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Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018

Abstieg

Nach einem turbulenten Jahresendspurt im November und Dezember 2017 in Richtung 19.ten Tabellenplatz setzten die CFC-Verantwortlichen zur berühmten Notgrätsche an und verschafften dem bisherigen Chef-Trainer H. Steffen einen aus seiner Sicht ungewollten verlängerten Weihnachtsurlaub. Nach dieser mehr Reaktion als Aktion begab sich der CFC auf Trainersuche. Nach drei Tagen wurde D. Bergner vorgestellt (hier geht’s zum Kommentar). Ein junger Trainer, der zuletzt Rot-Weiß Erfurt trainiert hat.

Die Mannschaft startete mit dem neuen Trainer in das Wintertrainingslager nach Salou in Spanien. Dort sollten die Grundlagen für die #MissionKlassenerhalt geschaffen werden. Seitens der Verantwortlichen war es ein guter Zeitpunkt, die Mannschaft und den Verein darauf einzuschwören. Nämlich darauf, dass es in dieser Saison 2017/2018 um nix Anderes mehr geht. Friss oder stirb. Sekt oder Selters.

Zum zweiten Spiel der Rückrunde stand das Spiel vs. SC Paderborn auf dem Plan. Ein undankbarer Gegner auch für Trainer Bergner. Die Himmelblauen verloren 0:2 gegen den Herbstmeister. Im darauffolgenden Spiel vs. VfR Aalen vergab der CFC trotz einer zwischenzeitlichen 2:1 Führung noch den Sieg und ging mit einer 2:3 Niederlage vom Platz. Das führte zur insgesamt achten Niederlage in Folge, die zweite für Cheftrainer Bergner. Von einem Trainer-Effekt konnte hier zunächst nicht die Rede sein.

Aber vielleicht musste das Sprichwort „aller guten Dinge sind drei“ erst bemüht werden, um den ersten Sieg und wieder 3 Punkte feiern zu können. Im Spiel gegen Carl Zeiss Jena überzeugte nicht die spielerische Art und Weise, sehr wohl aber die kämpferische Leistung der Himmelblauen. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg vs. Jena (hier geht’s zum Spielbericht) konnte diese elende Niederlagenserie gestoppt werden.

Am 24. Spieltag hätte man mit einem Sieg den Abstand zum rettenden Ufer, dem 17. Tabellenplatz etwas verkleinern können, indem man eben diesen 17.ten VfL Osnabrück geschlagen hätte. Aber hätte hätte Fahrradkette. Mit der 1:6 Niederlage entfernten sich die Himmelblauen von eben diesem rettenden Ufer. 4 Tore in 11 Minuten, das war ein Blackout der besonderen Art und besonders bitter in der Drittliga-Geschichte des CFC. „Die-gibt’s-da-was-zum-ganz-schnell-vergessen-Medizin“ war in diesem Fall die Allerbeste. Das nächste Spiel konnte daher auch dafür genutzt werden, um den Verein, den Fans und allen sonstigen Himmelblauen-Sympathisanten wieder Hoffnung zu geben. Gegen die SpVgg Unterhaching schafften es die Chemnitzer zuerst einen 1:0 Rückstand zu drehen, um später in den letzten Minuten zu zehnt den 2:1 Sieg ins Ziel zu retten.

Das ließ das 6:1 Debakel schnell vergessen. Vergessen konnte man aber nicht, dass der nächste Gegner Karlsruher SC hieß und damit der Rückrundenspitzenreiter die Himmelblauen empfing. Wieder eine Mannschaft aus dem oberen Tabellenkeller und ein Spiel, trotz allem Optimismus, bei dem die Hoffnung „wenigstens ein Unentschieden“ war. Aber diese Hoffnung blieb jäh unerfüllt, am Ende stand zum 26. Spieltag eine 2:0 Auswärtsniederlage. Einzig macht T. Baumgart Hoffnung, den zurzeit auffälligsten CFC-Spieler. In den Januar bis Februar 2018 Spielen traf er 4mal, zweimal davon das Siegtor. Klar wie Kloßbrühe, dass die örtlichen Gazetten nicht lange brauchen ihn Transfergerüchte anzudichten und als heiße Ware auf dem Transfermarkt anzupreisen. Manchmal kotzt einem solche Berichterstattung nur noch an. Aber soviel dazu.

Leider können wir nicht schreiben, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat, weiterhin der 18. Tabellenplatz mit 7 Punkten zum Nichtabstiegsplatz. Die nächsten Gegner sind: Wehen Wiesbaden, Fortuna Köln, Hallescher FC, Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach, Rot-Weiß Erfurt, SV Meppen, Würzburger Kickers und Preußen Münster. D.h. dass die nächsten beiden Spiele gegen zwei Spitzenteams der 3. Liga bestritten werden, gefolgt von drei absolut wichtigen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Danach folgen wieder Gegner, die sich nicht in irgendwelchen Missionen oder Kämpfen befinden.

Wir brauchen daher keine Experten für Prognosen sein, um zu behaupten, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich gewesen sein wird. Es sind immerhin auch immer noch 36 Punkte zu vergeben. Rechnerisch ist immer noch alles möglich (5 Euro ins Phrasenschwein). Andere Mannschaften können noch in eine Krise geraten oder Insolvenz anmelden müssen oder mit Punktabzug bestraft werden. Alles ist noch möglich (nochmal 5 Euro ins Phrasenschwein). Jeder Euro ist wichtig, dass weiß auch der neue Vorstandsvorsitzende A. Georgi. Ein Mann der Basis, der die Sorgen und Nöte der Fans und des Clubs kennt. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Fragt sich nur in welcher Liga. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen März und April 2018…

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Juli 2017

HimmelblauJuli

Nicht nur der himmelblaue Juni 2017 machte alles neu, nein, auch der himmelblaue Juli entwickelte beim Chemnitzer FC viel Neues.

Wie im Juni wurde sich weiterhin um die Kaderplanung intensiv gekümmert. Die fast Generalüberholung wurde mit den Verpflichtungen vom 21jährigen Defensivspieler Janik Bachmann und dem 27jähirgen Björn Kluft, der als Offensivspieler zuletzt beim FC 08 Homburg unter Vertrag stand, abgeschlossen.

Vor dieser letzten und etwas späten Verpflichtung wählte die Mannschaft schon einen neuen Mannschaftsrat. Als neuer Kapitän wurde #Endres gewählt sowie sein Stellvertreter #Grote.

