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Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Die Bubis der Alten Dame. Der CFC vs. Hertha BSC II

Abschluss Fans

13.ter Sieg? Erstes Unentschieden? Oder sogar erste Niederlage? Ausrutscher oder Ausbau der Rekordserie? Immer wieder diese Fragen rund um den fabelhaften Start des Chemnitzer FC e.V. in die Regionalliga Nordost Saison 2018/2019.

Neben dem grünen Platze stellen sich auch gerade eine Menge anderer Fragen. Wer ist z.B. der ominöse Investor mit dem die Gründung der Chemnitz Fußball GmbH durchgeführt wurde? Ich tippe mal auf die KPM Bau GmbH. Wie soll die Etatlücke von 493.000 Euro geschlossen werden? Ist das vielleicht nur eine eingeplante Finte des Insolvenzverwalters, die alles zukünftige Handeln als alternativlos erscheinen lässt? Die Antworten wird’s erstmal nicht geben, daher lieber Fußball, der ist zum Glück meistens auch keine so komplexe Sache wie ein Insolvenzverfahren. Der Ball muss ins Tor, um zu gewinnen, einmal mehr als es der Gegner schafft.

So stand zur willkommenen Ablenkung, nach dem mühevollen 3:1 Pokalsieg gegen die Kickers Markkleeberg, wieder der Alltag der Regionalliga an. Und in diesem gastierten die, auch in Zukunft weiterhin so heißenden, „Himmelblauen“ am 13. Spieltag bei der Nachwuchsmannschaft U23 von Hertha BSC. Der zweiten Mannschaft, den Bubis der Alten Dame. Abseits solcher Beschreibungen standen sich der tabellarisch betrachtet der aktuell Tabellendritte mit der zweitbesten Offensive gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter mit der besten Offensive gegenüber. Die zweitbeste Heim- gegen die auswärtsstärkste Mannschaft. So oder so ein Spitzenspiel. Viele Tore könnten also bejubelt werden.

Der Wettergott Petrus zeigte sich allerdings nicht von seiner besten Seite: 12 Grad bei bedecktem Himmel. Die 516 mitgereisten CFC-Fans hielten sich auch bedeckt. Stimmungsboykott war die Ansage.

Stadion Wetter

Das Spiel begann zunächst mit dem üblichen Spitzenspiel-Abtasten, bloß keine Fehler machen. Etwas offensiver waren zunächst die Herthaner, die mit ersten Torschüssen unseren Torhüter J. Jakubow prüften. Den ersten Aufreger für die Chemnitzer gab es in der 22.ten Minute. Nach Foul an D. Frahn war ein sächsisches „meine Fresse“ im ganzen Stadion zu hören. Alle Achtung dafür 😉 Der zweiter Aufreger folgte prompt. Hertha Bubi F. Egerer holte sich nach einem Foul als letzter Mann an D. Bozic den roten Karton ab. Dieser diente gewissermaßen als Initialzündung. Allerdings nicht für ein anschauliches Spiel, sondern für die weitere Verteilung von Karten. Es folgten innerhalb von vier Minuten drei Gelbe Karten, mit dem Höhepunkt der roten Karte für K. Velkow in der 42. Minute. Somit ging es 10 gegen 10 weiter. Zwischenzeitlich hatte ich den Eindruck, dass einige Spieler nur ihr dünnes Nervenkostüm übergestreift hatten. Fußballerisch lief es für den CFC dann auch noch schlechter. Ein erst abgewehrter Freistoß konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, so dass R. Morack zur 1:0 Führung traf.

Mit diesem weiteren Stimmungssenker ging es in die Halbzeitpause, in der Zeit blieb sich alkoholfreies Bier zu kaufen. Im Ernst, liebe Herthaner. Nur alkfreie Plörre im gesamten Stadion? In Berlin? Bei einem Spiel in der Regionalliga? Das war mitnichten ein Risikospiel!

Unverändert ging es in die zweite Runde, in der die Himmelblauen von Beginn an zeigten, hier noch was holen zu wollen. Eine gelbe Karte wollte auch S. Kurt, das ehemalige Supertalent des deutschen Fußballs. Eine gelbe Karte für die Blockierung des Abstoßes. Jugendlicher Leichtsinn oder erfahrene Dummheit, ich weiß es nicht so genau. Mehr Cleverness und erfrahner machte es dann unsere Sturmspitze, in dem er den vorher von N. Hoheneder herausgeholten 11er sicher verwandelte.

