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Entwurf Fancharta Chemnitzer FC e.V.

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Seit der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. im Stadion An der Gellerstraße und den sich anschließenden Irrungen&Wirrungen befindet sich der Chemnitzer FC in einer schweren Krise. Zwischen Vereinsvertretern und Fans sowie innerhalb der Fanszene, wird das Für und Wider dieser Aktion heiß diskutiert. Es stellt die Himmelblauen vor die Zerreißprobe. Sportvorstand T. Sobotzik beklagte bereits: „Die Jungs hören, dass sie bei einem Nazi-Verein spielen.“ Das tun sich selbstverständlich nicht. Der CFC und Teile seiner Fans haben jedenfalls (k)ein Problem mit extremistischen Gedankengut. Hier gilt es klar zu unterscheiden und das es eher nicht links ist, das dürfte auch klar sein. Die Vereinsziele sind an sich in der Satzung verankert. Aber was sind schon wohlmeinende Aussagen, wenn sie doch nur Lippenbekenntnisse bleiben!?

Wir schlagen daher vor, dass der Chemnitzer FC mit seinen Fans eine Fancharta erarbeitet, dessen Grundlage das weitere Zusammenwirken abbildet. Dabei haben wir uns rotzfrech bei der SG Dynamo Dresden bedient und deren Fancharta hergenommenem (in der Hoffnung, dass keine urheberrechtlichen Konsequenzen drohen). Diese dient nämlich als hervorragende Grundlage für einen ersten himmelblauen Entwurf, der in den entsprechenden Gremien des CFC beraten werden sollte. Alle himmelblauen Fans, die an Diskussion teilnehmen wollen&können, sind aufgerufen, diesen Entwurf zu diskutieren. So sieht nämlich gelebte Fankultur aus. Auf geht’s!

By Baba&Nino

 

„Präambel

Die Fancharta beschreibt die Zusammenarbeit zwischen allen Fans und dem Verein Chemnitzer FC e.V. mit dem Ziel, ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis zu schaffen und die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller zu gewährleisten. Alle Parteien verpflichten sich selbst zur Einhaltung aller Punkte und stehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv für die Umsetzung ein.

 

1. Grundsätze

Die Grundsätze stellen das Fundament der Fancharta dar. Alle weiteren Punkte bedürfen der Akzeptanz dieser Prämissen.

1.1   Respektvolles Miteinander

Alle Fans und Vereinsvertreter verpflichten sich sowohl in der öffentlichen Darstellung, als auch im direkten Gespräch oder in schriftlichen Auseinandersetzungen (z.B. in Internet-Foren) zu einem angebrachten, ehrlichen und respektvollen Umgang. Das umfasst auch die Einhaltung von rechtlichen Gegebenheiten (umfasst z.B. Gewalt, Persönlichkeitsrechte, körperliche Unversehrtheit, Stadionordnung).

1.2   Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung

Der Verein Chemnitzer FC e.V. und die Fans stehen aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung (aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, religiöser und sexueller Orientierungen sowie körperlicher und geistiger Beeinträchtigung) innerhalb und außerhalb des Stadions ein.

1.3 Im Mittelpunkt steht immer der Verein. Beide Seiten setzen alles daran, Schaden von diesem abzuwenden.

1.4 Eine inhaltliche Zensur von Choreographien, Spruchbändern und nicht-kommerziellen Publikationen findet nicht statt, sofern sie den Grundsätzen dieser Fancharta entsprechen.

1.5 Öffentliche Verlautbarungen sollen nicht über Medien kommuniziert werden, bevor dem fraglichen Sachverhalt zugrundeliegende Informationen und Motive gründlich geprüft worden sind.

 

2. Regelungen im Stadion

2.1 Fankultur

2.1.1 Ein von Fans und Vereinsvertretern gemeinsam definierter Bereich im Stadion ist Sammelpunkt für die aktivsten Fans. Darauf wird von Vereinsseite ausdrücklich hingewiesen. Sammelpunkt für die aktivsten Fans ist die Südtribüne Block 6A-6C.

2.1.2 Die Südtribüne wird von den Fans selbstverwaltet. Verein und Fanszene setzen sich für ein mögliches Minimum an Sicherheitskräften in diesen Blöcken ein.

2.1.3 Es bestehen keine Reglementierungen bezüglich der Anzahl und dem Inhalt von Fahnen und Doppelhaltern. Für Auswärtsspiele setzt sich der Verein auch beim jeweiligen gastgebenden Verein dafür ein. Bei Missachtung der Fancharta behält sich der Verein vor, sich beim gastgebenden Verein diesbezüglich nicht einzusetzen.

