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Himmelblaue Fassungslosigkeit

WahnsinnBundesliga

Nach dem ich Anfang April über die Geschehnisse am und nach dem 9. März 2019 und deren Aufarbeitung nur noch wütend war , so machen einem die neuesten Entwicklungen beim Chemnitzer FC nur noch fassungslos. Nach jeder Meldung bleibt man erstmal sprachlos zurück und hofft, dass irgendjemand den Stopp-Button drückt, um die himmelblaue Eskalation zu beenden.

Den Anfang machte die Stellungnahme des CFC-Notvorstandes, in der dieser u.a. den Insolvenzverwalter Klaus Siemon der Lüge hinsichtlich der Beteiligung an oben stattgefundener Trauerzeremonie bezichtigt. Eine interessante Wendung und sofern dann auch so von der Staatsanwaltschaft eingeschätzt, wäre das eine Bankrotterklärung in Sachen Glaubwürdigkeit für Herrn Siemon. Soweit ist es aber noch nicht und daher wurde von ihm die Zeit genutzt, von dieser Aktion mit einer Reaktion in Form des Antrags auf Masseunzulänglichkeit des Chemnitzer FC e.V. abzulenken. „Eine Insolvenz in der Insolvenz“ steht einem Insolvenzverwalter an sich nicht wirklich gut zu Gesicht. Aber vielleicht steckt dahinter ja ein viel größerer Plan, den nur er kennt. Nicht viel scheint er aber von dem Fußball-Verein zu wissen, den er gerade offensichtlich völlig instinktlos sanieren soll. Anders kann ich mir die ein paar Tage später unangekündigten Kündigungen der Nachwuchstrainer nicht erklären. Hinter den Planstellen stehen immer noch Menschen. Und da es um den Nachwuchs geht, kochen die Emotionen verständlicherweise noch ein wenig höher.

Um das Emotionsfass dann aber zum Überlaufen zu bringen, bedurfte es noch der Entlassung des Mannschaftskapitäns und Publikumslieblings Daniel Frahn wegen massiv vereinsschädigenden Verhaltens. Als massiv vereinsschädigend wird die „offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung „Kaotic Chemnitz“ und der aufgelösten Gruppe „NS-Boys““ angeführt. Zur Begründung des CFC wurde die gemeinsame An-und Abreise zum Auswärtsspiel gegen den Hallenser FC mit oben genannten Köpfen angeführt.

Im ersten Moment dachte ich: „Was für eine Scheiße mit Frahn. Das können die doch nicht machen!“ Mit die, sind die Gesellschafter bzw. die CFC Fußball GmbH gemeint. Vor allem der Stil der sofortigen Trennung wirkt teilweise völlig unangemessen. Den Teil „Daniel Frahn, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr.“ hätte man sich wirklich sparen können. Man denkt halt dann auch nicht mehr die paar Schritte weiter, die vor dem Eingang des Arbeitsgerichts enden könnten.

Umso länger ich jedoch darüber nachdenke, umso verwirrender ist die ganze Situation. Letztes Jahr ist Frahn beim CFC geblieben, obwohl er hätte woanders spielen können und mehr verdient hätte. Warum soll er jetzt gehen? Vielleicht weil die ganzen Jahre nur Unruhe im Verein war und weiterhin ist? Selbst mit dem Aufstieg bzw. der Rückkehr in die 3. Liga und dem Sachsenpokal-Gewinn ist keine richtige Euphorie entstanden. Und dann noch einen ordentlichen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Aber darum soll er jetzt gehen? Das macht keinen Sinn. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Ein streitbarer Typ war Frahn auf dem Platz schon immer. Sportlich gesehen hinterlässt er eine riesen Lücke.

Derweil drehte sich das kuriose-Meldungen-Kreisel weiter. Nun bot sich ausgerechnet der Aue Präsident Helge Leonhardt an, um den CFC-Nachwuchs zu retten. Mein ehemaliger Nachbar (glühender Aue-Fan) erzählte mir oft und gerne, dass früher die besten Auer-Spieler zum FCK geschickt wurden und Aue (und vor allem er) sehr darunter gelitten hatten. Die beste Gelegenheit also um alte Rechnungen zu begleichen? Nach aktuellem Stand wird dieses Szenario aber nur ein feuchter Schacht-Traum bleiben. Denn „glücklicherweise“ wollen sich jetzt die CFC Fußball GmbH auf der einen Seite und ein Bündnis aus verschiedenen Vereinen u. Institutionen aus Chemnitz auf der anderen Seite um den Erhalt des Nachwuchsleistungszentrums kümmern. An sich schön, dass wenigstens zu viele Leute als zu wenige Leute auf dieser himmelblauen Baustelle stehen.

