Schlagwort-Archive: Politik

Interview mit der Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“

2017 konnte der Blogger Chasing mit einem Text zum Spiel Chemnitzer FC vs. Rot Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras in der Kategorie „Gastbeitrag“ Premiere feiern. Nun steht die Premiere in der Kategorie „Interview“ an. Dazu war die Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“ unser Gesprächspartner. Im Interview spricht die Gruppe u.a. über die Entstehungsgeschichte, bisherige Aktionen und Ziele sowie zur Frage wie die Zukunft des CFC aussehen könnte. Viel Spaß beim Lesen!

 Vielfalt

Mit freundlicher Genehmigung der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus.

Was war der Anlass zur Gründung der „CFC-Fans gegen Rassismus“?

CFC-Fans gegen Rassismus: Die Stimmung im Stadion wird seit langer Zeit von Gruppen dominiert, die klar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Man konnte das als normaler Fußballfan immer ausblenden, sich damit abfinden oder man konnte dem Stadion fernbleiben. Mehr Optionen gab es nicht. Man dachte wohl lange, dass es sich mit der Zeit von selbst erledigen würde. Aber an den Ausschreitungen Ende August, Anfang September 2018 haben sich bestimmte Fangruppen des Chemnitzer FC beteiligt, die damit ihren Einfluss auch außerhalb des Stadions demonstriert haben. Die Ereignisse am 9. März 2019 beim Spiel gegen Altglienicke und individuelle Erfahrungen der Mitglieder in diversen Fanclubs haben dann den Stein ins Rollen gebracht und waren der Impuls, sich zusammenzufinden. Die ‚CFC-Fans gegen Rassismus‘ sind kein Fanclub, sondern eine Initiative, die Fans eine Stimme geben möchte, die rechtsradikales, rassistisches, antidemokratisches Gedankengut ablehnen. Wir fordern ein, dass die Werte unseres Grundgesetzes auch im Fußballstadion gelten und Diskriminierung gleich welcher Art bei aller sportlicher Rivalität im Fußball nichts zu suchen haben. Die ‚Sektion Vielfalt‘ ist ein Projekt im Rahmen unserer Initiative.

Welche Aktionen habt ihr bisher gestartet und sind in Zukunft geplant?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben bereits eine Reihe von Aktionen gestartet, die jedoch nicht alle in die Öffentlichkeit gelangt sind. Zum einen hatten wir in den letzten Monaten mit einigen organisatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum anderen sehen wir unsere Hauptaufgabe nicht darin, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege für den Chemnitzer FC zu treiben. Medienwirksame Spruchbänder oder öffentliche Bekundungen sind als Signal nützlich, werden aber allein langfristig kaum etwas ändern. Wir sind uns bewusst, dass ein langer Weg vor uns liegt und dass es viele kleine Schritte braucht, um etwas zu bewegen. Dafür arbeiten wir an Projekten gemeinsam mit dem Verein bzw. der GmbH. Wir suchen Kontakt zu anderen Gruppierungen und Fanclubs, die unseren Zielen positiv und offen gegenüberstehen und loten aus, was wir gemeinsam tun können. Wir schauen dabei auch auf Initiativen anderer regionaler und überregionaler Vereine, nicht nur im Bereich Fußball. Die Probleme, die wir beim Chemnitzer FC haben, kennen andere Vereine natürlich auch und wir suchen den Erfahrungsaustausch.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem CFC, hier insbesondere mit dem Fanbeauftragten und dem Anti-Rassismus-Beauftragten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir stehen mit dem Anti-Rassismus-Beauftragten und dem Fanbeauftragten in Kontakt. Die Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer FC könnte jedoch besser laufen. Dort hat man momentan viele andere Probleme auf dem Tisch und irgendwas fällt immer hinten runter. Wir können die schwierige Situation des Vereins nachvollziehen, wünschen uns aber, dass die Zusammenarbeit mit uns intensiver und verbindlicher als in der Vergangenheit stattfindet. Bisweilen haben wir den Eindruck, unsere Initiative wird zur Zeit eher als lästiges Randthema wahrgenommen. Es gibt aber einen Zusammenhang zwischen den strukturellen Problemen, dem schlechten Image des Vereins und den Versäumnissen in der Vergangenheit. Wir sind der Meinung, dass man auch ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand einiges tun könnte, um das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Dazu haben wir auch konkrete Vorschläge gemacht, die bislang aber nicht umgesetzt wurden. Wir hoffen, dass das Insolvenzverfahren bald abgeschlossen werden kann. Denn in Zukunft muss hier deutlich mehr passieren.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen innerhalb der Chemnitzer Fanszene? Gibt es Vorbehalte und/oder Unterstützung?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben Kontakt zu einzelnen Gruppierungen und Fanclubs, die unser Anliegen unterstützen. Es gibt auch Gruppen, die unsere Positionen ablehnen. Wir haben bereits schlechte Erfahrungen gesammelt, sind auch konkret bedroht worden. Wir sind deshalb vorsichtig, legen es nicht auf eine Konfrontation an. Wir haben bereits eine Vielzahl von Unterstützern im und außerhalb des Stadions und wir werden stetig mehr. Unser Ziel ist es, eine relevante Größe im Fanspektrum zu werden.

