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Hudson Derby – nö RB, nich hier!

StadiumAnpfiff

Ende August 2019 stand das Hudson Derby an. Mein NYCFC empfing den „Stadtrivalen“ aus New Jersey Red Bull New York im Yankee Stadium. Beide standen in der Tabelle im oberen Drittel nur drei Punkte entfernt voneinander in Schlagweite zur Spitze.

Ich hatte den NYCFC schon eine Weile nicht besucht, da meine Kids einfach noch nicht im Fußball-mündigen Alter sind und wahrscheinlich jeden Besuch einer kulturellen Veranstaltung in ein Spielplatzabenteuer mit Hüpfburg und Schlammschlacht verwandelt hätten. Dieser Gedanke hielt mich in den letzten Jahren von einigen Stadiongängen ab, da ich doch etwas vom Spiel haben und nicht nur Zirkusdompteur und Ordnungshüter spielen wollte. Dennoch haben meine Jungs in diesem Jahr Fortschritte im Fußball spielen wie schauen gemacht und ich liebäugelte mit dem Gedanken dem hoffentlichen Bullen Schlachten beizuwohnen.

Am Abend vorher veranstaltete die Trinkhalle Hofbräuhaus in NYC eine Ticketverlosung zum Spiel und ich meinte zu meiner Frau, dass ich diese ja eh gewinnen würde wenn, ja wenn wir da hingehen würden. Sie lachte nur und meinte später, dass sie uns einen Tisch reserviert hatte. Jetzt gab es kein Entrinnen mehr und schon befand ich mich mit meinen Kids und der Dame im angenehmen Klein Deutschlandidyll mit Schweinshaxe, Spätzle und einem Maß Kellerbier. Die Musik war laut und viele 80er Hits wurden von der Band interpretiert, so dass uns Blasmusik erspart blieb und unsere Kids für die Dauer des Aufenthaltes beschäftigt waren. Als es zur Ticketverlosung kam, gewann ich dann tatsächlich vier Tickets fürs Derby. Das war schon toll, wie selbstverständlich dies passierte. Danke HB Haus!

Tickets

Am nächsten Abend ging es in den Gourmettempel des Yankee-Stadions, wo wir bei perfekten Plätzen einen überragenden NYCFC anfeuerten. Perfekte Plätze nicht wegen der Platzierung im Stadion, sondern weil vor und hinter uns mehrere Reihen frei blieben, welche von meinen Kids gründlich genutzt wurden. Meine Kids in Himmelblau vom Chemnitzer FC waren dennoch verwirrt, warum man denn nicht für die Roten Bullen halten kann. „Scheiß Marketing“ schrillte es in meinem Kopf und wahrscheinlich haben meine Kids das auch gehört, da mein 4jähriger für einige Minuten „Scheiße Scheiße Scheiße“ vor sich hin trällerte! Da ist wohl noch einige Aufklärung notwendig.

CFC-Jungs

Das Spiel ist schnell erzählt. Ein munteres hin und her mit klarer Überlegenheit durch NYCFC. Dennoch ging der Kuhverein in Führung. Irgendwann konnte NYCFC seine Chancen in Tore umwandeln und gewann 2-1. Wobei ich Maxi Morales Agilität und Einsatz hervorheben möchte und Heber’s Hackentor zum 2-1.

FührungRedBull

TorjubelNYCFC

Endstand

Ein gelungener Abend im Yankees-Stadion welcher vom „wahren“ New York Club gewonnen wurde. An dieser Stelle könnte man sich immer über die Pseudo Vereine der MLS auslassen und ich bin mir sehr bewusst, wer als Sponsor beim NYCFC agiert. Dennoch möchte ich hervorheben, dass gerade eine gesunde Rivalität in so einer großen Stadt den Reiz des Fußballs zum Tragen bringt und beide Vereine eine Bereicherung für die MLS sind. Im Großen und Ganzen ist das Niveau der MLS beachtlich und der Unterhaltungswert enorm. Cheers!

Over and Out, euer Baba!

