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Der eiserne Sonntagsschuss*. Ein Bericht zu FCU vs. HSV.

Vor Anpfiff

2. Fußball-Bundesliga, 31. Spieltag der Saison 2018/2019, Sonntag, 28.04.2019, 13:30Uhr, Stadion An der Alten Försterei, Berlin Treptow-Köpenick. 1. FC Union Berlin vs. Hamburger SV. Soweit so nüchtern betrachtet. Aber dieses Spiel ist nicht nur das erste Pflichtspiel des FCU vs. HSV, sondern wohl auch das Mitentscheidende um den Aufstieg in die Beletage des deutschen Männer-Fußballs.

Für beide Teams wäre es ja der erste Aufstieg, die Premiere sozusagen. Mit einem Sieg könnten die Köpenicker punktetechnisch mit den Hamburgern gleichziehen oder einen weiteren Rückschlag im Aufstiegskampf erleiden. Der HSV konnte hingegen Big Points sammeln und die Berliner um sechs Punkte distanzieren. Ein 2:2 Unentschieden wie im Hinspiel würde beiden nicht wirklich weiterhelfen. So oder so, in diesem Spiel war vor dem Anpfiff schon reichlich Brisanz.

Als ganz frischer Neu-Köpenicker war mir diese schon länger bekannt, war ich doch einige Male bei Union u.a. beim 1:1 vs. DSC Arminia Bielefeld und verfolgte die Entwicklung der bisweilen betitelten „Unaufsteigbaren“. Über den fast immer lesenswerten Blog textilvergehen hatte ich mitbekommen, dass dieses Spiel seit Wochen ausverkauft war. Umso überraschender kam die Nachricht eines Freundes, der über Kontakte noch an Karten gekommen war. Die schnelle private Abklärung und im Ergebnis erfolgreiche Zusage erfolgten noch am Vorband des Spiels. Ein dreifach Hoch auf den Kompromiss!

Kompromisse muss man wohl manchmal auch als Fußball-Fan eingehen, denn die Ambivalenz wurde mir im Nachgang der Zusage bewusst: Als gebürtiger Himmelblauer Chemnitzer FC-Fan, örtlich gebundener Köpenicker an einem Spiel gegen den Hamburger SV teilnehmen. Der FC Union Berlin rangiert ja für mich weit vor dem HSV in der Sympathie-Tabelle. Ich war ja sooooo erleichtert, als der HSV endlich in die zweite Bundesliga abgestiegen war und für mich der Fußball-Gott wiedergeboren wurde. Die Sympathien waren also vor dem Anstoß klar verteilt und die Vorfreude auf ein schönes Spiel noch größer.

Die Vorberichte ließen auch erahnen, in welche Richtung die Partie gehen würde: „Zurück in die Erfolgsspur kämpfen“ (FCU) vs. „Mit Courarge und Charakter: Im Endspurt durchstarten“ (HSV). Beide Teams konnten in den letzten fünf Partien keines gewinnen, eine Ergebnis-Flaute zur Unzeit. Die Raute, die tragen ja bekanntlich die Hamburger Fans im Herzen. Sie füllten den Gästeblock voll aus. Ihr Schietwetter hatten sie zum Glück zu Hause gelassen. Sie waren wohl der Meinung das Hilfe von ganz oben nicht nötig gewesen wäre. Die Unioner konnten sich auf ihre Fans auch so verlassen. Der Beistand kam aus tausenden schreierprobten Kehlen. Hier traf also auch die Berliner Schnauze auf die „Hemd-Kragen-oben-Fischkopp-Fraktion“. Diese Atmosphäre ist für einen Himmelblauen dann doch sehr beeindruckend. Aktuell sind ja schon 8tausend Zuschauer das höchste der Gefühle. Aber diese und andere sollten für 90 Minuten verdrängt werden, denn ich war als Freund des schönen Spiels da und war gespannt, wie vor allem Union das Ziel Heimsieg erreichen wollte.

Zum Anpfiff gab es auf beiden Seiten beeindruckende Choreografien, wobei die Hamburger mit ihren Rauchschwaden für wenig Durchblick sorgten.