Neben dieser neuen sportlichen Aufstellung gab es auch aus dem kulinarischen Bereich Neues zu vermelden. Zur neuen Saison kann der geneigte Nicht-Vegetarier die neue Stadionwurst mit himmelblauen Senf genießen. Die wir zitieren: „grobe Brühwurst“ ist mit dem CFC-Logo „gebrandet“. Das ist wahrlich Geschmackssache. Da die Kuriosum-Skala mit CFC-Kreißsaal und „gebrandeter“ Stadionwurst noch nicht ganz ausgereizt ist, schlagen wir himmelblaues Bier vor! Die Zeit ist nun wirklich reif. Wir würden es #Werneshimmelblauer nennen 😉

Aber nicht nur die Feinschmecker kommen auf ihre Kosten, sondern neuerdings auch die Videospieler. Mit dem Computerspiel FIFA 18 kann nun auch die 3.Liga und der DFB-Pokal mit dem Verein des Herzens gespielt werden. Kicken ist dennoch immer besser als daddeln…

Was besser oder schlechter ist, darüber lässt sich sportlich streiten. Was wir aber richtig gut finden, das sind die Aktivitäten der aktiven Fanszene von Chemnitz. Mit diesen wurde für positive Schlagzeilen gesorgt. Zum einen mit der Neugestaltung der Fassade der Südtribüne. Hier wurde der Schriftzug „Tradition stirbt nie“ auf die Fassade gemalt. Zum anderen ist es die finanzielle Unterstützung des Nachwuchsleistungszentrums des CFC. Vom Fanszene Chemnitz e.V. wurden fast 50.000€ überreicht. Chapeau für diese Aktionen!

Neben dem ganzen Neuem beim CFC stand wiederum das DFB-Pokalspiel vs. FC Bayern München im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nachdem klar war, dass das Spiel am Samstag, 12.08. stattfindet, starb die leise Hoffnung auf ein Montagsspiel, welches im „Free-TV“ zur #Primetime übertragen wird. Dies lässt sich wohl mit der dauernden Kritik an der Spielauswahl der ARD-Verantwortlichen begründen, weniger mit der Attraktivität des Spiels. Denn mit Blick auf die anderen Partien hat kein anderes Pokalspiel mehr Relevanz #himmelblaueBrille.

Nach der Bekanntgabe des Spieltermins ging es nun ans Eingemachte, nämlich der Frage: Wie wird der Ticketverkauf ablaufen. Der CFC entschied sich: Mitglieder und Dauerkarteninhaber first! Dieses Vorverkaufsrecht wurde offensichtlich sehr gut in Anspruch genommen. Am langen Ende des Verkaufs standen noch rund 1000 Tickets zur Verfügung. Auch für diese Tickets galt, das sie nur in Verbindung mit einer Heimspielkarte vs. VfR Aalen erworben werden konnten. An sich eine sehr gute Idee, wäre da nicht die bittere Pille Aalen anschauen zu müssen.

Davon mal abgesehen steht fest: DFB-Pokal-Spiel vs. FC Bayern München, ein Traumlos!. Volles Stadion, volle, ähm tolle Fans. Himmelblaues Herz, was willst du mehr?

Neben dieser Bekanntgabe wurde auch der Rahmenspielplan für die neue 3.Liga-Saison veröffentlicht. Die einzige Konstante für den CFC ist, dass wie in der letzten Saison 2016/2017 die Chance besteht, die Kogge aus Rostock im letzten Heimspiel zu versenken.

In der Vorbereitung auf die neue Saison gab es weitere Testspiele. Ein 1:0 vs. ZFC Meuselwitz und 0:2 vs. FC Dukla Prag in der heimischen Arena.

Die Niederlage kann aber in Hinblick auf den Auftaktsieg vs. FSV Zwickau getrost zu den Akten gelegt werden. Im ersten Heimspiel schoss Daniel Frahn das 1:0 Siegtor bereits in der 7. Minute. Danach folgten teils bange Minuten, ob dieses Tor reichen würde. Gereicht hat es, damit war klar: die ersten drei Punkte und kein Gegentor. Dieser erfreuliche Auftaktschwung konnte im Auswärtsspiel vs. SC Paderborn leider nicht fortgeführt werden. Trotz einer kämpferischen Leistung musste eine 2:3 Niederlage eingesteckt werden.

Am 3. Spieltag folgte dann eine bittere 2:4 Heimniederlage vs. VfR Aalen, bei der am Ende am ehesten die engagierte Leistung der Fans während und nach dem Spiel in Erinnerung bleiben wird. Somit sind nach dem 3. Spieltag weiterhin 3 Punkte bei einem negativen Torverhältnis (minus zwei) zu verzeichnen. Jetzt heißt es „schnell die Kurve kriegen“ #Klugscheißer. Das nächste Auswärtsspiel vs. den Tabellennachbarn Carl Zeiss Jena bietet dazu die beste Möglichkeit.

Summa summarum also wieder ein ereignisreicher Monat für den CFC. Und das wird so weiter gehen. Nach dem Ost-Kracher vs. Jena darf der FC Bayern München sein Spiel des Jahres in Chemnitz austragen. Bisher haben die Bayern mehr Testspiele verloren als gewonnen. Das ist doch mal was :-)… mehr dazu dann himmelblauen August.

By Baba und Nino

 

P.S.:

Lese-Tipp Numero Uno: Einen Rückblick auf die turbulente 2016/2017 Saison hat Baba geschrieben, on top mit einem Tipp für die neue Saison.

Lese-Tipp Numero Due: Kommentar zum himmelblauen Juni … Teil 1 und Teil 2. Viel Spaß beim Lesen.

Nur der CFC oder auf der Fischerwiese brannte der Baum!!!

CFC Mannschaft2017

Nun ist es endlich soweit und die ellenlange Vorbereitungszeit ist vorbei. Die Profis haben sich gut durch den Sommer gekämpft und den Abgängen stehen gute Neuzugänge zu Buche.

Grundlegend denke ich, dass es gut war, Koehlei gehen zu lassen, auch wenn er wohl menschlich und clubtechnisch ein Guter ist. Dennoch wurde es versäumt ein Team zu formen, welches Chancen herausspielen konnte, fitnesstechnisch gut drauf war und sich als Einheit präsentierte. Dann kam noch der ganze Mist mit dem Millionenloch hinzu und schon war unsere persönliche Chaossaison komplett – und das zum 50ten Geburtstag, der Jubiläumssaison!!! Da kann man am Ende froh sein, dass der CFC nicht abgestiegen ist, sondern weiterhin sportlich und finanziell für die dritte Liga qualifiziert ist.