Für positive Nachrichten könnte der CFC in der 1. Runde des DFB-Pokals sorgen. Vor einer wahrscheinlich ausverkauften Fischerwiese treffen die Himmelblauen auf den bisherigen Chaos-Club Nr. 1 aus Deutschland. Mit dem sportlichen Fehlstart ist der CFC zumindest in dieser Kategorie mit dem Hamburger SV auf Augenhöhe.

Die himmelblaue Hoffnung stirbt zuletzt, dass der CFC sich nur sportlich mit dem HSV auf Augenhöhe begegnet.

By Nino

Hinweis auf Richtigstellung:

In der ersten Version dieses Textes ist mir ein Fehler unterlaufen. Bei der Vorbereitung habe ich ein in der Lokalpresse veröffentlichtes Bild als Grundlage zur Beschreibung eines Sachverhalts genutzt. Dieser wurde jedoch meinerseits unbeabsichtigt falsch dargestellt. Ich wurde dankenswerterweise von zwei Lesern auf den Fehler hingewiesen. Ich bedaure diesen und möchte hiermit bei den Beteiligten um Entschuldigung bitten. Der Text wurde entsprechend aktualisiert.

 

 

„Was bisher geschah…“ Teil 9

Neun

Das letzte Mal einstellig, dann sind wir schon bei Numero 10. Vorher können wir in aller gebotenen Bescheidenheit in unserer Rückblicks-Kategorie „Was bisher geschah…“ wie eh und je auf einen bunten Strauß an Themen zurückblicken. Wir haben uns dem ewigen Thema „Relegation“ mit einem Pro und Contra gewidmet und so wie es aussieht, werden wir wohl dazu niemals einer Meinung sein. Wenn schon dann beim Thema Kommerz. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote sind immer noch eine gute Orientierung, etwas proaktiv gegen die Kommerzialisierung im Fußball-Geschäft zu tun. Bei aller Schwierigkeit der konsequenten Umsetzung.

Eine luftige Geschäftsidee hatten wir allerdings für Timo Werner. Leider aufgrund der ihn ereilenden Schmäh-Rufe aus der Not geboren. Einen empörten und immer noch unbeantworteten Leserbrief an den 11Freunde Chefredakteur und u.a. auch SternStimme Philip Köster hatte dies auch noch zur Folge.

Fehlen durfte unser geliebter Chemnitzer FC selbstverständlich nicht. Diesmal vertreten mit einem Kommentar zum Sieg im Sachsenpokal 2017, der wiederum zum vermeintlichen Traumlos FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals geführt hatte.

Wie immer: Viel Spaß beim Stöbern!

By Baba und Nino

81. Was bisher geschah…Teil 5

82. Relegation ist Mist

83. Der unabsteigbare HSV – der Traum von einer Huldigung!

84. Kommentar zum Sachsenpokalfinale Lok Leipzig vs. CFC

85. Relegation ist geil! Alles oder Nichts! Es lebe die Relegation!

86. Die luftige Geschäftsidee für Timo Werner

87. Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

88. CFC vs. FCB – Das Pokal-Traumlos!?

89. Leserbrief zur stern-Stimme Philipp Köster

90. Ein Bericht vom Spiel Houston Dynamo vs. FC Dallas

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und last but not least Teil 8.

 

Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

Pokal-Krimi deluxe! Das 13:12 des CFC vs. Lok Leipzig.

UltrasBeginn

Die Zutaten für ein herrlich-schönes Halbfinale im Sachsenpokal 2019 lagen auf dem Rasen. Abendsonne, Ostduell unter Flutlicht, der Chemnitzer FC vs. 1. FC Lokomotive Leipzig. Himmelblau vs. Blau-Gelb. Der Tabellenführer vs. den 6.ten der Regionalliga Nordost. 26 Punkte Unterschied. Im Hinspiel siegte noch der CFC-ICE vs. die Bummel-Lok mit 3:1, im Rückspiel gab es trotz 2:0 Führung eine 2:4 Auswärtsniederlage für die Himmelblauen. In dieser Saison also unentschieden. Aber was interessieren schon die Ergebnisse in der Liga? Der Pokal, ja genau der Klassiker darf nicht fehlen: der Pokal hat seine eigenen Gesetze!

Gemäß diesem Gesetz konnte man auch gern darauf hinweisen, dass der CFC die letzten drei Duelle für sich entscheiden konnte, allen voran das Finale 2016. Das war aber kein Grund übermütig zu werden. CFC-Trainer D. Bergner sprach daher im Vorfeld fast ehrfürchtig von Lok Leipzig als „Team der Stunde in der Regionalliga“. Gegen dieses fehlte weiterhin T. Müller, der mit den Nachwirkungen einer Gürtelrose zu kämpfen hatte.

