Schlagwort-Archive: Gerüchte

Fake News? Lese was du glauben sollst!

fakenews

Fake News, Falschinformationen, alternative Fakten…wie immer es auch bezeichnet wird, es handelt sich dabei nicht um Tatsachen oder sogar die Wahrheit. Dieses Thema erreicht immer mehr an Relevanz und nicht erst seitdem der derzeit amtierende Präsident der USA, Donald J. Trump, diesen neuen Ausdruck in seinen eh schon limitierten Wortschatz aufgenommen hat.

Wenn über Fake News geschrieben wird, dann handelt es sich laut Spiegel Online um „bewusste Falschmeldungen, die sich viral verbreiten und eigens zu diesem Zwecke produziert wurden.“ Das primäre Ziel ist also Verwirrung stiften, Unruhe verbreiten, Debatten auslösen und/oder lenken.

Baba und ich haben uns auch schon mit diesem Thema beschäftigt. Bezeichnet haben wir dies aber noch als Gerüchteküche beim FC Bayern München oder haben uns dem mittlerweile ganzjährigen Transferwahnsinn gewidmet. Es ist ja immer wieder erstaunlich welche Spieler „im Visier“, „auf dem Zettel“ oder „der Einkaufsliste“ verschiedener Clubs stehen. Offenbar haben die Chefredakteure oder wie sie sich auch schimpfen…Director Digital…hier ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Mehr „Eilmeldungen“ oder „Breaking News“ bedeuten mehr Klicks im Netz, die wiederum mehr Werbeeinnahmen generieren. Durch diese entsteht eine sogenannte „Gemengelage“ (beliebtes Wort der Journalisten), über die im späteren wieder berichtet wird. Ein Kreislauf, der meist nur von der nächsten Top-Meldung durchbrochen wird. Anhand von zwei aktuellen Beispielen kann dies eindrucksvoll und vor allem nachweislich erläutert werden:

Erstes Beispiel:
Am 20. Bundesliga-Spieltag hat der „24-Stunden-Sportnachrichtensender“-SkySportNews die „Meldung“ veröffentlicht, dass der Gesellschafterausschuss der Bayer-Fußball GmbH am Morgen vor der Bundesligapartie vs. Eintracht Frankfurt die Entlassung von Cheftrainer Roger Schmidt beschlossen habe. Sportdirektor Rudi Völler dementierte dies energisch mit „Schwachsinn“, auch weil es eine solche Sitzung nie gegeben hat. Er kündigte bis zu einer Entschuldigung von Sky einen Interview-Boykott an. Diese folgte prompt mit der Sky-Pressemitteilung „[…] Wir haben einen Fehler gemacht und haben uns bereits im Stadion unmittelbar nach der Partie entschuldigt […].“

Zweites Beispiel:
Das Sportmagazin „Kicker“ meldete Mitte Februar 2017 herrlich einfallslos: „Schmidt für Schmidt?“. Dabei wurde von einer Kontaktaufnahme von Bayer Leverkusen zum Mainzer-Trainer Martin Schmidt berichtet. Dieser wiederum dementierte diese Meldung und schob noch eine Einschätzung der ganzen Sache hinterher: „Ich finde, es ist ein Mangel an Respekt, auch gegenüber Mainz 05, so etwas hervorzubringen. Ich habe noch eineinhalb Jahre an Vertrag, bin mit den Spielern und Leuten hier zufrieden. Das ist reine Spekulation.“ Der Kicker titelte dazu in der #Headline: „[…] Nun dementierte der Schweizer mit 24-stündiger Verspätung – die Gemengelage ist hochinteressant.“

Da ist sie wieder, die Gemengelage. Selbstproduziert und dazu noch falsch. In Trump’scher Manier könnte man auch sagen: „Very fake news“. Aber zurück zu den ernstzunehmenden Menschen. Die sitzen hoffentlich mehrheitlich in den Redaktionsstuben. Sie haben nämlich die strukturellen wie finanziellen Möglichkeiten und damit die Macht die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Der in beiden Beispielen betroffene Roger Schmidt schätzte diese Fake News ernüchternd ein: „Das gehört zum Geschäft.“ Nach dem Motto „Damit müssen wir leben.“ Mitnichten müssen wir damit leben! Dazu muss man sich lediglich die Funktion der Medien vor Augen führen! Diese ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb):

