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Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Juli 2018

SonneHitze

Hot, Hot, Hot“ von Arrow, so hieß der offizielle Song zur Fußball-WM 1986 in Mexiko. Heiß her ging es zeitweilig beim Chemnitzer FC im himmelblauen Juli 2018 zu. Insbesondere das leidige Thema Insolvenzverfahren trieb allen Beteiligten den Puls unnötig in die Höhe. Fast täglich grüßte daher die „Insolvenzmasse CFC“. Und warum nur?

Weil man mit Klaus Siemon einen Insolvenzverwalter hat, der mit harter Hand das Verfahren durchziehen will und feststellen musste, dass bei einem Verein wie dem CFC auch die Mitglieder mitbestimmen dürfen, ja sogar so etwas wie Einfluss haben. Dass das auch so bleiben soll, dafür stehen vor allem die zurzeit Suspendierten Andreas Georgi und Uwe Bauch.

Mittendrin statt nur dabei ist auch Sportvorstand Thomas Sobotzik. Von IV Siemon geholt, versucht er nun auf seiner ersten Manager-Station so viel wie möglich richtig zu machen. Schließlich hatte er sich auch schon bei Eintracht Frankfurt beworben. Jetzt steht aber erstmal Regionalliga statt Bundesliga an. Der kaufmännische Vorstand Thomas Uhlig hält sich auffällig zurück. Vielleicht macht er auch „nur“ seine Arbeit, wir wissen es nicht. Davon abgesehen sind wir gespannt, wie sich alle Beteiligten wieder gemeinsam für den CFC engagieren wollen und können. Gelegenheiten zum Austausch darüber gab es auf dem 3. Fanclub-Treffen des CFC. Diese Chance wurde aber seitens Sobotzik kläglich vergeben. Auch der spätere Versuch des Fanszene Chemnitz e.V. Antworten auf drängende Fragen zu bekommen, ließ Sobotzik so kurz wie knapp ins Leere laufen. Ein Ende des Rosenkriegs light ist bisweilen nicht in Sicht.

So bleibt denn immer ein fader Beigeschmack, wenn Gunther Kermer und Nico Beltrame ihre Ämter im Aufsichtsrat niederlegen und eine Woche später die KPM Bau GmbH neuer Haupt- und Ärmelsponsor bei den Himmelblauen wird. Neuer Brustsponsor wird hingegen passenderweise die Sparkasse Chemnitz. Eingefädelt wurde der Deal noch von Uwe Bauch, jener der laut IV Siemon nicht glaubwürdig für einen Neuanfang steht. Aber egal, hoffen wir einfach mal, dass alle in dieser überhitzten Phase Ruhe & Geduld bewahren. Offen ist ja weiterhin, ob IV Siemon seine Kompetenzen mit den Suspendierungen überschritten hat. Eine weitere wichtige Frage wird sein: „Neuanfang“ oder „Neustrukturierung“ beim Chemnitzer FC e.V.!?

Einen Neuanfang mit neuer Teamstruktur hat es auf jeden Fall auf der sportlichen Ebene gegeben. Nicht weniger als 18 neue Spieler bilden die himmelblauen Mannschaft für die Saison in der Regionalliga Nordost 2018/2019. Hinsichtlich des Ziels kommt der direkte Wiederaufstieg noch etwas vermessen her. Kleinere Brötchen backt in diesem Sinne Trainer David Bergner. Er sieht eher Mannschaften wie Wacker Nordhausen, Lok Leipzig sowie der BFC Dynamo vorne in der Tabelle. Für uns sind in dieser Aufzählung noch Rot-Weiß Erfurt und SV Babelsberg 03 dabei. Das es viele Aufstiegswillige gibt, liegt höchstwahrscheinlich auch an der Aussicht des direkten Aufstiegs, ganz ohne die elendigen Relegationsspiele.

In der Vorbereitung auf die neue Liga und Saison haben die Himmelblauen eine ganz passable Figur gemacht. Zwar gab es gegen den 1. FC Union Berlin und SG Dynamo Dresden mit 1:3 und 0:1 Niederlagen, aber die guten Ansätze waren sichtbar und ließen erste Hoffnungsschimmer erleuchten. Diese reichten in den weiteren Spielen dann für Siege gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (4:1), FC Eilenburg (2:1), FC Carl Zeiss Jena (2:1) und ein 5:1 gegen den VFC Plauen.

Am Samstag, 28. Juli 2018 ging sie dann auch endlich los. Die hoffentlich neue Zeitrechnung in bessere Zeiten, zumindest fußballerisch. Das erste Punktspiel im Stadion Chemnitz, als Mieter. Fast 5000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und konnten einen 3:2 Sieg gegen FSV Union Fürstenwalde bejubeln. Das Ergebnis täuscht aber ein wenig über den Spielverlauf. Eine 2:0 Führung wurde aus der Hand gegeben, die erst in der 85. Minute mit dem erlösenden Treffer wiederhergestellt werden konnte. Nachdem die Verantwortlichen den Puls bisher in die Höhe getrieben haben, so tut die Mannschaft diesen gleich. Aber wenigstens mit einem bisher erfolgreichen Ende.