Lese-Empfehlung: Das Hudson Derby und die schlechte Kopie (2016)

 

 

Kommentar zum himmelblauen März und April 2018

CFCMärzApril18

Im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018 hatten wir die These aufgestellt, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich war oder als gescheitert angesehen werden muss. Aus den anstehenden direkten Duellen mit Tabellennachbarn schöpften wir die Hoffnung, dass wichtige Punkte geholt werden könnten. So wirklich gelungen ist das nicht und mühsam es wäre, diese Ergebnisse nochmal zu dokumentieren.

Es ist auch schlicht egal, denn das Zusammenspiel von sportlicher und damit einhergehender wirtschaftlicher Talfahrt führte dazu, dass die CFC-Verantwortlichen am 10. April 2018 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellten. Hier geht’s zum Kommentar. Am 23. April 2018 teilte dann die DFL mit, dass den Himmelblauen aufgrund dieses Antrags neun Punkte abgezogen werden. Damit steht der Abstieg nun fest und der schwere Gang in die 4. Liga muss leider begonnen werden.

Auch wenn es noch kleine Funken der Marke Resthoffnung gibt. Diese speisen sich aus Gerüchten, dass andere Vereine wie der Karlsruher SC Probleme mit der Lizenz bekommen könnte. Für den Fall, dass sie nicht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen würden. Oder der 1. FC Kaiserslautern, bereits erster feststehender 2. Liga-Absteiger soll evtl. auch Probleme mit der Lizenz für die 3. Liga bekommen. Ebenso wie SV Darmstadt 98. Die Lizenz-Gerüchteküche brodelt zwar ordentlich, die CFC-Verantwortlichen sollten sich damit aber nicht allzu lange beschäftigen bzw. darauf hoffen, dass zwei Vereine noch zwangsabsteigen. Denn bei all dem darf man nicht vergessen, dass die sportliche Leistung auf dem Platz auch mitentscheidend ist. Im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster durfte man sich schon fragen, ob es überhaupt bei allen Spielern für die 3. Liga reicht.

Ob es reicht? Das ist wohl eh die Frage, die alle Himmelblauen zurzeit am meisten beschäftigen dürfte. Reicht es für einen Neuanfang? Können die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden? Nach allem was man so hört und liest, tut sich ja besonders der Vermarkter Infront schwer. Immer wieder ist von Streitigkeiten, schlechten Verträgen und Altlasten die Rede. Ohne jetzt alles schwarz malen zu wollen, zu naiv darf man jedoch auch nicht sein: Es kann auch ganz anders kommen. Das schlechteste aller Ergebnisse wäre die Auflösung des Vereins. Dann ist der Chemnitzer FC Geschichte. Neugründung, Beginn in der Kreisklasse, irgendwo weit weg vom bezahlten Fußball wären die Zukunftsaussichten.

Um dieses Szenario zu verhindern, versuchen die Verantwortlichen mit den Fans neue Kräfte zu mobilisieren. Mit Hilfe des Fanszene Chemnitz e.V. und dem AWO Fanprojekt wurde Ende April 2018 die Mitgliederkampagne unter dem Motto „Tradition erhalten – Gemeinsam – Zukunft gestalten“ gestartet. Jeder und jede Himmelblaue, der noch nicht Mitglied des CFC ist, der sollte es jetzt werden. Einen besseren Zeitpunkt zu zeigen, dass man in schlechten Zeiten zusammensteht, wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr geben.

So oder so werden es turbulente Monate für den CFC. November/Dezember 2018 stehen als Datum für das voraussichtliche Ende des Insolvenzverfahrens. Das sportliche Geschehen tritt da schon etwas in den Hintergrund. Im Mai 2018 stehen noch das Auswärtsspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit dem Ex-Himmelblauen Türpitz und das letzte Heimspiel gegen Hansa Rostock an. Zum Abschluss dieser vorerst letzten Drittliga-Saison nochmal zwei schöne Ostduelle. Obwohl es von denen ja in der nächsten Saison sowieso ganz viele geben wird…

Wir hoffen natürlich, dass schnell und sauber der Rucksack der Vergangenheit abgelegt werden kann und nicht weiter mit Pflastersteinen gefüllt wird. Dann kann der Marsch in die Zukunft mit einem Koffer voller Zuversicht begonnen werden. In diesem Sinne:
Für Verein und Heimatstadt.

