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ICE vs. Bummelzug. Der 10.te Sieg des CFC

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Fußball, endlich wieder Fußball. Nach nervenaufreibenden Tagen mit dem vorläufigen Höhepunkt der Gläubigerversammlung im Rahmen des Insolvenzverfahrens ging es am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wieder um die Ausbeute von Punkten. Das letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig gab es im Finale des Sachsenpokals 2016. Der 2:1 Sieg berechtigte am DFB-Pokal teilzunehmen, bei dem die Himmelblauen per Traumlos dem FC Bayern München zugelost wurden. Im Duell der Rekordpokalsieger musste man sich 0:5 geschlagen geben . Aber so viel zum Blick in die Vergangenheit.

Die Realität sieht aktuell so aus, dass der Chemnitzer FC mit 9 Siegen unangefochten von der Tabellenspitze grüßt. Lok Leipzig stand vor Anpfiff auf dem 15. Rang und ersetzte aufgrund dessen Trainer H. Scholz durch B. Joppe, frei nach dem Motto „neue Besen kehren gut“. Dabei war eher die Frage, wie die LOK nun vom Abstell- zurück auf das Erfolgsgleis fahren sollte.

Aus privaten Gründen war leider kein Stadionbesuch möglich, aber dank des MDR „Sport im Osten“ konnte die Abfahrt, ähm der Anpfiff der Live-Übertragung von der heimischen Couch aus verfolgt werden. Gleich zu Beginn gab es aus dem Gäste-Block Rauchzeichen zu vermelden. Der Techniker würde sagen, dass es einen Schadensfall gibt. Den gab es nach schwungvollem Beginn beider Teams aber zuerst im Tor der Leipziger. K. Velkow köpfte nach einer Grotschen Ecke zur 1:0 Führung ein. Im Zuge dieses Erfolges suchte der CFC angespornt eine weitere Ausfahrt Richtung zweites Tor. Diese Suche war schon nach vier Minuten erfolgreich beendet. R. Garcia dribbelte in den Strafraum, fand dort aber seinen Meister in Lok-Torwart L. Wenzel. Aber was nützt der Meister, wenn du den aktuellen König der Torschützen in deinen Reihen weißt!? D. Bozic nutzte den Wenzelschen Abpraller und staubte trocken zum 2:0 ab. So richtig in Fahrt gekommen, spielten die Himmelblauen fast schon über dem Tempolimit. Jäh gestoppt wurde das Spiel durch ein Foul an R. Garcia. Ausgerechnet auch im 11er-Raum, was folgerichtig nur bedeuten konnte: Elfmeter. Diesmal war D. Frahn am Zug und verwandelte mit einem satten Schuss zum 3:0. Drei Tore in 14 Minuten. Der CFC ist der ICE der Regionalliga Nordost. Und wie es sich für einen ICE gehört, ging es pünktlich in die Halbzeitpause, haha.

In dieser konnte ich alle Vor-Züge genießen, die man sich ebenso einredet, wann man nicht im Stadion ist. Keine Warteschlange am WC, schneller Zugriff zum kalten Bier und kurzer Weg zurück auf den angestammten Couch-Platz. Diese Vorteile können aber dennoch nicht das Stadionerlebnis mit den exakt abgezählten 7.438 Fans ersetzen. Gerechnet wurde mit 3.500. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die Frage zur zweiten Halbzeit war, ob die LOK aus Leipzig nochmal an Fahrt aufnehmen würde oder der ICE CFC hier alles in Grund und Boden spielt. Diese Frage wurde dann auch schon nach 15 Minuten teilweise beantwortet. Es war wiederum K. Velkov, der nach einer LOK-Ecke unglücklich ins eigene Tor einnetzte. Durch diesen 1:3 Treffer legten die Lokscher einiges mehr an Stimmung und spielerischer Kultur an den Spieltag. Auf einmal war es wieder ein Fußballspiel zweier Mannschaften, offenes Visier, so wie es sich der Fußball-Fan wünscht. Höhepunkt dieser heißen Phase war dann die 77. Minute, in der unser N. Hoheneder die rote Karte für ein Foul an M. Steinborn sah. Als letzter Mann wohlgemerkt. Aber herrlich-himmelblau, wenn man den 12. Mann hinter sich weiß und die Fans mit aufmunternden Gesängen die Mannschaft weiter anpeitschte. Diese Unterstützung war denn auch einer Spitzenmannschaft ebenso würdig, wie die Himmelblauen das Spiel zu Ende brachten, ohne große Aufregung. So war es fast wie bei einer Bahnfahrt, noch ein bisschen zittern, ob man auch pünktlich ankommt.

