Schlagwort-Archive: Facebook

„Was bisher geschah…Teil 8“

Acht

Während sich die deutsche Nationalmannschaft mit der Niederlage, ähm Niederlande in der Nations League duellierte, richteten wir zum achten Mal den Blick zurück auf unsere Texte des thebeautifulgameblogs. Heraus kam die Erkenntnis, dass es sich diesmal hauptsächlich um Aufreger-Themen gehandelt hat. RB Leipzig, Borussia Dortmund, der Chemnitzer FC, der FC Bayern München und die journalistische Hysterie, wenn es mal bei den Bayern nicht läuft. Das ist ja wiederum brandaktuell.

Dazu noch die zweite Erkenntnis, dass sich Fake News auch in der sportlichen Berichterstattung breit gemacht haben. Baba widmete sich dafür ausführlich einer Kölschen Legende und blickte zurück auf die Stationen des fast Gescheiterten Lukas Podolski. Legendär wie der Spieler. Viel Spaß beim Stöbern.

71. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2
72. Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC
73. Das Leck mich am A…-Spiel. CFC vs. VfR Aalen
74. Fake News? Lese was du glauben sollst!
75. Quo vadis, Chemnitzer FC?
76. Stationen eines fast Gescheiterten?
77. Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München
78. Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“
79. Alt vs. Jung. Kommentar zum Pokal-Halbfinale FCB vs. BVB
80. Kommentar zur FC Bayern-Journalismus-Hysterie

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 sowie Teil 7

By Baba und Nino

 

Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!?

AlarmstufeSchwarz

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, 1. Spieltag Gruppe F. Deutschland verliert das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Schweden gewinnt im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Südkorea. Ein paar Tage und Blicke später in den deutschen Blätterwald und ich habe den Eindruck, dass der Stimmungspegel gefühlt schon im Bereich „Katastrophe“ angekommen ist. Mindestens Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!

Selbst das sonst um Sachlichkeit bemühte 11Freunde Magazin fragt „Ist die Nationalelf über ihrem Zenit?“. Vergessen scheint der WM-Qualifikations-Rekord von 10:0 Siegen, vergessen scheint, dass Testspiele allzu gern dafür genutzt werden, etwas zu testen und nicht, um an die Leistungsgrenze zu gehen. Auf einmal wird die Stärke „der Stamm der Mannschaft besteht aus 9 Weltmeistern“ als Schwäche ausgelegt: „kein Erfolgshunger, kein Wille“. Den sog. Experten scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen. Mario Basler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg. Alle wollen sie sich mit ihren Urteilen und Phrasen überbieten. Braucht es wirklich einen Nachfolger von Mehmet Scholl? Ich glaube nicht. Eher hoffe ich darauf, dass sie sich am Ende doch alle um Kopf und Kragen reden und weniger mitteilungsbedürftig werden.

Natürlich war ich auch erschrocken und verwundert über die teilweise harmlosen Offensivbemühungen und das lustlose Auftreten der deutschen Spieler. Mit dem einem Gegentor waren sie noch gut bedient. Nun sollte man sich nicht an dieser Niederlage er-götze-n. Die wichtigste Aufgabe bei einem richtigen Alarm? Ruhe bewahren! Das ist zwar mitunter die schwierigste Aufgabe, was Anderes bleibt einem aber nicht übrig. Der Blick für das Wesentliche wird sonst vernebelt.

Bei aller Phrasendrescherei hat die Niederlage ja auch was Gutes. Es geht jetzt nur noch ums gewinnen. Das ist an sich selbstverständlich, war bisweilen doch immer ein schwächeres Spiel (also Unentschieden) in der Vorrunde miteingerechnet. Damit ist jetzt schon Schluss. Die Mannschaft muss unbedingt auf Sieg spielen. Was will man als Fan denn noch? Ein Halbfinale und Finale, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt stehen sie also an, die wichtigen Spiele. Marco Reus dürfte sich also über ein Start11-Garantie freuen.

Auf die Frage nach dem Weltmeister-Fluch lässt Bundestrainer Löw wie folgt zitieren: „Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen.“ Na da bin ich mal gespannt, welche „Korrekturen“ da angebracht werden, um es zu schaffen. Jetzt gibt es wohl diese Momente, die in der Commerzbank-Werbung so bedeutungsschwanger beschrieben werden: „dann ist digital egal. Dann zählt vor allem eins: von Mensch zu Mensch“. Küsschen an Löw. Es menschelt in der Mannschaft.

Und selbst wenn der Weltmeister-Fluch auch das deutsche Team erwischt? Dann wird sich die deutsche Fan-Seele damit trösten, dass drei der letzten 4 Weltmeister in der Vorrunde gescheitert sind. Gesetz der Serie, da kann man eh nix machen. Man kann aber auch daran erinnern, dass der eine andere Weltmeister, nämlich Brasilien 1994, bei der WM 1998 in Frankreich bis ins Finale gekommen ist. Man kann es auch positiv sehen. Man muss es nur wollen.

Und sonst? Was passierte bisher im „Netz“? Mal wieder Klassenkeile für Mesut Özil, weil er die Nationalhymne nicht gesungen hat. Kritik für Julian Brandt, der nach der MEX-Niederlage mit einem Fan ein Selfie geschossen hat. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird schon vor dem Spiel via Twitter beleidigt, also ohne ein Wort zu sagen. Summa summarum leider wie immer: Im „Netz“ nix Neues. Das „Netz“ braucht mal eine Pause.

Die National11 hat fast eine Woche Pause bis zum Spiel gegen Schweden. Viel Zeit in unruhigen Zeiten.

By Nino

Die Wiederauferstehung des Fußballgotts

WiederauferstehungHSV

Endlich ist es soweit: der Hamburger Sportverein ist aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Nach 54 Jahren ist es endlich soweit. Das Ende des Dinos der 1. Fußball-Bundesliga. Das Ende von „Niemals 2. Liga“. Das Ende von „Unabsteigbar“. Das Ende der Erzählungen, dass der HSV in die erste deutsche Spielklasse gehört, weil Hamburg die zweitgrößte Stadt in Deutschland sowie die achtgrößte in der EU ist. All das hat ein Ende. Auch deswegen, weil der HSV eben keine Wurst ist.

Allein solche Argumente hatten noch nie wirklich eine durchschlagende Kraft. Jetzt können sie endlich ad acta gelegt werden. Auch solche wie der „tollen Fans“ und „des schönen Stadions“ ziehen nicht mehr, da sie immer schon den Eindruck erweckten, dass der HSV der einzige Verein gewesen wäre, der das für sich behaupten kann. Mit all diesen Argumenten und halbseidenen Beschwörungen ist nun für ein und allemal Schluss. Fin! Fine! Fino!