Union Rauch

HSV Rauch

Die erste Torchance konnte Union Berlin direkt auch in der ersten Minute verzeichnen, doch Sebastian Parensen verzog den Ball dermaßen, dass es auch von weiter weg weit drüber aussah. Die nächsten spielerischen Akzente setzten die Hamburger, die durch Bakery Jatta und Aaron Hunt zu Torchancen kamen, aber auch erfolglos blieben. Weitere Highlights gab es im weiteren Verlauf nicht vor dem Tor, sondern an der Seitenlinie. Dort legte sich der Hamburger Rick van Drongelen mit dem Linienrichter an. Nach der innigen Kontaktaufnahme wunderte ich mich schon, dass hierfür nicht der erste gelbe Karton gezeigt wurde. Dafür zeigt der Schiri deutsche Pünktlichkeit und beendete die ersten 45 Minuten ohne Zeitverzug.

Die Halbzeitpause wurde wie immer genutzt, um die ersten schnellen Hellen um die Ecke zu bringen, auch ziemlich deutsch in der Warteschlange.

Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann auf Unioner Seite unverändert, HSV-Trainer Hannes Wolf brachte Hee-Chan Hwang für den Abwehrspieler Josha Vagnoman. Dieser fehlte dann auch gleich in dieser, denn Robert Zulj konnte mit der ersten Chance zur 1:0 Führung flach unten rechts einnetzen. Kollektiver Jubel und wohl auch Aufatmen bei den Unionern nach diesem perfekten Start. Und dieses Tor, so abgedroschen es klingen mag, tat dem Spiel gut, denn die Berliner drängten auf das zweite Tor. Aber auch der HSV wollte nun irgendwie ein Tor schießen, da der nächste Abwehrspieler in Person von Gideon Jung für den bulligen Stürmer Pierre-Michel Lasogga ausgewechselt wurde. Dieser Wechsel brachte jedoch so gut wie gar nix ein. Immer wieder war bei den hanseatischen Offensivbemühungen ein Unioner-Bein dazwischen. Insgesamt wirkten diese auch frischer und aggressiver in den Zweikämpfen. Die ersten gelben Karten wurden allerdings erst in der 81. Minute verteilt, im Ergebnis einer Rudelbildung.

Dass die Berliner aber nicht nur kämpfen konnten, zeigte eindrucksvoll Grischa Prömel, der in der 84. Minute zu einem Schuss ansetzte, für den der Begriff „Sonntagsschuss“ erfunden wurde. Nun war es nicht mehr nur kollektiver Jubel, sondern auch besonders lauter. Diesem konnte ich mich auch nicht entziehen, aber auch nur, weil das Tor so herrlich war. Und wer dieses Tor nicht toll fand, der hat den Fußball nie geliebt. Ebenso ansteckend war die prächtige Atmosphäre, die über 90 Minuten von den Rängen fabriziert wurde. Insbesondere die Unioner mit ihren Wechselgesängen erwiesen sich in dieser Hinsicht auf jeden Fall als erstligatauglich.

Es blieb auch mit drei Minuten Nachspielzeit bei der 2:0 Führung, die letztendlich auch verdient war.

Mit dem 2:0 Heimsieg hat sich Union Berlin tatsächlich zurück in die Erfolgsspur gekämpft. Dieser sollte doch Aufwind für die letzten drei anstehenden Duelle geben. Mit Darmstadt (Auswärts), Magdeburg (Heim) und Bochum (Auswärts) stehen jedoch gleich weniger schwere Spiele auf dem Programm.

Für die Hamburger stehen noch die Duelle gegen Ingolstadt (Heim), Paderborn (Auswärts) und Duisburg (Heim) an. Wie im Nachgang des Spiels bekannt wurde ohne Lewis Holtby, der aufgrund seiner Nicht-Nominierung für die Start11 darum gebeten hatte, nicht mit nach Berlin fahren zu müssen. Eine weitere Hamburger Baustelle.

Mit solchen kennt man sich in Berlin zwar auch aus, allerdings abseits des Platzes. Die Union-Fans stimmten schon mal „Zweite Liga, Hamburg ist dabei“ an. Es könnte ein Evergreen werden.