Der Lok-Trainer B. Joppe konnte hingegen mit voller Kapelle nach Chemnitz reisen. Oder wie er es ausdrückte: „Seit heute sind alle wieder an Bord. Wir fahren mit großem Besteck nach Chemnitz.“ Jaja, da hat wohl jemand sein Praktikum in der Phrasendrescherei erfolgreich bestanden.

Angepfiffen wurde pünktlich unter stimmgewaltiger Begleitung und Ansage der Chemnitzer Fans.

Das Spiel startete flott, das Bemühen auf beiden Seiten war ersichtlich. Die Chemnitzer erwischten dabei den besseren Start und holten in den ersten Minuten einen Freistoß und zwei Ecken heraus. Letztere Ecke drückte der wiedergenesene M. Langer aus fünf Metern zur 1:0 Führung über die Linie. Lok-Torwart B. Kirsten war das erste Mal geschlagen.

M. Salewski reagierte auf seine Art und konnte sich nur mit einem groben Foul an D. Grote in der 11. Minute helfen. Diese hatte dann auch weitere Konsequenzen, denn Lok-Trainer B. Joppe holte den Heißsporn in der 22. Minute vom Platz. Ein Sicherheitswechsel, bevor die falsche Abfahrt, sprich Gelb-Rot genommen wurde. Zwar nicht die Gelb-Rote, aber eine weitere Gelbe Karte für den Leipziger R. Berger erzürnte B. Joppe im Folgenden dermaßen, dass er auf die Tribüne geschickt wurde. Nuja, nix mehr mit voller Kapelle.

Die Himmelblauen ließen sich einfach mal gar nicht davon beeindrucken und schenkten zwei Minuten später das nächste Tor ein. Wieder war es M. Langer, der aus 20 Metern zielsicher abzog und das zweite Mal B. Kirsten überwand. Was für ein Comeback.

Im Ergebnis des weiteren Spielverlaufs war ich fast geneigt zu schreiben, dass es eine eingleisige Angelegenheit werden würde. Aber so ist eben Fußball: keine voreiligen Urteile bilden. Mit der gefühlt ersten richtigen Torchance markierten die Leipziger in der 40. Minute den 1:2 Anschluss-Treffer. Die letzten Minuten nutzten die Himmelblauen für stürmische, aber leider erfolglose Bemühungen den alten 2 Tore-Abstand wiederherzustellen. So ging es 2:1 in die Halbzeitpause, aus derer beide Teams wechsellos zurückkamen.

Etwas weniger engagiert gestalteten sich die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit. Das bemerkten wohl vor allem die Leipziger, die später wesentlich robuster und zielstrebiger in die Zweikämpfe gingen und sich tatsächlich auch Torchancen erspielten. Dieses Engagement wurde auch prompt belohnt. In der 66. Minute vollendete M. Pommer seinen eigenen eingeleiteten Angriff mit dem 2:2 Ausgleich. Großes Aufstöhnen auf der Chemnitzer Seite. Wieder eine 2:0 Führung verspielt. Sollte sich die Saison-Rückspiel-Geschichte wiederholen? Oder wird der Pokal seine eigene Geschichte weitererzählen?

Die Gedanken kreisten natürlich und die Nervosität stieg mit jeder Minute. Diese wurde mit Chancen auf beiden Seiten entsprechend erhöht oder beruhigt. Auf die Spitze getrieben wurde es dann in der 86. Minute von D. Bozic, D. Frahn und P. Itter. Alle drei schafften es nicht, den Ball im Tor unterzubringen bzw. B. Kirsten ein drittes Mal zu überwinden. Ganz fair betrachtet: Bester Mann der Leipziger. So blieb es beim 2:2 und die unvermeidliche Verlängerung musste die Entscheidung bringen.

In dieser zeigten sich die Himmelblauen wieder anfangs couragierter. Diese Phase unterstützte CFC-Trainer D. Bergner mit dem ersten Wechsel. In der 99. Minute brachte er P. Hoppe für D. Bociz. Das nützte aber 1.mal überhaupt nix, denn wieder machten die Leipziger das Tor. In der 102. Minute markierte K. Schulze den 3:2 Führungstreffer. In drei Halbzeiten ein Tor, nicht von schlechten Eltern. Aber auch die Himmelblauen haben gute Eltern, z.B. I. Karsanidis, welcher den Ball aus 20 Metern ins Tor drosch. 3:3 Ausgleich! Was für ein Spiel. Das Nervenkostüm war auf dem besten Wege ziemlich dünn zu werden. Und die nächste Zerreißprobe folgte wenige Minuten, denn es blieb beim 3:3 und das Elfmeterschießen musste diesen Pokal-Krimi entscheiden. Um sich der Entscheidung so nüchtern wie nur gerade möglich zu nähern, folgt das 11er Schießen folgendermaßen:

Hoheneder: Trifft zum 4:3

Schinke:       Trifft zum 4:4

Karsanidis:  Trifft zum 5:4

Steinborn:   Trifft nicht.