Was entgegnet ihr Kritikern, die fordern, dass Politik nichts im Stadion zu suchen hat?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sehen diese Aussage kritisch. In der Vergangenheit wurde sie vor allem benutzt, um Diskussionen abzuwürgen, um Kritiker ruhig zu stellen. Das Stadion kann kein politikfreier Raum sein, denn normalerweise bildet sich dort die Breite der Bevölkerung ab mit allen ihren Meinungen und Lebensentwürfen. Und das soll auch so sein. Der kleinste gemeinsame Nenner ist der Fußball, die lautstarke Unterstützung der Mannschaft, aber eben auch das Grundgesetz. In dem Moment, wo Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, Rasse oder sexuellen Orientierung beleidigt und diskriminiert werden, werden Grundwerte mit Füßen getreten. Genau das passiert leider regelmäßig im Stadion und meist wird dem nicht widersprochen. Widerspruch gegen diese Aktionen wird aber immer wieder als politische Stellungnahme abgelehnt. Das geht nicht. Dumme Kommentare wird es immer geben. Aber wir wünschen uns eine Tribüne, wo rassistische Beleidigungen nicht unwidersprochen bleiben. Wir sehen hier alle Fans, aber vor allem auch die aktive Fanszene in der Pflicht. Wenn die nicht mitmacht, wird es nicht klappen.

Wie kann der CFC seine Probleme mit Rechtsradikalismus lösen? Welchen Beitrag wollt ihr dazu leisten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Der CFC muss sich zunächst eingestehen, dass er Probleme hat und dass diese gelöst werden müssen. Wir sind uns nicht sicher, ob diese Erkenntnis bereits überall gegeben ist. Vielleicht herrscht auch der Eindruck, man habe bereits genug getan. Wir sehen das anders. Wir erwarten nach wie vor eine detaillierte Aufarbeitung der Vorgänge rund um den 9. März 2019. Vieles ist in Bruchstücken bereits an die Öffentlichkeit gelangt, aber es existieren auch einige Widersprüche, die aufzuklären sind. Es wurden unmittelbar danach mehrere Personen entlassen und mittlerweile teilweise wieder rehabilitiert, ohne dass deren Verantwortlichkeiten jemals abschließend geklärt wurde. Wir hören immer nur von allen Distanzierungen, keiner will etwas gewesen sein oder für etwas Verantwortung gehabt haben. Das kann doch nicht stimmen. Die Aufklärung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass das in Zukunft nicht wieder geschehen kann. Es müssen Maßnahmen getroffen und durchgesetzt werden, die Ähnliches in Zukunft effektiv verhindern. Darüber hinaus muss der Verein sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen und Farbe bekennen. Entsprechend § 2 Absatz 1 seiner Satzung sieht der Verein seine Aufgaben auch in der charakterlichen Bildung seiner Mitglieder und laut Absatz 4 tritt er rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen. Das kann aus unserer Sicht nur gelingen, wenn der Verein als Partner im Bereich Aufklärung und politischer Bildung zur Verfügung steht. Wir sehen hier in allen Bereichen noch ungenutzte Möglichkeiten, auch im Profibereich müssen Angebote geschaffen werden. Wir unterstützen den Verein gern bei der Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, Vereinen und Bildungsträgern. Wir bieten auch unsere Mitwirkung bei der Durchführung solcher Angebote und Veranstaltungen an.

