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„Was bisher geschah…“ Teil 7

Sieben

Mit Teil 7 unserer Kategorie „Was bisher geschah…“ schauen wir nach längerer Zeit mal wieder zurück auf bisherige Texte. Das diese mittlerweile, in aller Bescheidenheit:-), nicht mehr ein paar sind, sieht man darin, dass zwei Rückblicke mit dabei sind.
Die Hälfte der Texte beschäftigt sich allerdings mit RB Leipzig und dem damit verbundenen Dauerthema „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“. Einem großen Traditionsverein widmete sich Baba, der einen vorausschauenden Nachruf für den Hamburger SV geschrieben hat. Mit dem ersten Abstieg in die zweite Bundesliga ist dieser dann auch brandaktuell. Viel Spaß beim Stöbern.

61. Die 22 Antworten zur EM 2016…die letzten 8

62. „Was bisher geschah…“ Teil 3

63. Gedanken zum Auftaktspiel zur 1. Fußball-Bundesliga Saison 2016/2017

64. Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

65. Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1

66. Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 2

67. Traditionsvereine vs. Plastikclubs Teil 2

68. Nachruf zum Hamburger Sportverein – HSV

69. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 1

70. „Was bisher geschah…“ Teil 4

By Baba und Nino

 

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 5 sowie Teil 6.

Finale in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem Halb-Finale in der HSV-Crunchtime sind wir nun endlich angekommen. Im großen Finale am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/2018. Der Hamburger SV auf der Zielgeraden seines größten Comebacks. Wer hätte das gedacht, außer den eingefleischten HSV-Fans natürlich, dass der HSV eben doch noch nicht tot, geschweige denn solchen Schwachsinns wie „abgestiegen“ ist.

Denn bei allem Wunschdenken der HSV-Gegner ist doch eins klipp und klar: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist es noch möglich den Relegationsplatz zu erreichen. Vorausgesetzt, die Wolfsburger verlieren zu Hause gegen den 1. FC Köln. Nach Prüfung aller Fakten und meines Bauchgefühls liegen diese Ergebnisse im Bereich des absolut Möglichen.

Die Kölner haben schon angekündigt, dass sie dieses letzte Spiel nicht herschenken wollen. Schließlich will man nicht derjenige Traditionsverein sein, der erstens gegen einen millionenschwer finanzierten Plastikclub verliert und damit beiträgt, dass der Hamburger SV zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigt. Diesen Ziegen, ähm Bärendienst wollen die Kölner dem HSV und der gesamten Bundesliga nicht leisten. Die Kölner, da bin ich ohne jeden Zweifel, werden sich schon zu wehren wissen.

Der HSV hat zwar eine bittere Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht einstecken müssen, aber die wurde ganz schnell abgehakt. Schließlich gilt es, das ganz große Ziel – die Relegation – nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist genug Motivation, für die Spieler wie für die Fans. Klar, das eigentliche Ziel – direkter Klassenerhalt – ist nicht mehr möglich. Da bedurfte es eben einer minimalen Anpassung. Schwamm drüber, Mund abputzen, weiterhin fokussiert bleiben.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten: das volle Volksparkstadion, die euphorischen Fans, die Spieler voller Tatendrang und Siegeslust. Der Duft von Geschichte wird in der Luft liegen. Denn Geschichte wird in jedem Fall geschrieben. Entweder des größten Comebacks in der langen Bundesliga-Geschichte oder des 1. Abstieg des HSV. Letztere Option wird meinerseits selbstverständlich verdrängt. Die 1. Liga-Zugehörigkeit ist tief verankert in der HSV-DNA. Niemals 2. Liga!

Also kommt nur die erste Option in Frage und diese Rechnung ist super einfach:
HSV-Heimsieg gegen Mönchengladbach plus Auswärtssieg der Kölner in Wolfsburg, macht zusammen: 16. Tabellenplatz und Relegation gegen Holstein Kiel. Montag 21.05.2018, zweiter Sieg gegen die Kieler und der HSV bleibt weiterhin in der 1. Liga. Alles gut und alles bleibt beim Alten.

