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Pro Neymar Wechsel

GeldFußball

Drei Wochen ist es nun her: der brasilianische Fußballspieler Neymar wechselte vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain. Für 222 Millionen Euro. Weltrekord-Transfer. Dieser Wechsel beschäftigte die Sport- und Medienwelt über Wochen. +++Eilmeldung+++BreakingNews+++gehörten zur Tagespflicht aller üblichen Verdächtigen Sportmedien. Es bestand so gut wie keine Chance sich dem Wechsel-Theater zu entziehen. Es dauert bei jedem Gespräch über Fußball nicht lange und die Frage „Und was sagst du zum Neymar-Wechsel?“ wurde gestellt. Da die Diskussionen bisweilen kontrovers geführt wurden, ist es mal wieder an der Zeit für ein „Pro“ und „Contra“. Ich nehme das runde Leder auf und nehme die Position Pro Neymar-Wechsel ein.

Vorab dazu einige Anmerkungen: Die 222 Millionen Euro Transfersumme und das Zustandekommen über Beraterverträge usw. sind der bisherige, bittere Höhepunkt des allseits kritisierten Transferwahnsinns. Aber auch diese Eskalation hat es etwas Gutes, denn nur dadurch wird auch dem letzten Fußball-Fan klar, in welchen Sphären sich der Fußball im Allgemeinen und das Finanzgebaren von Vereinen und Investoren im Speziellen entwickelt hat. Von schwer bis gar nicht ist beispielsweise zu vermitteln, welche Gehälter mittlerweile gezahlt werden (müssen).

Neymar hat auf seiner ersten PSG-Pressekonferenz gesagt, dass es ihm nie um Geld gegangen sei. Er sei seinem Herzen gefolgt. Dies kann verständlicherweise als die typische Folkore abgetan werden, wenn Spieler zu einem anderen Verein wechseln… der einem das doppelte Gehalt zahlt.

Überdies zeigt dieser Wechsel auf, dass es noch viele Schlupflöcher im Rahmen der Regeln des Financial Fair Play gibt. Wenn es die UEFA damit ernst meint, dann besteht die Möglichkeit Konsequenzen zu ziehen. Das Ausreizen der Regeln hat, so bitter das auch ist, auch immer eine positive Seite. Umso eher verschärft man sie oder schafft sie wieder ab.

Zudem ist Neymars Formulierung bedauerlich, dass er hier Teil eines Projektes sein will. Ein Projekt ist eben ein Vorhaben, was zeitlich begrenzt ist. In den wenigsten Fällen ist es ein langfristiges Vorhaben, ein auf Nachhaltigkeit angelegtes. Dies steht eben im Widerspruch zu den bisherigen Traditionen im Fußball. Ein Verein ist kein Projekt. Hätte er doch einfach gesagt, er will bei PSG Teil einer Entwicklung sein. Einer Vision meinetwegen. Das er etwas mit aufbauen will. Das ist, neben der obszönen, finanziellen Dimension, ein weiterer Wermutstropfen.

Aus sportlicher Sicht kann ich jedoch den Wechsel verstehen.

Der englische Telegraph kommentierte den Wechsel so: „Es ist längst bekannt, dass Neymar gut mit hohem Druck umgehen kann und aufblüht, wenn er in einem Team hinter niemanden zurücksteht. Die gigantische Transfersumme wird ihn nicht beunruhigen. Befreit von Lionel Messis Schatten hat Neymar die Chance zu glänzen.“

Ich ergänze hier noch, dass er aus dem Schatten des Traum-Trios Messi/Suarez/Neymar hervortritt. Jeder Abwehrreihe wurden Kopfzerbrechen bereitet. Messi schoss in der vergangenen Saison 2016/2017 in der Primera División 37 Tore, Suarez 29, Neymar hingegen „nur“ 13. Nur einer von dreien zu sein, das ist auf Dauer für einen Spieler mit den Ambitionen von Neymar zu wenig.

Ich teile daher die Einschätzung, dass er bei PSG der unangefochtene Chef einer Mannschaft sein will. Er führte 2016 schließlich auch als Kapitän die Seleção zu olympischen Gold im eigenen Land.

Die BBC konzentrierte sich auch auf den Sportler Neymar und stellte fest: „Mit 25 im besten Alter und kurz vor einer WM, die seine Karriere definieren kann, hat sich Neymar für einen Club entschieden, der ihm zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit macht, sowohl auf dem Platz als auch abseits davon.“

Selbstverständlich stellt sich die Frage, warum ein Spieler von einem der besten Clubs der Welt zu Paris Saint Germain wechselt. Von der besten europäischen Liga in die nach aktuellem UEFA-Ranking an Nummer 5 herumdümpelde französische Ligue 1. Warum also so ein sportlicher Abstieg? Weil er mit Barcelona alle auf Klubebene zu gewinnenden Titel gewonnen hat!? Sicherlich wäre eine Wiederholung dieser Titel eine Herausforderung. Aber es auch mit einem anderen Team zu schaffen, das ist die nächste große Herausforderung. In der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA steigt ein Spieler in den Rang einer Legende schneller auf, wenn er es schafft mit zwei verschiedenen Teams den Meistertitel zu holen.

