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Interview mit der Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“

2017 konnte der Blogger Chasing mit einem Text zum Spiel Chemnitzer FC vs. Rot Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras in der Kategorie „Gastbeitrag“ Premiere feiern. Nun steht die Premiere in der Kategorie „Interview“ an. Dazu war die Gruppe „CFC-Fans gegen Rassismus“ unser Gesprächspartner. Im Interview spricht die Gruppe u.a. über die Entstehungsgeschichte, bisherige Aktionen und Ziele sowie zur Frage wie die Zukunft des CFC aussehen könnte. Viel Spaß beim Lesen!

 Vielfalt

Mit freundlicher Genehmigung der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus.

Was war der Anlass zur Gründung der „CFC-Fans gegen Rassismus“?

CFC-Fans gegen Rassismus: Die Stimmung im Stadion wird seit langer Zeit von Gruppen dominiert, die klar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Man konnte das als normaler Fußballfan immer ausblenden, sich damit abfinden oder man konnte dem Stadion fernbleiben. Mehr Optionen gab es nicht. Man dachte wohl lange, dass es sich mit der Zeit von selbst erledigen würde. Aber an den Ausschreitungen Ende August, Anfang September 2018 haben sich bestimmte Fangruppen des Chemnitzer FC beteiligt, die damit ihren Einfluss auch außerhalb des Stadions demonstriert haben. Die Ereignisse am 9. März 2019 beim Spiel gegen Altglienicke und individuelle Erfahrungen der Mitglieder in diversen Fanclubs haben dann den Stein ins Rollen gebracht und waren der Impuls, sich zusammenzufinden. Die ‚CFC-Fans gegen Rassismus‘ sind kein Fanclub, sondern eine Initiative, die Fans eine Stimme geben möchte, die rechtsradikales, rassistisches, antidemokratisches Gedankengut ablehnen. Wir fordern ein, dass die Werte unseres Grundgesetzes auch im Fußballstadion gelten und Diskriminierung gleich welcher Art bei aller sportlicher Rivalität im Fußball nichts zu suchen haben. Die ‚Sektion Vielfalt‘ ist ein Projekt im Rahmen unserer Initiative.

Welche Aktionen habt ihr bisher gestartet und sind in Zukunft geplant?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben bereits eine Reihe von Aktionen gestartet, die jedoch nicht alle in die Öffentlichkeit gelangt sind. Zum einen hatten wir in den letzten Monaten mit einigen organisatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum anderen sehen wir unsere Hauptaufgabe nicht darin, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege für den Chemnitzer FC zu treiben. Medienwirksame Spruchbänder oder öffentliche Bekundungen sind als Signal nützlich, werden aber allein langfristig kaum etwas ändern. Wir sind uns bewusst, dass ein langer Weg vor uns liegt und dass es viele kleine Schritte braucht, um etwas zu bewegen. Dafür arbeiten wir an Projekten gemeinsam mit dem Verein bzw. der GmbH. Wir suchen Kontakt zu anderen Gruppierungen und Fanclubs, die unseren Zielen positiv und offen gegenüberstehen und loten aus, was wir gemeinsam tun können. Wir schauen dabei auch auf Initiativen anderer regionaler und überregionaler Vereine, nicht nur im Bereich Fußball. Die Probleme, die wir beim Chemnitzer FC haben, kennen andere Vereine natürlich auch und wir suchen den Erfahrungsaustausch.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem CFC, hier insbesondere mit dem Fanbeauftragten und dem Anti-Rassismus-Beauftragten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir stehen mit dem Anti-Rassismus-Beauftragten und dem Fanbeauftragten in Kontakt. Die Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer FC könnte jedoch besser laufen. Dort hat man momentan viele andere Probleme auf dem Tisch und irgendwas fällt immer hinten runter. Wir können die schwierige Situation des Vereins nachvollziehen, wünschen uns aber, dass die Zusammenarbeit mit uns intensiver und verbindlicher als in der Vergangenheit stattfindet. Bisweilen haben wir den Eindruck, unsere Initiative wird zur Zeit eher als lästiges Randthema wahrgenommen. Es gibt aber einen Zusammenhang zwischen den strukturellen Problemen, dem schlechten Image des Vereins und den Versäumnissen in der Vergangenheit. Wir sind der Meinung, dass man auch ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand einiges tun könnte, um das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Dazu haben wir auch konkrete Vorschläge gemacht, die bislang aber nicht umgesetzt wurden. Wir hoffen, dass das Insolvenzverfahren bald abgeschlossen werden kann. Denn in Zukunft muss hier deutlich mehr passieren.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen innerhalb der Chemnitzer Fanszene? Gibt es Vorbehalte und/oder Unterstützung?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir haben Kontakt zu einzelnen Gruppierungen und Fanclubs, die unser Anliegen unterstützen. Es gibt auch Gruppen, die unsere Positionen ablehnen. Wir haben bereits schlechte Erfahrungen gesammelt, sind auch konkret bedroht worden. Wir sind deshalb vorsichtig, legen es nicht auf eine Konfrontation an. Wir haben bereits eine Vielzahl von Unterstützern im und außerhalb des Stadions und wir werden stetig mehr. Unser Ziel ist es, eine relevante Größe im Fanspektrum zu werden.