Blum:            Trifft zum 6:4

Urban:          Trifft zum 6:5

Grote:            Trifft zum 7:5

Schulze:        Trifft zum 7:6

Frahn:           Trifft nicht.

Pfeffer:          Trifft zum 7:7

Garcia:          Trifft zum 8:7

Zickert:          Trifft zum 8:8

Langer:         Trifft zum 9:8

Gottschick:    Trifft zum 9:9

Itter:               Trifft zum 10:9

Ziane:             Trifft zum 10:10

Hoppe:           Trifft zum 11:10

Urbaun:         Trifft zum 11:11

Jakubov:        Trifft zum 12:11

Kirsten:          Trifft zum 12:12

Hoheneder:   Trifft zum 13:12

Schinke:        Trifft nicht!!!!!!!!!!!!

Unfassbar!

Wahnsinn!

Das Nervenkostüm war nun nicht mehr dünn, es war einfach weg. 13:12! Wer sollte das einem glauben? Die Anzeigetafel hielt dieses verrückte Ergebnis an diesem jetzt schon legendären Abend fest.

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Von diesem Spiel werden wir unseren Kindern erzählen, versprochen!

Der CFC gewinnt diesen mittlerweile fantastischen Pokal-Krimi deluxe! Im Finale wartet der FSV Zwickau. Die „Schwäne“ stehen nach 34 Spieltagen auf dem 7. Rang der 3. Liga. Das schwerste Spiel des Jahres 2019 steht also für den Chemnitzer FC noch an. Aber heute heißt es erstmal Feiern! Für Zwickau heißt es: Chemnitz! Chemnitz! Wir fahren nach Chemnitz! Immer eine Reise wert…

By Nino

 

Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Entwurf Fancharta Chemnitzer FC e.V.

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Seit der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. im Stadion An der Gellerstraße und den sich anschließenden Irrungen&Wirrungen befindet sich der Chemnitzer FC in einer schweren Krise. Zwischen Vereinsvertretern und Fans sowie innerhalb der Fanszene, wird das Für und Wider dieser Aktion heiß diskutiert. Es stellt die Himmelblauen vor die Zerreißprobe. Sportvorstand T. Sobotzik beklagte bereits: „Die Jungs hören, dass sie bei einem Nazi-Verein spielen.“ Das tun sich selbstverständlich nicht. Der CFC und Teile seiner Fans haben jedenfalls (k)ein Problem mit extremistischen Gedankengut. Hier gilt es klar zu unterscheiden und das es eher nicht links ist, das dürfte auch klar sein. Die Vereinsziele sind an sich in der Satzung verankert. Aber was sind schon wohlmeinende Aussagen, wenn sie doch nur Lippenbekenntnisse bleiben!?

Wir schlagen daher vor, dass der Chemnitzer FC mit seinen Fans eine Fancharta erarbeitet, dessen Grundlage das weitere Zusammenwirken abbildet. Dabei haben wir uns rotzfrech bei der SG Dynamo Dresden bedient und deren Fancharta hergenommenem (in der Hoffnung, dass keine urheberrechtlichen Konsequenzen drohen). Diese dient nämlich als hervorragende Grundlage für einen ersten himmelblauen Entwurf, der in den entsprechenden Gremien des CFC beraten werden sollte. Alle himmelblauen Fans, die an Diskussion teilnehmen wollen&können, sind aufgerufen, diesen Entwurf zu diskutieren. So sieht nämlich gelebte Fankultur aus. Auf geht’s!

By Baba&Nino

 

„Präambel

Die Fancharta beschreibt die Zusammenarbeit zwischen allen Fans und dem Verein Chemnitzer FC e.V. mit dem Ziel, ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis zu schaffen und die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller zu gewährleisten. Alle Parteien verpflichten sich selbst zur Einhaltung aller Punkte und stehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv für die Umsetzung ein.

 

1. Grundsätze

Die Grundsätze stellen das Fundament der Fancharta dar. Alle weiteren Punkte bedürfen der Akzeptanz dieser Prämissen.

1.1   Respektvolles Miteinander

Alle Fans und Vereinsvertreter verpflichten sich sowohl in der öffentlichen Darstellung, als auch im direkten Gespräch oder in schriftlichen Auseinandersetzungen (z.B. in Internet-Foren) zu einem angebrachten, ehrlichen und respektvollen Umgang. Das umfasst auch die Einhaltung von rechtlichen Gegebenheiten (umfasst z.B. Gewalt, Persönlichkeitsrechte, körperliche Unversehrtheit, Stadionordnung).