By Baba und Nino

 

Lese-Empfehlung:

Der Drops ist noch nicht gelutscht! Der CFC und der Abstiegskampf

Kommentar zum Insolvenzantrag des CFC

Chemnitzer FC vs. FC Rot-Weiß Erfurt

Premiere, Premiere! Seit dem Blog zur WM 2014 schreiben wir, Baba und Nino, über Dies und Das im weltweiten Fußballgeschehen. Wir freuen uns, dass wir nun erstmalig einen Gastbeitrag veröffentlichen können. Der Blogger Chasing hat sich dem Spiel Chemnitzer FC vs. Rot-Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras gewidmet. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Chemnitzer FC vs. FC Rot Weiß Erfurt

An diesem Wochenende musste ich leider auf das Spiel meines Herzensvereins verzichten. Dafür aber besuchte ich am Freitagabend ein kleines Ost-Duell unter Flutlicht. Der Einladung meines Chefs folgend, machte ich mich gemeinsam mit seinem Sohn auf den Weg nach Sachsen, genauer gesagt nach Chemnitz. Hier galt es, Berufliches mit einem hoffentlich interessanten Fußballspiel zu verbinden. Doch genug davon.

Die „Community4you ARENA“ in der Chemnitzer Gellertstraße füllte sich nur sehr langsam und die jeweiligen Fanlager schienen ziemlich unbeeindruckt von der Gegenseite zu sein. Zur Stadionhymne deutete sich eine kleine Schalparade an, doch im Stadionrund, wie auch auf der Südtribüne gelang dies nicht flächendeckend. Aufgrund der spärlichen Mitmachquote blieben viele Lücken. Erst beim Einlaufen der Spieler erwachte nun auch der Gästeblock, der mit 1000 Schlachtenbummlern doch recht ordentlich gefüllt war.

Mein Interesse galt vor allem der Südtribüne, da diese nach einem Zwischenfall auf dem Heimweg des Auswärtsspieles bei Wehen Wiesbaden eine kleine Umstrukturierung hatte vornehmen müssen. Seitdem wird diese nur noch von einer Ultra-Gruppe angeführt. Da die „Ultras Chemnitz“ somit den alleinigen Führungsanspruch stellt, war ich gespannt, wie der Support der Gastgeber ausfallen würde.

„ULTRAS“ – schlicht in Weiß auf schwarzem Hintergrund bildete das Herzstück der Beflaggung der Südtribüne. An den Seiten waren außerdem weitere Gruppenfahnen angebracht, was für ein einfaches, aber dennoch gut gefülltes und schickes Gesamtbild sorgte. Die Mitte des Blocks legte ebenso einen guten, engagierten und beherzten Auftritt hin, wobei es allerdings schwer schien, die gesamte Südtribüne am Support zu beteiligen. Hier besteht mit Sicherheit noch viel Luft nach oben. Ebenfalls viel Potenzial sehe ich in punkto Schal und Schalparaden, denn hier könnte die Südtribüne als geschlossene Formation optisch noch sehr viel bessere Akzente setzen.

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Der Einsatz der Schwenkfahnen und Doppelhalter war ebenfalls sehr simpel gehalten und beschränkte sich auf einige wenige mit Bezug zu alten FC Karl Marx Stadt Zeiten. Der Farbeinsatz dabei ist geprägt von Blau-Weiß und Himmelblau. Somit ist der optische Gesamtauftritt der Chemnitzer als mager zu bewerten und auch akustisch gelang es ihnen nicht, mit den Gästefans mitzuhalten. Dies bringt mich zum Auftritt der Gäste aus der thüringischen Landeshauptstadt.

