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Finale in der HSV-Crunchtime

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Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem Halb-Finale in der HSV-Crunchtime sind wir nun endlich angekommen. Im großen Finale am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/2018. Der Hamburger SV auf der Zielgeraden seines größten Comebacks. Wer hätte das gedacht, außer den eingefleischten HSV-Fans natürlich, dass der HSV eben doch noch nicht tot, geschweige denn solchen Schwachsinns wie „abgestiegen“ ist.

Denn bei allem Wunschdenken der HSV-Gegner ist doch eins klipp und klar: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist es noch möglich den Relegationsplatz zu erreichen. Vorausgesetzt, die Wolfsburger verlieren zu Hause gegen den 1. FC Köln. Nach Prüfung aller Fakten und meines Bauchgefühls liegen diese Ergebnisse im Bereich des absolut Möglichen.

Die Kölner haben schon angekündigt, dass sie dieses letzte Spiel nicht herschenken wollen. Schließlich will man nicht derjenige Traditionsverein sein, der erstens gegen einen millionenschwer finanzierten Plastikclub verliert und damit beiträgt, dass der Hamburger SV zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigt. Diesen Ziegen, ähm Bärendienst wollen die Kölner dem HSV und der gesamten Bundesliga nicht leisten. Die Kölner, da bin ich ohne jeden Zweifel, werden sich schon zu wehren wissen.

Der HSV hat zwar eine bittere Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht einstecken müssen, aber die wurde ganz schnell abgehakt. Schließlich gilt es, das ganz große Ziel – die Relegation – nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist genug Motivation, für die Spieler wie für die Fans. Klar, das eigentliche Ziel – direkter Klassenerhalt – ist nicht mehr möglich. Da bedurfte es eben einer minimalen Anpassung. Schwamm drüber, Mund abputzen, weiterhin fokussiert bleiben.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten: das volle Volksparkstadion, die euphorischen Fans, die Spieler voller Tatendrang und Siegeslust. Der Duft von Geschichte wird in der Luft liegen. Denn Geschichte wird in jedem Fall geschrieben. Entweder des größten Comebacks in der langen Bundesliga-Geschichte oder des 1. Abstieg des HSV. Letztere Option wird meinerseits selbstverständlich verdrängt. Die 1. Liga-Zugehörigkeit ist tief verankert in der HSV-DNA. Niemals 2. Liga!

Also kommt nur die erste Option in Frage und diese Rechnung ist super einfach:
HSV-Heimsieg gegen Mönchengladbach plus Auswärtssieg der Kölner in Wolfsburg, macht zusammen: 16. Tabellenplatz und Relegation gegen Holstein Kiel. Montag 21.05.2018, zweiter Sieg gegen die Kieler und der HSV bleibt weiterhin in der 1. Liga. Alles gut und alles bleibt beim Alten.

Wer jetzt meint, dass wäre unrealistisch, der hat den Hamburger SV nie verstanden. In der Relegation können wir unsere ganze Erfahrung ausspielen. Die Motivation Triple-Relegations-Meister werden zu können, wird die letzten Prozente aus den Spielern kitzeln. Anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Auch stelle ich mir vor, dass UnsNicolai den Siegtreffer gegen die Mönchengladbacher beschert und damit sein ganz persönliches Comeback feiert. Am ersten Spieltag trifft er zum Auftaktsieg, am 34. Spieltag zum letzten Sieg. Solche Geschichten schreibt nur der HSV. Was in der Relegation passiert, dazu komme ich später. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

schwarzesBild

Nun also doch. Der Chemnitzer FC stellte am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dass dieser schon in Arbeit sei, dieses Gerücht machte schon länger in der 3. Bundesliga-Saison 2017/2018 die Runde. Auf die Frage nach derartigen Plänen hieß es von Vereinsseite noch: „Wir bündeln in allen Gremien die Kräfte und arbeiten an einer sportlich, wirtschaftlich und finanziell tragbaren Gesamtlösung.“ Das machte den Fans Hoffnung, denn diese stirbt bekanntlich zu Letzt. In diesem Fall ist sie aber leider nur etwas länger gestorben.

Nach dem fast schon rauschhaften 5:0 Auswärtssieg gegen Rot-Weiß Erfurt am vergangenen Sonntag blühte die Hoffnung auf eine sportliche Lösung der Krise etwas auf. Nur noch sieben Punkte Rückstand auf den VfL Osnabrück. Das könnte vielleicht reichen, wenn dieses und jenes passiert. Solche Gedanken kreisten wohl bei jedem CFC-Anhänger seit Wochen im Kopf. Aber nun ist Schluss damit. Aus und vorbei.

