustellen, scheiterte aber zunehmend an den Entwicklungen des Spiels. Der Einwechslung von Müller folgte das Kopfball-Tor von Ronaldo. Diesem folgt das Eigentor von Ramos. Dann Platzverweis für Vidal. Man hört, es wäre ein faires Tackling gewesen. Dann eben wieder 11 vs. 10. Man hört, das sich Hummels und Boateng über den Platz schleppen. Nach 90 Minuten steht es 2:1 für den FCB. Das bedeutet Verlängerung, 30min mehr in Unterzahl. In dieser Verlängerung schießt Ronaldo seine Viertelfinal-Tore 4 und 5, sein 100. CL-Tor insgesamt. Der Typ schafft es eben, alle in den Wahnsinn zu treiben. In allen Belangen.

Dass das fünfte Tor aus klarem Abseits gefallen sein soll, das würde ich auch gerne einschätzen können. Höre es aber eben nur. Auch wenn der Kommentator eloquent und mit der nötigen Neutralität das Spiel beschreibt und dies zu einem Erlebnis der anderen Art werden lässt, so bleibt diese Spielverfolgung nur eines der 2. Klasse. Zumal ein CL-Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften bisher nicht für Langeweile und Rumpelfußball stand.

So erfüllte sich zumindest nur die zweite leise Hoffnung. „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ wurde nicht gesagt. Dafür aber insgeheim das ganze Spiel. Wer nicht sehen will, muss leiden. Das ist jedenfalls meine Lehre aus diesem Hör-Spiel. Welche die Bayern daraus ziehen sollen, darüber wird sicherlich treffsicher diskutiert werden.

By Nino

 

 

Die 22 Antworten zur EM 2016…die ersten 7

frankreichem5

Die 22 Antworten zur EM 2016…die ersten 7

Mit dem Endspiel-Sieg Portugals gegen Frankreich haben die Iberer ihren ersten großen Titel errungen. Nebenbei wurden noch so ganz andere Flüche beendet und erstmalige Teilnahmen gebührend gefeiert #Island. Damit dürften doch alle happy sein oder nicht?

Baba und ich haben uns vor der EM 22 Fragen gestellt, deren Beantwortung wir nun hochseriös, absolut anti-ironisch, bierernst vollziehen können und vielleicht der Wahrheit etwas näher kommen. Los geht’s mit den ersten sieben Fragen

1. Hält der Klassiker Frankreich vs. Rumänien zum Auftakt was er verspricht?

Frankreich hat das Auftaktspiel knapp mit 2:1 gewonnen. Es war ein klassisches Auftaktspiel, dass der Gastgeber fast immer gewinnt. Das Zeug zum Klassiker hat es wohl erst dann, wenn sich Rumänien in der Elite-Gruppe des europäischen Fußballs etabliert.

2. Wen wird M. Scholl in Wund und Boden kritisieren?

Der ARD-Experte wuselte mit Wörtern wie mit dem Ball in seinen besten fußballerischen Tagen. Da geht auch mal ein Satz vorbei. Nach den ersten beiden Spielen der deutschen National11 knöpfte er sich M. Özil vor, der ja auch mit seiner laxen Art genug Angriffsziele bietet. Das dieser seine Kritik an sich abgleiten ließ wie Eigelb auf Lachs, muss M. Scholl angestachelt haben. Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Italien beließ er es nicht bei einer einzelnen Person, nein er kritisierte gleich das gesamte deutsche Trainerteam. Allen voran Taktik-Berater Urs Siegenthaler; diesem riet er morgens liegen zu bleiben. Die Retourgrätsche des DFB folgte, zum Teil zu Recht, prompt und in aller Schärfe zurück. Ein paar Tage später, nachdem sich das „Gewitter der Entrüstung“ beruhigt hatte, begründete M. Scholl seine Kritik an Siegenthaler als „Gehirnschluckauf“. Oha. Wie immer zeigte M. Scholls Performance etwas Erfrischendes und in der Zukunft wird er sich einen Platz als Kommentator erhalten, da er Dinge anspricht die auch unbequem sind und dadurch dem bierseligen Zuschauer ein bissel was zu beißen gibt, ganz im Gegensatz zu den meisten Spiel-Kommentatoren.

