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Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!?

AlarmstufeSchwarz

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, 1. Spieltag Gruppe F. Deutschland verliert das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Schweden gewinnt im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Südkorea. Ein paar Tage und Blicke später in den deutschen Blätterwald und ich habe den Eindruck, dass der Stimmungspegel gefühlt schon im Bereich „Katastrophe“ angekommen ist. Mindestens Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!

Selbst das sonst um Sachlichkeit bemühte 11Freunde Magazin fragt „Ist die Nationalelf über ihrem Zenit?“. Vergessen scheint der WM-Qualifikations-Rekord von 10:0 Siegen, vergessen scheint, dass Testspiele allzu gern dafür genutzt werden, etwas zu testen und nicht, um an die Leistungsgrenze zu gehen. Auf einmal wird die Stärke „der Stamm der Mannschaft besteht aus 9 Weltmeistern“ als Schwäche ausgelegt: „kein Erfolgshunger, kein Wille“. Den sog. Experten scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen. Mario Basler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg. Alle wollen sie sich mit ihren Urteilen und Phrasen überbieten. Braucht es wirklich einen Nachfolger von Mehmet Scholl? Ich glaube nicht. Eher hoffe ich darauf, dass sie sich am Ende doch alle um Kopf und Kragen reden und weniger mitteilungsbedürftig werden.

Natürlich war ich auch erschrocken und verwundert über die teilweise harmlosen Offensivbemühungen und das lustlose Auftreten der deutschen Spieler. Mit dem einem Gegentor waren sie noch gut bedient. Nun sollte man sich nicht an dieser Niederlage er-götze-n. Die wichtigste Aufgabe bei einem richtigen Alarm? Ruhe bewahren! Das ist zwar mitunter die schwierigste Aufgabe, was Anderes bleibt einem aber nicht übrig. Der Blick für das Wesentliche wird sonst vernebelt.

Bei aller Phrasendrescherei hat die Niederlage ja auch was Gutes. Es geht jetzt nur noch ums gewinnen. Das ist an sich selbstverständlich, war bisweilen doch immer ein schwächeres Spiel (also Unentschieden) in der Vorrunde miteingerechnet. Damit ist jetzt schon Schluss. Die Mannschaft muss unbedingt auf Sieg spielen. Was will man als Fan denn noch? Ein Halbfinale und Finale, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt stehen sie also an, die wichtigen Spiele. Marco Reus dürfte sich also über ein Start11-Garantie freuen.

Auf die Frage nach dem Weltmeister-Fluch lässt Bundestrainer Löw wie folgt zitieren: „Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen.“ Na da bin ich mal gespannt, welche „Korrekturen“ da angebracht werden, um es zu schaffen. Jetzt gibt es wohl diese Momente, die in der Commerzbank-Werbung so bedeutungsschwanger beschrieben werden: „dann ist digital egal. Dann zählt vor allem eins: von Mensch zu Mensch“. Küsschen an Löw. Es menschelt in der Mannschaft.

Und selbst wenn der Weltmeister-Fluch auch das deutsche Team erwischt? Dann wird sich die deutsche Fan-Seele damit trösten, dass drei der letzten 4 Weltmeister in der Vorrunde gescheitert sind. Gesetz der Serie, da kann man eh nix machen. Man kann aber auch daran erinnern, dass der eine andere Weltmeister, nämlich Brasilien 1994, bei der WM 1998 in Frankreich bis ins Finale gekommen ist. Man kann es auch positiv sehen. Man muss es nur wollen.

Und sonst? Was passierte bisher im „Netz“? Mal wieder Klassenkeile für Mesut Özil, weil er die Nationalhymne nicht gesungen hat. Kritik für Julian Brandt, der nach der MEX-Niederlage mit einem Fan ein Selfie geschossen hat. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird schon vor dem Spiel via Twitter beleidigt, also ohne ein Wort zu sagen. Summa summarum leider wie immer: Im „Netz“ nix Neues. Das „Netz“ braucht mal eine Pause.

Die National11 hat fast eine Woche Pause bis zum Spiel gegen Schweden. Viel Zeit in unruhigen Zeiten.

By Nino

Die 22 Antworten zur EM 2016…die letzten 8

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Nachdem wir uns mit dem ersten Teil und dem zweiten Teil der Beantwortung unserer 22 Fragen zur EM 2016 auf den Weg der Wahrheitsfindung gemacht haben, wissen wir zwar mehr als vorher, aber wie diese EM in Erinnerung bleiben wird, können wir auch nicht beantworten. Vielleicht helfen die letzten 8 Antworten? Gut Lesung!

