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Entwurf Fancharta Chemnitzer FC e.V.

Dok1

Seit der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. im Stadion An der Gellerstraße und den sich anschließenden Irrungen&Wirrungen befindet sich der Chemnitzer FC in einer schweren Krise. Zwischen Vereinsvertretern und Fans sowie innerhalb der Fanszene, wird das Für und Wider dieser Aktion heiß diskutiert. Es stellt die Himmelblauen vor die Zerreißprobe. Sportvorstand T. Sobotzik beklagte bereits: „Die Jungs hören, dass sie bei einem Nazi-Verein spielen.“ Das tun sich selbstverständlich nicht. Der CFC und Teile seiner Fans haben jedenfalls (k)ein Problem mit extremistischen Gedankengut. Hier gilt es klar zu unterscheiden und das es eher nicht links ist, das dürfte auch klar sein. Die Vereinsziele sind an sich in der Satzung verankert. Aber was sind schon wohlmeinende Aussagen, wenn sie doch nur Lippenbekenntnisse bleiben!?

Wir schlagen daher vor, dass der Chemnitzer FC mit seinen Fans eine Fancharta erarbeitet, dessen Grundlage das weitere Zusammenwirken abbildet. Dabei haben wir uns rotzfrech bei der SG Dynamo Dresden bedient und deren Fancharta hergenommenem (in der Hoffnung, dass keine urheberrechtlichen Konsequenzen drohen). Diese dient nämlich als hervorragende Grundlage für einen ersten himmelblauen Entwurf, der in den entsprechenden Gremien des CFC beraten werden sollte. Alle himmelblauen Fans, die an Diskussion teilnehmen wollen&können, sind aufgerufen, diesen Entwurf zu diskutieren. So sieht nämlich gelebte Fankultur aus. Auf geht’s!

By Baba&Nino

 

„Präambel

Die Fancharta beschreibt die Zusammenarbeit zwischen allen Fans und dem Verein Chemnitzer FC e.V. mit dem Ziel, ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis zu schaffen und die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller zu gewährleisten. Alle Parteien verpflichten sich selbst zur Einhaltung aller Punkte und stehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv für die Umsetzung ein.

 

1. Grundsätze

Die Grundsätze stellen das Fundament der Fancharta dar. Alle weiteren Punkte bedürfen der Akzeptanz dieser Prämissen.

1.1   Respektvolles Miteinander

Alle Fans und Vereinsvertreter verpflichten sich sowohl in der öffentlichen Darstellung, als auch im direkten Gespräch oder in schriftlichen Auseinandersetzungen (z.B. in Internet-Foren) zu einem angebrachten, ehrlichen und respektvollen Umgang. Das umfasst auch die Einhaltung von rechtlichen Gegebenheiten (umfasst z.B. Gewalt, Persönlichkeitsrechte, körperliche Unversehrtheit, Stadionordnung).

1.2   Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung

Der Verein Chemnitzer FC e.V. und die Fans stehen aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung (aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, religiöser und sexueller Orientierungen sowie körperlicher und geistiger Beeinträchtigung) innerhalb und außerhalb des Stadions ein.

1.3 Im Mittelpunkt steht immer der Verein. Beide Seiten setzen alles daran, Schaden von diesem abzuwenden.

1.4 Eine inhaltliche Zensur von Choreographien, Spruchbändern und nicht-kommerziellen Publikationen findet nicht statt, sofern sie den Grundsätzen dieser Fancharta entsprechen.

1.5 Öffentliche Verlautbarungen sollen nicht über Medien kommuniziert werden, bevor dem fraglichen Sachverhalt zugrundeliegende Informationen und Motive gründlich geprüft worden sind.

 

2. Regelungen im Stadion

2.1 Fankultur

2.1.1 Ein von Fans und Vereinsvertretern gemeinsam definierter Bereich im Stadion ist Sammelpunkt für die aktivsten Fans. Darauf wird von Vereinsseite ausdrücklich hingewiesen. Sammelpunkt für die aktivsten Fans ist die Südtribüne Block 6A-6C.

2.1.2 Die Südtribüne wird von den Fans selbstverwaltet. Verein und Fanszene setzen sich für ein mögliches Minimum an Sicherheitskräften in diesen Blöcken ein.

2.1.3 Es bestehen keine Reglementierungen bezüglich der Anzahl und dem Inhalt von Fahnen und Doppelhaltern. Für Auswärtsspiele setzt sich der Verein auch beim jeweiligen gastgebenden Verein dafür ein. Bei Missachtung der Fancharta behält sich der Verein vor, sich beim gastgebenden Verein diesbezüglich nicht einzusetzen.

2.1.4 Die Südtribüne ist inklusive der dazugehörigen Stadionmauer ausschließlich Zaunfahnen vorbehalten und wird nicht vermarktet.

2.1.5 Choreographien müssen bis spätestens fünf Werktage vor dem Spiel (Inhalt, Umfang, Materialien) ausschließlich bei den Fanbeauftragten angemeldet werden. In Ausnahmefällen ist dies auch bis einen Werktag vor dem Spiel möglich. Die/Der Veranstaltungsleiter und der die Sicherheitsträger entscheiden über die Zulässigkeit der Aktionen in brandschutz- und sicherheitstechnischer Hinsicht. Kurzfristige Änderungen werden durch die Fanbeauftragten, dem Sicherheitsbeauftragten und der Veranstaltungsleitung genehmigt. Sollte es Unstimmigkeiten bzgl. der Choreographie geben, verpflichten sich die beiden Parteien, umgehend das Gespräch zur Klärung des Sachverhalts zu suchen.

2.1.6 Spruchbänder werden in der Regel bis einen Werktag vor dem Spiel bei den Fanbeauftragten angemeldet. In Ausnahmefällen ist eine Anmeldung bis 90 Minuten vor Anpfiff möglich.

