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Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

Endspiel für den Insolvenz-CFC!?

Weichen

Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Amtsgerichtes Chemnitz, Abteilung Insolvenzsachen am 18. September 2018 ist es nun auch offiziell: Der Insolvenzverwalter soll ermächtigt werden, mit der Sparkasse Chemnitz einen Vertrag zur Finanzierung des Mannschaftsbusses abzuschließen. Der Kaufpreis beträgt 170.000,00€. Wat ein Schnäppchen für die Karre! Nebenbei soll er auch noch die Ausgliederung der 1. Mannschaft und aller nach den Statuten möglichen Jugendmannschaften in eine Kapitalgesellschaft durchführen. Letzterer Punkt ist selbstverständlich wesentlich brisanter und bedarf an sich keiner humoristischen Kommentierung. Es ist der bittere Ernst der Lage, der schmerzhaft aus dem Schacht ans Tageslicht gekrochen kam.

Der Insolvenzverwalter sieht die Option der Ausgliederung als die Beste an, um den Chemnitzer FC zu sanieren. Nun bin ich nur ein (un-)freiwillig zahlendes Mitglied und kein Bachelor im Insolvenzrecht. Daher muss ich zwangsläufig das Vertrauen in die handelnden Personen aufbringen. Auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, denn einige Beteiligte liefern sich seit Monaten eine Schlammschlacht, die wenig Hoffnung gibt, dass das Insolvenzverfahren ohne Gesichtsverlust derjenigen beendet werden kann. Die Stilmittel sind mitunter fragwürdig und nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet. Rücktrittsforderungen von der einen Seite, durchgestochene Vertragsinhalte an die örtlichen Schmierblätter von der anderen Seite. Und das sind nur zwei Beispiele. Beide Seiten geben sich jedenfalls nichts, beim Kampf um die Deutungshoheit was für den Chemnitzer FC am besten ist. Dabei werden doch Heiligenscheine ebenso nicht vergeben, wie Denkmäler gebaut. Also kann gerne dieses Macht-Spiel sofort und ohne Verlängerung abgepfiffen werden.

Solch eine Schlammschlacht mag zwar für die Medien hochinteressant sein. Schließlich muss man sich nicht mehr irgendwelche Halbwahrheiten aus dem Kreuz leiern, die womöglich noch vor Gericht landen, weil „dieses-und-jenes-so-nie-gesagt-wurde“. Ich bin jedenfalls wegen des ganzen Boheis ziemlich genervt und auch ziemlich sicher, dass diese ganzen juristischen Winkelzüge nicht dabei helfen werden, am Ende des Tages den CFC-Karren aus dem Dreck zu ziehen. Da steckt dieser nämlich immer noch mittendrin.

Braucht es denn noch einen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang? Oder lieber nochmal die alten Diskussionen über die Vergangenheit führen? Ich glaube nicht, dass sich das wirklich lohnt. Am Ende der Debatte kommt man doch an der Frage nicht mehr vorbei, wer wann wie und womit zu der ganzen Misere beigetragen hat. Das Ergebnis von u.a. zu viel Kungelei und Seilschaften in Vorstand/Aufsichtsrat gepaart mit sportlichen Misserfolg ist doch Pleite des CFC und das gerade auf der Zielgeraden befindliche Insolvenzverfahren.

Als geneigter Fan wünsche ich mir daher mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zur Sacharbeit aller Verantwortlichen. Dem Vernehmen nach geht es auf der am 26. September 2018 stattfinden Gläubigerversammlung mehr oder weniger um die Zukunft des CFC. Quasi das Endspiel um den Insolvenz-Cup. Das ist doch Anlass genug, um seine Energie darauf zu verschwenden.

Aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen, sollte doch allen Himmelblauen ein wichtiges Anliegen sein. Klar, die Frage wie die Ausgliederung gestaltet werden soll, bleibt weiterhin bestehen und kann hoffentlich nach der Gläubigerversammlung diskutiert werden. Eins ist dabei schon mal sicher: Als Mitglied will ich mich bei meinen Rechten und Pflichten nicht „enteiern“ lassen. Entscheidungen, die ohne jegliche Debatte und aufgrund von Alternativlosigkeit getroffen werden, haben bisher immer zu Unmut bei den Mitgliedern geführt. Die Fanszene des Chemnitzer FC ist vielfältig, das gilt es bei der Gestaltung des zukünftigen CFC zu berücksichtigen.

Der Illusion es allen Recht zu machen, sollte man sich allerdings auch nicht hingeben. Der Blick Richtung Magdeburg sowie Rostock und deren vollzogenen Ausgliederungen gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht Hopfen und Malz verloren sind. Dort wurden mit der Beteiligung der Mitglieder die Prozesse so gesteuert, dass die Befürchtungen in Richtung Identitätsverlust und Fremdbestimmung ernst genommen wurden und letztendlich die Ausgliederung wiederum große Zustimmung gefunden hat.

Denn eines ist auch klar wie Kloßbrühe. Ohne die Fans wird es nicht gehen. Ein Verein ohne ultra-laute Fans, ein Spiel ohne Stimmung sind die schlechtesten aller Varianten. Ich verweise da gerne auf das Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 7. Spieltag. In dem 20.000 Plätze-„Jahn-Sportpark“ waren es letztendlich die 200 mitgereisten CFC-Fans, die für die Stimmung gesorgt haben. Ansonsten hätte dort Totenstille geherrscht. Von weiteren Beispielen, die es zu Hauf gibt, und vor allem den Heimspielen abgesehen.

