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Versammlung am Pulverfass?

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Knapp zwei Monate nach den Vorfällen rund um das Heimspiel vs. VSG Altglienicke am 9. März 2019 hat der Nordostdeutsche Fußballverband sein Urteil nach mündlicher Verhandlung verkündet. Dies lautet in Kurzform für den Chemnitzer FC:

  • Geldstrafe von 12.000€, hiervon können bis zu 5.000€ für Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus verwendet werden,
  • Zuschauerausschluss in den Blöcken der Südtribüne des Stadions für das kommende Regionalliga-Meisterschaftsspiel und zwei weitere Blocksperren auf Bewährung für Meisterschaftsheimspiele in den kommenden zwei Spielzeiten,
  • Entwicklung von strategischen Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus mit Unterstützung externer Fachleute,
  • Besetzung der Stellen eines Fanbeauftragten und eines Antirassismusbeauftragten.

Der CFC hat das Urteil akzeptiert und somit ist dieses rechtskräftig. Zur Umsetzung der Blocksperre hat der CFC einen Tag nach Urteilsverkündung mitgeteilt, dass er aufgrund dessen dazu verpflichtet ist, „den Umzug in andere Blöcke des Stadions – An der Gellertstraße zu unterbinden. Ein Umtausch von Tickets, Kompensationsgeschäfte, Rücknahmen etc. sind deshalb untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht dem Chemnitzer FC eine Ausweitung der Blocksperre auf weitere Heimspiele sowie Strafen bis hin zu Punktabzug oder Strafversetzung.“ Die Aufforderung an alle Anhänger lautet daher: „Wir stehen unter besonderer Beobachtung – während der Zulassungsperiode mehr denn je. Ich wünsche mir, dass unsere Fans den hart erarbeiteten, sportlichen Erfolg nicht durch unüberlegte Aktionen aus der Emotion heraus gefährden.“

Meine erste Reaktion dazu: „Ach du Scheiße!“ Und so länger ich darüber nachdenke, habe ich erhebliche Zweifel, dass das ein gutes Ende für den CFC nimmt. Es mutet wie die Versammlung am Pulverfass an. Eine falsche Aktion kann die zündende sein.

Die moralische bzw. Anstands-Latte wurde von Sportvorstand Sobotzik jedenfalls ordentlich hochgelegt … „unüberlegte Aktionen aus der Emotion heraus“ … gewiss ist ihm dabei nicht entgangen, dass mit einem Punktgewinn die Meisterschaft der Regionalliga Nordost 2018/2019 endgültig klargemacht werden kann. Wenn nicht, wann dann führen solche sportlichen Ereignisse bzw. erreichten Ziele zu einem Platzsturm oder zu emotionalen Aktionen/Reaktionen? Wenn nicht sogar nur aus der reinen Freude und puren Emotion am schönen Spiel Fußball heraus? Ihm wird doch wohl auch nicht entgangenen sein, dass gerade im Fußball die Emotion gerne als Erklärung für alles Mögliche genutzt wird. Der dezente Hinweis auf die „besondere Beobachtung“ ist jedenfalls provokativ wie zutreffend. Die örtlichen wie bundesweit berichtenden Pressevertreter werden wieder zahlreich und nicht nur wegen der Bilder einer leeren Süd ins Stadion kommen. Die ganz große Aufmerksamkeits-Bühne steht bereit und wartet nur darauf, betreten zu werden. Das wissen sicherlich alle Beteiligten.

Neue Ränge werden jene Fans betreten müssen, die sonst in der Südkurve stehen. In dieser versammeln sich auch diejenigen, die vielleicht nicht dem CFC, aber den aktuell handelnden Personen, insbesondere Insolvenzverwalter Siemon in die Parade fahren wollen könnten. Die „Siemon-raus-Rufer“ also. Trifft man sich vielleicht auf der Haupttribüne? Man könnte fast meinen, diese ganzen Maßnahmen sind eine gezielte Provokation der CFC-Verantwortlichen. Die Provokation von unüberlegten Aktionen, quasi in irgendeiner Weise unsportliches Verhalten herbeizuführen. Dieses könnte dann elegant unter dem Deckmantel des Hinweises auf die „besondere Beobachtung – während der Zulassungsperiode mehr denn je“ und der Gefährdung der Rückkehr in die 3. Liga demonstrativ moralisch und im Enddefekt (je nach Vorkommnis) auch juristisch geahndet werden. Und die möglichen Beschwerden würden souverän abgebügelt werden.

