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„Was bisher geschah…Teil 8“

Acht

Während sich die deutsche Nationalmannschaft mit der Niederlage, ähm Niederlande in der Nations League duellierte, richteten wir zum achten Mal den Blick zurück auf unsere Texte des thebeautifulgameblogs. Heraus kam die Erkenntnis, dass es sich diesmal hauptsächlich um Aufreger-Themen gehandelt hat. RB Leipzig, Borussia Dortmund, der Chemnitzer FC, der FC Bayern München und die journalistische Hysterie, wenn es mal bei den Bayern nicht läuft. Das ist ja wiederum brandaktuell.

Dazu noch die zweite Erkenntnis, dass sich Fake News auch in der sportlichen Berichterstattung breit gemacht haben. Baba widmete sich dafür ausführlich einer Kölschen Legende und blickte zurück auf die Stationen des fast Gescheiterten Lukas Podolski. Legendär wie der Spieler. Viel Spaß beim Stöbern.

71. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2
72. Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC
73. Das Leck mich am A…-Spiel. CFC vs. VfR Aalen
74. Fake News? Lese was du glauben sollst!
75. Quo vadis, Chemnitzer FC?
76. Stationen eines fast Gescheiterten?
77. Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München
78. Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“
79. Alt vs. Jung. Kommentar zum Pokal-Halbfinale FCB vs. BVB
80. Kommentar zur FC Bayern-Journalismus-Hysterie

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 sowie Teil 7

By Baba und Nino

 

Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

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Mit GoPro-Kameras an Biergläsern, Musik-Auftritten in der Halbzeitpause #HeleneFischer #DFB-Pokal, Anastacia #BayernMünchen oder vor dem Spiel #CL-Finale Real Madrid vs. #Juventus Turin hat der Fußball-Kommerz-Zug nochmal richtig an Fahrt und die Diskussion um ihn an Chili-Schärfe zugenommen. Die Stichwörter #SuperBowlisierung und #Eventisierung sind dabei nur die Spitze des Kommerz-Berges.

Nüchtern betrachtet muss dabei zunächst darauf hingewiesen werden, dass die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs nicht neu ist. Diese gibt es schon sehr viel länger. Da waren die meisten noch Quark im Schaufenster, auch wir. Im Jahr 1973 erschloss sich Eintracht Braunschweig mit seiner Trikotwerbung #Jägermeister eine neue Geldquelle und sorgte damit für einen weiteren Sündenfall. Also, historisch betrachtet nix Neues im hiesigen Fußball-Geschäft. Es geht beim Fußball auch um’s Geld. Punkt.

Die Frage ist also nur, wie es mit der Kommerzialisierung des Fußballs weitergeht? Wann und mit was sind die Grenzen erreicht? Ab wann wendet sich die große Masse an Fans ab? Wann sind die Fans vom Fußball gesättigt?

Sollte man in diesem Zusammenhang dem FC Bayern München nicht auch dankbar sein? Dass er die Grenzen des Möglichen austestet und sofern es nicht bejubelt wird, gleich noch die Kritik dafür einsteckt? Einer muss ja mal für eine Weiterentwicklung sorgen, neue Akzente setzen. Ohne Weiterentwicklung kommt es zum Stillstand. Stillstand bedeutet Langeweile. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite beschäftigt sich mit dem, was man gegen die zunehmende Kommerzialisierung tun kann. Nun wäre der radikalste Ansatz dem Fußball einfach fernzubleiben. Kompletter Entzug. Kein Stadionbesuch. Kein Lesen eines Magazins. Kein Besuch einer Webseite. Keine Sportschau oder sonst irgendeine Fernsehsendung. Kein Youtube usw. Das ist auch so utopisch wie das Donald Trump mal eine vernünftige Entscheidung treffen wird.

Also muss es schrittweise gehen. Wir haben dazu, im Jahr 750 nach Martin Luther und dessen Geboten, die 10 Gebote für den Protest gegen die Kommerzialisierung formuliert:

Das erste Gebot:
Der Fußball ist das schönste Spiel. Du sollst kein Fan von anderen Sportarten sein.

Das zweite Gebot:
Du sollst Fußball nicht für andere Zwecke wie Gewalt, Hass, Intoleranz oder Rassismus missbrauchen. Zelebriere Fußball als das schönste Spiel.

Das dritte Gebot:
Du sollst den Spieltag heiligen. Du sollst dazu ins Stadion gehen. Kaufe dir kein Streaming-Dienst-Abo, mit dem Du z.B. die Champions-League schauen kannst. Treffe dich lieber mit Freunden in der Kneipe deines Vertrauens. Spende dem Besitzer ein bisschen mehr Trinkgeld, damit er die Kosten für die Live-Übertragung begleichen kann.

Das vierte Gebot:
Du sollst deinem Verein ehren. Trainer, Spieler, Manager werden kommen und gehen. Der Verein bleibt.