Dieses Ende ist mich für gleichzeitig auch die Wiederauferstehung des Fußballgotts. Jener war für mich in der 2015er Relegation gegen den Karlsruher SC gestorben , als sich die Hamburger mit mehr Glück als Verstand gegen die Badener durchgesetzt hatten.

Nun glaube ich wieder daran, dass es sowas wie Gerechtigkeit im Fußball gibt, eine ausgleichende Instanz, die dafür sorgt das die kleinen Sünden direkt und die großen vielleicht etwas später, aber dennoch nicht ungestraft bleiben.

Der Hamburger SV hat in den letzten Jahrzehnten viele Sünden begangen. Misswirtschaft und Arroganz der Vereinsoberen sowie gnadenlose Selbstüberschätzung gepaart mit fehlender Demut, um nur ein paar Beispiele des Hamburger Sündenpfuhls zu nennen.

Die Jahre seit 2014 waren da sozusagen der krönende Abschluss, der darin gipfelte, dass der HSV nun seinen ersten Abstieg nach 55-jähriger Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga selbst besiegelt hat. Allein dafür gilt es dem HSV Respekt zu zollen. Kein anderer Verein hat dies so lange geschafft. In der ewigen Bundesligatabelle sind sie deshalb zu Recht auf Platz 3.

Die Saison 2017/2018 steht noch einmal mustergültig für den Untergang des HSV. In der Kurzversion heißt das: Start mit zwei Siegen. Dem eigenen Selbstverständnis folgend auf dem Weg zurück auf die Bühnen der europäischen Spitzenklasse. Weitere Siege folgten aber nicht. Der Unruhe-Stifter und #Edelfan Klaus-Michael Kühne brachte sich wieder mal öffentlich in Stellung und kritisierte Verein und Spieler #Luschen. Es folgte die erste Trainerentlassung von Markus Gisdol. Auf ihn folgte Bernd Hollerbach #Stallgeruch, der für sieben (!) Spieltage auf der Trainerbank, besser gesagt dem Schleudersitz Platz nehmen durfte. Auf einer emotional überhitzten Mitgliederversammlung konnte Ex-Präsident Bernd Hoffmann sein Comeback feiern. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Freistellung/Beurlaubung (beim HSV weiß man das nie so genau) vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt. Danach wurde mit Christian Titz der dritte Trainer in der Saison installiert. Der schaffte es zwar überraschenderweise, dass die Mannschaft halbwegs ordentlich Fußball spielte und sogar Siege feiern konnte. Doch dieses letzte Aufbäumen war im Enddefekt zu spät.

Die Rechnung für alle Sünden kommt dann eben doch irgendwann. Kurzum: Wieder einmal wurden die gleichen Muster durchexerziert, um die gleichen Probleme zu lösen. Aus Fehlern nix gelernt. Aber wirklich auch rein gar nichts.

All jene Skandale und Klatsch&Tratsch wurden überaus freundlich von den landesweiten Boulevard- sowie ortsansässigen Haus- und Hofmedien fast täglich begleitet. Nix war zu billig, um mit dem HSV Quote und Klicks zu machen.

Und der Blick in die Zukunft? An der Spitze des Vereins steht wieder eben jener Bernd Hoffmann, der zwar für die erfolgreicheren Jahre des HSV steht, sein Ego aber immer noch größer als der HSV ist. Und das ist langfristig nie gut ausgegangen. Der Gönner und Stänker Kühne soll weiterhin mit an Bord bleiben und seine Millionen in den HSV stecken. Zukünftige Unabhängigkeit von ihm? Adè! Von Altersmilde keine Spur. Exemplarisch wieder seiner öffentlichen Einlassungen vor dem 33. Spieltag: „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“ … Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg.“ Kommt denn da in Hamburg eigentlich gar niemand mal auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass dies vereinsschädigendes Verhalten ist?

Abgesehen davon wird der Gang in die zweite Bundesliga richtig bitter. Der Slogan, der schon zu DSF-Zeiten genervt hat, „die beste zweite Liga aller Zeiten“ wird wohl in der nächsten Saison wirklich passend sein. Diese Saison hat jedenfalls schon gezeigt, wie eng es zugehen kann und wie nötig dafür ein ruhiges Vereins-Umfeld notwendig ist. Aus der 3. Liga kommen der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg. Beide Vereine werden von der Aufstiegseuphorie durch die nächste Saison getragen (erst die zweite Saison wird die schwierigere) und können ordentlich Paroli bieten. Ein sofortiger Wiederaufstieg des HSV ist daher keineswegs sicher. Jeder Zweitligist wird die Rothosen gerne begrüßen. Auf seiner Kennenlern-Tour durch die Stadien der zweiten Liga. Das mediale Interesse wird sicherlich riesig sein, denn der HSV wird sehr oft, das erste Mal zu Gast sein.

Wahrscheinlich wird es keine rosige Zukunft. So lange Kühne mitmischt und die Erwartungshaltung der Medien und der Fans nicht auf ein gesundes Maß gestampft wird. Ohne Demut wird der HSV seinen Niedergang weiter vorantreiben. Die großen Sünden, wie man so hört, werden noch länger bestraft.

Markus Gisdol hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Ich habe schon gezuckt, aber vor Freude. Hamburg ist ein Brett, es ist ein wahnsinnig geiler Club“. Das mag aus HSV-Sicht auch stimmen, aber jetzt ist der HSV ein Fußball-Zweitligist. Willkommen in der Realität.

By Nino

 

 

w.z.b.w. Ein Kommentar zum Videobeweis – Teil2

Videobeweis

Der erste Teil zum Videobeweis-Kommentar (hier geht’s zu Teil 1) beschäftigte sich mit den Problemen und den Beteiligten, die mehr oder weniger allesamt dazu beitragen, dass der Videobeweis aktuell einen eher ausbaufähigen Stellenwert in der 1. Fußball-Bundesliga genießt.

Nun soll es sich um die Ansätze und Lösungen drehen, die zum Gelingen des Videobeweises beitragen können. Hierbei hilft es, sich in Erinnerung zu bringen, warum der Videobeweis testweise eingeführt wurde. Nämlich um die Schiedsrichterriege (Bibiana Steinhaus ist hier miteingeschlossen) bei ihren Entscheidungen mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen. Nicht erst seit der Saison 2016/2017 gab es Diskussionen über Schiri-Fehlentscheidungen und daraus resultierende Benachteiligungen von den betroffenen Clubs. Noch viel länger gibt es den Fangesang „Schiri wir wissen wo dein Auto stand…hat gut gebrannt, hat gut gebrannt“. Nicht zu vergessen: „Schieber, Schieber-Rufe“, gepaart mit „Fußball-Mafia-DFB“. Es war also längst an der Zeit, auch im Fußball weitere technische Hilfsmittel zu nutzen, die in anderen Sportarten wie z.B.