Frahn 11er

Im Folgenden ließen sich die Chemnitzer nicht aus der Ruhe bringen, denn es folgten die 3G der Hertha Bubis: Geschiebe, Gefoule und Gemaule. Zweiteres hörte dann zum Glück auf, denn R. Garcia packte sich ein Herz, ließ am Mittelkreis zwei Bubis aussteigen und fand Kapitän D. Grote. Dieser traf aus 16 Metern unhaltbar für J. Klinsmann zum 2:1 Führungstreffer in der 71. Minute. 4 Minuten später schaffte es D. Bozic, nach toller Vorarbeit von D. Frahn, auf 3:1 zu erhöhen. Von diesen Schocks erholten sich die Bubis nicht mehr. Die Schlussminuten wurden von Cheftrainer D. Bergner genutzt, um die Torschützen R. Garcia und D. Bozic auszuwechseln. Das quittierten die still gebliebenen CFC-Fans, außer dem dreifachen Torjubel und „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufen, mit einem warmen Applaus. Publikumsliebling K. Hovi durfte ab der 89. Minute ran, konnte aber keine Akzente mehr setzen.

So blieb es beim 3:1 Auswärtssieg und dem unfassbar 13.ten Sieg in Folge. Große Freude brach dann nach Abpfiff aber nicht aus. Zumindest kam es noch zum Abklatschen der Fans mit den Spielern. Mehr Versöhnliches gab es dann aber nicht mehr. Vielleicht teilen sich Wacker Nordhausen und der Berliner AK noch die Punkte, das wäre das i-Tüpfelchen dieses Spieltags.

Endstand

Am 14. Spieltag kommt der FC Oberlausitz Neugersdorf zum Heimspiel ins Stadion Chemnitz. Ein neuer Name soll bis Ende des Jahres 2018 gefunden sein. Bis dahin wohl auch ein Investor bzw. dessen Name. Diskussionsstoff gibt es auch weiterhin in Hülle und Fülle bei den Himmelblauen.

By Nino

 

 

Wacker geschlagen! Kommentar zum Spiel CFC vs. Nordhausen

Frahn Jubel

Nach dem 0:4 Auswärtssieg am 29. Tag der Deutschen Einheit stand für den Chemnitzer FC wieder ein Heimspiel im Stadion an der Gellertstraße an. Mit dem Gegner, FSV Wacker Nordhausen, traf der CFC mit der stärksten Offensive auf die bisher beste Defensive nach dem 11. Spieltag der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Beide Teams bisher ungeschlagen, der CFC jedoch mit 11 Siegen in Folge. Nur die besten Zutaten für ein Topspiel. Der MDR entschied sich glücklicherweise für eine Live-Übertragung, so dass für alle Verhinderten wie mich das Spiel im TV verfolgt werden konnte. Wenn auch in der Konferenz-Schaltung mit dem Thüringen-Duell Rot-Weiß Erfurt vs. ZFC Meuselwitz.

Mit dem pünktlichen Anstoß der Gäste erspielten sich diese auch gleich die erste Chance. Die war allerdings nicht mehr in der Wiederholung zu sehen, da es direkt rüber nach Erfurt ging. Nunja, an sich ist Konferenz gucken schon ziemlich geil, irgendwo fällt immer ein Tor, Langeweile gibt es selten. Aber Erfurt vs. Meuselwitz? Bei aller Liebe zur Bratwurst, dieses Spiel interessierte mich herzlich wenig.

Nach 5 Minuten Höhepunktlosigkeit folgte die Rückkehr zur Fischerwiese. Der Kommentator sprach von hohem Pressing und allgemein großem Druck der Nordhausener. Frühes Anlaufen des Gegners, müde spielen, das hatten sich die Gäste wohl vorgenommen. Dazu fiel mir potz blitz ein, dass die Himmelblauen bisher jede englische Woche bestens weggesteckt haben. In Anbetracht dessen war das vorerst beruhigend. Weniger beruhigend, sondern die Gemüter erhitzend, war die Spielweise der Thüringer. Exemplarisch dafür stand das Foul der Marke „dumm“ an Kapitän D. Grote in der 12. Minute.

