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Ins richtige Licht gerückt werden

Licht

Die Mitte Juni 2019 veröffentlichte Erklärung des Chemnitzer FC zur Rehabilitierung des Ex-Mitarbeiters Maximilian Glös war nur 4 Sätze lang. Trotz dieser Kürze gibt sie viel Anlass zur Hoffnung, dass die Geschehnisse vor, am und nach dem verhängnisvollen 9. März 2019 endlich den Kosmos aus Vermutungen, Anschuldigungen und sonstigen Theorien verlassen können und Klarheit über das Zustandekommen hergestellt wird.

Denn die Trauerzeremonie wurde ja nicht nur Maximilian Glös zum Verhängnis. Für den nicht mehr eingesetzten Stadionsprecher Olaf Kadner dürften vor allem die Wörter „…nicht entscheidungserheblich oder verantwortlich handelnd beteiligt…“ äußerst interessant sein. Schließlich hat er zwar einen Text vorgelesen, aber von weiterer Verantwortung oder entscheidungserheblicher Beteiligung war bisher nicht die Rede.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass der CFC an der weiteren Aufarbeitung der Vorfälle arbeitet und nach eigener Aussage tut er dies „mit Hochdruck“. Vielleicht haben die Verantwortlichen dabei auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gelesen. Dieser hatte sich in seiner Ausgabe 24/2019 auch diesem Thema gewidmet und ist zu dem Ergebnis gekommen: „Was wie eine offizieller Trauerfeier aussah, war im Grunde eine Erpressung“. Detailliert wird beschrieben, wer wie wo und wann daran beteiligt war bzw. gewesen sein soll. Einiges wird da nochmal in ein anderes Licht gerückt und dies hat eine erhellende Wirkung. Nun sind solche Artikel keine Gerichtsurteile. Umso erfreulicher, dass dies dann bald auch vor Gericht geklärt werden könnte. Die Strafanzeige von Insolvenzverwalter Klaus Siemon „gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte“ wird ja offensichtlich immer noch bearbeitet. Zumindest habe ich bisher nur von weiteren Klage-Einreichungen (z.B. gegen den Notvorstand) gehört, aber nix von Urteilen.

Die Mühlen der Justiz laufen vermeintlich langsam, aber sie laufen und am Ende steht zumindest eine Entscheidung, im besten Fall ein Urteil. Im Falle des CFC wird dann hoffentlich klar sein, ob es z.B. eine Erpressung war oder nicht. Und dann besteht auch die Chance einen Schlussstrich hinter dieses dunkle Kapitel in der Geschichte des CFC zu ziehen.

Meiner Einschätzung nach werden die sportlichen Erfolge der Saison 2018/2019, Meistertitel in der Regionalliga Nordost und 12.ter Gewinn des Sachsenpokals viel zu wenig gewürdigt. Lieber wird z.B. vom MDR ein Zigeuner-Skandal herbeigeschrieben, der passend für das derzeitige Image der Himmelblauen aufbereitet wurde. Da wird mir zu viel mit zweierlei Maß gemessen. Es wird höchste Zeit, dass der CFC bei solchen vermeintlichen Skandalen für die nötige kontextuale Einordnung sorgen würde.

Es ist schon wahrlich mühselig, die unnötigerweise in die Welt gesetzte Bezeichnung des „Nazi-Vereins“ zu widerlegen bzw. darauf hinzuweisen, dass die große Mehrheit der CFC-Mitglieder, Fans und Sympathisanten vom Rechtsradikalismus weit entfernt sind. Als Himmelblauer muss man sich die Frage nach der Zukunft stellen und welchem Club wir angehören. Das geht einher mit einer Identitätsfindung abseits von Nazi-Geschrei und Insolvenz. Wofür steht der Club und was wollen die Fans von diesem? Als Plattform für politische Agitation und als Selbstbedienungsladen sollte der Club nicht herhalten. Dazu später mehr…

By Nino

 

Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Endspiel für den Insolvenz-CFC!?