Dem Auftakterfolg folgte dann am vorgezogenen dritten Spieltag ein 2:0 Sieg gegen den gastierenden BFC Dynamo. Und was war das für eine Teamleistung!? Nicht nur der Sieg war gut anzusehen, nein das wie war entscheidend. Teamgeist, Kampf, Pressing und eine hohe Spielkultur waren ausschlaggebend dafür. Lange haben wir das auf der Fischerwiese vermisst – gefühlte 7 Jahre seit Schädde noch die Richtung vorgab. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, aber eben eine schöne und erfrischende, vor allem in diesen Tagen. Die Mannschaft muss sich noch untereinander in den Mannschaftsteilen einspielen und es wird auch Rückschläge geben. Aber jetzt heißt es erstmal zurücklehnen und den Augenblick genießen nach der langen Leidenszeit.

Die nächste Gelegenheit kommt schon im himmelblauen August 2018. Da stehen mit den Duellen gegen den SV Babelsberg 03 und FC Rot-Weiß Erfurt gleich zwei schwere Auswärtspartien an. Da wird der neu formierten Mannschaft zu einem frühen Zeitpunkt der Saison einiges abverlangt werden. Das letzte Spiel im August 2018 wird wohl auch eine emotionale Angelegenheit. Mit dem VfB Auerbach wird Ex-Spieler und Ex-Trainer Sven Köhler an die Fischerwiese zurückkehren. Den Vorteil, dass er die Mannschaft kennt, hat er schon mal nicht. Ein schwacher Trost der Insolvenz.

By Baba und Nino

 

Täglich grüßt die „Insolvenzmasse“ CFC

Reinigung

Vor zwei Tagen hatte ich noch die sanfte Hoffnung, dass der Chemnitzer FC keine Rolle rückwärts in die Zeiten des Chaos Fußball Club vollzieht . In Anbetracht der Entwicklungen der letzten vier Tage mit diversen Stellungnahmen vom Aufsichtsrat bis Fanszene e.V. sowie Rücktritten aus Aufsichtsrat und Ehrenrat grüßt der CFC mittlerweile täglich aus den Boulevardmedien.

Für diese ist das CFC-Chaos natürlich ein gefundenes Fressen, lässt es doch viel Spielraum für Spekulationen und dummes Geschwätz. Nicht zuletzt tragen die Beteiligten mehr oder weniger (un-)freiwillig dazu bei. Zum Beispiel ist in der Stellungnahme des Aufsichtsrats zu lesen: „…Ebenso stimmt der Aufsichtsrat mit dem Insolvenzverwalter überein, dass tatsächliche private Befindlichkeiten und Animositäten in solchen richtungsweisenden Zeiten zurück zu stehen haben.“ Dadurch festigt sich leider der Eindruck, dass das Insolvenzverfahren auch zu einem Rosenkrieg zwischen den Vereinsoberen ausgeufert ist. Insolvenzverwalter (IV) K. Siemon lässt sich beim MDR damit zitieren: „Es war die Woche der Selbstreinigung. Es wäre schön gewesen, wenn alle den Weg einvernehmlich mitgegangen wären.“ Solche Worte kann locker vom Hocker derjenige sagen, der ganz genau weiß, dass er am längeren Insolvenz-Hebel sitzt. Frei nach dem Motto „Insolvenzrecht schlägt Vereinsrecht“.

Es ist aber auch so, dass es wohl allerhöchste Zeit war, dass alles auf den Prüfstand bei den Himmelblauen kommt. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass nicht jeder ein Fan des CFC in Chemnitz ist. Ist es daher immer zum Wohle des CFC gewesen, sich von der Stadt und seinen (ex-)städtischen Unternehmen abhängig zu machen? Die GGG könnte ihr Sponsoren-Geld auch in die Renovierung ihrer Wohnungen stecken. Oder was ist mit dem Energieversorger „eins“? Bisschen weniger Strom bezahlen, da sagt auch keiner nein. Auch die Unterstützung durch die Stadt Chemnitz könnte hinterfragt werden. Klar, ohne das Steuergeld wäre das Stadion nie gebaut worden. Aber wäre eine Unabhängigkeit von der Stadt und ihren Räten nicht auch ein Zukunftsmodell?

Was die Zukunft betrifft, so ist ohnehin die drängendere Frage, wie es denn nun mit dem CFC weitergehen soll? Welcher neue Hauptsponsor wird vom IV-Siemon aus dem Hut gezaubert? Welche weiteren Pläne hat er noch? Die Ausgliederung der Profiabteilung steht ja schon als „Zukunftsvision“ im Raum. Läuft es auf die Gretchenfrage „Sponsoren oder Investoren?“ hinaus?