Was entgegnet ihr Kritikern, die fordern, dass Politik nichts im Stadion zu suchen hat?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sehen diese Aussage kritisch. In der Vergangenheit wurde sie vor allem benutzt, um Diskussionen abzuwürgen, um Kritiker ruhig zu stellen. Das Stadion kann kein politikfreier Raum sein, denn normalerweise bildet sich dort die Breite der Bevölkerung ab mit allen ihren Meinungen und Lebensentwürfen. Und das soll auch so sein. Der kleinste gemeinsame Nenner ist der Fußball, die lautstarke Unterstützung der Mannschaft, aber eben auch das Grundgesetz. In dem Moment, wo Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, Rasse oder sexuellen Orientierung beleidigt und diskriminiert werden, werden Grundwerte mit Füßen getreten. Genau das passiert leider regelmäßig im Stadion und meist wird dem nicht widersprochen. Widerspruch gegen diese Aktionen wird aber immer wieder als politische Stellungnahme abgelehnt. Das geht nicht. Dumme Kommentare wird es immer geben. Aber wir wünschen uns eine Tribüne, wo rassistische Beleidigungen nicht unwidersprochen bleiben. Wir sehen hier alle Fans, aber vor allem auch die aktive Fanszene in der Pflicht. Wenn die nicht mitmacht, wird es nicht klappen.

Wie kann der CFC seine Probleme mit Rechtsradikalismus lösen? Welchen Beitrag wollt ihr dazu leisten?

CFC-Fans gegen Rassismus: Der CFC muss sich zunächst eingestehen, dass er Probleme hat und dass diese gelöst werden müssen. Wir sind uns nicht sicher, ob diese Erkenntnis bereits überall gegeben ist. Vielleicht herrscht auch der Eindruck, man habe bereits genug getan. Wir sehen das anders. Wir erwarten nach wie vor eine detaillierte Aufarbeitung der Vorgänge rund um den 9. März 2019. Vieles ist in Bruchstücken bereits an die Öffentlichkeit gelangt, aber es existieren auch einige Widersprüche, die aufzuklären sind. Es wurden unmittelbar danach mehrere Personen entlassen und mittlerweile teilweise wieder rehabilitiert, ohne dass deren Verantwortlichkeiten jemals abschließend geklärt wurde. Wir hören immer nur von allen Distanzierungen, keiner will etwas gewesen sein oder für etwas Verantwortung gehabt haben. Das kann doch nicht stimmen. Die Aufklärung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass das in Zukunft nicht wieder geschehen kann. Es müssen Maßnahmen getroffen und durchgesetzt werden, die Ähnliches in Zukunft effektiv verhindern. Darüber hinaus muss der Verein sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen und Farbe bekennen. Entsprechend § 2 Absatz 1 seiner Satzung sieht der Verein seine Aufgaben auch in der charakterlichen Bildung seiner Mitglieder und laut Absatz 4 tritt er rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen. Das kann aus unserer Sicht nur gelingen, wenn der Verein als Partner im Bereich Aufklärung und politischer Bildung zur Verfügung steht. Wir sehen hier in allen Bereichen noch ungenutzte Möglichkeiten, auch im Profibereich müssen Angebote geschaffen werden. Wir unterstützen den Verein gern bei der Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, Vereinen und Bildungsträgern. Wir bieten auch unsere Mitwirkung bei der Durchführung solcher Angebote und Veranstaltungen an.

