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Regionalliga-Reform Ja! Auflösung der Nordost-Staffel? Auf keinen Fall!!!

 

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Seit Monaten schwelt der Konflikt um die Regionalliga-Reform und Baba möchte an dieser Stelle auch einmal Farbe bekennen.

Ziel ist es, dass die Meister aufsteigen und dies ist bisher nicht der Fall. Bisher gibt es drei Aufsteiger aus 5 Ligen und eine Reform sollte das ändern. Dabei haben sich die Drittligisten bereit erklärt, 4 Aufsteiger zuzulassen. Damit war klar, dass man die Regionalliga von 5 auf 4 Ligen verändern musste.

Soweit so gut, auch wenn ich mich frage, warum die Drittligisten gefragt werden und die sich „großzügig“ zeigen, einen weiteren Absteiger bzw. Aufsteiger zu zulassen. Die Drittligisten haben auf dem DFB-Bundestag keinerlei Stimmberechtigung. Auch frage ich mich, warum die Regionalligisten, welche von der Reform betroffen sind, da nicht gefragt werden und auf dem DFB-Bundestag auch kein Stimmrecht haben? Damit werden zu Beginn schon Ungleichheiten geschaffen.

Meines Erachtens sollten alle Vereine der 3. und 4. Liga auf dem DFB-Bundestag in der Causa ein Stimmrecht erhalten, weil dies in einem demokratischen Prozess einen wirklichen Konsens schaffen würde. Doch wie wir wissen, ist der DFB-Bundestag da so semi-demokratisch und es wird sich eingebildet, dass es genug sei, dass die Verbände entscheiden. Hier wird schon im System eine Ungleichheit angelegt. Doch dies ist mehr eine generelle Kritik am System DFB, welches dringend renovierungsbedürftig ist und einer grundsätzlichen Säuberung von altem Filz und Seilschaften benötigt.

Nun wird die Reform eigentlich erst kurios: Die Teilung soll ausschließlich zu Gunsten von Verbänden im Westen verlaufen und zu Ungunsten der Nordost, Bayern und Nord Regionalligen. Das Schlimmste ist, dass diese Möglichkeit von Anfang an als einzig realistische verbreitet und dann eine Pseudo-Debatte losgetreten und ein Findungsteam zusammengestellt wurde, welches sich still und heimlich wieder auflöste.

Die Argumentation läuft wie folgt: Aufgrund der größeren Anzahl an Vereinen in den westlichen Regionalligen sollen diese weiterhin zwei Aufsteiger bekommen und die Regionalligen Bayern, Nordost und Nord zu zwei Regionalligen zusammengelegt werden. D.h. die spielstärkste Regionalliga, die Regionalliga Nordost (Nordost Meister haben sich in der Relegation meist durchgesetzt) soll geteilt und jeweils mit dem Norden und Bayern zusammengelegt werden. Dies zieht weitere Reisen und weniger Traditionsduelle nach sich. Das erschwert die ohnehin schon bedrohliche finanzielle Lage der Regionalligisten und macht diese neuen Regionalligen schlichtweg unattraktiv.

Was mich daran stört ist, dass die Argumentation mit der größeren Anzahl an Vereinen als die einzige mögliche Argumentation angeführt wird, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Man könnte nämlich auch genau umgekehrt argumentieren und sagen: „Um die finanzielle Gerechtigkeit und den Charakter der Regionalliga zu behalten, ist die Entfernung zwischen den Regionalligisten das ausschlaggebende Kriterium und nicht die Anzahl der Mitglieder und Vereine.“ Das wird kategorisch abgelehnt, weil es nicht ins Konzept passt. Daher kann ich nur eine Bösartigkeit seitens des DFB erkennen, der nur ein Argument zulässt, aber ein anderes ebenso gewichtiges als nichtig erklärt. Dies ist keine demokratische Konsensfindung, sondern Diktatur. Damit wird der Fußball Osten endgültig begraben. Danke DFB und RIP Regionalliga Nordost!

Dies ist auch ungerecht den kleineren Regionalligisten gegenüber, welche das Bindeglied zwischen Amateur- und Profifußball darstellen. Diese können es sich nicht leisten, zu weiten Auswärtsspielen zu fahren, da das finanziell schwierig ist und auch unmöglich ist, für den anderweitig berufstätigen Teil der Mannschaften. Diese Teams werden in der Oberliga verschwinden.