2.1.7 Nichtkommerzielle Publikationen zur Fankultur (Fanzines, Flugblätter etc.) dürfen im Stadion verteilt werden. Flugblätter, Informationen etc. können im Stadion an Informationstafeln angebracht werden. Der Verein verpflichtet sich, in allen Stadionbereichen Informationstafeln anzubringen.

2.1.8 Die Fans können an Ständen im Stadion eigene Fanartikel oder Publikationen zur Refinanzierung von Choreographien oder Fanveranstaltungen verkaufen. Für jeden Stand muss ein Verantwortlicher, auch in Bezug auf steuerrechtliche Belange benannt werden. Die zu verkaufenden Artikel sind vorher mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

2.1.9 Ermäßigungen für Schüler, Auszubildende, Studenten, ALG II-Empfänger und Inhaber eines Schwerbehinderten-Ausweises sind während des Vorverkaufs in ausreichender Anzahl verfügbar, Kinder unter 6 Jahren erhalten ohne Anspruch auf einen Sitzplatz und in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt, Kinder zwischen 6 und 15 Jahren eine Kinderkarte. An der Tageskasse sind ermäßigte Karten je nach Verfügbarkeit erhältlich. Eine Limitierung unterhalb der Stadionkapazität ist nicht vorgesehen.

2.1.10 Einlasskontrollen finden in angemessener Form statt. Ganzkörper-/Nacktkontrollen werden nicht durchgeführt. Ansprechpartner für Fans bei Problemen am Einlass sind die Fanbeauftragten.

2.1.11 Der Chemnitzer FC e.V. lehnt die Personalisierung von Tageskarten aus eigenem Antrieb ab.

2.1.12 Der Chemnitzer FC e.V. bestreitet keine Freundschafts- bzw. Testspiele gegen FC Erzgebirge Aue.

 

2.2 Fanbetreuung

Der Chemnitzer FC e.V. und der Fanszene Chemnitz e.V. betreiben gemeinsam Fanbetreuung im Stadion. Hierfür wird ein Team aufgestellt, das allen Fans zur Verfügung steht. Der Chemnitzer FC e.V. stellt für eine effektive Fanbetreuung geeignete Stände zur Verfügung, die einen optischen Wiedererkennungswert verzeichnen. Mit jedem Fanbetreuer ist ein Ehrenamtsvertrag abzuschließen. Um eine effektive und nachhaltige Fanbetreuung zu gewährleisten, erhalten die Fanbetreuer Zugang zu den erforderlichen Stadionbereichen, um die entsprechende Arbeit ausführen zu können. Diese Arbeitskarte ist bei Bedarf bis einen Werktag vor dem Spiel bei der Fanabteilung anzumelden.

 

2.3 Bewahrung der Ursprünglichkeit eines Fußballspiels

2.3.1 Die Stimmung und der Support gehen ausschließlich vom Publikum aus. Innerhalb des Vorprogramms gibt es eine Fanzeit, in der Informationen von Fans für Fans präsentiert werden. Sie beginnt in der Regel 30 Minuten vor Anpfiff und dauert etwa 5 Minuten. Verantwortlich für die Organisation und Durchführung ist das Fanzeit-Team

2.3.2 Ein Maskottchen und/oder Cheerleader kommen nicht zum Einsatz.

2.3.3 Klatschpappen oder ähnliche akustische Instrumente kommen nicht zum Einsatz.

2.3.4 Die Lautstärken der Stadionansagen, Werbung und Musikeinspielungen sind so zu wählen, dass die Stimmung im Stadion nicht unterdrückt wird. Werbebotschaften werden während des Spiels nicht durch akustische Signale unterstützt.

2.3.5 Auf die Verbreitung von sichtbar durch Sponsoren beeinflusste Fanartikel, die das ursprüngliche Kurvenbild beeinflussen, wird verzichtet.

2.3.6 Fußball muss für alle Fans bezahlbar sein und bleiben. Bevor die Kartenpreise für die neue Saison veröffentlicht werden, tauschen sich Verein und Fanvertreter über die Kartenpreise aus.

 

2.4 Gästefans

2.4.1 Gästefans erfahren nach Möglichkeit eine Gleichbehandlung in allen sie betreffenden Punkten der Fancharta (außer Punkt 2.1.7).

2.4.2 Um möglichst vielen Gästefans einen Stadionbesuch zu ermöglichen, sollte nach Verfügbarkeit, jedem Gästefan der Zutritt am Spieltag zum Stadion ermöglicht werden (bei Ausverkauf ist dies nicht möglich).

2.4.3 Der Chemnitzer FC e.V. gibt im Bedarfsfall jedem Gastverein mind. 10% der insgesamt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten zum Verkauf frei.

 

2.5. Auswärtsspiele

2.5.1 Bei Auswärtsspielen besteht prinzipiell das Recht auf individuelle Anreise. Beim Erwerb des Auswärtstickets gibt es keinen Zwang zum Kauf eines Fahrscheines für Beförderungsmittel. Davon ausgenommen sind vertragsbedingte Kombi-Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Regelungen bei organisierten Fanzügen werden im Einzelfall miteinander abgestimmt.

2.5.2 Die Fans fördern auswärts im gesetzlichen Rahmen und unter Beachtung der Stadionordnung des gastgebenden Vereins selbstregulierende Maßnahmen.

2.5.3 Der Verein behält sich vor, über bereits vor dem Spieltag bekannte sicherheitsrelevante Maßnahmen vor Ort (Wegeverengungen, Vorkontrollen, zwangsweise Zuführungen zum oder vom Stadion, ungeeignete Gitter etc.) zu informieren, damit entsprechende Verhaltensanforderungen zu den Fans transportiert werden können.

