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Das himmelblaue Fan-Ultra-Mitglied-Wesen

CFC Choreo Kopie

Neben der Veröffentlichung des Textes „Das Wunder einer himmelblauen Ticket-Spenden-Aktion auf unserer Blog-Homepage sowie bei Twitter wurde es ermöglicht, dass dieser auch in einer der Gruppen mit Chemnitzer FC-Bezug auf einer großen Plattform #SocialMedia zu lesen war. Neben der Ticket-Spenden-Aktion wurde – wie so oft und auch nicht anders zu erwarten – auch über die Ausgliederung der Profimannschaft beim Chemnitzer FC e.V. intensiv diskutiert.

Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass es bei solchen Diskussionen irgendwann immer darum geht, wer eigentlich wann was zu welchem Thema zu sagen hat oder sogar sagen kann. Einige himmelblaue Fans sind, mehr oder weniger freiwillig, offensichtlich zu Experten im Insolvenzrecht und der Problematik der Ausgliederung einer Profimannschaft aus einem eingetragenen Verein geworden. Respekt dafür.

Zum Respekt gehört aber auch, dass man diejenigen zu Wort kommen lässt, die nicht deren Wissensniveau erreicht haben. Klar, das ist nicht immer leicht auszuhalten, schließlich weiß man es schon längst alles und vor allem besser. Leider bleibt es in solchen Fällen nicht aus, dass irgendwann auch noch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zitiert wird. Spätestens dann hat die Diskussion ihr bestes Niveau erreicht.

Dann wird nämlich nicht lange gefackelt und die Frage aufgeworfen, wer den längsten, ähm wer am längsten, lautesten und/oder am aktivsten in der himmelblauen Fanszene ist. Schnell stellt sich die Anschlussfrage, ob man den Fan oder doch schon Ultra und nicht zu vergessen Mitglied beim Chemnitzer FC ist.

Nun scheint es zunächst verwunderlich, warum diese Frage immer wieder in diesen Diskussionen aufkommt. Ich denke, solch eine Frage zu stellen, hat nicht nur den Hintergrund, dass man das reine Datum wissen wöllte. Es geht hierbei um die Klärung der Frage, wer was zu sagen hat. Die einfache Rechnung der Fragesteller heißt dann: Wer am aktivsten ist, am besten als Allesfahrer. Schließlich ist das die Königsdisziplin unter den wahren Fans. Diejenigen wissen wohl am besten Bescheid. Die Anzahl der Spiele, die man live vor Ort verfolgt hat, ist demnach auch noch ein sehr relevantes Kriterium zur Beurteilung der himmelblauen Fan-Qualifikation.

Klar wie Kloßbrühe bei dieser ganzen Problematik ist auch: Wer spricht, der wird gehört. Wer besonders laut spricht, wird am ehesten gehört. Wer nix sagt, der wird auch nicht gehört. Dabei ist nicht immer die Lautstärke entscheidend, sondern das was man zu sagen hat.

Nun will ich niemanden sein Fan-Dasein absprechen! Selbstverständlich hat man eine andere Verbundenheit, wenn man seit Jahren dem Club folgt. Sei es auswärts und/oder ob man bei Heimspielen immer in der ersten Reihe steht. Natürlich kann man mehr erzählen über die Geschichte des Clubs. Über legendäre Siege, über bittere Niederlagen und wer schon alles beim CFC gespielt hat und wo diese Spieler letztendlich bei einem anderen Verein noch gelandet sind. Natürlich sind solche Fans die Substanz eines jeden Vereins. Ich denke da z.B. an die Macher der Gellertwelle, die Macher der CFC-Fanpage, Fahnenschwenker Gerdl, die zahlreichen Fanclubs, der Fanszene Chemnitz e.V. (keine Gewähr auf Vollständigkeit und wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte nicht persönlich nehmen). Sie alle kümmern sich aktiv um den CFC und bringen sich ein. Jeder auf seine Art und Weise. Jeder qualifiziert sich durch sein Tun. So wie er sich dadurch auch disqualifizieren kann.