Der DFB demaskiert sich mal wieder selbst und zeigt in vollem Umfang seine Unfähigkeit, gerechte und ausgewogene Entscheidungen zu treffen. Wenn dies so weitergeht – siehe Nationalmannschaft, Fernsehgelder, Spielansetzungen, Weihnachtsfeiern usw. schafft sich der DFB selbst ab oder wird abgeschafft.

Die Regionalliga ist das Bindeglied zwischen Amateur- und Profisport und hat einen ungeheuren Charme und Anziehungskraft für fast jedes Kind, welches irgendwann einmal anfängt, sich für Fußball zu interessieren. Daher müssen der lokale Charakter und die Traditionsduelle dieser Ligen gewahrt bleiben. Diese werden im Osten mit dieser Reform zerschlagen und auf Jahre hinaus werden Ost-Regionalligavereine mit großer Vergangenheit zurückgeworfen und kaum noch den Anschluss an die höheren Ligen finden.

Nur wenn alle Regionalligen klar geographisch in vier Ligen aufgeteilt würden, wäre es fair und die Möglichkeit gegeben den Charakter und Finanzierung aufrecht zu erhalten!

Danke DFB für keine Solidarität und demokratische Arbeit! Schämt euch!

By Baba

 

„Was bisher geschah…Teil 8“

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Während sich die deutsche Nationalmannschaft mit der Niederlage, ähm Niederlande in der Nations League duellierte, richteten wir zum achten Mal den Blick zurück auf unsere Texte des thebeautifulgameblogs. Heraus kam die Erkenntnis, dass es sich diesmal hauptsächlich um Aufreger-Themen gehandelt hat. RB Leipzig, Borussia Dortmund, der Chemnitzer FC, der FC Bayern München und die journalistische Hysterie, wenn es mal bei den Bayern nicht läuft. Das ist ja wiederum brandaktuell.

Dazu noch die zweite Erkenntnis, dass sich Fake News auch in der sportlichen Berichterstattung breit gemacht haben. Baba widmete sich dafür ausführlich einer Kölschen Legende und blickte zurück auf die Stationen des fast Gescheiterten Lukas Podolski. Legendär wie der Spieler. Viel Spaß beim Stöbern.

71. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2
72. Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC
73. Das Leck mich am A…-Spiel. CFC vs. VfR Aalen
74. Fake News? Lese was du glauben sollst!
75. Quo vadis, Chemnitzer FC?
76. Stationen eines fast Gescheiterten?
77. Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München
78. Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“
79. Alt vs. Jung. Kommentar zum Pokal-Halbfinale FCB vs. BVB
80. Kommentar zur FC Bayern-Journalismus-Hysterie

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 sowie Teil 7

By Baba und Nino

 

Lbr DFB,

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Hinweis: Probleme beim Lesen? Weiter unten steht die Übersetzung in der Anti-Hashtag-Kunden-Version…

Lbr DFB,

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By Baba&Nino

 

Anti-Hashtag-Kunden-Version:

Lieber DFB,

vielen Dank für den Brief an uns Fans. Es ist beruhigend, dass ihr genauso enttäuscht seid wie wir. Wir haben alles gegeben und doch hat es mit der Titelverteidigung nicht sein sollen. Der Geschmack der Niederlage ist bitter, der Sieg ist umso süßer.

Nun müssen wir wieder vier Jahre warten. Wir hoffen sehr, dass die Mannschaft dann wieder wie ein Weltmeister spielt. Damit wir wieder zusammen feiern können. Die Unterstützung der Fans ist der Mannschaft schon heute sicher. Wir stehen auch in Zeiten der Niederlage zusammen. Nur die Einheit aus der Mannschaft und den Fans macht uns stark. Zusammen sind wir besser als der Rest.