Wer jetzt meint, dass wäre unrealistisch, der hat den Hamburger SV nie verstanden. In der Relegation können wir unsere ganze Erfahrung ausspielen. Die Motivation Triple-Relegations-Meister werden zu können, wird die letzten Prozente aus den Spielern kitzeln. Anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Auch stelle ich mir vor, dass UnsNicolai den Siegtreffer gegen die Mönchengladbacher beschert und damit sein ganz persönliches Comeback feiert. Am ersten Spieltag trifft er zum Auftaktsieg, am 34. Spieltag zum letzten Sieg. Solche Geschichten schreibt nur der HSV. Was in der Relegation passiert, dazu komme ich später. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Traditionsvereine vs. Plastikclubs Teil 2

laterne

Im ersten Teil von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“ habe ich mich am Parade-Beispiel des schlechten Traditionsvereins [Trommelwirbel] dem Hamburger SV… abgearbeitet. Seitdem hat sich am Zustand des HSV nicht viel geändert, zum Stand des 9ten Spieltages in der Fußball-Bundesliga stehen 1 Trainerwechsel, 2 Tore und 3 Platzverweise zu Buche. 30 Mäzen-Kühne-Millionen wurden in der Sommertransferperiode ausgegeben #FunFact. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil des grassierenden Transferwahnsinns (Teil 1 und Teil 2).

Nun soll sich jedoch der Ball um das erklärte Feindbild der Traditionsvereine drehen, um die Plastikclubs. Wieder gebe ich diesen Begriff in einer unbekannten Suchmaschine ein und erhalte ungefähr 24.500 Ergebnisse. Im Gegensatz zu den 397.000 Ergebnissen bei „Traditionsverein“ sind das ganz schön wenig. 1:0 für die Tradition.

Auch die Gruppe der Plastikclubs ist eher überschaubar. Am Rande der Fußballgesellschaft tummeln sich die Werksklubs Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim, der „Brauseclub“ RasenBallsport Leipzig und auch ein bisschen der FC Ingolstadt, der vom Hauptsponsor Audi unterstützt wird. Warum also eigentlich dieses ganze Bohei um fünf von 56 Profivereinen? Das sind nach Adam Riese gerade mal 8,9%. Statistisch gesehen nicht viel. Als Zündstoff für hochkochende Emotionen sorgen diese Clubs dennoch.

Für die einen geht es um Tradition, Werte und auch die Liebe zu einem Verein. Für die anderen geht es um das schadhafte Anhäufen von Money Money Money, der Verein als Marketinginstrument #RedBull oder als Ansammlung von Legionären. Es geht also um viel mehr als nur um das runde Leder und die Geschichten die rundherum geschrieben werden. Mit Baba habe ich mich schon vor Jahren darüber unterhalten, gern möchte ich ihn hier zitieren: „Zu Wolfsburg könnte man noch schreiben, das Geld doch Tore schießt und/oder die Stadt wahnsinnig unattraktiv ist und der Club immer noch riesige Imageprobleme hat, eben auch so ein Plastikclub ist. Wegen den vielen Söldnern, und der unmöglichen Identifikation mit dem Dorf Wolfsburg hat der Club schon immer ein Problem mit mangelnder Leidenschaft. Seit Roy Präger gab es keinen Sympathieträger, nur überbezahlte Scheißlegionäre, die den ersten Weg raus genommen haben.“ Dies entspricht auch so gut wie dem aktuellen Bild des VfL, da haben die Vizemeisterschaft und der Pokalsieg 2015 nicht viel ändern können.

Nach dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Liga und dem zum Stand des neunten Spieltages zweiten Tabellenrang wird die Diskussion der Traditionsvereine vs. Plastikclubs weiterhin in alle Richtungen geführt. Denn einerseits fehlt es den Traditionalisten an der fehlenden Ignoranz für RB Leipzig , andererseits sollten doch alle Fußballfans den „Bullen“ dankbar für die Polarisierung sein (Teil 1 und Teil 2).