In der Siemon-Stellungnahme zur Pressemitteilung von eins energie steht: „Aus Gläubigersicht ist es so, dass viele Beteiligte im Umfeld des Chemnitzer FC die Wirkungen der Insolvenzeröffnung noch nicht richtig realisiert haben. Ein „weiter so“ kann und wird es nicht geben.“ Wichtig ist es aus Gläubigersicht, dass die neuen Gegebenheiten nunmehr vom Umfeld akzeptiert werden und die bereits an vielen Stellen sehr deutlich vorangeschrittenen Restrukturierungsergebnisse unterstützt werden.“

Dass es ein „weiter so“ nicht geben kann, daran zweifelt eh keiner mehr. Also keiner mit gesundem Menschenverstand. Es geht aber um das „wie“ es weiter geht. Ruhe bewahren, abwarten und hoffen, dass IV-Siemon schon das Richtige tun wird, ist mir zu wenig. Auch wenn er schon den FSV Zwickau 1999 und den VFC Plauen 2015 durch das Insolvenzverfahren geführt hat. Ein Fußballclub, insbesondere wie der CFC, ist nämlich keine reine Insolvenzmasse, um mal in der Sprache des Insolvenzrechts zu bleiben. Der Verein lebt auch von seinen Mitgliedern und Fans, die sich einbringen und das auch noch in Zukunft wollen.

In dieser eh schon schwierigen Phase wäre also mehr Kommunikation miteinander statt gegeneinander angebracht. Überzogene Aktionen wie Haus- und Stadionverbote erwecken den Eindruck, als wenn Kriminelle am Werke wären. A. Georgi und U. Bauch sind davon weit entfernt und auch keine Kinder mehr, die Ansagen nicht verstehen würden. Akzeptanz schaffen, das geht definitiv anders.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich beim 3. Fanclub-Treffen des CFC an. Dort will sich der CFC und IV-Siemon über die aktuelle Situation austauschen und steht im persönlichen Dialog für Fragen zur Verfügung. Ob da die zweite „Woche der Selbstreinigung“ folgt?

By Nino

 

 

Ahnungslos durch die Nacht!? Der CFC und die Insolvenz

Rausschmiss

Am 10. Juli 2018 gab es mal wieder Neues zum Thema Insolvenzverfahren beim Chemnitzer FC. In der Pressemitteilung des Siemon Insolvenzmanagements mit dem liebreizenden Titel „Sanierung und Restrukturierung des CFC schreitet voran“ wurde über die aktuellen Bemühungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens informiert. Die (vermutete) Botschaft soll sein: Alles ist im grünen Bereich. Der Fan soll sich nicht von den ganzen Insolvenz-Slang-Begriffen wie „Verfügungsbefugnis“, „Massekredit“ oder „Liquiditätsspitzen“ beirren lassen. Hauptsache es ist klar: „Operative Neustrukturierung im vollen Gange“. Alle Aktivitäten werden dem Zweck der Sanierung untergeordnet. Soweit so toll, möchte man denken.

Was allerdings zum Thema „Neustrukturierung der Gremien“ mitgeteilt wird, lässt hingegen die Alarmglocken läuten. Zunächst wird darauf hingewiesen, dass die Neustrukturierung der Gremien in einem Insolvenzverfahren der Normalfall ist. Ok, das wäre insoweit verständlich, wenn die Verursacher des Bankrotts ihre Posten geräumt hätten. Das können sie aber nicht, weil sie längst nicht mehr alle da sind. Das nun gerade der Ende Februar 2018 neu gewählte Präsident A. Georgi und der seit Anfang Januar 2017 neue Aufsichtsratsvorsitzender U. Bauch suspendiert und mit einem Haus- und Stadionverbot belegt wurden, kann man nur fassungslos zur Kenntnis nehmen.

Zur Begründung heißt es: „Die Insolvenzeröffnung ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Schritt zu gehen, insbesondere deshalb, um dem Neuanfang für Sponsoren, Mitglieder und Fans eine glaubwürdige Gestalt zu geben.“ Das heißt im Umkehrschluss, dass die Suspendierten eine unglaubwürdige Gestalt abgeben!? Ist diese Aktion nur eine vorsorgliche Maßnahme, damit Gläubiger und die Stadträte vom Neustart beim CFC überzeugt werden können? Oder steckt noch mehr dahinter? Der vielsagende Satz „Individualinteressen haben dahinter zurück zu stehen.“ deutet darauf hin, dass es unterschiedliche Ansichten über die zukünftige Ausrichtung der Himmelblauen gibt. Insolvenzverwalter Siemon hat bei einem Sponsorentreffen schon mal über die Ausgliederung der Profiabteilung fabuliert. Daher dürfte die Suspendierung eher ein Zeichen an die Sponsoren sein. Seht her, bald ist es soweit und ihr könnt als Investoren beim CFC einsteigen! Georgi und Bauch, so ist zu hören, wollen mit einer Satzungsänderung den Mitgliedern mehr Einfluss verschaffen. Das ist grundsätzlich zu unterstützen, auch weil sich gerade in dieser schwierigen Phase über 500 neue Mitglieder entschieden haben, die Zukunft des CFC mitzugestalten. Sollte jetzt der Eindruck entstehen, dass mit dem Insolvenzverfahren die Chance auf eine Ausgliederung der Profiabteilung „durch die Hintertür“ genutzt wird, dann wäre das ein fatales Zeichen an die Mitglieder und Fans. Bisher, so zumindest meine Wahrnehmung, schreit niemand wirklich nach dem Einstieg von irgendwelchen Investoren, die einen Verein als ihr Spielzeug betrachten.