Nur haben wir leider gar nicht mehr den Eindruck, dass die Mannschaft und die Fans eine Einheit sind. Wir haben vielmehr den Eindruck, Teil einer großangelegten Werbekampagne des DFB zu sein. Es geht mehr um die Vermarktung des Produkts der Mannschaft. Die Möglichkeiten für ein gemeinsames Foto mit Spielern oder ein Autogramm werden immer weniger. Auch das wir beim Training zuschauen können, das ist fast nicht mehr möglich. Für ein Ticket muss man Mitglied im Fanclub der Nationalmannschaft sein. Es will aber nicht jeder gleich ein Mitglied des Fanclubs werden. Und was sind die personellen Konsequenzen aus dem WM-Aus? Sind Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel noch die richtigen für ihre Jobs? Niemand erklärt sich so richtig. All das macht uns traurig, sehr traurig.

Lieber DFB, könnt ihr euch nicht einfach wieder um das Wichtigste kümmern? Um den Fußball, die Spieler und die Fans? Dass ihr die Fans nicht mehr als Kunden betrachtet. Das ihr nicht mehr glaubt, die Mannschaft wäre ein Produkt, was nur bestens vermarktet werden müsste. Dass ihr keine Briefe mehr an uns Fans schreibt, die auch von einer Werbeagentur hätten geschrieben werden können.

Es geht um die Menschen, die euch millionenfach unterstützen. Im Stadion, vor dem Fernseher oder vor dem Radio. Das mit dem Hashtag #zsmmn ist doch nur noch peinlich. Digital ist auf dem Platz oft ziemlich egal. Zeigt wieder mehr Herz. Für den Fußball und die Fans.

Wir danken schon mal im Voraus.

By Baba&Nino

 

 

Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!?

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Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, 1. Spieltag Gruppe F. Deutschland verliert das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Schweden gewinnt im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Südkorea. Ein paar Tage und Blicke später in den deutschen Blätterwald und ich habe den Eindruck, dass der Stimmungspegel gefühlt schon im Bereich „Katastrophe“ angekommen ist. Mindestens Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!

Selbst das sonst um Sachlichkeit bemühte 11Freunde Magazin fragt „Ist die Nationalelf über ihrem Zenit?“. Vergessen scheint der WM-Qualifikations-Rekord von 10:0 Siegen, vergessen scheint, dass Testspiele allzu gern dafür genutzt werden, etwas zu testen und nicht, um an die Leistungsgrenze zu gehen. Auf einmal wird die Stärke „der Stamm der Mannschaft besteht aus 9 Weltmeistern“ als Schwäche ausgelegt: „kein Erfolgshunger, kein Wille“. Den sog. Experten scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen. Mario Basler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg. Alle wollen sie sich mit ihren Urteilen und Phrasen überbieten. Braucht es wirklich einen Nachfolger von Mehmet Scholl? Ich glaube nicht. Eher hoffe ich darauf, dass sie sich am Ende doch alle um Kopf und Kragen reden und weniger mitteilungsbedürftig werden.

Natürlich war ich auch erschrocken und verwundert über die teilweise harmlosen Offensivbemühungen und das lustlose Auftreten der deutschen Spieler. Mit dem einem Gegentor waren sie noch gut bedient. Nun sollte man sich nicht an dieser Niederlage er-götze-n. Die wichtigste Aufgabe bei einem richtigen Alarm? Ruhe bewahren! Das ist zwar mitunter die schwierigste Aufgabe, was Anderes bleibt einem aber nicht übrig. Der Blick für das Wesentliche wird sonst vernebelt.

Bei aller Phrasendrescherei hat die Niederlage ja auch was Gutes. Es geht jetzt nur noch ums gewinnen. Das ist an sich selbstverständlich, war bisweilen doch immer ein schwächeres Spiel (also Unentschieden) in der Vorrunde miteingerechnet. Damit ist jetzt schon Schluss. Die Mannschaft muss unbedingt auf Sieg spielen. Was will man als Fan denn noch? Ein Halbfinale und Finale, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt stehen sie also an, die wichtigen Spiele. Marco Reus dürfte sich also über ein Start11-Garantie freuen.

Auf die Frage nach dem Weltmeister-Fluch lässt Bundestrainer Löw wie folgt zitieren: „Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen.“ Na da bin ich mal gespannt, welche „Korrekturen“ da angebracht werden, um es zu schaffen. Jetzt gibt es wohl diese Momente, die in der Commerzbank-Werbung so bedeutungsschwanger beschrieben werden: „dann ist digital egal. Dann zählt vor allem eins: von Mensch zu Mensch“. Küsschen an Löw. Es menschelt in der Mannschaft.