Wie stellt ihr Euch den CFC in Zukunft vor?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sind Fans des Chemnitzer FC und wollen natürlich in erster Linie unsere Mannschaften sportlich erfolgreich sehen. Untrennbar gehört dazu aber unserer Ansicht nach auch ein aktives Vereinsleben und ein gesellschaftspolitisches Engagement, das der Verantwortung des größten Sportvereins der Stadt gerecht wird. Wenn es gelingt, dass der Verein in der öffentlichen Wahrnehmung wieder ein Abbild der Bevölkerung der Stadt und der Region darstellt, wird sich dadurch auch die Identifikation mit dem Verein verbessern. Das könnte sich widerspiegeln in besseren Mitglieder- und Besucherzahlen und auch der Attraktivität für Sponsoren, die letztlich das nötige Geld zur Verfügung stellen. Wir sehen einen langen steinigen Weg vor uns. Aber wir wollen ihn gehen.

thebeautifulgameblog bedankt sich bei der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus für das Interview.

WM-Fieber? Jein!

world-cup-2018-3409222_960_720

Bist du schon im WM-Fieber?“ Diese Frage wurde mir in letzter Zeit schon mehrmals gestellt. Klar, die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht bevor und gefühlt die halbe Welt wartet auf das Eröffnungsspiel, ja den Fußball-Klassiker schlechthin: Gastgeber Russland vs. Saudi-Arabien. Gruppe A, wahrlich die Todesgruppe.

Bisher erwärmt sich mein Fußballherz noch nicht, geschweige denn, dass sich eine fiebrige Vorfreude auf vier Wochen Ausnahmezustand anbahnt. Vielleicht liegt es daran, dass schon sehr aufregende Monate mit der Fußball-Bundesliga, der zweiten und dritten Liga, dem DFB-Pokal und der Champions-League zurückliegen. Eine Verschnaufpause von der „Droge“ Fußball und den bisweilen hochemotionalen Nebenwirkungen wären da ganz erholsam.

Nun sind aber schon wieder 4 Jahre vergangen und die WM wird trotz einiger Boykott-Aufrufe stattfinden. Der DFB hat das Ziel der Titelverteidigung ausgerufen und man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft um Bundestrainer Löw spielerisch präsentieren wird.

Mir fehlt ein bisschen der Glaube, dass die Titelverteidigung gelingt, gibt es doch so einige Kandidaten im Kreise der üblich verdächtigen Favoriten, nicht zu vergessen die ganz geheim sind. Obendrein die Statistiken, die mal für Deutschland, mal gegen Deutschland als erneuter Weltmeister sprechen. In Anbetracht dessen und der ganzen Prognosen, Powerrankings, Teamchecks gepaart mit gefährlichem Halbwissen wird es allerhöchste Zeit, dass der Rubel, ähm der WM-Ball rollt.

Bevor die WM 2018 losgeht, habe ich noch ein bisschen auf unserem Blog zur WM 2014 in Brasilien gestöbert. Im Fazit zu dieser WM habe ich u.a. geschrieben: „Die mediale Aufbereitung dieser WM. Wie oft wurde berichtet “was das Netz” denkt, wie oft wurde aus einem belanglosen Tweet eine Geschichte gemacht, wie oft wurde ein #Selfie kommentiert oder nachgestellt. Die sog. Experten in #Bild und Ton geben einem den Rest.“