2.5.4 Die Fanbetreuer werden mit einem Ehrenamtsvertrag gebunden und sind durch eine bereichsbezogene Arbeitskarte zu entschädigen. Die gemeinsame Anreise soll vom Verein organisiert werden. Die ehrenamtlichen Fanbetreuer haben einen direkten verantwortlichen Ansprechpartner zu benennen, welcher mit den Ansprechpartnern (Fanbeauftragte, Sicherheitsbeauftragter o.a.) seitens des Vereines kommuniziert

 

3. Regelungen zum allgemeinen Miteinander

Die Fans des Chemnitzer FC e.V. sind neben den Mitgliedern, den Gremien und Angestellten und den Sponsoren eine der tragenden Säulen des Vereins. Daraus ergeben sich für die Fans Verpflichtungen, insbesondere in der würdigen Vertretung des Vereins, aber auch Rechte. Um diesem Aspekt öffentliche Anerkennung zu verleihen, werden folgende Vereinbarungen getroffen:

3.1 Der Chemnitzer FC e.V. beschäftigt mindestens zwei Fanbeauftragte. Die Fanbeauftragten sind Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Fans und Verein. Sie holen, zu speziell die Fans betreffenden Entscheidungen des Vereins bereits im Vorfeld Meinungen aus der Fanszene und tragen diese an die Entscheidungsträger im Verein heran.

3.2 Die Verwendung des Vereinslogos und der Schriftzüge „Die Himmelblauen“ und „Chemnitzer FC“ für nicht-kommerzielle Zwecke ist für Fans kostenfrei. Weitere Ausnahmen zur kostenfreien Verwendung stellen Aktivitäten zur Finanzierung von Choreographien und Fanarbeit dar. Im Gegenzug erklären sich die Fans bereit, die Art der Verwendung bei der Marketingabteilung zur Abstimmung vorzulegen.

3.3 Der Verein bietet den Fans die Möglichkeit, Informationen und Inhalte von Fans für Fans auf der offiziellen Homepage des Vereins zu veröffentlichen. Die Inhalte sind vor der Veröffentlichung im Bereich „Fans“ mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

 

4. Umgang mit Stadionverboten

(durch den Chemnitzer FC e.V.)

Bei Stadionverboten besteht die Möglichkeit durch Kontaktaufnahme mit den Fanbeauftragten und der Stadionverbotsanhörungskommission (SVAK) eine kurzfristigere Bearbeitung der Stellungnahme zu erreichen.

Der Chemnitzer FC e.V. weist den Ordnungsdienst an, bei zweifelhaften Problemsituationen am Spieltag vor deren Klärung Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten und den Fanbeauftragten zu halten.

4.1 Personen, denen die Aussprache eines (bundesweiten) Stadionverbots droht, erhalten eine schriftliche Information über die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen bzw. schriftlichen Anhörung vor der SVAK. Bei erfolgtem Antrag eines Betroffenen findet die Anhörung in jedem Fall vor Aussprache des Stadionverbots statt.

Wird die betroffene Person von Ordnungsdienst und/oder Polizei direkt überführt, behält der Verein sich vor noch vor Ort ein Stadionverbot auszusprechen.

4.2 Bei drohenden Stadionverboten für CFC-Fans durch andere Vereine/den DFB unterstützt und berät der Chemnitzer FC e.V. betroffene Fans bei der Wahrnehmung all ihrer Rechte.

 

5. Allgemeiner Umgang mit der Fancharta

5.1 Bei Verstößen gegen die Fancharta verpflichten sich beide Seiten Gespräche aufzunehmen, um den Sachverhalt zu klären und gemeinsam Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung von Zuwiderhandlungen zu erreichen. Ausgenommen hiervon sind Handlungen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen und daraus resultierenden Maßnahmen.

5.2 Alle Parteien verpflichten sich, jährlich in der Winterpause die Fancharta gemeinsam auf eventuell notwendige Veränderungen zu überprüfen.

5.3 Die weitere Bearbeitung der Fancharta wird unter der Moderation des AWO Fanprojekt Chemnitz e.V. von Vertretern des Chemnitzer FC e.V. und den Unterzeichnern durchgeführt.

 

6. Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen der Fancharta unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Unterzeichnung unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Fancharta im Übrigen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkung der Zielsetzung am nächsten kommt, die bei der Aushandlung der Fancharta mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung beabsichtigt wurde. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich die Fancharta als lückenhaft erweist. Zur Ausfüllung der Lücke verpflichten sich die Parteien auf die Etablierung angemessener Regelungen in dieser Fancharta hinzuwirken, die dem am nächsten kommen, was bei der Aushandlung unter Berücksichtigung des entsprechenden Punktes nach dem Sinn und Zweck der Fancharta bestimmt worden wäre.“

 

 

 

 

Endspiel für den Insolvenz-CFC!?

Weichen

Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Amtsgerichtes Chemnitz, Abteilung Insolvenzsachen am 18. September 2018 ist es nun auch offiziell: Der Insolvenzverwalter soll ermächtigt werden, mit der Sparkasse Chemnitz einen Vertrag zur Finanzierung des Mannschaftsbusses abzuschließen. Der Kaufpreis beträgt 170.000,00€. Wat ein Schnäppchen für die Karre! Nebenbei soll er auch noch die Ausgliederung der 1. Mannschaft und aller nach den Statuten möglichen Jugendmannschaften in eine Kapitalgesellschaft durchführen. Letzterer Punkt ist selbstverständlich wesentlich brisanter und bedarf an sich keiner humoristischen Kommentierung. Es ist der bittere Ernst der Lage, der schmerzhaft aus dem Schacht ans Tageslicht gekrochen kam.