Bisher hatte ich auch den Eindruck, dass Herr Siemon dem CFC wohlgesonnen ist. Dass er seiner Arbeit als Insolvenzverwalter mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat im Sinne des Chemnitzer FC e.V. vollzieht. Mit der Suspendierung der Herren Georgi und Bauch entsteht ein fader Beigeschmack. Es ist daher wünschenswert, wenn Herr Siemon nicht weiter mit insolvenzrechtlichen Mitteln hantiert, sondern sich darüber Gedanken macht, wie er Mitglieder und Fans in den eingeschlagenen Weg des Insolvenzverfahrens mitnehmen kann. Schließlich plant er mit 3500 Zuschauern pro Spiel. Ansonsten ist es auch hilfreich, wenn auf der Homepage des CFC der Link „Werde Clubfreund“ nicht mehr ins Nirwana führt. Schließlich ist ja die weitere Unterstützung von Sponsoren „zwingend notwendig“.

In drei Wochen startet die Regionalliga-Saison. Erster Gegner ist der FSV Union Fürstenwalde. Bis dahin wäre es wahrlich stimmungserhellender, wenn der CFC keine Rolle rückwärts in alte Zeiten vollzieht. Da stand CFC schon mal für: Chaos Fußball Club.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen März und April 2018

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Im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018 hatten wir die These aufgestellt, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich war oder als gescheitert angesehen werden muss. Aus den anstehenden direkten Duellen mit Tabellennachbarn schöpften wir die Hoffnung, dass wichtige Punkte geholt werden könnten. So wirklich gelungen ist das nicht und mühsam es wäre, diese Ergebnisse nochmal zu dokumentieren.

Es ist auch schlicht egal, denn das Zusammenspiel von sportlicher und damit einhergehender wirtschaftlicher Talfahrt führte dazu, dass die CFC-Verantwortlichen am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellten. Hier geht’s zum Kommentar. Am 23. April 2018 teilte dann die DFL mit, dass den Himmelblauen aufgrund dieses Antrags neun Punkte abgezogen werden. Damit steht der Abstieg nun fest und der schwere Gang in die 4. Liga muss leider begonnen werden.

Auch wenn es noch kleine Funken der Marke Resthoffnung gibt. Diese speisen sich aus Gerüchten, dass andere Vereine wie der Karlsruher SC Probleme mit der Lizenz bekommen könnte. Für den Fall, dass sie nicht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen würden. Oder der 1. FC Kaiserslautern, bereits erster feststehender 2. Liga-Absteiger soll evtl. auch Probleme mit der Lizenz für die 3. Liga bekommen. Ebenso wie SV Darmstadt 98. Die Lizenz-Gerüchteküche brodelt zwar ordentlich, die CFC-Verantwortlichen sollten sich damit aber nicht allzu lange beschäftigen bzw. darauf hoffen, dass zwei Vereine noch zwangsabsteigen. Denn bei all dem darf man nicht vergessen, dass die sportliche Leistung auf dem Platz auch mitentscheidend ist. Im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster durfte man sich schon fragen, ob es überhaupt bei allen Spielern für die 3. Liga reicht.

Ob es reicht? Das ist wohl eh die Frage, die alle Himmelblauen zurzeit am meisten beschäftigen dürfte. Reicht es für einen Neuanfang? Können die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden? Nach allem was man so hört und liest, tut sich ja besonders der Vermarkter Infront schwer. Immer wieder ist von Streitigkeiten, schlechten Verträgen und Altlasten die Rede. Ohne jetzt alles schwarz malen zu wollen, zu naiv darf man jedoch auch nicht sein: Es kann auch ganz anders kommen. Das schlechteste aller Ergebnisse wäre die Auflösung des Vereins. Dann ist der Chemnitzer FC Geschichte. Neugründung, Beginn in der Kreisklasse, irgendwo weit weg vom bezahlten Fußball wären die Zukunftsaussichten.

Um dieses Szenario zu verhindern, versuchen die Verantwortlichen mit den Fans neue Kräfte zu mobilisieren. Mit Hilfe des Fanszene Chemnitz e.V. und dem AWO Fanprojekt wurde Ende April 2018 die Mitgliederkampagne unter dem Motto „Tradition erhalten – Gemeinsam – Zukunft gestalten“ gestartet. Jeder und jede Himmelblaue, der noch nicht Mitglied des CFC ist, der sollte es jetzt werden. Einen besseren Zeitpunkt zu zeigen, dass man in schlechten Zeiten zusammensteht, wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr geben.