Etwa 45 Minuten vor Anpfiff war der Gästeblock nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Zu Spielbeginn war der Eckblock dann jedoch prall besetzt und der couragierte, laute und gut koordinierte akustische Support der mitgereisten RWE-Anhänger begann. Angeführt wurde die Fangemeinschaft der „Steigerwaldkurve“ von den „Erfordia Ultras“. Diese lieferten mit schlichter Zaunbeflaggung sowie drei bis vier Schwenkfahnen, jedoch ohne Doppelhalter eine gute Performance ab. Optisch war der Gästeblock vor allem durch die Farbe Schwarz geprägt. Die Mehrheit der Schlachtenbummler war eher schlicht gekleidet und von dem zu erwartenden „Rot-Weiß“ war nichts zu sehen.

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Was mir am meisten imponierte, war definitiv die Mitmachquote der Gäste, da mindestens der halbe Block die gesamte Zeit über mit voller Motivation supportete. Immer wieder war auch der komplette Block beteiligt. Was die Lautstärke betrifft, so konnten die Chemnitzer nicht mit ihren Rivalen mithalten. Melodische Lieder im Wechsel mit lauten Anfeuerungen sorgten für eine gute akustische Stimmung der Gäste. Auch das späte 1:0 und somit Endstand der Gastgeber konnte für keinen Stimmungsabbruch sorgen. In den letzten Minuten gab die Gastmannschaft noch einmal alles, um wenigstens mit einem Punkt aus dem Spiel hervorzugehen. Der unermüdliche Support der Gäste reichte dem RWE jedoch leider nicht und so musste der Verein die Heimreise ohne Punkte antreten.

Alles in allem blieb der Spieltag ruhig. Auch der Derbycharakter blieb gänzlich aus, obwohl dies vor dieser Partie noch groß vom Stadionsprecher angekündigt worden war.  Beide Fanlager beschränkten sich auf den Support der eigenen Mannschaft, sodass Spruchbänder oder Dergleichen völlig ausblieben. Dass der CFC Probleme damit hat, die Zuschauer in Chemnitz anzuziehen, merkte man auch an diesem Abend. Trotzdem sahen sich an diesem Abend rund 7.000 Zuschauer das Spiel vor Ort an.

Das Ergebnis ist mit 1:0 völlig in Ordnung und ist dem Spielverlauf gerecht, wobei zu sagen ist, dass die Erfurter einen ihrer besseren Auswärtsauftritte hinlegten. Für sie wird dies vermutlich die schwierigste Drittliga-Saison seit Gründung, weshalb zu erwarten ist, dass sie am Ende gegen den Abstieg anspielen werden müssen. Letztlich bleibt die „Community4you ARENA“ als schickes und modernes Fußballstadion zu loben, weshalb ein Besuch der Spiele auch immer zu empfehlen ist. Die „Ultras Chemnitz“ und die Südtribüne haben noch einen weiten Weg vor sich, aber nach der Auflösung zweier anderer Gruppen kann man die Bildung einer neuen, großen Einheit sicher nicht über Nacht erwarten.

By Chasing

 

Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

RBvs.Dresden

„Tradition gegen Kommerz“. Das war das Motto zum DFB-Erstrundenpokalspiel zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig. Nicht nur ein Sachsen-Duell, nicht nur 1. Bundesliga gegen 2. Liga, sondern auch noch das ganz große Thema: „Traditionsclubs vs. Plastikclubs“. Auch Baba und ich haben uns diesem schon mit mehreren Beiträgen gewidmet. Angefangen mit Baba’s Dunkler Vorhersage, dem Anfang der Gegenrede dazu sowie dem ersten Teil vom Traditionsclubs vs. Plastikclubs. Nun muss man kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass diese Thematik nichts an ihrer Aktualität verlieren wird, nicht zuletzt durch den Aufstieg von RB Leipzig in das Oberhaus des deutschen Fußballs.

Mit diesem Aufstieg scheint nämlich für einige Fan-Gruppierungen das Hass-Fass übergelaufen zu sein. Nehmen wir nur drei Beispiele die illustrieren, in welcher Art und Weise versucht wird, den Verein RB Leipzig zu bekämpfen.