Und selbst wenn der Weltmeister-Fluch auch das deutsche Team erwischt? Dann wird sich die deutsche Fan-Seele damit trösten, dass drei der letzten 4 Weltmeister in der Vorrunde gescheitert sind. Gesetz der Serie, da kann man eh nix machen. Man kann aber auch daran erinnern, dass der eine andere Weltmeister, nämlich Brasilien 1994, bei der WM 1998 in Frankreich bis ins Finale gekommen ist. Man kann es auch positiv sehen. Man muss es nur wollen.

Und sonst? Was passierte bisher im „Netz“? Mal wieder Klassenkeile für Mesut Özil, weil er die Nationalhymne nicht gesungen hat. Kritik für Julian Brandt, der nach der MEX-Niederlage mit einem Fan ein Selfie geschossen hat. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird schon vor dem Spiel via Twitter beleidigt, also ohne ein Wort zu sagen. Summa summarum leider wie immer: Im „Netz“ nix Neues. Das „Netz“ braucht mal eine Pause.

Die National11 hat fast eine Woche Pause bis zum Spiel gegen Schweden. Viel Zeit in unruhigen Zeiten.

By Nino

WM-Fieber? Jein!

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Bist du schon im WM-Fieber?“ Diese Frage wurde mir in letzter Zeit schon mehrmals gestellt. Klar, die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht bevor und gefühlt die halbe Welt wartet auf das Eröffnungsspiel, ja den Fußball-Klassiker schlechthin: Gastgeber Russland vs. Saudi-Arabien. Gruppe A, wahrlich die Todesgruppe.

Bisher erwärmt sich mein Fußballherz noch nicht, geschweige denn, dass sich eine fiebrige Vorfreude auf vier Wochen Ausnahmezustand anbahnt. Vielleicht liegt es daran, dass schon sehr aufregende Monate mit der Fußball-Bundesliga, der zweiten und dritten Liga, dem DFB-Pokal und der Champions-League zurückliegen. Eine Verschnaufpause von der „Droge“ Fußball und den bisweilen hochemotionalen Nebenwirkungen wären da ganz erholsam.

Nun sind aber schon wieder 4 Jahre vergangen und die WM wird trotz einiger Boykott-Aufrufe stattfinden. Der DFB hat das Ziel der Titelverteidigung ausgerufen und man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft um Bundestrainer Löw spielerisch präsentieren wird.

Mir fehlt ein bisschen der Glaube, dass die Titelverteidigung gelingt, gibt es doch so einige Kandidaten im Kreise der üblich verdächtigen Favoriten, nicht zu vergessen die ganz geheim sind. Obendrein die Statistiken, die mal für Deutschland, mal gegen Deutschland als erneuter Weltmeister sprechen. In Anbetracht dessen und der ganzen Prognosen, Powerrankings, Teamchecks gepaart mit gefährlichem Halbwissen wird es allerhöchste Zeit, dass der Rubel, ähm der WM-Ball rollt.

Bevor die WM 2018 losgeht, habe ich noch ein bisschen auf unserem Blog zur WM 2014 in Brasilien gestöbert. Im Fazit zu dieser WM habe ich u.a. geschrieben: „Die mediale Aufbereitung dieser WM. Wie oft wurde berichtet “was das Netz” denkt, wie oft wurde aus einem belanglosen Tweet eine Geschichte gemacht, wie oft wurde ein #Selfie kommentiert oder nachgestellt. Die sog. Experten in #Bild und Ton geben einem den Rest.“

Hinsichtlich der Entwicklungen in Sachen „(a-)soziale Netzwerke“ fällt es mir schwer, dass es bei dieser WM gänzlich weniger solcher Begleiterscheinungen geben wird. Mittlerweile vergeht kein Fußball(Länder-)Spiel mehr, zu dem hinterher irgendwo ein Artikel mit der Überschrift „So reagiert das Netz“ veröffentlich wird. Mittlerweile sind Tweets fester Bestandteil der Berichterstattung in den Medien. Mittlerweile gibt es Artikel davon, die nur davon handeln, was in den sozialen Netzwerken los war. Mittlerweile gibt es noch mehr Experten mit eigener Kolumne. Beispiel? Lothar Matthäus will in seiner WM-Kolumne bei der BILD (!) täglich (!) über das aktuelle Geschehen berichten. Neben den Schreibern gibt es jetzt auch noch Podcasts, die sich das schreiben sparen und gleich direkt über Fußball reden. Mittlerweile haben sich Photoshop-Battles zu einem weiteren Puzzle-Stück in der medialen Reizüberflutung entwickelt.

All dieses Bohei überdeckt das Ursprüngliche, um was es geht: Fußball. 22 Spieler auf dem Rasen. 11 vs. 11. Diejenige Mannschaft gewinnt, die mehr Tore erzielt. So einfach ist das beautiful Game. Insofern graust es mir vor der Fußball-WM in Russland. Und die Themen, die lang&breit und hoch&runter diskutiert werden, liegen ja schon vorher auf dem Platz: Videoassistent, Doping, Putins Missbrauch der WM für seine Sport-Polit-Show und und und.

Die WM nicht zu verfolgen wäre die konsequenteste, aber auch unwahrscheinlichste Lösung. Daher werde ich versuchen nur minimale Informationsdosen einzunehmen und nur ausgewählte Spiele, die zumindest Spannung versprechen, anzuschauen. Klar, das ist ambitioniert und wahrscheinlich auch naiv. Wie sagte es Wilhelm Busch schon so schön: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“. 🙂

Auf eine WM, bei der der Fußball im Mittelpunkt steht.

By Nino

 

w.z.b.w. Ein Kommentar zum Videobeweis – Teil2

Videobeweis

Der erste Teil zum Videobeweis-Kommentar (hier geht’s zu Teil 1) beschäftigte sich mit den Problemen und den Beteiligten, die mehr oder weniger allesamt dazu beitragen, dass der Videobeweis aktuell einen eher ausbaufähigen Stellenwert in der 1. Fußball-Bundesliga genießt.

Nun soll es sich um die Ansätze und Lösungen drehen, die zum Gelingen des Videobeweises beitragen können. Hierbei hilft es, sich in Erinnerung zu bringen, warum der Videobeweis testweise eingeführt wurde. Nämlich um die Schiedsrichterriege (Bibiana Steinhaus ist hier miteingeschlossen) bei ihren Entscheidungen mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen. Nicht erst seit der Saison 2016/2017 gab es Diskussionen über Schiri-Fehlentscheidungen und daraus resultierende Benachteiligungen von den betroffenen Clubs. Noch viel länger gibt es den Fangesang „Schiri wir wissen wo dein Auto stand…hat gut gebrannt, hat gut gebrannt“. Nicht zu vergessen: „Schieber, Schieber-Rufe“, gepaart mit „Fußball-Mafia-DFB“. Es war also längst an der Zeit, auch im Fußball weitere technische Hilfsmittel zu nutzen, die in anderen Sportarten wie z.B.

Tennis,

Baseball,

Cricket,

Hockey,

Football,

Eishockey,

Fechten und

Ski Alpin schon seit Jahren zum Einsatz kommt.

Wie kann es also gelingen, dass der Videobeweis seinen eigentlichen Zweck erfüllt (weniger Fehlentscheidungen, mehr Unterstützung für die Schiris)? Vielleicht sogar etwas wie Akzeptanz für den Videobeweis unter allen Beteiligten zu schaffen? Hier ein paar Vorschläge:

1. Eine realistische Erwartungshaltung

Fußball ist ein Spiel das von Fehlern lebt. Gäbe es z.B. keine Stellungs- oder Abspielfehler, so würden im Enddefekt keine Tore fallen. Das Ergebnis: Zwei Mannschaften, die sich taktisch neutralisieren und ein fast fehlerloses Spiel abliefern (was kein Fan dauerhaft sehen will).

Wie beim Spiel, so ist es auch bei den Schiedsrichtern. Sie werden auch mit dem Videobeweis weiterhin Fehlentscheidungen treffen. Das gehört zum Fußball wie zum Leben dazu. Also, eine realistische Erwartungshaltung an den Spieltag legen und der Versuchung widerstehen, zu glauben, dass es mit dem Videobeweis keine Fehlentscheidungen mehr geben wird. Im Übrigen entscheiden ja auch immer noch Menschen und keine Pfeif-Roboter.

