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Heiße Herzen und kühle Köpfe. Der CFC in Babelsberg

EingangStadion

Englische Woche beim Chemnitzer FC! Mit dem 3:2 Auftaktsieg vs. FSV Union Fürstenwalde und dem 2:0 Sieg gegen BFC Dynamo grüßten die Himmelblauen von der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“ stimmte man trotz aller Hinweise auf „Momentaufnahme“ und „ist doch erst am Anfang der Saison“ leise an. Vielleicht liegt es an der Unvernunft, vielleicht auch an den heißen Tagen, so genau weiß ich es nicht. Mit dieser Gefühlsmischung ging es jedenfalls hocherfreut nach Babelsberg, ins Karl-Liebknecht-Stadion, auch Karli genannt.

Dritter Sieg im dritten Spiel? Das wäre schon mal ne Duftmarke, die die Himmelblauen setzen würden. Ein gutes Motto für dieses Spiel: „Mit breiter Brust und kühlem Kopf.“ Für Daniel Frahn war es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, für ihn nach eigener Aussage „das wohl emotionalste Spiel seiner Karriere“. Wie emotional es zugehen würde, darauf war ich gespannt. Die Hitze und die Zusammenkunft der Fan-Freundschaft zwischen dem CFC und einzelnen Cottbus-Fans lieferte vor Beginn des Spiels die ersten Spannungspunkte. Diese führten dann auch leider gleich zu einem Negativhöhepunkt. Beim Abspielen der CFC-Hymne (!) schaffte es ein einzelner Cottbus-Fahnenträger die Babelsberger-Ultras verständlicherweise aus der Fassung zu bringen. Was der Einzelne gezeigt hat, hierzu wird auf diesem Blog kein Platz eingeräumt. Und es wirft auch die Frage auf, wieweit Fan-Freundschaft gehen kann und soll. Geschichtsvergessenheit und/oder Relativierung, das sollte und darf keinen Platz in der CFC-Fangemeinschaft haben. Soviel zu dieser nicht politischen, nämlich zutiefst grundgesetzlichen Debatte.

CFC-Fans

Die Babelsberger starteten mit einem 2:1 Auswärtssieg gegen Germania Halberstadt in die Regionalliga Saison. Ein weiterer Sieg wäre den NullDreiern daher gerne ganz recht gewesen. Das Spiel wurde aufgrund der TV-Übertragung kurz nach 14 Uhr angepfiffen und erlebte seine ersten Höhepunkte rund um die 11. Minute. Erst brachte ein Babelsberger eine eigentümliche 11-er-würdige Hand-Drehaktion zustande, die wiederum in einer Ringer-Aktion am Mittelkreis endete. Die Himmelblauen ließen sich davon aber nicht irritieren und versuchten den Weg ins Tor mit legalen Mitteln zu erreichen. Die Babelsberger hatten da nicht viel entgegenzusetzen, so dass es in der 14. Minute zu einer 11-er-reifen Situation kam, die wiederum auch der Schiedsrichter so beurteilte. So kam es, dass Daniel Frahn sich den Ball schnappte und diesen mit einem strammen Sonntagsschuss an einem samstäglichen Nachmittag ins obere rechte Eck zimmerte. Nu hatte er sein Tor und alle mitgereisten Fans fanden einen weiteren Grund ihr Bier in die Höhe zu werfen.

Frahn11er

Weitere Höhepunkte waren so denn die hitzebedingte Trinkpause in der 24. Minute und der Ausgleich in der 35. Minute, durch Nattermann. Zugegeben auch formvollendet reingedroschen. Mit dem 1:1 Ausgleich ging es dann auch die wohlverdiente Pause.

Nach dieser kam es zu einem kleinen, aber feinen Höhepunkt. Der Autor dieser Zeilen konnte den abprallenden Ball erstaunlicherweise sicher fangen und zu einem Spieler des CFC werfen. Beim nächsten Mal weiß ich dann auch, wer derjenige war (Asche auf mein Haupt 🙂 ).

Im weiteren Verlauf des Spiels kam es zu Chancen auf beiden Seiten, zumal die Babelsberger am starken Jakubov und Garcia scheiterten. Die himmelblauen Angriffsbemühungen wurden in der 84. Minute belohnt. Aus einem unklaren Gewusel heraus, schaffte es Bozic das runde Leder im Babelsberger Tor unterzubringen. Grenzenloser Jubel bei den mitgereisten Himmelblauen-Fans, blankes Entsetzen bei den Fans auf Babelsberger Seite. Im weiteren Verlauf kam es lediglich noch zu einer gelben Karte, der fünften insgesamt in diesem Spiel, welches trotz der Hitze mit kühlem Kopf aller Beteiligten durchgezogen wurde.Panorama

So steht der dritte Sieg im dritten Spiel zu Buche. Wer hätte das am Anfang dieser englischen Woche gedacht. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“, das kann jetzt schon ein bisschen lauter gesungen werden. Selbstverständlich in dem Wissen, dass es noch eine lange Saison ist. Die mitgereisten Himmelblauen-Fans überzeugten mit 90-minütiger Unterstützung, die dem ein oder anderen Babelsberger ein respektvolles „Stimmung machen könn’se ooch“ abgerungen hatte.

Mehr Zustimmung ist von Verlieren nicht zu erwarten. In diesem Sinne: „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey..“

By Nino

CFC-Fans2