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Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!?

AlarmstufeSchwarz

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, 1. Spieltag Gruppe F. Deutschland verliert das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Schweden gewinnt im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Südkorea. Ein paar Tage und Blicke später in den deutschen Blätterwald und ich habe den Eindruck, dass der Stimmungspegel gefühlt schon im Bereich „Katastrophe“ angekommen ist. Mindestens Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!

Selbst das sonst um Sachlichkeit bemühte 11Freunde Magazin fragt „Ist die Nationalelf über ihrem Zenit?“. Vergessen scheint der WM-Qualifikations-Rekord von 10:0 Siegen, vergessen scheint, dass Testspiele allzu gern dafür genutzt werden, etwas zu testen und nicht, um an die Leistungsgrenze zu gehen. Auf einmal wird die Stärke „der Stamm der Mannschaft besteht aus 9 Weltmeistern“ als Schwäche ausgelegt: „kein Erfolgshunger, kein Wille“. Den sog. Experten scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen. Mario Basler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg. Alle wollen sie sich mit ihren Urteilen und Phrasen überbieten. Braucht es wirklich einen Nachfolger von Mehmet Scholl? Ich glaube nicht. Eher hoffe ich darauf, dass sie sich am Ende doch alle um Kopf und Kragen reden und weniger mitteilungsbedürftig werden.

Natürlich war ich auch erschrocken und verwundert über die teilweise harmlosen Offensivbemühungen und das lustlose Auftreten der deutschen Spieler. Mit dem einem Gegentor waren sie noch gut bedient. Nun sollte man sich nicht an dieser Niederlage er-götze-n. Die wichtigste Aufgabe bei einem richtigen Alarm? Ruhe bewahren! Das ist zwar mitunter die schwierigste Aufgabe, was Anderes bleibt einem aber nicht übrig. Der Blick für das Wesentliche wird sonst vernebelt.

Bei aller Phrasendrescherei hat die Niederlage ja auch was Gutes. Es geht jetzt nur noch ums gewinnen. Das ist an sich selbstverständlich, war bisweilen doch immer ein schwächeres Spiel (also Unentschieden) in der Vorrunde miteingerechnet. Damit ist jetzt schon Schluss. Die Mannschaft muss unbedingt auf Sieg spielen. Was will man als Fan denn noch? Ein Halbfinale und Finale, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt stehen sie also an, die wichtigen Spiele. Marco Reus dürfte sich also über ein Start11-Garantie freuen.

Auf die Frage nach dem Weltmeister-Fluch lässt Bundestrainer Löw wie folgt zitieren: „Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen.“ Na da bin ich mal gespannt, welche „Korrekturen“ da angebracht werden, um es zu schaffen. Jetzt gibt es wohl diese Momente, die in der Commerzbank-Werbung so bedeutungsschwanger beschrieben werden: „dann ist digital egal. Dann zählt vor allem eins: von Mensch zu Mensch“. Küsschen an Löw. Es menschelt in der Mannschaft.

Und selbst wenn der Weltmeister-Fluch auch das deutsche Team erwischt? Dann wird sich die deutsche Fan-Seele damit trösten, dass drei der letzten 4 Weltmeister in der Vorrunde gescheitert sind. Gesetz der Serie, da kann man eh nix machen. Man kann aber auch daran erinnern, dass der eine andere Weltmeister, nämlich Brasilien 1994, bei der WM 1998 in Frankreich bis ins Finale gekommen ist. Man kann es auch positiv sehen. Man muss es nur wollen.

Und sonst? Was passierte bisher im „Netz“? Mal wieder Klassenkeile für Mesut Özil, weil er die Nationalhymne nicht gesungen hat. Kritik für Julian Brandt, der nach der MEX-Niederlage mit einem Fan ein Selfie geschossen hat. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird schon vor dem Spiel via Twitter beleidigt, also ohne ein Wort zu sagen. Summa summarum leider wie immer: Im „Netz“ nix Neues. Das „Netz“ braucht mal eine Pause.

Die National11 hat fast eine Woche Pause bis zum Spiel gegen Schweden. Viel Zeit in unruhigen Zeiten.

By Nino

Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

10Gebote

 

Mit GoPro-Kameras an Biergläsern, Musik-Auftritten in der Halbzeitpause #HeleneFischer #DFB-Pokal, Anastacia #BayernMünchen oder vor dem Spiel #CL-Finale Real Madrid vs. #Juventus Turin hat der Fußball-Kommerz-Zug nochmal richtig an Fahrt und die Diskussion um ihn an Chili-Schärfe zugenommen. Die Stichwörter #SuperBowlisierung und #Eventisierung sind dabei nur die Spitze des Kommerz-Berges.