Weichen

Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Amtsgerichtes Chemnitz, Abteilung Insolvenzsachen am 18. September 2018 ist es nun auch offiziell: Der Insolvenzverwalter soll ermächtigt werden, mit der Sparkasse Chemnitz einen Vertrag zur Finanzierung des Mannschaftsbusses abzuschließen. Der Kaufpreis beträgt 170.000,00€. Wat ein Schnäppchen für die Karre! Nebenbei soll er auch noch die Ausgliederung der 1. Mannschaft und aller nach den Statuten möglichen Jugendmannschaften in eine Kapitalgesellschaft durchführen. Letzterer Punkt ist selbstverständlich wesentlich brisanter und bedarf an sich keiner humoristischen Kommentierung. Es ist der bittere Ernst der Lage, der schmerzhaft aus dem Schacht ans Tageslicht gekrochen kam.

Der Insolvenzverwalter sieht die Option der Ausgliederung als die Beste an, um den Chemnitzer FC zu sanieren. Nun bin ich nur ein (un-)freiwillig zahlendes Mitglied und kein Bachelor im Insolvenzrecht. Daher muss ich zwangsläufig das Vertrauen in die handelnden Personen aufbringen. Auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, denn einige Beteiligte liefern sich seit Monaten eine Schlammschlacht, die wenig Hoffnung gibt, dass das Insolvenzverfahren ohne Gesichtsverlust derjenigen beendet werden kann. Die Stilmittel sind mitunter fragwürdig und nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet. Rücktrittsforderungen von der einen Seite, durchgestochene Vertragsinhalte an die örtlichen Schmierblätter von der anderen Seite. Und das sind nur zwei Beispiele. Beide Seiten geben sich jedenfalls nichts, beim Kampf um die Deutungshoheit was für den Chemnitzer FC am besten ist. Dabei werden doch Heiligenscheine ebenso nicht vergeben, wie Denkmäler gebaut. Also kann gerne dieses Macht-Spiel sofort und ohne Verlängerung abgepfiffen werden.

Solch eine Schlammschlacht mag zwar für die Medien hochinteressant sein. Schließlich muss man sich nicht mehr irgendwelche Halbwahrheiten aus dem Kreuz leiern, die womöglich noch vor Gericht landen, weil „dieses-und-jenes-so-nie-gesagt-wurde“. Ich bin jedenfalls wegen des ganzen Boheis ziemlich genervt und auch ziemlich sicher, dass diese ganzen juristischen Winkelzüge nicht dabei helfen werden, am Ende des Tages den CFC-Karren aus dem Dreck zu ziehen. Da steckt dieser nämlich immer noch mittendrin.

Braucht es denn noch einen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang? Oder lieber nochmal die alten Diskussionen über die Vergangenheit führen? Ich glaube nicht, dass sich das wirklich lohnt. Am Ende der Debatte kommt man doch an der Frage nicht mehr vorbei, wer wann wie und womit zu der ganzen Misere beigetragen hat. Das Ergebnis von u.a. zu viel Kungelei und Seilschaften in Vorstand/Aufsichtsrat gepaart mit sportlichen Misserfolg ist doch Pleite des CFC und das gerade auf der Zielgeraden befindliche Insolvenzverfahren.

Als geneigter Fan wünsche ich mir daher mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zur Sacharbeit aller Verantwortlichen. Dem Vernehmen nach geht es auf der am 26. September 2018 stattfinden Gläubigerversammlung mehr oder weniger um die Zukunft des CFC. Quasi das Endspiel um den Insolvenz-Cup. Das ist doch Anlass genug, um seine Energie darauf zu verschwenden.

Aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen, sollte doch allen Himmelblauen ein wichtiges Anliegen sein. Klar, die Frage wie die Ausgliederung gestaltet werden soll, bleibt weiterhin bestehen und kann hoffentlich nach der Gläubigerversammlung diskutiert werden. Eins ist dabei schon mal sicher: Als Mitglied will ich mich bei meinen Rechten und Pflichten nicht „enteiern“ lassen. Entscheidungen, die ohne jegliche Debatte und aufgrund von Alternativlosigkeit getroffen werden, haben bisher immer zu Unmut bei den Mitgliedern geführt. Die Fanszene des Chemnitzer FC ist vielfältig, das gilt es bei der Gestaltung des zukünftigen CFC zu berücksichtigen.

Der Illusion es allen Recht zu machen, sollte man sich allerdings auch nicht hingeben. Der Blick Richtung Magdeburg sowie Rostock und deren vollzogenen Ausgliederungen gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht Hopfen und Malz verloren sind. Dort wurden mit der Beteiligung der Mitglieder die Prozesse so gesteuert, dass die Befürchtungen in Richtung Identitätsverlust und Fremdbestimmung ernst genommen wurden und letztendlich die Ausgliederung wiederum große Zustimmung gefunden hat.