Tennis,

Baseball,

Cricket,

Hockey,

Football,

Eishockey,

Fechten und

Ski Alpin schon seit Jahren zum Einsatz kommt.

Wie kann es also gelingen, dass der Videobeweis seinen eigentlichen Zweck erfüllt (weniger Fehlentscheidungen, mehr Unterstützung für die Schiris)? Vielleicht sogar etwas wie Akzeptanz für den Videobeweis unter allen Beteiligten zu schaffen? Hier ein paar Vorschläge:

1. Eine realistische Erwartungshaltung

Fußball ist ein Spiel das von Fehlern lebt. Gäbe es z.B. keine Stellungs- oder Abspielfehler, so würden im Enddefekt keine Tore fallen. Das Ergebnis: Zwei Mannschaften, die sich taktisch neutralisieren und ein fast fehlerloses Spiel abliefern (was kein Fan dauerhaft sehen will).

Wie beim Spiel, so ist es auch bei den Schiedsrichtern. Sie werden auch mit dem Videobeweis weiterhin Fehlentscheidungen treffen. Das gehört zum Fußball wie zum Leben dazu. Also, eine realistische Erwartungshaltung an den Spieltag legen und der Versuchung widerstehen, zu glauben, dass es mit dem Videobeweis keine Fehlentscheidungen mehr geben wird. Im Übrigen entscheiden ja auch immer noch Menschen und keine Pfeif-Roboter.

2. Weniger Schauspiel, dafür mehr Fußball-Kunst

Die Fußballspieler sowie die Verantwortlichen/Offiziellen der Clubs sollten sich wieder mehr der Fußball-Kunst hingeben, anstatt sich mit ihren teilweise peinlichen Darbietungen für die Nachmittagssendungen bei RTL zu bewerben.

Die Performance „sterbender Schwan“ von H. Herrlich #Vizekusen und K. Papadopoulos #DinoHSV gibt es dann nicht mehr neben oder auf dem Platz, sondern nur noch im Schlachthof zu besichtigen.

Mehr Fußball-Kunst statt Schauspiel, da hilft auch ein Blick in das Regelwerk des DFB weiter. Denn zur Regel 12.3: „Verwarnungswürdige Vergehen“ steht geschrieben: „Ein Spieler wird verwarnt beim Protestieren durch Worte oder Handlungen.“

Kein Foul vergeht, bei dem eine Traube von Spielern zur Versammlung beim Schiri antritt, um mit Worten oder Handlungen mindestens eine gelbe Karte für den Foulenden zu fordern. Hier wird besonders deutlich, dass das oft geforderte Fingerspitzengefühl der Schiris überstrapaziert wird. Eine konsequentere Durchsetzung könnte der ganzen Schauspielerei Grenzen setzen. Müsste sich halt nur ein Schiri finden, der ein Exempel statuiert…leichter geschrieben, als getan.

3. Die Schiedsrichter

Damit bin ich bei den Schiedsrichtern, den manchmal ärmsten Säuen auf dem Platz. Umgeben von Besserwissern, 9mal-Klugen und wenigen, die die Regeln wirklich kennen. Wenn Profi-Fußballspieler gegeneinander spielen, dann müssen auch Profi-Schiedsrichter das Spiel leiten. Schluss mit dem Nebenjob „Bundesliga-Schiedsrichter“, alle Schiris sollten hauptberuflich pfeifen können. Hier dient ausgerechnet die Money-League, ähm die englische Premier-League als Vorbild, in der bereits 2001 die Schiedsrichter-Gesellschaft PGMOL aus dem Verband ausgegliedert wurde.

Dazu müsste der Deutsche Fußballbund allerdings seine Strukturen ändern bzw. neue schaffen. Vor allem aber die Posten nicht nach Gutdünken und/oder alten Männer- und Fan-Freundschaften verteilen. Mit M. Gräfe’s öffentlicher Kritik an der DFB-Günstlingswirtschaft wurde hier schon eine erste Strukturänderung angestoßen, dem Videobeweis sei Dank!

Darüber hinaus wurden die Rollen bei der Entscheidung neu definiert bzw. auch nur klargestellt. Der Schiri auf dem Platz trifft diese, nicht der Video-Assistent (soweit so selbstverständlich…).

4. Die (a-sozialen) Medien und Fans

Wer die letzte Entscheidung trifft, das sollten sich die Sportmedien und die Fans (wieder) bewusstwerden. Und wenn es mal zu einer Fehlentscheidung kommt, dann sollte diese nicht künstlich hochgejazzt werden. Auch wenn das Grundproblem der täglichen Berichterstattung besteht, so ist eine nüchterne Betrachtung des Videobeweises längst überfällig. Bei jeder Umfrage oder hochgeladenen Videos laufen die Kommentarspalten voller Beleidigungen usw. über. Ein bisschen mehr Gelassenheit, realistischer Erwartungshaltung (siehe auch 1.) und weniger Klick-Geilheit sind nicht nur für den geneigten Leser eine Wohltat.

Wenn nur die Hälfte der genannten Vorschläge umgesetzt würden, dann ist vielleicht irgendwann der Schiri nicht mehr die ärmste Sau auf dem Platz. Im besten Falle ist er eine Respektsperson, deren Entscheidung ohne großes Nörgeln und Entrüstungssturm akzeptiert wird.  Denn schließlich will sich jeder Fan nach dem Spiel über das Spiel unterhalten und nicht schon wieder darüber, dass der Schiri das Spiel verpfiffen hätte. Ansonsten ist auch klar: Jeder kann eine Pfeife werden.

Das Motto lautet also: Mehr miteinander, statt gegeneinander. Nicht nur hier die bessere Formel, die zu beweisen wäre. Dann heißt es vielleicht auch anerkennend: „Schiri…wir wissen wo dein Auto steht…hast gut geparkt, hast gut geparkt.“

By Nino

 

Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

10Gebote

 

Mit GoPro-Kameras an Biergläsern, Musik-Auftritten in der Halbzeitpause #HeleneFischer #DFB-Pokal, Anastacia #BayernMünchen oder vor dem Spiel #CL-Finale Real Madrid vs. #Juventus Turin hat der Fußball-Kommerz-Zug nochmal richtig an Fahrt und die Diskussion um ihn an Chili-Schärfe zugenommen. Die Stichwörter #SuperBowlisierung und #Eventisierung sind dabei nur die Spitze des Kommerz-Berges.