Die Diskussionen ob nun Fan, Ultra und/oder Mitglied sind ja nicht neu und werden auch beim CFC immer wieder geführt. Ich erinnere mich noch gut an jene Diskussionen rund um das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im Jahr 2017. Was wurde da auf die Eventfans geschimpft, die danach nie wieder zum CFC kommen würden. Was dabei gerne übersehen wird: Bei jedem anderen Auswärtsspiel des FC Bayern ist nahezu jedes Mal das Stadion ausverkauft. Da hat Chemnitz keine Ausnahme gemacht. Da war das Stadion das bisher einzige Mal ausverkauft. Und ich erinnere mich noch daran, dass einer auf dem WC lauthals geschrien hat, dass man sich jetzt bloß nicht über den Andrang aufregen soll, da man sich später wieder aufregen würde, dass beim nächsten Spiel weniger kommen. Hätte ich nicht mit anderem Drang zu tun gehabt, ich hätte Beifall geklatscht.

Ich habe mir für dieses Pokalspiel eine Dauerkarte gekauft, um das Vorverkaufsrecht auf das eigentliche Spielticket zu haben. Dieses Ticket, plus die limitierte Sonderedition des Spieltrikots, inklusive einiger Bier und Bratwurst mit himmelblauen Senf. Das war ein teurer Spaß. Hat er sich gelohnt? Auf jeden Fall! Die Dauerkarte habe ich dann an das AWO Fanprojekt gegeben. Soviel zur Selbstbeweihräucherung. Bin ich deswegen ein Eventfan? Mitnichten, habe ich doch den CFC noch im Sportforum spielen sehen. Aber gut, solche Diskussion sind es nicht wert geführt zu werden. Es ist lediglich ein Beispiel wie bekloppt man als CFC-Fan auch sein kann.

Daher gehört es für mich zum Respekt unter den himmelblauen Fans dazu, dass man sich nicht damit qualifiziert, ob man in der Südkurve steht oder nur auf einem Sitzplatz auf der Gegengerade. Jeder wie er stehen und sitzen kann. Jeder wie er ein Spiel des CFC verfolgen will. Jeder kann beim Torjubel laut werden. Man kann aber auch leise in sich hineinjubeln. Nicht jeder ist der geborene Capo.

Alle werden gebraucht. Die Rentner. Die Ultras. Die normalen Fans. Die zahlenden Mitglieder. Solche, die übers Wochenende auf Heimatbesuch sind und ihre Herzdame nur mit einem Tribünenplatz vom gemeinsamen Fußball-Nachmittag überzeugen können. Oder die Sponsoren, die sich auf die VIP-Tribüne setzen und das Polster-Catering genießen. Denn alle haben ja zumindest einen gemeinsamen Wunsch: Das die Spieler, die die himmelbauen Trikots tragen, anzufeuern und so vielleicht auch zum Erfolg beitragen können. Wer wegen etwas Anderem ins Stadion kommt, der ist dort fehl am Platz.

Es ist ja bald Weihnachten, da darf man sich ja bekanntlich was wünschen. Also, sich nicht gegenseitig ausspielen. Das hat noch keinem Verein genützt. Ein bisschen mehr himmelblaues miteinander, statt graues gegeneinander.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August 2017

CFC-August

Der himmelblaue August 2017 begann wie der himmelblaue Juli endete. Nach der 2:4 Auswärtsniederlage vs. SC Paderborn folgte eine bittere 2:4 Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Zwei Niederlagen in Folge, da sollte bei einem Spiel gegen einen Aufsteiger vielleicht doch was Zählbares herausspringen. So zumindest unsere leise Hoffnung im Hinblick auf das darauffolgende Auswärtsspiel gegen FC Carl Zeiss Jena. Aber auch in diesem Ost-Klassiker kam der CFC nicht über ein 1:1 hinaus. Wenigstens nicht verloren sagt der Optimist, der Pessimist hingegen: wieder nicht gewonnen.

Umso besser, dass das nächste Spiel für Ablenkung sorgen konnte. Am 12. August 2017 stand nun endlich das 1. Runden-DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München an, das Traumlos wie hier bereits schon mehrfach erwähnt.

