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Stationen eines fast Gescheiterten?

PoldiFußball

Liebe Fußballgemeinde. An dieser Stelle möchte ich mich einmal zu dem wahnwitzigen Karriereverlauf unseres Fast-oder Halb-Weltmeisters Prinzenrolle Poldi äußern.

Persönlich fand ich es eine begeisternde Geschichte als er mit Köln in der Bundesliga spielte und einige Tore als junger Vollblutproll schoss. Erfrischend war sein Spiel und hart die Bälle, die er ins Tor drosch. Hätte Hoffenheim damals schon in der Bundesliga gespielt, wären wohl mehrere Netze in die Kreisklasse degradiert wurden.

Schnell wurden er und damals noch Schweini (Kampfname: „Kampfschwein“, „Weltmeistermacher“ oder „Tennisrohrverleger“) zu den Helden erkoren, um die am Boden dahinsiechende Adlertruppe zu neuem Ruhm zu führen. Irgendwie kam es dann auch dazu über Umwege, mit großer Verzögerung und anders als gedacht. Jedenfalls wurde der jugendliche Poldi zum Prinz erkoren, um in die Fußstapfen des nun wirklich „Chefrohrverlegers“ Kaiser und leider senilen Beckenbauer zu treten. Dies war eine ganz schöne Bürde, denn wie in den Analen nachzuschauen ist, muss Rohrgott Beckenbauer wohl ein ganz intelligenter Spieler gewesen sein, der strategisch plante und mit vielen spielerischen und fußballerischen Talenten daherkam.

Wie auch immer man es sieht, der Prinz zog aus ins Großherzogtum von Steuerrechtsverbieger & Wurstdreher Uli, um seinen Thron zu besteigen. Doch wie wir alle wissen hat das irgendwie nicht funktioniert. Ob es an dem neuen Umfeld lag oder an der Ferne zu Mutti? Es lässt sich nur vermuten, aber irgendwie hat der Prinz, welcher bei der WM im eigenen  Lande noch zum besten Nachwuchsspieler vor dem unbekannten Spiel-mir-ein-Loch-in-den-Fuß-Messi und Ich-hab-die-Haare-schön-Ronaldo gewählt wurde, nie richtig die Weltmetropole am Rhein verlassen.

Ein typischer Schritt von $$$ in den Augen des Managers und wahrscheinlich auch in Poldis haben sozusagen alle Vorbehalte beseitigt und doch wurde der Prinz kein König und machte die Rolle zurück ins Erzbistum. Auch lässt sich über die Freundschaft zu Schweinebesteiger nur spekulieren: Fakt ist, nach anfänglicher Freundschaft in der Adlertruppe ist diese Freundschaft wohl in München verloren gegangen. Da beide nicht gerade mit allzu vielen verknüpften Synapsen gesegnet sind, kann ich nur vermuten, dass sich eine Freundschaft wohl doch nicht auf einer Affinität zum Playstationspiel aufbauen lässt.

Zurück im Chaosverein am Rhein wurde noch mehr vom ihm erwartet als bei Uli und das Management des Vereins hat nichts unversucht gelassen, dieses Unterfangen zu sabotieren. ER war zu groß geworden für den Geißbockclub und wollte nicht ewig gegen den Abstieg spielen. Es war fast wie, als hätte der Papst in der lokalen Gemeinde angefangen sich als Messdiener zu verdingen.

Nach dem zweiten Abstieg war endlich Schluss mit zurück in die Zukunft und der Verschwendung von Humankapital und Poldi zog aus, um der englischen Königin zu huldigen und ihr vorzuspielen. Man glaubte, dass er endlich angekommen war im großen Fußball und für eine Weile sah es auch so aus, da sein Ziehvater vor Ort große Stücke auf ihn hielt. Dies änderte sich bald, da auch Papa Wenger erkannte, dass aus dem jungen Talent zwar ein Mann geworden war, der aber leider sein Talent nicht weiter entwickelte hatte, wie seinerzeit sein Adlersturmpartner Super Salto Klößchen. Die Jahre im grauen Niemandsland der Bundesliga ohne wirkliche Konkurrenz rächten sich jetzt und ehe er sich versah, war seine Zeit auch hier abgelaufen und die Bank sein zu Hause.