Aber ist Siemon so ausgebufft? Hat er mit der Auslegung des Urteils einen riesigen Honigtopf ins Stadion gestellt? Und sind die „Siemon-raus-Rufer“ so wahnwitzig leichtsinnig, um dahin zu laufen bzw. in die Falle rein zu stolpern? Denkt er wirklich, dass seine Widersacher dieses Spiel nutzen, um deutlich zu machen, wer wirklich der Chemnitzer FC ist? Wohl nicht ganz zufällig hat er am Tag der Mitteilung zur Umsetzung der Blocksperre in einem Interview mit der Freien Presse u.a. mitgeteilt, dass das Insolvenzverfahren noch Jahre dauern kann und er verhindern will, dass „sich die Saboteure der Sanierung in einer Mitgliederversammlung durchsetzen“. Nicht gerade diplomatisch in Zeiten, in der ein Miteinander besser wäre, als ein Gegeneinander (mal ganz vereinfacht gesagt). Das Pulverfass scheint gut gefüllt zu sein.

Also wohlgesonnener CFC-Fan kann ich jedenfalls nur inständig hoffen, dass es im Spiel gegen den ZFC Meuselwitz zu keinen „unüberlegten Aktionen aus der Emotion heraus“ kommt. Wenn ich gläubig wäre, dann würde ich sicherheitshalber bis Sonntag einmal täglich für ein ruhiges Spiel beten. Ich gehe aber felsenfest davon aus, dass sich alle Beteiligten mehr oder weniger piekfein, auf jeden Fall nicht unsportlich verhalten und die Meisterschaft, so sie denn gefeiert werden kann, bejubelt wird.

Abgesehen davon gibt es allerdings keinen ungünstigeren Zeitpunkt als dieses wohlmöglich vorentscheidende Meisterschaftsspiel, um eine Blocksperre quasi abzusitzen. Pessimistisch gesehen könnte nämlich dieses Spiel auch zu einem weiteren eher traurigen Höhepunkt in der langen Geschichte des CFC werden. Die Suche nach den Schuldigen könnte dann interessant werden.

Für Spannung ist also auf und neben dem Platz bzw. um das Pulverfass herum gesorgt. Und wie hieß es schon bei Forrest Gump? „Dumm ist der, der Dummes tut.“

In diesem Sinne auf die himmelblaue Hoffnung, dass jeder ein schönes Spiel sehen will und im besten Fall auch die vorzeitige Regionalliga-Nordost-Meisterschaft bejubelt werden kann.

By Nino

 

Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Regionalliga-Reform Ja! Auflösung der Nordost-Staffel? Auf keinen Fall!!!

 

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Seit Monaten schwelt der Konflikt um die Regionalliga-Reform und Baba möchte an dieser Stelle auch einmal Farbe bekennen.

Ziel ist es, dass die Meister aufsteigen und dies ist bisher nicht der Fall. Bisher gibt es drei Aufsteiger aus 5 Ligen und eine Reform sollte das ändern. Dabei haben sich die Drittligisten bereit erklärt, 4 Aufsteiger zuzulassen. Damit war klar, dass man die Regionalliga von 5 auf 4 Ligen verändern musste.

Soweit so gut, auch wenn ich mich frage, warum die Drittligisten gefragt werden und die sich „großzügig“ zeigen, einen weiteren Absteiger bzw. Aufsteiger zu zulassen. Die Drittligisten haben auf dem DFB-Bundestag keinerlei Stimmberechtigung. Auch frage ich mich, warum die Regionalligisten, welche von der Reform betroffen sind, da nicht gefragt werden und auf dem DFB-Bundestag auch kein Stimmrecht haben? Damit werden zu Beginn schon Ungleichheiten geschaffen.

