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„Was bisher geschah…“ Teil 4

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Es ist wieder an der Zeit zurückzuschauen. Im vierten Teil der Serie „Was bisher geschah…“ hat sich der Bayern-Sympathisant Nino der Situation von Pep Guardiola beim FCB beschäftigt. Darüber hinaus haben wir den erst halbjährlichen, nun gefühlt ständigen Transferwahnsinn kommentiert sowie die Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD niedergeschrieben. Die „Eindrücke“ der ersten Trainerstation von Stefan Effenberg beim SC Paderborn konnten wir freilich nicht unkommentiert lassen. Keep on, Effe! Last but not least haben wir uns voller Neugierde auch dem Baseball und dem Frauenbasketball in New York City gewidmet. Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2 und aller guten Dinge Teil 3.

31. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 1!

32. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 1

33. Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern

34. Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 2

35. Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

36. The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.

37. Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 2!

38. Sportliches Fremdgehen in New York City

39. Das Runde muss ins Runde! Frauen-Basketball in New York

40. Saison-Rückblick 2016 Teil 1 Platz 18-13

 

Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 1

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Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer öfter. Nicht weil ich ein Sympathisant des Projekts RB Leipzig bin, sondern weil ich die Entwicklungen und die Ausmaße des Hasses auf RB mit Unbehagen beobachte.

Angefangen hatte es mit dem Kommentar über die fehlende Ignoranz für RB. Als eines der Beispiele wurde darin die Empfehlung der Dresdner-Spielorganisatoren genannt, dass die Leipzig Fans doch in getarnten Bussen zum DD-Stadion fahren sollten. Da war von dem abgeschnittenen Bullenkopf, welcher erstaunlicherweise den Weg ins Stadion fand, noch nicht die Rede. Diese Bullenkopf-Affäre ist auch „nur“ einer der unappetitlichen Höhepunkte, die in der zweiten 2016er Jahreshälfte gegen RBL gestartet wurden. Denn keiner der 16. Bundesliga-Spieltage verging ohne eine Protestaktion gegen RBL. Diese reichten von Boykottaufrufen der Auswärtsspiele #Dortmund #Augsburg, einem Protestmarsch #Hamburg, einer Sitzblockade vor dem Spiel #Köln, einer Farbbeutel-Attacke vs. den Bus von RB #Leverkusen, einem „Traditionstag“ #Darmstadt, über selbstironische Statements „nur wir ruinieren den Fußball“ #Hoffenheim und ernstgemeinte „Gegründet von Kumpeln und Malochern“ #Schalke sowie am falschen Platz „Gegen den modernen Fußball“#München.

Die widerlichste Aktion brachten hingegen einige Hertha BSC „Fans“ zu Stande, die sich mit einem Banner direkt an RB-Sportdirektor Ralf Rangnick wendeten: „Ey, Ralf wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout“. Einem Menschen eine Krankheit zu wünschen, ist absolut würdelos und hat auf keinem Platz irgendeine Berechtigung. Wie dumm muss man sein? Waren es 50 (geschätzte Zahl, um einen Banner hochzuhalten) muskelbepackte Stiernacken-Glatzen mit Springerstiefeln, die jeden Aufruf zur Zivilcourage ad absurdum führen? Denn abgesehen von Aussehen und Bildung ist es unverständlich bzw. wirft die Frage auf, wie solch ein Banner überhaupt ins Stadion transportiert werden kann und warum keiner der restlichen 4.450 Berliner-Fans rein gar nix dagegen getan hat!? Nur zur Erinnerung: Vor sieben Jahren hatte sich der Hannoveraner- und Nationaltorhüter Robert Enke das Leben genommen. Die Anteilnahme war enorm groß, ebenso die Anzahl der Mahnungen, doch mal Druck vom Ball zu nehmen und sich klar zu werden, dass es in einem (Sportler)-Leben Höhen und Tiefen gibt. Aus diesem tragischen Ereignis haben offensichtlich nur die Wenigsten etwas gelernt.

Somit scheinen Appelle an die Moral so sinnlos wie ein Sandkasten in der Sahara. Bei RB Leipzig läuft eben die Empörungsmaschine besonders heiß, da wird alles und jeder noch genauer und intensiver betrachtet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Als Nachweis genügt ein Blick in die Kommentarspalten unter jeden beliebigen Text der im Internet zum Thema RB Leipzig veröffentlicht wird. Auch ich habe da meinen Anteil, da ich mir erlaubt habe, bei einigen Texten Links zu unseren Texten „Danke für die Polarisierung, Teil 1“ und „Teil 2“ einzufügen. Einem Empörten gefiel dies gar nicht und kommentierte wiederum mit einem „Verpiss dich“. Eine Antwort auf das Warum, wieso, weshalb ist der Kommentierende leider immer noch schuldig geblieben. Aus Datenschutzgründen wird daher auf die Nennung des Profilnamens, der sich aus seiner Fanzugehörigkeit und des Arbeitgebers ergibt, verzichtet. Nur so viel sei verraten: Mit der Einflussnahme eines Investors macht sein Herzensvereins gerade so seine ganz eigenen Erfahrungen. Das ist jedoch nur ein kleines Beispiel, was sich so in den sogenannten „sozialen Netzwerken“ abspielen kann.

Dass es viel härter zugeht, hat der Fall des RB-Spielers Timo Werner gezeigt. Nämlich seine Schwalbe im Spiel gegen Schalke 04. Postfaktisch ist er nämlich der allererste Spieler in der Fußballbundesliga-Geschichte, der sich zu einer derartigen Aktion hinreißen lassen hat. Das er nie wieder ein Tor schießen soll, war noch einer der harmloseren Wünsche.

Normalerweise dauert das mediale „Sau durch’s Dorf treiben“ eine Woche, bei Werner’s Schwalbe ging es in die 1-wöchige-Verlängerung. Das sich Werner für die Schwalbe entschuldigte, interessierte da schon keine Sau mehr. Schon gar nicht die paar betrunkenen Darts-Fans, die bei der Weltmeisterschaft im #AllyPally „Timo Werner ist ein Hurensohn“ grölten. Die Mehrheit der Sportjournaille war selbstverständlich wieder dankbar und stürzte sich Taurin-besoffen auf diese „Geschichte“.

Nun stellt sich auch die Frage, wie es mit dem ganzen Hass und den Auswirkungen weitergehen soll. Für die Traditionalisten ist und bleibt RB Leipzig sowieso die Wurzel allen Übels. Aber was macht das mit dem Verein, den Spielern, den Fans? Warum gibt es eigentlich keine Demo gegen die Deutsche Fußball-Liga, die RB die Lizenz für die 3. Liga, die 2. Liga und die 1. Liga gegeben hat? Mehr dazu im zweiten Teil…

By Nino

 

Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

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„Tradition gegen Kommerz“. Das war das Motto zum DFB-Erstrundenpokalspiel zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig. Nicht nur ein Sachsen-Duell, nicht nur 1. Bundesliga gegen 2. Liga, sondern auch noch das ganz große Thema: „Traditionsclubs vs. Plastikclubs“. Auch Baba und ich haben uns diesem schon mit mehreren Beiträgen gewidmet. Angefangen mit Baba’s Dunkler Vorhersage, dem Anfang der Gegenrede dazu sowie dem ersten Teil vom Traditionsclubs vs. Plastikclubs. Nun muss man kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass diese Thematik nichts an ihrer Aktualität verlieren wird, nicht zuletzt durch den Aufstieg von RB Leipzig in das Oberhaus des deutschen Fußballs.

Mit diesem Aufstieg scheint nämlich für einige Fan-Gruppierungen das Hass-Fass übergelaufen zu sein. Nehmen wir nur drei Beispiele die illustrieren, in welcher Art und Weise versucht wird, den Verein RB Leipzig zu bekämpfen.

Numero uno: Beim Vorbereitungsspiel vs. FC Frankfurt wurden in der Nacht vor dem Spiel Steine und Schrauben auf dem Rasen des Frankfurter Stadion der Freundschaft verteilt. Diese wurden von den Frankfurtern entfernt und Leipzig gewann das Spiel mit 10:0.

Numero due: Die BVB-Ultras-Gruppe The Unity hat mit einem offenen Brief dazu aufgerufen, das kommende Bundesliga-Auswärtsspiel vs. RB zu boykottieren. „[…] Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden. Es ist ein Skandal, dass eine rein kommerzielle Marketingaußenstelle eines österreichischen Getränkeherstellers tatsächlich in Deutschlands höchster Spielklasse antreten darf. Dies widerspricht allen sportlichen und emotionalen Werten […].“

Numero tre: Im Vorfeld des DFB-Pokalspiels haben die Dresdner Veranstalter den Leipziger Fans empfohlen, aus Gründen der Deeskalation mit einem getarnten Bus eine alternative Route zum Stadion zu fahren. Die Leipziger lehnten ab, mit der Begründung, dass man sich nicht verstecken wolle.

Diese Beispiele könnten noch durch weitere bereichert werden, allen voran dem Pokalspiel 2015 vs. Osnabrück, bei dem ein „Fan“ ein Feuerzeug auf Spieler D. Selke werfen wollte, allerdings den Schiri traf und somit die Entscheidung am „grünen Tisch“ herbeiführten bzw. das Weiterkommen über den unsportlichen Weg wählten.

Leider werden noch viele weitere solcher Geschichten/Aktionen dazukommen. Leider deswegen, weil es wohl mehr dümmliche statt humoristische Aktionen geben wird. Ich wünschte ich könnte diese Aussage irgendwann revidieren und sagen, dass es viel mehr zum Lachen, als zum fremdschämen gab.

Denn eines müssen sich die Gegner von RB Leipzig immer wieder bewusst sein: Mit jeder Protestaktion, mit jedem Boykott, mit jeder Spielunterbrechung oder Entscheidung über das DFB-Sportgericht, mit jedem Spießrutenlauf der RB-Fans wird dieses Thema von den Medien äußerst dankbar aufgenommen. Dann wird dieses immer und immer wieder rauf und runter gespielt und der Vorwurf…RB sei nur ein Marketing-Instrument…von den Traditionalisten konterkariert. Der RB-Medienfuzzi hat wohl jetzt schon feuchte Träume, wenn er nur daran denkt, wie oft RB in den Schlagzeilen sein wird. Denn der hat auch schon von Alfred Selacher’s Spruch gehört: „bad news are good news“.

Nun habe ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder könnte die eine Lösung dieses Problems präsentieren.

Vielleicht sollten sich die Traditionsclubs und ihrer Anhängerschaft mehr darauf konzentrieren, dass sie die Mannschaft von RB Leipzig sportlich fair auf dem Rasen besiegen. Wenn es dabei bleibt, dass RB nur Spieler unter 23 Jahren und mit einem maximalen Jahresgehalt von 3 Mio. Euro einstellt, dann sollten sich einige Vereine mal hinterfragen, ob sie nicht gegen eine bessere Jugendmannschaft gewinnen sollten. Denn das ist meines Erachtens der einzige Weg, diesem Konstrukt die sportliche Stirn zu bieten. Auch auf Verbandsebene sollte mehr Energie aufgebracht werden, denn dort muss über die Statuten #50+1Regel konstruktiv diskutiert werden. Gerne wird dabei gegenargumentiert, dass der Konzern Red Bull bereits 100 Millionen Euro in das Projekt gesteckt habe. Das haben sie jedoch über den Zeitraum von 7 Jahren getan. By the way: Borussia Dortmund hat in der letzten Transferperiode über 100 Millionen Euro für Spieler ausgegeben. Aber ok es wäre unredlich, den BVB als einzigen (!) börsennotierten (!) Bundesligist (!) aus dieser Diskussion rauszuhalten…

Bei einem bin ich mir jedenfalls sicher: Bisher fehlt dem Ganzen die nötige Ignoranz gegenüber RB Leipzig. Um diesen Verein nicht die Aufmerksamkeit teil werden zu lassen, nach der er so strebt, so muss man RB einfach ignorieren. Bestes Beispiel dazu ist TSG Hoffenheim. Nach anfänglicher Euphorie ist auch dem „Retortenklub“ eine graue Maus geworden, die vor allem in den letzten Jahren um den Abstieg gespielt hat.

Und während ich diesen Text schreibe und bei einem dieser Anbieter von Informationen zum Thema Sport die neuesten News durchlese, kommt die Meldung „Wechselwitz: Großkreutz ätzt gegen RB Leipzig“ auf den Bildschirm. Mit einer ironischen Meldung über #Instagram „schockte“ er seine Fans, indem er den Wechsel zu RB bekannt gab. Schlauerweise hat er seine Meldung noch mit dem Hinweis #spaßGehörtDazu, #ironie und #isso verfeinert, damit es wohl auch der kleinste unter den Hellsten versteht.

Es lässt sich darüber streiten, ob das nun eine dümmliche oder humoristische Aktion ist. Auf jeden Fall eine weitere, die dem Marketinginstrument von Red Bull ein paar Schlagzeilen ohne jeglichen eigenen Aufwand geliefert hat. Also ein klassisches Eigentor!?

By Nino

 

Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

CFC Panorama

Nach dem Baba über die Mutter aller Bezirksderbies berichtete, folgen nun ein paar Eindrücke zum Sachsenderby des Chemnitzer FC gegen SG Dynamo Dresden. Das Duell gegen die Landeshauptstädter hat immer eine gewisse Brisanz, zumal der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga sich anschickte, alle drei Punkte aus der Stadt der Moderne mitnehmen zu wollen. Diese drei Punkte benötigt der CFC allemal mehr, denn mit Platz 14. steht er nicht in der angepeilten Tabellenregion.

Modern kann ich als gebürtiger Karl-Marx-Städter zumindest den sich in der Schlussphase befindlichen Neubau des Stadions bezeichnen. Dieser wird mit der gewohnten sächsischen Handwerkerkunst und nötigen haushälterischen Vernunft errichtet. Zum offiziellen Eröffnungsspiel im Sommer soll sich nach aktuellem Stand die Nummer zwei des deutschen Fußballs, die Borussia aus Dortmund die Ehre geben. Dann wird hoffentlich angenehmeres Wetter sein, denn an diesem 26. Spieltag war das Wetter schlicht und ehrgreifend richtig mies…ein Grad Celsius, gepaart mit Regen und stürmischem Wind.

Doch wie Klugscheißer schon immer zu sagen pflegten: Es gibt nicht das falsche Wetter, nur die falsche Kleidung. Mein Vater und ich machten uns, um diese Worte natürlich wissend, im besten Klamotten-Zwiebel-Stil auf dem Weg zum Stadion. Selten war ich derart gezwiebelt angezogen. Die ständige Begleitung des beschriebenen Wetters erleichterte allerdings die Entscheidung lieber mehr als weniger anzuziehen. Der Einlass zum Stadion verlief unproblematisch, die übliche Fummelei der Ordner auf Wurfgeschosse oder ähnliches war ein Griff ins Leere. Die Inspektion der örtlichen Urinale gestaltete sich auch ohne Zeitverzug, die Suche nach Platz im Westminster Block #PremiumSponsor ebenso. Mein Bruder hingegen nahm geschmeidig auf der Ersatzbank Platz. Nur wer fit, darf so was.

Einem Sachsenderby angemessen, vollzogen die Chemnitzer Fans eine grandiose Choreografie, bei der Vereinslegenden gewürdigt wurden.

CFC Choreo Kopie

Die Dresdner Fans hatten auch irgendwas auf irgendein Plakat geschrieben…die Erinnerung daran ist zu flüchtig…vielleicht war es: „Niemand will Dynamo poppen“…leider war auch der Film der Kamera genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende, so dass dieses Plakat nicht dokumentarisch festgehalten werden konnte. Ein Jammer ersten Grades.

Ein Jammer für die Chemnitzer Mannschaft war auch die erste Chance der Dresdner, die wiederum in der 1:0 für die SGD mündete. Nach einer Ecke des CFC genügten ein paar schnörkellose Passstationen und Aosman traf in der 6. Minute. Damit war auch die Gelegenheit verstrichen mit dem Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“, das Phrasenschwein zum grunzen zu bringen. Hätte ich dieses eingepackt, dann hätte ich allein bis zur Halbzeitpause das Eintrittsgeld wieder einnehmen können, denn die Redseligkeit des Gegengerade-Publikums steigerte sich von Minute und Spielszene. Hätte hätte Fahrradkette.