Nachtreten bringt auch nix und somit kann ich Koehlei und Ulf Mehlhorn nur Danken für die Rettung in der letzten Saison und deren mediale Erscheinung.

Ob die Clubverantwortlichen um Dr. Hähnel einen guten Job machen, lässt sich schwer sagen, war doch Herr Dr. Hähnel maßgeblich an der positiven UND negativen Entwicklung in den letzten Jahren mit beteiligt. Aufstieg und Stadionbau kann er sich ganz groß auf seine Fahnen schreiben, aber eben auch die Versäumnisse in finanzieller Aufsicht. Ich bin mir sicher Dr. Hähnel trägt den Club im Herzen, dennoch finde ich, hätte er nach dieser Saison zurücktreten müssen.

Eins kann man auch über die vergangene Saison sagen: Es war nie langweilig, wenn ich zum Beispiel an das Spiel in Magdeburg denke, die Jubiläumsfeiern und Spiele, das Finanzdesaster mit Neuwahlen um die Jahreswende, der Kampf für die Lizenz am Ende der Saison und der Sachsenpokal-Gewinn mit dem DFB Pokal-Los der Bayern. Langweilig war es nie, dennoch könnte ich mir eine ruhigere Saison vorstellen – vor allem wenn man sportlich etwas erreichen will.

Mast, Danneberg, Dabanli, Cincotta, Fink, Bittroff, Jopek, Stenzel, Conrad, Türpitz haben den CFC verlassen und um es ehrlich zu sagen, nur Jopek, Danneberg und Mast hätten den CFC weitergebracht. Türpitz fehlt die Durchschlagskraft und ich wundere mich, warum er in Magdeburg als großartiger Spieler mit viel Kreativität gefeiert wird, wenn er das viel zu selten aufblitzen lassen hat. Conrad war viel zu viel verletzt und nur dann eine Stütze, wenn er voll belastbar war. Fink kann ich eigentlich kaum kritisieren, nachdem er in den letzten Jahren die Überlebensversicherung des CFC war. Aber seit November 2016 war er nur noch ein Schatten seiner selbst. Natürlich war das auch den Zuspielen geschuldet, aber er war nicht in Form, suchte oft viel zu eigensinnig und überhastet den Abschluss und kam mir wie ein Fremdkörper vor. Ich denke es war gut ihn zu verkaufen, da dies dem CFC sicher finanziell geholfen hat und er auch näher bei seiner Familie sein kann. Dabanli ist wahrscheinlich nie richtig angekommen und als Söldner einzuordnen. Cincotta war immer ein Versprechen auf einen schnellen Spieler mit Torgefahr auf der Außenbahn, hat sich aber letztendlich nicht durchgesetzt. Bittroff war zu anfällig in der Abwehr und manchmal wenig motiviert. Um Stenzel tut es mir leid, da er ja schon ein wenig zum Inventar des CFC gehörte. Dennoch nach rein sportlichen Dingen war es klar, dass sein Vertrag nicht verlängert werden würde.

Danke für alle Spieler, aber es gibt auch einen CFC nach Fink, Türpitz, Conrad Danneberg und Stenzel.

Die Vorbereitung schien gut zu verlaufen und der 3:1 Sieg gegen Dynamo sticht dabei für mich heraus. Die „Experten“ vom MDR sehen den CFC im Abstiegskampf und dem kann ich keinesfalls zustimmen, da ich den CFC in einer guten Rolle sehe, der um die Plätze im oberen Mittelfeld spielt.

Von den Neuzugängen sind Laurin von Piechowski, Fabio Leutenecker, Marcus Mlynikowski, Myroslav Slavov, Maurice Trapp, Okan Aydin und Florian Trinks guter Ersatz für die abgewanderten Spieler. Mit Marvin Thiele und Alexander Dartsch hat der CFC auch noch eigene Spieler wieder oder dazugewonnen, denen ich den Durchbruch zutraue. Janik Bachmann und Björn Kluft sehe ich dagegen als Wildcards.

Mein Tipp für die Saison lautet: Wenn der CFC es schafft, ein Team zu formen sind die vorderen Plätze durchaus drin.

By Baba

 

Kommentar zum himmelblauen Juni 2017 – Teil 2

chemnitz

„Alles neu macht der Juni!“ Dieses Motto galt auch weiterhin für die zweite himmelblaue Juni-Hälfte 2017. Zum ersten Juni-Teil geht’s hier.

In Sachen Kader-Planung lief es richtig rund. Besser gesagt lief es eher auf einen Kader-Umbruch hinaus, denn zum Stand vom 30. Juni 2017 hat der CFC 11 Abgänge und 9 Zugänge vermeldet. Bei den Zugängen ist einzig mit Marvin Thiele ein Spieler aus der eigenen U19 dabei. Ansonsten alles Spieler aus der 3. Liga, unteren Klassen oder aus dem Ausland. Die Marschrichtung in Sachen Mannschaftsentwicklung hatte Sportvorstand Ziffert in einer Meldung zur aktuellen Lage Mitte Juni vorgegeben. Er teilte mit, dass er nur mit Spielern arbeiten will, die sich „100% mit ihrer Aufgabe beim CFC identifizieren“. Beim Blick auf die Anzahl der Abgänge könnte man böswillig behaupten, dass da ja nicht mehr viele Spieler übriggeblieben sind, die sich voll und ganz dem CFC verschreiben. Eine Einzelfall-Betrachtung wäre zwar angemessener, aber was hilft es sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ziffert formulierte dies daher positiver: „Wir müssen und wollen einen Neuanfang starten“.