Nüchtern betrachtet muss dabei zunächst darauf hingewiesen werden, dass die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs nicht neu ist. Diese gibt es schon sehr viel länger. Da waren die meisten noch Quark im Schaufenster, auch wir. Im Jahr 1973 erschloss sich Eintracht Braunschweig mit seiner Trikotwerbung #Jägermeister eine neue Geldquelle und sorgte damit für einen weiteren Sündenfall. Also, historisch betrachtet nix Neues im hiesigen Fußball-Geschäft. Es geht beim Fußball auch um’s Geld. Punkt.

Die Frage ist also nur, wie es mit der Kommerzialisierung des Fußballs weitergeht? Wann und mit was sind die Grenzen erreicht? Ab wann wendet sich die große Masse an Fans ab? Wann sind die Fans vom Fußball gesättigt?

Sollte man in diesem Zusammenhang dem FC Bayern München nicht auch dankbar sein? Dass er die Grenzen des Möglichen austestet und sofern es nicht bejubelt wird, gleich noch die Kritik dafür einsteckt? Einer muss ja mal für eine Weiterentwicklung sorgen, neue Akzente setzen. Ohne Weiterentwicklung kommt es zum Stillstand. Stillstand bedeutet Langeweile. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite beschäftigt sich mit dem, was man gegen die zunehmende Kommerzialisierung tun kann. Nun wäre der radikalste Ansatz dem Fußball einfach fernzubleiben. Kompletter Entzug. Kein Stadionbesuch. Kein Lesen eines Magazins. Kein Besuch einer Webseite. Keine Sportschau oder sonst irgendeine Fernsehsendung. Kein Youtube usw. Das ist auch so utopisch wie das Donald Trump mal eine vernünftige Entscheidung treffen wird.

Also muss es schrittweise gehen. Wir haben dazu, im Jahr 750 nach Martin Luther und dessen Geboten, die 10 Gebote für den Protest gegen die Kommerzialisierung formuliert:

Das erste Gebot:
Der Fußball ist das schönste Spiel. Du sollst kein Fan von anderen Sportarten sein.

Das zweite Gebot:
Du sollst Fußball nicht für andere Zwecke wie Gewalt, Hass, Intoleranz oder Rassismus missbrauchen. Zelebriere Fußball als das schönste Spiel.

Das dritte Gebot:
Du sollst den Spieltag heiligen. Du sollst dazu ins Stadion gehen. Kaufe dir kein Streaming-Dienst-Abo, mit dem Du z.B. die Champions-League schauen kannst. Treffe dich lieber mit Freunden in der Kneipe deines Vertrauens. Spende dem Besitzer ein bisschen mehr Trinkgeld, damit er die Kosten für die Live-Übertragung begleichen kann.

Das vierte Gebot:
Du sollst deinem Verein ehren. Trainer, Spieler, Manager werden kommen und gehen. Der Verein bleibt.

Das fünfte Gebot:
Du sollst ins Stadion gehen. Schau dir nach Möglichkeit keine Spiele im Fernsehen an. Das vollendete Fußball-Erlebnis kriegst du nur im Stadion.

Das sechste Gebot:
Du sollst deinem Verein treu bleiben. Kaufe dir nur Andenken von deinem Verein. Unterstütze deinen Verein, damit er sich nicht von Investoren abhängig machen muss.

Das siebte Gebot:
Du sollst nur Fußball-Magazine mit Qualität kaufen. Die #SportBild und der #Kicker (nur die Sonderhefte) gehören nicht dazu.

Das achte Gebot:
Du sollst nicht falsch über andere Fans reden. Beachte dies z.B. bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken #Facebook #Twitter #Instagram.

Das neunte Gebot:
Du sollst deinen Freunden von den 10 Geboten erzählen und von der Umsetzung überzeugen. Du sollst dich dabei nicht wie ein Missionar anstellen.

Das zehnte Gebot:
Du sollst die Gebote 1 bis 9 einhalten.

 

By Baba und Nino

Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

Idee

 

Timo Werner ist nicht zu beneiden. Der 21-jährige Fußball- und neuerdings auch Nationalspieler hat ein doppeltes Problem. Sein Erstes: Er hat im Hinrunden-Spiel der Bundesliga-Saison 2016/2017 gegen den #MeisterDerSchmerzen Schalke 04 zu einer Schwalbe angesetzt, diese formvollendet zu Ende gebracht und den nicht berechtigten Elfmeter noch selbst verwandelt. Die Entschuldigung bzw. die Einsicht, diese Aktion gerne rückgängig machen zu wollen, kam reichlich spät. Sein zweites Problem: Er ist Spieler von RB Leipzig. Der wohl polarisierendste und mit fehlender Ignoranz bedachte Fußball-Club in Deutschland.

Diese Probleme zusammengemischt, ergeben ein Gebräu des Hasses. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird Werner für sein Fehlverhalten, seine Club-Zugehörigkeit von „Fans“ abgestraft. Wer das nicht glauben will, der nehme sich etwas Zeit und lese die Kommentare unter Artikeln mit Timo Werner durch #JustDoIt.

Nun will ich gar nicht den Moralapostel raus hängen lassen oder eine Diskussion darüber führen, dass es „ja schon immer Reizfiguren“ und die Abneigung, mit der Tendenz zum Hass auf diese Spieler gab. Das Problem ist nur, dass diese Antipathie durch die sozialen Netzwerke, in diesem Fall eher der asozialen Netzwerke weitergeht und kein Ende in Sicht ist. Normalerweise ist so eine unfaire Aktion in ein, zwei Wochen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden und es wird höggschdens in Saison-Rückblicken daran erinnert.

Bisher hat Timo Werner die ganze Fan-Wut an sich abprallen lassen und ist auch in kein Leistungstief gefallen. Wie Spieler auch damit umgehen können, das zeigen beispielhaft Mario Gomez und Francesco Totti.

Mario Gomez hat auf der Heimfahrt vom Relegationsrückspiel vs. Eintracht Braunschweig den eigenen Schmähgesang gesungen, mit dem die Braunschweiger Fans ihn zuvor noch bedachten. Die überwiegenden Reaktionen: „Yeahh, was für ne coole Reaktion!“ #BossMove

Die Roma-Legende Totti wurde in seiner langen Karriere mit vielen Witzen bedacht. Zum Beispiel konnte man immer wieder lesen bzw. gab es Hinweise darauf, dass er nicht so schlau gewesen sein soll, also in einem Team mit Lukas Podolski. Nun hatte aber Totti ein gutes Gespür für den treffsicheren Umgang mit all den Witzeleien. Er sammelte einfach alle Totti-Witze, veröffentlichte sie in einem Buch und spendete das Geld an einen guten Zweck. Das nenne ich mal einen #BossMove.