Hinsichtlich der Entwicklungen in Sachen „(a-)soziale Netzwerke“ fällt es mir schwer, dass es bei dieser WM gänzlich weniger solcher Begleiterscheinungen geben wird. Mittlerweile vergeht kein Fußball(Länder-)Spiel mehr, zu dem hinterher irgendwo ein Artikel mit der Überschrift „So reagiert das Netz“ veröffentlich wird. Mittlerweile sind Tweets fester Bestandteil der Berichterstattung in den Medien. Mittlerweile gibt es Artikel davon, die nur davon handeln, was in den sozialen Netzwerken los war. Mittlerweile gibt es noch mehr Experten mit eigener Kolumne. Beispiel? Lothar Matthäus will in seiner WM-Kolumne bei der BILD (!) täglich (!) über das aktuelle Geschehen berichten. Neben den Schreibern gibt es jetzt auch noch Podcasts, die sich das schreiben sparen und gleich direkt über Fußball reden. Mittlerweile haben sich Photoshop-Battles zu einem weiteren Puzzle-Stück in der medialen Reizüberflutung entwickelt.

All dieses Bohei überdeckt das Ursprüngliche, um was es geht: Fußball. 22 Spieler auf dem Rasen. 11 vs. 11. Diejenige Mannschaft gewinnt, die mehr Tore erzielt. So einfach ist das beautiful Game. Insofern graust es mir vor der Fußball-WM in Russland. Und die Themen, die lang&breit und hoch&runter diskutiert werden, liegen ja schon vorher auf dem Platz: Videoassistent, Doping, Putins Missbrauch der WM für seine Sport-Polit-Show und und und.

Die WM nicht zu verfolgen wäre die konsequenteste, aber auch unwahrscheinlichste Lösung. Daher werde ich versuchen nur minimale Informationsdosen einzunehmen und nur ausgewählte Spiele, die zumindest Spannung versprechen, anzuschauen. Klar, das ist ambitioniert und wahrscheinlich auch naiv. Wie sagte es Wilhelm Busch schon so schön: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“. 🙂

Auf eine WM, bei der der Fußball im Mittelpunkt steht.

By Nino

 

Tibet oder China? Fußball!!!

tibet-26805_960_720

Also dann ist es endlich passiert. Das erste Spiel der chinesischen U20 auf deutschem Boden. Am Samstag spielte Schott Mainz gegen die U 20 aus China und es kam nicht zu den erwarteten Protesten durch Fußballtraditionalisten à la 11Feinde, sondern Proteste welche ich zumindest überhaupt nicht auf dem Plan hatte.

Klar weiß ich um die protestierenden Tibeter aus meiner Zeit in Berlin und habe auch in meinem Bekanntenkreis ein paar Hipster und Ökomuddis, die im Prenzelberg oder Friedrichshain eine Tibet-Flagge auf dem Balkon haben. Auf die Nachfrage warum, wurde ich meist moralisch belehrt und mir der Konflikt dargelegt: Tibet und Buddhismus gut. China und Kommunismus böse oder so ähnlich. So schön und so einfach. Jedenfalls gefällt vielen die Flagge und auch ich finde diese farbenfroh. Naja, soweit so hip. Dennoch hatte ich diese Demonstranten nicht für dieses Spiel auf dem Plan.

Das Spiel lief schon, als ein Funktionär der Chinesen die Mannschaft dazu bewegte vom Platz zu gehen. Aus meiner Sicht ein vollkommen sinnfreier Akt, da das Spiel ja schon lief und sich bis dahin keiner an den 3-5 Tibet-Flaggen gestört hatte, auch nicht die Spieler. Aber auch das muss man in aller Ernsthaftigkeit sagen, wissen wir nicht unter welchem ungeheurem Druck der Funktionär stand oder er vielleicht annahm zu stehen. Die Tibetprotestierer suchten in gewohnt friedlicher Weise den Dialog mit Medien und Security und Spielern von Schott und ließen sich dazu bewegen, nach einer Weile ihre Flaggen einzurollen. Das Spiel wurde fortgesetzt und Mainz gewann 3-0. Soweit zum Ablauf der Partie.