1.2   Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung

Der Verein Chemnitzer FC e.V. und die Fans stehen aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung (aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, religiöser und sexueller Orientierungen sowie körperlicher und geistiger Beeinträchtigung) innerhalb und außerhalb des Stadions ein.

1.3 Im Mittelpunkt steht immer der Verein. Beide Seiten setzen alles daran, Schaden von diesem abzuwenden.

1.4 Eine inhaltliche Zensur von Choreographien, Spruchbändern und nicht-kommerziellen Publikationen findet nicht statt, sofern sie den Grundsätzen dieser Fancharta entsprechen.

1.5 Öffentliche Verlautbarungen sollen nicht über Medien kommuniziert werden, bevor dem fraglichen Sachverhalt zugrundeliegende Informationen und Motive gründlich geprüft worden sind.

 

2. Regelungen im Stadion

2.1 Fankultur

2.1.1 Ein von Fans und Vereinsvertretern gemeinsam definierter Bereich im Stadion ist Sammelpunkt für die aktivsten Fans. Darauf wird von Vereinsseite ausdrücklich hingewiesen. Sammelpunkt für die aktivsten Fans ist die Südtribüne Block 6A-6C.

2.1.2 Die Südtribüne wird von den Fans selbstverwaltet. Verein und Fanszene setzen sich für ein mögliches Minimum an Sicherheitskräften in diesen Blöcken ein.

2.1.3 Es bestehen keine Reglementierungen bezüglich der Anzahl und dem Inhalt von Fahnen und Doppelhaltern. Für Auswärtsspiele setzt sich der Verein auch beim jeweiligen gastgebenden Verein dafür ein. Bei Missachtung der Fancharta behält sich der Verein vor, sich beim gastgebenden Verein diesbezüglich nicht einzusetzen.

2.1.4 Die Südtribüne ist inklusive der dazugehörigen Stadionmauer ausschließlich Zaunfahnen vorbehalten und wird nicht vermarktet.

2.1.5 Choreographien müssen bis spätestens fünf Werktage vor dem Spiel (Inhalt, Umfang, Materialien) ausschließlich bei den Fanbeauftragten angemeldet werden. In Ausnahmefällen ist dies auch bis einen Werktag vor dem Spiel möglich. Die/Der Veranstaltungsleiter und der die Sicherheitsträger entscheiden über die Zulässigkeit der Aktionen in brandschutz- und sicherheitstechnischer Hinsicht. Kurzfristige Änderungen werden durch die Fanbeauftragten, dem Sicherheitsbeauftragten und der Veranstaltungsleitung genehmigt. Sollte es Unstimmigkeiten bzgl. der Choreographie geben, verpflichten sich die beiden Parteien, umgehend das Gespräch zur Klärung des Sachverhalts zu suchen.

2.1.6 Spruchbänder werden in der Regel bis einen Werktag vor dem Spiel bei den Fanbeauftragten angemeldet. In Ausnahmefällen ist eine Anmeldung bis 90 Minuten vor Anpfiff möglich.

2.1.7 Nichtkommerzielle Publikationen zur Fankultur (Fanzines, Flugblätter etc.) dürfen im Stadion verteilt werden. Flugblätter, Informationen etc. können im Stadion an Informationstafeln angebracht werden. Der Verein verpflichtet sich, in allen Stadionbereichen Informationstafeln anzubringen.

2.1.8 Die Fans können an Ständen im Stadion eigene Fanartikel oder Publikationen zur Refinanzierung von Choreographien oder Fanveranstaltungen verkaufen. Für jeden Stand muss ein Verantwortlicher, auch in Bezug auf steuerrechtliche Belange benannt werden. Die zu verkaufenden Artikel sind vorher mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

2.1.9 Ermäßigungen für Schüler, Auszubildende, Studenten, ALG II-Empfänger und Inhaber eines Schwerbehinderten-Ausweises sind während des Vorverkaufs in ausreichender Anzahl verfügbar, Kinder unter 6 Jahren erhalten ohne Anspruch auf einen Sitzplatz und in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt, Kinder zwischen 6 und 15 Jahren eine Kinderkarte. An der Tageskasse sind ermäßigte Karten je nach Verfügbarkeit erhältlich. Eine Limitierung unterhalb der Stadionkapazität ist nicht vorgesehen.

2.1.10 Einlasskontrollen finden in angemessener Form statt. Ganzkörper-/Nacktkontrollen werden nicht durchgeführt. Ansprechpartner für Fans bei Problemen am Einlass sind die Fanbeauftragten.