„[…]
– so vollständig, sachlich und verständlich wie möglich informieren,
– in freier und offener Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und
– mit Kritik und Kontrolle durch investigativen (nachforschenden und aufdeckenden) Journalismus begleiten.
Damit nehmen die Medien die Rolle von Vermittlern und Hütern ein. […].“

Bei den Meldungen von Kicker und SkySportNews ist das nicht ansatzweise gelungen. Es ist ja auch viel zu abstrus zu behaupten, dass sich Sky, der Kicker und Leverkusen zu einem abgekarteten Spiel verabreden. D.h. solche Geschichten erfinden, zur Steigerung der Quote/Klickzahlen und um die Popularitäts-Werte von Bayer 04 in den Plus-Bereich zu hieven. #Vizekusen, als verhasster Werksklubs ohne Tradition kann noch ein paar Sympathie-Punkte vertragen, oder nicht!? Und SkySportNews ist seit kurzem, oh Wunder, frei empfang-bar. Aber wie bereits erwähnt, viel zu abstrus, eher was für naive Verschwörungstheoretiker mit Alu-Hut.

Ich gehe also davon aus, dass andere Beweggründe eine Rolle spielen müssen. Aber welche? Was treibt die Medien dazu an, solche bewusst falschen Meldungen zu verbreiten? Was sind die Motive? Ist es die schlechte Quote? Sind es miese Verkaufszahlen? Gibt es zwischen den Beteiligten noch offene Rechnungen? Persönliche Eitelkeiten? Verletzte Egos? Enttäuschte Schreiberlinge, die endlich einen „Coup“ landen wollen. Oder waren Praktikanten am Werk, die sich einen Scherz erlauben wollten? Und was ist mit der journalistischen Sorgfaltspflicht?

So oder so: In erster Linie beschädigen die Sportjournalisten ihre eigene Reputation plus die des Magazins oder Senders. Solche Aktionen sind noch billiger als Brötchen bei Lidl! Journalisten-Legende Henri Nannen würde sich jedenfalls im Grabe umdrehen!

Was gilt es nun zu tun, wie geht es weiter?

Als sichere Quellen gelten die Live-Interviews, die Pressekonferenzen, Pressemeldungen der Vereine, also alles was irgendwie nachprüfbar bzw. belegbar ist. Auch die Social-Media-Kanäle der Stars sind Quellen, auch wenn dadurch gelegentlich passable Eigentore geschossen werden.

Bitte nicht falsch verstehen: Es kann nicht die Aufgabe der Sport-Fans und interessierten Leser sein, jeden Artikel und Behauptungen nachzuprüfen. Es ist allerdings die Aufgabe den Verstand einzuschalten. Oder wie es die bpb treffend formuliert: […] „Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die Medien und die in ihnen tätigen Personen nicht automatisch neutral und ohne eigene Interessen agieren. Die Bürger/innen sollten sich daher gegenüber den Medien und deren Berichterstattung eine kritische Haltung bewahren und bereit sein, nach Möglichkeit verschiedene Darstellungen zu vergleichen.“

Der jeweilige #11Freunde #Kicker #Sport1 #Sportbild #Zeit #Spiegel #FAZ #Welt #Stern-Leser könnte also auch bei den genannten anderen Sportmedien vorbeischauen und die Faktenlage vergleichen. Oder einfach mal nicht jeden Sch…lesen!

Vor diesem will ja in Zukunft #FocusOnline die Öffentlichkeit bewahren. Indem sie für #Facebook Fakten checken und systematisch verbreitete Lügen aufdecken. Ohjeohje, gerade diejenigen, die derzeit vor Gericht stehen, weil sie bei BILD Plus systematisch Inhalte geklaut haben sollen. Seriosität sieht jedenfalls anders aus.

Schau ma mal was noch darüber zu lesen sein wird…Vielleicht hilft es ja und es werden weniger Eigentore mittels Fake News geschossen. Kicker und Sky können ja als Vorbild dienen. Allgemein ist ja bekannt, dass sich Qualität am Ende immer durchsetzt…

By Nino

 

Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern.

MichelinMännchen

 

Vor einer Woche wurde nicht nur das Winter-Transfer-Fenster mit all seinem Wahnsinn geschlossen, nein auch der Wechsel von Pep Guardiola von Manchester City wurde offiziell bekannt gegeben. Seitdem vergeht kein Tag ohne eine Meldung welcher Spieler zum MCF wechseln oder sogar vor ihm flüchten könnte. Wird er Spieler von FC Bayern München mitnehmen? Wird er Neymar oder sogar Lionel Messi nach England lotsen können? Das Geld sitzt dort jedenfalls locker und interessant wäre es allemal zu sehen, wie Messi bei einem anderen Verein kickt. Die Spekulationen werden wohl leider bis zum Ende der Transferperiode im Sommer 2016 weitergehen. Leider deswegen, weil es zu nerven beginnt, wie die üblichen Verdächtigen Sportmedien jedes noch so absurde Gerücht entweder selbst verbreiten oder gar übernehmen und daraus weitere Geschichten generieren.