Aber die Himmelblauen ließen sich nicht mehr beeindrucken. Im Sinne einer Spitzenmannschaft, ja der Regionalliga, spielten sie es gekonnt runter und fuhren die 3 Punkte ins sichere Ziel. 30 Punkte nach 10 Spielen. Maximale Ausbeute. Regionalliga-Rekord. Ein sportlicher Wahnsinn.

Am Tag der Deutschen Einheit fährt der CFC nach Brandenburg, Zielort Rathenow. Über Berlin zweimal umsteigen. Ohne einen ICE-Halt viereinhalb Stunden. Eine lange Fahrt, bei der es genug Gelegenheiten geben sollte, über das ein oder andere Projekt in der Zukunft noch einmal nachdenken zu können. Welches auch immer das sein mag.

By Nino

 

Kommentar zum Sachsenpokalfinale Lok Leipzig vs. CFC

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Leipzig, Leipzig…wir fahren nach Leipzig! So das Motto des Chemnitzer FC, der im Finale zum Sachsenpokal 2017 stand. Der Grundstein für eine Fahrt nach Berlin, zum großen Bruder des Pokals auf Landesebene, könnte damit gelegt werden. Aber soweit wollte ich auch bei allem Optimismus nicht träumen. Erst einmal dieses Finale gegen den Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig erfolgreich bestreiten, dann darf himmelblau geträumt werden.

Wenn es nach den Machern des MDR Sport im Osten geht, so ist dieses Final-Spiel „ein Schmeckerchen“. Ob dieses was für den Gaumen war oder ein zähes Stück Fußball-Kost, dazu später mehr.

Denn schwer verdaulich waren bisher die letzten Monate beim CFC. Die „Highlights“ in aller Kürze: Finanzloch gestopft, Saison-Ziel Aufstieg verpasst, Lizenz für die 3. Liga unklar, Installierung eines neuen Sport-Vorstands #Ziffert, die Verabschiedungen von Cheftrainer #Köhler, Spieler #Türpitz#Magdeburg und dem Athletik-Trainer #Herrmann#Ruhestand. Als groß reine machen kann man das bezeichnen, ah bissel Chaos aber auch.

Der Sachsenpokal könnte daher einen Neustart markieren, zumal der CFC die Einnahmen aus der Teilnahme an der 1. Runde des DFB-Pokals 2018 (und vielleicht noch mehr) dringend nötig hat. Ein kleiner Anlass für Träumereien bot der Blick in die Pokal-Bilanz des CFC. Mit acht Siegen bei 12 Finalteilnahmen ist er bisheriger Rekordsieger. Und der Blick auf die Formkurve ließ zumindest die Hoffnung aufkeimen, dass es ein siegreiches Spiel werden könnte. Am letzten Saison-Spieltag 2016/2017 wurde die Kogge Hansa Rostock mit einem 2:0 Heimsieg versenkt.

Der Finalgegner, Lok Leipzig schoss sich mit einem 4:0 gegen Hertha BSC II warm.

Das Spiel wurde im Bruno-Plache-Stadion angepfiffen, mit 15minütiger Verspätung, da es bei der Anreise der Fans zu Verzögerungen im Straßenverkehr kam. Dies aufgrund der im Vorfeld getroffenen Einigung, nicht am „Finaltag der Amateure“ teilzunehmen, dem bundesweiten Spieltag aller Landespokalfinalspiele. Aber hätte man nicht erahnen können, dass es bei einem Spiel an einem Arbeitstag um 18Uhr zu Anfahrtsstörungen kommen kann. Hätte hätte Mopedkette. #Klugscheißer#1

Für alle Daheim-Gebliebenen war dann wenigstens der Live-Stream des MDR #SportImOsten geschaltet.