15. Wird J. Vardy seine Three Lions direkt aus der Leicester Kneipe ins Finale ballern?

Leider hat der Star von Englands Surprise-Meister Leicester City nichts gerissen, nur seine Frau hat dem Stereotyp der Fußballfrau genüge getan. Er soll mit Kautabak auf dem Trainingsgelände gesichtet worden sein, und er stieg erst beim zweiten Spiel in die EM ein und traf direkt als Joker. Sein gebrochener Arm kann nicht als Ausrede gelten, warum die drei Löwen Truppe gegen ISLAND ja ISLAND ausgeschieden ist. Schöne verrückte Welt.

16. Wird F. Torres wieder ohne jegliche Beteiligung zum Spieler des Turniers werden?

Warum auch immer F. Torres Spieler des EM-Turniers 2012 geworden ist, wissen wir immer noch nicht. Bei dieser EM konnte er nur als Phantom brillieren und auch sonst scheint er mit sich seinen Frieden in Atletico gemacht zu haben. Sein Sturmpartner in Madrid Antoine Griezmann wurde dagegen bester Torschütze und Spieler des Turniers.

17. Wird die Donaumonarchie in Gruppe F den totalen Triumph feiern oder sich am Ende in der Puszta verstecken?

Ganz klar hat sich die Ösi-Truppe unter Wert verkauft und mit nur einem Sieg und zwei Unentschieden nicht den erhofften Durchbruch erzielt. Alibaba und seine Almdudler-Trinker haben sich dann gegen den Geheimfavoriten#1 Belgien schwer getan und schieden klar aus.

18. Welches Land wird nach der EM eine Mauer um sein Land errichten? Österreich, Ungarn, Albanien oder Kroatien?

Die Mauer wird wohl von Erdogan in der Türkei errichtet. Eine Mauer gegen jegliche Opposition, Wissen, Aufklärung und Kritik. Betonkopfdemokrat ist noch eine nette Beschreibung. Ob dies mit dem kläglichen Auftreten seiner Nationalmannschaft zu tun hat, ist zu bezweifeln. Man nehme nur an, dass die Türkei Europameister geworden wäre. Es hätte wohl keinen Putsch oder Reaktion gegeben, nur den guten alten Nationalismus.

19. Wird F. Beckenbauer endgültig wegen Senilität nur noch als schmückendes Beiwerk gezeigt und nicht mehr mit Fragen belästigt?

Es gab zwar eine Kolumne bei BLÖD „Le Kaiser“, aber so richtig will keiner mehr auf ihn hören. Nach der Finanzaffäre bei der WM 2006 und seiner Senilität ist er wohl bereit, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Seine Vermutung vor jedem Spiel…das Thomas Müller nun wirklich mal treffen würde, war so ähnlich wie er auch keine Sklaven in Katar beim Stadion-Bau gesehen hat. Es ist echt schade, dass sich so eine fußballerische Legende selbst ins Abseits schießt.

20. Wird J. Löws Seidenschal ein Trend in Paris setzen oder wird auch einmal seine Hose vor Begeisterung reißen?

Im ersten Spiel vs. Ukraine war seine Hand zum EKG #EierKontrollGriff in der Hose, gerissen ist dabei vor Begeisterung nix. Der Trend des grauen Shirts mit Schweißflecken setzte sich glücklicherweise nicht durch, und daher wird Löw wohl kein Trendsetter oder erfolgreicher Trainer. Eine Karriere als professioneller Schnüffler ist ihm offen.

21. Lautet das Merkel’sche Motto auf einen EM-Sieg auch „Wir schaffen das!“?

Merkel hat sich merklich und damit erfreulicherweise fern von der deutschen Mannschaft gehalten. Nach dem Italien-Sieg gab es eine Twitter-Meldung, dass sie sich freue „Was für ein Spiel! Herzlichen Glückwunsch an das DFB-Team (La-Gurken…Äh Taubentruppe) zum Erreichen des Halbfinals. Ich freue mich sehr über den Erfolg gegen Italien. Jetzt heißt es weiter die Daumen drücken!“ Wahrscheinlich war das Weltgeschehen wichtiger als die EM. „Waaaaas, das kann nicht sein.“

22. Wird C. Hummels uns mit ihrer Soja Latte beschäftigen oder wird ihr die Einreise aufgrund mangelndes Geschmackes verwehrt?

