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Go Beijing Guoan Go

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Diesen Sommer habe ich mit meiner Familie in Peking Urlaub gemacht und mit meinem Sohn das Vorhaben durchgesetzt, ein Spiel des Hauptstadtteams aus Peking zu sehen. Ich hatte schon einmal ein Spiel von Beijing Guoan F.C. gesehen. Im Jahr 2010 hatte sich das Team im Regen von Peking zu einem mageren 0-0 geschleppt und ich erinnere mich nur noch an das Wachpersonal, welches auf kleinen Hockern auf der Tartanbahn saß und grimmig in die Fans schaute. Für mich war das einprägsamste, dass die Polizisten oder Security Leute damals Ausgehuniformen trugen, welche denen der NVA stark ähnelten. Ein wenig Heimat in der Ferne dachte ich mir damals.

PerkinOrdner

Nun fast 9 Jahre später freute ich mich auf einen sehr warmen Sommerabend, bei dem der Spitzenreiter der Chinesischen Super League das Team von Chongqing Dangdai Lifan F.C. empfing. Beijing hatte die letzten 8 Partien allesamt gewonnen und die letzten 14 von 15 Spiele für sich entschieden. In jedem Heimspiel der Saison hatte Beijing mindestens 2 Tore geschossen, also konnte wir getrost davon ausgehen, dass es diesmal kein mageres 0-0 geben würde. Es war zu erwarten, dass unter der Regie von Trainer Roger Schmidt (ehemals Leverkusen, Salzburg, Münster, Paderborn) mit seinem bekanntestem Spieler Renato Augusto (ehemals Leverkusen, Corinthias, Flamengo und brasilianisches Nationalteam) die Zuschauer auf ihre Kosten kommen würden.

Außerdem wollte ich unbedingt meinem 6-jährigen Sohn ein Spiel in Chinas oberster Spielklasse zu Gute kommen lassen. Bisher hatte er ausschließlich den CFC und in New York den NYCFC gesehen. In diesem Jahr hatte er große Fortschritte in seinem Fußballspiel erzielt und einen schönen strammen Schuss (The Hammer) erlangt.

Leider konnten wir im Vorfeld keine Eintrittskarten erwerben, da in China derzeit alles und jeder nur noch mit WeeChat bezahlt wird (Bargeldlos mit dem Handy) und wir als Touristen dazu aber keinen Zugang hatten. So waren wir auf die Ticketverkäufer vor dem Stadion angewiesen, welche uns für 300RMB zwei Tickets in der Nordkurve verkauften. Das sind rund 50$ und nahe am Originalpreis. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Verkäufer Offizielle sind oder aber sich mit den Tickets etwas hinzuverdienen. In unserem Fall hat der Ticketmann 10$ verdient. Dann haben mein Sohn und ich uns noch mit Fan-Utensilien eingedeckt (Schals und Tröte) und ab ging‘s Richtung Beijing Workers Stadium. Als Ausländer mussten wir zu einem speziellen Einlass, wo unsere Pässe gescannt und unsere Eintrittskarten abgerissen worden. Was auffiel war, dass das gesamte Personal vom Verkäufer bis zur Security sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend auftraten. Insgesamt fühlte ich mich sehr sicher und konnte mich mit meinem Sohn auf die Eindrücke konzentrieren.

Im Stadion haben wir dann noch den offiziellen Fanshop besucht und den Presseraum von außen betrachtet. Genau davor trafen wir dann auch wieder auf die fast vertrauten Männer in Uniformen, die für Recht und Ordnung sorgen. Nachdem wir uns mit Sandwiches, Popcorn und Wasser eingedeckt hatten ging es ins Stadion. Leider habe ich keinen Bier-Stand gesehen und auch gab es wie zu erwarten keine Stadionwurst.