Der Insolvenzverwalter sieht die Option der Ausgliederung als die Beste an, um den Chemnitzer FC zu sanieren. Nun bin ich nur ein (un-)freiwillig zahlendes Mitglied und kein Bachelor im Insolvenzrecht. Daher muss ich zwangsläufig das Vertrauen in die handelnden Personen aufbringen. Auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, denn einige Beteiligte liefern sich seit Monaten eine Schlammschlacht, die wenig Hoffnung gibt, dass das Insolvenzverfahren ohne Gesichtsverlust derjenigen beendet werden kann. Die Stilmittel sind mitunter fragwürdig und nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet. Rücktrittsforderungen von der einen Seite, durchgestochene Vertragsinhalte an die örtlichen Schmierblätter von der anderen Seite. Und das sind nur zwei Beispiele. Beide Seiten geben sich jedenfalls nichts, beim Kampf um die Deutungshoheit was für den Chemnitzer FC am besten ist. Dabei werden doch Heiligenscheine ebenso nicht vergeben, wie Denkmäler gebaut. Also kann gerne dieses Macht-Spiel sofort und ohne Verlängerung abgepfiffen werden.

Solch eine Schlammschlacht mag zwar für die Medien hochinteressant sein. Schließlich muss man sich nicht mehr irgendwelche Halbwahrheiten aus dem Kreuz leiern, die womöglich noch vor Gericht landen, weil „dieses-und-jenes-so-nie-gesagt-wurde“. Ich bin jedenfalls wegen des ganzen Boheis ziemlich genervt und auch ziemlich sicher, dass diese ganzen juristischen Winkelzüge nicht dabei helfen werden, am Ende des Tages den CFC-Karren aus dem Dreck zu ziehen. Da steckt dieser nämlich immer noch mittendrin.

Braucht es denn noch einen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang? Oder lieber nochmal die alten Diskussionen über die Vergangenheit führen? Ich glaube nicht, dass sich das wirklich lohnt. Am Ende der Debatte kommt man doch an der Frage nicht mehr vorbei, wer wann wie und womit zu der ganzen Misere beigetragen hat. Das Ergebnis von u.a. zu viel Kungelei und Seilschaften in Vorstand/Aufsichtsrat gepaart mit sportlichen Misserfolg ist doch Pleite des CFC und das gerade auf der Zielgeraden befindliche Insolvenzverfahren.

Als geneigter Fan wünsche ich mir daher mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zur Sacharbeit aller Verantwortlichen. Dem Vernehmen nach geht es auf der am 26. September 2018 stattfinden Gläubigerversammlung mehr oder weniger um die Zukunft des CFC. Quasi das Endspiel um den Insolvenz-Cup. Das ist doch Anlass genug, um seine Energie darauf zu verschwenden.

Aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen, sollte doch allen Himmelblauen ein wichtiges Anliegen sein. Klar, die Frage wie die Ausgliederung gestaltet werden soll, bleibt weiterhin bestehen und kann hoffentlich nach der Gläubigerversammlung diskutiert werden. Eins ist dabei schon mal sicher: Als Mitglied will ich mich bei meinen Rechten und Pflichten nicht „enteiern“ lassen. Entscheidungen, die ohne jegliche Debatte und aufgrund von Alternativlosigkeit getroffen werden, haben bisher immer zu Unmut bei den Mitgliedern geführt. Die Fanszene des Chemnitzer FC ist vielfältig, das gilt es bei der Gestaltung des zukünftigen CFC zu berücksichtigen.

Der Illusion es allen Recht zu machen, sollte man sich allerdings auch nicht hingeben. Der Blick Richtung Magdeburg sowie Rostock und deren vollzogenen Ausgliederungen gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht Hopfen und Malz verloren sind. Dort wurden mit der Beteiligung der Mitglieder die Prozesse so gesteuert, dass die Befürchtungen in Richtung Identitätsverlust und Fremdbestimmung ernst genommen wurden und letztendlich die Ausgliederung wiederum große Zustimmung gefunden hat.

Denn eines ist auch klar wie Kloßbrühe. Ohne die Fans wird es nicht gehen. Ein Verein ohne ultra-laute Fans, ein Spiel ohne Stimmung sind die schlechtesten aller Varianten. Ich verweise da gerne auf das Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 7. Spieltag. In dem 20.000 Plätze-„Jahn-Sportpark“ waren es letztendlich die 200 mitgereisten CFC-Fans, die für die Stimmung gesorgt haben. Ansonsten hätte dort Totenstille geherrscht. Von weiteren Beispielen, die es zu Hauf gibt, und vor allem den Heimspielen abgesehen.

Jetzt aber müssen erst einmal die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden. Die besten sportlichen Argumente liefert ja seit Beginn der Regionalliga-Saison die neu zusammengestellte Mannschaft. Acht Siege in Folge, Spitzenreiter. Das ist wahrlich ein süß-saures „Ablenkungsmanöver“. Nicht auszudenken, wenn der CFC im Mittelfeld der Tabelle stehen und seitens der Presse eine Trainerdiskussion angezettelt würde. Soviel zur Schwarzmalerei.

Ein Blick in die Zukunft und wie schön himmelblau wäre es hingegen, wenn der CFC wirtschaftlich und sportlich erfolgreich sein könnte. Die Weichen dafür können hoffentlich bald gestellt werden.

By Nino

 

 

Voll auf die Sieben! Der CFC zu Gast beim VSG Altglienicke

Zum Beginn der berlinerisch-englischen Woche stand am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 zunächst ein Auswärtsspiel bei der Volkssportgemeinschaft Altglienicke für den Chemnitzer FC an, bevor der Berliner AK am 8. Spieltag an der Fischerwiese gastieren wird. Man vermutet es zumindest. Stand jetzt soll die Entscheidung hinsichtlich des Antretens der Berliner einen Tag (!) vor dem Spiel fallen. Total gespannt warten wohl alle Beteiligten darauf, ob sich die Berliner (allen voran deren Präsident) noch mehr mit Ruhm bekleckern wird oder nicht.