Der CFC stimmte mit einem Countdown ein und allerorten war von der Vorfreude auf dieses Highlight-Spiel zu lesen und zu hören. Auch wir waren voller Vorfreude und hofften auf ein himmelblaues Pokalwunder. Dieses geschah dann doch nicht (warum, wieso, weshalb steht hier im Spielbericht.

So war es dann auch gut, dass dieser ganze Trubel vorbeiging und der Fokus wieder auf die 3. Liga und dem Ziel Klassenerhalt gelegt werden konnte. Am 5. Spieltag trafen die Himmelblauen auf den VfL Osnabrück. Jene Mannschaft, die mehr oder weniger überraschend den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschmissen hatte. Aber vielleicht war das beim HSV eh alles nur Teil eines ausgeklügelten Saison-Plans. So oder so, konnte der CFC ein 0:0 erkämpfen und einen weiteren Punkt verbuchen.

Bei diesem Punkt ist es dann auch leider geblieben, im letzten Punktspiel im August 2017 verlor der CFC 2:4 gegen die SpVgg Unterhaching. So steht der CFC nach 6 Spieltagen mit einer Bilanz von einem Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf dem 13. Tabellenplatz. Nun spricht das Torverhältnis von minus 4 Toren nicht wirklich für die offensivere Spielweise, sondern eher für eine Abwehrreihe mit ausbaufähiger Sicherheit. Man ist geneigt zu sagen: „Lieber 1:0 gewinnen, als 2:4 in Schönheit zu verlieren.“

Neben dieser Neigung erwischen wir uns auch dabei, die ersten Bilanzen zu ziehen. Nach kurzem Innehalten ist es aber dafür definitiv noch zu früh. Höchstens nach dem 10. Spieltag kann man zumindest feststellen, ob das neue Spielsystem überhaupt von den Spielern verstanden und umgesetzt werden kann. Zu Bedenken ist ja auch immer noch, dass der Kader eine fast komplette Runderneuerung erfahren hat. Geduld ist gefragt, in der heutigen Zeit, so behaupten wir mal, eine schwer umzusetzende, Eigenschaft, vor allem im schnelllebigen Fußballgeschäft #Phrasenschwein.

Das macht zumindest im Spielbetrieb eine Pause. Bei der Nationalmannschaft stehen die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Norwegen auf dem Plan. Zeit für den CFC ein Testspiel auszutragen (vs. BSC Rapid Chemnitz).

Welche neuen Erkenntnisse und im besten Fall auch Konsequenzen daraus gezogen werden können, wird beim nächsten Heimspiel gegen den Karlsruher SC zu beobachten sein. Der hat turbulenten Wochen hinter sich. Nach dem Fehlstart wurde der Trainer M-P. Meister entlassen und A. Schwartz geholt. Wir hoffen natürlich, dass der „neue Trainer-Effekt“ ordentlich verpufft und der Heimkehrer Anton Fink #FußballGott beim Tore schießen eine 90-minütige Pause einlegt. Mehr dazu dann im Kommentar zum himmelblauen September 2017…

By Baba und Nino

 

Rekordpokalsieger unter sich – Kommentar zu #CFCFCB

ChemnitzFans

Wunder gibt es immer wieder“ so der Titel des Musik-Klassikers von Katja Ebstein, der das Motto für dieses DFB-Pokalspiel zwischen dem Rekordsachsenpokalsieger Chemnitzer FC und dem Rekord-DFB-Pokalsieger FC Bayern München treffsicher vorgegeben hat. Einerseits für den CFC, weil es Zeit für ein himmelblaues Pokalwunder ist, andererseits für den FCB, dass es ihrem Selbstverständnis nach ein Wunder wäre, in Chemnitz das Stadion als Verlierer zu verlassen.

Durch dieses wolle Stürmer Daniel Frahn nackt laufen, sofern ein himmelblauer Sieg gefeiert werden könne. So seine besonders für die weibliche Anhängerschaft frohlockende Ankündigung #EinMannEinWort. Ansonsten wurde beiderseitig das altbekannte Phrasenbingo gespielt: Von „einen heißen Kampf liefern“ und „zusammen mit den Zuschauern begeistern“ #CFC war auch vom „Spiel des Lebens“ (für die Chemnitzer) und „Hexenkessel“ #FCB die Rede.