Wie stellt ihr Euch den CFC in Zukunft vor?

CFC-Fans gegen Rassismus: Wir sind Fans des Chemnitzer FC und wollen natürlich in erster Linie unsere Mannschaften sportlich erfolgreich sehen. Untrennbar gehört dazu aber unserer Ansicht nach auch ein aktives Vereinsleben und ein gesellschaftspolitisches Engagement, das der Verantwortung des größten Sportvereins der Stadt gerecht wird. Wenn es gelingt, dass der Verein in der öffentlichen Wahrnehmung wieder ein Abbild der Bevölkerung der Stadt und der Region darstellt, wird sich dadurch auch die Identifikation mit dem Verein verbessern. Das könnte sich widerspiegeln in besseren Mitglieder- und Besucherzahlen und auch der Attraktivität für Sponsoren, die letztlich das nötige Geld zur Verfügung stellen. Wir sehen einen langen steinigen Weg vor uns. Aber wir wollen ihn gehen.

thebeautifulgameblog bedankt sich bei der Gruppe CFC-Fans gegen Rassismus für das Interview.

Hudson Derby – nö RB, nich hier!

StadiumAnpfiff

Ende August 2019 stand das Hudson Derby an. Mein NYCFC empfing den „Stadtrivalen“ aus New Jersey Red Bull New York im Yankee Stadium. Beide standen in der Tabelle im oberen Drittel nur drei Punkte entfernt voneinander in Schlagweite zur Spitze.

Ich hatte den NYCFC schon eine Weile nicht besucht, da meine Kids einfach noch nicht im Fußball-mündigen Alter sind und wahrscheinlich jeden Besuch einer kulturellen Veranstaltung in ein Spielplatzabenteuer mit Hüpfburg und Schlammschlacht verwandelt hätten. Dieser Gedanke hielt mich in den letzten Jahren von einigen Stadiongängen ab, da ich doch etwas vom Spiel haben und nicht nur Zirkusdompteur und Ordnungshüter spielen wollte. Dennoch haben meine Jungs in diesem Jahr Fortschritte im Fußball spielen wie schauen gemacht und ich liebäugelte mit dem Gedanken dem hoffentlichen Bullen Schlachten beizuwohnen.

Am Abend vorher veranstaltete die Trinkhalle Hofbräuhaus in NYC eine Ticketverlosung zum Spiel und ich meinte zu meiner Frau, dass ich diese ja eh gewinnen würde wenn, ja wenn wir da hingehen würden. Sie lachte nur und meinte später, dass sie uns einen Tisch reserviert hatte. Jetzt gab es kein Entrinnen mehr und schon befand ich mich mit meinen Kids und der Dame im angenehmen Klein Deutschlandidyll mit Schweinshaxe, Spätzle und einem Maß Kellerbier. Die Musik war laut und viele 80er Hits wurden von der Band interpretiert, so dass uns Blasmusik erspart blieb und unsere Kids für die Dauer des Aufenthaltes beschäftigt waren. Als es zur Ticketverlosung kam, gewann ich dann tatsächlich vier Tickets fürs Derby. Das war schon toll, wie selbstverständlich dies passierte. Danke HB Haus!

Tickets

Am nächsten Abend ging es in den Gourmettempel des Yankee-Stadions, wo wir bei perfekten Plätzen einen überragenden NYCFC anfeuerten. Perfekte Plätze nicht wegen der Platzierung im Stadion, sondern weil vor und hinter uns mehrere Reihen frei blieben, welche von meinen Kids gründlich genutzt wurden. Meine Kids in Himmelblau vom Chemnitzer FC waren dennoch verwirrt, warum man denn nicht für die Roten Bullen halten kann. „Scheiß Marketing“ schrillte es in meinem Kopf und wahrscheinlich haben meine Kids das auch gehört, da mein 4jähriger für einige Minuten „Scheiße Scheiße Scheiße“ vor sich hin trällerte! Da ist wohl noch einige Aufklärung notwendig.