Neben den Titeln auf Klubebene sind für Neymar auch die persönlichen Titel eines der treibenden Motive. Nehmen wir die Wahl zum Weltfußballer: Seit 2008 wird dieser Titel lediglich zwischen L. Messi oder C. Ronaldo vergeben. Da bei dieser Wahl meist nicht mehr nur sportliche Aspekte die Hauptrolle spielen, sondern z.B. auch weltweite Bekanntheit, hat hier Neymar eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Als herausragender Spieler von Paris Saint Germain hat er die Möglichkeit allein im Glanze der Anerkennung zu stehen, die Leistungen auf Weltklasse-Niveau vorausgesetzt.

Zudem ist er, wie die BBC schon anmerkte, im besten Fußballer-Alter. Mit 25 Jahren hat er noch einen großen Vertrag vor sich. Danach wird ihn wahrscheinlich auch das Schicksal der „älteren“ Spieler ereilen und junge Spieler seinen Stammplatz streitig machen. Ein Wechsel in eine andere Liga, USA und China lassen grüßen, bietet sich zum Ausklang einer Karriere mittlerweile an.

Ergänzend zur Argumentation des Telegraph und der BBC ist noch auf das große Risiko hinzuweisen. Neymar geht hier sportliches All-In. Paris Saint Germain wird das Gelingen oder Scheitern einer Saison am Abschneiden in der Champions-League festmachen. Es wird daher auf ein paar wenige Spiele, der Gruppenphase und der dann ggf. erreichten K.o.-Spiel-Phase hinauslaufen. In dieser stehen höchstens sieben Spiele an, in denen sich das Schicksal einer ganzen Saison entscheiden wird.

Und in diesen Spielen entscheiden Tagesform, die Liste der verletzten Spieler und andere Einflüsse. Hier kommt es z.B. auf die Breite des Kaders von PSG an. Dieser ist m.E. nicht in einer Verfassung, wie das bei den TOP Five 5 #Real Madrid #Atlético Madrid # FC Barcelona # FC Bayern München #Juventus Turin der Fall ist.

So, jetzt liegt der Ball im Feld Contra.

By Nino

Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München

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Wer nicht sehen will, der muss hören. So war mein Motto für das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid vs. FC Bayern München. Die fehlende Fernsehübertragung des ZDF, die ungewohnte Unlust sich in eine Kneipe zu begeben und die erste leise Hoffnung, dass noch weitere Spiele des FCB in der CL folgen würden, führten zu dieser etwas anderen Spiel-Verfolgung. Die zweite leise Hoffnung war, dass der Kommentator nicht „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ ins Mikro schreien würde. Als Kind habe ich gelegentlich die Bundesliga-Konferenz-Schaltung mit meinem Opa angehört, in den letzten Jahren war der ein oder andere Samstag-Nachmittag dabei, an dem die Konferenz-Schaltung bei Sport1.fm verfolgt wurde. Das war zuweilen sehr unterhaltsam. Unterhaltsam sollte eigentlich auch der SPORT1 Fantalk mit den Quasselstrippen #Neururer #Pocher und #Helmer sein. Diese Sprachpoeten kann man sich aber nicht mal besoffen geben. Also hieß es Radio, mit Kopfhören auf der Couch.

Nach der 1:2 Hinspiel-Pleite war die Vorgabe für die Münchner Bayern klar. Zwei Tore und das Weiterkommen wäre gesichert. Für Reals Madrilenen war klar, dass auch ein 0:0 reichen würde, um das Ziel der 1. Titelverteidigung in der CL-Geschichte weiter verfolgen zu können.

Gern würde ich jetzt ein paar bessere Eindrücke niederschreiben können. Jedoch sind mir nur noch Sprachfetzten in Erinnerung: „Schuss geklärt von Boateng auf der Linie!“, „Kross aus der Mitteldistanz.“, „3.te gute Chance für Real“. Die durchgehend rasante Kommentierung lässt kaum Zeit, das Gesagte zu verarbeiten. Die Halbzeit-Pause war daher eine willkommene Abwechslung.