So oder so werden es turbulente Monate für den CFC. November/Dezember 2018 stehen als Datum für das voraussichtliche Ende des Insolvenzverfahrens. Das sportliche Geschehen tritt da schon etwas in den Hintergrund. Im Mai 2018 stehen noch das Auswärtsspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit dem Ex-Himmelblauen Türpitz und das letzte Heimspiel gegen Hansa Rostock an. Zum Abschluss dieser vorerst letzten Drittliga-Saison nochmal zwei schöne Ostduelle. Obwohl es von denen ja in der nächsten Saison sowieso ganz viele geben wird…

Wir hoffen natürlich, dass schnell und sauber der Rucksack der Vergangenheit abgelegt werden kann und nicht weiter mit Pflastersteinen gefüllt wird. Dann kann der Marsch in die Zukunft mit einem Koffer voller Zuversicht begonnen werden. In diesem Sinne:
Für Verein und Heimatstadt.

By Baba und Nino

 

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Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

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Nun also doch. Der Chemnitzer FC stellte am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dass dieser schon in Arbeit sei, dieses Gerücht machte schon länger in der 3. Bundesliga-Saison 2017/2018 die Runde. Auf die Frage nach derartigen Plänen hieß es von Vereinsseite noch: „Wir bündeln in allen Gremien die Kräfte und arbeiten an einer sportlich, wirtschaftlich und finanziell tragbaren Gesamtlösung.“ Das machte den Fans Hoffnung, denn diese stirbt bekanntlich zu Letzt. In diesem Fall ist sie aber leider nur etwas länger gestorben.

Nach dem fast schon rauschhaften 5:0 Auswärtssieg gegen Rot-Weiß Erfurt am vergangenen Sonntag blühte die Hoffnung auf eine sportliche Lösung der Krise etwas auf. Nur noch sieben Punkte Rückstand auf den VfL Osnabrück. Das könnte vielleicht reichen, wenn dieses und jenes passiert. Solche Gedanken kreisten wohl bei jedem CFC-Anhänger seit Wochen im Kopf. Aber nun ist Schluss damit. Aus und vorbei.

So bitter das zu schreiben ist, aber die „Schießbude der Liga“ (denn das gehört zur Wahrheit dazu) wird sich nun endgültig aus der 3. Liga verabschieden. Bei aktuellen 29 Punkten werden wohl 9 Punkte abgezogen. Macht dann 20. Bei noch ausstehenden 5 Spielen sind maximal 15 zu vergeben. Beim Blick auf die Gegner fehlt mir allein der Glaube, dass diese überhaupt geholt werden können. Selbst bei solch einem himmelblauen Wunder stehen 35 Punkte zu Buche. Und das reicht nicht einmal, um zu den Osnabrückern aufschließen zu können. Nun ist der Drops wirklich gelutscht. Ende Legende.

Insolvenz, Konkurs, Pleite, Zahlungsunfähigkeit, lliquidität, Bankrott…wie man es auch nennen will, es ist und bleibt einfach nur Scheiße. Und es macht einen nervös, weil man nicht weiß wie es weitergeht. Hinzukommt die große Unlust, sich mit dem Thema Insolvenz zu beschäftigen. Zumindest heute nicht. Es reicht erst einmal, wenn das den Abstieg in die Regionalliga bedeutet.

Groß ist daher das Vertrauen in die handelnden Personen, insbesondere um die vor nicht allzu lange Zeit neugewählten Vorstände des CFC. In der Pressemitteilung wird ausgeführt: „Unseren Verein und den leistungsbezogenen Fußball in Chemnitz zu erhalten kann jedoch nur über solide, ehrliche und bodenständige Arbeit sowie die Einbeziehung der Mitglieder, Fans, Sponsoren und Förderer gelingen.“

Das ist aller Ehren wert und die Zukunft wird zeigen, was darunter alles zu verstehen ist. Heute ist jedenfalls kein himmelblauer Tag, sondern ein schwarzer in der Geschichte des CFC. Heute heißt es erstmal tief durchatmen und die neue Situation sacken lassen. Ein „das wird schon irgendwie mit dem Klassenerhalt“ ist vorbei. Die #MissionKlassenerhalt ist gescheitert.

Es ist das verflixte siebte Jahr. Die Wege vom CFC und der dritten Liga trennen sich. Bei aller Trauer und gestorbenen Hoffnung hilft es vielleicht an die Worte der Macher der Gellertwelle zu erinnern. Sie haben es hinsichtlich der Grundlage des CFC schon vor Wochen treffend beschrieben: „…Spieler kommen, Spieler gehen und auch sämtliche Funktionäre kommen und gehen. Was aber bleibt sind die Fans…“ Dem ist nichts hinzufügen.

By Nino

 

Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

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#MissionKlassenerhalt und #FürVereinundHeimatstadt. Mit diesen Slogans bzw. Hashtags hat der Chemnitzer FC zum Beginn des Jahres 2018 das Ziel für die Saison 2017/2018 in der 3. Bundesliga ausgerufen. Nach dem 28. Spieltag und dem unglücklichen 1:1 gegen den Halleschen FC schrieb mir Baba, dass er zwar hofft, aber diese Mission als gescheitert betrachtet und eine Runde Phrasenbingo spielte #DerDropsIstGelutscht.

