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Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Die 22 Antworten zur EM 2016…die zweiten 7

ThomasMüllerEM

Mit dem ersten Teil der Beantwortung unserer 22 Fragen zur EM 2016 sind wir der Wahrheit ein kleines Stück näher gekommen, nun heißt es weiter zu suchen…hier kommen die zweiten 7 Antworten. Viel Spaß!

8. Baut sich der DFB in der Normandie ein Campo Baguette?

Der DFB hat sich im Gegensatz zur WM 2014 in Brasilien etwas bescheidener verhalten, schließlich gab es ungeplante Sonderausgaben für die rechtliche Aufarbeitung der Vergabe des „Sommermärchens 2006“. Beziehen statt Bauen war daher das Motto. In dem kleinen Städtchen Évian-les-Bains wurde ein passendes Hotel gefunden, was den Ansprüchen des DFB-Tross genügen soll: Dazu O. Bierhoff in der FAZ: „Es ist wichtig, eine kleine Oase zu haben. Wir haben das Hotel exklusiv für uns. Es liegt hoch, hat eine schöne Weite und gutes Licht.“ Das passt ja wie der Arsch auf den Nachttopf. Und wie Bierhoff ins drei Wetter Saft Studio – bitte abschalten den Mann und seine Fanweichspülung. Getreu dem Motto: „Ich habe dir was mitgebracht … Hass … Hass… Hass!!!“

9. Wird B. Schweinsteiger im Finale zur Vollendung seines Kämpfergesichts einen zweiten Cut erleiden?

Das Leiden des jungen B. Schweinsteiger zog sich bis kurz vor dem Beginn der EM hin. Er stoß ohne Spielpraxis zur Mannschaft und sollte sich diese über das Training und Kurzeinsätze holen. Das klappte im ersten Gruppenspiel vs. Ukraine noch famos, nach seiner Einwechslung in der 89. Minute Drop-kickte er 3 Min. später zum 2:0 Endstand. Einer der deutschen Highlight-Szenen. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Frankreich blieb Schweinsteiger die Chance verwahrt sein Kämpfer-Gesicht zur Vollendung zu bringen. Auch wird es spannend sein zu sehen ob er auch bei ManU wieder auf die Beine kommt und Akzente setzen kann.

10. Wird J. Löw seine Einwechslungsideen live bei der BLÖD Zeitung abstimmen lassen?Löw hat bei den Aufstellungen stets ein oder zwei Änderungen vorgenommen. Die einen meinen, dass dies die taktische Flexibilität betont, andere wiederum meinen „never change a winnig team“. Zum Glück ist die Verbindung des DFB und BLÖD nicht mehr so arschtief, dass Löw irgendwelche Tipps bräuchte. Die BLÖD wusste vor dem 2. Gruppenspiel gegen Polen immerhin, unter Heranziehung allen vorhandenen fußballerischen Sachverstandes „Jetzt kommt unser Problem-Spiel“. Die Betonung liegt auf „unser“. Denn die BLÖD bildet sich nämlich ein, ganz nah dran zu sein. Einbildung ist auch eine Bildung!!!!!! (Til Schweiger Gedächtnis Ausrufezeichen)

11. Wird R. Erdogan bei Niederlagen der türkischen Nationalmannschaft seine Gegner verklagen und damit sein Land kampflos zum Europameister machen?

Die türkische Mannschaft startete mit einer 0:1 Niederlage gegen Kroatien, es folgte eine 0:3 Schlappe vs. Spanien. Nach diesen Niederlagen ließ R. Erdogan verkünden: „Das hat mich als Staatspräsident sehr traurig gemacht.“ Dem Vernehmen nach kam es zu keiner Anklage gegen Kroatien und Spanien. Die Stimmung hellte sich nach dem 2:0 Sieg gegen Tschechien etwas auf. Kurzzeitig wähnte man sich als einer der besten Dritten im Achtelfinale, doch Nordirland, Slowakei, Irland und der spätere Europameister Portugal sicherten sich diese Plätze. Auch hier ist bisher nix von geplanten Anklagen bekannt. Die Wahrheit liegt dann doch auf dem Platz!

12. Wird M. Balotelli als Alptraum nachts P. Lahm erscheinen und diesem ins Gewissen reden?

Soweit man hört hat M. Balotelli viel Spass mit seiner Katze und bald auch noch mehr Tagesfreizeit. Es kann stark angenommen werden, dass seine Karriere zu Ende geht.

13. Wird T. Müller in der Lage sein die französischen Räume richtig zu deuten und diese zu nutzen?

Der Raumdeuter T. Müller wusste so gar nix mit den französischen Räumen anzufangen. Kein einziges Tor gelang dem sonst so treffsicheren Stürmer. Selbst im dramatischen 11er-Schießen gegen Italien brachte er den Ball nicht hinter die Tor-Linie. Zumindest hat er, wie er selbstkritisch-ironisch anmerkt, „100% Torquote, ich habe in keinem Spiel getroffen“. Humor ist wenn man trotzdem lacht und man dem Italiener Grimassen schneidet #Baba:meinpersönlicherhöhepunkt

14. Wird H. Fischer mit der Nationalmannschaft den Song „Mit Jever Fun durchs Turnier – (ich trink lieber richtiges Bier)“ einsingen?

Bisher ist diese Kollaboration leider nicht zustande gekommen. Im Anbetracht bzw. des Hörens der sog. „EM-Songs“ von ARD und ZDF kann es nicht viel schlimmer werden. Für die ARD sangen Herbert Grönemeyer feat. Felix Jaehn das Lied „Jeder für jeden“. Beim ZDF schickte man Mark Forster mit „Wir sind groß“ ins Rennen. Beide Songs haben das Ziel eines euphorisierenden Songs fußballfeldweit verfehlt. Wir erinnern uns daher gerne an Die Toten Hosen mit „Tage wie diese“. Früher war eben manches doch besser. Damit bleibt die Erkenntnis, dass sich ein Fußballsong NICHT planen lässt. Schaurig Brrrr…

By Baba und Nino