Das fünfte Gebot:
Du sollst ins Stadion gehen. Schau dir nach Möglichkeit keine Spiele im Fernsehen an. Das vollendete Fußball-Erlebnis kriegst du nur im Stadion.

Das sechste Gebot:
Du sollst deinem Verein treu bleiben. Kaufe dir nur Andenken von deinem Verein. Unterstütze deinen Verein, damit er sich nicht von Investoren abhängig machen muss.

Das siebte Gebot:
Du sollst nur Fußball-Magazine mit Qualität kaufen. Die #SportBild und der #Kicker (nur die Sonderhefte) gehören nicht dazu.

Das achte Gebot:
Du sollst nicht falsch über andere Fans reden. Beachte dies z.B. bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken #Facebook #Twitter #Instagram.

Das neunte Gebot:
Du sollst deinen Freunden von den 10 Geboten erzählen und von der Umsetzung überzeugen. Du sollst dich dabei nicht wie ein Missionar anstellen.

Das zehnte Gebot:
Du sollst die Gebote 1 bis 9 einhalten.

 

By Baba und Nino

Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München

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Wer nicht sehen will, der muss hören. So war mein Motto für das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid vs. FC Bayern München. Die fehlende Fernsehübertragung des ZDF, die ungewohnte Unlust sich in eine Kneipe zu begeben und die erste leise Hoffnung, dass noch weitere Spiele des FCB in der CL folgen würden, führten zu dieser etwas anderen Spiel-Verfolgung. Die zweite leise Hoffnung war, dass der Kommentator nicht „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ ins Mikro schreien würde. Als Kind habe ich gelegentlich die Bundesliga-Konferenz-Schaltung mit meinem Opa angehört, in den letzten Jahren war der ein oder andere Samstag-Nachmittag dabei, an dem die Konferenz-Schaltung bei Sport1.fm verfolgt wurde. Das war zuweilen sehr unterhaltsam. Unterhaltsam sollte eigentlich auch der SPORT1 Fantalk mit den Quasselstrippen #Neururer #Pocher und #Helmer sein. Diese Sprachpoeten kann man sich aber nicht mal besoffen geben. Also hieß es Radio, mit Kopfhören auf der Couch.

Nach der 1:2 Hinspiel-Pleite war die Vorgabe für die Münchner Bayern klar. Zwei Tore und das Weiterkommen wäre gesichert. Für Reals Madrilenen war klar, dass auch ein 0:0 reichen würde, um das Ziel der 1. Titelverteidigung in der CL-Geschichte weiter verfolgen zu können.

Gern würde ich jetzt ein paar bessere Eindrücke niederschreiben können. Jedoch sind mir nur noch Sprachfetzten in Erinnerung: „Schuss geklärt von Boateng auf der Linie!“, „Kross aus der Mitteldistanz.“, „3.te gute Chance für Real“. Die durchgehend rasante Kommentierung lässt kaum Zeit, das Gesagte zu verarbeiten. Die Halbzeit-Pause war daher eine willkommene Abwechslung.

Mit der zweiten Halbzeit ging der wilde Sinnes-Kick weiter. „Auf der Linie gerettet. Marcelo mit dem Kopf auf der Linie.“, „Elfmeter für die Bayern. Lewandowski trifft.“ „Vidaaaal drüüüberrrr! Über den Kasten donnert.“ Ich versuchte mir alles bildlich vorzustellen, scheiterte aber zunehmend an den Entwicklungen des Spiels. Der Einwechslung von Müller folgte das Kopfball-Tor von Ronaldo. Diesem folgt das Eigentor von Ramos. Dann Platzverweis für Vidal. Man hört, es wäre ein faires Tackling gewesen. Dann eben wieder 11 vs. 10. Man hört, das sich Hummels und Boateng über den Platz schleppen. Nach 90 Minuten steht es 2:1 für den FCB. Das bedeutet Verlängerung, 30min mehr in Unterzahl. In dieser Verlängerung schießt Ronaldo seine Viertelfinal-Tore 4 und 5, sein 100. CL-Tor insgesamt. Der Typ schafft es eben, alle in den Wahnsinn zu treiben. In allen Belangen.

Dass das fünfte Tor aus klarem Abseits gefallen sein soll, das würde ich auch gerne einschätzen können. Höre es aber eben nur. Auch wenn der Kommentator eloquent und mit der nötigen Neutralität das Spiel beschreibt und dies zu einem Erlebnis der anderen Art werden lässt, so bleibt diese Spielverfolgung nur eines der 2. Klasse. Zumal ein CL-Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften bisher nicht für Langeweile und Rumpelfußball stand.

So erfüllte sich zumindest nur die zweite leise Hoffnung. „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ wurde nicht gesagt. Dafür aber insgeheim das ganze Spiel. Wer nicht sehen will, muss leiden. Das ist jedenfalls meine Lehre aus diesem Hör-Spiel. Welche die Bayern daraus ziehen sollen, darüber wird sicherlich treffsicher diskutiert werden.

By Nino