Nicht mit Soja Latte, sondern mit Schminktipps, z.B. für die ersten drei Gruppenspiele…#SmokeyEyes. Einfach nur peinlich die Olle. Aber sie muss ihre Vorzüge haben, die weder mit Sprechen, Arbeiten oder sich Präsentieren zu tun haben.

By Baba und Nino

Die 22 Antworten zur EM 2016…die zweiten 7

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Mit dem ersten Teil der Beantwortung unserer 22 Fragen zur EM 2016 sind wir der Wahrheit ein kleines Stück näher gekommen, nun heißt es weiter zu suchen…hier kommen die zweiten 7 Antworten. Viel Spaß!

8. Baut sich der DFB in der Normandie ein Campo Baguette?

Der DFB hat sich im Gegensatz zur WM 2014 in Brasilien etwas bescheidener verhalten, schließlich gab es ungeplante Sonderausgaben für die rechtliche Aufarbeitung der Vergabe des „Sommermärchens 2006“. Beziehen statt Bauen war daher das Motto. In dem kleinen Städtchen Évian-les-Bains wurde ein passendes Hotel gefunden, was den Ansprüchen des DFB-Tross genügen soll: Dazu O. Bierhoff in der FAZ: „Es ist wichtig, eine kleine Oase zu haben. Wir haben das Hotel exklusiv für uns. Es liegt hoch, hat eine schöne Weite und gutes Licht.“ Das passt ja wie der Arsch auf den Nachttopf. Und wie Bierhoff ins drei Wetter Saft Studio – bitte abschalten den Mann und seine Fanweichspülung. Getreu dem Motto: „Ich habe dir was mitgebracht … Hass … Hass… Hass!!!“

9. Wird B. Schweinsteiger im Finale zur Vollendung seines Kämpfergesichts einen zweiten Cut erleiden?

Das Leiden des jungen B. Schweinsteiger zog sich bis kurz vor dem Beginn der EM hin. Er stoß ohne Spielpraxis zur Mannschaft und sollte sich diese über das Training und Kurzeinsätze holen. Das klappte im ersten Gruppenspiel vs. Ukraine noch famos, nach seiner Einwechslung in der 89. Minute Drop-kickte er 3 Min. später zum 2:0 Endstand. Einer der deutschen Highlight-Szenen. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Frankreich blieb Schweinsteiger die Chance verwahrt sein Kämpfer-Gesicht zur Vollendung zu bringen. Auch wird es spannend sein zu sehen ob er auch bei ManU wieder auf die Beine kommt und Akzente setzen kann.

10. Wird J. Löw seine Einwechslungsideen live bei der BLÖD Zeitung abstimmen lassen?Löw hat bei den Aufstellungen stets ein oder zwei Änderungen vorgenommen. Die einen meinen, dass dies die taktische Flexibilität betont, andere wiederum meinen „never change a winnig team“. Zum Glück ist die Verbindung des DFB und BLÖD nicht mehr so arschtief, dass Löw irgendwelche Tipps bräuchte. Die BLÖD wusste vor dem 2. Gruppenspiel gegen Polen immerhin, unter Heranziehung allen vorhandenen fußballerischen Sachverstandes „Jetzt kommt unser Problem-Spiel“. Die Betonung liegt auf „unser“. Denn die BLÖD bildet sich nämlich ein, ganz nah dran zu sein. Einbildung ist auch eine Bildung!!!!!! (Til Schweiger Gedächtnis Ausrufezeichen)

11. Wird R. Erdogan bei Niederlagen der türkischen Nationalmannschaft seine Gegner verklagen und damit sein Land kampflos zum Europameister machen?

Die türkische Mannschaft startete mit einer 0:1 Niederlage gegen Kroatien, es folgte eine 0:3 Schlappe vs. Spanien. Nach diesen Niederlagen ließ R. Erdogan verkünden: „Das hat mich als Staatspräsident sehr traurig gemacht.“ Dem Vernehmen nach kam es zu keiner Anklage gegen Kroatien und Spanien. Die Stimmung hellte sich nach dem 2:0 Sieg gegen Tschechien etwas auf. Kurzzeitig wähnte man sich als einer der besten Dritten im Achtelfinale, doch Nordirland, Slowakei, Irland und der spätere Europameister Portugal sicherten sich diese Plätze. Auch hier ist bisher nix von geplanten Anklagen bekannt. Die Wahrheit liegt dann doch auf dem Platz!

12. Wird M. Balotelli als Alptraum nachts P. Lahm erscheinen und diesem ins Gewissen reden?

Soweit man hört hat M. Balotelli viel Spass mit seiner Katze und bald auch noch mehr Tagesfreizeit. Es kann stark angenommen werden, dass seine Karriere zu Ende geht.