Einen Neuanfang gab es ja auch auf der Trainerbank. Mit der Verpflichtung von Horst Steffen und dem Co-Trainer Sreto Ristic wurde wieder Wert daraufgelegt, dass es eine klare Spielphilosophie geben soll. Wir sind daher gespannt, ob das Trainer-Duo ihre offensive Spielweise umsetzen kann. Neben der neuen taktischen Ausrichtung wird mit der Verpflichtung von Ristic wieder verstärkt der Fokus auf die Fitness der Spieler gelegt. Dieser Bereich war in der vergangenen Saison einer der unrühmlichen Baustellen unter Cheftrainer Köhler. Da sich Köhler mit dem unter Vorgänger Heine engagierten Fitnessexperten nicht auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, entfiel diese für die Mannschaft. Dennoch nutzten einige Spieler die innovativen Angebote des Fitnessexperten. Nun soll offensichtlich diese Arbeit voll und ganz Ristic übernehmen. Vorschluss-Lorbeeren bringt er zumindest schon mal mit, da er in früheren Tagen mit Bundesjogi Löw zusammengearbeitet hat. Welche Auswirkungen das allerdings haben wird, werden wir erst sehen, wenn es darauf ankommt. Nämlich auch noch in der 80.Minute einen Sprint zu starten, um den vielleicht entscheidenden Konter einzuleiten.

Ein entscheidendes Puzzlestück dazu, dass man überhaupt in der 3. Liga wieder dabei ist, war die Vereinbarung des Benefizspiels vs. Dynamo Dresden. Dies sollte am Mittwoch, 5. Juli stattfinden und die Planungen für die Teilnahme unsererseits waren schon sehr weit fortgeschritten, die Vorfreude entsprechend groß. Leider wurde dieses Gefühl aber 8 Tage vorher mit einem sinnbildlichen Schuss in die Magengrube jäh beendet. Denn es wird uns schlecht, wenn wir an die Begründung denken müssen, warum dieses Spiel verschoben wird: „Aufgrund der Lageeinschätzung der Sicherheitsbehörden […] bedingt durch den G20 Gipfel […] in Hamburg“. Übersetzt heißt das, dass zu wenige Polizisten zur Verfügung stehen. Um ein Spiel für den guten Zweck abzusichern. Ein Fußball-Spiel. In Chemnitz. Damit wäre auch die Frage beantwortet, was Chemnitz mit G20 zu tun hat 😉

Zur bitteren Wahrheit gehört auch, dass es offensichtlich nicht mehr möglich ist, ein Fußball-Spiel ohne die freundliche Begleitung durch die Polizei organisieren zu können. Vielleicht war das ja früher mal besser!? Unsere klare Meinung: #FCKG20

Bei der Planung und Vorbereitung des neuen Spieltermins kann nun auch der neue kaufmännische Leiter Lars Schauer mitwirken. Dieser hatte schon länger als Berater beim CFC gewirkt, nun also in der Geschäftsführung. Optimistisch betrachtet kann dies als (weiterer Versuch) gewertet werden, die Phase der CFC-Sanierung mit noch mehr Professionalität angehen zu wollen.

Aufgrund dieser Phase kann es sich bei der Saison 2017/2018 nur um eine Übergangssaison handeln. Das Gerede von einem Aufstieg in die zweite Bundesliga könnte man sich folglich getrost sparen und erst einmal auf eine Saison ohne deprimierende Tiefen und allzu euphorische Höhen hoffen. Schlauer dazu sind wir allemal erst wenn’s vorbei ist…daher gilt der Blick auf das Hier und Jetzt:

Nach dem Trainingsauftakt, zu dem über 1500 Fans ins Stadion kamen, standen zwei Testspiele an. Ein 9:0 vs. den Mittelsachsenmeister Barkas Frankenberg bildete einen schwungvollen Beginn. 3 Tage später folgte der zweite Test. Diesmal weniger Tore, dennoch ein 2:0 Sieg gegen Banik Sokolov. Eine makellose Bilanz…unbesiegt…die Null steht…so könnte man ganz optimistisch schreiben.

Die wahren Prüfsteine werden aber noch kommen und der Juli wirft seine Schatten bereits voraus. Das nächste Testspiel steht am 8. Juli vs. ZFC Meuselwitz an. Da wird sich vielleicht schon ein bisschen zeigen, wie die Mannschaft anders spielen wird. Was die Kaderplanung betrifft, so scheint der Sportvorstand seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Richtig ernst wird es dann zum Start in die neue 3. Liga-Saison mit dem Heimspiel vs. FSV Zwickau, am 21.Juli. Bis dahin sind dann hoffentlich auch die Fragen geklärt, wer wie Karten für das DFB-Pokal-Spiel vs. FC Bayern München bekommt. Nicht zu vergessen das Benefizspiel vs. die SGD. Insgesamt war es ein ereignisreicher Juni, bleibt zu hoffen, dass der Schwung in den Juli mitgenommen werden kann. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Juli 2017.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Juni 2017 – Teil 1

stadioneingang

„Alles neu macht der Juni – Kommen und Gehen beim Chemnitzer FC.“ So lautete die Überschrift eines MDR-Sport-Im-Osten-Artikels zur Analyse des aktuellen CFC-Kaders. Damit war trefflich umschrieben, was bei den Himmelblauen gerade im Bereich der Kaderplanung passiert. Es war aber im Juni 2017 nicht nur ein Kommen und Gehen beim CFC, sondern auch ein Hoffen und Bangen, Auslosen und Jubeln und die Auseinandersetzung mit der Zukunft und Vergangenheit.

Zu Beginn des himmelblauen Junis stand erst einmal das Lizenzierungsverfahren für die neue 3.Liga-Saison an. Vor dem Hintergrund der Meldungen, dass es eine Finanzierungslücke von 2 Millionen Euro geben sollte und die Stadt Chemnitz nicht noch einmal „in die Bresche springen wolle“ war die Lage der Gefühle bei Hoffen und Bangen angesiedelt. Zu diesem Zeitpunkt fragte sich sicherlich nicht nur der geneigte Fan, woher so viel Geld kommen sollte. Vielleicht aus den Einnahmen aus dem 1.Runden-DFB-Pokal-Spiel? Diese Einnahmen konnten sicher eingeplant werden, nachdem der Sieg im Sachsenpokal 2017 vs. Lok Leipzig geholt wurde (zum Kommentar geht’s hier). Weitere Einnahmen sollten durch ein Benefizspiel vs. Dynamo Dresden generiert werden. Die Landeshauptstädter verzichten auf alle Einnahmen und sollen unter dem Motto „Tradition stirbt nie“ Anfang Juli zur Fischerwiese kommen. Dazu später mehr…

So oder so eine starke Geste der SGD’ler und ein weiteres Puzzlestück in den Lizenz-Unterlagen. Abgabetermin dieser war Freitag, der 2. Juni.