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Unsere Plätze waren im Unterrang der Nordkurve rechts neben einer der Ultragruppen von Beijing Guoan F.C., die während des gesamten Spiels sangen. Viele der Melodien waren mir bekannt und mein Sohn hatte den größten Spaß mitzusingen und auf den Stühlen zu stehen. Im Laufe des Spiels standen alle Zuschauer neben den Ultras wie auch die Ultras selbst auf den Stühlen und ahmten die Gesänge nach. Es gab zwei weitere Ultragruppierungen: eine auf der Gegentribüne und eine auf dem Nordwestlichen Oberrang. All diese Gruppen waren ca. 200 – 300 Mann stark und sehr gut organisiert, aber auch sehr freundlich. Alle Energie wurde in das Singen von Liedern, rufen von Slogans und Fahnen schwenken gesteckt. Viele von den sehr jungen Fans hatten sehr viel Spaß dabei und zeigten mir eine sehr lebendige, ausgelassene und vor allem friedliche Fankultur. Zum Anpfiff war das Stadion gut gefüllt mit einem sehr vielseitigen Publikum.

 

 

UltrasLinks

UltrasRechts

Das Spiel ist schnell erzählt: Chongqing Dangdai Lifan F.C. ging in der 3. Minute nach individuellem Abwehrfehler in Führung. Danach drückte Beijing auf den Ausgleich und hatte viele Möglichkeiten. Währen dessen blieb Chongqing Dangdai Lifan F.C. immer durch Konter gefährlich und hätte durchaus die Führung ausbauen können, wenn sie ihre Konter konsequenter zu Ende gespielt hätten. In der 39. Minute war es dann soweit und Beijing schoss den Ausgleich per Flanke und Kopfball. Dies hatte sich angedeutet, war doch Beijing von Minute zu Minute stärker geworden.

In der Halbzeitpause gab es das Maskottchen – ein Löwe – der durchs Stadionrund tobte und mit Kinder Fußball spielte. In der Halbzeitpause stoppten auch die Ultras bei Zigaretten und Wasser, um sich auf die 2. Halbzeit vorzubereiten.

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Kurz nach Wiederanpfiff gab es einen berechtigten Elfmeter direkt vor unserer Kurve für Bejing. Renato Augusto ließ sich nicht lange bitten und netzte zur verdienten Führung des Spitzenreiters ein (48. Minute). In der 64. und 70. Minute erhöhte dann Beijing auf 4-1 und machte so jeden Heimfan glücklich. Danach plätscherte das Geschehen auf dem Rasen dahin und zollte dem hohen Tempo bei extrem heißen Temperaturen Tribut. Nur auf den Rängen schwappte die Laola-Welle durch das Stadion.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, mit fantastischen Fans, einem sehr gut organisierten Team aus Peking, vielen schönen Toren und einem absolut verdienten Sieg.

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Beijing Guoan F.C. wir kommen wieder und diesmal werden wir nicht 9 Jahre warten!

Mein Sohn singt heute noch die Lieder und hat jetzt erst seine Leiterin in den Ferienspielen mit den Gesängen konfrontiert und die anderen Kinder instruiert. Ich glaube, hier wächst ein enthusiastischer Nachwuchsfan heran – alles richtiggemacht –.

By Baba

 

Tibet oder China? Fußball!!!

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Also dann ist es endlich passiert. Das erste Spiel der chinesischen U20 auf deutschem Boden. Am Samstag spielte Schott Mainz gegen die U 20 aus China und es kam nicht zu den erwarteten Protesten durch Fußballtraditionalisten à la 11Feinde, sondern Proteste welche ich zumindest überhaupt nicht auf dem Plan hatte.

Klar weiß ich um die protestierenden Tibeter aus meiner Zeit in Berlin und habe auch in meinem Bekanntenkreis ein paar Hipster und Ökomuddis, die im Prenzelberg oder Friedrichshain eine Tibet-Flagge auf dem Balkon haben. Auf die Nachfrage warum, wurde ich meist moralisch belehrt und mir der Konflikt dargelegt: Tibet und Buddhismus gut. China und Kommunismus böse oder so ähnlich. So schön und so einfach. Jedenfalls gefällt vielen die Flagge und auch ich finde diese farbenfroh. Naja, soweit so hip. Dennoch hatte ich diese Demonstranten nicht für dieses Spiel auf dem Plan.