2.1.4 Die Südtribüne ist inklusive der dazugehörigen Stadionmauer ausschließlich Zaunfahnen vorbehalten und wird nicht vermarktet.

2.1.5 Choreographien müssen bis spätestens fünf Werktage vor dem Spiel (Inhalt, Umfang, Materialien) ausschließlich bei den Fanbeauftragten angemeldet werden. In Ausnahmefällen ist dies auch bis einen Werktag vor dem Spiel möglich. Die/Der Veranstaltungsleiter und der die Sicherheitsträger entscheiden über die Zulässigkeit der Aktionen in brandschutz- und sicherheitstechnischer Hinsicht. Kurzfristige Änderungen werden durch die Fanbeauftragten, dem Sicherheitsbeauftragten und der Veranstaltungsleitung genehmigt. Sollte es Unstimmigkeiten bzgl. der Choreographie geben, verpflichten sich die beiden Parteien, umgehend das Gespräch zur Klärung des Sachverhalts zu suchen.

2.1.6 Spruchbänder werden in der Regel bis einen Werktag vor dem Spiel bei den Fanbeauftragten angemeldet. In Ausnahmefällen ist eine Anmeldung bis 90 Minuten vor Anpfiff möglich.

2.1.7 Nichtkommerzielle Publikationen zur Fankultur (Fanzines, Flugblätter etc.) dürfen im Stadion verteilt werden. Flugblätter, Informationen etc. können im Stadion an Informationstafeln angebracht werden. Der Verein verpflichtet sich, in allen Stadionbereichen Informationstafeln anzubringen.

2.1.8 Die Fans können an Ständen im Stadion eigene Fanartikel oder Publikationen zur Refinanzierung von Choreographien oder Fanveranstaltungen verkaufen. Für jeden Stand muss ein Verantwortlicher, auch in Bezug auf steuerrechtliche Belange benannt werden. Die zu verkaufenden Artikel sind vorher mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

2.1.9 Ermäßigungen für Schüler, Auszubildende, Studenten, ALG II-Empfänger und Inhaber eines Schwerbehinderten-Ausweises sind während des Vorverkaufs in ausreichender Anzahl verfügbar, Kinder unter 6 Jahren erhalten ohne Anspruch auf einen Sitzplatz und in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt, Kinder zwischen 6 und 15 Jahren eine Kinderkarte. An der Tageskasse sind ermäßigte Karten je nach Verfügbarkeit erhältlich. Eine Limitierung unterhalb der Stadionkapazität ist nicht vorgesehen.

2.1.10 Einlasskontrollen finden in angemessener Form statt. Ganzkörper-/Nacktkontrollen werden nicht durchgeführt. Ansprechpartner für Fans bei Problemen am Einlass sind die Fanbeauftragten.

2.1.11 Der Chemnitzer FC e.V. lehnt die Personalisierung von Tageskarten aus eigenem Antrieb ab.

2.1.12 Der Chemnitzer FC e.V. bestreitet keine Freundschafts- bzw. Testspiele gegen FC Erzgebirge Aue.

 

2.2 Fanbetreuung

Der Chemnitzer FC e.V. und der Fanszene Chemnitz e.V. betreiben gemeinsam Fanbetreuung im Stadion. Hierfür wird ein Team aufgestellt, das allen Fans zur Verfügung steht. Der Chemnitzer FC e.V. stellt für eine effektive Fanbetreuung geeignete Stände zur Verfügung, die einen optischen Wiedererkennungswert verzeichnen. Mit jedem Fanbetreuer ist ein Ehrenamtsvertrag abzuschließen. Um eine effektive und nachhaltige Fanbetreuung zu gewährleisten, erhalten die Fanbetreuer Zugang zu den erforderlichen Stadionbereichen, um die entsprechende Arbeit ausführen zu können. Diese Arbeitskarte ist bei Bedarf bis einen Werktag vor dem Spiel bei der Fanabteilung anzumelden.

 

2.3 Bewahrung der Ursprünglichkeit eines Fußballspiels

2.3.1 Die Stimmung und der Support gehen ausschließlich vom Publikum aus. Innerhalb des Vorprogramms gibt es eine Fanzeit, in der Informationen von Fans für Fans präsentiert werden. Sie beginnt in der Regel 30 Minuten vor Anpfiff und dauert etwa 5 Minuten. Verantwortlich für die Organisation und Durchführung ist das Fanzeit-Team

2.3.2 Ein Maskottchen und/oder Cheerleader kommen nicht zum Einsatz.

2.3.3 Klatschpappen oder ähnliche akustische Instrumente kommen nicht zum Einsatz.

2.3.4 Die Lautstärken der Stadionansagen, Werbung und Musikeinspielungen sind so zu wählen, dass die Stimmung im Stadion nicht unterdrückt wird. Werbebotschaften werden während des Spiels nicht durch akustische Signale unterstützt.