Immer mehr, vornehmlich Herren, entpuppten sich als Trainer mit langjähriger Erfahrung und Experten des Schiedsrichterwesens. Auch auf Höhe der Mittellinie konnten diese selbstverständlich, über jeden Zweifel erhaben und alternativlos feststellen, dass die Dresdner Spieler so gut wie immer im Abseits standen, der CFC-geführte Ball NICHT im Aus der Tor-Linie war und die gefoulten Dresdner Spieler alles Weicheier, Memmen und Schauspieler sind. In einer Szene war durchaus Talent erkennbar: der Spieler (Name egal, Hauptsache Dresdner) humpelte erst schmerzverzerrt an die Seitenlinie, um nach wenigen Minuten nach einer Art Blitzheilung wie ein junges Reh die Außenlinie des gepflegten Chemnitzer Rasens entlang zu spurten.

Die 1:0 Führung hielt jedoch nicht lange, denn der CFC antwortete mit einer couragierten Leistung in der 13. Minute. Das Tor entpuppte sich in der Nachbetrachtung jedoch als Eigentor des DD-Abwehrchefs Hefele. Egal, Hauptsache drin, das Ding! Es folgten eher zähe Minuten, die von den stimmgewaltigen Fan-Blocks mit durchaus lustigen Gesängen begleitet wurden. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachten die Dresdner dann doch noch einen Angriff erfolgreich zu Ende und der #TorschützeDesMonatsJanuar Testroet netzte auf Chemnitzer Seite ein.

In der Halbzeitpause wurde die Gelegenheit genutzt, um die Ergebnisse aus den anderen Stadien zu checken, schließlich spielen ja noch sechs andere Ostclubs in der 3. Liga, in der bekanntlich die Party steigt. Die angefangenen soziologischen Studien über die Zusammensetzung des Fußball-Stadion-Publikums wurden kurzerhand auf später verschoben, die eigne Erwärmung hatte dann doch Priorität. Dabei hätte ich auch nie gedacht, dass es mir fürs Bier trinken zu ungemütlich-kalt ist. Was die Studien auch herausfinden sollten: Die Liebe zum Spiel eint das Publikum. Ob es dabei in der Südkurve steht, in der Gegengeraden sitzt oder Lachschnittchen im VIP-Bereich vertilgt.

Die zweite Halbzeit wurde dann durch das Angriffsspiel des CFC geprägt. Es gab viele CFC-Chancen und das heimische Publikum erhob sich mehrmals freudig in der Erwartung eines Tores. Der Dresdner Dynamo kam nur selten ins Laufen, wie ein würdiger Tabellenführer spielten sie jedenfalls nicht mehr. Die strittigen Szenen wurden vom gewohnt fachmännischen Publikum mit „du Schauspieler“ oder „das war niemals Abseits“ beurteilt. Dieser Rhetorik konnte auch ich mich nicht entziehen und war erstaunt, wie schnell der Adrenalin-Pegel doch steigen kann. Es dauerte bis zur 85. Minute als der erlösende und verdiente Ausgleichstreffer durch Danneberg fiel. Kollektiver Freudentaumel inklusive.

Dieser bescherte mir wieder die Einsicht, dass nichts über einen Stadion-Besuch geht. Die Fangesänge, die gefühlten 100 Trainer um einen herum, die Luft die sich mit der Fahne des Alkohols und der Zigaretten mischt und vieles Anderes mehr, was der Kneipen-Trip oder das Lauschen des Sportradios von der heimischen Couch aus nicht leisten kann.

Am Ende steht ein 2:2 Unentschieden mit dem beide Mannschaften nicht zufrieden sein können. Für die Fans war es allemal wärmste Unterhaltung. Und die Dresdner wissen nun auch, dass aus Chemnitz nicht einfach so 3 Punkte mitgenommen werden können.

Pünktlich zum Abpfiff gesellte sich zum Regen wieder der stürmische Wind der uns auf dem Rückweg auch nicht von der Seite wich. Auf diesem folgte die Nachbesprechung. Auch kam die Frage auf, ob mit dem Video-Beweis das Fußballspiel gerechter oder diskussionsärmer werden würde. Eine mögliche Antwort folgt vielleicht auf diesem Blog… oder beim nächsten Spiel. Gern etwas wärmer und wieder mit dem Duo Bier&Stadion-Wurst. #BockwurstMitSenf #NurDerCFC

By Nino