Für den Moment kommt mir wieder der Spruch von #GeorgeBernardShaw ins Gedächtnis: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“

Was gilt es also zu tun? Sich an der Laterne festhalten oder den beleuchteten Weg nutzen? Einige der Traditionalisten wollen offensichtlich Letzteres tun. Die Clubs Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, VfB Stuttgart, Hamburger SV, 1. FC Köln und Hertha BSC haben sich zum „Team Marktwert“ zusammengeschlossen. Ziel ist es höhere Fernseheinnahmen für die sogenannten Traditionsvereine zu generieren. Bislang gibt es für jeden Verein der 1. und 2. Bundesliga einen festen Sockelbetrag sowie weiteres Geld abhängig davon, welchen Tabellenplatz der jeweilige Klub in den vergangenen fünf Jahren belegt hat.

Diesen beiden Säulen soll eine weitere hinzufügt werden. In einer gemeinsamen Pressemitteilung wurde erklärt, dass auch der Marktwert eines Klubs berücksichtigt werden soll: „Dieser Marktwert kann sich aus objektiven Kennzahlen wie Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media errechnen. So sollte beispielsweise eine große, leidenschaftliche Fangemeinde als Wert im TV-Ranking Berücksichtigung finden – denn sie führt zu höheren Einschaltquoten und einer größeren Wahrnehmung der Gesamtmarke Bundesliga in der Öffentlichkeit.“

Bei den sog. Plastikclubs fand diese Idee, oh Wunder, wenig Begeisterung. Denn RB Leipzig’s Reichweite überschreitet ja jetzt schon die vieler Traditionsmannschaften und die von Wolfsburg und Vizekusen ohnehin.

Ist das nun der Weg des Klugen oder eher ein Eigentor der Initiatoren? Antworten dazu und warum RB auch kein normaler Plastikclub ist, wollen wir im Teil 3 von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“ finden…

By Nino

Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1

rb-leipzig-logo

Mit dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Fußball-Bundesliga hat die Debatte um Traditionsclubs vs. Plastikclubs so richtig an Fahrt aufgenommen. Nino’s letzter Beitrag war dazu der Kommentar über die fehlende Ignoranz für RB Leipzig. Je länger wir uns die Geschehnisse rund um die 1. Liga-Spiele von RB beobachte, umso mehr sind wir der Meinung, dass alle Sportmedien, Fußball-Vereine und Fans dem Projekt RB Leipzig dankbar sein sollten! Dankbar sollte die Sportjournaille dafür sein, dass sie ein Dauerbrenner-Thema haben. Dankbar sollten die Fußball-Vereine dafür sein, dass sie einen neuen Konkurrenten und die Gelegenheit haben, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen. Dankbar sollten die gegnerischen Fans sein, dass sie ein neues und/oder weiteres „Feindbild“ haben, dass man immer wieder vorführen und sich neue Protest-Formen ausdenken kann (gewaltfreie bitte schön!).

Allzu oft wird doch über die Langeweile in der 1. Bundesliga gemeckert, über die Probleme der Traditionsvereine gejammert #FrüherWarAllesBesser und die Kommerzialisierung des Fußballs im Allgemeinen beklagt. Dabei geht es doch hauptsächlich beim Fußball um zwei Dinge: Erstens: „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen wie es ausgeht.“ #SeppHerberger. Zweitens: Der Fußball schreibt Geschichten. RB Leipzig schreibt gerade ganz viele Geschichten. Seine eigene und wie alle anderen Vereine damit umgehen!