Nach 15 Minuten ging es wieder nach Erfurt. Dort tat sich immer noch herzlich wenig, so dass wieder kurzum nach Chemnitz geschaltet wurde. Dort wurde bereits die dritte gelbe Karte vergeben und ich fragte mich, wie das mit dem bisherigen Verlauf weitergehen sollte. Aufgrund des hohen Anfangstempos verflachte das Spiel etwas und die Himmelblauen versuchten es auch mal aus der 2. Reihe, wie D. Grote in der 32. Minute. Durch die Konferenz kam unser Kapitän auch immer wieder farbig ins Spiel. In der 40.ten Minute holte er sich in einer strittigen Szene die gelbe Karte ab. Mit dem pünktlichen 1. Halbzeit-Abpfiff ging es natürlich direkt ins Steigerwaldstadion, in dem auch weiterhin versucht wurde, das erste Tor dieser Sachsen-Thüringen-Konferenz zu schießen.

Mit dem 2. Halbzeit-Anpfiff ging es für beide Teams unverändert weiter. Unverändert in der Tor-Bilanz blieb es jedoch nicht lange, denn D. Frahn köpfte nach einem R. Garcia Freistoß in der 49. Minute zur 1:0 Führung ein. Ein ganz wichtiger Treffer, auch um zu zeigen wer hier Tabellenführer ist und wer es werden will. Das könnten, wenn sie wollten auch die Erfurter. Die schossen in der 51. Minute auch den 1:0 Führungstreffer und die Konferenz-Schalte konnte endlich mal wegen eines Tores umschalten. Und in Chemnitz, Erfurt und überall ist es doch so: Ein Tor tut dem Spiel gut.

Grote 11er

Die Nordhausener versuchten es jetzt etwas offensiver. In der 60.ten Minute scheiterte O. Genausch mit einem Lattenknaller. Im Gegenzug scheiterte R. Garcia mit einem Schuss, der zwar knapp, aber dennoch erfolglos blieb. Der Kommentator gab dann auch mit „der Physis“ das passende Stichwort. Jene würde entscheidend für den weiteren Spielverlauf sein. Und da war ich in Anbetracht der englischen Woche und der fitten Himmelblauen weiterhin guter Dinge. Die Nordhausener konnten sich hingegen leider nur noch mit rüdem Einsteigen behelfen und holten sich weiter gelbe Karten ab. Das zweite Tor kassierten sie dann durch D. Grote, der dieses nach einem Handspiel per 11Meter schoss. D. Frahn hatte diesen rausgeholt. Ausgerechnet Frahn, der auch heute wieder viel unterwegs war. Auf dem Spielfeld und in Gesprächen mit dem Schiedsrichter. Abgesehen davon bilden Grote&Frahn die Eckpfeiler der neuen Himmelblauen Mannschaft, die ja, das kann gerne nochmal erwähnt werden, vor der Saison nahezu komplett neu zusammengestellt wurde.

Mit einem „Tooooor in Erfurt“-Ruf ging es weiter. Dieser kurze Adrenalin-Stoß, zwischen Hoffen und Bangen, auf den Ausgleich oder das zweite Tor der Erfurter. Und siehe da, die Meuselwitzer Jubeltraube lässt nur einen Schluss zu. 1:1 Ausgleich in der 80. Minute. Im Hinblick auf die Tabelle kein schlechtes Ergebnis.

Auf der Fischerwiese kam es nicht mehr zum Ausgleich. Dafür zu einigen Rudelbildungen, denen unnötige Fouls auf beiden Seiten vorausgingen. Dieses ganze Gehabe und Gemache gehört wohl zu einem richtigen Spitzenspiel dazu. Die Fans stimmten hingegen „einer geht noch, einer geht noch rein“ an und feierten die Himmelblauen mit „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey“-Gesängen. Die ersteren Gesänge wurden wohl auch in Erfurt gehört, denn dorthin wurde wiederum mit einem „Tor-in-Erfurt“-Ruf um geschalten. Und siehe da, diesmal eine Erfurter-Jubelbratwurst, ähm Traube. 2:1 Siegtor in der 91. Minute.

Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel in Chemnitz schon abgepfiffen und der CFC feierte einen letztendlich verdienten 2:0 Heimsieg gegen Wacker Nordhausen. Nach diesem aufreibenden, intensiven Spiel bleibt ganz nüchtern festzuhalten: Der Chemnitzer FC e.V. gewinnt das 12. Spiel in Folge. 12 Siege, 36 Punkte. Der CFC ist das Maß aller Dinge.

Alle Chemnitz-Nordhausen-Duelle enden somit immer auch weiterhin im „Zu-Null-für- den-Sieger-Modus“. Den Wackerern aus Nordhausen empfehle ich zur Verdauung der Niederlage einen Korn, einen echten doppelten vielleicht.

Für den CFC geht es nun weiter am dritten Spieltag im Sachsenpokal gegen Kickers Markkleeberg. Danach führt der Weg wieder in die Hauptstadt Berlin. Zur zweiten Mannschaft von Hertha BSC. Die steht aktuell auf dem 3. Rang. Einen Tag später duellieren sich der Berliner AK (als 2.ter) vs. Wacker Nordhausen (als 4.ter). Interessante Wochen in der Spitzengruppe der Regionalliga Nordost, an deren Ende der Chemnitzer e.V. jedenfalls weiterhin Spitzenreiter bleiben wird.

By Nino

 

Advent, Advent der Rasen brennt. CFC vs. FCM

rundblick

Nach dem glücklichen Heimsieg im Flutlicht-Duell vs. Rot-Weiß Erfurt (hier geht’s zum Spielbericht) keimte die himmelblaue Hoffnung auf weitere Erfolgserlebnisse auf. Doch diese wurde mit der 1:2 Niederlage im Sachsenpokal gegen den VfB Auerbach im berühmten Keim erstickt. Somit war auch die erste Chance verspielt, im nächsten Jahr wieder im DFB-Pokal antreten zu können. Und mit der zweiten Chance, über den 4.ten Platz der 3. Liga, sieht es nicht besser aus.

Nach dem Pokal-Aus folgten Niederlagen in Meppen (2:3) und zwei sog. „Sechs-Punkte-Spielen“ gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf…vs. Würzburg 0:3 und vs. Münster 0:1. Im Abstiegskampf ist das besonders bitter und in diesem befindet sich der CFC, wenn er es nicht schon früher getan hat, spätestens jetzt. Mittendrin statt nur dabei.

Und wenn der CFC nicht schon auf dem Platz für Furore sorgen kann, dann tut er es abseits des Platzes. Die mehr oder weniger überraschenden Austritte zweier Aufsichtsratsmitglieder und der Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel runden das Bild ab, dass der CFC sich um bitter notwendigen Umbruch befindet. Einzig positive Meldung war, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018 nachgewiesen werden konnte. Aber so viel zu diesen Schauplätzen.

Entscheidend ist immer noch auf dem Platz und auf diesem stand der Ost-Klassiker gegen den 1. FCM Magdeburg an. Der aktuell Tabellenzweite gegen den 16ten, 21 Punkte Unterschied, nach 17. Spieltagen. So gesehen sollte das eine klare Sache für die sachsen-anhaltinischen Landeshauptstädter sein, zumal auch die Leistungskurven sich klar voneinander unterscheiden. Da hilft es auch wenig, dass der FCM 1991 das letzte Mal in Chemnitz gewinnen konnte.

Oder vielleicht doch? Himmelblaue Wunder soll es ja immer wieder geben, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Meine Hoffnung war jedenfalls ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Die Niederlagen der direkten Tabellennachbarn waren dabei mit inbegriffen.

EinlaufCFCFan

Inbegriffen war diesmal zur Eintrittskarte auch ein Freigetränk von Polster.Catering. Das sorgte vor Anpfiff schon mal auf den Rängen für einen zusätzlichen Schuss gute Laune.