Jetzt aber müssen erst einmal die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden. Die besten sportlichen Argumente liefert ja seit Beginn der Regionalliga-Saison die neu zusammengestellte Mannschaft. Acht Siege in Folge, Spitzenreiter. Das ist wahrlich ein süß-saures „Ablenkungsmanöver“. Nicht auszudenken, wenn der CFC im Mittelfeld der Tabelle stehen und seitens der Presse eine Trainerdiskussion angezettelt würde. Soviel zur Schwarzmalerei.

Ein Blick in die Zukunft und wie schön himmelblau wäre es hingegen, wenn der CFC wirtschaftlich und sportlich erfolgreich sein könnte. Die Weichen dafür können hoffentlich bald gestellt werden.

By Nino

 

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen März und April 2018

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Im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018 hatten wir die These aufgestellt, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich war oder als gescheitert angesehen werden muss. Aus den anstehenden direkten Duellen mit Tabellennachbarn schöpften wir die Hoffnung, dass wichtige Punkte geholt werden könnten. So wirklich gelungen ist das nicht und mühsam es wäre, diese Ergebnisse nochmal zu dokumentieren.

Es ist auch schlicht egal, denn das Zusammenspiel von sportlicher und damit einhergehender wirtschaftlicher Talfahrt führte dazu, dass die CFC-Verantwortlichen am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellten. Hier geht’s zum Kommentar. Am 23. April 2018 teilte dann die DFL mit, dass den Himmelblauen aufgrund dieses Antrags neun Punkte abgezogen werden. Damit steht der Abstieg nun fest und der schwere Gang in die 4. Liga muss leider begonnen werden.

Auch wenn es noch kleine Funken der Marke Resthoffnung gibt. Diese speisen sich aus Gerüchten, dass andere Vereine wie der Karlsruher SC Probleme mit der Lizenz bekommen könnte. Für den Fall, dass sie nicht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen würden. Oder der 1. FC Kaiserslautern, bereits erster feststehender 2. Liga-Absteiger soll evtl. auch Probleme mit der Lizenz für die 3. Liga bekommen. Ebenso wie SV Darmstadt 98. Die Lizenz-Gerüchteküche brodelt zwar ordentlich, die CFC-Verantwortlichen sollten sich damit aber nicht allzu lange beschäftigen bzw. darauf hoffen, dass zwei Vereine noch zwangsabsteigen. Denn bei all dem darf man nicht vergessen, dass die sportliche Leistung auf dem Platz auch mitentscheidend ist. Im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster durfte man sich schon fragen, ob es überhaupt bei allen Spielern für die 3. Liga reicht.

Ob es reicht? Das ist wohl eh die Frage, die alle Himmelblauen zurzeit am meisten beschäftigen dürfte. Reicht es für einen Neuanfang? Können die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden? Nach allem was man so hört und liest, tut sich ja besonders der Vermarkter Infront schwer. Immer wieder ist von Streitigkeiten, schlechten Verträgen und Altlasten die Rede. Ohne jetzt alles schwarz malen zu wollen, zu naiv darf man jedoch auch nicht sein: Es kann auch ganz anders kommen. Das schlechteste aller Ergebnisse wäre die Auflösung des Vereins. Dann ist der Chemnitzer FC Geschichte. Neugründung, Beginn in der Kreisklasse, irgendwo weit weg vom bezahlten Fußball wären die Zukunftsaussichten.

Um dieses Szenario zu verhindern, versuchen die Verantwortlichen mit den Fans neue Kräfte zu mobilisieren. Mit Hilfe des Fanszene Chemnitz e.V. und dem AWO Fanprojekt wurde Ende April 2018 die Mitgliederkampagne unter dem Motto „Tradition erhalten – Gemeinsam – Zukunft gestalten“ gestartet. Jeder und jede Himmelblaue, der noch nicht Mitglied des CFC ist, der sollte es jetzt werden. Einen besseren Zeitpunkt zu zeigen, dass man in schlechten Zeiten zusammensteht, wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr geben.

So oder so werden es turbulente Monate für den CFC. November/Dezember 2018 stehen als Datum für das voraussichtliche Ende des Insolvenzverfahrens. Das sportliche Geschehen tritt da schon etwas in den Hintergrund. Im Mai 2018 stehen noch das Auswärtsspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit dem Ex-Himmelblauen Türpitz und das letzte Heimspiel gegen Hansa Rostock an. Zum Abschluss dieser vorerst letzten Drittliga-Saison nochmal zwei schöne Ostduelle. Obwohl es von denen ja in der nächsten Saison sowieso ganz viele geben wird…

Wir hoffen natürlich, dass schnell und sauber der Rucksack der Vergangenheit abgelegt werden kann und nicht weiter mit Pflastersteinen gefüllt wird. Dann kann der Marsch in die Zukunft mit einem Koffer voller Zuversicht begonnen werden. In diesem Sinne:
Für Verein und Heimatstadt.

By Baba und Nino

 

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Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC