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Eine Abmahnung

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Irgendwann ist es zu viel…viel zu viel…im wahrsten Sinne des Wortes und dann muss dem negativen Gefühl einmal Luft gemacht werden:

Es geht mir gegen den Strich. Ach was, es geht mir auf den Sack und nervt!!!!

Im heutigen Fußball wird viel zu viel nur noch mit Zahlen jongliert UND nur noch Siege zählen. Niederlagen, schönes Spiel, ein knappes 3-4; all das scheint nicht mehr zu zählen, sondern nur noch der schnöde Mammon, wie viel ein Spieler wert ist oder er verdient, wie viel Umsatz die großen Vereine machen, wie viel Zuschauer … nur noch Schwanzvergleich sobald man die Zeitung mit dem Fußballteil anklickt. Und dann ist da noch der Sauhaufen der den Fußballverbänden vorstehen sollte, sich aber nur selbst bereichert und gerade in einem Sumpf aus Korruption und Geklüngel versinkt, die FIFA. Brechen möchte ich da einfach nur „UARGH“

Ich frage mich, was hat all das mit dem Spiel zu tun und warum der Fußball in dieser Vereinigung aus Geld, Klüngelei, Sponsoring und Schwanzvergleich versinkt???

Ich will doch nur 22 Deppen sehen, die versuchen den Ball hinter die Torlinie zu bringen. Ist das zu viel verlangt?

Was mir wohl am meisten auf den Sack geht bei allem Fußball hochgejubel sind jetzt wohl die Gehälter. Leider, wirklich leider sind diese absolut aus dem Rahmen gelaufen und wir schmeißen das Geld den modernen Gladiatoren in den Rachen, weil sie begabt sind – im gegen den Ball treten…juhu! Großartig!!!

Irgendwie lässt mich das nicht kalt, wenn ich höre welche Summen da kolportiert werden: 90 Millionen für das verzogene Ego von „ich-hab-die-Haare-schön“ und „Eier-aus-Stahl“ Ronaldo oder 80 Mio. für den „will-mal-gerne-Hinterhofgangster“ und „ich-habe-die-Haare-noch-schöner“ Neymar, der mir bei jedem Interview die Galle hochkommen lässt, da er so ein unterbelichteten Eindruck hinterlässt als Opfer seines Talents und der Werbung, Mode etc. Nun ja sein Absturz wird nicht lange auf sich warten lassen, wenn ihn seine „Freunde“ und Familie ausgenommen haben und seine Karriere vorüber ist.

Nun ja diese Liste könnte man beliebig fortsetzen und ganz im Gegenteil zum Mainstream, tu ich das einfach mal, da es gerade zu seltsam ist, dass dieses Gesindel als Vorbilder vermarktet werden. Zlatan sollte bei Chuck Norris in die Lehre gehen, da er das Ego schon hat nur mit dem Intellekt und der Selbstwahrnehmung hapert es noch. Auch der Beißer Suarez muss entweder permanent unter Drogen stehen oder eine ordentliche Verhaltensstörung aufweisen,  sonst wäre er nicht so drauf. Jedenfalls hat er eine realistische Folge-Karriere als Lehrer für Piranhas in Aussicht 😉 . Da erscheint Messi geradezu als nett und auf dem Boden geblieben.

Dennoch: zu viel Geld für sinnfreie Leistung verdirbt den Charakter, da sich die oft sehr jungen Empfänger charakterlich nicht mehr weiterentwickeln müssen, weil das Heer von Ja-Sagern, welches sie umgibt, das oft nicht zulässt.

Im Endeffekt kann man sich von der dümmlichen Schwanzvergleichsdiskussion nur fernhalten, da es einen nur vom Wesentlichen beim Fußball abhält. Gerechtfertigt ist das in keiner Weise. Dennoch, leider wollen wir die Gladiatoren sehen und sie sind so tolle Werbeträger. Solange sich das nicht ändert, wird sich die Spirale immer weiter drehen. MIST!

By Baba

 

2 Rote Karten…zwei Sperren und viele Fragen…Ein Kommentar zur DFB Sportgerichtsbarkeit

Sportgericht

„Vor dem Richter und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“ so lautet eine alte Juristenweisheit. Sie soll zum Ausdruck bringen das vor Gericht zwar Recht gesprochen wird, dies je nach Auslegung nicht immer als gerecht betrachtet wird.