Da Timo Werner in naher Zukunft seine Fußballschuhe nicht fallen oder RB Leipzig verlassen wird, so schätze ich, dass er weiterhin einer der Reizfiguren bleiben wird. Wie könnte er nun sein doppeltes Problem lösen?

Variante 1: Der Klügere gibt nach. Er lässt den Hass weiter an sich abprallen und macht das, was er am besten kann. Tore schießen. Für RB Leipzig. Für die Nationalmannschaft. Die Entwicklung zum Teflon-Timo. Das würde aber auch bedeuten: Der Dumme gewinnt.

Variante 2: Er torpediert die dummen Aktionen mit einer noch dümmeren Aktion und schlägt daraus Kapital. Im Detail heißt das, dass er bei der nächsten Feiergelegenheit „Timo Werner ist ein Hurensohn“ singen sollte, zeitnah alle Beleidigungen und Witze über ihn sammeln sollte, diese in Buchform bringen und die Einnahmen an eine Organisation spenden, die sich gegen Hass engagiert. Müssten dann nicht alle ganz laut #BossMove schreien!?

Ich würde es machen!

By Nino

 

Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“

weißwurst

Lieber Herr Jürgens,

dies ist ein Leserbrief zu Ihrem Text „Gezutzelte Weißwurst – Warum die Bayern langweilig geworden sind“. Ich möchte gerne von Ihnen wissen, mit welchen Ziel Sie diesen geschrieben haben. Ging es um die schlichte Klicks-Generierung für die 11Freunde-Seite? Meckern um den Meckern-Willens? Eine „offene Rechnung“ mit dem FCB?

Ich habe mir das Champions-League Viertelfinalspiel vs. Real Madrid nicht angeschaut, sondern über ein Internetradio #Sport1.fm verfolgt. Das war im Nachhinein nicht besonders schlau, aber das tut auch nix zur Sache. Bevor Sie sich fragen, wer hier Ihnen einen Leserbrief schreibt, dann sei so viel gesagt, dass Sie einen Bayern-Sympathisanten ziemlich aufgeregt haben. Daher will ich Ihnen in aller gebotenen Sachlichkeit aufzeigen, warum es so weit kommen konnte. Zu besseren Nachvollziehbarkeit fange ich chronologisch oben an. Achtung Spoiler! es ist viel Text:-):

„Das Aus des FC Bayern in der Champions League beweist: Der Rekordmeister ist längst nicht so überirdisch, wie es seine Darbietungen in der Bundesliga glauben machen.“

Welche Darbietungen in der aktuellen Bundesliga-Saison haben Sie glauben machen, dass der Rekordmeister überirdisch ist bzw. spielt? Rein von den Ergebnissen her vielleicht der 8:0 Sieg gegen den Hamburger Sportverein? Der HSV ist in den letzten Jahren ein besserer 2.ligist, der sich mit Hilfe der Kühne-Millionen seine 1.Ligazugehörigkeit sichern konnte.
Selbst das 4:1 gegen Borussia Dortmund, das 3:0 gegen RB Leipzig waren keine überirdischen Leistungen. Der FCB spielt wieder eine überragende Saison, keine Frage.

Es war nicht das erste Mal, dass uns Fußballfans das seltsame Gefühl beschlich, nur Teil einer großen Inszenierung zu sein, die uns weißmachen will, die Bundesliga sei mit die beste Spielklasse der Welt und die Mannschaft des FC Bayern ein mit sensibler Expertenhand zusammengestelltes Ensemble aus Genies und Halbgöttern.

Fakt ist doch, dass die Bundesliga auf europäischer Ebene zurzeit die zweitbeste Liga ist. Grundlage ist dafür die UEFA-5-Jahres-Wertung. Haben Sie Kenntnis von Statistiken, die eine weltweite Vergleichbarkeit herstellen könnte?
Zum Kader des FCB: In einer der letzten Ausgaben von 11Freunde wurde der Kaderplaner des FCB, Michael Reschke, interviewt. Er gewährte einen kleinen Einblick in die Strategie, wie und warum er Spieler empfohlen hat. Das Bild einer sensiblen Expertenhand wurde da gezeichnet. Aber die Erwartung von „Genies und Halbgöttern“ ist doch eine zum Scheitern verurteilte. Steckt dahinter wiederum das Kalkül, die Bayern in den Himmel, ähm ins Überirdische zu loben, um sie dann möglichst tief fallen lassen zu können?

Das Viertelfinal-Aus gegen Real Madrid war trotz des wackeren Aufbäumens der Münchner ein Beweis, dass etwas faul ist im Freistaat Bayern – und damit im ganzen Land. Schließlich gibt es nunmehr im fünften Jahr keinen Klub mehr, der hierzulande dem FCB ernsthaft das Wasser reichen kann. Wir haben uns damit abgefunden, dass Uli Hoeneß’ feuchter Traum von zehn Meistertiteln in zehn Jahren keine größenwahnsinnige Dystopie mehr ist, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Jahr 2022 Realität sein wird. Doch wenn es auf internationaler Bühne um die Wurst geht, fehlt dem Klub beständig das Instrumentarium für die großen Siege.

Soweit ich mich erinnern kann, hatte Uli Hoeneß mal die Wunschvorstellung einer perfekten Saison, also ohne Niederlage geäußert. Ich denke, dass wird auch weiterhin ein Wunsch bleiben. Im Übrigens ist eine Dystopie laut Wikipedia „ein Gegenbild zur positiven Utopie“. Nach Ihrer Aussage ist es der Hoeneß’sche feuchte Traum das 10 Meistertitel in 10 Jahren nicht zustande kommen? Oder wie haben Sie das gemeint?
Und wenn Sie von Instrumentarium für die großen Siege schreiben, dann meinen Sie damit die Spieler? Eine sehr seltsame Sicht auf Menschen.

Es wäre leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Ein gelernter Vorgang. Ein Gefühl, das wir kennen. Seit Ewigkeiten. Nun aber müssen wir uns eingestehen: Dieser Klub verdirbt uns nicht nur mit seiner übermächtigen Stärke den Spaß am Spiel, auch seine Machtlosigkeit in den entscheidenden Momenten nervt zunehmend.