Leipzig’s Trainer Scholz sagte vor Anpfiff, dass seine Spieler „bumsheiß“ seien und gab ihnen mit auf den Weg, dass sie „sich nicht einkacken sollen“. Welche Worte CFC Trainer Köhler nutzte, war dann auch egal. Wer bei einem Finalspiel nicht motiviert ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

So richtig motiviert schienen die Himmelblauen zu Beginn nicht gewesen zu sein. Einige leichte Fehler ließen die Leipziger ins Spiel kommen. Die erste Chance hatte dann aber der CFC, genauer gesagt Frahn. In der 19. Minute scheiterte er mit einer Großchance, die Torhüter Kirsten noch gekonnt klären konnte. Und ich fragte mich schon, wann Frahn sein zweites Tor (!)  im Jahr 2017 schießen wollen würde. Dass er eine Minute später die Antwort lieferte, das hätte ich mir nicht träumen lassen. Eine schöne Kombination, die fast von ihm noch vertändelt wurde, schloss er mit einem passablen Schuss ins linke, untere Eck ein. 1:0 CFC. Erste Euphorie kam auf.

Weitere Highlights gab es dann leider nur von Lok’s Seite. Zunächst pinker (!) Rauch aus dem Block der Leipzig Ultras und später die erste, wirklich nennenswerte Tor-Raum-Szene, die auch noch zu einem Tor in der 33. Minute durch Schink endete. Der 5-Euro-Phrasendrescher-Spruch „Wie aus dem Nichts“, war hier passender denn je. Dem Tor ging ein Stockfehler von Bittroff voraus, der damit quasi selbst den Spielzug einleitete. Die Euphorie-Bremse wurde damit auch kräftig durchgetreten. Alles wieder auf Anfang. Mit dem 1:1 Ausgleich ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Aus dieser kam der CFC personell unverändert, Lok wechselte einmal und brachte Becker. Der Live-Stream-Kommentator bewertete diese Einwechslung als Zeichen der offensiveren Ausrichtung des Lok-Spiels. Zudem könnten die CFC-Spieler vor dem besten Lok-Stürmer ein bisschen Angst haben. Naja, Angst ist kein guter Ratgeber #Klugscheißer#2.

Mit weniger Angst, dafür mit mehr Willen starteten die Leipziger Spieler in die zweite Halbzeit. Was Trainer Scholz wohl diesmal für Worte gefunden hat? So oder so ist es Scheißegal. Es ging auf dem Spielfeld jedenfalls etwas ruppiger zu. Die ersten gelben Karten folgten auf beiden Seiten. Nachdem die himmelblauen Angriffsbemühungen fast zum Erliegen kamen, sorgte Köhler mit der ersten Auswechslung für einen neuen Impuls und brachte Hansch. Der fügte sich schnell in das Spiel ein und hatte knapp zehn Minuten später schon seine zweite gute Szene. Diese endete vorerst an Kirsten, den Abpraller legte er umsichtig zu Frahn, der wiederum zum 2:1 einschob. Ausgerechnet Frahn! Der bisher 2017 einmal trifft und dann in einem Spiel gleich zweimal. Geschichten, ja diese schreibt nur der Fußball #5EuroPhrasenschwein.

Die Loksche reagierte mit einer weiteren Offensiv-Einwechslung mit Ziane. Diese brachte aber letztlich nix mehr ein. Die Chemnitzer spielten die letzten Minuten gekonnt runter und ließen die Angriffsbemühungen ins Leere laufen. Außerhalb des Platzes kam es fast zum Comeback von 3P … #Polizei#Pferde#Platzsturm. Letzteres kam dann glücklicherweise nicht zu Stande.

Somit blieb es beim 2:1 Erfolg des CFC. Kein Spiel für Gourmets, dafür leckere Hausmannskost. Und die reichte für das Ziel: Sachsenpokalsieger 2017. Der dritte Titel in den letzten 4 Jahren. Sowieso und noch etwas länger: Rekord-Sachsenpokalsieger. So betrachtet eine Erfolgsstory. Gründe genug also, um an diesem Abend gebührend zu feiern, die vielen Probleme beiseite zu schieben und himmelblau zu träumen…Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin 😉

By Nino