Meines Erachtens sollten alle Vereine der 3. und 4. Liga auf dem DFB-Bundestag in der Causa ein Stimmrecht erhalten, weil dies in einem demokratischen Prozess einen wirklichen Konsens schaffen würde. Doch wie wir wissen, ist der DFB-Bundestag da so semi-demokratisch und es wird sich eingebildet, dass es genug sei, dass die Verbände entscheiden. Hier wird schon im System eine Ungleichheit angelegt. Doch dies ist mehr eine generelle Kritik am System DFB, welches dringend renovierungsbedürftig ist und einer grundsätzlichen Säuberung von altem Filz und Seilschaften benötigt.

Nun wird die Reform eigentlich erst kurios: Die Teilung soll ausschließlich zu Gunsten von Verbänden im Westen verlaufen und zu Ungunsten der Nordost, Bayern und Nord Regionalligen. Das Schlimmste ist, dass diese Möglichkeit von Anfang an als einzig realistische verbreitet und dann eine Pseudo-Debatte losgetreten und ein Findungsteam zusammengestellt wurde, welches sich still und heimlich wieder auflöste.

Die Argumentation läuft wie folgt: Aufgrund der größeren Anzahl an Vereinen in den westlichen Regionalligen sollen diese weiterhin zwei Aufsteiger bekommen und die Regionalligen Bayern, Nordost und Nord zu zwei Regionalligen zusammengelegt werden. D.h. die spielstärkste Regionalliga, die Regionalliga Nordost (Nordost Meister haben sich in der Relegation meist durchgesetzt) soll geteilt und jeweils mit dem Norden und Bayern zusammengelegt werden. Dies zieht weitere Reisen und weniger Traditionsduelle nach sich. Das erschwert die ohnehin schon bedrohliche finanzielle Lage der Regionalligisten und macht diese neuen Regionalligen schlichtweg unattraktiv.

Was mich daran stört ist, dass die Argumentation mit der größeren Anzahl an Vereinen als die einzige mögliche Argumentation angeführt wird, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Man könnte nämlich auch genau umgekehrt argumentieren und sagen: „Um die finanzielle Gerechtigkeit und den Charakter der Regionalliga zu behalten, ist die Entfernung zwischen den Regionalligisten das ausschlaggebende Kriterium und nicht die Anzahl der Mitglieder und Vereine.“ Das wird kategorisch abgelehnt, weil es nicht ins Konzept passt. Daher kann ich nur eine Bösartigkeit seitens des DFB erkennen, der nur ein Argument zulässt, aber ein anderes ebenso gewichtiges als nichtig erklärt. Dies ist keine demokratische Konsensfindung, sondern Diktatur. Damit wird der Fußball Osten endgültig begraben. Danke DFB und RIP Regionalliga Nordost!

Dies ist auch ungerecht den kleineren Regionalligisten gegenüber, welche das Bindeglied zwischen Amateur- und Profifußball darstellen. Diese können es sich nicht leisten, zu weiten Auswärtsspielen zu fahren, da das finanziell schwierig ist und auch unmöglich ist, für den anderweitig berufstätigen Teil der Mannschaften. Diese Teams werden in der Oberliga verschwinden.

Der DFB demaskiert sich mal wieder selbst und zeigt in vollem Umfang seine Unfähigkeit, gerechte und ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Wenn dies so weitergeht – siehe Nationalmannschaft, Fernsehgelder, Spielansetzungen, Weihnachtsfeiern usw. schafft sich der DFB selbst ab oder wird abgeschafft.

Die Regionalliga ist das Bindeglied zwischen Amateur- und Profisport und hat einen ungeheuren Charme und Anziehungskraft für fast jedes Kind, welches irgendwann einmal anfängt, sich für Fußball zu interessieren. Daher müssen der lokale Charakter und die Traditionsduelle dieser Ligen gewahrt bleiben. Diese werden im Osten mit dieser Reform zerschlagen und auf Jahre hinaus werden Ost-Regionalligavereine mit großer Vergangenheit zurückgeworfen und kaum noch den Anschluss an die höheren Ligen finden.