Das verdeutlichen die bisherigen Proteste zu den 1. Liga-Spielen von RB. In Hoffenheim begegnete man der Thematik mit viel Selbstironie „Den Fußball zerstört nur einer. Hoffe uns sonst keiner.“ Beim ersten Heimspiel lief der Boykott-Aufruf der BVB-Ultra-Gruppe The Unity weitgehend ins Leere; es wurden alle Auswärtskarten in Leipzig verkauft. In Hamburg wurde im Vorfeld des Spiels ein Protestmarsch organisiert, bei dem ehrlicherweise auch der eigene Investor/Gönner/Mäzen #Kühne kritisiert wurde. Die Fans der Gladbacher Borussia schwiegen bis zur 19. Minute, in Anspielung auf das Gründungsdatum 1900 und der damit einhergehenden langen Tradition (!?) des Vereins. Bisheriger Höhepunkt war die Sitzblockade einiger 100 Kölner Fans, die die Tiefgaragen-Einfahrt des Gästeparkplatzes versperrten, somit die Ankunft des Mannschaftsbusses von RB verzögerten und einen verspäteten Anpfiff von 15min erreichten. Diese Auflistung, das ist so sicher wie der nächste Meistertitel des FCB, wird um einige Aktionen bereichert werden, gewaltfreie…da wiederholen wir uns gerne!

All diese Aktionen haben auch bisher zur erhöhten Schlagzahl der Berichterstattung in den üblich verdächtigen Sportmedien geführt. Jeder Protest wurde angekündigt, Zuschauer/Leser befragt und die Ergebnisse kommentiert. Alles sicherlich nicht immer um der Berichterstattung willens, sondern für noch mehr Klicks, Zuschauer, Zuhörer und verkaufte Magazin-Exemplare.

Nun drängt sich die Frage auf: Was soll das Alles? Was wollen die Gegner von RB Leipzig? Die Antwort lautet sicherlich nicht: Ma-o-am!!!

Es ist zu einfach (und zu spät), sich über das Zustandekommen des Vereins RasenBallsport Leipzig e.V. aufzuregen. Es ist zu einfach, ständig darauf hinzuweisen, dass ein Getränkehersteller der Hauptsponsor ist und alle bestehenden Regularien des DFB auf ihre weitgehendste Interpretation ausgereizt wurden. Für all das ist der DFB zuständig. Sollte daher nicht der Spieler, sondern das Spiel kritisiert werden? Jeder Verein wurde irgendwann mal gegründet, hat irgendeinen Hauptsponsor und hat sich an die Regeln des DFB zu halten. Im Fußball geht es schon lange nicht mehr nur um #TheBeautifulGame, sondern auch um Erfolg, Geld und Marketing. RB Leipzig perfektioniert nun eben dieses ganze Gemisch. Vor allem vor dem Hintergrund ob man einen Werbesponsor hat oder als Verein ein Werbesponsor ist?

All diese Punkte sollten für jeden Fußball-Verein und Fan Anlass sein, darüber nachzudenken, ob RB nicht die willkommene Abwechslung sein kann, die an den alten Strukturen rüttelt und dazu anregt, dass eingefahrene Systems zu überdenken. Und vielleicht auch dazu beiträgt, dass die Dominanz von nur einem Verein #FCBayernMünchen gebrochen wird. Dazu mehr im zweiten Teil!

By Baba&Nino

„Was bisher geschah…“ Teil 3

Römische3

Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

tradition-logo

Ein weiteres Thema aus „Dunkle Vorhersage“ von Baba war das Thema der Traditionsvereine vs. Plastikclubs.

Bevor ich zum „vs.“ komme, versuche ich mich im ersten Teil zunächst dem Begriff des Traditionsvereins zu nähern. Dazu gebe ich in einer unbekannten Suchmaschine diesen Begriff ein und erhalte ungefähr 429.000 Ergebnisse (in 0,36 sec. wohlgemerkt). Im #Wiktionary heißt es unter „Bedeutungen“: Verein mit einer langen Historie. Für diejenigen, die immer nach der Herkunft fragen: Es ist ein „Determinativkompositum aus Tradition und Verein mit dem Fugenelement –s“.

Aber genug des gefährlichen Klugscheißer-Wissens. Nach allgemein anerkannter Lesart ist z.B. der Hamburger SV einer dieser Traditionsvereine. Der #Dino der 1. Bundesliga, dem Abgrund des Abstiegs schon sehr nah gewesen, doch bisher immer #noch die höggschde Spielklasse gehalten. Das dies so bleibt, das wünschen sich vor allem die Traditionalisten unter den Fußball-Fans. Aussagen „so ein Verein gehört in die 1. Liga“…“so eine lange Tradition“…“die vielen treuen Fans“…“so ein tolles Stadion“…“die Stadt und ihre Menschen“, beschwören die Tradition und Romantik, verkennen aber leider auch die Realität. Aber einen Bestandsschutz für das Oberhaus der Bundesliga gibt es zum Glück nicht.