3. Wird M. Götze auch im Finale zeigen das er besser als L. Messi ist?

Nach dem die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Frankreich ausgeschieden war, konnte es zu keiner Finalteilnahme von M. Götze kommen. Stattdessen duellierten sich die Franzmänner mit den Portugiesen. Eine erneute Unterbeweis-Stellung seiner besseren Spielklasse war M. Götze also verwahrt geblieben. Dieser wird wohl auch bei der WM 2018 in Russland ausbleiben, nach aktuellem Stand ist Messi aus der argentinischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Auch sonst hat Goetze komplett enttäuscht und die mangelnde Spielpraxis machte sich bemerkbar.

4. Wird Deutschland seine Hammergruppe als bester Gruppendritter überstehen?

Mit Siegen gegen die Ukraine, einem Unentschieden gegen Polen und einem 1:0 Sieg gegen Iren aus Nordland hat Deutschland die Hammergruppe souverän überstanden. Dank des neuen EM-Modus wäre der beste Gruppendritte vielleicht die bessere Wahl auf die kommenden Gegner gewesen. Portugal hat’s vorgemacht. Und bitte diesen Modus abschaffen!!!

5. Wird P. Lahm als Messias direkt von der SKY-Kommentator-Bank eingewechselt?

Lahm hat im Vorfeld der EM kundgegeben, dass er diese von zu Hause aus, mit „Grill anschmeißen, ein Bierchen trinken und der Nationalmannschaft die Daumen drücken“ verfolgen wird. Er tut sich und anderen den Gefallen, das sog. Experten den Kommentator-Job übernehmen. Gefühlt kann das jeder sowieso besser als diejenigen, die dafür bezahlt werden. Auch hat Hector in Ansätzen gezeigt, dass er vielleicht mal in die großen Fußstapfen des kleinen Philipp steigen kann.

6. In welchem Gruppenspiel wird C. Ronaldo anfangen zu weinen?

Das Weinen war C. Ronaldo bis zum letzten Spiel der EURO 2016 gegen Frankreich vorbehalten. Erstaunlicherweise wollten das viele sehen. Und alle kamen auf ihre „Kosten“. Zunächst vergoss er Trauer-Tränen, aufgrund seiner verletzungsbedingten Auswechslung. Mit dem Abpfiff kullerten Freuden-Tränen sein Gesicht hinunter, aufgrund des EM-Titels. Somit waren für einen kurzen Moment die Lover und Hater vereint, in der Freude über Ronaldo‘s- Tränen. Er ist halt für alle da, der Herr CR7. Interessant wäre zu sehen, wie sich das Verhältnis nun zwischen ihm und Messi verändert, da Ronaldo mit diesem Titel Boden gut gemacht hat auf dem Weg zum besten Fußballer der Welt. Messi hat den Nationalmannschaftstitel nicht und wird auch keinen mehr bekommen.

7. Wird der amtierende Europameister Spanien wie bei der WM 2014 ebenfalls grandios scheitern?

Spanien hat sich in der Hammergruppe D als Gruppenzweiter für das Achtelfinale qualifiziert, noch vor der Türkei (!) und Tschechien (!). Das letzte Gruppen-Spiel vs. Kroatien wurde pomadig verloren. Aufgrund dessen stand die Wiederholung des 2012er-Finales gegen Italien auf dem Plan. Die Italiener nutzten die Chance auf Revanche und besiegten die Spanier eindrucksvoll mit 2:0. Grandioses Scheitern kann man auch hier attestieren, muss man aber nicht. Die Ära des Tiki-Taka ist vorerst vorbei. Gott sei Punk!