2. Weniger Schauspiel, dafür mehr Fußball-Kunst

Die Fußballspieler sowie die Verantwortlichen/Offiziellen der Clubs sollten sich wieder mehr der Fußball-Kunst hingeben, anstatt sich mit ihren teilweise peinlichen Darbietungen für die Nachmittagssendungen bei RTL zu bewerben.

Die Performance „sterbender Schwan“ von H. Herrlich #Vizekusen und K. Papadopoulos #DinoHSV gibt es dann nicht mehr neben oder auf dem Platz, sondern nur noch im Schlachthof zu besichtigen.

Mehr Fußball-Kunst statt Schauspiel, da hilft auch ein Blick in das Regelwerk des DFB weiter. Denn zur Regel 12.3: „Verwarnungswürdige Vergehen“ steht geschrieben: „Ein Spieler wird verwarnt beim Protestieren durch Worte oder Handlungen.“

Kein Foul vergeht, bei dem eine Traube von Spielern zur Versammlung beim Schiri antritt, um mit Worten oder Handlungen mindestens eine gelbe Karte für den Foulenden zu fordern. Hier wird besonders deutlich, dass das oft geforderte Fingerspitzengefühl der Schiris überstrapaziert wird. Eine konsequentere Durchsetzung könnte der ganzen Schauspielerei Grenzen setzen. Müsste sich halt nur ein Schiri finden, der ein Exempel statuiert…leichter geschrieben, als getan.

3. Die Schiedsrichter

Damit bin ich bei den Schiedsrichtern, den manchmal ärmsten Säuen auf dem Platz. Umgeben von Besserwissern, 9mal-Klugen und wenigen, die die Regeln wirklich kennen. Wenn Profi-Fußballspieler gegeneinander spielen, dann müssen auch Profi-Schiedsrichter das Spiel leiten. Schluss mit dem Nebenjob „Bundesliga-Schiedsrichter“, alle Schiris sollten hauptberuflich pfeifen können. Hier dient ausgerechnet die Money-League, ähm die englische Premier-League als Vorbild, in der bereits 2001 die Schiedsrichter-Gesellschaft PGMOL aus dem Verband ausgegliedert wurde.

Dazu müsste der Deutsche Fußballbund allerdings seine Strukturen ändern bzw. neue schaffen. Vor allem aber die Posten nicht nach Gutdünken und/oder alten Männer- und Fan-Freundschaften verteilen. Mit M. Gräfe’s öffentlicher Kritik an der DFB-Günstlingswirtschaft wurde hier schon eine erste Strukturänderung angestoßen, dem Videobeweis sei Dank!

Darüber hinaus wurden die Rollen bei der Entscheidung neu definiert bzw. auch nur klargestellt. Der Schiri auf dem Platz trifft diese, nicht der Video-Assistent (soweit so selbstverständlich…).

4. Die (a-sozialen) Medien und Fans

Wer die letzte Entscheidung trifft, das sollten sich die Sportmedien und die Fans (wieder) bewusstwerden. Und wenn es mal zu einer Fehlentscheidung kommt, dann sollte diese nicht künstlich hochgejazzt werden. Auch wenn das Grundproblem der täglichen Berichterstattung besteht, so ist eine nüchterne Betrachtung des Videobeweises längst überfällig. Bei jeder Umfrage oder hochgeladenen Videos laufen die Kommentarspalten voller Beleidigungen usw. über. Ein bisschen mehr Gelassenheit, realistischer Erwartungshaltung (siehe auch 1.) und weniger Klick-Geilheit sind nicht nur für den geneigten Leser eine Wohltat.

Wenn nur die Hälfte der genannten Vorschläge umgesetzt würden, dann ist vielleicht irgendwann der Schiri nicht mehr die ärmste Sau auf dem Platz. Im besten Falle ist er eine Respektsperson, deren Entscheidung ohne großes Nörgeln und Entrüstungssturm akzeptiert wird.  Denn schließlich will sich jeder Fan nach dem Spiel über das Spiel unterhalten und nicht schon wieder darüber, dass der Schiri das Spiel verpfiffen hätte. Ansonsten ist auch klar: Jeder kann eine Pfeife werden.