Der Hamburger SV lebt nämlich von seinen Erfolgen aus den 1980er Jahren. In den letzten 24 Jahren wurden 23 Trainer eingestellt bzw. wieder entlassen, freigestellt oder beurlaubt. Nummer 24, Josef Zinnbauer hat die Garantie, nein das #Ehrenwort bis zum Saison-Ende Trainer zu bleiben. Wer’s glaubt wird Uwe Seelig. Insbesondere in den letzten Jahren konnten nur Preise bei der Wahl zur „Miss-Wirtschaft“ errungen werden. Letzter offizieller Fußball-Titel: Ligapokal 2003!

Aber dennoch scheint der HSV eine Anziehungskraft für manchen zu haben, die bis ins Reich des Fast-Unerklärlichen reicht. Dietmar Beiersdorfer kehrte zur seiner alten Liebe zurück, Rafael van der Vaart auch, wohl aber mehr des Geldes und der ihm zukommenden Verehrung #Jahrhundert11, zuletzt Ivica Olic…sympathischer Dauerläufer, mit 35 Jahren aber auch kein Perspektivspieler mehr. Was also reizt die Herren an der alten Liebe HSV?

Im wahren Leben wird zuweilen eine Rückkehr zur alten Liebe nicht empfohlen. Man solle sich nur an die Gründe des Scheiterns erinnern. Bei den Vereinen und Fußballern sind es meistens schlechte Leistungen auf dem Platz oder eine neue Liebe in Form einer Stammplatz-Garantie, mehr Geld oder der Wunsch nach einer Auslandserfahrung die zu einer Trennung führen…

Auffallend auch wie viele tolle Spieler beim HSV gespielt haben: Jérôme Boateng, Vincent Kompany, Nigel de Jong um nur einige zu nennen. Das sind alles Spieler bei denen ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, das die alle besser geworden sind, nachdem sie den HSV verlassen haben. Und Spieler, die zum HSV gewechselt sind und sich in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert haben, fallen mir irgendwie auch nicht ein.

Es wäre allerdings zu einfach sich am Beispiel des HSV an den Traditionsvereinen abzuarbeiten. Zum Glück gibt es auch genug andere Vereine, die lange im Fußball-Geschäft dabei sind, eine Spielphilosophie haben, etwas vom Wirtschaften verstehen, sich realistische Ziele setzen können und nicht bei jeder erfolglosen Phase entweder den Trainer wechseln oder auf dem Transfermarkt hektische Panikkäufe tätigen.

Die Fußball-Romantiker des HSV verklären leider die Probleme des Vereins und finden ihre Erfüllung im Aufbau eines neuen Feindbildes mit dem Namen #Plastikclub. Jene Vereine also ganz ohne Tradition, ohne Titel, unterstützt von potenten Geldgebern. Aber hoppla! Wäre der HSV ohne Tradition nicht auch einer? Im Sommer 2014 wurde die Profiabteilung aus dem Verein ausgegliedert und für Investoren geöffnet. Zudem gibt’s den „Edelfan“ Kühne, der sich je nach Wetterlage in der Hansestadt als Investor, Oligarch oder Alleinherrscher aufspielt. Reichen diese Anzeichen aus, um als Plastikclub zu gelten? Dieser und anderen Frage widme ich mich zum zweiten Teil von „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“…

By Nino

Der Anfang der Gegenrede zur Dunklen Vorhersage

Shining sun at clear blue sky with copy space

Die „Dunkle Vorhersage“ des hoch geschätzten @Baba liefert Steilpässe einer Präzision, wie sie früher nur Zinedine #Kopfnuss Zidane gespielt hat. Ein bunter Blumenstrauß…ein wahres Potpourri an Themen, die es abzuarbeiten gilt. So unkommentiert kann ich das doch nicht stehen lassen 🙂