By Baba und Nino

Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA

europameister2016

Ich erinnere mich noch gut an das letzte EM-Finale zwischen Spanien und Italien 2012. Baba und ich waren gefrustet vom deutschen 1/2Final-Aus gegen Italien. Das Endspiel wollten wir dennoch irgendwie verfolgen. Ich lud ein Bild auf Facebook hoch und wir kommentierten die Geschehnisse auf dem Kiew’er Rasen. Ganze 221 Kommentare sind zusammengekommen. Diese Aktion kann als Geburtsstunde des WM-Blogs 2014 gelten, der mit seiner schönen Tochter thebeautifulgameblog.com fortgeführt wird. Soviel zur Vergangenheit.

Nun haben wir die EURO 2016 vorzugsweise aus deutscher Sicht begleitet, die Gruppenphase (1:0 vs. Ukraine, 0:0 Polen, 2:0 Nordirland), das erste K.O. Spiel gegen die Slowakei, der Klassiker gegen Italien. Im Halbfinale verlor die Nationalelf gegen Gastgeber Frankreich mit 0:2.

Auch haben wir uns viele Fragen im Vorfeld gestellt (siehe Teil 1, siehe Teil 2, siehe Teil 3). Die hoch seriöse Beantwortung dieser Fragen kann selbstverständlich erst mit dem letzten Spiel der EURO erfolgen.

Die Frage des Sonntags war nun: Wie schaut man solch ein Spiel, so ganz ohne deutsche Beteiligung? In den drei Tippgruppen habe ich jedenfalls zweimal auf den Sieg Portugals und einmal auf den Sieg Frankreichs getippt. Die Bonus-Punkte für Deutschland als Europameister waren eh futsch. Jetzt hieß es: Plätze sichern, im besten Fall noch einen weiteren Podest-Platz ertippen. Ansonsten war die Hoffnung eine ganz bescheidene: ein spannendes-würdiges-fußballerisch-begeisterndes Final-Spiel möge es bitte werden.

Mit Portugal stand eine Mannschaft auf dem Platz die bisher kein Spiel verloren hat, allerdings mehr Remis als Siege nach 90 Minuten. Der neue EM-Modus macht’s möglich. Die Franzosen haben ihre Gruppenphase souverän überstanden. Mit dem Sieg über Weltmeister Deutschland wurde ihnen die Prinzenrolle zugeschrieben.

Dementsprechend begannen die Franzosen ähnlich offensiv wie im Halbfinale vs. GER, die Portugiesen hielten sich zunächst routiniert zurück. Der erste Höhepunkt war leider nicht fußballerischer Natur. Cristiano Ronaldo wurde vom Franzmann Dimitri Payet in der 17. Minute rüde attackiert. Für ihn blieb diese Aktion erstaunlicherweise gelb-los. CR7 hingegen versuchte minutenlang mit der Medizinabteilung die Behandlung so zu gestalten, dass ein Weiterspielen möglich ist. Trotz aller Bemühungen war seine Auswechslung in der 24. Minute unumgänglich. Was für ein Drama für den Superstar, dass sich dieses Finale, der vielleicht letzten Chance auf einen Titel mit der Nationalmannschaft, seiner Einflussnahme entzog.

In der Halbzeitpause schaffte es stern.de tatsächlich die „besten Twitter-Reaktionen“ zu Ronaldo’s Aus zusammenzustellen und diese per Push-Nachricht anzupreisen. Was muss das für ne arme Redaktions-Wurst sein, bei einem solchen Spiel das ach so angebliche „soziale Netzwerk“ Twitter nach Kommentaren zu durchforsten, um diese dann schnellstmöglich zu veröffentlichen? Die EM-Berichterstattung OHV wieder am tänzeln…an der untersten Latte im Niveau-Limbo.

Die zweiten 45. Minuten gestalteten sich ähnlich wie die ersten. Die Franzosen suchten ihr Heil in der Offensive, doch umso öfter scheiterten sie auch am starken Torhüter Rui Patrício. Folglich schlich sich diese alte Fußballer-Weisheit ins Gedächtnis: „Wenn du vorne keinen machst, darfst du hinten keinen kriegen“. Gut für #FRA, dass diese Weisheit #POR nicht geläufig ist und sich auf die Verteidigung des 0:0 konzentrierte.