Nun werden im Abstiegskampf immer besonders viele Phrasen bemüht, dass gehört dazu wie das Gebet in der Kirche. Allein mir fehlt der Glaube, dass der CFC den Klassenerhalt nicht mehr schaffen kann. Klar, das letzte Spiel gegen Halle war unglücklich. Ich denke nur an die 3 Pfostentreffer und die kuriose Szene von D. Frahn, der den Ball nicht über die Linie drücken konnte. Symptomatisch übersetzt: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Das Frahn nach drei Monaten doch noch getroffen hat, stimmt mich wiederum optimistisch. Vielleicht ist ja jetzt „der Knoten geplatzt“ und weitere Tore können gerne folgen. Zudem spielte die Mannschaft deutlich engagierter und es wurden eklatante individuelle Fehler vermieden.

Auch ein Blick auf die kommenden Gegner lässt bei mir Zuversicht aufkommen. Denn es stehen die Duelle gegen Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach und Rot-Weiß Erfurt an. Jene Teams also, die im unmittelbaren Tabellenumfeld des CFC stehen. Zwei Mannschaften drunter, zwei oben drüber. Summa summarum heißt das: Abstiegskampf deluxe. Mittendrin statt nur dabei. Die besten Chancen auf viele Punkte liegen jetzt auf dem Silbertablett. Der CFC muss jetzt nur noch beherzt zupacken und weiterhin so mutig und engagiert aufspielen.

Auch der Blick auf die Tabelle lässt bei mir Zuversicht aufkommen. Zum Stand 12. März 2018 liegen zwischen dem 17. und dem 11. Tabellenrang lediglich 5 Punkte. Ganze 5 Mannschaften haben 33 Punkte (12.ter bis 16.ter). In dieser Konstellation können Mannschaften ganz schnell in einen Abwärtsstrudel geraten. Ganz schnell müssen diese dann in den Abstiegskampf-Modus schalten. Ein klarer Vorteil für den CFC, der sich (leider) in diesem schon eine ganze Weile befindet.

In diesen vier Spielen muss der CFC mindestens 10 Punkte holen. Nicht zu vergessen das Nachholspiel gegen SV Wehen Wiesbaden, welches gefühlt schon ein zusätzliches ist. Er hat es also noch in der eigenen Hand. Schützenhilfe braucht’s noch nicht. Zudem stehen die Fans wie der 12. Mann hinter der Mannschaft, die Führungsriege agiert ruhig und lässt keine Diskussionen um Trainer und Mannschaft zu.

Kurzum: Der Drops ist noch nicht gelutscht. Daher heißt es: Hallo und Willkommen in den „Wochen der Wahrheit“ für die Himmelblauen. Der Kampf um den Verbleib in Bundesliga Nr. 3 geht in die heiße Phase. Phrasen-Bingo kann später gespielt werden, denn: Aufgeben ist keine Option 🙂

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018

Abstieg

Nach einem turbulenten Jahresendspurt im November und Dezember 2017 in Richtung 19.ten Tabellenplatz setzten die CFC-Verantwortlichen zur berühmten Notgrätsche an und verschafften dem bisherigen Chef-Trainer H. Steffen einen aus seiner Sicht ungewollten verlängerten Weihnachtsurlaub. Nach dieser mehr Reaktion als Aktion begab sich der CFC auf Trainersuche. Nach drei Tagen wurde D. Bergner vorgestellt (hier geht’s zum Kommentar). Ein junger Trainer, der zuletzt Rot-Weiß Erfurt trainiert hat.

Die Mannschaft startete mit dem neuen Trainer in das Wintertrainingslager nach Salou in Spanien. Dort sollten die Grundlagen für die #MissionKlassenerhalt geschaffen werden. Seitens der Verantwortlichen war es ein guter Zeitpunkt, die Mannschaft und den Verein darauf einzuschwören. Nämlich darauf, dass es in dieser Saison 2017/2018 um nix Anderes mehr geht. Friss oder stirb. Sekt oder Selters.

Zum zweiten Spiel der Rückrunde stand das Spiel vs. SC Paderborn auf dem Plan. Ein undankbarer Gegner auch für Trainer Bergner. Die Himmelblauen verloren 0:2 gegen den Herbstmeister. Im darauffolgenden Spiel vs. VfR Aalen vergab der CFC trotz einer zwischenzeitlichen 2:1 Führung noch den Sieg und ging mit einer 2:3 Niederlage vom Platz. Das führte zur insgesamt achten Niederlage in Folge, die zweite für Cheftrainer Bergner. Von einem Trainer-Effekt konnte hier zunächst nicht die Rede sein.

Aber vielleicht musste das Sprichwort „aller guten Dinge sind drei“ erst bemüht werden, um den ersten Sieg und wieder 3 Punkte feiern zu können. Im Spiel gegen Carl Zeiss Jena überzeugte nicht die spielerische Art und Weise, sehr wohl aber die kämpferische Leistung der Himmelblauen. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg vs. Jena (hier geht’s zum Spielbericht) konnte diese elende Niederlagenserie gestoppt werden.

