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Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde – Platz 7-12

Italien - Deutschland

Nach dem Fazit zur Hinrunde der Plätze 13-18  folgt nun Teil 2 der Trilogie.

Diese Tabellenregion wird mitunter als das „Niemandsland der Tabelle“, das „Feld der grauen Mäuse“ beschrieben. Zu schlecht für Europa, zu gut für die 2. Liga. Zum Glück für Hoppenheim, Hangover, Fränkfurt, Pader-born, Kölle und Mainz, dass die Abstände nach oben und wie unten mit nur 1nem Punkt nicht sonderlich groß sind. Das macht einerseits Hoffnung und andererseits Angst. Und diese Triebfedern werden wohl treue Begleiter in der Rückrunde für diese Mannschaften sein.

In Mainz hat man sich ja dafür entschieden, einen Trainer für das Konzept des Vereins zu holen. Der bislang nicht weltbekannte Kasper Hjulmand ergänzt sich bisher ganz gut mit der Karnevalsmentalität der Mainzer. In der ersten Runde des DFB-Pokals war jedoch der Spaß vorbei. Im legendären 9:10 gegen den Chemnitzer FC schied man ganz ohne Kamelle und Helau aus. In Chemnitz zu verlieren ist jedoch keine Schande #F#C#K.

Auch bei dem anderen Karnelsverein, dem #Effzeh aus Köln versucht man es jetzt mit Gelassenheit und träumt nicht nach zwei Siegen von Europa, sondern nach fünf von der Meisterschaft. Das Duo Höger&Schmadtke sorgt in der Domstadt für die notwendige Abseits-des-Rasens-Professionalität, ein Verbleib in der Liga sollte zu schaffen sein.

Ob es für den Neuling Paderborn reicht, bleibt abzuwarten. Einige Überraschungssiege und Unentschieden waren schon dabei. Die Mannschaft ist eingespielt, hat nix zu verlieren und keine Doppelbelastung durch den Pokalwettbewerb zu fürchten. Beste Zutaten also, noch für einige Furore zu sorgen.

In Hannover ist es hingegen wie eh und je. Die Trophäe „Graue Maus“ wird auch in diesem Jahr vergeben und es scheint so, als wenn die Hannoveraner ihr Triple verteidigen, ergo ein #Sextuple feiern können. Zumindest scheint die Mannschaft um Trainer Korkut stabil genug, um sich frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern.

In der Bankenstadt Frankfurt spielt mit 13 Toren der derzeit erfolgreichste Stürmer Alex Meier. Wenn er weiter so treffen sollte, wird er vielleicht noch ein Mann, ähm Spieler für Welttrainer Löw? Aber so hoch hinaus wie die Banken ihre Schulden-Türme bauen, wollen er und die Eintracht gar nicht. Mit dem neuen Trainer ist nämlich die Schaaf’sche Ruhe in die ach soooooo quirlige Stadt am Main eingezogen. Allerdings noch nicht in das Verhältnis von Offen- und Defensive. Frankfurt hat als einzige Mannschaft ein ausgeglichenes Torverhältnis. Das heißt zwar Offensivspiel en Masse, aber auch eine Abwehr so löchrig wie ein Käse (nein, kein Schweizer, das wäre jetzt zu viel der Phrasendrescherei 🙂 ). Dieses Problem gilt es zu lösen, denn um zu gewinnen…ja, nee is klar…ein Tor mehr und so.

Apropos „und so…“. Hoppenheim gibt’s ja auch noch. Werden sie ein ernstzunehmender Konkurrent für die 96er aus Hannover oder ein Club mit Ambitionen auf das europäische Parkett? Der Verein und sein Gebaren bleiben für mich ein Rätsel. Einzig Trainer Gisdol hat einen Effekt, er erinnert mich an Grinsebacke Klinsmann.