Nüchtern betrachtet muss dabei zunächst darauf hingewiesen werden, dass die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs nicht neu ist. Diese gibt es schon sehr viel länger. Da waren die meisten noch Quark im Schaufenster, auch wir. Im Jahr 1973 erschloss sich Eintracht Braunschweig mit seiner Trikotwerbung #Jägermeister eine neue Geldquelle und sorgte damit für einen weiteren Sündenfall. Also, historisch betrachtet nix Neues im hiesigen Fußball-Geschäft. Es geht beim Fußball auch um’s Geld. Punkt.

Die Frage ist also nur, wie es mit der Kommerzialisierung des Fußballs weitergeht? Wann und mit was sind die Grenzen erreicht? Ab wann wendet sich die große Masse an Fans ab? Wann sind die Fans vom Fußball gesättigt?

Sollte man in diesem Zusammenhang dem FC Bayern München nicht auch dankbar sein? Dass er die Grenzen des Möglichen austestet und sofern es nicht bejubelt wird, gleich noch die Kritik dafür einsteckt? Einer muss ja mal für eine Weiterentwicklung sorgen, neue Akzente setzen. Ohne Weiterentwicklung kommt es zum Stillstand. Stillstand bedeutet Langeweile. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite beschäftigt sich mit dem, was man gegen die zunehmende Kommerzialisierung tun kann. Nun wäre der radikalste Ansatz dem Fußball einfach fernzubleiben. Kompletter Entzug. Kein Stadionbesuch. Kein Lesen eines Magazins. Kein Besuch einer Webseite. Keine Sportschau oder sonst irgendeine Fernsehsendung. Kein Youtube usw. Das ist auch so utopisch wie das Donald Trump mal eine vernünftige Entscheidung treffen wird.

Also muss es schrittweise gehen. Wir haben dazu, im Jahr 750 nach Martin Luther und dessen Geboten, die 10 Gebote für den Protest gegen die Kommerzialisierung formuliert:

Das erste Gebot:
Der Fußball ist das schönste Spiel. Du sollst kein Fan von anderen Sportarten sein.

Das zweite Gebot:
Du sollst Fußball nicht für andere Zwecke wie Gewalt, Hass, Intoleranz oder Rassismus missbrauchen. Zelebriere Fußball als das schönste Spiel.

Das dritte Gebot:
Du sollst den Spieltag heiligen. Du sollst dazu ins Stadion gehen. Kaufe dir kein Streaming-Dienst-Abo, mit dem Du z.B. die Champions-League schauen kannst. Treffe dich lieber mit Freunden in der Kneipe deines Vertrauens. Spende dem Besitzer ein bisschen mehr Trinkgeld, damit er die Kosten für die Live-Übertragung begleichen kann.

Das vierte Gebot:
Du sollst deinem Verein ehren. Trainer, Spieler, Manager werden kommen und gehen. Der Verein bleibt.

Das fünfte Gebot:
Du sollst ins Stadion gehen. Schau dir nach Möglichkeit keine Spiele im Fernsehen an. Das vollendete Fußball-Erlebnis kriegst du nur im Stadion.

Das sechste Gebot:
Du sollst deinem Verein treu bleiben. Kaufe dir nur Andenken von deinem Verein. Unterstütze deinen Verein, damit er sich nicht von Investoren abhängig machen muss.

Das siebte Gebot:
Du sollst nur Fußball-Magazine mit Qualität kaufen. Die #SportBild und der #Kicker (nur die Sonderhefte) gehören nicht dazu.

Das achte Gebot:
Du sollst nicht falsch über andere Fans reden. Beachte dies z.B. bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken #Facebook #Twitter #Instagram.

Das neunte Gebot:
Du sollst deinen Freunden von den 10 Geboten erzählen und von der Umsetzung überzeugen. Du sollst dich dabei nicht wie ein Missionar anstellen.

Das zehnte Gebot:
Du sollst die Gebote 1 bis 9 einhalten.

 

By Baba und Nino

Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

Idee

 

Timo Werner ist nicht zu beneiden. Der 21-jährige Fußball- und neuerdings auch Nationalspieler hat ein doppeltes Problem. Sein Erstes: Er hat im Hinrunden-Spiel der Bundesliga-Saison 2016/2017 gegen den #MeisterDerSchmerzen Schalke 04 zu einer Schwalbe angesetzt, diese formvollendet zu Ende gebracht und den nicht berechtigten Elfmeter noch selbst verwandelt. Die Entschuldigung bzw. die Einsicht, diese Aktion gerne rückgängig machen zu wollen, kam reichlich spät. Sein zweites Problem: Er ist Spieler von RB Leipzig. Der wohl polarisierendste und mit fehlender Ignoranz bedachte Fußball-Club in Deutschland.