Das Spiel lief schon, als ein Funktionär der Chinesen die Mannschaft dazu bewegte vom Platz zu gehen. Aus meiner Sicht ein vollkommen sinnfreier Akt, da das Spiel ja schon lief und sich bis dahin keiner an den 3-5 Tibet-Flaggen gestört hatte, auch nicht die Spieler. Aber auch das muss man in aller Ernsthaftigkeit sagen, wissen wir nicht unter welchem ungeheurem Druck der Funktionär stand oder er vielleicht annahm zu stehen. Die Tibetprotestierer suchten in gewohnt friedlicher Weise den Dialog mit Medien und Security und Spielern von Schott und ließen sich dazu bewegen, nach einer Weile ihre Flaggen einzurollen. Das Spiel wurde fortgesetzt und Mainz gewann 3-0. Soweit zum Ablauf der Partie.

Lange dachte ich noch nach und es war klar, dass diese Flaggen da waren um zu demonstrieren und ich auch kein großer Fan davon bin, politische Inhalte in Fußballstadien zu verbreiten. ABER das ist nun mal in Deutschland üblich: Den Gegner mit Transparenten, Fahnen, Pyro, Sprechchören usw. zu provozieren. Es gehört zum Spiel und macht die Fankultur auch aus. Nun darf bezweifelt werden, dass die Tibet-Fans jedes Wochenende ihre Flaggen bei Schott Mainz zeigen, sondern extra dafür angereist sind, um ihrem Protest gegen Chinas Tibet-Politik Ausdruck zu verleihen. Ich finde, dass das nicht sein muss, aber es ist durchaus legitim. Nichts wäre passiert, hätte der eine chinesische Funktionär nicht gedacht, etwas unternehmen zu müssen. Man hätte den Protest einfach ignorieren sollen und gut.

Aber und nun hat der Funktionär wahrscheinlich aus Angst richtig viel Öl ins Feuer gekippt und es ist damit zu rechnen, dass selbst Hooligans und Ultras welche politisch noch nichts mit Tibet zu tun hatten, ihre große Liebe zum Hochland finden und in den nächsten Spielen zum Ausdruck bringen. Und was dann??? Wird die chinesische Mannschaft auf ihre Gastspiele verzichten, wie sie es unter der Woche angekündigt haben? Wir werden sehen, aber ich denke daran, dass die chinesische Mannschaft hierherkam, um ihren Fußball zu verbessern und sich einzuspielen und zu lernen. Und genau darum geht es, dass die chinesische Mannschaft lernt was Fußballkultur in Deutschland heißt: Bratwurst, Bier, Provokation, Lärm und Meckerrentner – vor allem in der Regionalliga. China kann hier auch lernen, dass sie ihre Gesinnung nicht jedem Land aufdrücken können, vor allem wenn es in diesem Land so etwas wie Meinungsfreiheit gibt. Und China kann davon lernen, dass es nicht notwendig ist, andere zu unterdrücken oder zu zensieren. Und das hoffe ich, werden die Funktionäre lernen. Sollte China sich jemals für eine WM bewerben, müssen sie diese Provokationen hinnehmen lernen und einfach ignorieren. Das Zeigen von Tibet-Flaggen bei einem Regionalligaspiel wird nicht die Tibet-Politik Chinas ändern, zeigt es doch die Hilfslosigkeit der Betroffenen. Damit liegt im Besuch der chinesischen Mannschaft die Chance für China Coolness und Abgeklärtheit im Fußball und in der Politik zu erleben und zu erlernen. Die deutsche Wirtschaft und Politik will Geschäfte mit China und versucht schon durch den DFB Einfluss zu nehmen, aber dies lassen sich die Deutschen Fußballfans nicht nehmen: Provokation im Fußball.