Aber es stellt sich die Frage: Wo soll ich anfangen? Beim Thema #Erfolgsfans? Ein heißes Eisen, was mit kühlem Kopf bearbeitet werden sollte. Dann lieber zur Prognose zur 1. Liga? Steht da etwa Langeweile vor dem FCB-Stadion? Nee, es geht doch noch um die Plätze 2-18! Und wenn ich mir die aktuelle Tabelle anschaue, da ist doch einiges in Bewegung. Besonders im #Tabellenkeller, da liegen ja sonst nur Leichen.

Oder zum Thema „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“? Dazu habe ich erst neulich einen Spruch gelesen: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg“ von #GeorgeBernardShaw. Wieviel Treue zur Tradition hält ein Verein aus? Oder erfindet er sich mit Besinnung auf seinen Wertekanon neu? Wie hält es ein Verein mit dem schadhaften Anhäufen von Money Money Money? Haben wir bald „Englische Verhältnisse“? So viel philosophisches, da braucht’s auch ah bissel mehr Muße.

Dann lieber zum allseits beliebten Bayern München-Bashing. Dazu kann jeder und alles gesagt werden. Da ist wie ein Gespräch über „Wetten dass…?“ Keiner hat’s gesehen, aber insgeheim fand man’s doch ganz lustig. Aber der Vergleich hinkt ein bisschen und da bedarf es noch einer präzisieren Analyse. Da zitiere ich zunächst einen guten Freund der treffsicher formulierte: „Was kann ich dafür das die Bayern immer gewinnen?“
Auf die Frage „wo denn die Freuden über ein schönen Spielzug, ein atemberaubendes Tor oder eine Glanzparade geblieben“ seien, habe ich vorerst eine Halbzeit-Antwort. Die Bayern spielen im Jahr 2 unter Guardiola so flexibel wie nie zuvor: Ob Dreierkette, Viererkette, Doppelsechs, Raute, Flügelstürmer oder Mittelstürmer, alles ist dabei…was das Taktik-Herz so begehrt. Torwart Manuel (oder doch schon Libero?) spielt nicht anders, er macht das Spiel #Neuer.

Die Rest-Beantwortung kommt später. Zum Jahresende steht das Hinrunden-Fazit der 1. Bundesliga an. Denn erst nach dem 17. Spieltag kann eine seriöse Einschätzung zum bisherigen Verlauf der Spiele und zum Stand der Tabelle abgegeben werden. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

By Nino

Dunkle Vorhersage

dunkle vorhersage (1)

Nun will auch ich mich einmal zu den Prognosen für die Zukunft der Bundesliga äußern. Ich denke es ist der richtige Zeitpunkt, denn meines Erachtens sind wir an einem Scheideweg angekommen, in dem sich das Gesicht der 1. LIGA Deutschlands für immer grundlegend verändern wird.
Veränderungen waren immer Teil der Fußballkultur so zum Beispiel sind Teams welche in den 20 oder 30er Jahren IN waren meist gar nicht mehr existent und anderen wird zugejubelt. Ich denke diese Entwicklung ist der deutschen Geschichte geschuldet und kann auch jederzeit zu Neugründungen und Regeländerungen führen. Doch dies ist nicht mein Anliegen.

Diese Woche hat der Branchenprimus seine Zahlen für dieses Jahr veröffentlicht und diese zeigen auf der einen Seite wie effizient gearbeitet wird und welch ein gut geöltes Imperium Kalle & Ulle da aufgebaut haben. Beeindruckend ist, wie es ihnen gelungen ist, viele große deutsche Unternehmen als Stützen zu gewinnen. Das mag am Standort liegen und an der großen Vergangenheit (siehe 70er), doch in erster Line an harter Arbeit und dafür muss ich denen da auch großen Respekt zollen. Jeder Junge träumt davon, dass sein lokaler Verein dahinkommt und es wäre eine Lüge zu behaupten, dass ich nicht neidisch bin auf das Geschaffene. Auch sind diese Zahlen der Grund dafür, dass wenigstens ein deutscher Club die Bundesliga international würdig vertritt.