By Nino

Nach Hinweisen von Lesern bedarf es einer Erklärung zur Verwendung des Worts „Sonntagsschuss“. Mit diesem wollte ich ausdrücken, dass es sich um einen besonderen Schuss gehandelt hat, ein Schuss der nicht aller Tage gelingt. Ähnlich dem Wort „Sonntagsbraten“, der auch etwas Besonderes ist. Jedoch ist die Definition für einen „Sonntagsschuss“ eine gänzlich andere, nämlich, dass dieser mit viel Glück gelingt. So gesehen ist der Begriff hier nicht zutreffend.

Kein Happy-End in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Eine tränenreiche Woche ist es nun her. Der 1. Abstieg des Hamburger SV aus der 1. Fußball-Bundesliga. Der 12. Mai 2018 geht als schwärzester Tag in die sonst so bunte und großartige Historie des HSV ein. Es hat nicht sollen sein. Kein Happy-End im Finale der HSV-Crunchtime.

Ich hatte ja so inbrünstig gebangt und gehofft, dass wir es noch auf den Relegationsplatz schaffen. Darauf, dass eben später in der Verlängerung das Wunder von der Elbe gelingt. Zwei Siege gegen Holstein Kiel und wir hätten den Klassenerhalt gesichert. Niemals 2. Liga. Unabsteigbar…so dachte ich glückverheißend bis zum bitteren Ende. Im Volkspark war es, wie ich es mir vorgestellt habe: Schönes Wetter, euphorische Fans sowie Spieler voller Tatendrang und Siegeslust.

Leider lag zum Ende des 2:1 Heimsieges nicht der Duft von Geschichte im Stadion, sondern von Rauch, der von einer Hundertschaft Vollidioten verursacht wurde. Dem HSV und einer weiteren Erwähnung nicht würdig.

Und wer konnte den schon ahnen, dass der VfL Wolfsburg sein erstes Heimspiel 2018 gewinnt? Siegen, wenn es wirklich wichtig ist. Irgendwie schon HSV-like. Aber das sich die Kölner so hängen lassen, hätte ich auch nie im Leben für möglich gehalten. Dazu können die Rothosen in der nächsten Saison ja sportlich Stellung nehmen.

Trotz aller tiefen Traurigkeit sind nun auch die letzten Tränen getrocknet und es gilt sich der Zukunft zu widmen. Auch wenn es sich noch so ungewohnt und unwirklich anfühlt. Der Traditionsverein HSV, so eine schöne Stadt, tolles Stadion, fantastische Fans. All jenes jetzt in der 2. Liga? Was für eine Verschwendung! Die 1. Liga wird uns schon vermissen. Was wird das für eine langweilige Saison. Der Meister steht schon so gut wie vorher fest und die Aufsteiger werden auch die Absteiger sein.

Aber was interessiert uns das Leiden der anderen. Wir müssen den Fokus auf uns legen. Das Projekt Wiederaufstieg heißt es anzugehen. D.h. schnellstmöglich in der Führungsebene die offenen Posten besetzen. Zur Abwechslung mal mit Fachleuten, die dann wiederum die Leistungsträger an den HSV binden. Unser Mäzen Klaus-Michael soll ja mit an Bord bleiben, das nötige Kleingeld ist also gesichert. Präsident Hoffmann wird den HSV, wie schon in den letzten Wochen deutlich spürbar, in ruhigere Gewässer schippern.

Und die ersten Weichen wurden ja schon gestellt. Mit Trainer Titz wurde ein 2jahres-Vertrag abgeschlossen. Er ist der richtige Mann für die zweite Liga. Jetzt fehlen noch Spieler, die sich zu 100% mit dem HSV identifizieren, die Raute im Herzen tragen. Auch wenn es nicht mehr Millionen an Gehalt geben wird. Aber die sportlichen Ziele sollten schon überzeugen, da bin ich mir sicher: Sofortiger Wiederaufstieg und 2. Liga-Meister!

Warum nicht auch ein bisschen mehr? Meines Wissens hat es noch keine Zweitligamannschaft geschafft, eine Saison ohne Niederlage zu spielen. Ist das nicht für uns als Fans und für den HSV nicht Ansporn genug? Warum kleine Brötchen backen, wenn die großen greifbar sind?