Nun war also eine Woche zwischen Hoffen und Bangen angesagt. Gespannt wurden die Nachrichten verfolgt, die erlösenderweise die Lizenzvergabe für den CFC vermeldeten. Tief durchatmen. Die feuchtgedrückten Daumen trocken gewischt und weiter geht’s. Planungssicherheit für mindestens ein Jahr. Allerdings fragen wir uns nicht mehr ganz genau, woher das viele Geld gekommen ist. Eine Ahnung davon bekommt man dann, wenn man sich anschaut, bei wem sich der CFC-Vorstand alles pflichtgemäß bedankt hat.

Nun galt es den Blick nach vorne zu richten. Die beste Gelegenheit gab es dazu schon zwei Tage später. Am Sonntag, den 11. Juni stand die DFB-Pokal-Auslosung an. Wieder ein Tag, an dem das himmelblaue Herz höherschlagen sollte.

Die „Losfee“ war Sebastian Kehl, BVB-Legende im sportlichen Ruhestand. Die Hoffnung lag auf einem machbaren Los, da die Einnahmen aus einem 2.Runden-Spiel auch sehr verlockend sind. Aber ob es dazu kommen wird, das steht in den himmelblauen Sternen. Denn Kehl zog das Traumlos FC Bayern München! Rekord-DFB-Pokalsieger vs. Rekord-Sachsenpokal-Sieger! Eine erste Einschätzung, ob es sich nun wahrlich um ein Traumlos handelt gibt’s hier.

Nach der Kategorie „Auslosen und Jubeln“ war dann wieder Kommen und Gehen beim CFC angesagt. Nach dem der Abgang von Björn Jopek verkündet wurde, stand einen Tag später die Vorstellung des neuen Trainers auf der Tagesordnung. Aus der Gerüchteküche wurden viele Namen auf dem Trainer-Teller serviert. Am Ende hat sich der CFC für Horst Steffen entschieden. Der 48jährige Fußball-Lehrer trainierte zu Letzt Preußen Münster und bringt noch Co-Trainer Sreto Ristic mit. Dazu später mehr.

Aber nicht nur die Trainer-Gespann-Vorstellung sollte diesen Mittwoch, den 14. Juni zu einem denkwürdigen machen, auch ein weiterer Abgang sorgte für Schlagzeilen. Stürmer und Fan-Liebling Anton Fink verlässt den CFC in Richtung Karlsruher SC. 222 Pflichtspiele, 118 Tore, Rekordtorschütze des CFC. Ein herber Verlust, sportlich wie menschlich. Die Rückkehr-Entscheidung zum KSC ist wohl auch eine Entscheidung für seine Familie. Auch hier nochmal: Danke und alles Gute, Toni! #FußballGott

Neben diesen Meldungen gab der CFC auch seinen Sommerfahrplan in Vorbereitung auf die 3.Liga-Saison bekannt. 3 Testspiele, ein Kurztrainingslager und das schon erwähnte Benefizspiel vs. Dynamo Dresden. Dann geht’s schon wieder los mit der bunten Welt der 3.Liga.

Eine weniger bunte Welt hat sich offenbar auch mit der Auslosung des DFB-Pokals für Ticketbetrüger eröffnet. Der CFC meldete das sogenannte „Fake-Tickets“ zum Verkauf angeboten werden. Daraufhin wurde vor dem Kauf solcher „Fake-Tickets“ gewarnt #AchtungBetrug. Wohl auch vor dem Hintergrund der hitzigen Debatte in der Fanszene über den Erwerb der Tickets, die auch viele #Eventfans auf den Plan gerufen hat. Es bleibt zu hoffen, dass alle Dauerkartenbesitzer, Mitglieder, Sponsoren an erster Stelle bei der Ticketvergabe stehen. Sicher keine einfache Aufgabe. Neben dieser standen auch weiterhin die Kader-Planung an. Dazu und zum neuen Trainer-Duo sowie zur Frage, was Chemnitz mit dem G20-Gipfel zu tun hat, gibt es mehr im Teil 2 zum himmelblauen Juni 2017…

By Baba und Nino

 

Quo vadis, Chemnitzer FC?

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Ein Blick in die Regional- und Boulevardzeitungen der letzten Tage reicht aus und der Eindruck lässt mich nicht los, dass der FC Hollywut in der Arbeiterstadt hartnäckig an einem Comeback arbeitet!

Das heutige Spiel gegen den SC Paderborn wird als #Endspiel für den Cheftrainer Sven Köhler hochstilisiert. Nach zwei schmerzlichen Niederlagen (vs. Lotte und Zwickau) und somit 8 von 21 möglichen Punkten in 2017 steht der Trainer, #Branchenüblich, im Mittelpunkt der Kritik. Vor ein paar Wochen war der Sprung auf den 3. Platz möglich, jetzt heißt es ernüchternd: Tabellenrang 9.

Das Ziel #Aufstieg rückt gefühlt in weite Ferne und der CFC beschäftigt sich mal wieder mit sich selbst. Gerade wurde noch das Finanzloch gestopft und der Aufsichtsrat sowie der Vorstand neu gewählt. Der Fokus hätte daher wieder auf das Entscheidende auf’m Platz gelegt werden können. Es kommt aber immer anders als man denkt #Klugscheißer#1.

Der SC Paderborn steht derzeit auf dem 19. Tabellenplatz und kämpft gegen den Abstieg. Mal wieder. Vor drei Jahren noch 1. Bundesliga, dann zweite Liga mit dem zwischenzeitlichen Fight des Tigers Effenberg und nun 3. Liga. Da wissen sicherlich auch viele Beteiligte wie man’s hätte besser machen können #Klugscheißer#2. Beim CFC wird es nicht anders sein. Klare Ansagen und Bekenntnisse vom Vorstand bleiben aus, somit scheint von außen betrachtet die interne Unruhe groß zu sein. Vorstand Hänel lässt sich damit zitieren, dass „Wer Erfolg hat, hat am Ende recht“. Übersetzt heißt das: Im Falle eines Sieges bleibt Köhler. Im Falle einer Niederlage müssen #Lösungen gefunden werden. Ein Unentschieden hilft weder Chemnitz noch Paderborn. Ist es allerdings eh nicht zu einfach, dieses Spiel als „Krisengipfel“ oder „Schicksalsspiel“ auszurufen?

Unabhängig von dem Ergebnis heute Abend sollten sich die Verantwortlichen mal Fragen zur strategischen Ausrichtung des CFC stellen. Wie wäre es mit diesen?

Warum wurde der Vertrag mit Cheftrainer Köhler nicht vorzeitig verlängert? Ein Vertrauensbeweis und ein Zeichen an die Mannschaft sieht anders aus. Die #Rückendeckung der Vorstandsetage fehlt. So mehren sich die Zweifel an der Arbeit von Köhler. Beim Leck mich am A…Spiel vs. Aalen ist Köhler z.B. nicht gerade als Trainer aufgefallen, der mit taktischen Anweisungen versucht hat, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Auch beim Spiel gegen Zwickau wirkte er für mich eher als Spielbeobachter. So lassen sich die Gerüchte über ein fehlendes Taktik-Konzept leider nicht entkräften. Gegenargumentativ ist die Methode, dass der Trainer den Spielern die nötige taktische Freiheit gibt und der Mannschaft so die Verantwortung überträgt.

Aber mal ehrlich, sowas ging vielleicht noch in den 1990ern, mit Nationalspielern und mit dem damals noch nicht in Steuersumpf-Skandalen verwickelten Franz Beckenbauer #GehtsRausUndSpieltsFußball. Aber heutzutage? Ein Trainer ohne taktisches Konzept?

Sein Vorgänger, Karsten Heine, musste sich zumindest mit solchen Problemen nicht herumschlagen. Er hatte es dagegen geschafft, einen Fitnessexperten zu engagieren. Im 2016er Wintertrainingslager in Belek wurde die schweißtreibende Arbeit aufgenommen und somit neue Akzente im Fitnessbereich gesetzt. Keine sechs Monate später wurde die Zusammenarbeit beendet. Der nun neue Trainer Köhler begründete den Schritt damit, dass viele Übungen und Einheiten selbst gemacht werden. Für den Fitnessexperten war das zu wenig. Der Ansatz der nachhaltigen Arbeit, um langfristig Ergebnisse zu erzielen, war nicht mehr möglich. Stattdessen vertraut man nun dem Athletik-Trainer Kretschmann, der mit seinen 76 Lenzen schon alle Höhen und Tiefen des CFC mitgemacht hat.

Aber mal ehrlich, ein 76jähriger als Fitnesstrainer? Schaut man sich die Fitnesstrainer der Teams an, die aktuell in der Tabelle vor dem CFC stehen, dann könnten dies alle alterstechnisch gesehen zumindest seine Söhne sein. Nun hat das Alter nicht immer was mit der Qualität der Arbeit zu tun. Wenn jedoch mit den Methoden aus den 1980er Jahren gearbeitet wird, so ist fraglich ob es möglich ist, eine ambitionierte 3. Liga-Mannschaft so fit zu halten, dass sie auch für den Saison-Endspurt gewappnet ist.

Ist es denn Zufall, dass der CFC zum Ende der Saison 2016 8 der letzten 9 Spiele gewinnen konnte. Ist das nur möglich, weil der neue Trainerbesen #Köhler so ordentlich durchgekehrt hat? Oder liegt es vielleicht doch daran, dass im Bereich der Fitness eine andere Grundlage vorhanden war?

Es ist eine abgedroschene Fußball-Weisheit, dass die Trainer kommen und gehen. Aber wie wäre es, wenn zumindest der Stab um den Trainer, also Torwart-Trainer, Physiotherapeuten, Mannschaftsarzt und der Fitnesstrainer feste Größen in einem Verein sind? Ist das nicht ein Modell für den CFC?

Nur die ganz großen Trainer wie #Guardiola #Klopp #Mourinho #Ancelotti haben die Reputation ihre eigenen Leute mitzubringen. Die trainieren allerdings auch „nur“ die Weltklubs und die wiederum haben das nötige Kleingeld.

Das ist ja bekanntermaßen bei den Himmelblauen nicht gerade im Überfluss da. Also was macht man als Verein, wenn das Geld knapp ist? Man setzt z.B. auf den Nachwuchs, um evtl. später durch die Transfererlöse eine bessere Finanzbasis zu schaffen. Aktuell kommen drei Spieler aus dem 21köpfigen Kader aus dem eigenen Nachwuchs. Positiv formuliert: Die Nachwuchsarbeit ist noch ausbaufähig.

Nun sind diese Ideen nicht der Weisheit letzter Schluss und als Beobachter und Fan lässt sich das eh immer viel einfacher daher sagen. Zudem lassen sich diese auch nicht sofort umsetzen und die #FrüchteDerArbeit können erst später geerntet werden #Klugscheißer#3.

Daher ist es umso wichtiger, dass der CFC sich strategisch neu aufstellt. An einem Bahnhof zwischen Leipzig und Chemnitz steht noch: Alle Kraft dem Fünfjahr-Plan! 🙂

In diesem Sinne: Rechnerisch gesehen ist, dass unter den Fans nicht ganz unumstrittene Ziel Aufstieg noch möglich, auch weil bisher die anderen Teams für den CFC gespielt haben. Darauf verlassen können sich die Himmelblauen aber nicht.

Die vom CFC ausgerufene Ticket-Aktion lautet: „Wir stehen hinter euch“. Das werden die Fans auch wieder tun #VorwärtsImmerWeiter

By Nino

 

Das Leck mich am A…-Spiel. CFC vs. VfR Aalen

stadioneingang

 

In seinem Ausblick zur besten und einzigartigsten 3. Liga hatte Baba für den Chemnitzer Fußballclub das Fazit gezogen: „Die Mecker Chemnitzer werden ruhiggestellt und es wird wohl gefeiert werden.“ Mit dem aktuellen 5. Tabellenplatz wird leichte Vorfreude entwickelt, auch weil der Relegationsplatz in Sichtweite ist. Ein Grund mehr die Gelegenheit zu nutzen, einem Heimspiel der Himmelblauen beizuwohnen.

An diesem 23. Spieltag schickte sich als Gegner der Verein für Rasenspiele 1921 e.V. Aalen an, der zurzeit auf dem 9. Tabellenplatz rangiert. Die Aalener haben eine turbulente Woche hinter sich. Am Dienstag stellten sie einen Insolvenzantrag, um den Verein wieder „zukunftsfähig zu machen“ und sich von den „Altlasten“ zu befreien.

Mit ähnlichen Finanz-Problemen hat auch der CFC zu kämpfen. Ende November 2016 wurde eine Liquiditätslücke von 2 Mio. Euro bekannt. Diese wurde mit Hilfe der Stadt Chemnitz und der Sponsoren rechtzeitig vor dem Lizenzierungsverfahren geschlossen. Vorerst gut gegangen.

Sportlich betrachtet sieht es hingegen wesentlich besser aus. Der CFC, mit der aktuell besten Offensive, gegen die Remis-Spitzenreiter aus Aalen. Zudem ist Chemnitz die zweibeste Auswärtsmannschaft, das hilft allerdings weniger bei Heimspielen #Klugscheißer#1. Die Aalener findet man in der Auswärtstabelle auf Platz 8.

Im Hinspiel gab es ein 2:2, bei dem Aalen noch in der 94. Minute ausglich. Ein weiteres Remis hilft keiner der beiden Teams, auch gerade weil Aalen einen 9-Punkte-Abzug befürchten muss.

panorama

Bei meinem letzten Besuch eines Heimspiels gastierte noch Dynamo Dresden zum Sachsenderby. Das Wetter war wieder mies, leichter Nieselregen und 3 Grad über Null. Dagegen gestaltete sich der Stadion-Einlass freundlicher, ohne lästiges Abfummeln von Ordnern. Zur VIP-Lounge wird man einfach durchgelassen und kriegt ein Einlassbändchen #DerFitnessSeiDank.

Der Beginn des Spiels war von allgemeiner Zerfahrenheit geprägt. Diese dauerte aber nicht lange an, in der 11. Minute schnappte sich Aalen’s Preißinger den Ball und setzte einfach mal zu einem Sprint an und beendete diesen mit einem strammen Schuss, der mit der überraschenden 1:0 Führung endete. Es dauerte bis zur 24. Minute bis der CFC einen Angriff zustande brachte, bei dem der Torhüter den Ball in der Hand hatte. Nicht nur da stellte ich mir die Frage, was mit der besten Offensive der 3. Liga passiert ist. Ist die Fitness verloren gegangen? Im Weiteren Spielverlauf versuchten die Himmelblauen mittels Flanken die beiden Stürmer D. Frahn und A. Fink zu bedienen, leider erfolglos. In der 45. Minute ergab sich tatsächlich noch eine zweite Chance der Aalener, auch die zweite Ecke des CFC konnte in der Spielstatistik verbucht werden.

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Die zweite Halbzeit startete denkbar ungünstig für den CFC. D. Grote erhielt für Schiedsrichter-Beleidigung die rote Karte. Erstaunlicherweise hatte der CFC dann zu Zehnt mehr vom Spiel, drängte auf den Ausgleich, jedoch standen die Aalener teilweise zu sechst um den Strafraum herum. Es entwickelte sich daher eine zähe Angelegenheit. Die Aalener konterten die Offensivbemühungen, vollenden konnten sie diese aber nicht mit einem zweiten Treffer.

So blieb es bei der Tor-Magerkost und die Aalener holten drei Punkte. Die werden sie auch dringend brauchen, sofern es einen 9-Punkte-Abzug werden wird.

Nach dem Spiel bezog noch 3. Liga-Rekordtorschütze A. Fink Stellung zur roten Karte: „Wenn ein Spieler sagt: ‚Leck mich am Arsch‘ ist das für mich keine rote Karte“. Was nun in den Bereich der Schiedsrichter-Beleidigung fällt oder nicht, das ist wahrlich Geschmackssache. Dafür lieferte Fink das passende Fazit zu diesem Spiel.

So oder so heißt es jetzt für den CFC Ruhe zu bewahren und weiterhin die Auswärtsstärke auszuspielen, sonst ist wieder der „FC Hollywut in der Arbeiterstadt“ angesagt. Der nächste Gegner sind die Sportfreunde Lotte, die es im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale geschafft haben. Das sollte dem CFC Hoffnung machen, dass alles noch möglich ist. Auch der Relegationsplatz. Am besten mit dem Duell vs. FC Erzgebirge Aue. Der Mutter aller Bezirksderbies.

By Nino

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„Was bisher geschah…“ Teil 4

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Es ist wieder an der Zeit zurückzuschauen. Im vierten Teil der Serie „Was bisher geschah…“ hat sich der Bayern-Sympathisant Nino der Situation von Pep Guardiola beim FCB beschäftigt. Darüber hinaus haben wir den erst halbjährlichen, nun gefühlt ständigen Transferwahnsinn kommentiert sowie die Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD niedergeschrieben. Die „Eindrücke“ der ersten Trainerstation von Stefan Effenberg beim SC Paderborn konnten wir freilich nicht unkommentiert lassen. Keep on, Effe! Last but not least haben wir uns voller Neugierde auch dem Baseball und dem Frauenbasketball in New York City gewidmet. Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2 und aller guten Dinge Teil 3.

31. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 1!

32. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 1

33. Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern

34. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 2

35. Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

36. The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.

37. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 2!

38. Sportliches Fremdgehen in New York City

39. Das Runde muss ins Runde! Frauen-Basketball in New York

40. Saison-Rückblick 2016 Teil 1 Platz 18-13

 

Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

CFC Panorama

Nach dem Baba über die Mutter aller Bezirksderbies berichtete, folgen nun ein paar Eindrücke zum Sachsenderby des Chemnitzer FC gegen SG Dynamo Dresden. Das Duell gegen die Landeshauptstädter hat immer eine gewisse Brisanz, zumal der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga sich anschickte, alle drei Punkte aus der Stadt der Moderne mitnehmen zu wollen. Diese drei Punkte benötigt der CFC allemal mehr, denn mit Platz 14. steht er nicht in der angepeilten Tabellenregion.

Modern kann ich als gebürtiger Karl-Marx-Städter zumindest den sich in der Schlussphase befindlichen Neubau des Stadions bezeichnen. Dieser wird mit der gewohnten sächsischen Handwerkerkunst und nötigen haushälterischen Vernunft errichtet. Zum offiziellen Eröffnungsspiel im Sommer soll sich nach aktuellem Stand die Nummer zwei des deutschen Fußballs, die Borussia aus Dortmund die Ehre geben. Dann wird hoffentlich angenehmeres Wetter sein, denn an diesem 26. Spieltag war das Wetter schlicht und ehrgreifend richtig mies…ein Grad Celsius, gepaart mit Regen und stürmischem Wind.

Doch wie Klugscheißer schon immer zu sagen pflegten: Es gibt nicht das falsche Wetter, nur die falsche Kleidung. Mein Vater und ich machten uns, um diese Worte natürlich wissend, im besten Klamotten-Zwiebel-Stil auf dem Weg zum Stadion. Selten war ich derart gezwiebelt angezogen. Die ständige Begleitung des beschriebenen Wetters erleichterte allerdings die Entscheidung lieber mehr als weniger anzuziehen. Der Einlass zum Stadion verlief unproblematisch, die übliche Fummelei der Ordner auf Wurfgeschosse oder ähnliches war ein Griff ins Leere. Die Inspektion der örtlichen Urinale gestaltete sich auch ohne Zeitverzug, die Suche nach Platz im Westminster Block #PremiumSponsor ebenso. Mein Bruder hingegen nahm geschmeidig auf der Ersatzbank Platz. Nur wer fit, darf so was.

Einem Sachsenderby angemessen, vollzogen die Chemnitzer Fans eine grandiose Choreografie, bei der Vereinslegenden gewürdigt wurden.

CFC Choreo Kopie

Die Dresdner Fans hatten auch irgendwas auf irgendein Plakat geschrieben…die Erinnerung daran ist zu flüchtig…vielleicht war es: „Niemand will Dynamo poppen“…leider war auch der Film der Kamera genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende, so dass dieses Plakat nicht dokumentarisch festgehalten werden konnte. Ein Jammer ersten Grades.

Ein Jammer für die Chemnitzer Mannschaft war auch die erste Chance der Dresdner, die wiederum in der 1:0 für die SGD mündete. Nach einer Ecke des CFC genügten ein paar schnörkellose Passstationen und Aosman traf in der 6. Minute. Damit war auch die Gelegenheit verstrichen mit dem Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“, das Phrasenschwein zum grunzen zu bringen. Hätte ich dieses eingepackt, dann hätte ich allein bis zur Halbzeitpause das Eintrittsgeld wieder einnehmen können, denn die Redseligkeit des Gegengerade-Publikums steigerte sich von Minute und Spielszene. Hätte hätte Fahrradkette.

Immer mehr, vornehmlich Herren, entpuppten sich als Trainer mit langjähriger Erfahrung und Experten des Schiedsrichterwesens. Auch auf Höhe der Mittellinie konnten diese selbstverständlich, über jeden Zweifel erhaben und alternativlos feststellen, dass die Dresdner Spieler so gut wie immer im Abseits standen, der CFC-geführte Ball NICHT im Aus der Tor-Linie war und die gefoulten Dresdner Spieler alles Weicheier, Memmen und Schauspieler sind. In einer Szene war durchaus Talent erkennbar: der Spieler (Name egal, Hauptsache Dresdner) humpelte erst schmerzverzerrt an die Seitenlinie, um nach wenigen Minuten nach einer Art Blitzheilung wie ein junges Reh die Außenlinie des gepflegten Chemnitzer Rasens entlang zu spurten.

Die 1:0 Führung hielt jedoch nicht lange, denn der CFC antwortete mit einer couragierten Leistung in der 13. Minute. Das Tor entpuppte sich in der Nachbetrachtung jedoch als Eigentor des DD-Abwehrchefs Hefele. Egal, Hauptsache drin, das Ding! Es folgten eher zähe Minuten, die von den stimmgewaltigen Fan-Blocks mit durchaus lustigen Gesängen begleitet wurden. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachten die Dresdner dann doch noch einen Angriff erfolgreich zu Ende und der #TorschützeDesMonatsJanuar Testroet netzte auf Chemnitzer Seite ein.

In der Halbzeitpause wurde die Gelegenheit genutzt, um die Ergebnisse aus den anderen Stadien zu checken, schließlich spielen ja noch sechs andere Ostclubs in der 3. Liga, in der bekanntlich die Party steigt. Die angefangenen soziologischen Studien über die Zusammensetzung des Fußball-Stadion-Publikums wurden kurzerhand auf später verschoben, die eigne Erwärmung hatte dann doch Priorität. Dabei hätte ich auch nie gedacht, dass es mir fürs Bier trinken zu ungemütlich-kalt ist. Was die Studien auch herausfinden sollten: Die Liebe zum Spiel eint das Publikum. Ob es dabei in der Südkurve steht, in der Gegengeraden sitzt oder Lachschnittchen im VIP-Bereich vertilgt.

Die zweite Halbzeit wurde dann durch das Angriffsspiel des CFC geprägt. Es gab viele CFC-Chancen und das heimische Publikum erhob sich mehrmals freudig in der Erwartung eines Tores. Der Dresdner Dynamo kam nur selten ins Laufen, wie ein würdiger Tabellenführer spielten sie jedenfalls nicht mehr. Die strittigen Szenen wurden vom gewohnt fachmännischen Publikum mit „du Schauspieler“ oder „das war niemals Abseits“ beurteilt. Dieser Rhetorik konnte auch ich mich nicht entziehen und war erstaunt, wie schnell der Adrenalin-Pegel doch steigen kann. Es dauerte bis zur 85. Minute als der erlösende und verdiente Ausgleichstreffer durch Danneberg fiel. Kollektiver Freudentaumel inklusive.

Dieser bescherte mir wieder die Einsicht, dass nichts über einen Stadion-Besuch geht. Die Fangesänge, die gefühlten 100 Trainer um einen herum, die Luft die sich mit der Fahne des Alkohols und der Zigaretten mischt und vieles Anderes mehr, was der Kneipen-Trip oder das Lauschen des Sportradios von der heimischen Couch aus nicht leisten kann.

Am Ende steht ein 2:2 Unentschieden mit dem beide Mannschaften nicht zufrieden sein können. Für die Fans war es allemal wärmste Unterhaltung. Und die Dresdner wissen nun auch, dass aus Chemnitz nicht einfach so 3 Punkte mitgenommen werden können.

Pünktlich zum Abpfiff gesellte sich zum Regen wieder der stürmische Wind der uns auf dem Rückweg auch nicht von der Seite wich. Auf diesem folgte die Nachbesprechung. Auch kam die Frage auf, ob mit dem Video-Beweis das Fußballspiel gerechter oder diskussionsärmer werden würde. Eine mögliche Antwort folgt vielleicht auf diesem Blog… oder beim nächsten Spiel. Gern etwas wärmer und wieder mit dem Duo Bier&Stadion-Wurst. #BockwurstMitSenf #NurDerCFC

By Nino