Für den Fußball gibt es in Deutschland das sogenannte DFB-Sportgericht, welches 1963 gegründet wurde. Auf der DFB-Homepage heißt es dazu: „Um Streit zu schlichten, Verstöße zu ahnden, die Disziplin aufrechtzuerhalten und vielfältige weitere Rechtsfragen zu klären, ist daher eine autarke Rechtsprechung im Rahmen der Autonomie des Sports unerlässlich.“ Etwas kürzer ausgedrückt nennt man dieses Konstrukt dann: juristische Selbstverwaltung. So weit so theoretisch. Etwas kritisch ausgedrückt, könnte man auch sagen, der DFB hat sich seine eigene Sportgerichtsbarkeit geschaffen, damit von außen z.B. vom Staat kein Einfluss genommen wird. Es wird also „unter sich“ ausgehandelt was Recht und Unrecht ist.

Bisher habe ich dieses Sportgericht in Fällen wahrgenommen, wenn es um die Festsetzung von Spiel-Sperren ging oder Vereine für gefährliche/dumme Aktionen von Teilen ihrer Fans bestraft wurden. Dabei hatte ich bisher auch das Gefühl, dass die Richter nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Soweit meine bisherige Erfahrung. Zwei Entscheidungen der noch jungen Rückrunde 2014/2015 lassen daran aber einige Zweifel aufkommen: Die Sperren für Klaas-Jan Huntelaar und für Jérôme Boateng. Dabei frage ich mich, ob alles mit rechten Dingen zu geht oder auch gelegentlich der Richter im rechtlichen Abseits steht?

Der #Hunter, erhielt für sein Foul an dem Hannoveraner Schmiedebach zunächst eine Sperre von 6 Spielen. Diese wurde umgehend vom #MeisterDerHerzen Schalke 04 damit kommentiert das „es sich nicht um eine Tätlichkeit handelt.“ Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte…

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Ein paar wenige Worte sollen es aber doch werden: Ich sehe nämlich einen Fußballspieler, der erstens ohne Chance auf den Ball und zweitens einem Gegenspieler „hochmotiviert“ von hinten in die Beine springt. Nicht zu sehen ist die 88. Spielminute und der anschließende Vogelzeig in Richtung Schiedsrichter. Am Stammtisch wird dies dann gerne als Frustfoul aus der Emotion heraus deklariert und dabei in Erinnerungen an die guten alten Bolzplatz-Zeiten geschwelgt, in denen „gesunde Härte“ noch zum Standardrepertoire gehörte. Emotionen/Frust hin oder her, ein Spieler von seiner Klasse und 31jährig sollte sich solche Aktionen nicht mehr leisten.

Nach dem Protest wurde die Sperre auf 4 Spiele und zwei auf Bewährung bis zum 30. Januar 2016 verwandelt. Weil er nur bisher zwei rote Karten bekommen hat und damit nicht als Wiederholungstäter gilt.

Damit ist diese Entscheidung ein Novum. Noch nie wurde eine Spiel-Sperre zum Teil auf Bewährung erteilt. Dabei stellen sich gleich Tausend und eine Frage: Zum Beispiel was passiert, wenn der Holländer zu einem anderen Club wechselt? Nimmt er dann die Spiel-Sperre mit? In eine andere Liga? Was ist wenn sich der Hunter beim Jagen, ähm spielen verletzt und sehr lange ausfällt? Was ist wenn er seine Karriere nach dieser Saison beendet?

Jérôme Boateng hat für sein Foul am Schalker Sam die Dreifach-Bestrafung von Roter Karte, Elfmeter und drei Spiele-Sperre erhalten. Der Münchner Vorstandsboss Rummennige interpretierte das auf seine Art in dem er sagte: „Ich verstehe den DFB nicht ganz, weil eigentlich ist das ein Nonsens, was man jetzt entschieden hat.“

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Die Münchner legten Protest ein und so wurde nach mündlicher Verhandlung die Sperre auf zwei Liga-Spiele reduziert. In diesem Streitfall wurde auch gleich die unlogische Regelung „abgeschafft“, bei dem ein Spieler auch noch dafür bestraft wird, dass sein Torhüter den 11er gehalten hat. Der DFB-Richter dazu: „Wäre im vorliegenden Fall der Elfmeter verwandelt worden, hätte Jerome Boateng trotz Vorbelastung nur ein Spiel Sperre erhalten. Die Tatsache, dass Manuel Neuer den Elfmeter gehalten hat, sollte zu keiner zweihundertprozentigen Erhöhung der Sperre auf drei Spiele führen“. Vom Juristisch ins Deutsche übersetzt: Ein Spieler darf nicht als Wiederholungstäter und zusätzlich für einen gehaltenen Elfmeter bestraft werden. Das diese FIFA-Regelung noch unsinniger ist, macht deutlich, dass Manuel Neuer über seinen Schatten springen müsste, nur damit Boateng eine niedrigere Sperre bekommt. Oder hat sogar Eric Maxim Choupo-Moting etwas damit zu tun? Hat er etwa extra verschossen? Im Lichte der Spielmanipulation ist diese Frage natürlich nur leicht abwegig #FIFA