2.3.5 Auf die Verbreitung von sichtbar durch Sponsoren beeinflusste Fanartikel, die das ursprüngliche Kurvenbild beeinflussen, wird verzichtet.

2.3.6 Fußball muss für alle Fans bezahlbar sein und bleiben. Bevor die Kartenpreise für die neue Saison veröffentlicht werden, tauschen sich Verein und Fanvertreter über die Kartenpreise aus.

 

2.4 Gästefans

2.4.1 Gästefans erfahren nach Möglichkeit eine Gleichbehandlung in allen sie betreffenden Punkten der Fancharta (außer Punkt 2.1.7).

2.4.2 Um möglichst vielen Gästefans einen Stadionbesuch zu ermöglichen, sollte nach Verfügbarkeit, jedem Gästefan der Zutritt am Spieltag zum Stadion ermöglicht werden (bei Ausverkauf ist dies nicht möglich).

2.4.3 Der Chemnitzer FC e.V. gibt im Bedarfsfall jedem Gastverein mind. 10% der insgesamt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten zum Verkauf frei.

 

2.5. Auswärtsspiele

2.5.1 Bei Auswärtsspielen besteht prinzipiell das Recht auf individuelle Anreise. Beim Erwerb des Auswärtstickets gibt es keinen Zwang zum Kauf eines Fahrscheines für Beförderungsmittel. Davon ausgenommen sind vertragsbedingte Kombi-Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Regelungen bei organisierten Fanzügen werden im Einzelfall miteinander abgestimmt.

2.5.2 Die Fans fördern auswärts im gesetzlichen Rahmen und unter Beachtung der Stadionordnung des gastgebenden Vereins selbstregulierende Maßnahmen.

2.5.3 Der Verein behält sich vor, über bereits vor dem Spieltag bekannte sicherheitsrelevante Maßnahmen vor Ort (Wegeverengungen, Vorkontrollen, zwangsweise Zuführungen zum oder vom Stadion, ungeeignete Gitter etc.) zu informieren, damit entsprechende Verhaltensanforderungen zu den Fans transportiert werden können.

2.5.4 Die Fanbetreuer werden mit einem Ehrenamtsvertrag gebunden und sind durch eine bereichsbezogene Arbeitskarte zu entschädigen. Die gemeinsame Anreise soll vom Verein organisiert werden. Die ehrenamtlichen Fanbetreuer haben einen direkten verantwortlichen Ansprechpartner zu benennen, welcher mit den Ansprechpartnern (Fanbeauftragte, Sicherheitsbeauftragter o.a.) seitens des Vereines kommuniziert

 

3. Regelungen zum allgemeinen Miteinander

Die Fans des Chemnitzer FC e.V. sind neben den Mitgliedern, den Gremien und Angestellten und den Sponsoren eine der tragenden Säulen des Vereins. Daraus ergeben sich für die Fans Verpflichtungen, insbesondere in der würdigen Vertretung des Vereins, aber auch Rechte. Um diesem Aspekt öffentliche Anerkennung zu verleihen, werden folgende Vereinbarungen getroffen:

3.1 Der Chemnitzer FC e.V. beschäftigt mindestens zwei Fanbeauftragte. Die Fanbeauftragten sind Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Fans und Verein. Sie holen, zu speziell die Fans betreffenden Entscheidungen des Vereins bereits im Vorfeld Meinungen aus der Fanszene und tragen diese an die Entscheidungsträger im Verein heran.

3.2 Die Verwendung des Vereinslogos und der Schriftzüge „Die Himmelblauen“ und „Chemnitzer FC“ für nicht-kommerzielle Zwecke ist für Fans kostenfrei. Weitere Ausnahmen zur kostenfreien Verwendung stellen Aktivitäten zur Finanzierung von Choreographien und Fanarbeit dar. Im Gegenzug erklären sich die Fans bereit, die Art der Verwendung bei der Marketingabteilung zur Abstimmung vorzulegen.

3.3 Der Verein bietet den Fans die Möglichkeit, Informationen und Inhalte von Fans für Fans auf der offiziellen Homepage des Vereins zu veröffentlichen. Die Inhalte sind vor der Veröffentlichung im Bereich „Fans“ mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

 

4. Umgang mit Stadionverboten

(durch den Chemnitzer FC e.V.)