2.1.11 Der Chemnitzer FC e.V. lehnt die Personalisierung von Tageskarten aus eigenem Antrieb ab.

2.1.12 Der Chemnitzer FC e.V. bestreitet keine Freundschafts- bzw. Testspiele gegen FC Erzgebirge Aue.

 

2.2 Fanbetreuung

Der Chemnitzer FC e.V. und der Fanszene Chemnitz e.V. betreiben gemeinsam Fanbetreuung im Stadion. Hierfür wird ein Team aufgestellt, das allen Fans zur Verfügung steht. Der Chemnitzer FC e.V. stellt für eine effektive Fanbetreuung geeignete Stände zur Verfügung, die einen optischen Wiedererkennungswert verzeichnen. Mit jedem Fanbetreuer ist ein Ehrenamtsvertrag abzuschließen. Um eine effektive und nachhaltige Fanbetreuung zu gewährleisten, erhalten die Fanbetreuer Zugang zu den erforderlichen Stadionbereichen, um die entsprechende Arbeit ausführen zu können. Diese Arbeitskarte ist bei Bedarf bis einen Werktag vor dem Spiel bei der Fanabteilung anzumelden.

 

2.3 Bewahrung der Ursprünglichkeit eines Fußballspiels

2.3.1 Die Stimmung und der Support gehen ausschließlich vom Publikum aus. Innerhalb des Vorprogramms gibt es eine Fanzeit, in der Informationen von Fans für Fans präsentiert werden. Sie beginnt in der Regel 30 Minuten vor Anpfiff und dauert etwa 5 Minuten. Verantwortlich für die Organisation und Durchführung ist das Fanzeit-Team

2.3.2 Ein Maskottchen und/oder Cheerleader kommen nicht zum Einsatz.

2.3.3 Klatschpappen oder ähnliche akustische Instrumente kommen nicht zum Einsatz.

2.3.4 Die Lautstärken der Stadionansagen, Werbung und Musikeinspielungen sind so zu wählen, dass die Stimmung im Stadion nicht unterdrückt wird. Werbebotschaften werden während des Spiels nicht durch akustische Signale unterstützt.

2.3.5 Auf die Verbreitung von sichtbar durch Sponsoren beeinflusste Fanartikel, die das ursprüngliche Kurvenbild beeinflussen, wird verzichtet.

2.3.6 Fußball muss für alle Fans bezahlbar sein und bleiben. Bevor die Kartenpreise für die neue Saison veröffentlicht werden, tauschen sich Verein und Fanvertreter über die Kartenpreise aus.

 

2.4 Gästefans

2.4.1 Gästefans erfahren nach Möglichkeit eine Gleichbehandlung in allen sie betreffenden Punkten der Fancharta (außer Punkt 2.1.7).

2.4.2 Um möglichst vielen Gästefans einen Stadionbesuch zu ermöglichen, sollte nach Verfügbarkeit, jedem Gästefan der Zutritt am Spieltag zum Stadion ermöglicht werden (bei Ausverkauf ist dies nicht möglich).

2.4.3 Der Chemnitzer FC e.V. gibt im Bedarfsfall jedem Gastverein mind. 10% der insgesamt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten zum Verkauf frei.

 

2.5. Auswärtsspiele

2.5.1 Bei Auswärtsspielen besteht prinzipiell das Recht auf individuelle Anreise. Beim Erwerb des Auswärtstickets gibt es keinen Zwang zum Kauf eines Fahrscheines für Beförderungsmittel. Davon ausgenommen sind vertragsbedingte Kombi-Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Regelungen bei organisierten Fanzügen werden im Einzelfall miteinander abgestimmt.

2.5.2 Die Fans fördern auswärts im gesetzlichen Rahmen und unter Beachtung der Stadionordnung des gastgebenden Vereins selbstregulierende Maßnahmen.

2.5.3 Der Verein behält sich vor, über bereits vor dem Spieltag bekannte sicherheitsrelevante Maßnahmen vor Ort (Wegeverengungen, Vorkontrollen, zwangsweise Zuführungen zum oder vom Stadion, ungeeignete Gitter etc.) zu informieren, damit entsprechende Verhaltensanforderungen zu den Fans transportiert werden können.

2.5.4 Die Fanbetreuer werden mit einem Ehrenamtsvertrag gebunden und sind durch eine bereichsbezogene Arbeitskarte zu entschädigen. Die gemeinsame Anreise soll vom Verein organisiert werden. Die ehrenamtlichen Fanbetreuer haben einen direkten verantwortlichen Ansprechpartner zu benennen, welcher mit den Ansprechpartnern (Fanbeauftragte, Sicherheitsbeauftragter o.a.) seitens des Vereines kommuniziert

 

3. Regelungen zum allgemeinen Miteinander

Die Fans des Chemnitzer FC e.V. sind neben den Mitgliedern, den Gremien und Angestellten und den Sponsoren eine der tragenden Säulen des Vereins. Daraus ergeben sich für die Fans Verpflichtungen, insbesondere in der würdigen Vertretung des Vereins, aber auch Rechte. Um diesem Aspekt öffentliche Anerkennung zu verleihen, werden folgende Vereinbarungen getroffen:

3.1 Der Chemnitzer FC e.V. beschäftigt mindestens zwei Fanbeauftragte. Die Fanbeauftragten sind Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Fans und Verein. Sie holen, zu speziell die Fans betreffenden Entscheidungen des Vereins bereits im Vorfeld Meinungen aus der Fanszene und tragen diese an die Entscheidungsträger im Verein heran.