Nur wenn alle Regionalligen klar geographisch in vier Ligen aufgeteilt würden, wäre es fair und die Möglichkeit gegeben den Charakter und Finanzierung aufrecht zu erhalten!

Danke DFB für keine Solidarität und demokratische Arbeit! Schämt euch!

By Baba

 

Kommentar zum himmelblauen März und April 2018

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Im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018 hatten wir die These aufgestellt, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich war oder als gescheitert angesehen werden muss. Aus den anstehenden direkten Duellen mit Tabellennachbarn schöpften wir die Hoffnung, dass wichtige Punkte geholt werden könnten. So wirklich gelungen ist das nicht und mühsam es wäre, diese Ergebnisse nochmal zu dokumentieren.

Es ist auch schlicht egal, denn das Zusammenspiel von sportlicher und damit einhergehender wirtschaftlicher Talfahrt führte dazu, dass die CFC-Verantwortlichen am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellten. Hier geht’s zum Kommentar. Am 23. April 2018 teilte dann die DFL mit, dass den Himmelblauen aufgrund dieses Antrags neun Punkte abgezogen werden. Damit steht der Abstieg nun fest und der schwere Gang in die 4. Liga muss leider begonnen werden.

Auch wenn es noch kleine Funken der Marke Resthoffnung gibt. Diese speisen sich aus Gerüchten, dass andere Vereine wie der Karlsruher SC Probleme mit der Lizenz bekommen könnte. Für den Fall, dass sie nicht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen würden. Oder der 1. FC Kaiserslautern, bereits erster feststehender 2. Liga-Absteiger soll evtl. auch Probleme mit der Lizenz für die 3. Liga bekommen. Ebenso wie SV Darmstadt 98. Die Lizenz-Gerüchteküche brodelt zwar ordentlich, die CFC-Verantwortlichen sollten sich damit aber nicht allzu lange beschäftigen bzw. darauf hoffen, dass zwei Vereine noch zwangsabsteigen. Denn bei all dem darf man nicht vergessen, dass die sportliche Leistung auf dem Platz auch mitentscheidend ist. Im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster durfte man sich schon fragen, ob es überhaupt bei allen Spielern für die 3. Liga reicht.

Ob es reicht? Das ist wohl eh die Frage, die alle Himmelblauen zurzeit am meisten beschäftigen dürfte. Reicht es für einen Neuanfang? Können die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden? Nach allem was man so hört und liest, tut sich ja besonders der Vermarkter Infront schwer. Immer wieder ist von Streitigkeiten, schlechten Verträgen und Altlasten die Rede. Ohne jetzt alles schwarz malen zu wollen, zu naiv darf man jedoch auch nicht sein: Es kann auch ganz anders kommen. Das schlechteste aller Ergebnisse wäre die Auflösung des Vereins. Dann ist der Chemnitzer FC Geschichte. Neugründung, Beginn in der Kreisklasse, irgendwo weit weg vom bezahlten Fußball wären die Zukunftsaussichten.

Um dieses Szenario zu verhindern, versuchen die Verantwortlichen mit den Fans neue Kräfte zu mobilisieren. Mit Hilfe des Fanszene Chemnitz e.V. und dem AWO Fanprojekt wurde Ende April 2018 die Mitgliederkampagne unter dem Motto „Tradition erhalten – Gemeinsam – Zukunft gestalten“ gestartet. Jeder und jede Himmelblaue, der noch nicht Mitglied des CFC ist, der sollte es jetzt werden. Einen besseren Zeitpunkt zu zeigen, dass man in schlechten Zeiten zusammensteht, wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr geben.