Denn eines ist auch klar wie Kloßbrühe. Ohne die Fans wird es nicht gehen. Ein Verein ohne ultra-laute Fans, ein Spiel ohne Stimmung sind die schlechtesten aller Varianten. Ich verweise da gerne auf das Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 7. Spieltag. In dem 20.000 Plätze-„Jahn-Sportpark“ waren es letztendlich die 200 mitgereisten CFC-Fans, die für die Stimmung gesorgt haben. Ansonsten hätte dort Totenstille geherrscht. Von weiteren Beispielen, die es zu Hauf gibt, und vor allem den Heimspielen abgesehen.

Jetzt aber müssen erst einmal die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden. Die besten sportlichen Argumente liefert ja seit Beginn der Regionalliga-Saison die neu zusammengestellte Mannschaft. Acht Siege in Folge, Spitzenreiter. Das ist wahrlich ein süß-saures „Ablenkungsmanöver“. Nicht auszudenken, wenn der CFC im Mittelfeld der Tabelle stehen und seitens der Presse eine Trainerdiskussion angezettelt würde. Soviel zur Schwarzmalerei.

Ein Blick in die Zukunft und wie schön himmelblau wäre es hingegen, wenn der CFC wirtschaftlich und sportlich erfolgreich sein könnte. Die Weichen dafür können hoffentlich bald gestellt werden.

By Nino

 

 

Täglich grüßt die „Insolvenzmasse“ CFC

Reinigung

Vor zwei Tagen hatte ich noch die sanfte Hoffnung, dass der Chemnitzer FC keine Rolle rückwärts in die Zeiten des Chaos Fußball Club vollzieht . In Anbetracht der Entwicklungen der letzten vier Tage mit diversen Stellungnahmen vom Aufsichtsrat bis Fanszene e.V. sowie Rücktritten aus Aufsichtsrat und Ehrenrat grüßt der CFC mittlerweile täglich aus den Boulevardmedien.

Für diese ist das CFC-Chaos natürlich ein gefundenes Fressen, lässt es doch viel Spielraum für Spekulationen und dummes Geschwätz. Nicht zuletzt tragen die Beteiligten mehr oder weniger (un-)freiwillig dazu bei. Zum Beispiel ist in der Stellungnahme des Aufsichtsrats zu lesen: „…Ebenso stimmt der Aufsichtsrat mit dem Insolvenzverwalter überein, dass tatsächliche private Befindlichkeiten und Animositäten in solchen richtungsweisenden Zeiten zurück zu stehen haben.“ Dadurch festigt sich leider der Eindruck, dass das Insolvenzverfahren auch zu einem Rosenkrieg zwischen den Vereinsoberen ausgeufert ist. Insolvenzverwalter (IV) K. Siemon lässt sich beim MDR damit zitieren: „Es war die Woche der Selbstreinigung. Es wäre schön gewesen, wenn alle den Weg einvernehmlich mitgegangen wären.“ Solche Worte kann locker vom Hocker derjenige sagen, der ganz genau weiß, dass er am längeren Insolvenz-Hebel sitzt. Frei nach dem Motto „Insolvenzrecht schlägt Vereinsrecht“.

Es ist aber auch so, dass es wohl allerhöchste Zeit war, dass alles auf den Prüfstand bei den Himmelblauen kommt. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass nicht jeder ein Fan des CFC in Chemnitz ist. Ist es daher immer zum Wohle des CFC gewesen, sich von der Stadt und seinen (ex-)städtischen Unternehmen abhängig zu machen? Die GGG könnte ihr Sponsoren-Geld auch in die Renovierung ihrer Wohnungen stecken. Oder was ist mit dem Energieversorger „eins“? Bisschen weniger Strom bezahlen, da sagt auch keiner nein. Auch die Unterstützung durch die Stadt Chemnitz könnte hinterfragt werden. Klar, ohne das Steuergeld wäre das Stadion nie gebaut worden. Aber wäre eine Unabhängigkeit von der Stadt und ihren Räten nicht auch ein Zukunftsmodell?