CFCFans

Das Spiel begann mit 10minütigen Abtasten, bis in der 11. Minute der Magdeburger C. Beck die erste Torchance verbuchen konnte. Ein paar Minuten später kam es zu der kuriosen Situation, dass in der Folge drei Chemnitzer Spieler gefoult wurden und dreimal auf „Weiterspielen“ entschieden wurde. Das nutzte wiederum C. Beck aus, der zum 1:0 für die Magdeburger einnetzte. Nach dem 0:1 verflachte das Spiel wieder auf das Niveau von Abtasten bzw. „weite Bälle schlagen“. In der 22. Minute schafften es die Magdeburger mal wieder in den Strafraum und C. Beck schob etwas überraschend zum 2:0 ein. Die CFC-Abwehr hatte zu diesem Zeitpunkt die Warnhinweise von „3 Meter Abstand“ und „Vorsicht schwenkt aus“ vorbildlich umgesetzt. Da dies aber nicht die passendsten Anweisungen für ein Fußballspiel sind, mussten die Magdeburger nachhelfen und spielten dem CFC in die Karten. Oder anders ausgedrückt. Der CFC übte endlich mal Druck aus, so dass die Magdeburger zu Fehlern gezwungen wurden. Diese nutzte dann auch gleich D. Frahn aus, der einen Querpass abfing und rechts unten zum 1:2 Anschlusstreffer einschieben konnte. „Ja wohl! So geht das!“ war die einhellige Bewertung dieser Leistung. Und weil das so einfach ging, wurde in der Folge es nochmal probiert. In der 36. Minute verpasste es allerdings B. Kluft auf F. Hansch abzulegen, so dass die Chance auf den Ausgleich leidlich verpasst wurde.

SzeneSpiel1

Und wenn man die Tore selber nicht macht, dann rächt sich das. So geschehen in der 40. Minute, in der J. Düker zum 1:3 aus der Drehung den Ball ins lange Eck kullern ließ. K. Kunz war zwar noch dran, konnt’s aber nicht verhindern. Danach sorgte einzig noch eine Aktion der Chemnitzer für Aufsehen. Ein Abpraller von (Spieler konnte leider nicht ermittelt werden) entwickelte einen dermaßen großen Drall, dass der Ball über die Südtribüne flog.

Danach ging es mit einem ernüchternden 1:3 in die Halbzeitpause, welche zum weiteren Nachschub für gute Laune wiederholt genutzt wurde.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich weniger spannend. Allein #Fußballgott D. Frahn sorgte für Gesprächsstoff. Einerseits war die Frage, wie oft er noch gefoult werden sollte, um endlich irgendeinem Magdeburger die Gelbe Karte zeigen zu können und anderseits wann er Gelb für Meckern bekommen sollte. Ein Balance-Akt der besonderen Art.

SzeneSpiel2

So ergab sich dann auch die Gelegenheit, sich den Magdeburger Fans zu widmen. Diese, das muss man ihnen lassen, wussten sich über die gesamten 90 Minuten mit Gesängen und eingeübten Sitz-und Steheinlagen zu beschäftigen. Weiteren Jubel konnten sie dabei nicht einbauen, da D. Frahn mit einem sehenswerten Hackentor den 2:3 Anschlusstreffer markierte. Leider beteiligten sich im Weiteren die Magdeburger nur noch mit gekonnten Ball-halten am Spiel, was dazu führte, dass es bei der 2:3 Niederlage blieb.

MDFans

So haben es die Magdeburger nach 26 Jahren mal wieder geschafft, den CFC zu Hause zu besiegen. Nunja, die Vorzeichen standen wahrscheinlich auch noch nie so gut, dass diese Serie für den FCM beendet werden konnte.

Für den CFC geht die sportliche Talfahrt weiter. Der nächste Gegner ist Hansa Rostock. Die Rostocker haben gerade ordentlich Oberwasser, da wird es für den CFC schwer, nicht unterzugehen. Zum letzten Hinrunden-Spiel geht es dann zum FSV Zwickau. Die stehen, Dank eines 1:1 gegen Fortuna Köln, auf dem 17. Tabellenrang. Dicht gefolgt vom CFC auf dem 18.Rang mit weiterhin 16 Punkten. Der Rückrundenauftakt ist also schon wieder ein sog. „6-Punkte-Spiel“.

Die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende 2017 und einen erfreulichen Start 2018 besteht auch nach diesem Spiel. Ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Es sind wirklich bescheidene, himmelblaue Zeiten.

By Nino