Ich werde mir jedenfalls wieder eine Dauerkarte besorgen. Und da werde ich mich beeilen müssen, denn über 500 Menschen haben sich in sieben Tagen tatsächlich dazu entschieden, Mitglied beim HSV zu werden. Was für ein bockstarkes Zeichen der Fans. Da werden die Scampi-Fresser, ähm Genießer auf der Tribüne aber mal gehörig Platz machen müssen. Platz für diejenigen Fans, die auch Stimmung machen.

Nicht nur das stimmt mich mittlerweile wieder positiv. Der HSV macht es ja einem nicht immer leicht, aber jetzt kann es ja nur besser werden. Ich als Fan will jedenfalls dazu beitragen, dass der HSV wieder zu alter Stärke zurückfindet. Ich will nämlich nicht mehr mit Häme und Spott bedacht werden. Nur gemeinsam können wir das Comeback des HSV schaffen. Das Comeback des geilsten Clubs der Welt. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s.: wiederum besten Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

„Was bisher geschah…“ Teil 7

Sieben

Mit Teil 7 unserer Kategorie „Was bisher geschah…“ schauen wir nach längerer Zeit mal wieder zurück auf bisherige Texte. Das diese mittlerweile, in aller Bescheidenheit:-), nicht mehr ein paar sind, sieht man darin, dass zwei Rückblicke mit dabei sind.
Die Hälfte der Texte beschäftigt sich allerdings mit RB Leipzig und dem damit verbundenen Dauerthema „Traditionsvereine vs. Plastikclubs“. Einem großen Traditionsverein widmete sich Baba, der einen vorausschauenden Nachruf für den Hamburger SV geschrieben hat. Mit dem ersten Abstieg in die zweite Bundesliga ist dieser dann auch brandaktuell. Viel Spaß beim Stöbern.

61. Die 22 Antworten zur EM 2016…die letzten 8

62. „Was bisher geschah…“ Teil 3

63. Gedanken zum Auftaktspiel zur 1. Fußball-Bundesliga Saison 2016/2017

64. Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

65. Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1

66. Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 2

67. Traditionsvereine vs. Plastikclubs Teil 2

68. Nachruf zum Hamburger Sportverein – HSV

69. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 1

70. „Was bisher geschah…“ Teil 4

By Baba und Nino

 

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 5 sowie Teil 6.

Die Wiederauferstehung des Fußballgotts

WiederauferstehungHSV

Endlich ist es soweit: der Hamburger Sportverein ist aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Nach 54 Jahren ist es endlich soweit. Das Ende des Dinos der 1. Fußball-Bundesliga. Das Ende von „Niemals 2. Liga“. Das Ende von „Unabsteigbar“. Das Ende der Erzählungen, dass der HSV in die erste deutsche Spielklasse gehört, weil Hamburg die zweitgrößte Stadt in Deutschland sowie die achtgrößte in der EU ist. All das hat ein Ende. Auch deswegen, weil der HSV eben keine Wurst ist.

Allein solche Argumente hatten noch nie wirklich eine durchschlagende Kraft. Jetzt können sie endlich ad acta gelegt werden. Auch solche wie der „tollen Fans“ und „des schönen Stadions“ ziehen nicht mehr, da sie immer schon den Eindruck erweckten, dass der HSV der einzige Verein gewesen wäre, der das für sich behaupten kann. Mit all diesen Argumenten und halbseidenen Beschwörungen ist nun für ein und allemal Schluss. Fin! Fine! Fino!

Dieses Ende ist mich für gleichzeitig auch die Wiederauferstehung des Fußballgotts. Jener war für mich in der 2015er Relegation gegen den Karlsruher SC gestorben , als sich die Hamburger mit mehr Glück als Verstand gegen die Badener durchgesetzt hatten.

Nun glaube ich wieder daran, dass es sowas wie Gerechtigkeit im Fußball gibt, eine ausgleichende Instanz, die dafür sorgt das die kleinen Sünden direkt und die großen vielleicht etwas später, aber dennoch nicht ungestraft bleiben.