CFC-Jungs

Das Spiel ist schnell erzählt. Ein munteres hin und her mit klarer Überlegenheit durch NYCFC. Dennoch ging der Kuhverein in Führung. Irgendwann konnte NYCFC seine Chancen in Tore umwandeln und gewann 2-1. Wobei ich Maxi Morales Agilität und Einsatz hervorheben möchte und Heber’s Hackentor zum 2-1.

FührungRedBull

TorjubelNYCFC

Endstand

Ein gelungener Abend im Yankees-Stadion welcher vom „wahren“ New York Club gewonnen wurde. An dieser Stelle könnte man sich immer über die Pseudo Vereine der MLS auslassen und ich bin mir sehr bewusst, wer als Sponsor beim NYCFC agiert. Dennoch möchte ich hervorheben, dass gerade eine gesunde Rivalität in so einer großen Stadt den Reiz des Fußballs zum Tragen bringt und beide Vereine eine Bereicherung für die MLS sind. Im Großen und Ganzen ist das Niveau der MLS beachtlich und der Unterhaltungswert enorm. Cheers!

Over and Out, euer Baba!

Lese-Empfehlung: Das Hudson Derby und die schlechte Kopie (2016)

 

 

„Was bisher geschah…“ Teil 9

Neun

Das letzte Mal einstellig, dann sind wir schon bei Numero 10. Vorher können wir in aller gebotenen Bescheidenheit in unserer Rückblicks-Kategorie „Was bisher geschah…“ wie eh und je auf einen bunten Strauß an Themen zurückblicken. Wir haben uns dem ewigen Thema „Relegation“ mit einem Pro und Contra gewidmet und so wie es aussieht, werden wir wohl dazu niemals einer Meinung sein. Wenn schon dann beim Thema Kommerz. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote sind immer noch eine gute Orientierung, etwas proaktiv gegen die Kommerzialisierung im Fußball-Geschäft zu tun. Bei aller Schwierigkeit der konsequenten Umsetzung.

Eine luftige Geschäftsidee hatten wir allerdings für Timo Werner. Leider aufgrund der ihn ereilenden Schmäh-Rufe aus der Not geboren. Einen empörten und immer noch unbeantworteten Leserbrief an den 11Freunde Chefredakteur und u.a. auch SternStimme Philip Köster hatte dies auch noch zur Folge.

Fehlen durfte unser geliebter Chemnitzer FC selbstverständlich nicht. Diesmal vertreten mit einem Kommentar zum Sieg im Sachsenpokal 2017, der wiederum zum vermeintlichen Traumlos FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals geführt hatte.

Wie immer: Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

81. Was bisher geschah…Teil 5

82. Relegation ist Mist

83. Der unabsteigbare HSV – der Traum von einer Huldigung!

84. Kommentar zum Sachsenpokalfinale Lok Leipzig vs. CFC

85. Relegation ist geil! Alles oder Nichts! Es lebe die Relegation!

86. Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

87. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

88. CFC vs. FCB – Das Pokal-Traumlos!?

89. Leserbrief zur stern-Stimme Philipp Köster

90. Ein Bericht vom Spiel Houston Dynamo vs. FC Dallas

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und last but not least Teil 8.

 

Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion

Nikolaus

Wunder gibt es immer wieder“. Das wusste im Jahr 1970 Katja Ebstein zu besingen. Das Wunder einer Ticket-Spenden-Aktion dürfen die Freunde und Fans des Chemnitzer FC im Dezember 2018 erleben. Wie konnte es zu diesem Ereignis kommen?