Numero uno: Beim Vorbereitungsspiel vs. FC Frankfurt wurden in der Nacht vor dem Spiel Steine und Schrauben auf dem Rasen des Frankfurter Stadion der Freundschaft verteilt. Diese wurden von den Frankfurtern entfernt und Leipzig gewann das Spiel mit 10:0.

Numero due: Die BVB-Ultras-Gruppe The Unity hat mit einem offenen Brief dazu aufgerufen, das kommende Bundesliga-Auswärtsspiel vs. RB zu boykottieren. „[…] Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden. Es ist ein Skandal, dass eine rein kommerzielle Marketingaußenstelle eines österreichischen Getränkeherstellers tatsächlich in Deutschlands höchster Spielklasse antreten darf. Dies widerspricht allen sportlichen und emotionalen Werten […].“

Numero tre: Im Vorfeld des DFB-Pokalspiels haben die Dresdner Veranstalter den Leipziger Fans empfohlen, aus Gründen der Deeskalation mit einem getarnten Bus eine alternative Route zum Stadion zu fahren. Die Leipziger lehnten ab, mit der Begründung, dass man sich nicht verstecken wolle.

Diese Beispiele könnten noch durch weitere bereichert werden, allen voran dem Pokalspiel 2015 vs. Osnabrück, bei dem ein „Fan“ ein Feuerzeug auf Spieler D. Selke werfen wollte, allerdings den Schiri traf und somit die Entscheidung am „grünen Tisch“ herbeiführten bzw. das Weiterkommen über den unsportlichen Weg wählten.

Leider werden noch viele weitere solcher Geschichten/Aktionen dazukommen. Leider deswegen, weil es wohl mehr dümmliche statt humoristische Aktionen geben wird. Ich wünschte ich könnte diese Aussage irgendwann revidieren und sagen, dass es viel mehr zum Lachen, als zum fremdschämen gab.

Denn eines müssen sich die Gegner von RB Leipzig immer wieder bewusst sein: Mit jeder Protestaktion, mit jedem Boykott, mit jeder Spielunterbrechung oder Entscheidung über das DFB-Sportgericht, mit jedem Spießrutenlauf der RB-Fans wird dieses Thema von den Medien äußerst dankbar aufgenommen. Dann wird dieses immer und immer wieder rauf und runter gespielt und der Vorwurf…RB sei nur ein Marketing-Instrument…von den Traditionalisten konterkariert. Der RB-Medienfuzzi hat wohl jetzt schon feuchte Träume, wenn er nur daran denkt, wie oft RB in den Schlagzeilen sein wird. Denn der hat auch schon von Alfred Selacher’s Spruch gehört: „bad news are good news“.

Nun habe ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder könnte die eine Lösung dieses Problems präsentieren.

Vielleicht sollten sich die Traditionsclubs und ihrer Anhängerschaft mehr darauf konzentrieren, dass sie die Mannschaft von RB Leipzig sportlich fair auf dem Rasen besiegen. Wenn es dabei bleibt, dass RB nur Spieler unter 23 Jahren und mit einem maximalen Jahresgehalt von 3 Mio. Euro einstellt, dann sollten sich einige Vereine mal hinterfragen, ob sie nicht gegen eine bessere Jugendmannschaft gewinnen sollten. Denn das ist meines Erachtens der einzige Weg, diesem Konstrukt die sportliche Stirn zu bieten. Auch auf Verbandsebene sollte mehr Energie aufgebracht werden, denn dort muss über die Statuten #50+1Regel konstruktiv diskutiert werden. Gerne wird dabei gegenargumentiert, dass der Konzern Red Bull bereits 100 Millionen Euro in das Projekt gesteckt habe. Das haben sie jedoch über den Zeitraum von 7 Jahren getan. By the way: Borussia Dortmund hat in der letzten Transferperiode über 100 Millionen Euro für Spieler ausgegeben. Aber ok es wäre unredlich, den BVB als einzigen (!) börsennotierten (!) Bundesligist (!) aus dieser Diskussion rauszuhalten…

Bei einem bin ich mir jedenfalls sicher: Bisher fehlt dem Ganzen die nötige Ignoranz gegenüber RB Leipzig. Um diesen Verein nicht die Aufmerksamkeit teil werden zu lassen, nach der er so strebt, so muss man RB einfach ignorieren. Bestes Beispiel dazu ist TSG Hoffenheim. Nach anfänglicher Euphorie ist auch dem „Retortenklub“ eine graue Maus geworden, die vor allem in den letzten Jahren um den Abstieg gespielt hat.