Geredet und informiert wurde besonders von Seiten des CFC. Mit einem 5-Tages-Countdown wurde auf das Spiel euphorisch eingestimmt. So konnte man z.B. erfahren, dass eigens ein Sonderparkkonzept entwickelt wurde, um eine reibungslose An-und Abreise zum Stadion zu gewährleisten. Spöttisch könnte man da auch sagen, dass es wohl besser ist, dass nicht jedes Heimspiel der Himmelblauen ausverkauft ist. Aber Schwamm drüber: Pokalspiel gegen den FCB ist ja nur einmal im Jahr.

Marketingtechnisch wusste der CFC dieses Spiel auch sehr gut zu nutzen. Neben den üblichen Verdächtigen Fan-Artikeln wie #Tasse und #Begegnungsschal gab es diesmal auch ein extra Pokal-Nicki käuflich zu erwerben. Zwei Tage vor dem Spiel! Gut, dass Chemnitz der Ort der schnellen Wege ist und die Anlieferung aufgrund Online-Bestellung noch vor Spielbeginn realisiert werden konnte.

Die schnellen Wege konnten auch bei der Anreise genutzt werden. Dank der vielfältigen Parkmöglichkeiten waren wir auf der sicheren Seite und kamen anderthalb Stunden vor dem Spiel an. Zeit genug, um die sehr gründliche Einlass- bzw. „Fass-mich-bitte-überall-an“-Kontrolle durch die Herren der Security erfahren zu können. Der Begegnungsschal wurde zugleich auch freudig empfangen und die Sitzschale mit dem Trio Clubmagazin&Stadionwurst&Bier eingenommen.

Stadion vor Anpfiff

Das Stadionrund füllte sich zusehends und die Gäste wurden mit „respektvollem“ Applaus empfangen. Der Anpfiff zum Spiel erfolgte durch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus pünktlich und auch die Sonne ließ sich bei 16 Grad noch blicken.

bei Anpfiff

Die Bayern begannen gewohnt druckvoll und wollten das schnelle erste Tor schießen. Das gelang dann „erst“ in der 20. Minute, nachdem ein Lewandowski-Freistoß doppelt abgefälscht im Chemnitzer Netz landete. 10 Minuten später wurde Lewandowski als Buhmann des Spiels erkoren, nachdem er nach einem Foul etwas länger brauchte, um auf die Beine zu kommen. Schnell wurde es laut und Schmähgesänge angestimmt. Keine Glanzleistung, auf beiden Seiten.

Das es auch anders geht, bewiesen Ribery und Kunz. Der bayerische Flügelflitzer prüfte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den Chemnitzer Keeper mit einer strammen Direktabnahme. Da ging ein Raunen durch das Stadionrund, mein lieber Herr Gesangsverein. So blieb es beim 0:1 aus Chemnitzer Sicht und die Hoffnung auf ein Pokalwunder musste mit weiterem Bier am Leben gehalten werden.

In der zweiten Halbzeit drängten die Bayern mit dominanten Spiel auf die schnelle Entscheidung. Nach einer feinen Kombination zwischen Ribery und Coman schloss dieser mit einem Rechtsschuss zum 2:0 ein. Die Stimmung im Stadion ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Immer wieder initiierte die Südkurve Gesänge und forderte zur Unterstützung auf.

Die war auch dringend notwendig, denn die Bayern spielten zusehends ihre spielerische Klasse aus. Der Ballbesitz war erdrückend (am Ende 76%) und das dritte Tor lag in der Luft. Dieses fiel dann wiederum durch Lewandowski in der 60. Minute, der sich offensichtlich durch Schmähgesänge nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das dritte Tor veranlasste FCB-Cheftrainer C. Ancelotti dann die ersten Ein-bzw. Auswechslungen vorzunehmen. In einem Doppelwechsel kamen Alaba&Robben für Rafinha&Lewandowski.