13. Wird T. Müller in der Lage sein die französischen Räume richtig zu deuten und diese zu nutzen?

Der Raumdeuter T. Müller wusste so gar nix mit den französischen Räumen anzufangen. Kein einziges Tor gelang dem sonst so treffsicheren Stürmer. Selbst im dramatischen 11er-Schießen gegen Italien brachte er den Ball nicht hinter die Tor-Linie. Zumindest hat er, wie er selbstkritisch-ironisch anmerkt, „100% Torquote, ich habe in keinem Spiel getroffen“. Humor ist wenn man trotzdem lacht und man dem Italiener Grimassen schneidet #Baba:meinpersönlicherhöhepunkt

14. Wird H. Fischer mit der Nationalmannschaft den Song „Mit Jever Fun durchs Turnier – (ich trink lieber richtiges Bier)“ einsingen?

Bisher ist diese Kollaboration leider nicht zustande gekommen. Im Anbetracht bzw. des Hörens der sog. „EM-Songs“ von ARD und ZDF kann es nicht viel schlimmer werden. Für die ARD sangen Herbert Grönemeyer feat. Felix Jaehn das Lied „Jeder für jeden“. Beim ZDF schickte man Mark Forster mit „Wir sind groß“ ins Rennen. Beide Songs haben das Ziel eines euphorisierenden Songs fußballfeldweit verfehlt. Wir erinnern uns daher gerne an Die Toten Hosen mit „Tage wie diese“. Früher war eben manches doch besser. Damit bleibt die Erkenntnis, dass sich ein Fußballsong NICHT planen lässt. Schaurig Brrrr…

By Baba und Nino

Kommentar zum EM-8telfinale Deutschland vs. Slowakei

 

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Die Fußball-Euro 2016 spielt sich in die entscheidende Phase. Achtelfinale. K.O-Spiele. Weiter dabei sein oder nach Hause fahren, das sind die Mottos nach der Vorrunde. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich souverän als Gruppenerster der Gruppe C für das 8telfinale qualifiziert, Gegner Slowakei als einer der besten Gruppendritten. Die Rolle des Favoriten und Außenseiters war klar verteilt, da blieb für „LeKaiser“ Zeit seine Gedanken schweifen zu lassen und in der BLÖd zu orakeln, das Thomas Müller treffen wird. Früher, in den guten alten, nicht korrupten Zeiten ;-), galt noch das Wort des Kaisers, weil er es scheinbar im Urin hatte, die Dinge vorauszusagen. Schaun ma mal…

Bei der Aufstellung sorgte J. Löw für eine erneute Umstellung. Für M. Götze comebackte J. Draxler als Startelfer, zusammen mit Boateng-Gomez-Hector-Hummels-Khedira-Kimmich-Kroos-Müller-Neuer-Özil stand der auf dem zwei-Tage-zuvor-frisch-verlegten-Rasen.

Das Spiel begann rasant, die erste Chance schloss S. Khedira noch ohne Erfolg ab. Nach einer Kroos-getretenen Ecke sprang der Ball vor die Füße von Abwehrkante J. Boateng, der diesen mit einem soliden Volleyschuss und leicht abgefälscht ins slowakische Tor drosch. 1:0 nach 8 Minuten, erstes Tor für JB im 63. Länderspiel. Nur 300 Sekunden später wurde M. Gomez im Strafraum amateurhaft geschubst, den fälligen Elfer verwandelte M. Özil nicht, sein ElferExit. Er spielt halt eben schon zu lange in England. Das wusste wohl auch der slowakische Hüter des Tors. Er machte alles richtig und schlussfolgerte, dass ein Linksfuß mit höherer Wahrscheinlichkeit in die rechte Hälfte des Tores zielen wird, vor allem dann wenn Özil, M.’s Körperhaltung auch diese Richtung offensichtlich ankündigte #Klugscheißerei#1.

Die DFB-11 spielte weiter drückend nach vorne, erst in der 19. Minute erspielten sich die Slowaken ihre 1.te Chance. Es entwickelte sich ein flottes Spiel, wohl zu flott für den ZDF-Sportkommentator B. Réthy. Zunächst sprach er von Deutschlands Vorrundengegner Irland (anstatt Nordirland), dann plapperte er von Patrick Weiser (anstatt: Mitchell Weiser) #Klugscheißerei#2.