Und während ich diesen Text schreibe und bei einem dieser Anbieter von Informationen zum Thema Sport die neuesten News durchlese, kommt die Meldung „Wechselwitz: Großkreutz ätzt gegen RB Leipzig“ auf den Bildschirm. Mit einer ironischen Meldung über #Instagram „schockte“ er seine Fans, indem er den Wechsel zu RB bekannt gab. Schlauerweise hat er seine Meldung noch mit dem Hinweis #spaßGehörtDazu, #ironie und #isso verfeinert, damit es wohl auch der kleinste unter den Hellsten versteht.

Es lässt sich darüber streiten, ob das nun eine dümmliche oder humoristische Aktion ist. Auf jeden Fall eine weitere, die dem Marketinginstrument von Red Bull ein paar Schlagzeilen ohne jeglichen eigenen Aufwand geliefert hat. Also ein klassisches Eigentor!?

By Nino

 

„Was bisher geschah…“ Teil 3

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Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

Das Hudson Derby und die schlechte Kopie.

hudsonderby

 

Am Samstag, den 21.5.2016 fand das Hudson Derby statt. Die vorherigen Vergleiche zwischen Red Bull und New York City FC waren allesamt durch Red Bull New York dominiert und klar gewonnen worden.

Da hier ein Derby aufkeimt, macht es die Sache schon interessant auch wenn es noch eine wirklich sehr junge Rivalität ist. Erst seit einem Jahr gibt es mit dem NYCFC eine zweite MLS Mannschaft in der Stadt.

Auf der einen Seite ist Red Bull (das in New Jersey angesiedelt ist), die sich seit dem Abgang von Thierry Henry vor einem Jahr, zu einem richtig guten Team entwickelt haben und einen richtig schönen Ball spielen.

Auf der anderen Seite ist NYCFC, der neue Club der im Yankee Stadion spielt und sich als das wahre New Yorker Team versteht. Aufgebläht mit drei internationalen Top-Alt-Stars (David Villa, Frank Lampard, Andrea Pirlo), nationalen Auswahlspielern (Mix Diskerud) und richtig guten Talenten (Jack Harrison). Nach den überschaubaren Leistungen in der Premieren Saison lief diese Saison auch schleppend an, doch in den letzten Spielen wurden Achtungserfolge gegen starke Gegner eingefahren (Portland Timbers).

Es war also alles bereit für das HUDSON- Derby und dann verliert NYCFC 0-7 … NULL zu SIEBEN zu Hause im Gourmettempel Yankee-Stadion!!! Eine „echte“ Mannschaft oder besser Marketingkampagne 😉 , gewinnt gegen eine Truppe von zusammengewürfelten Altsöldnern!

Worte waren schwer zu finden. Villa mit ganz wenigen Einzelleistungen und nur auf den eigenen Torerfolg bedacht, Pirlo fand gar nicht statt (kein Wunder, das er nicht zum italienischen EM Team gehört) und ein Lampard der bei seiner Einwechslung nach langer Krankheit mit Buuuh-Rufen bedacht wurde. WOW das ist harter Tobak. Mehr kann nicht schief gehen und wenn ich jetzt schreibe das NYCFC mehr Ballbesitz hatte und eigentlich das dominantere Team war, glaubt das ja eh niemand. Aber so war es. Red Bull war einfach stets brandgefährlich und NYCFC hat gefällig bis vor das Tor kombiniert und dann war Schluss. Red Bull hat die Tore gemacht und NYCFC nicht.

Und nachdem alles vorbei war, dachte ich gut vergessen und abhaken – nein – dann gab es vor dem Stadion Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern, was in Amerika relativ unüblich ist. Das hat mir dann den Rest gegeben und mich echt traurig gestimmt.