Es wäre nicht leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Nein, es ist leicht den FC Bayern zu hassen. Als Bayern-Sympathisant kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, dass ich mich regelmäßig erklären muss, warum man denn dem FCB die Daumen drückt. Das ist mit der Zeit wirklich langweilig geworden. Bezeichnend ist es daher, dass Sie den Hass als gelernten Vorgang beschreiben. Vielleicht ist es Ihre Vereinsbrille!? Gegen den FCB zu sein, ist wahrlich leicht. Sie bieten ja zugegebenermaßen auch eine große Angriffsfläche.

Zu akzeptieren, dass die Münchner mit Trainingsspiel-Leichtfüßigkeit in der Liga die Konkurrenz in Grund und Boden spielen, ist das eine. Die Regelmäßigkeit, mit der sie nun bereits zum vierten Mal in Folge von einem spanischen Team aus der Champions League katapultiert werden, aber ist deprimierend. Denn das Aus gegen die Königlichen zeigt: Trotz der enormen Investitionen, stetig wachsender Gewinne und des überquellenden Festgeldkontos, bleiben die Münchner in der Phalanx internationaler Spitzenklubs ein Juniorpartner.

„Juniorpartner“ in der Phalanx internationaler Spitzenklubs. Das ist wirklich eine steile These. Ist Ihnen entgangen, dass der FCB in den letzten 10 Jahren mindestens im CL-Viertelfinale war? In den letzten 5 Jahre sogar mindestens im Halbfinale. Und das 2013 der Titel geholt wurde?. Allein diese Fakten widerlegen einen Juniorpartner-Status. Eine feste Größe im Konzert der Großen trifft es wohl eher. Juniorpartner ist für mich z.B. Paris Saint-Germain, die mit wesentlich mehr Geld, viel weniger erreicht haben. Nicht mal ein 4:0 Hinspiel-Sieg kriegen sie gegen den FC Barcelona über die Runden. Da braucht es schon ein Team wie die #AlteDame Juventus Turin, die mit einem 3:0 Heimsieg und einem 0:0 den Einzug ins Halbfinale erspielte.

Daran ändert auch Trophäensammler Carlo Ancelotti nichts. Bislang gingen Experten davon aus, dass erst in der Crunch Time der Saison die wahre Größe des Italieners sichtbar würde. Dass das Pokerface trotz Hinspielniederlage gegen seinen Lehrling Zidane noch einen Trumpf aus dem Ärmel zöge. Schließlich war es spätestens seit Ancelottis Inthronisierung offizielle Lesart, dass Vorgänger Pep Guardiola mit seinem strapaziösen Stil die alleinige Schuld daran trage, dass dem FCB-Kader wiederkehrend in der Rückrunde die Luft ausgegangen sei. Ein Scharade, die nun aufgeflogen ist. Denn unterm Strich kann die Bilanz im Ergebnissport Fußball nur lauten: Der deutsche Rekordmeister ist international nicht gut genug. Nachdem der Klub unter Guardiola drei Mal im Halbfinale ausschied, war nun bereits im Viertelfinale Schluss.

Das unter Pep Guardiola nicht alles rund lief und es ohne ihn besser ist, damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Aber erst nachdem er drei Jahre beim FCB war und eine Bilanz gezogen werden konnte!
Wie Sie ja sicherlich wissen, ist Carlo Ancelotti in seiner ersten Saison beim FCB. Eine Bilanz nach einer Saison in den Vergleich zu 3 Spielzeiten von Guardiola zu stellen, ist noch verfrüht. Um eine einigermaßen sachlichen Vergleich vollziehen zu können, müsste erst einmal abgewartet werden, welche Bilanz Ancelotti nach drei Jahren vorzuweisen hat. Das beide Trainer sich in Punkto Taktik, Menschenführung voneinander unterscheiden, kann man jedoch bereits jetzt schon konstatieren.

Der FCB ist vor allem: langweilig
Und noch etwas ist alarmierend. Vom früheren Pressechef des FCB, Markus Hörwick, stammt der Satz: »Wir sind im Unterhaltungsgeschäft«. Wenn die Bayern früher keine Titel gewannen, machten sie wenigstens mit zerstrittenen Leitwölfen, P1-Eskapaden, Hoeneß-Wutanfällen oder Angestellten Schlagzeilen, die wahlweise Interna aus der Kabine an Boulevardzeitungen kabelten oder ihren Cousinen zu nachtschlafender Zeit das Entmüdungsbecken an der Säbener vorführten. Inzwischen gibt sich der Kader als verschworene Einheit, die sich vor Spielfreude und gegenseitiger Sympathie kaum noch einkriegt, Negativmeldungen so fürchtet wie der Teufel das Weihwasser – kurz: vor lauter guter Laune und Opferbereitschaft langsam aber sicher den Entertainment-Faktor einer gezutzelten Weißwurst besitzt. Wer national außer Konkurrenz spielt und ein chemisch gereinigtes Medienbild abliefert, international aber verlässlich den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt, ist vor allem: langweilig.

Ohha, Sie kritisieren also, dass der FCB keine Boulevard-Schlagzeilen mehr produziert? Und diese Kritik kommt nicht von einem Bild/SportBild-Journalisten, sondern von einem der bei 11Freunde seine Brötchen verdient. Ja, das Lied von „den guten alten Zeiten“ wird von Ihnen wohl jeden Morgen stimmgewaltig angestimmt. Aber die Zeiten des FC Hollywood sind vorbei. Die Zeiten haben sich nämlich geändert #Klugscheißer. Mit den Möglichkeiten von Social Media wurden schon einige Eigentore geschossen. Und jede Woche wird eine andere Sau durch’s Mediendorf getrieben. Da passen die Spieler schon ganz genau auf, welche Äußerungen in den Schreibblock oder die Tastatur der Journalisten gelangen.

Außer Konkurrenz zu spielen, dafür ist der FCB, ausgenommen gezielter Abkäufe, doch nicht verantwortlich zu machen. Vereine wie Schalke, Leverkusen, Wolfsburg stehen sich doch mehr selbst im Wege. Sie haben doch erst in der letzten Ausgabe der 11Freunde in der Titelstory „Meister von Morgen“ über die junge Dortmunder Borussia geschrieben. Bestand da nicht die leise Hoffnung, dass beim BVB was ganz Großes, gar Überirdisches sich entwickeln würde? Und was ist mit RB Leipzig? Meinen Sie nicht, dass sich da ein ernstzunehmender Konkurrent entwickelt? Ach nee, sorry, mein Fehler. Falsches Thema. Da fehlt gemeinhin die Ignoranz.

Daran wird sich auch nichts mehr ändern, sollte der FC Bayern auch noch das Double verpassen. Die Saison ist gelaufen. Der gemeine Fußballfan darf sich am Abstiegskampf erfreuen oder kanalisiert sein Erregungspotential in Richtung der florierenden Retortenklubs. Über den FCB braucht sich bis zum Beginn der neuen Spielzeit niemand mehr Gedanken zu machen. Der Klub steht vor einem Generationswechsel, der mit dem heutigen Tag beginnt.