Der Hamburger SV hat in den letzten Jahrzehnten viele Sünden begangen. Misswirtschaft und Arroganz der Vereinsoberen sowie gnadenlose Selbstüberschätzung gepaart mit fehlender Demut, um nur ein paar Beispiele des Hamburger Sündenpfuhls zu nennen.

Die Jahre seit 2014 waren da sozusagen der krönende Abschluss, der darin gipfelte, dass der HSV nun seinen ersten Abstieg nach 55-jähriger Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga selbst besiegelt hat. Allein dafür gilt es dem HSV Respekt zu zollen. Kein anderer Verein hat dies so lange geschafft. In der ewigen Bundesligatabelle sind sie deshalb zu Recht auf Platz 3.

Die Saison 2017/2018 steht noch einmal mustergültig für den Untergang des HSV. In der Kurzversion heißt das: Start mit zwei Siegen. Dem eigenen Selbstverständnis folgend auf dem Weg zurück auf die Bühnen der europäischen Spitzenklasse. Weitere Siege folgten aber nicht. Der Unruhe-Stifter und #Edelfan Klaus-Michael Kühne brachte sich wieder mal öffentlich in Stellung und kritisierte Verein und Spieler #Luschen. Es folgte die erste Trainerentlassung von Markus Gisdol. Auf ihn folgte Bernd Hollerbach #Stallgeruch, der für sieben (!) Spieltage auf der Trainerbank, besser gesagt dem Schleudersitz Platz nehmen durfte. Auf einer emotional überhitzten Mitgliederversammlung konnte Ex-Präsident Bernd Hoffmann sein Comeback feiern. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Freistellung/Beurlaubung (beim HSV weiß man das nie so genau) vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt. Danach wurde mit Christian Titz der dritte Trainer in der Saison installiert. Der schaffte es zwar überraschenderweise, dass die Mannschaft halbwegs ordentlich Fußball spielte und sogar Siege feiern konnte. Doch dieses letzte Aufbäumen war im Enddefekt zu spät.

Die Rechnung für alle Sünden kommt dann eben doch irgendwann. Kurzum: Wieder einmal wurden die gleichen Muster durchexerziert, um die gleichen Probleme zu lösen. Aus Fehlern nix gelernt. Aber wirklich auch rein gar nichts.

All jene Skandale und Klatsch&Tratsch wurden überaus freundlich von den landesweiten Boulevard- sowie ortsansässigen Haus- und Hofmedien fast täglich begleitet. Nix war zu billig, um mit dem HSV Quote und Klicks zu machen.

Und der Blick in die Zukunft? An der Spitze des Vereins steht wieder eben jener Bernd Hoffmann, der zwar für die erfolgreicheren Jahre des HSV steht, sein Ego aber immer noch größer als der HSV ist. Und das ist langfristig nie gut ausgegangen. Der Gönner und Stänker Kühne soll weiterhin mit an Bord bleiben und seine Millionen in den HSV stecken. Zukünftige Unabhängigkeit von ihm? Adè! Von Altersmilde keine Spur. Exemplarisch wieder seiner öffentlichen Einlassungen vor dem 33. Spieltag: „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“ … Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg.“ Kommt denn da in Hamburg eigentlich gar niemand mal auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass dies vereinsschädigendes Verhalten ist?

Abgesehen davon wird der Gang in die zweite Bundesliga richtig bitter. Der Slogan, der schon zu DSF-Zeiten genervt hat, „die beste zweite Liga aller Zeiten“ wird wohl in der nächsten Saison wirklich passend sein. Diese Saison hat jedenfalls schon gezeigt, wie eng es zugehen kann und wie nötig dafür ein ruhiges Vereins-Umfeld notwendig ist. Aus der 3. Liga kommen der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg. Beide Vereine werden von der Aufstiegseuphorie durch die nächste Saison getragen (erst die zweite Saison wird die schwierigere) und können ordentlich Paroli bieten. Ein sofortiger Wiederaufstieg des HSV ist daher keineswegs sicher. Jeder Zweitligist wird die Rothosen gerne begrüßen. Auf seiner Kennenlern-Tour durch die Stadien der zweiten Liga. Das mediale Interesse wird sicherlich riesig sein, denn der HSV wird sehr oft, das erste Mal zu Gast sein.