Meine Prognose für diese Region der Tabelle: Mindestens ein Verein schafft den Sprung auf die europäische Bühne, alle anderen bleiben der Liga erhalten. So schön wie traurig das auch sein mag.

By Nino

1. Bundesliga: Fazit zur Hinrunde – Platz 13-18

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Mit dem Abschluss des 17. Spieltags ist es an der Zeit eine Trilogie des Fazits zu ziehen. Abseits vom schnellsten Tor #Bellarabi und dem weitesten #Stoppelkamp soll es etwas seriöser als bei „Sportmoderator“ Reinold Beckmann zugehen, der in der #ARDSportschau davon schwadronieren durfte, dass ja schon am ersten Spieltag der deutsche Meister feststehen würde, nämlich der FC Bayern München.

Der 1. Teil der Fazit-Trilogie widmet sich den Plätzen 13 bis 18. Und wenn ich mir diese Tabellenregion zum ersten Mal anschauen würde, dann wäre mein erster Gedanke: Ohha…Hertha, Freiburg und Hamburg überraschend mit oben dabei. Es sind aber die Plätze 13-18 des harten Bodens der Tatsachen. Und nebenbei bemerkt sind mit den Grünweißen-Werderanern, den Spätzle-Schwaben und den Ruhrpott-Borussen 3 der letzten 4 Meister aus den letzten 10 Jahren dabei.

Was ist da so schief gelaufen? In Hamburg, Stuttgart und Bremen ist es das Ergebnis der jährlichen Podiumsplätze bei der Wahl zur Miss-Management. Nicht zu vergessen das „über den Verhältnissen leben“ bei der Großstadtperle Hamburg. Gemäß den „Mechanismen der Branche“ wurden dort auch die Trainer konsequent gewechselt (https://thebeautifulgameblog.com/2014/10/26/ein-kommentar-zu-den-trainer-entlassungen-in-hamburg-schalke-und-bremen/) bzw. sind von selbst zurückgetreten (https://thebeautifulgameblog.com/2014/11/25/ein-kommentar-zum-rucktritt-von-armin-veh-in-stuttgart-beim-verein-fur-bewegungsspiele/).

In Dortmund bleiben die Verantwortlichen um Susi Zorc und Acki Watzke zum Glück ruhig und präsentierten sich nach Außen als verschworene Einheit. Sie grätschen nicht dazwischen, wie man das bedauerlicherweise in Hamburg #Kühne beobachten kann. Und der geneigte Fußballfan dreht lustig am Bullshit-Bingo…“Viel zu viel Qualität“…“Das schaffen die noch“…“Nicht ihre Tabellenregion“.

Bei der #AltenDame und den Breisgauern bleibt man auch ruhig und besinnt sich auf seine Ansprüche, nämlich die Liga zu halten. Die Fallhöhe ist also wesentlich niedriger. In den Gazetten des Sports ist viel zu lesen, dass es diese Spielzeit „einen Großen erwischen wird“. Mit „Große“ sind da zunächst die Traditionsvereine gemeint, ohne die die Liga „ärmer“ dran wäre. Aber diesem Thema widme ich mich später.

Für die Rückrunde wird interessant zu beobachten sein, wie der BVB den Spagat zwischen DFB-Pokal, Champions-League und Liga-Alltag hinbekommt. Die Parole „wir werden ein erbitterter Jäger sein“ klingt schon mal nach Abstiegskampf. Die Einstellung stimmt, der sollten dann auch Taten folgen. Die Vereine in Freiburg und Berlin können sich voll und ganz auf den Abstiegskampf einstellen und auf ihre abstiegskampferprobten Spieler hoffen. Das können neuerdings auch die Bremer, Stuttgarter und Hamburger…Langeweile sollte da also nicht aufkommen. Und der Abstand vom 13. zur #RotenLaterne beträgt lediglich drei Punkte #EngeKiste. Meine Prognose für diese Region der Tabelle: Mindestens ein Trainerwechsel und eine ganz starke Rückrunde.

By Nino