Diese Probleme zusammengemischt, ergeben ein Gebräu des Hasses. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird Werner für sein Fehlverhalten, seine Club-Zugehörigkeit von „Fans“ abgestraft. Wer das nicht glauben will, der nehme sich etwas Zeit und lese die Kommentare unter Artikeln mit Timo Werner durch #JustDoIt.

Nun will ich gar nicht den Moralapostel raus hängen lassen oder eine Diskussion darüber führen, dass es „ja schon immer Reizfiguren“ und die Abneigung, mit der Tendenz zum Hass auf diese Spieler gab. Das Problem ist nur, dass diese Antipathie durch die sozialen Netzwerke, in diesem Fall eher der asozialen Netzwerke weitergeht und kein Ende in Sicht ist. Normalerweise ist so eine unfaire Aktion in ein, zwei Wochen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden und es wird höggschdens in Saison-Rückblicken daran erinnert.

Bisher hat Timo Werner die ganze Fan-Wut an sich abprallen lassen und ist auch in kein Leistungstief gefallen. Wie Spieler auch damit umgehen können, das zeigen beispielhaft Mario Gomez und Francesco Totti.

Mario Gomez hat auf der Heimfahrt vom Relegationsrückspiel vs. Eintracht Braunschweig den eigenen Schmähgesang gesungen, mit dem die Braunschweiger Fans ihn zuvor noch bedachten. Die überwiegenden Reaktionen: „Yeahh, was für ne coole Reaktion!“ #BossMove

Die Roma-Legende Totti wurde in seiner langen Karriere mit vielen Witzen bedacht. Zum Beispiel konnte man immer wieder lesen bzw. gab es Hinweise darauf, dass er nicht so schlau gewesen sein soll, also in einem Team mit Lukas Podolski. Nun hatte aber Totti ein gutes Gespür für den treffsicheren Umgang mit all den Witzeleien. Er sammelte einfach alle Totti-Witze, veröffentlichte sie in einem Buch und spendete das Geld an einen guten Zweck. Das nenne ich mal einen #BossMove.

Da Timo Werner in naher Zukunft seine Fußballschuhe nicht fallen oder RB Leipzig verlassen wird, so schätze ich, dass er weiterhin einer der Reizfiguren bleiben wird. Wie könnte er nun sein doppeltes Problem lösen?

Variante 1: Der Klügere gibt nach. Er lässt den Hass weiter an sich abprallen und macht das, was er am besten kann. Tore schießen. Für RB Leipzig. Für die Nationalmannschaft. Die Entwicklung zum Teflon-Timo. Das würde aber auch bedeuten: Der Dumme gewinnt.

Variante 2: Er torpediert die dummen Aktionen mit einer noch dümmeren Aktion und schlägt daraus Kapital. Im Detail heißt das, dass er bei der nächsten Feiergelegenheit „Timo Werner ist ein Hurensohn“ singen sollte, zeitnah alle Beleidigungen und Witze über ihn sammeln sollte, diese in Buchform bringen und die Einnahmen an eine Organisation spenden, die sich gegen Hass engagiert. Müssten dann nicht alle ganz laut #BossMove schreien!?

Ich würde es machen!

By Nino

 

Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“

weißwurst

Lieber Herr Jürgens,

dies ist ein Leserbrief zu Ihrem Text „Gezutzelte Weißwurst – Warum die Bayern langweilig geworden sind“. Ich möchte gerne von Ihnen wissen, mit welchen Ziel Sie diesen geschrieben haben. Ging es um die schlichte Klicks-Generierung für die 11Freunde-Seite? Meckern um den Meckern-Willens? Eine „offene Rechnung“ mit dem FCB?

Ich habe mir das Champions-League Viertelfinalspiel vs. Real Madrid nicht angeschaut, sondern über ein Internetradio #Sport1.fm verfolgt. Das war im Nachhinein nicht besonders schlau, aber das tut auch nix zur Sache. Bevor Sie sich fragen, wer hier Ihnen einen Leserbrief schreibt, dann sei so viel gesagt, dass Sie einen Bayern-Sympathisanten ziemlich aufgeregt haben. Daher will ich Ihnen in aller gebotenen Sachlichkeit aufzeigen, warum es so weit kommen konnte. Zu besseren Nachvollziehbarkeit fange ich chronologisch oben an. Achtung Spoiler! es ist viel Text:-):

„Das Aus des FC Bayern in der Champions League beweist: Der Rekordmeister ist längst nicht so überirdisch, wie es seine Darbietungen in der Bundesliga glauben machen.“

Welche Darbietungen in der aktuellen Bundesliga-Saison haben Sie glauben machen, dass der Rekordmeister überirdisch ist bzw. spielt? Rein von den Ergebnissen her vielleicht der 8:0 Sieg gegen den Hamburger Sportverein? Der HSV ist in den letzten Jahren ein besserer 2.ligist, der sich mit Hilfe der Kühne-Millionen seine 1.Ligazugehörigkeit sichern konnte.
Selbst das 4:1 gegen Borussia Dortmund, das 3:0 gegen RB Leipzig waren keine überirdischen Leistungen. Der FCB spielt wieder eine überragende Saison, keine Frage.