So bitter das zu schreiben ist, aber die „Schießbude der Liga“ (denn das gehört zur Wahrheit dazu) wird sich nun endgültig aus der 3. Liga verabschieden. Bei aktuellen 29 Punkten werden wohl 9 Punkte abgezogen. Macht dann 20. Bei noch ausstehenden 5 Spielen sind maximal 15 zu vergeben. Beim Blick auf die Gegner fehlt mir allein der Glaube, dass diese überhaupt geholt werden können. Selbst bei solch einem himmelblauen Wunder stehen 35 Punkte zu Buche. Und das reicht nicht einmal, um zu den Osnabrückern aufschließen zu können. Nun ist der Drops wirklich gelutscht. Ende Legende.

Insolvenz, Konkurs, Pleite, Zahlungsunfähigkeit, lliquidität, Bankrott…wie man es auch nennen will, es ist und bleibt einfach nur Scheiße. Und es macht einen nervös, weil man nicht weiß wie es weitergeht. Hinzukommt die große Unlust, sich mit dem Thema Insolvenz zu beschäftigen. Zumindest heute nicht. Es reicht erst einmal, wenn das den Abstieg in die Regionalliga bedeutet.

Groß ist daher das Vertrauen in die handelnden Personen, insbesondere um die vor nicht allzu lange Zeit neugewählten Vorstände des CFC. In der Pressemitteilung wird ausgeführt: „Unseren Verein und den leistungsbezogenen Fußball in Chemnitz zu erhalten kann jedoch nur über solide, ehrliche und bodenständige Arbeit sowie die Einbeziehung der Mitglieder, Fans, Sponsoren und Förderer gelingen.“

Das ist aller Ehren wert und die Zukunft wird zeigen, was darunter alles zu verstehen ist. Heute ist jedenfalls kein himmelblauer Tag, sondern ein schwarzer in der Geschichte des CFC. Heute heißt es erstmal tief durchatmen und die neue Situation sacken lassen. Ein „das wird schon irgendwie mit dem Klassenerhalt“ ist vorbei. Die #MissionKlassenerhalt ist gescheitert.

Es ist das verflixte siebte Jahr. Die Wege vom CFC und der dritten Liga trennen sich. Bei aller Trauer und gestorbenen Hoffnung hilft es vielleicht an die Worte der Macher der Gellertwelle zu erinnern. Sie haben es hinsichtlich der Grundlage des CFC schon vor Wochen treffend beschrieben: „…Spieler kommen, Spieler gehen und auch sämtliche Funktionäre kommen und gehen. Was aber bleibt sind die Fans…“ Dem ist nichts hinzufügen.

By Nino

 

Zeit für ein himmelblaues Pokalwunder!?

DFB-PokalCFCFCB

Die Fakten sind klar: In der 1. Runde des 2017/18er DFB-Pokals trifft der Drittligist Chemnitzer FC auf den Erstligisten FC Bayern München. Rekord-Sachsenpokal-Sieger vs. Rekord-DFB-Pokalsieger. Das Stadion ist bis auf den letzten der 15.000 Plätze ausverkauft, die Vorfreude bei den Fans ist riesig.

Ohne jetzt weitere Daten wie Gesamtetat der Teams, individuell-spielerisches Niveau usw. in den Blick nehmen zu wollen, so ist die Rollenverteilung aus meiner Sicht für dieses Spiel klar. Der FCB ist der klare Favorit, der CFC der krasse Außenseiter.

Beim schönen Spiel Fußball geht es ja mitunter mehr um die Realität und was auf dem Rasen passiert. Er lädt zum Träumen ein. Nach der Auslosung war ich mir noch unsicher, ob dieses Los ein Traumlos für den CFC ist (hier geht’s zum Text). Mittlerweile kann ich sagen, dass es eins ist. Der CFC und seine Umbruchs-Mannschaft (10 Abgänge, 11 Neuzugänge) kann hier nur gewinnen. Gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Der CFC hat die Chance, ein Team der internationalen Spitzenklasse als würdigen Gastgeber zu empfangen. Die Fans haben die Chance eine stimmungsvolle Atmosphäre zu bieten. Die bayerischen Fans können eine mit dem CFC-Logo-gebrandete Brühwurst essen (ja, es gibt auch noch was Anderes als Weißwurst mit süßem Senf ;-)). Vielleicht scheint auch die Sonne und dieses Pokalspiel kann ein Highlight für alle Beteiligten werden. #MittendrinStattNurDabei

Der CFC war so clever und hat die Eintrittskarten zunächst nur für Mitglieder und Dauerkarteninhaber sowie in Verbindung mit einem Heimspiel (vs. VfR Aalen) angeboten. Somit sind nur rund 1000 Tickets noch in den freien Verkauf gekommen. Nach wenigen Minuten wurde dieser beendet und „Ausverkauft“ vermeldet.