In der kulinarischen Welt wird die Qualität eines Restaurants nicht an Pokalen gemessen, sondern an der Anzahl der Sterne #Michelin. Ein Restaurant mit z.B. einem Stern hat „eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“. Schau ich mir die Gerüchte-Küche beim FC Bayern München an und müsste diese beurteilen, so verdient sie nicht mal einen Stern. Da wird einfach ohne Geschmack, zu heiß und zu fettig gekocht.

Ein passendes Beispiel liefert dazu die letzte Gerüchte-Offensive der SPORT Bild, die gierig nach Klickzahlen von anderen #Sport1 #Kicker #SPON aufgegriffen wurde. Da soll es bei den Münchnern zu dicke Spieler gegeben haben. Da sollte nicht Serdar Tasci, sondern Herthas John Anthony Brooks als neuer Innenverteidiger verpflichtet werden. Dann soll Arturo Vidal im katarischen Trainingslager leicht alkoholisiert gewesen sein. Alle Gerüchte, wurden von Sportvorstand Matze Sammer mit einem klar und deutlichen „Das stimmt nicht und das ist die Unwahrheit“ zurückgewiesen.

Gegen letzteres Gerücht gehen die Münchner juristisch vor und ich bin wirklich gespannt, ob die Sport Bild Beweise liefern kann, dass Vidal in Katar Alkohol getrunken hat. Für beide Seiten ist die Fallhöhe ziemlich hoch. Die Bayern würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn Videos, Bilder und sonst was auftauchen würden. Die Sport Bild bzw. die Bild Zeitung im Allgemeinen hat ja nicht nur diesen Prozess an der Arschbacke. Offenbar gehört das in dieser Schreibbude zum guten Ton.

In der sonntäglichen Doppelpass Sendung konnte der Fußball-Chef der Sport Bild, Christian Falk auch leider nichts Erhellendes zu dieser juristischen Auseinandersetzung beitragen. Er verwies auf das „schwebende Verfahren“. Die Fortsetzung folgt also…

Nun lebt der Fußball auch von den Geschichten auf und neben dem Rasen. Wenn sie aber ins Absurde abdriften und gezielt Unwahrheiten verbreitet werden, dann stellen sich die etablierten Medien selbst ein Bein. Auch wenn die Online-Seiten ihr Geld mit Klickzahlen verdienen. Für den Klick, für den Augenblick. Mitleid gibt’s dafür nicht.

Gutes Geld könnten sie ja auch mit gut recherchierten Storys machen. Und es gibt so vieles, über das berichtet werden kann. Interessant wäre doch z.B. zu erfahren, was aus den groß angekündigten Initiativen für die Flüchtlinge geworden ist. Der FC Bayern hat da ziemlich viel angekündigt. Warum gibt es dazu keine Berichte?

Beim Kicker lässt man lieber einen Maulwurf zu Wort kommen und andere Medien wollen diesen ausfindig machen. Die Presseabteilung des FCB dementiert fleißig und die Sportjournaille schreibt Artikel darüber, dass die Bayern sich über die Berichterstattung aufregen und tadaa: fertig ist die Maulwurf-Affäre.

Ist es ein Geben und Nehmen? Ein abgekartetes Spiel? Ich weiß nicht, ob die Bayern es so nötig haben in der Presse präsent zu sein? Dabei bespielen sie ja schon sämtliche Kanäle, den Social Media Kram nicht zu vergessen #Twitter #Instagram #Facebook #Snapchat.

So oder so täte dem deutschen Fußall-Journalismus ein wenig mehr Seriosität ganz gut. Der Fußball schreibt so viele Geschichten, die eine größer, die andere kleiner. Da bleibt keine Zeit und Raum für Unwahrheiten und miese Storys, mit denen die Klickzahlen bzw. die Leserschaft erhöht werden soll. Vielleicht klappt es dann auch mit einem Stern, aber nicht für die Gerüchte-Küche, sondern für den journalistischen Anspruch an sich.

By Nino