Mit der zweiten Halbzeit ging der wilde Sinnes-Kick weiter. „Auf der Linie gerettet. Marcelo mit dem Kopf auf der Linie.“, „Elfmeter für die Bayern. Lewandowski trifft.“ „Vidaaaal drüüüberrrr! Über den Kasten donnert.“ Ich versuchte mir alles bildlich vorzustellen, scheiterte aber zunehmend an den Entwicklungen des Spiels. Der Einwechslung von Müller folgte das Kopfball-Tor von Ronaldo. Diesem folgt das Eigentor von Ramos. Dann Platzverweis für Vidal. Man hört, es wäre ein faires Tackling gewesen. Dann eben wieder 11 vs. 10. Man hört, das sich Hummels und Boateng über den Platz schleppen. Nach 90 Minuten steht es 2:1 für den FCB. Das bedeutet Verlängerung, 30min mehr in Unterzahl. In dieser Verlängerung schießt Ronaldo seine Viertelfinal-Tore 4 und 5, sein 100. CL-Tor insgesamt. Der Typ schafft es eben, alle in den Wahnsinn zu treiben. In allen Belangen.

Dass das fünfte Tor aus klarem Abseits gefallen sein soll, das würde ich auch gerne einschätzen können. Höre es aber eben nur. Auch wenn der Kommentator eloquent und mit der nötigen Neutralität das Spiel beschreibt und dies zu einem Erlebnis der anderen Art werden lässt, so bleibt diese Spielverfolgung nur eines der 2. Klasse. Zumal ein CL-Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften bisher nicht für Langeweile und Rumpelfußball stand.

So erfüllte sich zumindest nur die zweite leise Hoffnung. „Was für ein Tor. Das müssen sie gesehen haben!“ wurde nicht gesagt. Dafür aber insgeheim das ganze Spiel. Wer nicht sehen will, muss leiden. Das ist jedenfalls meine Lehre aus diesem Hör-Spiel. Welche die Bayern daraus ziehen sollen, darüber wird sicherlich treffsicher diskutiert werden.

By Nino

 

 

Kommentar zum Ballon d’oh!

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Vor einer Woche wurde Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer 2014 erkoren. Platz 2 belegte Lionel Messi, auf Platz drei wurde Manuel Neuer gewählt. Wenn es nach den hyperventilierenden deutschen Sportjournalisten gehen würde, dann ist dieser dritte Platz die größte Ungerechtigkeit der jüngeren Fußballhistorie, wenn nicht sogar das Ende des Fußball-Abendlandes.

Das ist jedoch Mumpitz, denn mit etwas Abstand betrachtet ist das Ergebnis gar nicht so unlogisch. Schade allemal, keine Frage. Aber bei dieser Wahl geht es, neben den unbestritten überragenden Leistungen der Platzierten, auch um andere Aspekte. Aspekte wie: Wer hat mehr Marktwert? Wer hat mehr Freunde/Follower in den sogenannten „sozialen Netzwerken“? Wer hat das größere Ego? Vielleicht sogar wer die dicksten Eier hat?

Bezeichnend dazu dieses Bild…

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Neuer kommt eben nicht als Werbefigur, sondern als Fußballer der Marke Sympathieträger.

Und die gerade genannten Aspekte haben sicherlich die Nationaltrainer, Mannschaftskapitäne und die ausgewählten Sportschreiberlinge in ihre wohlüberlegte Wahl einbezogen. Anders ist dieses Ergebnis nicht zu erklären. Ist ja nicht so, dass diese Wahl eine Farce ist und die FIFA ein kolossales Korruptionsproblem hat…

Das Manuel Neuer im letzten Jahr nicht nur Double-Sieger, Weltmeister und Welttorhüter geworden ist, sondern „nebenbei“ auch das Spiel des Torhüters revolutioniert hat, das hat sich noch nicht so bemerkbar gemacht. Im WM-Blog habe ich noch geschrieben: „Das sollte ihn von seinen pulssteigernden Ausflügen ins Mittelfeld hoffentlich abhalten.“ https://thebeautifulgame2014.wordpress.com/2014/06/11/11/

Ein halbes Jahr später gehören diese Ausflüge zu seinem Repertoire und die taktische Flexibilität des FCB und der National11 wurde um ein weiteres Element erweitert.

Im Gegensatz dazu ist hinreichend bekannt, das CR7 sein eigenes Museum hat! Im Alter von 29 Jahren! Ja hat der denn noch alle Trophäen im Schrank? Oder Lionel Messi…dieses fast Heiligtum vom FC Barcelona (wobei man die Religion wie bei vielen anderen Themen lieber aus dem Spiel lassen sollte) hat zwar kein turmhohes Ego wie Ronaldo, aber wenn er mehr als einmal auf der Bank sitzt, dann wird der Trainer zu dem Bahnsteig geschickt, der in Richtung #Entlassung #MechanismenDerBranche fährt.

Das diese Wahl auch anders laufen kann, zeigen die Ergebnisse bei den Frauen und den Trainern. Dreimal Chapeau an Nadine Keßler, Ralf Kellermann und Joachim Löw! Hier wurde schlichtweg nach Leistung entschieden. Und das zählt bekanntlich auf’m Platz.

Ich bin mir sicher, dass Manuel Neuer irgendwann zum Weltfußballer gewählt wird. Das er es 2014 nicht geworden ist, liegt daran das er seiner Zeit voraus ist…

By Nino