Nach dem 0:3 erinnerte ich mich wieder an die Worte von Daniel Frahn, der auch angekündigt hatte: „Wir wollen uns nicht abschlachten lassen“. So blieb die Hoffnung, dass der CFC nicht wie der unabsteigbare HSV“ endet, der sich in der Bundesliga schon mal mit 8:0 nach Hause schicken lässt.

Den Frahn’schen Worten wurden sich die Himmelblauen wohl noch bewusst und agierten trotz des Dauerdrucks etwas aktiver. Die Entlastungsangriffe wurden aber leider souverän von der Abwehrreihe um Hummels und Süle geklärt. In der Schlussphase wurde der Klassenunterschied mehr und mehr deutlich. Die Bayern ließen nicht nach und erhöhten durch Ribery (79. Minute) und Hummels (89. Minute) noch zum 5:0.

Kurz danach wurde das Spiel pünktlich in der 90. Minute von der insgesamt souveränen Schiedsrichterin Steinhaus abgepfiffen. Mit dem Abpfiff wurde auch die Ausnüchterung über das ausbleibende, himmelblaue Pokalwunder eingeleitet.

CFC nach Abpfiff

Was bleibt also in Erinnerung? Für mich jedenfalls, dass der gesamte Chemnitzer FC sich als würdiger Gastgeber erwiesen hat. Die CFC-Fans haben über 90. Minuten den 12. Mann gestellt und eine erstklassige Kulisse geboten. Meine bescheidene Hoffnung, dass sie die Himmelblauen nicht in Ehrfurcht erstarren, hat sich auch erfüllt. Die kämpferische Leistung war auf jeden Fall erste Klasse. Diese Kampfbereitschaft sollte in die anstehenden 3.Liga-Aufgaben mitgenommen werden.

Bzgl. der Bayern-Fans bin ich auf die Strafe des DFB gespannt. Vor Anpfiff wurde mit Pyrotechnik hantiert, eher amateurhaft, aber das ist eine andere Diskussion.

Pyro

Der CFC kann erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Die Chance auf ein Re-Match gibt es vielleicht schon nächstes Jahr. Da wird wieder ausgelost und der CFC ist hoffentlich als amtierender Rekordsachsenpokalsieger wieder mit von der Partie. Oder einfach als Zweitligist.

Ja, auch in der Stunde der Niederlage soll man das träumen nicht vergessen…

By Nino

 

 

Zeit für ein himmelblaues Pokalwunder!?

DFB-PokalCFCFCB

Die Fakten sind klar: In der 1. Runde des 2017/18er DFB-Pokals trifft der Drittligist Chemnitzer FC auf den Erstligisten FC Bayern München. Rekord-Sachsenpokal-Sieger vs. Rekord-DFB-Pokalsieger. Das Stadion ist bis auf den letzten der 15.000 Plätze ausverkauft, die Vorfreude bei den Fans ist riesig.

Ohne jetzt weitere Daten wie Gesamtetat der Teams, individuell-spielerisches Niveau usw. in den Blick nehmen zu wollen, so ist die Rollenverteilung aus meiner Sicht für dieses Spiel klar. Der FCB ist der klare Favorit, der CFC der krasse Außenseiter.

Beim schönen Spiel Fußball geht es ja mitunter mehr um die Realität und was auf dem Rasen passiert. Er lädt zum Träumen ein. Nach der Auslosung war ich mir noch unsicher, ob dieses Los ein Traumlos für den CFC ist (hier geht’s zum Text). Mittlerweile kann ich sagen, dass es eins ist. Der CFC und seine Umbruchs-Mannschaft (10 Abgänge, 11 Neuzugänge) kann hier nur gewinnen. Gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Der CFC hat die Chance, ein Team der internationalen Spitzenklasse als würdigen Gastgeber zu empfangen. Die Fans haben die Chance eine stimmungsvolle Atmosphäre zu bieten. Die bayerischen Fans können eine mit dem CFC-Logo-gebrandete Brühwurst essen (ja, es gibt auch noch was Anderes als Weißwurst mit süßem Senf ;-)). Vielleicht scheint auch die Sonne und dieses Pokalspiel kann ein Highlight für alle Beteiligten werden. #MittendrinStattNurDabei

Der CFC war so clever und hat die Eintrittskarten zunächst nur für Mitglieder und Dauerkarteninhaber sowie in Verbindung mit einem Heimspiel (vs. VfR Aalen) angeboten. Somit sind nur rund 1000 Tickets noch in den freien Verkauf gekommen. Nach wenigen Minuten wurde dieser beendet und „Ausverkauft“ vermeldet.