Dazu eine kurze Einführung: Der Fanszene Chemnitz e.V. hatte vor zwei Jahren in Kooperation mit AWO Fanprojekt Chemnitz und dem CFC eine Ticket-Spenden-Aktion ins Leben gerufen. Im Ergebnis konnten in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 700 bedürftige Kinder und Jugendliche am letzten CFC-Heimspiel der jeweiligen Saison teilnehmen. Eine Aktion, die an sich zu unterstützen gilt, gerade im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage.

In diesem Jahr läuten die Glocken aber anders. Der CFC teilte Ende November 2018 dem Initiator Fanszene Chemnitz e.V. mit, dass „die aktuell handelnden Personen im Chemnitzer FC e.V. keine Zusammenarbeit mit dem „Fanszene Chemnitz e.V.“ für diese Aktion wünschen bzw. wir „zur Zeit nicht als Ansprechpartner“ gesehen werden.“

Meine erste Reaktion war dazu: „Ho Ho Ho…noooo!“ Es folgten die Fragen nach dem Warum/Wieso/Weshalb und was denn bei den handelnden Personen im CFC e.V. los sei? Gibt es denn im innersten Führungszirkel niemanden der sagt: „Hey Leute, das können wir nicht machen, das gibt nur schlechte Presse und die Fans werden das nicht gut finden“. Oder werden diese Stimmen überhört? Marketing-Themen, die nix mit Fußball zu tun haben, sind schon immer „Kinder & Tiere“ gewesen. Das geht immer, da kannst du nicht viel falsch machen. Das dachte sich auch der CFC, da er mitteilte, andere Optionen zu prüfen.

Wenige Tage später teilte dann der CFC mit, dass er zu einer Ticketspendenaktion unter dem Motto „Der Nikolaus ist Himmelblau“ aufruft: „Alle Jahre wieder – wie bereits berichtet, möchte der CFC auch in diesem Jahr Kindern und Jugendlichen in der Vorweihnachtszeit einen Stadionbesuch zu einem Heimspiel der Himmelblauen ermöglich.“

Meine Reaktion diesmal: Oh…je…Oh…je…! „Alle Jahre wieder“!? Im Ernst!? Auch bei äußerst freundlicher Betrachtung ist das immer noch ganz schön dreist, diese Art von Spendenaktion zu kopieren. Wie durch ein weiteres Wunder sind auch bereits vor dem Spendenaufruf bereits 1.000 Euro eingegangen, so dass mindestens 200 Kinder am Heimspiel vs. SV Babelsberg 03 teilnehmen können. Woher die 1.000 Euro kommen, ich will es gar nicht wissen. Nach Ablauf dieser Nikolaus-Aktion soll es darüber hinaus möglich sein, Kindern und Jugendlichen ein Stadionerlebnis zu ermöglichen #Nachhaltigkeit.

Wie konnte es nun zum Abbruch der Zusammenarbeit kommen? Es ist wohl das Ergebnis der noch andauernden Auseinandersetzungen mit Teilen der Fanszene und der Art und Weise der Ausgliederung der Profiabteilung beim CFC e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit). Und wer ist dran schuld? Je nach dem man fragt, dann ist es wohl immer der andere. Bei näherer Betrachtung läuft es wohl auf den Vorstand des Fanszene Chemnitz e.V. und den Vorstand des CFC inklusive Insolvenzverwalter K. Siemon hinaus. Insgesamt also ein überschaubarer Personenkreis, deren Handlungen im Ergebnis kein gutes Bild nach Außen abgeben.

Mir stößt allerdings auch übel auf, dass abseits dieser Spendenaktion, scheinbar bei diesen Beteiligten etwas Anderes in Vergessenheit gerät. Nämlich, dass es noch Fans und Mitglieder geben soll, die keine Möglichkeit hatten, an den Gesprächsrunden zwischen den Vereins- und Fanvertretern teilzunehmen. Jenen Mitgliedern, deren Forum die Mitgliederversammlung ist, wird diese Möglichkeit des Austausches nicht gegeben. Jedenfalls dieses Jahr nicht mehr, aufgrund der hohen Kosten. Oder weil man einfach bis Ende des Jahres 2018 und Anfang 2019 seine Ruhe haben will. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Zurück zum himmelblauen Nikolaus. Zu diesem Tag wird wohl die Aktion enden und das Ergebnis verkündet. Und ich brauche nicht viel Phantasie und keinen Blick in die Glaskugel, aber diese Aktion kann ohne Wenn und Aber nur ein voller Erfolg werden. Das Ziel „1000 Tickets für 1000 Kinder“ wird wahrscheinlich knapp drüber liegen. Die klare Botschaft an die Herren des Fanszene Chemnitz e.V. soll dann lauten: Schaut auf diese Aktion! Schaut auf diesen Erfolg! Schaut, wir kriegen es auch selber hin. Und nur so einmalig machen wir es auch nicht.