Was die Zukunft betrifft, so ist ohnehin die drängendere Frage, wie es denn nun mit dem CFC weitergehen soll? Welcher neue Hauptsponsor wird vom IV-Siemon aus dem Hut gezaubert? Welche weiteren Pläne hat er noch? Die Ausgliederung der Profiabteilung steht ja schon als „Zukunftsvision“ im Raum. Läuft es auf die Gretchenfrage „Sponsoren oder Investoren?“ hinaus?

In der Siemon-Stellungnahme zur Pressemitteilung von eins energie steht: „Aus Gläubigersicht ist es so, dass viele Beteiligte im Umfeld des Chemnitzer FC die Wirkungen der Insolvenzeröffnung noch nicht richtig realisiert haben. Ein „weiter so“ kann und wird es nicht geben.“ Wichtig ist es aus Gläubigersicht, dass die neuen Gegebenheiten nunmehr vom Umfeld akzeptiert werden und die bereits an vielen Stellen sehr deutlich vorangeschrittenen Restrukturierungsergebnisse unterstützt werden.“

Dass es ein „weiter so“ nicht geben kann, daran zweifelt eh keiner mehr. Also keiner mit gesundem Menschenverstand. Es geht aber um das „wie“ es weiter geht. Ruhe bewahren, abwarten und hoffen, dass IV-Siemon schon das Richtige tun wird, ist mir zu wenig. Auch wenn er schon den FSV Zwickau 1999 und den VFC Plauen 2015 durch das Insolvenzverfahren geführt hat. Ein Fußballclub, insbesondere wie der CFC, ist nämlich keine reine Insolvenzmasse, um mal in der Sprache des Insolvenzrechts zu bleiben. Der Verein lebt auch von seinen Mitgliedern und Fans, die sich einbringen und das auch noch in Zukunft wollen.

In dieser eh schon schwierigen Phase wäre also mehr Kommunikation miteinander statt gegeneinander angebracht. Überzogene Aktionen wie Haus- und Stadionverbote erwecken den Eindruck, als wenn Kriminelle am Werke wären. A. Georgi und U. Bauch sind davon weit entfernt und auch keine Kinder mehr, die Ansagen nicht verstehen würden. Akzeptanz schaffen, das geht definitiv anders.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich beim 3. Fanclub-Treffen des CFC an. Dort will sich der CFC und IV-Siemon über die aktuelle Situation austauschen und steht im persönlichen Dialog für Fragen zur Verfügung. Ob da die zweite „Woche der Selbstreinigung“ folgt?

By Nino

 

 

Kein Happy-End in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Eine tränenreiche Woche ist es nun her. Der 1. Abstieg des Hamburger SV aus der 1. Fußball-Bundesliga. Der 12. Mai 2018 geht als schwärzester Tag in die sonst so bunte und großartige Historie des HSV ein. Es hat nicht sollen sein. Kein Happy-End im Finale der HSV-Crunchtime.

Ich hatte ja so inbrünstig gebangt und gehofft, dass wir es noch auf den Relegationsplatz schaffen. Darauf, dass eben später in der Verlängerung das Wunder von der Elbe gelingt. Zwei Siege gegen Holstein Kiel und wir hätten den Klassenerhalt gesichert. Niemals 2. Liga. Unabsteigbar…so dachte ich glückverheißend bis zum bitteren Ende. Im Volkspark war es, wie ich es mir vorgestellt habe: Schönes Wetter, euphorische Fans sowie Spieler voller Tatendrang und Siegeslust.

Leider lag zum Ende des 2:1 Heimsieges nicht der Duft von Geschichte im Stadion, sondern von Rauch, der von einer Hundertschaft Vollidioten verursacht wurde. Dem HSV und einer weiteren Erwähnung nicht würdig.

Und wer konnte den schon ahnen, dass der VfL Wolfsburg sein erstes Heimspiel 2018 gewinnt? Siegen, wenn es wirklich wichtig ist. Irgendwie schon HSV-like. Aber das sich die Kölner so hängen lassen, hätte ich auch nie im Leben für möglich gehalten. Dazu können die Rothosen in der nächsten Saison ja sportlich Stellung nehmen.