In der Adlertruppe spielte er auch zunehmend eine kleinere Rolle und bei der WM beim 7:1 gegen Brasilien war sein Beitrag auf dem Platz marginal. Dennoch stach er als Hofnarr hervor und unterhielt die gleichgeschaltete Versicherungs-AG genannt „Löws Buben“ in beträchtlichem Maße. Selfies von ihm gingen um die Welt und wirklich jeder fand ihn sympathisch, auch ich, nachdem ich jahrelang meinen Groll hegte, da der Prinz es gewagt hatte, dem Capitano Ballack eine zu knallen. Aus dem Prinzen war ein Hofnarr geworden und es schien, dass er sich mit dieser Rolle für eine Zeitlang wohl fühlte. Und dennoch konnte er auch diese Rolle nicht allzu lange ausfüllen oder war er dieser überdrüssig geworden. Nach der EM 2016 ist auch der Prinzenrolle bewusst geworden, dass er nicht als Maskottchen in Erinnerung bleiben wollte und tat Allen und vor allem sich selbst und Jogibär einen riesigen Gefallen und trat zurück – gefühlte 9 Jahre zu spät.

Nach seinem farblosen Intermezzo bei Inter Mailand schlug er bei Galatasaray Istanbul auf, wo er schon an fußballerisch gute Zeiten anknüpfen hätte können, doch leider seine Affinität zu sozialen Medien und sein unbedingter Wille zu Gefallen, ihm zum Kasper von Dikta…äh Präsident Erdogan machten.  #wennmankeineAhnunghateinfachmaldieFingerstillhalten – sieheTrumpf.

Jetzt da er endlich den Weg frei gemacht hat, für ehrlichen Leistungskampf im Adlerteam verlässt er uns auch schon, um beim japanischen Kaiser vorzuspielen und ich kann es kaum erwarten, wenn er sich in die internationalen Belange in Fernost einmischen wird. Es wird nicht langweilig um ihn und auch wird er nicht weniger bezahlt.

Ich kann es kaum erwarten Poldi nach seiner Bolzplatzkarriere als Unterhalter der Deutschen im Dschungel zu sehen oder als Juror für DSDS oder als Szenekenner für Fußball auf RTL2. Nun könnte man meinen, dass dies gemein ist und seine Karriere schmälert, aber dem ist nicht so. Ich denke, er wäre auf lange Sicht in Köln wohl sehr froh gewesen, anstatt rumgereicht zu werden, als Fußballer mit einem Versprechen auf die Zukunft, dass er nicht einlösen konnte, da es für jeden jungen Fußballer zu groß gewesen wäre. Der junge Mann Podolski hat immer Spaß gemacht, wenn er auf dem Platz seine Klebe rausgeholt hat oder halt neben dem Platz den sympathischen Spaßmacher gemimt hat. Genau für diese Unbeschwertheit muss man ihn einfach mögen.

Alles Gute in Japan Prinz Poldi. Wir sehen uns!!! Garantiert!

By Baba

 

Kommentar zum zweiten Date mit GER vs. POL

dfb-deutschland-polen-em-2016

Nachdem der Sieg im ersten Gruppen-Spiel gegen die Ukraine gesteigertes Interesse an der deutschen National11 geweckt hatte, wollte ich nun herausfinden, ob diese Mannschaft wirklich so gut spielt wie sie aussieht oder hier mehr Schein als Sein vorherrscht. Wohlwissend der Tatsache, dass bei den vergangenen WM-und EM-Turnieren das zweite Gruppen-Spiel für die DFB-Auswahl immer das schwierigere war.

In der Liebe spielt es sich ja nicht anders ab. Beim zweiten Date wird genauer hingeschaut, an die kleinen Makel wird sich wieder erinnert und die Erwartungshaltung ist gestiegen. Im besten Fall wird das 2.te Date besser als das 1.te, dann besteht die leise Hoffnung, dass noch weitere folgen können.

Glücklicherweise standen nur drei Tage zwischen den Spielen und der Fußball stand wieder im Mittelpunkt. Die Berichterstattung der Sportmedien gipfelte nämlich in der boulevardesken Sezierung der Szene in der sich Joachim Löw einem EKG #EierKontrollGriff unterzog. Eine Ende des #Hosengate #Schnüffelgate war dringlicher denn je.

Bei der Aufstellung vertraute er seinem Winning-Team, bis auf die Position des Innenverteidigers. Hier rückte Shodkran Mustafi ins zweite Glied, dafür kam der schöne-genesene Mats Hummels zum ersten Start11-Einsatz.