Lange dachte ich noch nach und es war klar, dass diese Flaggen da waren um zu demonstrieren und ich auch kein großer Fan davon bin, politische Inhalte in Fußballstadien zu verbreiten. ABER das ist nun mal in Deutschland üblich: Den Gegner mit Transparenten, Fahnen, Pyro, Sprechchören usw. zu provozieren. Es gehört zum Spiel und macht die Fankultur auch aus. Nun darf bezweifelt werden, dass die Tibet-Fans jedes Wochenende ihre Flaggen bei Schott Mainz zeigen, sondern extra dafür angereist sind, um ihrem Protest gegen Chinas Tibet-Politik Ausdruck zu verleihen. Ich finde, dass das nicht sein muss, aber es ist durchaus legitim. Nichts wäre passiert, hätte der eine chinesische Funktionär nicht gedacht, etwas unternehmen zu müssen. Man hätte den Protest einfach ignorieren sollen und gut.

Aber und nun hat der Funktionär wahrscheinlich aus Angst richtig viel Öl ins Feuer gekippt und es ist damit zu rechnen, dass selbst Hooligans und Ultras welche politisch noch nichts mit Tibet zu tun hatten, ihre große Liebe zum Hochland finden und in den nächsten Spielen zum Ausdruck bringen. Und was dann??? Wird die chinesische Mannschaft auf ihre Gastspiele verzichten, wie sie es unter der Woche angekündigt haben? Wir werden sehen, aber ich denke daran, dass die chinesische Mannschaft hierherkam, um ihren Fußball zu verbessern und sich einzuspielen und zu lernen. Und genau darum geht es, dass die chinesische Mannschaft lernt was Fußballkultur in Deutschland heißt: Bratwurst, Bier, Provokation, Lärm und Meckerrentner – vor allem in der Regionalliga. China kann hier auch lernen, dass sie ihre Gesinnung nicht jedem Land aufdrücken können, vor allem wenn es in diesem Land so etwas wie Meinungsfreiheit gibt. Und China kann davon lernen, dass es nicht notwendig ist, andere zu unterdrücken oder zu zensieren. Und das hoffe ich, werden die Funktionäre lernen. Sollte China sich jemals für eine WM bewerben, müssen sie diese Provokationen hinnehmen lernen und einfach ignorieren. Das Zeigen von Tibet-Flaggen bei einem Regionalligaspiel wird nicht die Tibet-Politik Chinas ändern, zeigt es doch die Hilfslosigkeit der Betroffenen. Damit liegt im Besuch der chinesischen Mannschaft die Chance für China Coolness und Abgeklärtheit im Fußball und in der Politik zu erleben und zu erlernen. Die deutsche Wirtschaft und Politik will Geschäfte mit China und versucht schon durch den DFB Einfluss zu nehmen, aber dies lassen sich die Deutschen Fußballfans nicht nehmen: Provokation im Fußball.

Ich habe mich schon die ganze Zeit gewundert, warum die U20 Chinas sich so hochoffiziell anmeldet und damit für Verwunderung und Widerstand in den Vereinen sorgt. Im Sommer war die japanische U20 in Chemnitz zu Gast und soweit ich weiß, haben die im Sommer viele Freundschaftsspiele in Europa absolviert. Kein großes Gewese und eine Nachricht an die Fans 3 Tage vorher sorgten für schöne Freundschaftsspielatmosphäre. Die Vereine werden direkt eine Spende von den Japanern erhalten haben und der DFB war nicht involviert. Ich halte das für den einfacheren und besseren Weg, als die U20 Chinas in eine Regionalliga zu platzieren und die Vereine mit der mageren Summe von 15000 Euros abzuspeisen. Ich denke, der chinesische Fußballverband hat dies auf politischer Ebene ausgehandelt und nun wird deren Präsenz in den Stadien zu einem Politikum. Als Großmacht sollte China viel cleverer und abgeklärter auf Provokationen im fernen Ausland reagieren und unsere Verbandsbosse und Politiker müssen noch lernen, dass sie nicht umfallen und Handlanger der Chinesen werden, nur weil sie durch die Eurozeichen in ihren Augen erblindet sind.

Ich hoffe die U20 spielt alle Freundschaftsspiele und ignoriert alle Anfeindungen und Provokationen. Und ich hoffe, dass die deutschen Fans unserer Vereine gute Gastgeber bleiben, ohne sich zu verbiegen.

By Baba