Damit wäre dann der vorläufige Höhepunkt dieses Schmierentheaters einiger Leute erreicht. Ausgetragen an einer Aktion, die eigentlich den Bedürftigen helfen sollte. Diese werden aber letztendlich zum Spielball auf dem Platz der Eitelkeiten. Bei aller Brisanz rund um die Themen Insolvenzverfahren/Ausgliederung muss man sich schon fragen, ob ein himmelblaues Wunder die Situation noch retten kann. Bei allen Aktionen des Vorstands des CFC und den Reaktionen (natürlich nur einiger Fans…) auf persönlicher Ebene #Hurensohn #Meuselwitz ist eine Befriedung allerdings bisher nicht zu erwarten. Das Niveau der Debatte sowie Attacken sollte nicht noch ein tieferes Niveau erreichen. Darauf hoffen kann man ja. Wunder soll es ja bekanntlich immer wieder geben…

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August, September und Oktober 2018

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Drei himmelblaue Monate können bisweilen verdammt lang sein. Aber die Uhren ticken beim Chemnitzer FC nicht schneller oder langsamer. Es ist der Takt der Ereignisse, der den Eindruck erweckt, dass entweder Stillstand beim CFC herrscht oder das Tempo der Erneuerung für einige zu schnell ist.

Dabei haben nur zwei Themen die himmelblauen Monate August, September und Oktober 2018 beherrscht. Zum einen diese fulminante Rekordserie von 14 Siegen in der Regionalliga-Nordost. Dazu kommt noch der 17:1 Testspiel-Sieg gegen ESV Eintracht Thum-Herold. Die 2:3 Testspielniederlage gegen den FSV Zwickau wird mal eben still und leise unter den Teppich gekehrt.

So ergeht es gelegentlich auch dieser jetzt schon historischen Leistung, die unter dem Getöse rund um das andere Thema, dem Insolvenzverfahren, unterzugehen droht. Daher lohnt es sich noch mal diese Siegesserie nachzuvollziehen:

2:0 Heimsieg vs. BFC Dynamo, 2:1 Auswärtssieg vs. SV Babelsberg 03, 3:0 Auswärtssieg vs. Rot-Weiß Erfurt, 2:1 Heimsieg vs. VfB Auerbach, 4:2 Auswärtssieg vs. Germania Halberstadt, 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke, 3:1 Heimsieg vs. Berliner AK 07, 1:0 Auswärtssieg vs. Budissa Bautzen, 3:1 Heimsieg vs. 1. FC Lok Leipzig, 4:0 Auswärtssieg vs. Optik Rathenow, 2:0 Heimsieg vs. Wacker Nordhausen, 3:1 Auswärtssieg vs. Hertha BSC II und der 4:0 Heimsieg vs. FC Oberlausitz Neugersdorf.

Macht insgesamt 42 Punkte, bei einem Torverhältnis von 38:10 Toren. Beste Offensive, beste Defensive. Vorzeitiger Herbstmeister. Dazu kommen noch die Siege im Sachsenpokal, 3:1 vs. Kickers Markleeberg (3. Runde) und im Achtelfinale der 4:2 Sieg gegen den FC 1910 Lößnitz. Mit dem Abstieg hat der CFC wohl nix mehr zu tun und die Chancen auf den Sachsenpokalsieg wurden weiter gewahrt. Sportlich könnte es also um einiges schlechter laufen.