Wahrscheinlich wird es keine rosige Zukunft. So lange Kühne mitmischt und die Erwartungshaltung der Medien und der Fans nicht auf ein gesundes Maß gestampft wird. Ohne Demut wird der HSV seinen Niedergang weiter vorantreiben. Die großen Sünden, wie man so hört, werden noch länger bestraft.

Markus Gisdol hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Ich habe schon gezuckt, aber vor Freude. Hamburg ist ein Brett, es ist ein wahnsinnig geiler Club“. Das mag aus HSV-Sicht auch stimmen, aber jetzt ist der HSV ein Fußball-Zweitligist. Willkommen in der Realität.

By Nino

 

 

Finale in der HSV-Crunchtime

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem Halb-Finale in der HSV-Crunchtime sind wir nun endlich angekommen. Im großen Finale am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/2018. Der Hamburger SV auf der Zielgeraden seines größten Comebacks. Wer hätte das gedacht, außer den eingefleischten HSV-Fans natürlich, dass der HSV eben doch noch nicht tot, geschweige denn solchen Schwachsinns wie „abgestiegen“ ist.

Denn bei allem Wunschdenken der HSV-Gegner ist doch eins klipp und klar: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist es noch möglich den Relegationsplatz zu erreichen. Vorausgesetzt, die Wolfsburger verlieren zu Hause gegen den 1. FC Köln. Nach Prüfung aller Fakten und meines Bauchgefühls liegen diese Ergebnisse im Bereich des absolut Möglichen.

Die Kölner haben schon angekündigt, dass sie dieses letzte Spiel nicht herschenken wollen. Schließlich will man nicht derjenige Traditionsverein sein, der erstens gegen einen millionenschwer finanzierten Plastikclub verliert und damit beiträgt, dass der Hamburger SV zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigt. Diesen Ziegen, ähm Bärendienst wollen die Kölner dem HSV und der gesamten Bundesliga nicht leisten. Die Kölner, da bin ich ohne jeden Zweifel, werden sich schon zu wehren wissen.

Der HSV hat zwar eine bittere Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht einstecken müssen, aber die wurde ganz schnell abgehakt. Schließlich gilt es, das ganz große Ziel – die Relegation – nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist genug Motivation, für die Spieler wie für die Fans. Klar, das eigentliche Ziel – direkter Klassenerhalt – ist nicht mehr möglich. Da bedurfte es eben einer minimalen Anpassung. Schwamm drüber, Mund abputzen, weiterhin fokussiert bleiben.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten: das volle Volksparkstadion, die euphorischen Fans, die Spieler voller Tatendrang und Siegeslust. Der Duft von Geschichte wird in der Luft liegen. Denn Geschichte wird in jedem Fall geschrieben. Entweder des größten Comebacks in der langen Bundesliga-Geschichte oder des 1. Abstieg des HSV. Letztere Option wird meinerseits selbstverständlich verdrängt. Die 1. Liga-Zugehörigkeit ist tief verankert in der HSV-DNA. Niemals 2. Liga!

Also kommt nur die erste Option in Frage und diese Rechnung ist super einfach:
HSV-Heimsieg gegen Mönchengladbach plus Auswärtssieg der Kölner in Wolfsburg, macht zusammen: 16. Tabellenplatz und Relegation gegen Holstein Kiel. Montag 21.05.2018, zweiter Sieg gegen die Kieler und der HSV bleibt weiterhin in der 1. Liga. Alles gut und alles bleibt beim Alten.

Wer jetzt meint, dass wäre unrealistisch, der hat den Hamburger SV nie verstanden. In der Relegation können wir unsere ganze Erfahrung ausspielen. Die Motivation Triple-Relegations-Meister werden zu können, wird die letzten Prozente aus den Spielern kitzeln. Anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Auch stelle ich mir vor, dass UnsNicolai den Siegtreffer gegen die Mönchengladbacher beschert und damit sein ganz persönliches Comeback feiert. Am ersten Spieltag trifft er zum Auftaktsieg, am 34. Spieltag zum letzten Sieg. Solche Geschichten schreibt nur der HSV. Was in der Relegation passiert, dazu komme ich später. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Halb-Finale in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Moin moin Freunde des Fußballs,