Trotz aller tiefen Traurigkeit sind nun auch die letzten Tränen getrocknet und es gilt sich der Zukunft zu widmen. Auch wenn es sich noch so ungewohnt und unwirklich anfühlt. Der Traditionsverein HSV, so eine schöne Stadt, tolles Stadion, fantastische Fans. All jenes jetzt in der 2. Liga? Was für eine Verschwendung! Die 1. Liga wird uns schon vermissen. Was wird das für eine langweilige Saison. Der Meister steht schon so gut wie vorher fest und die Aufsteiger werden auch die Absteiger sein.

Aber was interessiert uns das Leiden der anderen. Wir müssen den Fokus auf uns legen. Das Projekt Wiederaufstieg heißt es anzugehen. D.h. schnellstmöglich in der Führungsebene die offenen Posten besetzen. Zur Abwechslung mal mit Fachleuten, die dann wiederum die Leistungsträger an den HSV binden. Unser Mäzen Klaus-Michael soll ja mit an Bord bleiben, das nötige Kleingeld ist also gesichert. Präsident Hoffmann wird den HSV, wie schon in den letzten Wochen deutlich spürbar, in ruhigere Gewässer schippern.

Und die ersten Weichen wurden ja schon gestellt. Mit Trainer Titz wurde ein 2jahres-Vertrag abgeschlossen. Er ist der richtige Mann für die zweite Liga. Jetzt fehlen noch Spieler, die sich zu 100% mit dem HSV identifizieren, die Raute im Herzen tragen. Auch wenn es nicht mehr Millionen an Gehalt geben wird. Aber die sportlichen Ziele sollten schon überzeugen, da bin ich mir sicher: Sofortiger Wiederaufstieg und 2. Liga-Meister!

Warum nicht auch ein bisschen mehr? Meines Wissens hat es noch keine Zweitligamannschaft geschafft, eine Saison ohne Niederlage zu spielen. Ist das nicht für uns als Fans und für den HSV nicht Ansporn genug? Warum kleine Brötchen backen, wenn die großen greifbar sind?

Ich werde mir jedenfalls wieder eine Dauerkarte besorgen. Und da werde ich mich beeilen müssen, denn über 500 Menschen haben sich in sieben Tagen tatsächlich dazu entschieden, Mitglied beim HSV zu werden. Was für ein bockstarkes Zeichen der Fans. Da werden die Scampi-Fresser, ähm Genießer auf der Tribüne aber mal gehörig Platz machen müssen. Platz für diejenigen Fans, die auch Stimmung machen.

Nicht nur das stimmt mich mittlerweile wieder positiv. Der HSV macht es ja einem nicht immer leicht, aber jetzt kann es ja nur besser werden. Ich als Fan will jedenfalls dazu beitragen, dass der HSV wieder zu alter Stärke zurückfindet. Ich will nämlich nicht mehr mit Häme und Spott bedacht werden. Nur gemeinsam können wir das Comeback des HSV schaffen. Das Comeback des geilsten Clubs der Welt. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s.: wiederum besten Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Kommentar zum himmelblauen November und Dezember 2017

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Im November und Dezember des Jahres 2017 standen für den Chemnitzer FC noch sechs Spiele in der 3. Fußball-Bundesliga an. Nach der bitteren (und völlig unnötigen) 1:2 Niederlage im Sachsenpokal beraubte sich der CFC einer von zwei Möglichkeiten im nächsten Jahr am DFB-Pokal teilnehmen zu können. Aber nicht nur diese Chance wurde vertan. Da war ja noch jene auf eine positive Wende im tristen Liga-Alltag. Auch wenn das Restprogramm es in sich hatte, so wurde es nix mit einem versöhnlichen Jahresabschluss 2017. Oder um es kurz und knapp zu sagen: Alle 6 Spiele wurden verloren, nicht einmal ein Unentschieden stand am Ende zu Buche. Oder um es für die Masochisten lang zu machen:

Meppen: 2:3 Auswärtsniederlage

Würzburg: 0:3 Heimniederlage

Münster: 0:1 Auswärtsniederlage

Magdeburg: 2:3 Heimniederlage (hier geht’s zum Spielbericht)