So oder so werden es turbulente Monate für den CFC. November/Dezember 2018 stehen als Datum für das voraussichtliche Ende des Insolvenzverfahrens. Das sportliche Geschehen tritt da schon etwas in den Hintergrund. Im Mai 2018 stehen noch das Auswärtsspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit dem Ex-Himmelblauen Türpitz und das letzte Heimspiel gegen Hansa Rostock an. Zum Abschluss dieser vorerst letzten Drittliga-Saison nochmal zwei schöne Ostduelle. Obwohl es von denen ja in der nächsten Saison sowieso ganz viele geben wird…

Wir hoffen natürlich, dass schnell und sauber der Rucksack der Vergangenheit abgelegt werden kann und nicht weiter mit Pflastersteinen gefüllt wird. Dann kann der Marsch in die Zukunft mit einem Koffer voller Zuversicht begonnen werden. In diesem Sinne:
Für Verein und Heimatstadt.

By Baba und Nino

 

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Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

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Nun also doch. Der Chemnitzer FC stellte am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dass dieser schon in Arbeit sei, dieses Gerücht machte schon länger in der 3. Bundesliga-Saison 2017/2018 die Runde. Auf die Frage nach derartigen Plänen hieß es von Vereinsseite noch: „Wir bündeln in allen Gremien die Kräfte und arbeiten an einer sportlich, wirtschaftlich und finanziell tragbaren Gesamtlösung.“ Das machte den Fans Hoffnung, denn diese stirbt bekanntlich zu Letzt. In diesem Fall ist sie aber leider nur etwas länger gestorben.

Nach dem fast schon rauschhaften 5:0 Auswärtssieg gegen Rot-Weiß Erfurt am vergangenen Sonntag blühte die Hoffnung auf eine sportliche Lösung der Krise etwas auf. Nur noch sieben Punkte Rückstand auf den VfL Osnabrück. Das könnte vielleicht reichen, wenn dieses und jenes passiert. Solche Gedanken kreisten wohl bei jedem CFC-Anhänger seit Wochen im Kopf. Aber nun ist Schluss damit. Aus und vorbei.

So bitter das zu schreiben ist, aber die „Schießbude der Liga“ (denn das gehört zur Wahrheit dazu) wird sich nun endgültig aus der 3. Liga verabschieden. Bei aktuellen 29 Punkten werden wohl 9 Punkte abgezogen. Macht dann 20. Bei noch ausstehenden 5 Spielen sind maximal 15 zu vergeben. Beim Blick auf die Gegner fehlt mir allein der Glaube, dass diese überhaupt geholt werden können. Selbst bei solch einem himmelblauen Wunder stehen 35 Punkte zu Buche. Und das reicht nicht einmal, um zu den Osnabrückern aufschließen zu können. Nun ist der Drops wirklich gelutscht. Ende Legende.

Insolvenz, Konkurs, Pleite, Zahlungsunfähigkeit, lliquidität, Bankrott…wie man es auch nennen will, es ist und bleibt einfach nur Scheiße. Und es macht einen nervös, weil man nicht weiß wie es weitergeht. Hinzukommt die große Unlust, sich mit dem Thema Insolvenz zu beschäftigen. Zumindest heute nicht. Es reicht erst einmal, wenn das den Abstieg in die Regionalliga bedeutet.

Groß ist daher das Vertrauen in die handelnden Personen, insbesondere um die vor nicht allzu lange Zeit neugewählten Vorstände des CFC. In der Pressemitteilung wird ausgeführt: „Unseren Verein und den leistungsbezogenen Fußball in Chemnitz zu erhalten kann jedoch nur über solide, ehrliche und bodenständige Arbeit sowie die Einbeziehung der Mitglieder, Fans, Sponsoren und Förderer gelingen.“

Das ist aller Ehren wert und die Zukunft wird zeigen, was darunter alles zu verstehen ist. Heute ist jedenfalls kein himmelblauer Tag, sondern ein schwarzer in der Geschichte des CFC. Heute heißt es erstmal tief durchatmen und die neue Situation sacken lassen. Ein „das wird schon irgendwie mit dem Klassenerhalt“ ist vorbei. Die #MissionKlassenerhalt ist gescheitert.