Am 24. Spieltag hätte man mit einem Sieg den Abstand zum rettenden Ufer, dem 17. Tabellenplatz etwas verkleinern können, indem man eben diesen 17.ten VfL Osnabrück geschlagen hätte. Aber hätte hätte Fahrradkette. Mit der 1:6 Niederlage entfernten sich die Himmelblauen von eben diesem rettenden Ufer. 4 Tore in 11 Minuten, das war ein Blackout der besonderen Art und besonders bitter in der Drittliga-Geschichte des CFC. „Die-gibt’s-da-was-zum-ganz-schnell-vergessen-Medizin“ war in diesem Fall die Allerbeste. Das nächste Spiel konnte daher auch dafür genutzt werden, um den Verein, den Fans und allen sonstigen Himmelblauen-Sympathisanten wieder Hoffnung zu geben. Gegen die SpVgg Unterhaching schafften es die Chemnitzer zuerst einen 1:0 Rückstand zu drehen, um später in den letzten Minuten zu zehnt den 2:1 Sieg ins Ziel zu retten.

Das ließ das 6:1 Debakel schnell vergessen. Vergessen konnte man aber nicht, dass der nächste Gegner Karlsruher SC hieß und damit der Rückrundenspitzenreiter die Himmelblauen empfing. Wieder eine Mannschaft aus dem oberen Tabellenkeller und ein Spiel, trotz allem Optimismus, bei dem die Hoffnung „wenigstens ein Unentschieden“ war. Aber diese Hoffnung blieb jäh unerfüllt, am Ende stand zum 26. Spieltag eine 2:0 Auswärtsniederlage. Einzig macht T. Baumgart Hoffnung, den zurzeit auffälligsten CFC-Spieler. In den Januar bis Februar 2018 Spielen traf er 4mal, zweimal davon das Siegtor. Klar wie Kloßbrühe, dass die örtlichen Gazetten nicht lange brauchen ihn Transfergerüchte anzudichten und als heiße Ware auf dem Transfermarkt anzupreisen. Manchmal kotzt einem solche Berichterstattung nur noch an. Aber soviel dazu.

Leider können wir nicht schreiben, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat, weiterhin der 18. Tabellenplatz mit 7 Punkten zum Nichtabstiegsplatz. Die nächsten Gegner sind: Wehen Wiesbaden, Fortuna Köln, Hallescher FC, Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach, Rot-Weiß Erfurt, SV Meppen, Würzburger Kickers und Preußen Münster. D.h. dass die nächsten beiden Spiele gegen zwei Spitzenteams der 3. Liga bestritten werden, gefolgt von drei absolut wichtigen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Danach folgen wieder Gegner, die sich nicht in irgendwelchen Missionen oder Kämpfen befinden.

Wir brauchen daher keine Experten für Prognosen sein, um zu behaupten, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich gewesen sein wird. Es sind immerhin auch immer noch 36 Punkte zu vergeben. Rechnerisch ist immer noch alles möglich (5 Euro ins Phrasenschwein). Andere Mannschaften können noch in eine Krise geraten oder Insolvenz anmelden müssen oder mit Punktabzug bestraft werden. Alles ist noch möglich (nochmal 5 Euro ins Phrasenschwein). Jeder Euro ist wichtig, dass weiß auch der neue Vorstandsvorsitzende A. Georgi. Ein Mann der Basis, der die Sorgen und Nöte der Fans und des Clubs kennt. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Fragt sich nur in welcher Liga. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen März und April 2018…

By Baba und Nino

 

Kommentar zum Traditions-Ost-Duell #CFCFCC

VordemSpielJena

Am 23. Spieltag der 3. Fußballbundesliga traf der Chemnitzer FC im heimischen Stadion zu einem weiteren Traditions-Ost-Duell auf Carl Zeiss Jena. Statistisch gesehen: der 19.te gegen den 12.ten der Tabelle. Oder: die zweitschlechteste Heimmannschaft gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft. Not gegen Elend. Also wahrscheinlich eher kein Fußball aus der Feinkostabteilung, sondern Rohkost am Stück, ohne Teller und Besteck.

Aber um schönen Fußball ging es auch nicht wirklich. Sondern einzig und allein darum, dass die Himmelblauen endlich mal wieder drei Punkte verbuchen können. Nach acht Niederlagen in Folge auch höchste Eisenbahn. Der neue Trainer D. Bergner stimmte im Vorfeld des Spiels auf einen „Zermürbungskampf“ ein. Abstiegskampf ist ja auch immer Abstiegskrampf, Fußball am Rande des Wahnsinns.

Umso gespannter war ich jedenfalls, wie die CFC-Spieler die Vorgaben des Trainers umsetzen wollten. In der Aufstellung waren dann auch die beiden neuen Abwehrspieler M. Hoffmann und M. Sumusalo zu finden, die der bisher anfälligen CFC-Abwehr mehr Stabilität geben sollten. Schließlich hat der CFC auch bisher die meisten Gegentore (42!) einstecken müssen.