Mit zunehmender Spielzeit kamen noch die Gedanken eine Verlängerung und 11er-Schießen dazu. Dieses wollten die Franzosen tunlichst vermeiden und ließen nix unversucht, um Portugals-Abwehr zu überwinden. Leidiger Höhepunkt der Offensivbemühungen ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte André-Pierre Gignac schoss den Ball aus kurzer Distanz lediglich gegen den Torpfosten.

Nun also zweimal 15 Minuten on top. Ab der 104. Minute konzentrierten sich dann auch die Iberer etwas mehr auf die Offensive. Sogleich erspielten sie sich in dieser die zweite (!) Tor-Chance. Einmal damit angefangen nahm sich in der 109. Minute der eingewechselte Éder sein Fußballer-Herz in die Hand und zog aus der Mitteldistanz einfach mal ab. Ein Schuss. Ein Tor. Tortugal. 1:0…Jubel, Trubel, Heiterkeit einerseits, andererseits: Trauer, hängende Köpfe, Schock. Von diesem erholten sich die Franzosen nicht mehr, es blieb beim 1:0 n.V. Parabéns a Portugal. Europameister 2016.

Ich gestehe, dass ich Portugal nicht als Favoriten, geschweige denn Geheimtipp „auf dem Tipp-Zettel“ hatte. Dabei hatte Trainer Santos vor dem Beginn der EM auf die Frage nach dem Titel geantwortet: „Ihn nicht zu gewinnen, wäre eine Enttäuschung“. So offensiv diese Ansage, so offensiv spielte auch die Mannschaft. Zitat des Instituts für Spielanalyse: Die schießwütigste Mannschaft der EM? Europameister Portugal! Insgesamt gaben Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen 112 Torschüsse ab. Statistik hin oder her: Portugal ist verdient Europameister 2016. Wer anderer Meinung ist, hat den Fußball nie geliebt 😉

Das Finalspiel war ein spannendes, sicherlich kein „fußballerischer Leckerbissen“. Die Hoffnungen wurden daher nur halb erfüllt. Hingegen hat sich durch diese EM einiges Anderes erledigt: Deutschland hat seinen Italien-Fluch beendet, Frankreich hat seinen Deutschland-Fluch beendet. Zu guter Letzt haben sie sich als guter Gastgeber erwiesen und den Pokal den Portugiesen „überlassen“. Somit hat auch Ronaldo nun seinen großen Titel mit der Nationalmannschaft. Dürften doch alle happy sein oder nicht? Mit der Beantwortung unsere EM-Fragen kommen wir vielleicht der Wahrheit etwas näher…

By Nino

 

 

 

„Was bisher geschah…“ Teil 2

Römische2

Mit dem Start der neuen Kategorie „Was bisher geschah…“ Teil 1 geht’s nun weiter mit Texten zur 1. Fußball-Bundesliga…hier haben wir Fazits zur Hinrunde der Saison 2014/2015 gezogen, ferner das Topspiel des VfL Wolfsburg vs. FC Bayern München kommentiert. Außerdem haben wir einen Blick über den Tellerrand gewagt und uns dem Boxing Day der Premier League sowie der Dokumentation „Die Mannschaft“ als Filmkritiker gewidmet. Kritisch betrachtet wurde die Wahl zum Weltfußballer 2014 und Entscheidungen des DFB-Sportgerichtes. Als Highlights bezeichnen wir, in aller demütigen Bescheidenheit, die Baba’sche Story über den wahnwitzigen Karriereverlauf von Lukas Podolski vom 1. FC Köln bis Arsenal London und die Nino’sche Erklärung wie um Himmels willen man doch zum FC Bayern München Sympathisanten werden kann 😉 Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

 