In der 40. Minute standen die Slowaken kurz vor dem 1:1 Ausgleich, jedoch vereitelte M. Neuer auch deren beste Gelegenheit mit einer Glanzparade. Seine große Stärke ist ja, ich nenne es „die punktuelle Konzentriertheit“. Diese Parade wirkte dann auch wie ein Weckruf, dem 1:0 noch weitere Tore folgen zu lassen. Draxler, J. hörte am genauesten hin und startete zu einem schönen Einzelsolo und legte für Gomez, M. auf. Eine passende Szene für alle Hater des schönen M. „Der war ja einfach. Brauchte ja nur seinen Fuß hinzuhalten“. Die Lover dagegen: „Da muss man auch erstmal stehen. Dieser Instinkt, das kann nicht jeder“. Die Geschmäcker sind verschieden #Klugscheißerei#3.

Nach der Halbzeit-Pause gab es auf beiden Seiten keine Spieler-Wechsel. Den hätte es vielleicht bei den Schiedsrichtern geben sollen. Bei einem Freistoß des slowakischen Superstars M. Hamsik (der mit dem Iro 🙂 ) sehen 4 (!) Schiris nicht, dass der Ball von M. Hummels abgefälscht und über das Tor bugsiert wird. Eine berechtigte Ecke wäre fällig gewesen.

Unbeirrt dessen fokussierten sich die deutschen Nationalkicker auf ihre Offensivbemühungen. In der 63. Minute setzte J. Draxler sein persönliches Highlight, indem er mit einem Halbstand-Volley zum 3:0 Endstand einnetzte. Danach folgten als weitere „Highlights“ der Doppelwechsel von B. Höwedes und L. Podolski für Boateng, J. und J. Draxler sowie der Wechsel von Kapitän B. Schweinsteiger für Khedira, S.

Welche Schlussfolgerungen und Erkenntnisse können aus diesem Spiel gezogen werden?

Erstens: Des Kaisers Urin ist auch nicht mehr, das was er einst war. Sein Wort gilt in seiner eigenen Welt. Es muss schön dort sein.

Zweitens: Löw, J. hat mit der erneuten Start11-Umstellung den richtigen Riecher bewiesen. DIE Aufstellung scheint es nicht mehr zu geben, Flexibilität ist der neue Trumpf!

Drittens: Nach den Leistungen in der Vorrunde 2:0 vs. Ukraine, 0:0 vs. Polen, 1:0 vs. Nordirland folgte nun die bisher beste Turnier-Leistung.

Viertens: Eine weitere Steigerung wird wohl nötig sein, denn im Viertelfinale wartet mit Italien einer dieser sagenumwobenen Angstgegner. So oder so wird dieses Spiel der vorläufige Höhepunkt der Euro2016 und das schon leider im 4telfinale.

Für die deutschen Sportmedien natürlich ein gefundenes Fressen. Nach ihrer Kritik am Polen-Spiel und der Sezierung jedes noch so absurden Details werden nun so gut wie alle mit Lob überschüttet…“Das war titelreif“ #BLÖD oder „Draxler: Der Mann mit den Zauberfüßen“ #SPON.

Dabei ist doch die Prognose für den Klassiker gegen Italien so einfach: Wenn man Europameister werden will, dann muss man alle schlagen #Klugscheißerei#4.

By Nino

 

EM-Berichterstattung OHV!?

EM-Berichterstattung 

In Berlin und Umland kennt man das KfZ-Kennzeichen „OHV“. Spötter sagen dazu „Ohne Hirn und Verstand“. Diese Bezeichnung fiel mir in letzter Zeit immer wieder ein…als ich so durch die deutschen Sportmedien #Sport1 #SportBild #SPON #11Freunde #Kicker und deren Berichterstattung über die Fußball-Europameisterschaft klickte. Durch die Ersatzbank scheinen alle von der Idee beseelt zu sein, die EM in allen Facetten bis auf die kleinste Story ausschlachten zu wollen. Hier zählt nicht mehr die gut recherchierte Geschichte, nein hier geht es um Klicks, Aufrufe, Viewer, Follower.