Ich habe mich schon die ganze Zeit gewundert, warum die U20 Chinas sich so hochoffiziell anmeldet und damit für Verwunderung und Widerstand in den Vereinen sorgt. Im Sommer war die japanische U20 in Chemnitz zu Gast und soweit ich weiß, haben die im Sommer viele Freundschaftsspiele in Europa absolviert. Kein großes Gewese und eine Nachricht an die Fans 3 Tage vorher sorgten für schöne Freundschaftsspielatmosphäre. Die Vereine werden direkt eine Spende von den Japanern erhalten haben und der DFB war nicht involviert. Ich halte das für den einfacheren und besseren Weg, als die U20 Chinas in eine Regionalliga zu platzieren und die Vereine mit der mageren Summe von 15000 Euros abzuspeisen. Ich denke, der chinesische Fußballverband hat dies auf politischer Ebene ausgehandelt und nun wird deren Präsenz in den Stadien zu einem Politikum. Als Großmacht sollte China viel cleverer und abgeklärter auf Provokationen im fernen Ausland reagieren und unsere Verbandsbosse und Politiker müssen noch lernen, dass sie nicht umfallen und Handlanger der Chinesen werden, nur weil sie durch die Eurozeichen in ihren Augen erblindet sind.

Ich hoffe die U20 spielt alle Freundschaftsspiele und ignoriert alle Anfeindungen und Provokationen. Und ich hoffe, dass die deutschen Fans unserer Vereine gute Gastgeber bleiben, ohne sich zu verbiegen.

By Baba

Pro Neymar Wechsel

GeldFußball

Drei Wochen ist es nun her: der brasilianische Fußballspieler Neymar wechselte vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain. Für 222 Millionen Euro. Weltrekord-Transfer. Dieser Wechsel beschäftigte die Sport- und Medienwelt über Wochen. +++Eilmeldung+++BreakingNews+++gehörten zur Tagespflicht aller üblichen Verdächtigen Sportmedien. Es bestand so gut wie keine Chance sich dem Wechsel-Theater zu entziehen. Es dauert bei jedem Gespräch über Fußball nicht lange und die Frage „Und was sagst du zum Neymar-Wechsel?“ wurde gestellt. Da die Diskussionen bisweilen kontrovers geführt wurden, ist es mal wieder an der Zeit für ein „Pro“ und „Contra“. Ich nehme das runde Leder auf und nehme die Position Pro Neymar-Wechsel ein.

Vorab dazu einige Anmerkungen: Die 222 Millionen Euro Transfersumme und das Zustandekommen über Beraterverträge usw. sind der bisherige, bittere Höhepunkt des allseits kritisierten Transferwahnsinns. Aber auch diese Eskalation hat es etwas Gutes, denn nur dadurch wird auch dem letzten Fußball-Fan klar, in welchen Sphären sich der Fußball im Allgemeinen und das Finanzgebaren von Vereinen und Investoren im Speziellen entwickelt hat. Von schwer bis gar nicht ist beispielsweise zu vermitteln, welche Gehälter mittlerweile gezahlt werden (müssen).

Neymar hat auf seiner ersten PSG-Pressekonferenz gesagt, dass es ihm nie um Geld gegangen sei. Er sei seinem Herzen gefolgt. Dies kann verständlicherweise als die typische Folkore abgetan werden, wenn Spieler zu einem anderen Verein wechseln… der einem das doppelte Gehalt zahlt.

Überdies zeigt dieser Wechsel auf, dass es noch viele Schlupflöcher im Rahmen der Regeln des Financial Fair Play gibt. Wenn es die UEFA damit ernst meint, dann besteht die Möglichkeit Konsequenzen zu ziehen. Das Ausreizen der Regeln hat, so bitter das auch ist, auch immer eine positive Seite. Umso eher verschärft man sie oder schafft sie wieder ab.

Zudem ist Neymars Formulierung bedauerlich, dass er hier Teil eines Projektes sein will. Ein Projekt ist eben ein Vorhaben, was zeitlich begrenzt ist. In den wenigsten Fällen ist es ein langfristiges Vorhaben, ein auf Nachhaltigkeit angelegtes. Dies steht eben im Widerspruch zu den bisherigen Traditionen im Fußball. Ein Verein ist kein Projekt. Hätte er doch einfach gesagt, er will bei PSG Teil einer Entwicklung sein. Einer Vision meinetwegen. Das er etwas mit aufbauen will. Das ist, neben der obszönen, finanziellen Dimension, ein weiterer Wermutstropfen.

