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Das Beste zum Schluss! Ein Kommentar zu #FCBBVB

AllianzArena

 

DFB-Achtelfinale 2017/2018. FC Bayern München vs. Borussia Dortmund. MiaSanMia vs. Echte Liebe. Rekordpokalsieger vs. Titelverteidiger. Das siebte Aufeinandertreffen in Folge ist Rekord. Der krönende Abschluss auf deutscher Vereinsebene 2017.

Der FCB hatte sich in der ersten Runde im Duell der Rekord-Pokalsieger (hier geht’s zum Spielbericht) gegen den Chemnitzer FC mit 5:0 durchgesetzt, in der 2ten Runde folgte der dramatische 5:4 Sieg im 11er Schießen gegen RB Leipzig. Die Borussia aus Dortmund siegte in der 1ten Runde gegen den FC Rielasingen-Arlen mit 4:0, in der zweiten Runde folgte ein 5:0 gegen den 1. FC Magdeburg.

Im Vorfeld hatte der Großteil der Sportmedien Schnappatmung anlässlich dieses Duells. Klar, mehr an Prestige geht derzeit nicht in Fußball-Deutschland. Die Bayern sind souveräner Herbstmeister und der BVB hat nach dem Trainer-Wechsel zwei Siege in Folge eingefahren. Aber abgesehen von der medialen Aufregung, auf einen spannenden Fußball-Abend konnte man sich so oder so freuen.

Als ich dann die Aufstellung des BVB gesehen habe, ließ die Vorfreude auf ein Offensivspektakel etwas nach. Mit einer 5er-Kette ließ BVB-Trainer Stöger die Borussen in dieses Duell starten. Auch wenn Stürmer Aubameyang wegen muskulärer Probleme nicht mitwirken konnte, war es schon verwunderlich, warum dermaßen defensiv gespielt werden sollte. Bei der bayerischen Aufstellung überraschte der Ausfall von Hummels, der mit einem grippalen Infekt kurzfristig ausfiel. Ansonsten wie gewohnt eine sehr ausgewogene Aufstellung, die die Breite des FCB-Kaders deutlich machte.

Diese Breite machte sich auch gleich in den Anfangsminuten bemerkbar. Die Bayern starteten furios, die Chancen wurden fast im Minutentakt kreiert. Nach Chancen von Vidal (Lattentreffer), Lewandwoski (Fast-Fallrückzieher) brachte Boateng die zweite Chance nach einem Süle Kopfball-Lattentreffer ebenfalls mit einem Kopfball die Bayern mit 1:0 in Führung. Sein Premierentor im DFB-Pokal. Nicht nur das ließ die FCB-Fans schon in kurzer Zeit auf stimmungsvolle Betriebstemperatur kommen.

Auf dieser war auch Ribéry, der sich im Zweikampf mit Kagawa eine blutige Zunge holte. Nach seiner Behandlung lief er zu schnell auf den Rasen zurück, so dass er sich eine Gelbe Karte für zu-frühes-zurück-auf-den-Platz-laufen einfing.

Danach flachte das Spiel ein wenig ab, aufgrund der stürmischen Anfangsphase auch kein Wunder. Die Bayern hatten ihr Ziel erreicht: das schnelle erste Tor erzielen und damit eine Duftmarke setzen, die nicht so schnell vom Winde verweht wird. So dauerte es bis zur 34. Minute, in der sich die Borussen die erste Chance erspielten. Yarmolenko schaffte es Ulreich zu überwinden, scheiterte aber an Alaba, der den Ball auf der Linie klärte, den er vorher noch verpasste. Eine Ein-Mann-direkt-Fehler-Ausbügelung sozusagen.

Und gerade als das Gefühl hätte aufkommen können, dass sich noch ein Duell auf Augenhöhe entwickelt, doppelpasst sich Müller mit Lewandwoski frei und der bayerische Buam schließt mit einem feinen Heber zum 2:0 ab. Mit dieser Gala-Einlage ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Mannschaften personell unverändert und das Spiel ging quasi dort weiter, wo es in der ersten Halbzeit zu Ende ging. James und Süle und wiederum Müller erspielten weitere Tor-Chancen, um auf eine beruhigende 3:0 Führung zu erhöhen. Die ließ aber auf sich warten, da die Bayern auf den Verwaltungsmodus umschalteten und nur gelegentlich für weitere Chancen sorgten. Nach einer abgefälschten Flanke von Müller segelten Lewandowski und Vidal in der 65. Minute an Ball und Tor vorbei.

Der Verwaltungsmodus rächte sich dann allerdings in der 76. Minute. Yarmolenko markierte den Anschlusstreffer. So ging er dann doch noch mal hoch, der Puls. Aber gut, dass Heynckes mit Coman und Tolisso zwei Franzosen einwechselte, die einerseits für schnelle Konter sorgen konnten und für die nötige Ruhe in der Defensive. Einziger bayerischer Aufreger blieb dann doch nur die gelbe Karte für Lewandowski, die er sich berechtigterweise für Meckern und Schiri-Anrempeln einfing.

Das zu späte offensive Aufbäumen der Borussen (Chance durch Isak) wurde nicht belohnt, so dass sich die Bayern, wenn auch mit zittriger Endphase, insgesamt souverän den Einzug ins DFB-Viertelfinale sicherten.