Das Motto lautet also: Mehr miteinander, statt gegeneinander. Nicht nur hier die bessere Formel, die zu beweisen wäre. Dann heißt es vielleicht auch anerkennend: „Schiri…wir wissen wo dein Auto steht…hast gut geparkt, hast gut geparkt.“

By Nino

 

w.z.b.w. Ein Kommentar zum Videobeweis – Teil 1

Videobeweis

„Was zu beweisen war“. Diese Abschluss-Formel kommt in der Schule bei der Bewältigung von Matheaufgaben zum Einsatz. Dieses Ziel sollte auch der Videobeweis haben, der seit der Saison 2017/2018 in der 1. Fußball-Bundesliga testweise eingeführt wurde. Mit Beginn des Projekts war bisher keiner der 17 Spieltage vergangen, an dem der Video-Assistent einer der Streitthemen, wenn nicht sogar das dominierende Thema war. Dummerweise bzw. glücklicherweise kommt bei diesem auch alles zusammen.

Zunächst sind es die üblichen Verdächtigen: Die Fußball-Romantiker, die der neuen Technik naturgemäß skeptisch gegenüberstehen und keine Gelegenheit auslassen, dem Video-Beweis das baldige Aus vorherzusagen. Nicht zu vergessen der Torjubel, der in seiner ursprünglichen Form nicht mehr möglich wäre.

Auf der anderen Seite, die Befürworter der neuen Technik, die den Video-Beweis als Chance sehen, den Fußball gerechter zu machen und die Schiedsrichter in ihren Entscheidungen zu unterstützen. Die bisherigen auch zuteilen haarsträubenden Entscheidungen wurden zum Anlass genommen auf die Neuheit der Technik, der einhergehenden „Kinderkrankheiten“ und der vielfältigen Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Dazu kommt der DFB, der nicht nur bei diesem Projekt ein mieses Spiel abliefert. Kurzgefasst heißt das: eine zerstrittene Schiedsrichter-Riege, ein DFB-Präsident der in einer TV-Laber-Runde namens Doppelpass Änderungen ankündigt, um dann Stunden später von seinem Verband noch klarstellend „eingefangen“ werden muss. Nämlich zu erklären, was unter „Wahrnehmungsfehler“ zu verstehen ist. Dabei müsste es dem obersten Funktionär gelingen, mehr Klarheit statt für Verwirrung zu sorgen.

Dann kommen die Fußballclubs ins Spiel, die sich je nach Fehlentscheidung mehr oder weniger in die Debatte einbringen. Auffällig dabei, dass der FC Bayern München sich bisher so zurückgehalten hat. Wohl bis zur ersten Fehlentscheidung gegen ihn. Ich würde ja glatt drauf wetten…

Der Manager von Hertha BSC, M. Preetz hingegen glaubte sogar einen intelligenten Vorschlag eingebracht zu haben: „Ich glaube, dass es sinnvoll ist, dass man die entscheidenden Szenen auch dem Stadionzuschauer zugänglich macht“. Hier sollten die Leinwände der Stadien zum Einsatz kommen. Na klar, und die Abstimmung erfolgt dann per App: Daumen hoch oder Daumen runter. Das war, unter vielen anderen, mal eine wirklich abstruse.

Last but not least sind auch die Fans an diesem Spiel nicht minder beteiligt. Schnell ist bei einer Fehlentscheidung der Schiri als „blindes Huhn“ abgestempelt oder es wird lautstark gepfiffen, wenn der Pfiff gerade mal ausbleibt. Dabei ist es egal, ob man die Szene aus sicherem Abstand von 20 Metern von hinten oder in der vierten Wiederholung von der Couch aus betrachtet hat. Auch ich erwische mich dabei, dass reflexhaft erstmal „Gelb!“ oder gelegentlich je nach Spielstand direkt „Rot!“ gefordert wird, in welcher Hoffnung auch immer.

So bildete sich schon mit dem ersten Einsatz des Videobeweises und der genannten Beteiligten ein ziemliches schales Gebräu, was keiner mehr so richtig trinken will.

Dabei gibt es so viele andere Ansätze und Lösungen, um der Sache wieder Herr zu werden. Mehr dazu im zweiten Teil des Kommentars zum Videobeweises…

By Nino