3.2 Die Verwendung des Vereinslogos und der Schriftzüge „Die Himmelblauen“ und „Chemnitzer FC“ für nicht-kommerzielle Zwecke ist für Fans kostenfrei. Weitere Ausnahmen zur kostenfreien Verwendung stellen Aktivitäten zur Finanzierung von Choreographien und Fanarbeit dar. Im Gegenzug erklären sich die Fans bereit, die Art der Verwendung bei der Marketingabteilung zur Abstimmung vorzulegen.

3.3 Der Verein bietet den Fans die Möglichkeit, Informationen und Inhalte von Fans für Fans auf der offiziellen Homepage des Vereins zu veröffentlichen. Die Inhalte sind vor der Veröffentlichung im Bereich „Fans“ mit den Fanbeauftragten abzustimmen.

 

4. Umgang mit Stadionverboten

(durch den Chemnitzer FC e.V.)

Bei Stadionverboten besteht die Möglichkeit durch Kontaktaufnahme mit den Fanbeauftragten und der Stadionverbotsanhörungskommission (SVAK) eine kurzfristigere Bearbeitung der Stellungnahme zu erreichen.

Der Chemnitzer FC e.V. weist den Ordnungsdienst an, bei zweifelhaften Problemsituationen am Spieltag vor deren Klärung Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten und den Fanbeauftragten zu halten.

4.1 Personen, denen die Aussprache eines (bundesweiten) Stadionverbots droht, erhalten eine schriftliche Information über die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen bzw. schriftlichen Anhörung vor der SVAK. Bei erfolgtem Antrag eines Betroffenen findet die Anhörung in jedem Fall vor Aussprache des Stadionverbots statt.

Wird die betroffene Person von Ordnungsdienst und/oder Polizei direkt überführt, behält der Verein sich vor noch vor Ort ein Stadionverbot auszusprechen.

4.2 Bei drohenden Stadionverboten für CFC-Fans durch andere Vereine/den DFB unterstützt und berät der Chemnitzer FC e.V. betroffene Fans bei der Wahrnehmung all ihrer Rechte.

 

5. Allgemeiner Umgang mit der Fancharta

5.1 Bei Verstößen gegen die Fancharta verpflichten sich beide Seiten Gespräche aufzunehmen, um den Sachverhalt zu klären und gemeinsam Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung von Zuwiderhandlungen zu erreichen. Ausgenommen hiervon sind Handlungen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen und daraus resultierenden Maßnahmen.

5.2 Alle Parteien verpflichten sich, jährlich in der Winterpause die Fancharta gemeinsam auf eventuell notwendige Veränderungen zu überprüfen.

5.3 Die weitere Bearbeitung der Fancharta wird unter der Moderation des AWO Fanprojekt Chemnitz e.V. von Vertretern des Chemnitzer FC e.V. und den Unterzeichnern durchgeführt.

 

6. Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen der Fancharta unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Unterzeichnung unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Fancharta im Übrigen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkung der Zielsetzung am nächsten kommt, die bei der Aushandlung der Fancharta mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung beabsichtigt wurde. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich die Fancharta als lückenhaft erweist. Zur Ausfüllung der Lücke verpflichten sich die Parteien auf die Etablierung angemessener Regelungen in dieser Fancharta hinzuwirken, die dem am nächsten kommen, was bei der Aushandlung unter Berücksichtigung des entsprechenden Punktes nach dem Sinn und Zweck der Fancharta bestimmt worden wäre.“

 

 

 

 

Zum Vergessen. Der CFC beim Berliner AK.

BAK Panorama

25. Spieltag in der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Der Berliner AK vs. Chemnitzer FC. Wieder das Topspiel des Tages. Wieder ein Spiel in turbulenten Zeiten. Das Hinspiel, dass zu einem Tanz der Emotionen wurde gewann der CFC überragend mit 3:1. Die Stadt Chemnitz stand wegen der rechtsextremistischen Vorkommnisse in Folge des Todes von Daniel H. im Mittelpunkt. Nun steht der CFC wegen der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. erneut in der Kritik. Das Abhalten dieser und der anschließende Umgang damit, führten zu Suspendierungen, Rücktrittserklärungen, Amtsniederlegungen und zur Sperre von Daniel Frahn. Summa summarum befindet sich der CFC seit sieben Tagen im Ausnahmezustand. Das Nachholspiel vs. BFC Dynamo unter der Woche verloren die Himmelblauen noch dazu mit 1:2. Da der Berliner AK auch nicht gewinnen konnte, konnte diese Niederlage ohne größere Schmerzen verarbeitet werden.