Die Dortmunder können sich nun voll auf die Europa-League und die Bundesliga konzentrieren. Die Bayern spielen weiterhin auf den berühmten 3 Hochzeiten Bundesliga, DFB-Pokal und Champions-League.

Angesichts dieser Leistung fühle ich mich mehr und mehr an die 2013er Saison erinnert, die ja bekanntlich mit dem Triple endete. Dieses steht sicherlich bei sehr vielen Bayern-Fans auf dem Wunschzettel. In diesem Sinne: Sportliche Weihnachten.

By Nino

 

Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“

weißwurst

Lieber Herr Jürgens,

dies ist ein Leserbrief zu Ihrem Text „Gezutzelte Weißwurst – Warum die Bayern langweilig geworden sind“. Ich möchte gerne von Ihnen wissen, mit welchen Ziel Sie diesen geschrieben haben. Ging es um die schlichte Klicks-Generierung für die 11Freunde-Seite? Meckern um den Meckern-Willens? Eine „offene Rechnung“ mit dem FCB?

Ich habe mir das Champions-League Viertelfinalspiel vs. Real Madrid nicht angeschaut, sondern über ein Internetradio #Sport1.fm verfolgt. Das war im Nachhinein nicht besonders schlau, aber das tut auch nix zur Sache. Bevor Sie sich fragen, wer hier Ihnen einen Leserbrief schreibt, dann sei so viel gesagt, dass Sie einen Bayern-Sympathisanten ziemlich aufgeregt haben. Daher will ich Ihnen in aller gebotenen Sachlichkeit aufzeigen, warum es so weit kommen konnte. Zu besseren Nachvollziehbarkeit fange ich chronologisch oben an. Achtung Spoiler! es ist viel Text:-):

„Das Aus des FC Bayern in der Champions League beweist: Der Rekordmeister ist längst nicht so überirdisch, wie es seine Darbietungen in der Bundesliga glauben machen.“

Welche Darbietungen in der aktuellen Bundesliga-Saison haben Sie glauben machen, dass der Rekordmeister überirdisch ist bzw. spielt? Rein von den Ergebnissen her vielleicht der 8:0 Sieg gegen den Hamburger Sportverein? Der HSV ist in den letzten Jahren ein besserer 2.ligist, der sich mit Hilfe der Kühne-Millionen seine 1.Ligazugehörigkeit sichern konnte.
Selbst das 4:1 gegen Borussia Dortmund, das 3:0 gegen RB Leipzig waren keine überirdischen Leistungen. Der FCB spielt wieder eine überragende Saison, keine Frage.

Es war nicht das erste Mal, dass uns Fußballfans das seltsame Gefühl beschlich, nur Teil einer großen Inszenierung zu sein, die uns weißmachen will, die Bundesliga sei mit die beste Spielklasse der Welt und die Mannschaft des FC Bayern ein mit sensibler Expertenhand zusammengestelltes Ensemble aus Genies und Halbgöttern.

Fakt ist doch, dass die Bundesliga auf europäischer Ebene zurzeit die zweitbeste Liga ist. Grundlage ist dafür die UEFA-5-Jahres-Wertung. Haben Sie Kenntnis von Statistiken, die eine weltweite Vergleichbarkeit herstellen könnte?
Zum Kader des FCB: In einer der letzten Ausgaben von 11Freunde wurde der Kaderplaner des FCB, Michael Reschke, interviewt. Er gewährte einen kleinen Einblick in die Strategie, wie und warum er Spieler empfohlen hat. Das Bild einer sensiblen Expertenhand wurde da gezeichnet. Aber die Erwartung von „Genies und Halbgöttern“ ist doch eine zum Scheitern verurteilte. Steckt dahinter wiederum das Kalkül, die Bayern in den Himmel, ähm ins Überirdische zu loben, um sie dann möglichst tief fallen lassen zu können?

Das Viertelfinal-Aus gegen Real Madrid war trotz des wackeren Aufbäumens der Münchner ein Beweis, dass etwas faul ist im Freistaat Bayern – und damit im ganzen Land. Schließlich gibt es nunmehr im fünften Jahr keinen Klub mehr, der hierzulande dem FCB ernsthaft das Wasser reichen kann. Wir haben uns damit abgefunden, dass Uli Hoeneß’ feuchter Traum von zehn Meistertiteln in zehn Jahren keine größenwahnsinnige Dystopie mehr ist, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Jahr 2022 Realität sein wird. Doch wenn es auf internationaler Bühne um die Wurst geht, fehlt dem Klub beständig das Instrumentarium für die großen Siege.

Soweit ich mich erinnern kann, hatte Uli Hoeneß mal die Wunschvorstellung einer perfekten Saison, also ohne Niederlage geäußert. Ich denke, dass wird auch weiterhin ein Wunsch bleiben. Im Übrigens ist eine Dystopie laut Wikipedia „ein Gegenbild zur positiven Utopie“. Nach Ihrer Aussage ist es der Hoeneß’sche feuchte Traum das 10 Meistertitel in 10 Jahren nicht zustande kommen? Oder wie haben Sie das gemeint?
Und wenn Sie von Instrumentarium für die großen Siege schreiben, dann meinen Sie damit die Spieler? Eine sehr seltsame Sicht auf Menschen.