11. 1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde – Platz 13-18

12. The amazing boxing day in the premiere league

13. Kommentar zum Dokumentarfilm „Die Mannschaft“

14. Stationen eines fast Gescheiterten?

15. Kommentar zum Ballon d’oh!

16. 1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde – Platz 7-12

17. 1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde Platz – 1-6

18. Wölfe tragen Lederhosen! Anmerkungen zum Topspiel VfL Wolfsburg vs. Bayern München

19. Ja, ich bin ein Bayern München Sympathisant.

20. 2 Rote Karten…zwei Sperren und viele Fragen…Ein Kommentar zur DFB Sportgerichtsbarkeit

 

Eine Abmahnung

rote-karte-514

Irgendwann ist es zu viel…viel zu viel…im wahrsten Sinne des Wortes und dann muss dem negativen Gefühl einmal Luft gemacht werden:

Es geht mir gegen den Strich. Ach was, es geht mir auf den Sack und nervt!!!!

Im heutigen Fußball wird viel zu viel nur noch mit Zahlen jongliert UND nur noch Siege zählen. Niederlagen, schönes Spiel, ein knappes 3-4; all das scheint nicht mehr zu zählen, sondern nur noch der schnöde Mammon, wie viel ein Spieler wert ist oder er verdient, wie viel Umsatz die großen Vereine machen, wie viel Zuschauer … nur noch Schwanzvergleich sobald man die Zeitung mit dem Fußballteil anklickt. Und dann ist da noch der Sauhaufen der den Fußballverbänden vorstehen sollte, sich aber nur selbst bereichert und gerade in einem Sumpf aus Korruption und Geklüngel versinkt, die FIFA. Brechen möchte ich da einfach nur „UARGH“

Ich frage mich, was hat all das mit dem Spiel zu tun und warum der Fußball in dieser Vereinigung aus Geld, Klüngelei, Sponsoring und Schwanzvergleich versinkt???

Ich will doch nur 22 Deppen sehen, die versuchen den Ball hinter die Torlinie zu bringen. Ist das zu viel verlangt?

Was mir wohl am meisten auf den Sack geht bei allem Fußball hochgejubel sind jetzt wohl die Gehälter. Leider, wirklich leider sind diese absolut aus dem Rahmen gelaufen und wir schmeißen das Geld den modernen Gladiatoren in den Rachen, weil sie begabt sind – im gegen den Ball treten…juhu! Großartig!!!

Irgendwie lässt mich das nicht kalt, wenn ich höre welche Summen da kolportiert werden: 90 Millionen für das verzogene Ego von „ich-hab-die-Haare-schön“ und „Eier-aus-Stahl“ Ronaldo oder 80 Mio. für den „will-mal-gerne-Hinterhofgangster“ und „ich-habe-die-Haare-noch-schöner“ Neymar, der mir bei jedem Interview die Galle hochkommen lässt, da er so ein unterbelichteten Eindruck hinterlässt als Opfer seines Talents und der Werbung, Mode etc. Nun ja sein Absturz wird nicht lange auf sich warten lassen, wenn ihn seine „Freunde“ und Familie ausgenommen haben und seine Karriere vorüber ist.

Nun ja diese Liste könnte man beliebig fortsetzen und ganz im Gegenteil zum Mainstream, tu ich das einfach mal, da es gerade zu seltsam ist, dass dieses Gesindel als Vorbilder vermarktet werden. Zlatan sollte bei Chuck Norris in die Lehre gehen, da er das Ego schon hat nur mit dem Intellekt und der Selbstwahrnehmung hapert es noch. Auch der Beißer Suarez muss entweder permanent unter Drogen stehen oder eine ordentliche Verhaltensstörung aufweisen,  sonst wäre er nicht so drauf. Jedenfalls hat er eine realistische Folge-Karriere als Lehrer für Piranhas in Aussicht 😉 . Da erscheint Messi geradezu als nett und auf dem Boden geblieben.

Dennoch: zu viel Geld für sinnfreie Leistung verdirbt den Charakter, da sich die oft sehr jungen Empfänger charakterlich nicht mehr weiterentwickeln müssen, weil das Heer von Ja-Sagern, welches sie umgibt, das oft nicht zulässt.