Schmerzen hingegen bereitete mir eher die öffentliche Darstellung des CFC durch seine Vertreter und derjenigen, die zu der ganzen Misere eher schweigen, anstatt zur Aufklärung beizutragen. Wo sind denn z.B. die sonst so lautstarken Ultras Chemnitz 99? Sie standen ja bei der Trauerzeremonie in der ersten Reihe. Den ganzen Aufruhr können sie sich allerdings gar nicht erklären. In Teilen ist das sogar verständlich, hatten doch viele in der Stadt wie z.B. die Freie Presse, die Sparkasse Chemnitz, die Stadt Chemnitz die Dienste von Haller Security bzw. über Subunternehmen in Anspruch genommen. Doppelmoral lässt grüßen. Unverständlich bleibt aber immer noch, warum ausgerechnet im Stadion An der Gellertstraße einem Rechtsextremisten gedacht werden musste! Das konnte und kann man nicht von der Person Thomas H. trennen. Gerade auch nicht Politik und Fußball, die in Chemnitz ja schon immer mit im Stadion zusammensaßen. Aber diesem Thema widme ich mich mal später.

Nun erstmal wieder Fußball, denn an sich hatte ich mich auf dieses Spiel schon länger gefreut. Nur wurde diese Freude durch die bittere Woche erheblich eingetrübt. So passte es dann auch, dass der Wettergott es auch nicht gut meinte. Der Sonntag startete mit Sonnenschein, jedoch kamen 20 Minuten nach Spielbeginn Wolken und obendrein noch Regen mit kräftigem Wind hinzu. Vor dem Anpfiff setzte der Berliner AK noch ein Zeichen und hielt eine Trauerminute für die Opfer des Anschlags in Christchurch in Neuseeland ab. Das war angemessen und würdig.

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Angepfiffen wurde pünktlich und das Spitzenspiel hatte schnell seinen ersten Höhepunkt. In der 9. Minute traf die Nr. 11 A. Kargbo mit einem sehenswerten Fallrückzieher zur 1:0 BAK-Führung. Das im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht noch weitere BAK-Tore fielen, lag einzig an deren Unvermögen, das runde Leder im Chemnitzer Kasten unterzubringen. Die Himmelblauen blieben derweil blass, die Angriffsbemühungen verliefen erfolglos. So ging es mit dem 0:1 Rückstand in die Pause. In dieser wurden die 1.127 Zuschauer u.a. mit „Hurra“ von den Ärzten und „Und wir leben“ von den Toten Hosen musikalisch unterhalten. In Anbetracht der derzeitigen Situation beim CFC vielleicht ein kleiner Seitenhieb des BAK-Präsidenten Han, der diesmal bei keiner privaten Hochzeitsfeier zugegen war, sondern kurz vor dem Spiel noch mit Auto erschien.

Unterhaltsam ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter, denn schon sieben Minuten nach Wieder-Anpfiff gab es den nächsten Aufreger. Zunächst jedoch im positiven Sinne, denn der Jakubow-Ersatz J. Mroß rettete mit einer klasse Parade. Diese hatten wohl alle Zuschauer gesehen, jedoch nicht die Grote’sche Hand bei einer Abwehrreaktion. In Folge dessen gab es Diskussionen, die nicht das Ergebnis hatten, dass es keinen Elfmeter gab. T. Deniz traf mit einem flachen Schuss zum 2:0 für den BAK.

Danach war es für den CFC ein Spiel zum Vergessen. Keine wirklichen Angriffsbemühungen und weiterhin Glück aufgrund des sich fortsetzenden Unvermögens der Berliner weitere Tore zu schießen. Die mitgereisten CFC-Fans harrten im Regen aus und sorgten auch für unüberhörbare Grüße an den Insolvenzverwalter K. Siemon. Diese hier wiederzugeben entspricht nicht meiner Kinderstube. Ganz abgesehen davon, dass damit weiterhin die Zeichen auf Konfrontation stehen und beiden Seiten auf ihrer Sicht der Dinge behaaren.

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Mit der 0:2 Niederlage setzt der CFC seine sportliche Mini-Krise mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge fort. Der Abstand zum Berliner AK beträgt nun sieben Punkte, kann jedoch mit dem Nachholspiel gegen den VfB Auerbach wieder auf 10 Punkte ausgebaut werden. Ausbaufähig ist hingegen auch die Musik-Auswahl bei den Berlinern. Nach dem Abpfiff ertönte noch D. Hasselhoff mit „Looking for Freedom“. Mehr gibt es dazu und zu diesem Spiel nicht zu sagen.

By Nino