wir sind nun im Endspurt der HSV-Crunchtime. Nach 3 Siegen in 4 Spielen haben die Hamburger das vielbeschworene und zitierte Momentum des Siegers auf ihrer Seite. Und das völlig recht. Durch harte Arbeit und die wiedergefundene mannschaftliche Geschlossenheit befinden sich die Rothosen auf einer Welle der Euphorie. Trainer Titz hat für den 33. Spieltag das „Halbfinale“ ausgerufen, womit er klar und deutlich die Richtung vorgegeben hat. Nämlich, dass am 34. Spieltag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach das „große Finale“ gespielt wird. Zu Hause im Volksparkstadion. Was für eine Dramatik.

Ich muss ja zugeben, dass diese Wochen der HSV-Crunchtime schon mehr als üblicherweise an meinen Nerven zehren. Klar, nach den letzten Jahren ist man als HSVer einiges gewohnt und weiß, dass erst die letzten Spieltage die ganze Saison entscheiden werden bzw. da der Klassenerhalt gesichert wird. Diese Saison 2017/2018 wurde der Spannungsbogen arg gespannt, aber zum Glück nicht überspannt. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann dieser, dass es wieder etwas ruhiger zugehen kann. Diese mediale Dauerpräsenz ist ja bald nicht mehr zu ertragen. Jeder sog. Experte gibt irgendwo seinen Senf dazu, meist auch ungefragt. Und ständig wird man selbst gefragt, warum man den eigentlich noch HSV-Fan ist. Tsss, was für eine Frage. Einmal die Raute im Herzen, immer die Raute im Herzen! Soweit zu den Leiden eines HSV-Fans, zurück zum sportlichen Geschehen.

Im Halbfinale der HSV-Crunchtime trafen wir auswärts auf Eintracht Frankfurt. Vor dem Spiel war allen klar, dass uns nur ein Sieg weiterhelfen kann. Mit der schmerzlichen 0:3 Auswärtsniederlage stehen wir weiterhin auf dem 17. Tabellenrang. Großer Dank geht auch an die Bullen von RB Leipzig, die die Wolfsburger mit einem 4:1 Heimsieg nach Hause schickten. Die kommen zu Hause an und werden feststellen, dass sie zwar immer noch auf dem 16. Tabellenrang stehen, aber die Angst vor der zweiten Relegation in Folge weiterhin omnipräsent ist.

Die Chancen auf die Triple-Relegation sind dagegen für uns um immer noch da. Im Heimspiel gegen Mönchengladbach wird es das Finale, auf das wir Fans immer gehofft haben. Zum Trotz der zahlreichen Unkenrufe, dass der HSV absteigen würde. Dabei scheint es auch beim letzten Experten nicht angekommen zu sein: Der HSV wird niemals absteigen! Niemals!

Die Niederlage schmerzt natürlich, keine Frage. Aber was nützt es sich damit weiter zu beschäftigen. Wir müssen nach vorne schauen. Und nach Wolfsburg. Die haben auch verloren und somit bleibt es dabei, dass wir es am letzten Spieltag immer noch aus eigener Kraft schaffen können. Das Ziel heißt jetzt Relegation.

Die Relegation, ach wie schön, da haben wir bisher ja nur gute Erfahrungen gemacht. Ungeschlagen sind wir da! Da würden wir erst einmal zum 1. FC Nürnberg aufschließen, der schon dreimal an der Relegation teilgenommen hat. Zweimal gewonnen, einmal verloren. Wir können uns also die alleinige Spitze sichern, indem wir dreimal die Relegation gewinnen. Mehr Motivation geht nicht! Danke auch an die DFL, dass diese Regelung wiedereingeführt wurde. Allen Anschein wird der Verlierer, ähm Gegner Holstein Kiel sein. Aber damit will ich mich erst beschäftigen, wenn es soweit ist.