Jetzt schon zu konstatieren, dass die Saison gelaufen ist. Viel zu voreilig.
Ja, der Klub steht vor einem Generationswechsel. Und weiter? Da mussten auch schon andere Mannschaften durch. Das ist übrigens auch die Gelegenheit für die Bundesliga-Konkurrenz diese Zeit des Umbruchs zu nutzen, um die Bundesliga noch spannender zu machen. Leidiges Thema ist ja auch, dass die Bundesliga langweilig wäre. Damit reduziert man die Liga auch nur auf den Titelkampf. Dabei gibt es noch die Plätze 2-18. Championsleague, Europa-League, Relegationsplatz, Abstiegsränge.

Die Bayern brauchen eine Imagekorrektur
Dabei stellt sich den Verantwortlichen neben der Frage, mit welchen Transfers sie den Neuanfang starten, auch das Problem, wie sie ihren Klub zukünftig ausrichten: Will die selbsternannte Lokomotive vor dem Bundesliga-Zug das Spektakel der deutschen Eliteklasse bleiben, braucht sie eine Imagekorrektur. Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.
Wie auch immer die Bayern diese Quadratur des Kreises angehen, sicher ist an diesem Punkt nur eins: Die »Truman Show« ist zu Ende, die Tür fällt krachend von außen zu. Willkommen in der richtigen Welt.

Zum Schluss kommt dann immer das Beste? Ja, hier kommt wirklich das Beste. Die Sätze muss man sich wirklich noch einmal vor Augen führen. „Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.“  Ganz einfach ausgedrückt heißt das wohl: Der FCB soll sich schwächen, um dann mit der geschwächten Mannschaft, auf Augenhöhe mit den stärksten Mannschaften aus Europa zu konkurrieren?
In der Tat ist das die Quadratur des Kreises. Das ist jedoch auch die Quadratur des Unsinns. Das muss doch nicht noch aufgeschrieben werden. Verschenkte Zeilen. Es ist gar nicht notwendig, diese Quadratur anzugehen. Die Lösung wird wohl sein, dass man sich auf ein, zwei Positionen (Sturm, Mittelfeld) verstärkt. Das Gros der Mannschaft hat laufende Verträge bis 2021 und mit Rudy und Süle wurden bereits zwei Spieler für die neue Saison verpflichtet.

So, der Spoiler-Alarm war nicht umsonst:-) Sind sie so freundlich und geben mir Antworten auf meine Fragen? Dafür bin ich Voraus sehr dankbar.

Mit sportlichen Grüßen,

By Nino

 

„Was bisher geschah…“ Teil 3

Römische3

Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA

europameister2016

Ich erinnere mich noch gut an das letzte EM-Finale zwischen Spanien und Italien 2012. Baba und ich waren gefrustet vom deutschen 1/2Final-Aus gegen Italien. Das Endspiel wollten wir dennoch irgendwie verfolgen. Ich lud ein Bild auf Facebook hoch und wir kommentierten die Geschehnisse auf dem Kiew’er Rasen. Ganze 221 Kommentare sind zusammengekommen. Diese Aktion kann als Geburtsstunde des WM-Blogs 2014 gelten, der mit seiner schönen Tochter thebeautifulgameblog.com fortgeführt wird. Soviel zur Vergangenheit.

Nun haben wir die EURO 2016 vorzugsweise aus deutscher Sicht begleitet, die Gruppenphase (1:0 vs. Ukraine, 0:0 Polen, 2:0 Nordirland), das erste K.O. Spiel gegen die Slowakei, der Klassiker gegen Italien. Im Halbfinale verlor die Nationalelf gegen Gastgeber Frankreich mit 0:2.

Auch haben wir uns viele Fragen im Vorfeld gestellt (siehe Teil 1, siehe Teil 2, siehe Teil 3). Die hoch seriöse Beantwortung dieser Fragen kann selbstverständlich erst mit dem letzten Spiel der EURO erfolgen.

Die Frage des Sonntags war nun: Wie schaut man solch ein Spiel, so ganz ohne deutsche Beteiligung? In den drei Tippgruppen habe ich jedenfalls zweimal auf den Sieg Portugals und einmal auf den Sieg Frankreichs getippt. Die Bonus-Punkte für Deutschland als Europameister waren eh futsch. Jetzt hieß es: Plätze sichern, im besten Fall noch einen weiteren Podest-Platz ertippen. Ansonsten war die Hoffnung eine ganz bescheidene: ein spannendes-würdiges-fußballerisch-begeisterndes Final-Spiel möge es bitte werden.

Mit Portugal stand eine Mannschaft auf dem Platz die bisher kein Spiel verloren hat, allerdings mehr Remis als Siege nach 90 Minuten. Der neue EM-Modus macht’s möglich. Die Franzosen haben ihre Gruppenphase souverän überstanden. Mit dem Sieg über Weltmeister Deutschland wurde ihnen die Prinzenrolle zugeschrieben.

Dementsprechend begannen die Franzosen ähnlich offensiv wie im Halbfinale vs. GER, die Portugiesen hielten sich zunächst routiniert zurück. Der erste Höhepunkt war leider nicht fußballerischer Natur. Cristiano Ronaldo wurde vom Franzmann Dimitri Payet in der 17. Minute rüde attackiert. Für ihn blieb diese Aktion erstaunlicherweise gelb-los. CR7 hingegen versuchte minutenlang mit der Medizinabteilung die Behandlung so zu gestalten, dass ein Weiterspielen möglich ist. Trotz aller Bemühungen war seine Auswechslung in der 24. Minute unumgänglich. Was für ein Drama für den Superstar, dass sich dieses Finale, der vielleicht letzten Chance auf einen Titel mit der Nationalmannschaft, seiner Einflussnahme entzog.

In der Halbzeitpause schaffte es stern.de tatsächlich die „besten Twitter-Reaktionen“ zu Ronaldo’s Aus zusammenzustellen und diese per Push-Nachricht anzupreisen. Was muss das für ne arme Redaktions-Wurst sein, bei einem solchen Spiel das ach so angebliche „soziale Netzwerk“ Twitter nach Kommentaren zu durchforsten, um diese dann schnellstmöglich zu veröffentlichen? Die EM-Berichterstattung OHV wieder am tänzeln…an der untersten Latte im Niveau-Limbo.