AnpfiffJena

Das Spiel begann bei tristen Wetterverhältnissen mit einer Schrecksekunde für die Himmelblauen. Torhüter K. Kunz verletzte sich bei einer Rettungsaktion so schwer, dass es auch nach einer Behandlung nicht mehr weiterging. Dafür kam Ersatztorwart K. Tittel ins Spiel. In der Anfangsphase hatten die Jenaer mehr vom Spiel, immer wieder schafften sie es, zu gefährliche Aktionen zu kommen. Glücklicherweise blieb es bei mehr Pannen mit Witz. Die Chemnitzer fielen an sich nur dadurch auf, dass sie z.B. bei einer Ecke gleich zwei Spieler aufboten. Ich werde das wohl nie verstehen. Ebenso das B. Kluft in jeder seiner Aktionen einen Übersteiger einbauen muss. Bei aller Liebe zum schönen Spiel, aber einen weniger, dafür mehr Torgefahr wäre die bessere Herangehensweise.

Spielszene

Bei allem Unverständnis für jene Wunderlichkeiten, schafften es die Himmelblauen auch mit Szenen vor dem Tor den Puls ordentlich in die Höhe zu treiben. Zwar erst in der 39ten Minute, da wurde die erste richtige Chance herausgespielt. Bei dieser Großchance blieb es, die die Carl Zeisser im direkten Gegenzug für einen Konter nutzten, der von K. Tittel mit einer Parade in Kahn’scher Manier vereitelt wurde. Ganz großes Kino und Erleichterung aufgrund des ausbleibenden Rückstandes.

In die Pause ging es daher mit einem torlosen Unentschieden. Der Start in die zweite Halbzeit wurde mit „leise rieselt der Schnee“ begleitet. Die Schneeflocken waren so langsam auf dem Weg zum Rasen, das hatte regelrecht was Meditatives. Weniger entspannend war die Statistik, dass der CFC die meisten seiner Gegentore in der zweiten Halbzeit kassiert. Aber was sind schon Statistiken im Abstiegskampf, da zählt nur der Sieg.

Schnee2Halbzeit

Das Spiel verlief weiterhin ereignisarm, so dass sich Trainer Bergner für die Einwechslung von D. Frahn entschied, der B. „Übersteiger“ Kluft auf die Bank schickte.

Das Unglück der Jenaer vor dem Chemnitzer Tor blieb auch für den CFC weiterhin das Glück, sie schafften es nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Das führte auch zu steigender Frustration. Der Jenaer G. Cros erarbeitete sich seine zweite Gelbe Karte und durfte in der 78. Minute vorzeitig duschen gehen. Somit stieg nochmals der Puls mit der Hoffnung auf eine Schlussoffensive seitens des CFC.

Diese wurde auch unmittelbar erfüllt. In der 79. Minute trieb F. Hansch den Ball nach vorne und T. Baumgart schloss mit einem strammen Schuss zum erlösenden 1:0 ab. Das fallen der Steine, nein Brocken von den himmelbauen Herzen war überall zu hören. Der kollektiven Erleichterung folgte jedoch noch das Zittern, denn die Jenaer warfen alles nach vorne. Sie versuchten es mit hohen Bällen und allerlei Kampf. Aber die Fans brüllten die Offensivbemühungen nieder und es blieb beim glücklichen 1:0 Sieg.

Endlich! Endlich ein Sieg! Endlich 3 Punkte! Endlich wieder mal zu 0 gespielt! Endlich ein Erfolgserlebnis! Die Spieler wussten bei wem sie sich zu bedanken hatten und stürmten nach Abpfiff zu K. Tittel, der mit seinen Paraden maßgeblich zum Sieg beitragen konnte. Und T. Bittermann bekam sein Geburtstagsgeschenk, die lang ersehnten drei Punkte. Soweit wurden also alle Wünsche erfüllt.

NachdemSpiel

Mit diesem dreckigen 1:0 Sieg haben die Himmelblauen den erhofften Befreiungsschlag geschafft. Die #MissionKlassenerhalt hat neuen Schwung bekommen, der hoffentlich beim nächsten Spiel vs. Osnabrück weitergeführt wird. Besonders wichtig ist dieser Sieg auch, um jene Einheit von Mannschaft und Fans zu bilden, die absolut notwendig ist, um diese nervenaufreibende Zeit gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. #FürVereinundHeimatstadt Denn es ist ein Leichtes sich in Galgenhumor zu verlieren und darauf hinzuweisen, dass ja noch 45 Punkte zu vergeben sind und da vielleicht noch mehr als nur Klassenerhalt drin ist. So viel Realitätsverlust begegnet man zum Glück nirgendwo.

Von allem Abstiegskrampf abgesehen und im Sinne des Ostfußballs hoffe ich inständig, dass sich beide Mannschaften auch in der nächsten Saison wieder duellieren können.

By Nino