Es war nicht das erste Mal, dass uns Fußballfans das seltsame Gefühl beschlich, nur Teil einer großen Inszenierung zu sein, die uns weißmachen will, die Bundesliga sei mit die beste Spielklasse der Welt und die Mannschaft des FC Bayern ein mit sensibler Expertenhand zusammengestelltes Ensemble aus Genies und Halbgöttern.

Fakt ist doch, dass die Bundesliga auf europäischer Ebene zurzeit die zweitbeste Liga ist. Grundlage ist dafür die UEFA-5-Jahres-Wertung. Haben Sie Kenntnis von Statistiken, die eine weltweite Vergleichbarkeit herstellen könnte?
Zum Kader des FCB: In einer der letzten Ausgaben von 11Freunde wurde der Kaderplaner des FCB, Michael Reschke, interviewt. Er gewährte einen kleinen Einblick in die Strategie, wie und warum er Spieler empfohlen hat. Das Bild einer sensiblen Expertenhand wurde da gezeichnet. Aber die Erwartung von „Genies und Halbgöttern“ ist doch eine zum Scheitern verurteilte. Steckt dahinter wiederum das Kalkül, die Bayern in den Himmel, ähm ins Überirdische zu loben, um sie dann möglichst tief fallen lassen zu können?

Das Viertelfinal-Aus gegen Real Madrid war trotz des wackeren Aufbäumens der Münchner ein Beweis, dass etwas faul ist im Freistaat Bayern – und damit im ganzen Land. Schließlich gibt es nunmehr im fünften Jahr keinen Klub mehr, der hierzulande dem FCB ernsthaft das Wasser reichen kann. Wir haben uns damit abgefunden, dass Uli Hoeneß’ feuchter Traum von zehn Meistertiteln in zehn Jahren keine größenwahnsinnige Dystopie mehr ist, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Jahr 2022 Realität sein wird. Doch wenn es auf internationaler Bühne um die Wurst geht, fehlt dem Klub beständig das Instrumentarium für die großen Siege.

Soweit ich mich erinnern kann, hatte Uli Hoeneß mal die Wunschvorstellung einer perfekten Saison, also ohne Niederlage geäußert. Ich denke, dass wird auch weiterhin ein Wunsch bleiben. Im Übrigens ist eine Dystopie laut Wikipedia „ein Gegenbild zur positiven Utopie“. Nach Ihrer Aussage ist es der Hoeneß’sche feuchte Traum das 10 Meistertitel in 10 Jahren nicht zustande kommen? Oder wie haben Sie das gemeint?
Und wenn Sie von Instrumentarium für die großen Siege schreiben, dann meinen Sie damit die Spieler? Eine sehr seltsame Sicht auf Menschen.

Es wäre leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Ein gelernter Vorgang. Ein Gefühl, das wir kennen. Seit Ewigkeiten. Nun aber müssen wir uns eingestehen: Dieser Klub verdirbt uns nicht nur mit seiner übermächtigen Stärke den Spaß am Spiel, auch seine Machtlosigkeit in den entscheidenden Momenten nervt zunehmend.

Es wäre nicht leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Nein, es ist leicht den FC Bayern zu hassen. Als Bayern-Sympathisant kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, dass ich mich regelmäßig erklären muss, warum man denn dem FCB die Daumen drückt. Das ist mit der Zeit wirklich langweilig geworden. Bezeichnend ist es daher, dass Sie den Hass als gelernten Vorgang beschreiben. Vielleicht ist es Ihre Vereinsbrille!? Gegen den FCB zu sein, ist wahrlich leicht. Sie bieten ja zugegebenermaßen auch eine große Angriffsfläche.

Zu akzeptieren, dass die Münchner mit Trainingsspiel-Leichtfüßigkeit in der Liga die Konkurrenz in Grund und Boden spielen, ist das eine. Die Regelmäßigkeit, mit der sie nun bereits zum vierten Mal in Folge von einem spanischen Team aus der Champions League katapultiert werden, aber ist deprimierend. Denn das Aus gegen die Königlichen zeigt: Trotz der enormen Investitionen, stetig wachsender Gewinne und des überquellenden Festgeldkontos, bleiben die Münchner in der Phalanx internationaler Spitzenklubs ein Juniorpartner.