Damit lässt sich vielleicht auch erklären, warum es z.B. ein Video mit dem Titel „Der Bus-Thriller von Paris“ gibt. SPORT1 schreibt dazu „Das DFB-Team hat Schwierigkeiten auf dem Weg ins Mannschaftshotel in Paris: Die Einfahrt ist so eng, dass der Fahrer mehrfach korrigieren muss – eine Millimeteraufgabe“. Ich schwöre, dass ich mir dieses Video nicht angeschaut habe! Es war mir einfach zu blöd. Leider berichtete tatsächlich die Tagesschau über dieses Schauspiel…

Ein anderes Video habe ich mir hingegen schon angesehen. Das Magazin für Fußballkultur #11Freunde veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Die beste Grätsche der EM kommt von einem Fan. Dunkelgelb auf dem Parkplatz“. In typischer „Oh, muss ich sehen“-Manier hab ich’s angeschaut und festgestellt, dass es sich hier eher um vorsätzliche Körperverletzung handeln könnte, als um eine sportliche Leistung. Denn dieser „Fan“ grätsche zwei unbeteiligte Personen um…auf Asphalt…von hinten! Pietätvollerweise hat die Redaktion auf die Reaktionen der Leser*I_nnen reagiert: „Liebe Leser, offensichtlich haben wir in einem Anflug von EM-Wahn das Video falsch eingeschätzt. […]“.

Leider vergeht kein Tag an dem irgendeine Fußball-Sau durch’s Medien-Dorf getrieben wird. Im ZDF kommentierte erstmals eine Frau ein Männer-Fußball-Spiel. OMG. Eine Frau. Was erlaube das ZDF? Nur zur Erinnerung: Wir leben im Jahr 2016. Dann greift sich Joachim Löw in die Hose und schnüffelt danach an seiner Hand. OMG. Ist er ein Rechts- oder Links-Ausleger? Fragen, die die Welt interessieren. Ok, das Löw gerne mal schnüffelt war schon bekannt und dummerweise passt es gar nicht zu seinem Nivea-zarte-Haut-und-schöne-Haare-Saubermann-Image.

Und das Gelaber von den angeblich „80 Millionen Bundestrainern“, die wissen welche Aufstellung die Beste ist und so weiter und so weiter. In all dem EM-Fieber vergessen die Sportjournalisten gerne, dass es auch Menschen gibt, die sich nicht für Fußball interessieren und manche noch gar nicht #Kinder oder nicht mehr #Hooligans sich über Fußball eine Meinung bilden können.

Das dabei auch sehr viel schief geht und der ein oder andere auch mal ein Eigentor schießt, dazu will ich keine Lebenszeit mehr verschwenden. Lieber auf gute Storys und Analysen. Ein bisschen mehr Hirn und Verstand weniger inhaltsloses Gedöns würde dem beautifulgame und der Berichterstattung gut tun.

By Nino

Kommentar zum zweiten Date mit GER vs. POL

dfb-deutschland-polen-em-2016

Nachdem der Sieg im ersten Gruppen-Spiel gegen die Ukraine gesteigertes Interesse an der deutschen National11 geweckt hatte, wollte ich nun herausfinden, ob diese Mannschaft wirklich so gut spielt wie sie aussieht oder hier mehr Schein als Sein vorherrscht. Wohlwissend der Tatsache, dass bei den vergangenen WM-und EM-Turnieren das zweite Gruppen-Spiel für die DFB-Auswahl immer das schwierigere war.

In der Liebe spielt es sich ja nicht anders ab. Beim zweiten Date wird genauer hingeschaut, an die kleinen Makel wird sich wieder erinnert und die Erwartungshaltung ist gestiegen. Im besten Fall wird das 2.te Date besser als das 1.te, dann besteht die leise Hoffnung, dass noch weitere folgen können.

Glücklicherweise standen nur drei Tage zwischen den Spielen und der Fußball stand wieder im Mittelpunkt. Die Berichterstattung der Sportmedien gipfelte nämlich in der boulevardesken Sezierung der Szene in der sich Joachim Löw einem EKG #EierKontrollGriff unterzog. Eine Ende des #Hosengate #Schnüffelgate war dringlicher denn je.

Bei der Aufstellung vertraute er seinem Winning-Team, bis auf die Position des Innenverteidigers. Hier rückte Shodkran Mustafi ins zweite Glied, dafür kam der schöne-genesene Mats Hummels zum ersten Start11-Einsatz.

Das polnische Team um Kapitän Robert Lewandowski startete ebenfalls mit einem Sieg, daher ging es nicht mehr und nicht weniger um die Vorentscheidung um Platz 1 der Gruppe C. In der EM-Qualifikation erspielten sich die Polen im Hinspiel einen ersten historischen Sieg, im Rückspiel mussten sie sich mit 1:3 geschlagen geben.