Die Voraussetzungen für einen unvergesslichen Fußball-Samstagnachmittag sind also gegeben. Auch wenn ich als Bayern-Sympathisant (warum, wieso, weshalb steht hier) und Heimatverein-Fan in ein kolossales Fan-Dilemma gerate und es hoffentlich eine erkenntnisreiche Erfahrung wird. Davon abgesehen werden in diesem Spiel alle Daumen für die Himmelblauen gedrückt. #Erfolgsfan #;-)

Ob es Zeit für ein himmelblaues Wunder ist? Na klar, warum nicht. Beim Fußball dreht sich nicht immer alles um das Gewinnen. Es geht darum eine Geschichte zu schreiben, die im besten Falle dann noch den Enkelkindern erzählt werden kann. Und dieses Spiel hat definitiv das Potenzial Geschichte zu schreiben. Es kann eine knappe Niederlage für den CFC werden, ein klarer Sieg für den FCB. Es kann auch in die Verlängerung gehen, vielleicht sogar Elfmeterschießen. Tod oder Gladiolen. #VanGaal

Das Gute am Fußball ist ja, dass vorher alle nicht wissen, wie es ausgeht. Seien die Voraussetzungen auch so unterschiedlich wie in diesem Spiel. Und auch der alte Kalauer soll auch hier zum Einsatz kommen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Davon mal abgesehen, habe ich lediglich die bescheidene Hoffnung, dass die Himmelblauen nicht in Ehrfurcht erstarren. Dass sie keine devote Haltung gegenüber den Spielern einnehmen werden. Dass sie den ganzen Hype um dieses Spiel mit #Müller #Hummels #Lewandowski #Alaba ausblenden können. Dass sie dieses Spiel nutzen, um auch mal etwas zu wagen. Wenn nicht in diesem Spiel, wann dann? Freilich sollen keine dreifachen Übersteiger zelebriert oder überharte Zweikämpfe geführt werden. Aber warum nicht mal ein Fernschuss, die sind gerade in Mode…oder die leider viel zu wenig praktizierten direkten Eckstöße. #MarioBasler

Wie gesagt, gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Die Spieler können aber „kämpfen, beißen, kratzen“, „alles in die Waagschale werfen“, „niemals aufgeben“ und sich sonst noch alle weitere heißmachenden Sprüche aus der Motivationsschatulle immer und immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Nichts Schlimmeres gäbe es, wenn die Paderborner-Haltung angenommen wird, die der damalige Trainer A. Breitenreiter mit seiner Mannschaft an den Spieltag gelegt hat. Nach der 0:6 Auswärtsniederlage resümierte der Trainer das Spiel mit einem „Vielen Dank für das tolle Erlebnis“. Diese schmierig-devote Haltung soll um den himmelsblauen Willen nicht an diesen und sonst auch nie an den Tag gelegt werden. Es ist immerhin ein Pokalspiel, bei dem es wie immer zu Beginn 0:0 steht. Der CFC kann nur gewinnen, die Bayern mehr verlieren, als gewinnen. Für die „wir-wollen-immer-gewinnen-Bayern“ wäre es eine Blamage, an der altehrwürdigen Fischerwiese als Verlierer vom Platze zu gehen.

Dies haben die Bayern bisher mehrfach in der aktuellen Saison-Vorbereitung getan. In neun Testspielen (#TelekomCup #AudiSummitCup #InternationalChampionsCup #AudiCup #Supercup) gab es drei Siege und sechs Niederlagen. Die Asien-Promo-Reise war sportlich gesehen eine krachende Niederlage. Der Supercup wurde erst im Elfmeterschießen 5:4 vs. Borussia Dortmund gewonnen. Souverän sieht anders aus. Nicht zu vergessen die Verletztenliste. Eine topbesetzte Mannschaft wird schon aus diesem Grund nicht möglich sein.

Der CFC ist mit einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen in die Drittliga-Saison 2017/2018 gestartet. Das stark veränderte Team befindet sich noch in der Findungsphase. Die Spielphilosophie des neuen Trainers Steffens kann noch nicht in Gänze auf dem Platz umgesetzt werden.

Das alles gilt es aber für das Spiel des Jahres auszublenden. Die Vorfreude sollte überwiegen. Ich freue mich daher auf ein schönes Fußballspiel, in einem vollen Stadion, in meiner Heimatstadt. Es ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Oder doch das himmelblaue Pokal-Wunder? Mehr dazu hier auf diesem Blog…

By Nino