Um diese sportliche Leistung Bilanz weiter einzuordnen, reicht nur der Blick ein Jahr zurück. Da hatten wir im himmelblauen Kommentar September und Oktober 2017 nach 14 Spieltagen in der dritten Liga festgehalten: „14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).“ und „im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2).“

Rein sportlich gesehen, kann es also sehr schnell anders laufen. Es könnte alles so schön himmelblau sein. Das Fan-Herz könnte wahrlich im Takt des Erfolges tanzen. Warum kann man sich immer nur so halb freuen und die „Spitzenreiter, Spitzenreiter-Gesänge“ nicht im vollen Brustton der Überzeugung geschmettert werden? Fast ist man geneigt, höhere Mächte könnten hier am Werk sein.

Und damit sind wir beim zweiten Thema, dem Insolvenzverfahren. Die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim CFC gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nach dem neusten Stand des Verfahrens fehlen noch 493.000 Euro im Budget und die Suche nach dem nötigen Geld wurde eifrig begonnen, freilich nicht ohne Nebengeräusche. Und wie im Leben ist es so: Beim Geld hört der Spaß und die Freundschaften auf. Das Insolvenzverfahren brachte zum Erschrecken und Erstaunen aller Beteiligten so einige Ungereimtheiten ans Tageslicht. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten im Glashaus sitzen und eigentlich nicht mit Steinen werfen sollten. Das Geplänkel im Klein-Klein erschwert den klaren Blick auf die Zukunft. Mehr denn je stellt sich doch die Frage, was der CFC, seine Mitglieder/Fans und Sponsoren jeweils einzeln sowie gemeinsam wollen. Die Einstellung des Spielbetriebs wohl nicht. Soviel sollte sicher sein. Beim Weg das zu vermeiden, sind die Richtung und die Mittel unterschiedlicher Natur. Nun sind im Insolvenzverfahren die Zuständigkeiten klar verteilt. Das (letzte) Wort hat der Insolvenzverwalter. Damit eingehergehend auch die Verantwortung.

Neben dem Platz steht noch eine Menge Arbeit an. Das liefert sehr viel Gesprächsstoff und auch wir haben uns, z.B. mit der Kommentierung des Sanierungskonzepts des CFC-IV ausgiebig dran beteiligt. Auf jeden Fall in dem Bemühen, wenigstens das ganz Schreiben zu analysieren, wohlwissend das Nino kein Experte im Insolvenzrecht ist. Daher muss man selbstkritisch einschätzen, dass eine vollumfängliche Einordnung nicht möglich ist. Da sind dann die örtlichen Sportjournalisten gefragt. Ob sie denn wollen oder nicht. Oder können. Eine kritische Begleitung und der Blick von außen muss allerdings jederzeit möglich sein.

Bis zum Jahresende 2018 stehen in der Hinrunde der Regionalliga Saison 2018/2018 noch die Duelle gegen den 17.ten ZFC Meuselwitz, den 8.ten FC Viktoria 1889 Berlin sowie den 16.ten Bischofswerdaer FV 08 an. Rein tabellarisch gesehen, verfällt man leicht an den Gedanken, dass das Selbstläufer sind. Zu den 42 würden sich 9 weitere Punkte gesellen und die Rekordserie wäre auf 17 Siege ausgebaut. Die Einstellung wäre aber fatal, denn wer nachlässt, der hat schon so gut wie verloren.

Der Wechsel von guten und schlechten Nachrichten vollzieht sich auch in der CFC-Familie. Eine verloren gegangene Stütze ist wieder an die Gellertstraße zurückgekehrt. Die ehemalige Pressesprecherin N. Oeser wird den CFC wieder, vor allem bei der strategischen und konzeptionellen PR- und Medienarbeit, unterstützen. Eine schlechte Nachricht musste der CFC mit dem Ableben von FCK-Meisterspieler A. Müller verkraften. Mit einer Gedenkminute wurde ihm vor Anpfiff des Heimspiels gegen FC Oberlausitz Neugersdorf würdevoll gedacht. In solchen Momenten wird einem auch immer wieder klar. Fußball ist nicht alles und nur ein Spiel. Dafür ab und zu eine verdammt ernste Sache.

By Baba und Nino