Im Endeffekt kann man sich von der dümmlichen Schwanzvergleichsdiskussion nur fernhalten, da es einen nur vom Wesentlichen beim Fußball abhält. Gerechtfertigt ist das in keiner Weise. Dennoch, leider wollen wir die Gladiatoren sehen und sie sind so tolle Werbeträger. Solange sich das nicht ändert, wird sich die Spirale immer weiter drehen. MIST!

By Baba

 

Kommentar zum Ballon d’oh!

homer-simpson-dohRonaldoBallonD'or

Vor einer Woche wurde Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer 2014 erkoren. Platz 2 belegte Lionel Messi, auf Platz drei wurde Manuel Neuer gewählt. Wenn es nach den hyperventilierenden deutschen Sportjournalisten gehen würde, dann ist dieser dritte Platz die größte Ungerechtigkeit der jüngeren Fußballhistorie, wenn nicht sogar das Ende des Fußball-Abendlandes.

Das ist jedoch Mumpitz, denn mit etwas Abstand betrachtet ist das Ergebnis gar nicht so unlogisch. Schade allemal, keine Frage. Aber bei dieser Wahl geht es, neben den unbestritten überragenden Leistungen der Platzierten, auch um andere Aspekte. Aspekte wie: Wer hat mehr Marktwert? Wer hat mehr Freunde/Follower in den sogenannten „sozialen Netzwerken“? Wer hat das größere Ego? Vielleicht sogar wer die dicksten Eier hat?

Bezeichnend dazu dieses Bild…

NeuerMessiRonaldo

Neuer kommt eben nicht als Werbefigur, sondern als Fußballer der Marke Sympathieträger.

Und die gerade genannten Aspekte haben sicherlich die Nationaltrainer, Mannschaftskapitäne und die ausgewählten Sportschreiberlinge in ihre wohlüberlegte Wahl einbezogen. Anders ist dieses Ergebnis nicht zu erklären. Ist ja nicht so, dass diese Wahl eine Farce ist und die FIFA ein kolossales Korruptionsproblem hat…

Das Manuel Neuer im letzten Jahr nicht nur Double-Sieger, Weltmeister und Welttorhüter geworden ist, sondern „nebenbei“ auch das Spiel des Torhüters revolutioniert hat, das hat sich noch nicht so bemerkbar gemacht. Im WM-Blog habe ich noch geschrieben: „Das sollte ihn von seinen pulssteigernden Ausflügen ins Mittelfeld hoffentlich abhalten.“ https://thebeautifulgame2014.wordpress.com/2014/06/11/11/

Ein halbes Jahr später gehören diese Ausflüge zu seinem Repertoire und die taktische Flexibilität des FCB und der National11 wurde um ein weiteres Element erweitert.

Im Gegensatz dazu ist hinreichend bekannt, das CR7 sein eigenes Museum hat! Im Alter von 29 Jahren! Ja hat der denn noch alle Trophäen im Schrank? Oder Lionel Messi…dieses fast Heiligtum vom FC Barcelona (wobei man die Religion wie bei vielen anderen Themen lieber aus dem Spiel lassen sollte) hat zwar kein turmhohes Ego wie Ronaldo, aber wenn er mehr als einmal auf der Bank sitzt, dann wird der Trainer zu dem Bahnsteig geschickt, der in Richtung #Entlassung #MechanismenDerBranche fährt.

Das diese Wahl auch anders laufen kann, zeigen die Ergebnisse bei den Frauen und den Trainern. Dreimal Chapeau an Nadine Keßler, Ralf Kellermann und Joachim Löw! Hier wurde schlichtweg nach Leistung entschieden. Und das zählt bekanntlich auf’m Platz.

Ich bin mir sicher, dass Manuel Neuer irgendwann zum Weltfußballer gewählt wird. Das er es 2014 nicht geworden ist, liegt daran das er seiner Zeit voraus ist…

By Nino