Zumindest kann man behaupten, dass das DFB-Sportgericht einerseits Einsichtigkeit bei unlogischen Strafen zeigt (und sich damit gegen die FIFA-Vorgaben stellt #Revolution#Rebellion?), anderseits neue Auslegungen schafft, die wiederum nicht viel Sinnhaftigkeit darstellen. Juristische Selbstverwaltung heißt auch ein bisschen: Ich mach mir die Fußball-Gerichts-Welt so wie sie mir gefällt. Dies ist wiederum ganz im Sinne des Blatter’schen FIFA-Fußball-Familie-Leitbildes #Korruption.

Bei einem bin ich mir aber sicher: Die Strafe für Huntelaar sollte ein Novum bleiben. Eine Strafe auf Bewährung birgt mehr Probleme in sich, als eine direkte Strafe von z.B. fünf Spielen. Damit ist die Sache erledigt, der Spieler hat im besten Falle was draus gelernt und aus die Fußball-Maus.

By Nino

Kommentar zum Ballon d’oh!

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Vor einer Woche wurde Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer 2014 erkoren. Platz 2 belegte Lionel Messi, auf Platz drei wurde Manuel Neuer gewählt. Wenn es nach den hyperventilierenden deutschen Sportjournalisten gehen würde, dann ist dieser dritte Platz die größte Ungerechtigkeit der jüngeren Fußballhistorie, wenn nicht sogar das Ende des Fußball-Abendlandes.

Das ist jedoch Mumpitz, denn mit etwas Abstand betrachtet ist das Ergebnis gar nicht so unlogisch. Schade allemal, keine Frage. Aber bei dieser Wahl geht es, neben den unbestritten überragenden Leistungen der Platzierten, auch um andere Aspekte. Aspekte wie: Wer hat mehr Marktwert? Wer hat mehr Freunde/Follower in den sogenannten „sozialen Netzwerken“? Wer hat das größere Ego? Vielleicht sogar wer die dicksten Eier hat?

Bezeichnend dazu dieses Bild…

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Neuer kommt eben nicht als Werbefigur, sondern als Fußballer der Marke Sympathieträger.

Und die gerade genannten Aspekte haben sicherlich die Nationaltrainer, Mannschaftskapitäne und die ausgewählten Sportschreiberlinge in ihre wohlüberlegte Wahl einbezogen. Anders ist dieses Ergebnis nicht zu erklären. Ist ja nicht so, dass diese Wahl eine Farce ist und die FIFA ein kolossales Korruptionsproblem hat…

Das Manuel Neuer im letzten Jahr nicht nur Double-Sieger, Weltmeister und Welttorhüter geworden ist, sondern „nebenbei“ auch das Spiel des Torhüters revolutioniert hat, das hat sich noch nicht so bemerkbar gemacht. Im WM-Blog habe ich noch geschrieben: „Das sollte ihn von seinen pulssteigernden Ausflügen ins Mittelfeld hoffentlich abhalten.“ https://thebeautifulgame2014.wordpress.com/2014/06/11/11/

Ein halbes Jahr später gehören diese Ausflüge zu seinem Repertoire und die taktische Flexibilität des FCB und der National11 wurde um ein weiteres Element erweitert.

Im Gegensatz dazu ist hinreichend bekannt, das CR7 sein eigenes Museum hat! Im Alter von 29 Jahren! Ja hat der denn noch alle Trophäen im Schrank? Oder Lionel Messi…dieses fast Heiligtum vom FC Barcelona (wobei man die Religion wie bei vielen anderen Themen lieber aus dem Spiel lassen sollte) hat zwar kein turmhohes Ego wie Ronaldo, aber wenn er mehr als einmal auf der Bank sitzt, dann wird der Trainer zu dem Bahnsteig geschickt, der in Richtung #Entlassung #MechanismenDerBranche fährt.

Das diese Wahl auch anders laufen kann, zeigen die Ergebnisse bei den Frauen und den Trainern. Dreimal Chapeau an Nadine Keßler, Ralf Kellermann und Joachim Löw! Hier wurde schlichtweg nach Leistung entschieden. Und das zählt bekanntlich auf’m Platz.

Ich bin mir sicher, dass Manuel Neuer irgendwann zum Weltfußballer gewählt wird. Das er es 2014 nicht geworden ist, liegt daran das er seiner Zeit voraus ist…

By Nino