Die zweiten 45. Minuten gestalteten sich ähnlich wie die ersten. Die Franzosen suchten ihr Heil in der Offensive, doch umso öfter scheiterten sie auch am starken Torhüter Rui Patrício. Folglich schlich sich diese alte Fußballer-Weisheit ins Gedächtnis: „Wenn du vorne keinen machst, darfst du hinten keinen kriegen“. Gut für #FRA, dass diese Weisheit #POR nicht geläufig ist und sich auf die Verteidigung des 0:0 konzentrierte.

Mit zunehmender Spielzeit kamen noch die Gedanken eine Verlängerung und 11er-Schießen dazu. Dieses wollten die Franzosen tunlichst vermeiden und ließen nix unversucht, um Portugals-Abwehr zu überwinden. Leidiger Höhepunkt der Offensivbemühungen ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte André-Pierre Gignac schoss den Ball aus kurzer Distanz lediglich gegen den Torpfosten.

Nun also zweimal 15 Minuten on top. Ab der 104. Minute konzentrierten sich dann auch die Iberer etwas mehr auf die Offensive. Sogleich erspielten sie sich in dieser die zweite (!) Tor-Chance. Einmal damit angefangen nahm sich in der 109. Minute der eingewechselte Éder sein Fußballer-Herz in die Hand und zog aus der Mitteldistanz einfach mal ab. Ein Schuss. Ein Tor. Tortugal. 1:0…Jubel, Trubel, Heiterkeit einerseits, andererseits: Trauer, hängende Köpfe, Schock. Von diesem erholten sich die Franzosen nicht mehr, es blieb beim 1:0 n.V. Parabéns a Portugal. Europameister 2016.

Ich gestehe, dass ich Portugal nicht als Favoriten, geschweige denn Geheimtipp „auf dem Tipp-Zettel“ hatte. Dabei hatte Trainer Santos vor dem Beginn der EM auf die Frage nach dem Titel geantwortet: „Ihn nicht zu gewinnen, wäre eine Enttäuschung“. So offensiv diese Ansage, so offensiv spielte auch die Mannschaft. Zitat des Instituts für Spielanalyse: Die schießwütigste Mannschaft der EM? Europameister Portugal! Insgesamt gaben Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen 112 Torschüsse ab. Statistik hin oder her: Portugal ist verdient Europameister 2016. Wer anderer Meinung ist, hat den Fußball nie geliebt 😉

Das Finalspiel war ein spannendes, sicherlich kein „fußballerischer Leckerbissen“. Die Hoffnungen wurden daher nur halb erfüllt. Hingegen hat sich durch diese EM einiges Anderes erledigt: Deutschland hat seinen Italien-Fluch beendet, Frankreich hat seinen Deutschland-Fluch beendet. Zu guter Letzt haben sie sich als guter Gastgeber erwiesen und den Pokal den Portugiesen „überlassen“. Somit hat auch Ronaldo nun seinen großen Titel mit der Nationalmannschaft. Dürften doch alle happy sein oder nicht? Mit der Beantwortung unsere EM-Fragen kommen wir vielleicht der Wahrheit etwas näher…

By Nino

 

 

 

EM-Berichterstattung OHV!?

EM-Berichterstattung 

In Berlin und Umland kennt man das KfZ-Kennzeichen „OHV“. Spötter sagen dazu „Ohne Hirn und Verstand“. Diese Bezeichnung fiel mir in letzter Zeit immer wieder ein…als ich so durch die deutschen Sportmedien #Sport1 #SportBild #SPON #11Freunde #Kicker und deren Berichterstattung über die Fußball-Europameisterschaft klickte. Durch die Ersatzbank scheinen alle von der Idee beseelt zu sein, die EM in allen Facetten bis auf die kleinste Story ausschlachten zu wollen. Hier zählt nicht mehr die gut recherchierte Geschichte, nein hier geht es um Klicks, Aufrufe, Viewer, Follower.

Damit lässt sich vielleicht auch erklären, warum es z.B. ein Video mit dem Titel „Der Bus-Thriller von Paris“ gibt. SPORT1 schreibt dazu „Das DFB-Team hat Schwierigkeiten auf dem Weg ins Mannschaftshotel in Paris: Die Einfahrt ist so eng, dass der Fahrer mehrfach korrigieren muss – eine Millimeteraufgabe“. Ich schwöre, dass ich mir dieses Video nicht angeschaut habe! Es war mir einfach zu blöd. Leider berichtete tatsächlich die Tagesschau über dieses Schauspiel…

Ein anderes Video habe ich mir hingegen schon angesehen. Das Magazin für Fußballkultur #11Freunde veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Die beste Grätsche der EM kommt von einem Fan. Dunkelgelb auf dem Parkplatz“. In typischer „Oh, muss ich sehen“-Manier hab ich’s angeschaut und festgestellt, dass es sich hier eher um vorsätzliche Körperverletzung handeln könnte, als um eine sportliche Leistung. Denn dieser „Fan“ grätsche zwei unbeteiligte Personen um…auf Asphalt…von hinten! Pietätvollerweise hat die Redaktion auf die Reaktionen der Leser*I_nnen reagiert: „Liebe Leser, offensichtlich haben wir in einem Anflug von EM-Wahn das Video falsch eingeschätzt. […]“.

Leider vergeht kein Tag an dem irgendeine Fußball-Sau durch’s Medien-Dorf getrieben wird. Im ZDF kommentierte erstmals eine Frau ein Männer-Fußball-Spiel. OMG. Eine Frau. Was erlaube das ZDF? Nur zur Erinnerung: Wir leben im Jahr 2016. Dann greift sich Joachim Löw in die Hose und schnüffelt danach an seiner Hand. OMG. Ist er ein Rechts- oder Links-Ausleger? Fragen, die die Welt interessieren. Ok, das Löw gerne mal schnüffelt war schon bekannt und dummerweise passt es gar nicht zu seinem Nivea-zarte-Haut-und-schöne-Haare-Saubermann-Image.

Und das Gelaber von den angeblich „80 Millionen Bundestrainern“, die wissen welche Aufstellung die Beste ist und so weiter und so weiter. In all dem EM-Fieber vergessen die Sportjournalisten gerne, dass es auch Menschen gibt, die sich nicht für Fußball interessieren und manche noch gar nicht #Kinder oder nicht mehr #Hooligans sich über Fußball eine Meinung bilden können.

Das dabei auch sehr viel schief geht und der ein oder andere auch mal ein Eigentor schießt, dazu will ich keine Lebenszeit mehr verschwenden. Lieber auf gute Storys und Analysen. Ein bisschen mehr Hirn und Verstand weniger inhaltsloses Gedöns würde dem beautifulgame und der Berichterstattung gut tun.

By Nino