Und was bleibt nun von diesem zweiten Spiel-Date in Erinnerung? War es besser als das erste? Nein, es ist ein null:null geworden. Eins der besseren Art? Nein, ernüchternd auch wenn es durchaus Tor-Chancen gab. Auffällig dabei, dass einer polnischen im direkten Gegenzug eine deutsche folgte. Das Abwehrdreieck Neuer-Boateng-Hummels spielt sich schon mal ein #FCB, ansonsten wenig Erbauliches, insbesondere im offensiven Bereich. Löblicherweise hat dies Jérôme Boateng direkt nach dem Spiel selbstkritisch angemerkt, indem er u.a. darauf hinwies …“kein Eins-zu-Eins gewonnen“ zu haben.

Sind nun aller guten Dinge im Gruppen-Spiel Nummer 3 gegen Nordirland? Im ersten Spiel war die Defensive ausbaufähig, im zweiten die Offensive steigerungsfähig. Also, lässt sich das nicht Ying-Yang-mäßig ausgleichen und zack wird eine europameisterliche Leistung abgeliefert? Neugierige Fragen, auf die ich eine Antwort haben will. Eine Chance hat die Löw-Truppe noch…sonst sind weitere Dates nur noch Freundschaftsspiele.

By Nino

 

Das erste Date mit GER bei der EM vs. UKR

SchweinsteigerUKR2016

Am Sonntag, 12.06.2016 um 21 Uhr war es soweit. Das erste Gruppen-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die ukrainische Auswahl. Sonntag-Abend ist ja spießigerweise Tatort- oder irgendwas Anderes-Zeit, diesmal also EM-Fußball zur Primetime.

Mit Beginn des Turniers können wir auch an der Beantwortung unserer EM-Fragen arbeiten, diesmal insbesondere an Numero 4, nämlich ob Deutschland seine Hammergruppe als bester Gruppendritter überstehen wird ?

Gruppendritter ist allerdings nicht das verlautbarte Ziel des amtierenden Weltmeisters. Europameister 2016, das ist das Ziel. Ich finde das gut…eine klare Ansage…eine klare Botschaft an die Konkurrenz. Kein Blabla im Sinne von „mal sehen wie weit wir kommen“ oder „wir denken von Spiel zu Spiel“. Gemäß dessen war dann auch die Start11 mit Boateng-Draxler-Götze-Hector-Höwedes-Khedira-Kroos-Mustafi-Müller-Neuer-Özil mit gleich 10 Weltmeistern bestens aufgestellt.

Wenn man das erste Spiel mit einem ersten Date vergleicht, so bleibt die Frage was für den Mann oder die Frau in Erinnerung bleibt? Was bleibt hängen von diesem Spiel…des Kennenlernens? Für mich waren das vorzugsweise zwei Szenen. Numero uno mit Innenverteidiger Jérôme Boateng. Als zum Ende der ersten Halbzeit die Ukrainer den Druck erhöhten, sich gekonnt bis in den deutschen 11er-Raum vorspielten und eine linksseitige Flanke für Aufregung sorgte, nahm Boateng den Ball an, um ihn dann mit einer artistischen Flugeinlage von der Torlinie zurück in den 5-Meter-Raum zu stoßen. Und das alles in einer Bewegung! Diese führte zu allseitigem Staunen nicht nur in der trauten Privat-Viewing-Runde. Ein Typ von 1,92m Größe, mit solch einer Beweglichkeit, da bleibt einem der Spruch „das hätte ich auch geschafft“ ehrfürchtig im Halse stecken.

BoatengUKR2016

Für meine Szene numero due des Abends sorgte dann Bastian Schweinsteiger, als der nominelle Kapitän kurz vor Ende des Spiels eingewechselt wurde. Solche Wechsel, in der 89. Minute, sind ja mehr dazu da, Zeit zu schinden, weniger dafür um Spielpraxis zu sammeln. Nach einer wiederum gelenkigen Abwehreinlage von Shodkran Mustafi startete Mesut Özil zu einem Sprint über die Hälfte des Platzes. Schweinsteiger folgte erstaunlicherweise schnell und vollendete diesen Angriff mit einem Drop-Kick zum 2:0 Endstand. Im unseren Kommentar zur Nominierung des EM-Kaders hatten wir gehofft, schreiben zu können, „dass wir uns abermals getäuscht haben und Schweinsteiger sich auch im EM-Finale als der Spielführer präsentiert hat, den es zum Sieg eben braucht.“ Nun hat er schon direkt im ersten Spiel ein Tor gemacht und gezeigt, das er noch richtig wichtig werden kann bzw. vielleicht jetzt schon ist. Auf der Ersatzbank haben sich jedenfalls alle gefreut. Entwickelt sich da vielleicht ein neuer Mannschaftsgeist?