Daraus kann man nur schließen, dass nicht jede europäische Angewohnheit exportiert werden sollte und vielleicht auch nicht jeder alternde Star aus dem letzten Jahrtausend das Spiel unbedingt bereichert, in New York oder anderswo.

By Baba

 

Eindrücke vom Sachsenderby CFC vs. SGD

CFC Panorama

Nach dem Baba über die Mutter aller Bezirksderbies berichtete, folgen nun ein paar Eindrücke zum Sachsenderby des Chemnitzer FC gegen SG Dynamo Dresden. Das Duell gegen die Landeshauptstädter hat immer eine gewisse Brisanz, zumal der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga sich anschickte, alle drei Punkte aus der Stadt der Moderne mitnehmen zu wollen. Diese drei Punkte benötigt der CFC allemal mehr, denn mit Platz 14. steht er nicht in der angepeilten Tabellenregion.

Modern kann ich als gebürtiger Karl-Marx-Städter zumindest den sich in der Schlussphase befindlichen Neubau des Stadions bezeichnen. Dieser wird mit der gewohnten sächsischen Handwerkerkunst und nötigen haushälterischen Vernunft errichtet. Zum offiziellen Eröffnungsspiel im Sommer soll sich nach aktuellem Stand die Nummer zwei des deutschen Fußballs, die Borussia aus Dortmund die Ehre geben. Dann wird hoffentlich angenehmeres Wetter sein, denn an diesem 26. Spieltag war das Wetter schlicht und ehrgreifend richtig mies…ein Grad Celsius, gepaart mit Regen und stürmischem Wind.

Doch wie Klugscheißer schon immer zu sagen pflegten: Es gibt nicht das falsche Wetter, nur die falsche Kleidung. Mein Vater und ich machten uns, um diese Worte natürlich wissend, im besten Klamotten-Zwiebel-Stil auf dem Weg zum Stadion. Selten war ich derart gezwiebelt angezogen. Die ständige Begleitung des beschriebenen Wetters erleichterte allerdings die Entscheidung lieber mehr als weniger anzuziehen. Der Einlass zum Stadion verlief unproblematisch, die übliche Fummelei der Ordner auf Wurfgeschosse oder ähnliches war ein Griff ins Leere. Die Inspektion der örtlichen Urinale gestaltete sich auch ohne Zeitverzug, die Suche nach Platz im Westminster Block #PremiumSponsor ebenso. Mein Bruder hingegen nahm geschmeidig auf der Ersatzbank Platz. Nur wer fit, darf so was.

Einem Sachsenderby angemessen, vollzogen die Chemnitzer Fans eine grandiose Choreografie, bei der Vereinslegenden gewürdigt wurden.

CFC Choreo Kopie

Die Dresdner Fans hatten auch irgendwas auf irgendein Plakat geschrieben…die Erinnerung daran ist zu flüchtig…vielleicht war es: „Niemand will Dynamo poppen“…leider war auch der Film der Kamera genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende, so dass dieses Plakat nicht dokumentarisch festgehalten werden konnte. Ein Jammer ersten Grades.

Ein Jammer für die Chemnitzer Mannschaft war auch die erste Chance der Dresdner, die wiederum in der 1:0 für die SGD mündete. Nach einer Ecke des CFC genügten ein paar schnörkellose Passstationen und Aosman traf in der 6. Minute. Damit war auch die Gelegenheit verstrichen mit dem Spruch „Dem Spiel würde ein Tor gut tun“, das Phrasenschwein zum grunzen zu bringen. Hätte ich dieses eingepackt, dann hätte ich allein bis zur Halbzeitpause das Eintrittsgeld wieder einnehmen können, denn die Redseligkeit des Gegengerade-Publikums steigerte sich von Minute und Spielszene. Hätte hätte Fahrradkette.