Es ist das verflixte siebte Jahr. Die Wege vom CFC und der dritten Liga trennen sich. Bei aller Trauer und gestorbenen Hoffnung hilft es vielleicht an die Worte der Macher der Gellertwelle zu erinnern. Sie haben es hinsichtlich der Grundlage des CFC schon vor Wochen treffend beschrieben: „…Spieler kommen, Spieler gehen und auch sämtliche Funktionäre kommen und gehen. Was aber bleibt sind die Fans…“ Dem ist nichts hinzufügen.

By Nino

 

Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

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#MissionKlassenerhalt und #FürVereinundHeimatstadt. Mit diesen Slogans bzw. Hashtags hat der Chemnitzer FC zum Beginn des Jahres 2018 das Ziel für die Saison 2017/2018 in der 3. Bundesliga ausgerufen. Nach dem 28. Spieltag und dem unglücklichen 1:1 gegen den Halleschen FC schrieb mir Baba, dass er zwar hofft, aber diese Mission als gescheitert betrachtet und eine Runde Phrasenbingo spielte #DerDropsIstGelutscht.

Nun werden im Abstiegskampf immer besonders viele Phrasen bemüht, dass gehört dazu wie das Gebet in der Kirche. Allein mir fehlt der Glaube, dass der CFC den Klassenerhalt nicht mehr schaffen kann. Klar, das letzte Spiel gegen Halle war unglücklich. Ich denke nur an die 3 Pfostentreffer und die kuriose Szene von D. Frahn, der den Ball nicht über die Linie drücken konnte. Symptomatisch übersetzt: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Das Frahn nach drei Monaten doch noch getroffen hat, stimmt mich wiederum optimistisch. Vielleicht ist ja jetzt „der Knoten geplatzt“ und weitere Tore können gerne folgen. Zudem spielte die Mannschaft deutlich engagierter und es wurden eklatante individuelle Fehler vermieden.

Auch ein Blick auf die kommenden Gegner lässt bei mir Zuversicht aufkommen. Denn es stehen die Duelle gegen Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach und Rot-Weiß Erfurt an. Jene Teams also, die im unmittelbaren Tabellenumfeld des CFC stehen. Zwei Mannschaften drunter, zwei oben drüber. Summa summarum heißt das: Abstiegskampf deluxe. Mittendrin statt nur dabei. Die besten Chancen auf viele Punkte liegen jetzt auf dem Silbertablett. Der CFC muss jetzt nur noch beherzt zupacken und weiterhin so mutig und engagiert aufspielen.

Auch der Blick auf die Tabelle lässt bei mir Zuversicht aufkommen. Zum Stand 12. März 2018 liegen zwischen dem 17. und dem 11. Tabellenrang lediglich 5 Punkte. Ganze 5 Mannschaften haben 33 Punkte (12.ter bis 16.ter). In dieser Konstellation können Mannschaften ganz schnell in einen Abwärtsstrudel geraten. Ganz schnell müssen diese dann in den Abstiegskampf-Modus schalten. Ein klarer Vorteil für den CFC, der sich (leider) in diesem schon eine ganze Weile befindet.

In diesen vier Spielen muss der CFC mindestens 10 Punkte holen. Nicht zu vergessen das Nachholspiel gegen SV Wehen Wiesbaden, welches gefühlt schon ein zusätzliches ist. Er hat es also noch in der eigenen Hand. Schützenhilfe braucht’s noch nicht. Zudem stehen die Fans wie der 12. Mann hinter der Mannschaft, die Führungsriege agiert ruhig und lässt keine Diskussionen um Trainer und Mannschaft zu.

Kurzum: Der Drops ist noch nicht gelutscht. Daher heißt es: Hallo und Willkommen in den „Wochen der Wahrheit“ für die Himmelblauen. Der Kampf um den Verbleib in Bundesliga Nr. 3 geht in die heiße Phase. Phrasen-Bingo kann später gespielt werden, denn: Aufgeben ist keine Option 🙂

By Nino