Bei Stadionverboten besteht die Möglichkeit durch Kontaktaufnahme mit den Fanbeauftragten und der Stadionverbotsanhörungskommission (SVAK) eine kurzfristigere Bearbeitung der Stellungnahme zu erreichen.

Der Chemnitzer FC e.V. weist den Ordnungsdienst an, bei zweifelhaften Problemsituationen am Spieltag vor deren Klärung Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten und den Fanbeauftragten zu halten.

4.1 Personen, denen die Aussprache eines (bundesweiten) Stadionverbots droht, erhalten eine schriftliche Information über die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen bzw. schriftlichen Anhörung vor der SVAK. Bei erfolgtem Antrag eines Betroffenen findet die Anhörung in jedem Fall vor Aussprache des Stadionverbots statt.

Wird die betroffene Person von Ordnungsdienst und/oder Polizei direkt überführt, behält der Verein sich vor noch vor Ort ein Stadionverbot auszusprechen.

4.2 Bei drohenden Stadionverboten für CFC-Fans durch andere Vereine/den DFB unterstützt und berät der Chemnitzer FC e.V. betroffene Fans bei der Wahrnehmung all ihrer Rechte.

 

5. Allgemeiner Umgang mit der Fancharta

5.1 Bei Verstößen gegen die Fancharta verpflichten sich beide Seiten Gespräche aufzunehmen, um den Sachverhalt zu klären und gemeinsam Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung von Zuwiderhandlungen zu erreichen. Ausgenommen hiervon sind Handlungen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen und daraus resultierenden Maßnahmen.

5.2 Alle Parteien verpflichten sich, jährlich in der Winterpause die Fancharta gemeinsam auf eventuell notwendige Veränderungen zu überprüfen.

5.3 Die weitere Bearbeitung der Fancharta wird unter der Moderation des AWO Fanprojekt Chemnitz e.V. von Vertretern des Chemnitzer FC e.V. und den Unterzeichnern durchgeführt.

 

6. Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen der Fancharta unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Unterzeichnung unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Fancharta im Übrigen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkung der Zielsetzung am nächsten kommt, die bei der Aushandlung der Fancharta mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung beabsichtigt wurde. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich die Fancharta als lückenhaft erweist. Zur Ausfüllung der Lücke verpflichten sich die Parteien auf die Etablierung angemessener Regelungen in dieser Fancharta hinzuwirken, die dem am nächsten kommen, was bei der Aushandlung unter Berücksichtigung des entsprechenden Punktes nach dem Sinn und Zweck der Fancharta bestimmt worden wäre.“

 

 

 

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Juni 2017 – Teil 2

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„Alles neu macht der Juni!“ Dieses Motto galt auch weiterhin für die zweite himmelblaue Juni-Hälfte 2017. Zum ersten Juni-Teil geht’s hier.

In Sachen Kader-Planung lief es richtig rund. Besser gesagt lief es eher auf einen Kader-Umbruch hinaus, denn zum Stand vom 30. Juni 2017 hat der CFC 11 Abgänge und 9 Zugänge vermeldet. Bei den Zugängen ist einzig mit Marvin Thiele ein Spieler aus der eigenen U19 dabei. Ansonsten alles Spieler aus der 3. Liga, unteren Klassen oder aus dem Ausland. Die Marschrichtung in Sachen Mannschaftsentwicklung hatte Sportvorstand Ziffert in einer Meldung zur aktuellen Lage Mitte Juni vorgegeben. Er teilte mit, dass er nur mit Spielern arbeiten will, die sich „100% mit ihrer Aufgabe beim CFC identifizieren“. Beim Blick auf die Anzahl der Abgänge könnte man böswillig behaupten, dass da ja nicht mehr viele Spieler übriggeblieben sind, die sich voll und ganz dem CFC verschreiben. Eine Einzelfall-Betrachtung wäre zwar angemessener, aber was hilft es sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ziffert formulierte dies daher positiver: „Wir müssen und wollen einen Neuanfang starten“.