Das polnische Team um Kapitän Robert Lewandowski startete ebenfalls mit einem Sieg, daher ging es nicht mehr und nicht weniger um die Vorentscheidung um Platz 1 der Gruppe C. In der EM-Qualifikation erspielten sich die Polen im Hinspiel einen ersten historischen Sieg, im Rückspiel mussten sie sich mit 1:3 geschlagen geben.

Und was bleibt nun von diesem zweiten Spiel-Date in Erinnerung? War es besser als das erste? Nein, es ist ein null:null geworden. Eins der besseren Art? Nein, ernüchternd auch wenn es durchaus Tor-Chancen gab. Auffällig dabei, dass einer polnischen im direkten Gegenzug eine deutsche folgte. Das Abwehrdreieck Neuer-Boateng-Hummels spielt sich schon mal ein #FCB, ansonsten wenig Erbauliches, insbesondere im offensiven Bereich. Löblicherweise hat dies Jérôme Boateng direkt nach dem Spiel selbstkritisch angemerkt, indem er u.a. darauf hinwies …“kein Eins-zu-Eins gewonnen“ zu haben.

Sind nun aller guten Dinge im Gruppen-Spiel Nummer 3 gegen Nordirland? Im ersten Spiel war die Defensive ausbaufähig, im zweiten die Offensive steigerungsfähig. Also, lässt sich das nicht Ying-Yang-mäßig ausgleichen und zack wird eine europameisterliche Leistung abgeliefert? Neugierige Fragen, auf die ich eine Antwort haben will. Eine Chance hat die Löw-Truppe noch…sonst sind weitere Dates nur noch Freundschaftsspiele.

By Nino

 

EM 2016 Qualifikation Polen vs. Deutschland

PolenDeutschland

Nach der WM ist vor der EM. Im 1. Spiel gegen Schottland und ihre #TartanArmy gab’s ein schmeichelhaftes 2:1. #Raumdeuter Müller schnürte ein Doppelpack und sorgte für einen erfolgreichen Start. Nun also Spiel II der Qualifikation für die EM 2016 bei den Franzmännern.

Mit den Polen rund um Stürmerstar Lewandowski wartete wohl der stärkste Gegner in der Gruppe D#aher prophezeite Bundes-Jogi „auch ein ganz schweres und enges Spiel“…#O#M#G…wer das WM-Finale vs. #ARG gesehen hat, der weiß von einem schweren und engen Spiel zu berichten. Aber was soll #Jogirette auch schon machen? Er muss die Jungs nach dem höggschden aller Triumphe motivieren, damit sie mit Konzentration und jaaanz fokussiert das Spiel bestreiten.

Bei seiner Aufstellung vertraute er 9 WM-Helden und zwei Frischlingen. Am meisten überraschte dabei die Personalie Karim Bellarabi. Er spielte letzte Saison noch bei der Eintracht aus Braunschweig, welche in die 2. Liga abstieg, dann wechselte er zu #Vizekusen, machte dort ein paar gute Spiele und z@ck steht er bei seinem ersten Spiel (!) in der Start11 (!). So schnell kann’s gehen. Dahinter steckt wohl ein viel größerer Plan, den der Otto-Normal-Fußball-Laie spätestens am Abend des 10.Juli 2016 erkennen könnte #TagDesEM-Finals 🙂

Die Übertragung der #EuropeanQualifiers durch RTL ist leider noch gewöhnungsbedürftig. #Lehmann, Jens bewegt sich nämlich nicht so grazil auf dem Rasen der Rhetorik. Vielleicht sollte er lieber Werbung für einen Sportwettenanbieter oder Bratwürste machen!

Und was durften wir dann beobachten? Eine muntere Anfangsphase, gefolgt von vielen Torchancen und einem Publikum, das so euphorisch war, als würde dieser Abend historisch werden. Nach der Halbzeitpause kam Polen überraschend vor das Gehäuse von Libero Neuer und noch überraschender stand es eins zu null. Die weiteren Angriffsbemühungen des Weltmeisters scheiterten kläglich, Höhepunkt der Kracher an die Latte an, ähm von Podolski. Und wie heißt es so schön: „Wer die Tore vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein.“ Summa summarum lässt sich also festhalten: #Historische Pleite für die Nationalelf. Ein überragendes Debüt von Bellarabi. Die Erkenntnis, das ein Welttorhüter auch Fehler macht. Und Polen darf sich nun bis zum Rückspiel #WeltmeisterBesieger nennen. #Gratulujemy zwycięstwa

Damit gebe ich ab…frei nach RTL-Manie: „Wir machen eine kurze Unterbrechung und geben ab zur #Werbung.“

By Nino