Aus sportlicher Sicht kann ich jedoch den Wechsel verstehen.

Der englische Telegraph kommentierte den Wechsel so: „Es ist längst bekannt, dass Neymar gut mit hohem Druck umgehen kann und aufblüht, wenn er in einem Team hinter niemanden zurücksteht. Die gigantische Transfersumme wird ihn nicht beunruhigen. Befreit von Lionel Messis Schatten hat Neymar die Chance zu glänzen.“

Ich ergänze hier noch, dass er aus dem Schatten des Traum-Trios Messi/Suarez/Neymar hervortritt. Jeder Abwehrreihe wurden Kopfzerbrechen bereitet. Messi schoss in der vergangenen Saison 2016/2017 in der Primera División 37 Tore, Suarez 29, Neymar hingegen „nur“ 13. Nur einer von dreien zu sein, das ist auf Dauer für einen Spieler mit den Ambitionen von Neymar zu wenig.

Ich teile daher die Einschätzung, dass er bei PSG der unangefochtene Chef einer Mannschaft sein will. Er führte 2016 schließlich auch als Kapitän die Seleção zu olympischen Gold im eigenen Land.

Die BBC konzentrierte sich auch auf den Sportler Neymar und stellte fest: „Mit 25 im besten Alter und kurz vor einer WM, die seine Karriere definieren kann, hat sich Neymar für einen Club entschieden, der ihm zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit macht, sowohl auf dem Platz als auch abseits davon.“

Selbstverständlich stellt sich die Frage, warum ein Spieler von einem der besten Clubs der Welt zu Paris Saint Germain wechselt. Von der besten europäischen Liga in die nach aktuellem UEFA-Ranking an Nummer 5 herumdümpelde französische Ligue 1. Warum also so ein sportlicher Abstieg? Weil er mit Barcelona alle auf Klubebene zu gewinnenden Titel gewonnen hat!? Sicherlich wäre eine Wiederholung dieser Titel eine Herausforderung. Aber es auch mit einem anderen Team zu schaffen, das ist die nächste große Herausforderung. In der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA steigt ein Spieler in den Rang einer Legende schneller auf, wenn er es schafft mit zwei verschiedenen Teams den Meistertitel zu holen.

Neben den Titeln auf Klubebene sind für Neymar auch die persönlichen Titel eines der treibenden Motive. Nehmen wir die Wahl zum Weltfußballer: Seit 2008 wird dieser Titel lediglich zwischen L. Messi oder C. Ronaldo vergeben. Da bei dieser Wahl meist nicht mehr nur sportliche Aspekte die Hauptrolle spielen, sondern z.B. auch weltweite Bekanntheit, hat hier Neymar eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Als herausragender Spieler von Paris Saint Germain hat er die Möglichkeit allein im Glanze der Anerkennung zu stehen, die Leistungen auf Weltklasse-Niveau vorausgesetzt.

Zudem ist er, wie die BBC schon anmerkte, im besten Fußballer-Alter. Mit 25 Jahren hat er noch einen großen Vertrag vor sich. Danach wird ihn wahrscheinlich auch das Schicksal der „älteren“ Spieler ereilen und junge Spieler seinen Stammplatz streitig machen. Ein Wechsel in eine andere Liga, USA und China lassen grüßen, bietet sich zum Ausklang einer Karriere mittlerweile an.

Ergänzend zur Argumentation des Telegraph und der BBC ist noch auf das große Risiko hinzuweisen. Neymar geht hier sportliches All-In. Paris Saint Germain wird das Gelingen oder Scheitern einer Saison am Abschneiden in der Champions-League festmachen. Es wird daher auf ein paar wenige Spiele, der Gruppenphase und der dann ggf. erreichten K.o.-Spiel-Phase hinauslaufen. In dieser stehen höchstens sieben Spiele an, in denen sich das Schicksal einer ganzen Saison entscheiden wird.

Und in diesen Spielen entscheiden Tagesform, die Liste der verletzten Spieler und andere Einflüsse. Hier kommt es z.B. auf die Breite des Kaders von PSG an. Dieser ist m.E. nicht in einer Verfassung, wie das bei den TOP Five 5 #Real Madrid #Atlético Madrid # FC Barcelona # FC Bayern München #Juventus Turin der Fall ist.

So, jetzt liegt der Ball im Feld Contra.

By Nino

Einmal China und zurück

China

Ein Kommentar von Baba:

Nun will ich mich auch einmal in einem Beitrag über den aufstrebenden chinesischen Fußball äußern:

Je nachdem wie sich jeder Fußballfan so fühlt werden entweder die chinesischen Millionen willkommen geheißen und oder die Absurdität und Exklusivität, welche in den vergangenen 1-2 Jahren auf dem Transfermarkt entstanden ist, angeklagt oder negativ dargestellt. Irgendwie wird diese Diskussion nicht vollständig und sachlich geführt und da mir das schon seit einer Weile krumm liegt hier mal meine Darstellung der gegenwärtigen Situation:

  1. China versucht seinen nationalen Fußball unbedingt voranzubringen. Da werden Fußballschulen gebaut, Fußball als Pflichtfach eingeführt und die nationale Liga stark promoted.
  2. Es werden viele europäische Trainer angestellt, sowohl in den Schulen als auch in der Liga.
  3. Pro Erstliga Team sind drei, 3, DREI Ausländer erlaubt, da sich das nationale Niveau steigern soll.
  4. Wohlhabende Besitzer und oder Gönner der Vereine kaufen für viel Geld gute Fußballer ein, welche ohne den Geldanreiz wahrscheinlich nicht nach China gewechselt wäre, siehe Oscar.
  5. Wenn diese hohen Ablösesummen fließen, müssen die Spender extra Geld in die Ausbildung des nationalen Fußballs investieren.
  6. Der chinesische Fußballverband lässt seine U20 Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest starten, als Freundschaftsspiel und mit einer guten Summe für die Vereine obendrauf.

Wenn ich mir diese Punkte so ansehe kann ich keine negativen Aspekte dieses Aufstrebens erkennen:

zu Punkt 1: Das China versucht seinen Fußball auf ein anderes Niveau zu heben, kann keiner verdenken und gibt mir als Fußballfan doch nur einen neuen Anreiz, sollten sie es denn schaffen so stark zu werden, dass sie auf internationalen Level sich duellieren können.

Zu Punkt 2: Es ist durchaus zu begrüßen, dass viele top ausgebildete Trainer in China eine Anstellung finden.

Zu Punkt 3: Eine Ausländerquote pro Team ist durchaus nützlich und sinnvoll, wenn man eine Sportart verbessern will.

Zu Punkt 4: Die hohen Summen kommen den Vereinen in Europa zu Gute und sie hätten wohl beim Verkauf in ein anderes Land weniger kassiert.

Zu Punkt 5: Ich finde der nationale Fußballverband hat damit eine großartige Struktur geschaffen, um auf lange Sicht davon wegzukommen Spieler aus dem Ausland zu kaufen und dafür die Geldgeber einzuspannen.

Zu Punkt 6: Dieser Punkt wurde kontrovers diskutiert, doch finde ich, dass dieser Austausch doch nur jedem hilft: Die Vereine bekommen ein extra Spiel mit Einnahmen durch die Fans, die Extrasumme und Catering. Zusätzlich kann sich die chinesische Mannschaft einspielen und sich einige Spieler vielleicht vorstellen. Dazu kommt das viele der in Deutschland lebenden Chinesen es wahrscheinlich begrüßen, das ihr Nationalteam hier spielt und wahrscheinlich die Spiele besuchen werden. Damit können neue Fangruppen erschlossen werden und ein kultureller Austausch findet statt.

Wie gesagt, ich kann beileibe nichts Negatives an dem Aufstreben des Fußballs erkennen, ganz im Gegenteil, ich denke dies bedeutet die Chance zu einem schönen Austausch und vielleicht zum Aufkommen einer neuen Fußballnation auf höchstem Niveau.

Keiner weiß was die Zukunft bringt, aber man muss sich gewiss nicht vor einem Aufstreben des Fußballs in China fürchten.

By Baba