Jetzt heißt es erst einmal vollste Konzentration auf das große Saisonfinale. Borussia Mönchengladbach hat gegen den SC Freiburg 3:1 gewonnen und hat nur noch theoretische Chancen auf die Europa-League. Zu unstetig ihre Leistungen schon über die ganze Saison. Aber eigentlich ist mir das auch egal, jetzt kann uns nix mehr aufhalten. Samstag, 12. Mai 2018, alle Spiele gleichzeitig, Fußballherz was willst du mehr. Und der HSV? Mittendrin statt nur dabei. All die Hater werden doch mit einem Auge oder Ohr beim HSV sein und verfolgen was da im Volksparkstadion passiert. An die Adresse all derjenigen, ich kann es euch schon mal verraten: Da wird Geschichte geschrieben. HSV-Geschichte! In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Willkommen in der HSV-Crunchtime Teil 2

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach der unglücklichen 2:0 Niederlage gegen die TSG Hoffenheim folgte ein immens wichtiger 1:0 Sieg gegen den SC Freiburg im heimischen Volksparkstadion.

Nun stehen 25 Punkte zu Buche und in der dritten Woche der HSV-Crunchtime kommt es zum Nordduell gegen den VfL Wolfsburg. Dieser hat gegen Borussia Mönchengladbach eine empfindliche 0:3 Auswärtsniederlage einstecken müssen. Klar, dass sie vor heimischen Publikum auf Wiedergutmachung aus sind. Klar, dass sie sich nicht weiter in den Abstiegsstrudel hineinziehen lassen wollen. Oh Moment, da sind sie ja gerade endgültig angekommen, haha. Genau wie der SC Freiburg, der sich allerdings mit den Wirren des Abstiegskampfs auskennt.

Wir, die Hamburger kennen uns damit auch bestens aus. Es ist uns hinlänglich bekannt, mit dem Dauerdruck umzugehen. Daher wissen wir auch, wie wir die Wiedergutmachung der Wolfsburger zu verhindern wissen. Auch wenn wir gegen unseren Relegationshelden und Ex-Trainer Bruno Labbadia spielen werden, so haben wir für solche Sentimentalitäten mindestens 90 Minuten keine Zeit. Entscheidend ist auf dem Platz und da werden wir die „Wölfe“ jagen.

Was mich dabei so optimistisch stimmt? Ja ganz einfach, weil das Spielsystem unter Christian Titz immer besser zum Tragen kommt. Die offensive Spielweise, das konsequente Anlaufen und die stetig besser werdende Defensive machen es immer schwerer, gegen uns zu bestehen. Mit diesen Tugenden können wir es auf jeden Fall noch schaffen, mindestens den Relegationsplatz zu erreichen, da ja leider nicht wie in den Vorjahren alle Mannschaften für uns spielen. Die Mainzer haben mit ihrem 2:0 Sieg am letzten Spieltag gegen Freiburg vorgelegt. Egal ist daher, wie sie gegen Augsburg spielen.

So oder so, sind wir jetzt wieder richtig mit dabei. Die erste Hälfte der HSV-Crunchtime ist fast geschafft. Dass die üblich verdächtigen Sportmedien davon rein gar nichts mitbekommen haben, lässt sich daran erkennen, wie sehr sie sich in der vergangenen Woche den Kopf wegen des HSV-Abstiegs zerbrochen haben. Schon beim Aufschreiben der ganzen Szenarien wie eventuell gegebenenfalls vielleicht doch der HSV absteigen könnte, müsste den Schreiberlingen doch aufgefallen sein, dass dies alles unrealistischer Bullshit ist. Der HSV wird niemals absteigen. Niemals 2. Liga. Nur der HSV. Da wiederhole ich mich gerne, sehr oft und wenn nötig mehrmals. Bei aller Liebe zu kritischen Journalismus, aber was soll das? Klicksgenerierung auf Kosten des HSV? Billiger geht’s nimmer! Selbst das wir die Lizenz für die 1. Liga bekommen haben, ist in der ganzen Miesmacherei untergegangen.

Auch wenn es wohl bis zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg so weitergehen wird, ich lasse mich nicht davon abbringen, daran zu glauben, dass der HSV noch das Wunder von der Elbe schafft: den ersten Abstieg aus der 1. Fußballbundesliga zu verhindern. In diesem Sinne: Nur der HSV!

By Sören

P.s: wieder vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.