„Juniorpartner“ in der Phalanx internationaler Spitzenklubs. Das ist wirklich eine steile These. Ist Ihnen entgangen, dass der FCB in den letzten 10 Jahren mindestens im CL-Viertelfinale war? In den letzten 5 Jahre sogar mindestens im Halbfinale. Und das 2013 der Titel geholt wurde?. Allein diese Fakten widerlegen einen Juniorpartner-Status. Eine feste Größe im Konzert der Großen trifft es wohl eher. Juniorpartner ist für mich z.B. Paris Saint-Germain, die mit wesentlich mehr Geld, viel weniger erreicht haben. Nicht mal ein 4:0 Hinspiel-Sieg kriegen sie gegen den FC Barcelona über die Runden. Da braucht es schon ein Team wie die #AlteDame Juventus Turin, die mit einem 3:0 Heimsieg und einem 0:0 den Einzug ins Halbfinale erspielte.

Daran ändert auch Trophäensammler Carlo Ancelotti nichts. Bislang gingen Experten davon aus, dass erst in der Crunch Time der Saison die wahre Größe des Italieners sichtbar würde. Dass das Pokerface trotz Hinspielniederlage gegen seinen Lehrling Zidane noch einen Trumpf aus dem Ärmel zöge. Schließlich war es spätestens seit Ancelottis Inthronisierung offizielle Lesart, dass Vorgänger Pep Guardiola mit seinem strapaziösen Stil die alleinige Schuld daran trage, dass dem FCB-Kader wiederkehrend in der Rückrunde die Luft ausgegangen sei. Ein Scharade, die nun aufgeflogen ist. Denn unterm Strich kann die Bilanz im Ergebnissport Fußball nur lauten: Der deutsche Rekordmeister ist international nicht gut genug. Nachdem der Klub unter Guardiola drei Mal im Halbfinale ausschied, war nun bereits im Viertelfinale Schluss.

Das unter Pep Guardiola nicht alles rund lief und es ohne ihn besser ist, damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Aber erst nachdem er drei Jahre beim FCB war und eine Bilanz gezogen werden konnte!
Wie Sie ja sicherlich wissen, ist Carlo Ancelotti in seiner ersten Saison beim FCB. Eine Bilanz nach einer Saison in den Vergleich zu 3 Spielzeiten von Guardiola zu stellen, ist noch verfrüht. Um eine einigermaßen sachlichen Vergleich vollziehen zu können, müsste erst einmal abgewartet werden, welche Bilanz Ancelotti nach drei Jahren vorzuweisen hat. Das beide Trainer sich in Punkto Taktik, Menschenführung voneinander unterscheiden, kann man jedoch bereits jetzt schon konstatieren.

Der FCB ist vor allem: langweilig
Und noch etwas ist alarmierend. Vom früheren Pressechef des FCB, Markus Hörwick, stammt der Satz: »Wir sind im Unterhaltungsgeschäft«. Wenn die Bayern früher keine Titel gewannen, machten sie wenigstens mit zerstrittenen Leitwölfen, P1-Eskapaden, Hoeneß-Wutanfällen oder Angestellten Schlagzeilen, die wahlweise Interna aus der Kabine an Boulevardzeitungen kabelten oder ihren Cousinen zu nachtschlafender Zeit das Entmüdungsbecken an der Säbener vorführten. Inzwischen gibt sich der Kader als verschworene Einheit, die sich vor Spielfreude und gegenseitiger Sympathie kaum noch einkriegt, Negativmeldungen so fürchtet wie der Teufel das Weihwasser – kurz: vor lauter guter Laune und Opferbereitschaft langsam aber sicher den Entertainment-Faktor einer gezutzelten Weißwurst besitzt. Wer national außer Konkurrenz spielt und ein chemisch gereinigtes Medienbild abliefert, international aber verlässlich den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt, ist vor allem: langweilig.

Ohha, Sie kritisieren also, dass der FCB keine Boulevard-Schlagzeilen mehr produziert? Und diese Kritik kommt nicht von einem Bild/SportBild-Journalisten, sondern von einem der bei 11Freunde seine Brötchen verdient. Ja, das Lied von „den guten alten Zeiten“ wird von Ihnen wohl jeden Morgen stimmgewaltig angestimmt. Aber die Zeiten des FC Hollywood sind vorbei. Die Zeiten haben sich nämlich geändert #Klugscheißer. Mit den Möglichkeiten von Social Media wurden schon einige Eigentore geschossen. Und jede Woche wird eine andere Sau durch’s Mediendorf getrieben. Da passen die Spieler schon ganz genau auf, welche Äußerungen in den Schreibblock oder die Tastatur der Journalisten gelangen.

Außer Konkurrenz zu spielen, dafür ist der FCB, ausgenommen gezielter Abkäufe, doch nicht verantwortlich zu machen. Vereine wie Schalke, Leverkusen, Wolfsburg stehen sich doch mehr selbst im Wege. Sie haben doch erst in der letzten Ausgabe der 11Freunde in der Titelstory „Meister von Morgen“ über die junge Dortmunder Borussia geschrieben. Bestand da nicht die leise Hoffnung, dass beim BVB was ganz Großes, gar Überirdisches sich entwickeln würde? Und was ist mit RB Leipzig? Meinen Sie nicht, dass sich da ein ernstzunehmender Konkurrent entwickelt? Ach nee, sorry, mein Fehler. Falsches Thema. Da fehlt gemeinhin die Ignoranz.

Daran wird sich auch nichts mehr ändern, sollte der FC Bayern auch noch das Double verpassen. Die Saison ist gelaufen. Der gemeine Fußballfan darf sich am Abstiegskampf erfreuen oder kanalisiert sein Erregungspotential in Richtung der florierenden Retortenklubs. Über den FCB braucht sich bis zum Beginn der neuen Spielzeit niemand mehr Gedanken zu machen. Der Klub steht vor einem Generationswechsel, der mit dem heutigen Tag beginnt.

Jetzt schon zu konstatieren, dass die Saison gelaufen ist. Viel zu voreilig.
Ja, der Klub steht vor einem Generationswechsel. Und weiter? Da mussten auch schon andere Mannschaften durch. Das ist übrigens auch die Gelegenheit für die Bundesliga-Konkurrenz diese Zeit des Umbruchs zu nutzen, um die Bundesliga noch spannender zu machen. Leidiges Thema ist ja auch, dass die Bundesliga langweilig wäre. Damit reduziert man die Liga auch nur auf den Titelkampf. Dabei gibt es noch die Plätze 2-18. Championsleague, Europa-League, Relegationsplatz, Abstiegsränge.

Die Bayern brauchen eine Imagekorrektur
Dabei stellt sich den Verantwortlichen neben der Frage, mit welchen Transfers sie den Neuanfang starten, auch das Problem, wie sie ihren Klub zukünftig ausrichten: Will die selbsternannte Lokomotive vor dem Bundesliga-Zug das Spektakel der deutschen Eliteklasse bleiben, braucht sie eine Imagekorrektur. Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.
Wie auch immer die Bayern diese Quadratur des Kreises angehen, sicher ist an diesem Punkt nur eins: Die »Truman Show« ist zu Ende, die Tür fällt krachend von außen zu. Willkommen in der richtigen Welt.

Zum Schluss kommt dann immer das Beste? Ja, hier kommt wirklich das Beste. Die Sätze muss man sich wirklich noch einmal vor Augen führen. „Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.“  Ganz einfach ausgedrückt heißt das wohl: Der FCB soll sich schwächen, um dann mit der geschwächten Mannschaft, auf Augenhöhe mit den stärksten Mannschaften aus Europa zu konkurrieren?
In der Tat ist das die Quadratur des Kreises. Das ist jedoch auch die Quadratur des Unsinns. Das muss doch nicht noch aufgeschrieben werden. Verschenkte Zeilen. Es ist gar nicht notwendig, diese Quadratur anzugehen. Die Lösung wird wohl sein, dass man sich auf ein, zwei Positionen (Sturm, Mittelfeld) verstärkt. Das Gros der Mannschaft hat laufende Verträge bis 2021 und mit Rudy und Süle wurden bereits zwei Spieler für die neue Saison verpflichtet.

So, der Spoiler-Alarm war nicht umsonst:-) Sind sie so freundlich und geben mir Antworten auf meine Fragen? Dafür bin ich Voraus sehr dankbar.

Mit sportlichen Grüßen,

By Nino

 

„Was bisher geschah…“ Teil 3

Römische3

Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern.

MichelinMännchen

 

Vor einer Woche wurde nicht nur das Winter-Transfer-Fenster mit all seinem Wahnsinn geschlossen, nein auch der Wechsel von Pep Guardiola von Manchester City wurde offiziell bekannt gegeben. Seitdem vergeht kein Tag ohne eine Meldung welcher Spieler zum MCF wechseln oder sogar vor ihm flüchten könnte. Wird er Spieler von FC Bayern München mitnehmen? Wird er Neymar oder sogar Lionel Messi nach England lotsen können? Das Geld sitzt dort jedenfalls locker und interessant wäre es allemal zu sehen, wie Messi bei einem anderen Verein kickt. Die Spekulationen werden wohl leider bis zum Ende der Transferperiode im Sommer 2016 weitergehen. Leider deswegen, weil es zu nerven beginnt, wie die üblichen Verdächtigen Sportmedien jedes noch so absurde Gerücht entweder selbst verbreiten oder gar übernehmen und daraus weitere Geschichten generieren.

In der kulinarischen Welt wird die Qualität eines Restaurants nicht an Pokalen gemessen, sondern an der Anzahl der Sterne #Michelin. Ein Restaurant mit z.B. einem Stern hat „eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“. Schau ich mir die Gerüchte-Küche beim FC Bayern München an und müsste diese beurteilen, so verdient sie nicht mal einen Stern. Da wird einfach ohne Geschmack, zu heiß und zu fettig gekocht.

Ein passendes Beispiel liefert dazu die letzte Gerüchte-Offensive der SPORT Bild, die gierig nach Klickzahlen von anderen #Sport1 #Kicker #SPON aufgegriffen wurde. Da soll es bei den Münchnern zu dicke Spieler gegeben haben. Da sollte nicht Serdar Tasci, sondern Herthas John Anthony Brooks als neuer Innenverteidiger verpflichtet werden. Dann soll Arturo Vidal im katarischen Trainingslager leicht alkoholisiert gewesen sein. Alle Gerüchte, wurden von Sportvorstand Matze Sammer mit einem klar und deutlichen „Das stimmt nicht und das ist die Unwahrheit“ zurückgewiesen.

Gegen letzteres Gerücht gehen die Münchner juristisch vor und ich bin wirklich gespannt, ob die Sport Bild Beweise liefern kann, dass Vidal in Katar Alkohol getrunken hat. Für beide Seiten ist die Fallhöhe ziemlich hoch. Die Bayern würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn Videos, Bilder und sonst was auftauchen würden. Die Sport Bild bzw. die Bild Zeitung im Allgemeinen hat ja nicht nur diesen Prozess an der Arschbacke. Offenbar gehört das in dieser Schreibbude zum guten Ton.

In der sonntäglichen Doppelpass Sendung konnte der Fußball-Chef der Sport Bild, Christian Falk auch leider nichts Erhellendes zu dieser juristischen Auseinandersetzung beitragen. Er verwies auf das „schwebende Verfahren“. Die Fortsetzung folgt also…

Nun lebt der Fußball auch von den Geschichten auf und neben dem Rasen. Wenn sie aber ins Absurde abdriften und gezielt Unwahrheiten verbreitet werden, dann stellen sich die etablierten Medien selbst ein Bein. Auch wenn die Online-Seiten ihr Geld mit Klickzahlen verdienen. Für den Klick, für den Augenblick. Mitleid gibt’s dafür nicht.

Gutes Geld könnten sie ja auch mit gut recherchierten Storys machen. Und es gibt so vieles, über das berichtet werden kann. Interessant wäre doch z.B. zu erfahren, was aus den groß angekündigten Initiativen für die Flüchtlinge geworden ist. Der FC Bayern hat da ziemlich viel angekündigt. Warum gibt es dazu keine Berichte?

Beim Kicker lässt man lieber einen Maulwurf zu Wort kommen und andere Medien wollen diesen ausfindig machen. Die Presseabteilung des FCB dementiert fleißig und die Sportjournaille schreibt Artikel darüber, dass die Bayern sich über die Berichterstattung aufregen und tadaa: fertig ist die Maulwurf-Affäre.

Ist es ein Geben und Nehmen? Ein abgekartetes Spiel? Ich weiß nicht, ob die Bayern es so nötig haben in der Presse präsent zu sein? Dabei bespielen sie ja schon sämtliche Kanäle, den Social Media Kram nicht zu vergessen #Twitter #Instagram #Facebook #Snapchat.

So oder so täte dem deutschen Fußall-Journalismus ein wenig mehr Seriosität ganz gut. Der Fußball schreibt so viele Geschichten, die eine größer, die andere kleiner. Da bleibt keine Zeit und Raum für Unwahrheiten und miese Storys, mit denen die Klickzahlen bzw. die Leserschaft erhöht werden soll. Vielleicht klappt es dann auch mit einem Stern, aber nicht für die Gerüchte-Küche, sondern für den journalistischen Anspruch an sich.

By Nino

Eigentor durch Twitter und Co.!?