Es wäre leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Ein gelernter Vorgang. Ein Gefühl, das wir kennen. Seit Ewigkeiten. Nun aber müssen wir uns eingestehen: Dieser Klub verdirbt uns nicht nur mit seiner übermächtigen Stärke den Spaß am Spiel, auch seine Machtlosigkeit in den entscheidenden Momenten nervt zunehmend.

Es wäre nicht leicht, den FC Bayern für seine Dominanz in der Bundesliga zu hassen. Nein, es ist leicht den FC Bayern zu hassen. Als Bayern-Sympathisant kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, dass ich mich regelmäßig erklären muss, warum man denn dem FCB die Daumen drückt. Das ist mit der Zeit wirklich langweilig geworden. Bezeichnend ist es daher, dass Sie den Hass als gelernten Vorgang beschreiben. Vielleicht ist es Ihre Vereinsbrille!? Gegen den FCB zu sein, ist wahrlich leicht. Sie bieten ja zugegebenermaßen auch eine große Angriffsfläche.

Zu akzeptieren, dass die Münchner mit Trainingsspiel-Leichtfüßigkeit in der Liga die Konkurrenz in Grund und Boden spielen, ist das eine. Die Regelmäßigkeit, mit der sie nun bereits zum vierten Mal in Folge von einem spanischen Team aus der Champions League katapultiert werden, aber ist deprimierend. Denn das Aus gegen die Königlichen zeigt: Trotz der enormen Investitionen, stetig wachsender Gewinne und des überquellenden Festgeldkontos, bleiben die Münchner in der Phalanx internationaler Spitzenklubs ein Juniorpartner.

„Juniorpartner“ in der Phalanx internationaler Spitzenklubs. Das ist wirklich eine steile These. Ist Ihnen entgangen, dass der FCB in den letzten 10 Jahren mindestens im CL-Viertelfinale war? In den letzten 5 Jahre sogar mindestens im Halbfinale. Und das 2013 der Titel geholt wurde?. Allein diese Fakten widerlegen einen Juniorpartner-Status. Eine feste Größe im Konzert der Großen trifft es wohl eher. Juniorpartner ist für mich z.B. Paris Saint-Germain, die mit wesentlich mehr Geld, viel weniger erreicht haben. Nicht mal ein 4:0 Hinspiel-Sieg kriegen sie gegen den FC Barcelona über die Runden. Da braucht es schon ein Team wie die #AlteDame Juventus Turin, die mit einem 3:0 Heimsieg und einem 0:0 den Einzug ins Halbfinale erspielte.

Daran ändert auch Trophäensammler Carlo Ancelotti nichts. Bislang gingen Experten davon aus, dass erst in der Crunch Time der Saison die wahre Größe des Italieners sichtbar würde. Dass das Pokerface trotz Hinspielniederlage gegen seinen Lehrling Zidane noch einen Trumpf aus dem Ärmel zöge. Schließlich war es spätestens seit Ancelottis Inthronisierung offizielle Lesart, dass Vorgänger Pep Guardiola mit seinem strapaziösen Stil die alleinige Schuld daran trage, dass dem FCB-Kader wiederkehrend in der Rückrunde die Luft ausgegangen sei. Ein Scharade, die nun aufgeflogen ist. Denn unterm Strich kann die Bilanz im Ergebnissport Fußball nur lauten: Der deutsche Rekordmeister ist international nicht gut genug. Nachdem der Klub unter Guardiola drei Mal im Halbfinale ausschied, war nun bereits im Viertelfinale Schluss.

Das unter Pep Guardiola nicht alles rund lief und es ohne ihn besser ist, damit habe ich mich auch schon beschäftigt. Aber erst nachdem er drei Jahre beim FCB war und eine Bilanz gezogen werden konnte!
Wie Sie ja sicherlich wissen, ist Carlo Ancelotti in seiner ersten Saison beim FCB. Eine Bilanz nach einer Saison in den Vergleich zu 3 Spielzeiten von Guardiola zu stellen, ist noch verfrüht. Um eine einigermaßen sachlichen Vergleich vollziehen zu können, müsste erst einmal abgewartet werden, welche Bilanz Ancelotti nach drei Jahren vorzuweisen hat. Das beide Trainer sich in Punkto Taktik, Menschenführung voneinander unterscheiden, kann man jedoch bereits jetzt schon konstatieren.

Der FCB ist vor allem: langweilig
Und noch etwas ist alarmierend. Vom früheren Pressechef des FCB, Markus Hörwick, stammt der Satz: »Wir sind im Unterhaltungsgeschäft«. Wenn die Bayern früher keine Titel gewannen, machten sie wenigstens mit zerstrittenen Leitwölfen, P1-Eskapaden, Hoeneß-Wutanfällen oder Angestellten Schlagzeilen, die wahlweise Interna aus der Kabine an Boulevardzeitungen kabelten oder ihren Cousinen zu nachtschlafender Zeit das Entmüdungsbecken an der Säbener vorführten. Inzwischen gibt sich der Kader als verschworene Einheit, die sich vor Spielfreude und gegenseitiger Sympathie kaum noch einkriegt, Negativmeldungen so fürchtet wie der Teufel das Weihwasser – kurz: vor lauter guter Laune und Opferbereitschaft langsam aber sicher den Entertainment-Faktor einer gezutzelten Weißwurst besitzt. Wer national außer Konkurrenz spielt und ein chemisch gereinigtes Medienbild abliefert, international aber verlässlich den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt, ist vor allem: langweilig.

Ohha, Sie kritisieren also, dass der FCB keine Boulevard-Schlagzeilen mehr produziert? Und diese Kritik kommt nicht von einem Bild/SportBild-Journalisten, sondern von einem der bei 11Freunde seine Brötchen verdient. Ja, das Lied von „den guten alten Zeiten“ wird von Ihnen wohl jeden Morgen stimmgewaltig angestimmt. Aber die Zeiten des FC Hollywood sind vorbei. Die Zeiten haben sich nämlich geändert #Klugscheißer. Mit den Möglichkeiten von Social Media wurden schon einige Eigentore geschossen. Und jede Woche wird eine andere Sau durch’s Mediendorf getrieben. Da passen die Spieler schon ganz genau auf, welche Äußerungen in den Schreibblock oder die Tastatur der Journalisten gelangen.

Außer Konkurrenz zu spielen, dafür ist der FCB, ausgenommen gezielter Abkäufe, doch nicht verantwortlich zu machen. Vereine wie Schalke, Leverkusen, Wolfsburg stehen sich doch mehr selbst im Wege. Sie haben doch erst in der letzten Ausgabe der 11Freunde in der Titelstory „Meister von Morgen“ über die junge Dortmunder Borussia geschrieben. Bestand da nicht die leise Hoffnung, dass beim BVB was ganz Großes, gar Überirdisches sich entwickeln würde? Und was ist mit RB Leipzig? Meinen Sie nicht, dass sich da ein ernstzunehmender Konkurrent entwickelt? Ach nee, sorry, mein Fehler. Falsches Thema. Da fehlt gemeinhin die Ignoranz.

Daran wird sich auch nichts mehr ändern, sollte der FC Bayern auch noch das Double verpassen. Die Saison ist gelaufen. Der gemeine Fußballfan darf sich am Abstiegskampf erfreuen oder kanalisiert sein Erregungspotential in Richtung der florierenden Retortenklubs. Über den FCB braucht sich bis zum Beginn der neuen Spielzeit niemand mehr Gedanken zu machen. Der Klub steht vor einem Generationswechsel, der mit dem heutigen Tag beginnt.

Jetzt schon zu konstatieren, dass die Saison gelaufen ist. Viel zu voreilig.
Ja, der Klub steht vor einem Generationswechsel. Und weiter? Da mussten auch schon andere Mannschaften durch. Das ist übrigens auch die Gelegenheit für die Bundesliga-Konkurrenz diese Zeit des Umbruchs zu nutzen, um die Bundesliga noch spannender zu machen. Leidiges Thema ist ja auch, dass die Bundesliga langweilig wäre. Damit reduziert man die Liga auch nur auf den Titelkampf. Dabei gibt es noch die Plätze 2-18. Championsleague, Europa-League, Relegationsplatz, Abstiegsränge.

Die Bayern brauchen eine Imagekorrektur
Dabei stellt sich den Verantwortlichen neben der Frage, mit welchen Transfers sie den Neuanfang starten, auch das Problem, wie sie ihren Klub zukünftig ausrichten: Will die selbsternannte Lokomotive vor dem Bundesliga-Zug das Spektakel der deutschen Eliteklasse bleiben, braucht sie eine Imagekorrektur. Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.
Wie auch immer die Bayern diese Quadratur des Kreises angehen, sicher ist an diesem Punkt nur eins: Die »Truman Show« ist zu Ende, die Tür fällt krachend von außen zu. Willkommen in der richtigen Welt.

Zum Schluss kommt dann immer das Beste? Ja, hier kommt wirklich das Beste. Die Sätze muss man sich wirklich noch einmal vor Augen führen. „Und eine Kader-Qualität, die einerseits für die bundesdeutsche Konkurrenz erreichbar erscheint, aber auch stark genug ist, um im Wettbewerb mit internationalen Top-Vereinen nicht ständig zweiter Sieger zu bleiben.“  Ganz einfach ausgedrückt heißt das wohl: Der FCB soll sich schwächen, um dann mit der geschwächten Mannschaft, auf Augenhöhe mit den stärksten Mannschaften aus Europa zu konkurrieren?
In der Tat ist das die Quadratur des Kreises. Das ist jedoch auch die Quadratur des Unsinns. Das muss doch nicht noch aufgeschrieben werden. Verschenkte Zeilen. Es ist gar nicht notwendig, diese Quadratur anzugehen. Die Lösung wird wohl sein, dass man sich auf ein, zwei Positionen (Sturm, Mittelfeld) verstärkt. Das Gros der Mannschaft hat laufende Verträge bis 2021 und mit Rudy und Süle wurden bereits zwei Spieler für die neue Saison verpflichtet.

So, der Spoiler-Alarm war nicht umsonst:-) Sind sie so freundlich und geben mir Antworten auf meine Fragen? Dafür bin ich Voraus sehr dankbar.

Mit sportlichen Grüßen,

By Nino

 

Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC

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Der preisgekrönte 11Freunde-Liveticker kündigte das 2017er Achtelfinal-Pokalspiel Borussia Dortmund gegen Hertha BSC Berlin mit der Überschrift „Aufstand der Unanständigen“ an. Eine spöttische Anspielung auf das Statement des DFB-Präsi Grindel, der nach den gewalttätigen Ausschreitungen beim Spiel BVB vs. RB Leipzig den „Aufstand der Anständigen“ gefordert hatte.

Abgesehen von diesem Appell verbindet die beiden Vereine nämlich, dass sich einiger ihrer sog. „Fans“ zu unrühmlichen Entgleisungen hinreißen lassen haben. Auf Seiten der Herthaner brachten es „Fans“ zu Stande beim Spiel vs. RBL das Banner „Ey, Ralf wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout“ im Stadion zu platzieren. Auf Seiten der Borussen wurde u.a. der Banner „Burnout Ralle: Häng dich auf!“ präsentiert. Für beide Seiten glatte 11 von 10 Punkten auf der Hass-Skala.

Seit dem BVB vs. RBL-Spiel sind vier Tage vergangen und so gut wie jeder hat eine mehr oder weniger treffsichere Meinung über die Eskalation in Dortmund entwickelt. Auch ich habe meinen Senf dazu gegeben. Daher war ich gespannt auf dieses Pokalspiel, in dem hoffentlich wieder das schöne Spiel im Mittelpunkt stehen würde. Zudem war ich gespannt auf das Spiel eins nach dem Spiel, das eine Wende darstellen könnte. Eine Wende im Umgang und der Diskussion über das Modell RB im Speziellen und zur Kommerzialisierung vs. Tradition im Allgemeinen. Ob sich diese Hoffnung erfüllen wird, bleibt bis zu den Entscheidungen des DFB-Sportgerichts und der Konsequenzen des BVB mit seinen gewalttätigen „Fans“ abzuwarten. Ein erstes Zeichen setzte schon mal die BVB-Mannschaft um Kapitän Schmelzer, der vor dem Spiel per Video eine Erklärung verlas, in der sich die Mannschaft von der Gewalteskalation deutlich distanzierte. Ein klares Zeichen, insbesondere an die bisher so legendäre #GelbeWand, die mal wieder dunkelgelb geworden ist.

Was das Sportliche anbelangt, so traf der aktuell 4.te der Bundesliga #BVB auf den 6.ten #BSC, getrennt durch einen Punkt. Das letzte Aufeinandertreffen im DFB-Pokal gab es 2016. Im Halbfinale beendete die Borussia mit einem 3:0 den Traum der alten Dame Hertha vom langersehnten Heim-Finale. Eine offene Rechnung, die es also zu begleichen galt.

Ein Spiel mit Spannung konnte man also erwarten. Zur Überraschung entwickelte sich dieses auch, da in den ersten 20 Minuten auf beiden Seiten Großchancen herausgespielt wurden #V.Ibisevic #P.Aubameyang. Etwas besser machte es dann S. Kalou, der mit feiner Technik zur 1:0 Hertha-Führung einnetzte. Mit dieser ging es dann in die Halbzeitpause, aus der die BVB-Spieler spürbar wacher zurückkamen. In der Konsequenz führte das schon in der 47. Minute zum 1:1 Ausgleich durch M. Reus. Im Folgenden entwickelte sich das „Spiel auf ein Tor“ #Phrasendrescher#1. Aber dieses wollte nicht fallen, weitere Großchancen von #P.Aubameyang #M.Reus #O.Dembelé blieben ungenutzt. Die Berliner hielten sich in der Offensive dezent zurück, konzentrierten sich mehr auf die Defensive und hofften wohl auf den #LuckyPunch. Aber dieser erfolgte auf beiden Seiten nicht, so dass es kam es wie es kommen musste: Verlängerung! In dieser waren wiederum die Dortmunder der aktivere Part. Das betraf auch das Verletzungspech, ihre Besten M. Reus und O. Dembelè mussten verletzt raus.

Für ein skurriles Ereignis sorgte dann noch S. Papastathopoulos, der in der 119. Minute (!) wegen Meckerns und abfälliger Gesten gen Schiedsrichter D. Aytekin mit Doppel-Gelb vom Platz flog. Da der Ball auch nicht mehr ins Tor flog, musste dieses Pokalspiel im 11er Schießen entschieden werden. Für dieses flog der wiedergenese Dortmunder O. Dembelè zurück auf’s Feld und ordnete sich in die Reihe der drei BVB-Torschützen ein. Da die Herthaner dreimal nicht trafen, endete das Spiel 3:2 im Elfmeterschießen. Fazit zum Spiel: Dem BVB wachsen Flügel!

By Nino

Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2

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Nachdem ich mir im ersten Teil des Textes zum Hass auf RB Leipzig diese Frage noch gestellt habe, so kann ich sie nun mit einem klaren Ja beantworten. Den bisherigen Tiefpunkt der Protestaktionen gegen RB lieferten nämlich am 19. BL-Spieltag tausende „BVB-Fans“ mit einer Vielzahl an Bannern, u.a. mit: „Burnout Ralle: Häng dich auf!“. Vor dem Spiel kam es zu Gewaltausschreitungen, laut der Pressemitteilung der Dortmunder Polizei: „[…] … zu massivem Bewurf mit Steinen und Dosen auf vorbeigehende Anhänger des RB Leipzig durch Anhänger von Borussia Dortmund.“ Das Geschrei der Medien über diese nicht tolerablen Geschehnisse ist freilich immens und die Forderung des Bundesinnenministers de Maizière nach strafrechtlichen Konsequenzen nachvollziehbar.

Mühsam ist die Ursachenforschung dazu, wie es überhaupt so weit kommen konnte und wer mit welchen Äußerungen zu solch einer Stimmung beigetragen hat. Wer weiß denn schon, welchen Einfluss das Magazin für Fußball-Kultur #11Freunde mit seinem Artikel „Wie die BVB-Fans gegen RB Leipzig protestieren könnten“ auf die Protestaktionen hatte? Zwei der sechs Vorschläge sind einerseits das Werfen von Bullenköpfen und andererseits der Einsatz einer Schallkanone gewesen. Zum „Einsatz“ kamen seitens der „BVB-Fans“, wie schon erwähnt, vor dem Spiel Steine und Dosen sowie während des Spiels Laserpointer. Aber hier einen direkten Zusammenhang herzustellen wäre doch töricht!

Nun ist mehr denn je entscheidend welche Antworten auf die Fragen gefunden werden, wie es mit der hasserfüllten Stimmung gegen RB Leipzig sowie den Protesten weitergehen soll? Was muss passieren damit diese Situation nicht weiter eskaliert? Welche Auswirkungen hat das auf den Verein, die Spieler, den Fans? Spielen die Medien eine Rolle? Welchen Beitrag leisten die anderen Vereine, die Deutsche Fußball-Liga und der Deutsche Fußball-Bund?

Zunächst zu den einfachen Fragen:

Wird RBL sich vom Spielbetrieb abmelden? Eher unwahrscheinlich!

Werden die RB-Fans keine mehr sein wollen? Eher unwahrscheinlich!

Werden die Spieler sich freiwillig einen neuen Verein suchen? Das gilt es abzuwarten.

Wird die sportliche Journaille weniger über RB berichten, um so dem Marketingkonstrukt keine allzu große Medienpräsenz zu bieten? Da wird eher das glatte Gegenteil eintreten und weiterhin über alles und jeden berichtet, um #Dilemma die Verkaufs- und Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

Meiner Einschätzung nach wird der ganze Protest eher das Gegenteil bei RB bewirken, im Sinne von „Jetzt erst Recht!“. Ist also das Motto: Kein Protest ist auch eine Lösung? Eher nicht, denn wichtig ist doch bei wem man und gegen was man protestiert! Änderungen am Geschäftsmodell bei Red Bull einfordern? Naiver Gedanke!

Die richtige Protest-Adresse sind daher die Lizenzgeber. ZuSpät#1 ist es beim sächsischen Fußballverband, der als Türöffner für den Einstieg in die 5. Liga fungierte. Auch ZuSpät#2 ist es beim Nordostdeutschen Fußballverband, der anschließend grünes Licht für die Lizenz der 4. Liga gab. Somit bleibt nur noch die Deutsche Fußball-Liga übrig! Die DFL hat nämlich die Lizenz für die 3. Liga erteilt. Sie hat sie für die 2. Liga erteilt und auch für die 1. Liga.

Was muss also passieren, damit die DFL ihre Meinung ändert? Muss da erst ein zweiter Konzern auf’s Spielfeld kommen, der die Spielregeln im Lizenzierungsverfahren bis zum Äußersten auszureizen versucht? Werden dann die Statuten geändert? Das gilt es abzuwarten.

Eine Positionierung der DFL zu den Ausschreitungen in Dortmund sucht man jedenfalls vergeblich auf deren Homepage. Keine Worte sagen manchmal mehr als tausend Worte.

Beim DFB hingegen gibt es zumindest ein Statement des DFB-Präsi Grindel, der sich mit den Worten zitieren lässt: […] „Wichtig ist jetzt vielmehr eine grundlegende Debatte, an deren Ende eine gemeinsame Linie gegen jede Form physischer und psychischer Gewalt stehen muss. Wir brauchen den Aufstand der Anständigen in den Kurven, klare Distanzierungen von Gewalt. […] „. Alles Sätze, die ich im Zusammenhang mit Gewaltprävention sofort unterschreiben würde. Aber wenn es um die Änderung von Strukturen geht, dann ist mal wieder keine Luft im Ball.

Mit all den Unwahrscheinlichkeiten und dem fehlenden Willen zur Veränderung fällt es mir schwer daran zu glauben, das sich früher oder später etwas ändern wird. Selbst ein solch konsequenter Protest wie ein Fan-Boykott bei Spielen gegen RBL wäre ein Bärendienst an der Sache. Die Medien würden darüber wieder in strapaziöser Überlänge berichten und dem Marketing-Gedanken von RB wäre unfreiwillig zur Genüge getan.

Es mangelt also weiterhin an der fehlenden Ignoranz gegenüber RB. Wie wäre es mit Lösungen der anderen Art?

1.tens müssten die Bedingungen, von strukturell über sportlich bis finanziell bei anderen Vereinen attraktiver sein als bei RB. Für die Spieler muss es unattraktiv werden in Leipzig zu spielen.

2.tens müssten die Medien ihrer Verpflichtung nach seriöser Berichterstattung wieder mehr nachkommen. Also z.B. keine Artikel mehr über Vorschläge zu Protesten, nur um des Willens Klicks zu generieren #11Freunde.

3.tens ist das noch nicht so beliebte Ausverkaufs-Modell: Die anderen Vereine kaufen einfach noch mehr die besten Spieler weg. Diese Methode, bisher nur von einzelnen Vereinen praktiziert, könnte dazu beitragen, dass RB auf sportlicher Ebene geschwächt wird und die Ziele #Champions-League in weite Ferne rücken.

Lösung oder nicht Lösung, das ist hier die Frage. Vielleicht besinnt sich die sportliche Konkurrenz auch einfach auf das Wesentliche und sorgt dafür, dass RB in der Bedeutungslosigkeit versinkt, eine Fußzeile im Kapitel über modernen Fußball wird und alle dankbar für die Polarisierung gewesen sind.

Die Taktik-Füchse sprechen beim RB’schen Spielstil vom „offensiven Gegenpressing“. Zeit für #EineFußballWeisheitGehtImmer: Entscheidend ist auf’m Platz!

By Nino

 

Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 1

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Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer öfter. Nicht weil ich ein Sympathisant des Projekts RB Leipzig bin, sondern weil ich die Entwicklungen und die Ausmaße des Hasses auf RB mit Unbehagen beobachte.

Angefangen hatte es mit dem Kommentar über die fehlende Ignoranz für RB. Als eines der Beispiele wurde darin die Empfehlung der Dresdner-Spielorganisatoren genannt, dass die Leipzig Fans doch in getarnten Bussen zum DD-Stadion fahren sollten. Da war von dem abgeschnittenen Bullenkopf, welcher erstaunlicherweise den Weg ins Stadion fand, noch nicht die Rede. Diese Bullenkopf-Affäre ist auch „nur“ einer der unappetitlichen Höhepunkte, die in der zweiten 2016er Jahreshälfte gegen RBL gestartet wurden. Denn keiner der 16. Bundesliga-Spieltage verging ohne eine Protestaktion gegen RBL. Diese reichten von Boykottaufrufen der Auswärtsspiele #Dortmund #Augsburg, einem Protestmarsch #Hamburg, einer Sitzblockade vor dem Spiel #Köln, einer Farbbeutel-Attacke vs. den Bus von RB #Leverkusen, einem „Traditionstag“ #Darmstadt, über selbstironische Statements „nur wir ruinieren den Fußball“ #Hoffenheim und ernstgemeinte „Gegründet von Kumpeln und Malochern“ #Schalke sowie am falschen Platz „Gegen den modernen Fußball“#München.

Die widerlichste Aktion brachten hingegen einige Hertha BSC „Fans“ zu Stande, die sich mit einem Banner direkt an RB-Sportdirektor Ralf Rangnick wendeten: „Ey, Ralf wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout“. Einem Menschen eine Krankheit zu wünschen, ist absolut würdelos und hat auf keinem Platz irgendeine Berechtigung. Wie dumm muss man sein? Waren es 50 (geschätzte Zahl, um einen Banner hochzuhalten) muskelbepackte Stiernacken-Glatzen mit Springerstiefeln, die jeden Aufruf zur Zivilcourage ad absurdum führen? Denn abgesehen von Aussehen und Bildung ist es unverständlich bzw. wirft die Frage auf, wie solch ein Banner überhaupt ins Stadion transportiert werden kann und warum keiner der restlichen 4.450 Berliner-Fans rein gar nix dagegen getan hat!? Nur zur Erinnerung: Vor sieben Jahren hatte sich der Hannoveraner- und Nationaltorhüter Robert Enke das Leben genommen. Die Anteilnahme war enorm groß, ebenso die Anzahl der Mahnungen, doch mal Druck vom Ball zu nehmen und sich klar zu werden, dass es in einem (Sportler)-Leben Höhen und Tiefen gibt. Aus diesem tragischen Ereignis haben offensichtlich nur die Wenigsten etwas gelernt.

Somit scheinen Appelle an die Moral so sinnlos wie ein Sandkasten in der Sahara. Bei RB Leipzig läuft eben die Empörungsmaschine besonders heiß, da wird alles und jeder noch genauer und intensiver betrachtet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Als Nachweis genügt ein Blick in die Kommentarspalten unter jeden beliebigen Text der im Internet zum Thema RB Leipzig veröffentlicht wird. Auch ich habe da meinen Anteil, da ich mir erlaubt habe, bei einigen Texten Links zu unseren Texten „Danke für die Polarisierung, Teil 1“ und „Teil 2“ einzufügen. Einem Empörten gefiel dies gar nicht und kommentierte wiederum mit einem „Verpiss dich“. Eine Antwort auf das Warum, wieso, weshalb ist der Kommentierende leider immer noch schuldig geblieben. Aus Datenschutzgründen wird daher auf die Nennung des Profilnamens, der sich aus seiner Fanzugehörigkeit und des Arbeitgebers ergibt, verzichtet. Nur so viel sei verraten: Mit der Einflussnahme eines Investors macht sein Herzensvereins gerade so seine ganz eigenen Erfahrungen. Das ist jedoch nur ein kleines Beispiel, was sich so in den sogenannten „sozialen Netzwerken“ abspielen kann.

Dass es viel härter zugeht, hat der Fall des RB-Spielers Timo Werner gezeigt. Nämlich seine Schwalbe im Spiel gegen Schalke 04. Postfaktisch ist er nämlich der allererste Spieler in der Fußballbundesliga-Geschichte, der sich zu einer derartigen Aktion hinreißen lassen hat. Das er nie wieder ein Tor schießen soll, war noch einer der harmloseren Wünsche.

Normalerweise dauert das mediale „Sau durch’s Dorf treiben“ eine Woche, bei Werner’s Schwalbe ging es in die 1-wöchige-Verlängerung. Das sich Werner für die Schwalbe entschuldigte, interessierte da schon keine Sau mehr. Schon gar nicht die paar betrunkenen Darts-Fans, die bei der Weltmeisterschaft im #AllyPally „Timo Werner ist ein Hurensohn“ grölten. Die Mehrheit der Sportjournaille war selbstverständlich wieder dankbar und stürzte sich Taurin-besoffen auf diese „Geschichte“.

Nun stellt sich auch die Frage, wie es mit dem ganzen Hass und den Auswirkungen weitergehen soll. Für die Traditionalisten ist und bleibt RB Leipzig sowieso die Wurzel allen Übels. Aber was macht das mit dem Verein, den Spielern, den Fans? Warum gibt es eigentlich keine Demo gegen die Deutsche Fußball-Liga, die RB die Lizenz für die 3. Liga, die 2. Liga und die 1. Liga gegeben hat? Mehr dazu im zweiten Teil…

By Nino

 

Ein Kommentar zum deutschen Clasicò: FCB vs. BVB 2014

ReusFCBBVB

Bayern München gegen Borussia Dortmund. Oder anders formuliert: der Erste gegen den 15.ten der Tabelle. Nüchtern betrachtet kein Spitzenspiel, doch die gewachsene Rivalität ließ ein Fußballfest erwarten. Beim Vorspiel ging es weniger um das sportliche Duell, sondern um die Causa Marco Reus. FCB-Boss Rummenigge babbelte auch für meinen Geschmack ein wenig zu viel über eine mögliche Verpflichtung des Flügelflitzers. Diese führte uns ins Land Kuriosistan, in dem BVB-Boss Acki Watzke den Sträfling Hoeneß vermisst. Der hingegen warnte davor…aus sicherer Distanz…Reus zu den Bayern zu lotsen, weil er nicht schon Weihnachten Meister werden will.

Und was ist mit dem Spieler selbst? Er will sich darüber keine Gedanken machen. Sein Buddy Mario Götze ließ schon verlauten, dass er sich seinen Freund in der Lederhose wünscht. Was zählt also im harten Fußballgeschäft? Bleibt er beim BVB #EchteLiebe? Oder #BruderVorLuder? Entwickeln sich die Vereine zur neuen Art von Freundinnen, denen früher oder später der Lauf-Pass gegeben wird? Die Weltmeister Özil, Schweinsteiger & Neuer spielten ja in letzter Zeit solche Pässe…sie landeten alle im #Abseits. Aber soviel zu Wechselgerüchten und Liebeleien.

In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel auf der viel zitierten „Augenhöhe“. Chancen hüben wie drüben. Einen Ausflug nach Kuriosistan machte BVB-Torhüterli Weidenfeller als er seinem Mitspieler Mchitarjan aus 5 Meter Entfernung die Kugel auf den Hinterkopf drosch. „Ein Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen“, dachten wohl die alten Pädagogen der schwarzen Schule. Der erste sehenswerte Angriff des BVB wurde dann von Reus mit einem Kopfball-Tor veredelt. Er gibt also die sprichwörtliche Antwort auf’m Platz. Der beliebteste Treueschwur…der Kuss auf das Vereins-Wappen…blieb allerdings aus. Kühlt die Liebe etwa ab, wie nach der Eheschließung?

Das Spiel hingegen kühlte sich nicht ab, das hohe Tempo wurde auch in der zweiten Halbzeit gehalten. Mit der Einwechslung des BVB-Spielers Subotic nahm das Spiel seine entscheidende Wende, da er 2mal das langhaarige Ende der Dortmunder #Fehlerkette wurde. Erst ein verunglückter Abpraller, der direkt vor Lewandwoski’s Füßen landete und dieser mit einem beherzten Schuss einnetze. Dann noch das Ziehen an Ribery’s Trikots, welches einen 11er zur Folge hatte. Und Robben, dieser schnittige Holland-Import nutzte die Gelegenheit sein 11er-Trauma von 2012 zu beenden.

Im Ergebnis ein Spitzenspiel, der deutsche Clasicò eben. Hohes taktisches Niveau, dynamisch und fair, nicht so eine
Klopp-erei wie beim HSV gegen Pillenkusen. Die Bayern weiterhin auf dem 1. Rang, der BVB auf einem Relegationsplatz. In der Rückrunde sieht das hoffentlich anders aus.

By Nino