Die Himmelblauen haben jedenfalls ihre Fahrt ins völlig ungefährliche Berlin angetreten und standen pünktlich auf dem Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahns Sportparks im Stadtteil Pankow. Warum es dazu nicht in Altglienicke kam, ist der Tatsache geschuldet, dass die VSG in Folge des Aufstiegs 2017 in die Regionalliga in dieses Stadion umziehen musste, da das eigene mit Kunstrasenplatz nicht den Anforderungen an die Standards der besagten Liga entsprach. So ist es dann auch für die Südost-Berliner in gewissermaßen ein Auswärtsspiel.

StadionPanorama

Zu Auswärtsspielen fahren tendenziell auch weniger Fans, was für dieses Spiel für beide Teams zutraf. Gerade einmal 1022 Zuschauer kamen ins Stadion, indem auch schon Michael Jackson 1992 im Rahmen seiner Dangerous Tour aufgetreten war. Damals ausverkauft und sicherlich in bester Stimmung, wirkten hier die Fans im weiten wie bunten Rund doch eher verloren. Auf die schätzungsweise 200 mitgereisten CFC-Fans war wie immer Verlass, die Gesänge wurden ab Minute eins angestimmt.

CFC-Fans

Diese Gesänge sorgten dann auch dafür, dass der CFC hier gefühlt ein Heimspiel hatte. Die heimischen Fans fanden ihre Erregungshöhepunkte bei der Vergabe von gelben Karten und Abseitspfiffen, ansonsten eher Totenstille. Im Gegensatz dazu feuerten die CFC-Fans die Mannschaft an und diese spielten selbstbewusst nach vorne und suchten den schnellen Abschluss. Diese Angriffsbemühungen wurden dann auch in der 11. Minute belohnt. Zwar nicht direkt aus dem Spiel heraus, sondern durch ein Foul an R. Garcia im 11meter-Raum. Folgerichtig gab es einen Elfmeter, den Kapitän D. Grote sicher verwandelte.

Grote11er

Im weiteren Spielverlauf waren die Chemnitzer Angriffsbemühungen nicht mehr ganz so zwingend. Dennoch reichten diese wiederum ein Elfmeter rauszuholen. Dem zweiten ging ein Foul an P. Itter voraus, D. Frahn verwandelte zum 2:0.

Frahn11er

2 Tore durch Elfmeter, das sieht man auch nicht so oft. So musste es dann auch soweit kommen, dass in der 45. Minute ein weiterer Treffer fiel. Ausgerechnet der Ex-Himmelblaue B. Förster traf zum 1:2 Anschlusstreffer. Dreimal darf geraten werden: Ja, durch einen Elfmeter.

Mit diesem ging es dann auch direkt in die Halbzeitpause. Diese wurde seitens des Stadionsprechers der Altglienicker für eine Live-Gesangseinlage genutzt. Nicht jedermanns Geschmack, aber er grüßte die Chemnitzer Fans und sang mit Leidenschaft. Hut ab!

HalbzeitShow

Diese Leidenschaft hätte man sich auch für die zweite Halbzeit seitens der Teams gewünscht. Das Spiel kam leider ohne wirkliche Torraumszenen aus, der Großteil des Geschehens spielte sich im Mittelfeld ab. Die Minuten verrannen und die Spannung wurde letztendlich allein durch den Spielstand aufrechterhalten. Bei aller Liebe zum Spiel, aber das war kein Einblick in die fußballerische Feinkostabteilung. Umso genüsslicher die Chemnitzer Fans, die jedes vorbeifliegende Flugzeug mit einem kräftigen „Flug-Zeug“-Ruf feierten. Und da diese im 5-Minuten-Takt ihr Ziel Tegel ansteuerten, war immer wieder für Stimmung gesorgt.

Etwas spannender wurde es dann nochmal in den letzten Spielminuten, als die Altglienicker zwar noch eine Riesenchance heraus, aber nicht erfolgreich zu Ende spielten. Auch zwei weitere Ecken blieben ohne Erfolg.

StadionAbends

So blieb es bei dem Spielstand und der CFC feierte einen eher glanzlosen 1:2 Auswärtssieg. Der Vereinsrekord wird damit weiter ausgebaut und die Himmelblauen stehen weiter unangefochten wie ein Fels in der Tabellenbrandung an der Spitze der Regionalliga Nordost. Die Mannschaft trotzt den stürmischen Zeiten und sendet sportliche Hoffnungszeichen in Richtung der Gläubiger, Sponsoren und Fans.

Abschluss

Wahrscheinlich ist der nächste Gegner der Berliner AK. Wie eingangs erwähnt, ist noch nicht endgültig entschieden, ob die Berliner auch wirklich antreten. An diesem Abend ist mir noch herzlich egal, denn zwei Dinge sind klar: Erstens: Der CFC ist als Spitzenreiter nach Berlin gekommen. Zweitens: Der CFC reist als Spitzenreiter aus Berlin ab. In diesem Sinne: Gute Fahrt, wohin auch immer.

By Nino

 

Heiße Herzen und kühle Köpfe. Der CFC in Babelsberg

EingangStadion

Englische Woche beim Chemnitzer FC! Mit dem 3:2 Auftaktsieg vs. FSV Union Fürstenwalde und dem 2:0 Sieg gegen BFC Dynamo grüßten die Himmelblauen von der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“ stimmte man trotz aller Hinweise auf „Momentaufnahme“ und „ist doch erst am Anfang der Saison“ leise an. Vielleicht liegt es an der Unvernunft, vielleicht auch an den heißen Tagen, so genau weiß ich es nicht. Mit dieser Gefühlsmischung ging es jedenfalls hocherfreut nach Babelsberg, ins Karl-Liebknecht-Stadion, auch Karli genannt.