Bei genauerer Betrachtung bleiben selbstverständlich auch die Weltklasse-Paraden von Manuel Neuer, der 1:0 Kopfball-Treffer von Shodkran Mustafi, die vielen weiteren Chancen in Erinnerung. Die noch ausbaufähigen Elemente des deutschen Spiels werden genauso verdrängt wie die kleinen Makel beim ersten Date.

Das Interesse auf ein zweites Date mit der deutschen Auswahl wurde auf jeden Fall geweckt. Inwieweit dieses berechtigt ist, wird sich im nächsten Gruppen-Spiel zeigen. Dann trifft die #DieMannschaft vorentscheidend auf das polnische Team. Dieses ist mit einem 1:0 Sieg gegen Nordirland ins Turnier gestartet. Wie man gegen die Polen verliert oder gewinnt, weiß das Trainer-Trio um Jogi „Hand-vom-Sack“ Löw ganz genau.

LöwUKR2016

Im Hinspiel zur EM-Qualifikation gab es eine 2:0 Auswärts-Klatsche, im Rückspiel gab es einen starken Auftritt mit einem 3:1 Heimsieg.

Ein Unentschieden gab es also noch nicht…

By Nino

Kommentar zum Ballon d’oh!

homer-simpson-dohRonaldoBallonD'or

Vor einer Woche wurde Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer 2014 erkoren. Platz 2 belegte Lionel Messi, auf Platz drei wurde Manuel Neuer gewählt. Wenn es nach den hyperventilierenden deutschen Sportjournalisten gehen würde, dann ist dieser dritte Platz die größte Ungerechtigkeit der jüngeren Fußballhistorie, wenn nicht sogar das Ende des Fußball-Abendlandes.

Das ist jedoch Mumpitz, denn mit etwas Abstand betrachtet ist das Ergebnis gar nicht so unlogisch. Schade allemal, keine Frage. Aber bei dieser Wahl geht es, neben den unbestritten überragenden Leistungen der Platzierten, auch um andere Aspekte. Aspekte wie: Wer hat mehr Marktwert? Wer hat mehr Freunde/Follower in den sogenannten „sozialen Netzwerken“? Wer hat das größere Ego? Vielleicht sogar wer die dicksten Eier hat?

Bezeichnend dazu dieses Bild…

NeuerMessiRonaldo

Neuer kommt eben nicht als Werbefigur, sondern als Fußballer der Marke Sympathieträger.

Und die gerade genannten Aspekte haben sicherlich die Nationaltrainer, Mannschaftskapitäne und die ausgewählten Sportschreiberlinge in ihre wohlüberlegte Wahl einbezogen. Anders ist dieses Ergebnis nicht zu erklären. Ist ja nicht so, dass diese Wahl eine Farce ist und die FIFA ein kolossales Korruptionsproblem hat…

Das Manuel Neuer im letzten Jahr nicht nur Double-Sieger, Weltmeister und Welttorhüter geworden ist, sondern „nebenbei“ auch das Spiel des Torhüters revolutioniert hat, das hat sich noch nicht so bemerkbar gemacht. Im WM-Blog habe ich noch geschrieben: „Das sollte ihn von seinen pulssteigernden Ausflügen ins Mittelfeld hoffentlich abhalten.“ https://thebeautifulgame2014.wordpress.com/2014/06/11/11/

Ein halbes Jahr später gehören diese Ausflüge zu seinem Repertoire und die taktische Flexibilität des FCB und der National11 wurde um ein weiteres Element erweitert.

Im Gegensatz dazu ist hinreichend bekannt, das CR7 sein eigenes Museum hat! Im Alter von 29 Jahren! Ja hat der denn noch alle Trophäen im Schrank? Oder Lionel Messi…dieses fast Heiligtum vom FC Barcelona (wobei man die Religion wie bei vielen anderen Themen lieber aus dem Spiel lassen sollte) hat zwar kein turmhohes Ego wie Ronaldo, aber wenn er mehr als einmal auf der Bank sitzt, dann wird der Trainer zu dem Bahnsteig geschickt, der in Richtung #Entlassung #MechanismenDerBranche fährt.

Das diese Wahl auch anders laufen kann, zeigen die Ergebnisse bei den Frauen und den Trainern. Dreimal Chapeau an Nadine Keßler, Ralf Kellermann und Joachim Löw! Hier wurde schlichtweg nach Leistung entschieden. Und das zählt bekanntlich auf’m Platz.

Ich bin mir sicher, dass Manuel Neuer irgendwann zum Weltfußballer gewählt wird. Das er es 2014 nicht geworden ist, liegt daran das er seiner Zeit voraus ist…

By Nino