Immer mehr, vornehmlich Herren, entpuppten sich als Trainer mit langjähriger Erfahrung und Experten des Schiedsrichterwesens. Auch auf Höhe der Mittellinie konnten diese selbstverständlich, über jeden Zweifel erhaben und alternativlos feststellen, dass die Dresdner Spieler so gut wie immer im Abseits standen, der CFC-geführte Ball NICHT im Aus der Tor-Linie war und die gefoulten Dresdner Spieler alles Weicheier, Memmen und Schauspieler sind. In einer Szene war durchaus Talent erkennbar: der Spieler (Name egal, Hauptsache Dresdner) humpelte erst schmerzverzerrt an die Seitenlinie, um nach wenigen Minuten nach einer Art Blitzheilung wie ein junges Reh die Außenlinie des gepflegten Chemnitzer Rasens entlang zu spurten.

Die 1:0 Führung hielt jedoch nicht lange, denn der CFC antwortete mit einer couragierten Leistung in der 13. Minute. Das Tor entpuppte sich in der Nachbetrachtung jedoch als Eigentor des DD-Abwehrchefs Hefele. Egal, Hauptsache drin, das Ding! Es folgten eher zähe Minuten, die von den stimmgewaltigen Fan-Blocks mit durchaus lustigen Gesängen begleitet wurden. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachten die Dresdner dann doch noch einen Angriff erfolgreich zu Ende und der #TorschützeDesMonatsJanuar Testroet netzte auf Chemnitzer Seite ein.

In der Halbzeitpause wurde die Gelegenheit genutzt, um die Ergebnisse aus den anderen Stadien zu checken, schließlich spielen ja noch sechs andere Ostclubs in der 3. Liga, in der bekanntlich die Party steigt. Die angefangenen soziologischen Studien über die Zusammensetzung des Fußball-Stadion-Publikums wurden kurzerhand auf später verschoben, die eigne Erwärmung hatte dann doch Priorität. Dabei hätte ich auch nie gedacht, dass es mir fürs Bier trinken zu ungemütlich-kalt ist. Was die Studien auch herausfinden sollten: Die Liebe zum Spiel eint das Publikum. Ob es dabei in der Südkurve steht, in der Gegengeraden sitzt oder Lachschnittchen im VIP-Bereich vertilgt.

Die zweite Halbzeit wurde dann durch das Angriffsspiel des CFC geprägt. Es gab viele CFC-Chancen und das heimische Publikum erhob sich mehrmals freudig in der Erwartung eines Tores. Der Dresdner Dynamo kam nur selten ins Laufen, wie ein würdiger Tabellenführer spielten sie jedenfalls nicht mehr. Die strittigen Szenen wurden vom gewohnt fachmännischen Publikum mit „du Schauspieler“ oder „das war niemals Abseits“ beurteilt. Dieser Rhetorik konnte auch ich mich nicht entziehen und war erstaunt, wie schnell der Adrenalin-Pegel doch steigen kann. Es dauerte bis zur 85. Minute als der erlösende und verdiente Ausgleichstreffer durch Danneberg fiel. Kollektiver Freudentaumel inklusive.

Dieser bescherte mir wieder die Einsicht, dass nichts über einen Stadion-Besuch geht. Die Fangesänge, die gefühlten 100 Trainer um einen herum, die Luft die sich mit der Fahne des Alkohols und der Zigaretten mischt und vieles Anderes mehr, was der Kneipen-Trip oder das Lauschen des Sportradios von der heimischen Couch aus nicht leisten kann.

Am Ende steht ein 2:2 Unentschieden mit dem beide Mannschaften nicht zufrieden sein können. Für die Fans war es allemal wärmste Unterhaltung. Und die Dresdner wissen nun auch, dass aus Chemnitz nicht einfach so 3 Punkte mitgenommen werden können.

Pünktlich zum Abpfiff gesellte sich zum Regen wieder der stürmische Wind der uns auf dem Rückweg auch nicht von der Seite wich. Auf diesem folgte die Nachbesprechung. Auch kam die Frage auf, ob mit dem Video-Beweis das Fußballspiel gerechter oder diskussionsärmer werden würde. Eine mögliche Antwort folgt vielleicht auf diesem Blog… oder beim nächsten Spiel. Gern etwas wärmer und wieder mit dem Duo Bier&Stadion-Wurst. #BockwurstMitSenf #NurDerCFC

By Nino