Dritter Sieg im dritten Spiel? Das wäre schon mal ne Duftmarke, die die Himmelblauen setzen würden. Ein gutes Motto für dieses Spiel: „Mit breiter Brust und kühlem Kopf.“ Für Daniel Frahn war es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, für ihn nach eigener Aussage „das wohl emotionalste Spiel seiner Karriere“. Wie emotional es zugehen würde, darauf war ich gespannt. Die Hitze und die Zusammenkunft der Fan-Freundschaft zwischen dem CFC und einzelnen Cottbus-Fans lieferte vor Beginn des Spiels die ersten Spannungspunkte. Diese führten dann auch leider gleich zu einem Negativhöhepunkt. Beim Abspielen der CFC-Hymne (!) schaffte es ein einzelner Cottbus-Fahnenträger die Babelsberger-Ultras verständlicherweise aus der Fassung zu bringen. Was der Einzelne gezeigt hat, hierzu wird auf diesem Blog kein Platz eingeräumt. Und es wirft auch die Frage auf, wieweit Fan-Freundschaft gehen kann und soll. Geschichtsvergessenheit und/oder Relativierung, das sollte und darf keinen Platz in der CFC-Fangemeinschaft haben. Soviel zu dieser nicht politischen, nämlich zutiefst grundgesetzlichen Debatte.

CFC-Fans

Die Babelsberger starteten mit einem 2:1 Auswärtssieg gegen Germania Halberstadt in die Regionalliga Saison. Ein weiterer Sieg wäre den NullDreiern daher gerne ganz recht gewesen. Das Spiel wurde aufgrund der TV-Übertragung kurz nach 14 Uhr angepfiffen und erlebte seine ersten Höhepunkte rund um die 11. Minute. Erst brachte ein Babelsberger eine eigentümliche 11-er-würdige Hand-Drehaktion zustande, die wiederum in einer Ringer-Aktion am Mittelkreis endete. Die Himmelblauen ließen sich davon aber nicht irritieren und versuchten den Weg ins Tor mit legalen Mitteln zu erreichen. Die Babelsberger hatten da nicht viel entgegenzusetzen, so dass es in der 14. Minute zu einer 11-er-reifen Situation kam, die wiederum auch der Schiedsrichter so beurteilte. So kam es, dass Daniel Frahn sich den Ball schnappte und diesen mit einem strammen Sonntagsschuss an einem samstäglichen Nachmittag ins obere rechte Eck zimmerte. Nu hatte er sein Tor und alle mitgereisten Fans fanden einen weiteren Grund ihr Bier in die Höhe zu werfen.

Frahn11er

Weitere Höhepunkte waren so denn die hitzebedingte Trinkpause in der 24. Minute und der Ausgleich in der 35. Minute, durch Nattermann. Zugegeben auch formvollendet reingedroschen. Mit dem 1:1 Ausgleich ging es dann auch die wohlverdiente Pause.

Nach dieser kam es zu einem kleinen, aber feinen Höhepunkt. Der Autor dieser Zeilen konnte den abprallenden Ball erstaunlicherweise sicher fangen und zu einem Spieler des CFC werfen. Beim nächsten Mal weiß ich dann auch, wer derjenige war (Asche auf mein Haupt 🙂 ).

Im weiteren Verlauf des Spiels kam es zu Chancen auf beiden Seiten, zumal die Babelsberger am starken Jakubov und Garcia scheiterten. Die himmelblauen Angriffsbemühungen wurden in der 84. Minute belohnt. Aus einem unklaren Gewusel heraus, schaffte es Bozic das runde Leder im Babelsberger Tor unterzubringen. Grenzenloser Jubel bei den mitgereisten Himmelblauen-Fans, blankes Entsetzen bei den Fans auf Babelsberger Seite. Im weiteren Verlauf kam es lediglich noch zu einer gelben Karte, der fünften insgesamt in diesem Spiel, welches trotz der Hitze mit kühlem Kopf aller Beteiligten durchgezogen wurde.Panorama

So steht der dritte Sieg im dritten Spiel zu Buche. Wer hätte das am Anfang dieser englischen Woche gedacht. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey…“, das kann jetzt schon ein bisschen lauter gesungen werden. Selbstverständlich in dem Wissen, dass es noch eine lange Saison ist. Die mitgereisten Himmelblauen-Fans überzeugten mit 90-minütiger Unterstützung, die dem ein oder anderen Babelsberger ein respektvolles „Stimmung machen könn’se ooch“ abgerungen hatte.

Mehr Zustimmung ist von Verlieren nicht zu erwarten. In diesem Sinne: „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey..“

By Nino

CFC-Fans2

Täglich grüßt die „Insolvenzmasse“ CFC

Reinigung

Vor zwei Tagen hatte ich noch die sanfte Hoffnung, dass der Chemnitzer FC keine Rolle rückwärts in die Zeiten des Chaos Fußball Club vollzieht . In Anbetracht der Entwicklungen der letzten vier Tage mit diversen Stellungnahmen vom Aufsichtsrat bis Fanszene e.V. sowie Rücktritten aus Aufsichtsrat und Ehrenrat grüßt der CFC mittlerweile täglich aus den Boulevardmedien.