Auf der anderen Seite darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Entwicklung eine Katastrophe für die nationale Liga ist. Die Münchner Vorstädter haben auf Jahre hinweg die Konkurrenz abgehängt und damit kehrt die große Langeweile ein. Wenn kein Club mehr gegen München gewinnen kann, dann verschwende ich nicht meine wertvolle Zeit damit Erfolgsfans zuzuschauen, wie sie FC Deutschland Bayern zujubeln. Ohne Konkurrenz stirbt das Interesse und dann die Liga. Zusätzlich sprießen die Plastik Clubs mit mega potenten Eigentümern aus dem Boden. Ich will hier nicht grundsätzlich schwarzmalen aber ohne Traditionsvereine, Vereine aus großen Städten und auch hin und wieder mal ein Vertreter aus dem Osten läuft die Bundesliga Gefahr uninteressant zu werden oder ist es schon für mich. Ich will an dieser Stelle keine Diskussion über Hoppenheim oder RB führen, aber ein 1.Liga-Duell zwischen Hoffenheim und Wolfsburg ist so spannend wie FC vor Dem Haus gegen Dynamo hinter Dem Haus.

Diese Entwicklung und die heftige Dominanz des Branchenführers stellen über kurz oder lang den Untergang für die Liga dar. Nicht jede Mannschaft kann immer in der Championsleague erfolgreich sein, aber wenn ein Team wie ein Alien über Allem thront und Siege gegen dieses Team fast unmöglich sind, dann widerspricht das dem Sportgedanken. Auch wenn ich auf Spiel- und Fußballplätzen in meiner Umgebung schaue (wenn überhaupt vorhanden), sehe ich vorwiegend Kids mit Bayern-, Barca- oder Real-Shirts und finde es alarmierend das kein Kind mehr an dem lokalen Club hängt. Den Kindern kann ich es nicht verdenken, dass die nicht als Loser abgestempelt werden wollen, aber das beim Fußball ausschließlich Siege und Titel zählen, kann doch nicht der goldene Weg des professionellen Spiels sein. Wo sind die Freuden über ein schönen Spielzug, ein atemberaubendes Tor oder eine Glanzparade geblieben. Es ist mir eigentlich egal, ob meine Mannschaft ab und zu verliert oder unentschieden spielt, so lange ich ein spannendes Spiel sehe und einen schönen Nachmittag verbringe. Ich definiere nicht mein Selbstwertgefühl daraus wie mein Team gespielt hat, sondern sehe Fußball als geniales Hobby mit tollem Unterhaltungswert. Wenn es nur noch um Kohle und Triumphe und Ablösesummen geht und die Fußballer Gladiatoren gleichen, die Gottgleich als Werbeträger den Lifestyle vermarkten, dann gute Nacht schönes Spiel, denn dann ist das drum herum wichtiger als das Spiel an sich. Deshalb und nur deshalb läuft die Bundesliga Gefahr zur langweiligen Sitzliga für Plastikvereine zu verkommen, mit Telekom München als Abonnement Meister ….gähn….

Ich für meinen Teil schaue dritte Liga welche noch im Free TV gezeigt wird, wo noch Vereine mit Tradition spielen und freue mich an erschwinglichen Preisen. Nebenher mag ich die Premier League, da dort mehrere Vereine beheimatet sind, die ähnlichen finanziellen Spielraum haben und daher ein spannender und abwechslungsreicher Wettkampf geboten wird. Doch auch diese Liga ist höchst bedenklich, da die Vereine sich stets im höchsten Maße verschulden.

Daher hoffe ich, dass auf irgendeine Art und Weise es den anderen Mannschaften gelingt zum Branchenführer aufzuschließen, doch sehe ich kaum Möglichkeiten dafür. Um noch einen fürs Phrasenschwein abzudrücken: 11 Freunde müsst ihr sein.

Euer Baba, der olle Miesepeter