WadenkrampfSelfieStuttgart

„Wadenkrampf und Bluterguss statt Selfie-Scheiß im Mannschaftsbus“…Mit diesem Spruch zeigten sich die Stuttgarter Fans am 21. Spieltag der BL-Saison 2014/2015 im Spiel gegen den BVB 09 so treffsicher wie aktuell nur das Holland-As Dost, Bas.

Es zeigt eine Entwicklung auf, die vor allem im Abstiegskampf für wenig Verständnis bzw. Begeisterung bei den Fans sorgt: Der Doppelpass zwischen Social Media und Fußball.

Wenn der Otto-Normal-User an Social Media denkt, dann denkt er wohl an Twitter, Facebook, Instagram und Youtube. So gut wie jeder Bundesliga Klub hat einen Account/eine Seite/ein Profil oder einen Kanal bei diesen sogenannten „sozialen Netzwerken“ und informiert von Interessantem bis Banalem. Die Spieler selbst nutzen diese Medien mehr oder weniger intensiv, in Abhängigkeit des Bekanntheitsgrades und dem eigenen Streben nach Selbstdarstellung.

Ein Pionier dieser ganzen Spaßveranstaltung ist kein Geringerer als Lukas Podolski, der zwar schon einige Höhen und Tiefen hinter sich hat , hierbei jedoch eine stetig steigende Leistungskurve präsentieren kann. Er twittert, instagramed, facebooked und ist auch sonst ganz social unterwegs. RekordbräutigamNationalspieler Lothar Matthäus äußerte sich im Hinblick auf seine sportlichen Leistungen kritisch zu diesen Aktivitäten. Poldi antwortete…na klar…über Twitter #Erfolgscoach#Greenkeeper.

Die sog. „Netzgemeinde“ tat ihr Übriges und so musste der standhafte Loddar ein kleines Shitstörmchen über sich ergehen lassen, was im Übrigen auch nix anderes als Kurzzeit-Mobbing ist. Apropos „Netzgemeinde“. Unbegreiflich oft wird in Texten erwähnt „was das Netz denkt“… „das Netz tobt über XY“.

Ich finde es ja schon erstaunlich das Leute überhaupt während eines Spieles twittern. Ok, manche tun es beruflich, um in Kontakt mit ihren Lesern und Followern zu bleiben. Andere hingegen schaffen es leider viel zu wenig mit 140 Zeichen etwas Substanzielles in der weiten Spähre des WWW zu hinterlassen. Zumal ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass einige unbedingt einen Volltreffer landen wollen, um mit ihrem Tweet in irgendwelchen Online-oder Printmedien zitiert zu werden.

Schlimme Ausmaße nimmt das Ganze ja mittlerweile bei der Beurteilung der neuesten Tatort-Folge an. ZeitOnline hat seine Twittkritik, SpiegelOnline baut aus Twitter-Kommentaren ganze Artikel zusammen. Spricht das jetzt für Qualitätsjournalismus wenn aus Twitter-Kommentaren Texte geschrieben werden?

Im Zusammenhang zur Kritik der vorletzten Tatort-Folge aus Leipzig hat Der Kommissar Til Schweiger via Facebook seine Meinung mitgeteilt: „wo ist die qualität, wenn man versucht klicks dadurch zu generieren, indem man die gehässigsten twitter-kommentare von irgendwelchen internetnerds, die nix anderes zu tun haben, als zu lästern und zu haten , publiziert….?“ Eine Replik des Schreiberling von SPON ließ nicht lange auf sich warten, natürlich wertschätzend ironisch. So kann man sich eben auch beschäftigen…

Bisweilen wird aus einem Pass kein doppelter und ein Tweet oder Post geht meilenweit am Tor vorbei. Der ehemalige Nationalspieler Robert Huth twitterte so daneben, das er vom englischen Fußball-Verband FA für zwei Spiele gesperrt und zu 1er Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde. Auch die Spieler des FC Schalke 04 zeigten sich in der Vergangenheit wenig zielsicher, was den Verein dazu veranlasste als Erster einen Social-Media Regeln Katalog einzuführen. Leider können dazu auch nach intensiver Recherche keine erhellenden Informationen „m Netz“ gefunden werden.

SchalkeWitterInstagram

So oder so: Der Doppelpass zwischen Social Media und Fußball funktioniert nicht immer wie Tiki-Taka, meist ist es mittelklassiges Geholze auf einem Spielplatz mit lauter Quasselstrippen, die ihren geistigen Dünnschiss loswerden.

Und im Fall der Stuttgarter Fans wollen die lieber ihren Stars dabei followen, wie sie ihrem Job nachgehen und im besten Fall auch alles für den Verein tun. Früher war nicht alles besser, hier ist weniger oft besser.

By Nino