Einen Neuanfang gab es ja auch auf der Trainerbank. Mit der Verpflichtung von Horst Steffen und dem Co-Trainer Sreto Ristic wurde wieder Wert daraufgelegt, dass es eine klare Spielphilosophie geben soll. Wir sind daher gespannt, ob das Trainer-Duo ihre offensive Spielweise umsetzen kann. Neben der neuen taktischen Ausrichtung wird mit der Verpflichtung von Ristic wieder verstärkt der Fokus auf die Fitness der Spieler gelegt. Dieser Bereich war in der vergangenen Saison einer der unrühmlichen Baustellen unter Cheftrainer Köhler. Da sich Köhler mit dem unter Vorgänger Heine engagierten Fitnessexperten nicht auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, entfiel diese für die Mannschaft. Dennoch nutzten einige Spieler die innovativen Angebote des Fitnessexperten. Nun soll offensichtlich diese Arbeit voll und ganz Ristic übernehmen. Vorschluss-Lorbeeren bringt er zumindest schon mal mit, da er in früheren Tagen mit Bundesjogi Löw zusammengearbeitet hat. Welche Auswirkungen das allerdings haben wird, werden wir erst sehen, wenn es darauf ankommt. Nämlich auch noch in der 80.Minute einen Sprint zu starten, um den vielleicht entscheidenden Konter einzuleiten.

Ein entscheidendes Puzzlestück dazu, dass man überhaupt in der 3. Liga wieder dabei ist, war die Vereinbarung des Benefizspiels vs. Dynamo Dresden. Dies sollte am Mittwoch, 5. Juli stattfinden und die Planungen für die Teilnahme unsererseits waren schon sehr weit fortgeschritten, die Vorfreude entsprechend groß. Leider wurde dieses Gefühl aber 8 Tage vorher mit einem sinnbildlichen Schuss in die Magengrube jäh beendet. Denn es wird uns schlecht, wenn wir an die Begründung denken müssen, warum dieses Spiel verschoben wird: „Aufgrund der Lageeinschätzung der Sicherheitsbehörden […] bedingt durch den G20 Gipfel […] in Hamburg“. Übersetzt heißt das, dass zu wenige Polizisten zur Verfügung stehen. Um ein Spiel für den guten Zweck abzusichern. Ein Fußball-Spiel. In Chemnitz. Damit wäre auch die Frage beantwortet, was Chemnitz mit G20 zu tun hat 😉

Zur bitteren Wahrheit gehört auch, dass es offensichtlich nicht mehr möglich ist, ein Fußball-Spiel ohne die freundliche Begleitung durch die Polizei organisieren zu können. Vielleicht war das ja früher mal besser!? Unsere klare Meinung: #FCKG20

Bei der Planung und Vorbereitung des neuen Spieltermins kann nun auch der neue kaufmännische Leiter Lars Schauer mitwirken. Dieser hatte schon länger als Berater beim CFC gewirkt, nun also in der Geschäftsführung. Optimistisch betrachtet kann dies als (weiterer Versuch) gewertet werden, die Phase der CFC-Sanierung mit noch mehr Professionalität angehen zu wollen.

Aufgrund dieser Phase kann es sich bei der Saison 2017/2018 nur um eine Übergangssaison handeln. Das Gerede von einem Aufstieg in die zweite Bundesliga könnte man sich folglich getrost sparen und erst einmal auf eine Saison ohne deprimierende Tiefen und allzu euphorische Höhen hoffen. Schlauer dazu sind wir allemal erst wenn’s vorbei ist…daher gilt der Blick auf das Hier und Jetzt:

Nach dem Trainingsauftakt, zu dem über 1500 Fans ins Stadion kamen, standen zwei Testspiele an. Ein 9:0 vs. den Mittelsachsenmeister Barkas Frankenberg bildete einen schwungvollen Beginn. 3 Tage später folgte der zweite Test. Diesmal weniger Tore, dennoch ein 2:0 Sieg gegen Banik Sokolov. Eine makellose Bilanz…unbesiegt…die Null steht…so könnte man ganz optimistisch schreiben.

Die wahren Prüfsteine werden aber noch kommen und der Juli wirft seine Schatten bereits voraus. Das nächste Testspiel steht am 8. Juli vs. ZFC Meuselwitz an. Da wird sich vielleicht schon ein bisschen zeigen, wie die Mannschaft anders spielen wird. Was die Kaderplanung betrifft, so scheint der Sportvorstand seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Richtig ernst wird es dann zum Start in die neue 3. Liga-Saison mit dem Heimspiel vs. FSV Zwickau, am 21.Juli. Bis dahin sind dann hoffentlich auch die Fragen geklärt, wer wie Karten für das DFB-Pokal-Spiel vs. FC Bayern München bekommt. Nicht zu vergessen das Benefizspiel vs. die SGD. Insgesamt war es ein ereignisreicher Juni, bleibt zu hoffen, dass der Schwung in den Juli mitgenommen werden kann. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Juli 2017.

By Baba und Nino