Für diese ist das CFC-Chaos natürlich ein gefundenes Fressen, lässt es doch viel Spielraum für Spekulationen und dummes Geschwätz. Nicht zuletzt tragen die Beteiligten mehr oder weniger (un-)freiwillig dazu bei. Zum Beispiel ist in der Stellungnahme des Aufsichtsrats zu lesen: „…Ebenso stimmt der Aufsichtsrat mit dem Insolvenzverwalter überein, dass tatsächliche private Befindlichkeiten und Animositäten in solchen richtungsweisenden Zeiten zurück zu stehen haben.“ Dadurch festigt sich leider der Eindruck, dass das Insolvenzverfahren auch zu einem Rosenkrieg zwischen den Vereinsoberen ausgeufert ist. Insolvenzverwalter (IV) K. Siemon lässt sich beim MDR damit zitieren: „Es war die Woche der Selbstreinigung. Es wäre schön gewesen, wenn alle den Weg einvernehmlich mitgegangen wären.“ Solche Worte kann locker vom Hocker derjenige sagen, der ganz genau weiß, dass er am längeren Insolvenz-Hebel sitzt. Frei nach dem Motto „Insolvenzrecht schlägt Vereinsrecht“.

Es ist aber auch so, dass es wohl allerhöchste Zeit war, dass alles auf den Prüfstand bei den Himmelblauen kommt. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass nicht jeder ein Fan des CFC in Chemnitz ist. Ist es daher immer zum Wohle des CFC gewesen, sich von der Stadt und seinen (ex-)städtischen Unternehmen abhängig zu machen? Die GGG könnte ihr Sponsoren-Geld auch in die Renovierung ihrer Wohnungen stecken. Oder was ist mit dem Energieversorger „eins“? Bisschen weniger Strom bezahlen, da sagt auch keiner nein. Auch die Unterstützung durch die Stadt Chemnitz könnte hinterfragt werden. Klar, ohne das Steuergeld wäre das Stadion nie gebaut worden. Aber wäre eine Unabhängigkeit von der Stadt und ihren Räten nicht auch ein Zukunftsmodell?

Was die Zukunft betrifft, so ist ohnehin die drängendere Frage, wie es denn nun mit dem CFC weitergehen soll? Welcher neue Hauptsponsor wird vom IV-Siemon aus dem Hut gezaubert? Welche weiteren Pläne hat er noch? Die Ausgliederung der Profiabteilung steht ja schon als „Zukunftsvision“ im Raum. Läuft es auf die Gretchenfrage „Sponsoren oder Investoren?“ hinaus?

In der Siemon-Stellungnahme zur Pressemitteilung von eins energie steht: „Aus Gläubigersicht ist es so, dass viele Beteiligte im Umfeld des Chemnitzer FC die Wirkungen der Insolvenzeröffnung noch nicht richtig realisiert haben. Ein „weiter so“ kann und wird es nicht geben.“ Wichtig ist es aus Gläubigersicht, dass die neuen Gegebenheiten nunmehr vom Umfeld akzeptiert werden und die bereits an vielen Stellen sehr deutlich vorangeschrittenen Restrukturierungsergebnisse unterstützt werden.“

Dass es ein „weiter so“ nicht geben kann, daran zweifelt eh keiner mehr. Also keiner mit gesundem Menschenverstand. Es geht aber um das „wie“ es weiter geht. Ruhe bewahren, abwarten und hoffen, dass IV-Siemon schon das Richtige tun wird, ist mir zu wenig. Auch wenn er schon den FSV Zwickau 1999 und den VFC Plauen 2015 durch das Insolvenzverfahren geführt hat. Ein Fußballclub, insbesondere wie der CFC, ist nämlich keine reine Insolvenzmasse, um mal in der Sprache des Insolvenzrechts zu bleiben. Der Verein lebt auch von seinen Mitgliedern und Fans, die sich einbringen und das auch noch in Zukunft wollen.

In dieser eh schon schwierigen Phase wäre also mehr Kommunikation miteinander statt gegeneinander angebracht. Überzogene Aktionen wie Haus- und Stadionverbote erwecken den Eindruck, als wenn Kriminelle am Werke wären. A. Georgi und U. Bauch sind davon weit entfernt und auch keine Kinder mehr, die Ansagen nicht verstehen würden. Akzeptanz schaffen, das geht definitiv anders.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich beim 3. Fanclub-Treffen des CFC an. Dort will sich der CFC und IV-Siemon über die aktuelle Situation austauschen und steht im persönlichen Dialog für Fragen zur Verfügung. Ob da die zweite „Woche der Selbstreinigung“ folgt?

By Nino

 

 

Lbr DFB,

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Hinweis: Probleme beim Lesen? Weiter unten steht die Übersetzung in der Anti-Hashtag-Kunden-Version…

Lbr DFB,

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Wr dnkn schn ml m Vrs.

By Baba&Nino

 

Anti-Hashtag-Kunden-Version:

Lieber DFB,

vielen Dank für den Brief an uns Fans. Es ist beruhigend, dass ihr genauso enttäuscht seid wie wir. Wir haben alles gegeben und doch hat es mit der Titelverteidigung nicht sein sollen. Der Geschmack der Niederlage ist bitter, der Sieg ist umso süßer.

Nun müssen wir wieder vier Jahre warten. Wir hoffen sehr, dass die Mannschaft dann wieder wie ein Weltmeister spielt. Damit wir wieder zusammen feiern können. Die Unterstützung der Fans ist der Mannschaft schon heute sicher. Wir stehen auch in Zeiten der Niederlage zusammen. Nur die Einheit aus der Mannschaft und den Fans macht uns stark. Zusammen sind wir besser als der Rest.

Nur haben wir leider gar nicht mehr den Eindruck, dass die Mannschaft und die Fans eine Einheit sind. Wir haben vielmehr den Eindruck, Teil einer großangelegten Werbekampagne des DFB zu sein. Es geht mehr um die Vermarktung des Produkts der Mannschaft. Die Möglichkeiten für ein gemeinsames Foto mit Spielern oder ein Autogramm werden immer weniger. Auch das wir beim Training zuschauen können, das ist fast nicht mehr möglich. Für ein Ticket muss man Mitglied im Fanclub der Nationalmannschaft sein. Es will aber nicht jeder gleich ein Mitglied des Fanclubs werden. Und was sind die personellen Konsequenzen aus dem WM-Aus? Sind Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel noch die richtigen für ihre Jobs? Niemand erklärt sich so richtig. All das macht uns traurig, sehr traurig.