Rostock: 1:3 Auswärtsniederlage

Zwickau: 2:3 Auswärtsniederlage

Kein Sieg in zwei Monaten, ohne Punkte bis auf den 17. Tabellenrang abgerutscht. Wie man es auch formulieren will: Das himmelblaue Elend bleibt das Gleiche. Nicht nur auf dem Rasen herrschte Unordnung, auch im Verein selbst brannte der Baum schon vor Weihnachten. Austritte von Aufsichtsratsmitgliedern, Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden, Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel und fehlende 124.000 Euro als Nachweis für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018. All dies ließ einem die Haare zu Berge stehen. Zumindest die Auflagen zur Nachlizenzierung konnten innerhalb von zwei (!) Tagen erledigt werden, d.h. das ein oder mehrere Personen ihr himmelblaues Herz erwärmen konnten und die Geldschatulle geöffnet wurde. Nur allzu gern wüssten wir, ob es sich um interne oder externe Sponsoren handelte. Für sachdienliche Hinweise haben wir rund um die Uhr ein offenes Ohr…

Aber nicht nur bei der Produktion von negativen Schlagzeilen kann der CFC überzeugen, nein, er tut auch einiges dafür was zum Prädikat „Traditionsverein“ gehört. Hier seien die Auftaktveranstaltung zum Traditionstreffen mit über 90 Gästen bzw. Ehemaligen und die Aktion rund um das Auswärtsspiel in Meppen genannt. Dabei wurden den 450 mitgereisten Anhängern als Dankeschön zwei Freikarten oder ein CFC-Fanschal im Gegenzug der Eintrittskarte angeboten. Eine kleine, aber sehr feine Aktion.

Auch was die Arbeit in den Gremien betrifft, so zeigte der CFC zumindest zum Jahresende noch Handlungsfähigkeit. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung wurden drei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Neue Gesichter, dafür alt bekannt und dem CFC lange verbunden. Mit viel Herzblut und Sachverstand wollen sie sich verantwortungsvoll der Arbeit im Aufsichtsrat widmen. Dafür braucht es zurzeit wohl ebenso gute Nerven.

Die wurden um den Jahreswechsel dann auch bei allen Himmelblauen nochmal strapaziert. Meldungen über „Entscheidungen die getroffen werden sollen“ machten die Runde. Dabei ging es offensichtlich nicht um die Verpflichtung von weiteren Spielern, sondern um die Frage, ob Cheftrainer Horst Steffen weiterhin auf der Trainerbank sitzen bleiben kann oder sich hier ein Wechsel andeutet. Uns stellte sich dabei wieder mal die Frage, wie ein Trainerwechsel finanziell abgesichert sein soll. Ein neuer Trainer (vermutlich mit neuem Co-Trainer) und weiterhin Steffen (und vermutlich alten Co-Trainer Ristic) auf der Gehaltsliste haben!? Also, wären summa summarum 4 Trainer zu bezahlen.

Die Antwort folgte dann auch prompt nach dem Neujahrsfest: Beurlaubung von Cheftrainer Steffen. Die branchenüblichen Erklärungen von „nach eingehender sportlicher Analyse“ und „Danke für die geleistete Arbeit“ durften selbstverständlich nicht fehlen. Immer freundlich bleiben, man sieht sich ja immer zweimal im Leben, mindestens.

Das Training wird vorerst von Co-Trainer Ristic geleitet. Die Suche nach einem neuen Trainer läuft auch Hochtouren. Das Problem mit der mehrfachen Gehälterzahlung wird über die Finanzierung von externen Sponsoren geregelt. Auch hier wüssten wir nur allzugern, welche himmelblaue Herzen sich dazu erwärmen lassen konnten.

Für die Arbeit an der himmelblauen Pressefront konnte sich die Pressesprecherin N. Oeser nicht mehr erwärmen. Nach sieben Jahren wird sie den CFC auf eigenen Wunsch verlassen und sich einer neuen Herausforderung widmen. Das verflixte siebente Jahr, da geht so einiges in die Brüche. Aber soviel dazu.

Im ersten Jahr nach 2017 ist die Herausforderung klar, denn Abstiegsplatz bedeutet Abstiegskampf. Und in diesem geht das Abstiegsgespenst schon um, nicht nur in den Köpfen der Spieler.

Die restlichen 18 Spiele werden also Abstiegskampf pur. Nur Masochisten haben die pure Freude daran. Für Januar und Februar 2018 stehen Paderborn, Aalen, Jena, Osnabrück, Unterhaching und der Karlsruher SC als Gegner auf dem Programm.

Wir hoffen, dass wir da zumindest schreiben könnten, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat. Mit welchem Trainer auch immer. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018…

By Baba und Nino