Lieber DFB, könnt ihr euch nicht einfach wieder um das Wichtigste kümmern? Um den Fußball, die Spieler und die Fans? Dass ihr die Fans nicht mehr als Kunden betrachtet. Das ihr nicht mehr glaubt, die Mannschaft wäre ein Produkt, was nur bestens vermarktet werden müsste. Dass ihr keine Briefe mehr an uns Fans schreibt, die auch von einer Werbeagentur hätten geschrieben werden können.

Es geht um die Menschen, die euch millionenfach unterstützen. Im Stadion, vor dem Fernseher oder vor dem Radio. Das mit dem Hashtag #zsmmn ist doch nur noch peinlich. Digital ist auf dem Platz oft ziemlich egal. Zeigt wieder mehr Herz. Für den Fußball und die Fans.

Wir danken schon mal im Voraus.

By Baba&Nino

 

 

Kein Happy-End in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Eine tränenreiche Woche ist es nun her. Der 1. Abstieg des Hamburger SV aus der 1. Fußball-Bundesliga. Der 12. Mai 2018 geht als schwärzester Tag in die sonst so bunte und großartige Historie des HSV ein. Es hat nicht sollen sein. Kein Happy-End im Finale der HSV-Crunchtime.

Ich hatte ja so inbrünstig gebangt und gehofft, dass wir es noch auf den Relegationsplatz schaffen. Darauf, dass eben später in der Verlängerung das Wunder von der Elbe gelingt. Zwei Siege gegen Holstein Kiel und wir hätten den Klassenerhalt gesichert. Niemals 2. Liga. Unabsteigbar…so dachte ich glückverheißend bis zum bitteren Ende. Im Volkspark war es, wie ich es mir vorgestellt habe: Schönes Wetter, euphorische Fans sowie Spieler voller Tatendrang und Siegeslust.

Leider lag zum Ende des 2:1 Heimsieges nicht der Duft von Geschichte im Stadion, sondern von Rauch, der von einer Hundertschaft Vollidioten verursacht wurde. Dem HSV und einer weiteren Erwähnung nicht würdig.

Und wer konnte den schon ahnen, dass der VfL Wolfsburg sein erstes Heimspiel 2018 gewinnt? Siegen, wenn es wirklich wichtig ist. Irgendwie schon HSV-like. Aber das sich die Kölner so hängen lassen, hätte ich auch nie im Leben für möglich gehalten. Dazu können die Rothosen in der nächsten Saison ja sportlich Stellung nehmen.

Trotz aller tiefen Traurigkeit sind nun auch die letzten Tränen getrocknet und es gilt sich der Zukunft zu widmen. Auch wenn es sich noch so ungewohnt und unwirklich anfühlt. Der Traditionsverein HSV, so eine schöne Stadt, tolles Stadion, fantastische Fans. All jenes jetzt in der 2. Liga? Was für eine Verschwendung! Die 1. Liga wird uns schon vermissen. Was wird das für eine langweilige Saison. Der Meister steht schon so gut wie vorher fest und die Aufsteiger werden auch die Absteiger sein.

Aber was interessiert uns das Leiden der anderen. Wir müssen den Fokus auf uns legen. Das Projekt Wiederaufstieg heißt es anzugehen. D.h. schnellstmöglich in der Führungsebene die offenen Posten besetzen. Zur Abwechslung mal mit Fachleuten, die dann wiederum die Leistungsträger an den HSV binden. Unser Mäzen Klaus-Michael soll ja mit an Bord bleiben, das nötige Kleingeld ist also gesichert. Präsident Hoffmann wird den HSV, wie schon in den letzten Wochen deutlich spürbar, in ruhigere Gewässer schippern.

Und die ersten Weichen wurden ja schon gestellt. Mit Trainer Titz wurde ein 2jahres-Vertrag abgeschlossen. Er ist der richtige Mann für die zweite Liga. Jetzt fehlen noch Spieler, die sich zu 100% mit dem HSV identifizieren, die Raute im Herzen tragen. Auch wenn es nicht mehr Millionen an Gehalt geben wird. Aber die sportlichen Ziele sollten schon überzeugen, da bin ich mir sicher: Sofortiger Wiederaufstieg und 2. Liga-Meister!

Warum nicht auch ein bisschen mehr? Meines Wissens hat es noch keine Zweitligamannschaft geschafft, eine Saison ohne Niederlage zu spielen. Ist das nicht für uns als Fans und für den HSV nicht Ansporn genug? Warum kleine Brötchen backen, wenn die großen greifbar sind?

Ich werde mir jedenfalls wieder eine Dauerkarte besorgen. Und da werde ich mich beeilen müssen, denn über 500 Menschen haben sich in sieben Tagen tatsächlich dazu entschieden, Mitglied beim HSV zu werden. Was für ein bockstarkes Zeichen der Fans. Da werden die Scampi-Fresser, ähm Genießer auf der Tribüne aber mal gehörig Platz machen müssen. Platz für diejenigen Fans, die auch Stimmung machen.

Nicht nur das stimmt mich mittlerweile wieder positiv. Der HSV macht es ja einem nicht immer leicht, aber jetzt kann es ja nur besser werden. Ich als Fan will jedenfalls dazu beitragen, dass der HSV wieder zu alter Stärke zurückfindet. Ich will nämlich nicht mehr mit Häme und Spott bedacht werden. Nur gemeinsam können wir das Comeback des HSV schaffen. Das Comeback des geilsten Clubs der Welt. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s.: wiederum besten Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.