Die Voraussetzungen für einen unvergesslichen Fußball-Samstagnachmittag sind also gegeben. Auch wenn ich als Bayern-Sympathisant (warum, wieso, weshalb steht hier) und Heimatverein-Fan in ein kolossales Fan-Dilemma gerate und es hoffentlich eine erkenntnisreiche Erfahrung wird. Davon abgesehen werden in diesem Spiel alle Daumen für die Himmelblauen gedrückt. #Erfolgsfan #;-)

Ob es Zeit für ein himmelblaues Wunder ist? Na klar, warum nicht. Beim Fußball dreht sich nicht immer alles um das Gewinnen. Es geht darum eine Geschichte zu schreiben, die im besten Falle dann noch den Enkelkindern erzählt werden kann. Und dieses Spiel hat definitiv das Potenzial Geschichte zu schreiben. Es kann eine knappe Niederlage für den CFC werden, ein klarer Sieg für den FCB. Es kann auch in die Verlängerung gehen, vielleicht sogar Elfmeterschießen. Tod oder Gladiolen. #VanGaal

Das Gute am Fußball ist ja, dass vorher alle nicht wissen, wie es ausgeht. Seien die Voraussetzungen auch so unterschiedlich wie in diesem Spiel. Und auch der alte Kalauer soll auch hier zum Einsatz kommen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Davon mal abgesehen, habe ich lediglich die bescheidene Hoffnung, dass die Himmelblauen nicht in Ehrfurcht erstarren. Dass sie keine devote Haltung gegenüber den Spielern einnehmen werden. Dass sie den ganzen Hype um dieses Spiel mit #Müller #Hummels #Lewandowski #Alaba ausblenden können. Dass sie dieses Spiel nutzen, um auch mal etwas zu wagen. Wenn nicht in diesem Spiel, wann dann? Freilich sollen keine dreifachen Übersteiger zelebriert oder überharte Zweikämpfe geführt werden. Aber warum nicht mal ein Fernschuss, die sind gerade in Mode…oder die leider viel zu wenig praktizierten direkten Eckstöße. #MarioBasler

Wie gesagt, gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Die Spieler können aber „kämpfen, beißen, kratzen“, „alles in die Waagschale werfen“, „niemals aufgeben“ und sich sonst noch alle weitere heißmachenden Sprüche aus der Motivationsschatulle immer und immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Nichts Schlimmeres gäbe es, wenn die Paderborner-Haltung angenommen wird, die der damalige Trainer A. Breitenreiter mit seiner Mannschaft an den Spieltag gelegt hat. Nach der 0:6 Auswärtsniederlage resümierte der Trainer das Spiel mit einem „Vielen Dank für das tolle Erlebnis“. Diese schmierig-devote Haltung soll um den himmelsblauen Willen nicht an diesen und sonst auch nie an den Tag gelegt werden. Es ist immerhin ein Pokalspiel, bei dem es wie immer zu Beginn 0:0 steht. Der CFC kann nur gewinnen, die Bayern mehr verlieren, als gewinnen. Für die „wir-wollen-immer-gewinnen-Bayern“ wäre es eine Blamage, an der altehrwürdigen Fischerwiese als Verlierer vom Platze zu gehen.

Dies haben die Bayern bisher mehrfach in der aktuellen Saison-Vorbereitung getan. In neun Testspielen (#TelekomCup #AudiSummitCup #InternationalChampionsCup #AudiCup #Supercup) gab es drei Siege und sechs Niederlagen. Die Asien-Promo-Reise war sportlich gesehen eine krachende Niederlage. Der Supercup wurde erst im Elfmeterschießen 5:4 vs. Borussia Dortmund gewonnen. Souverän sieht anders aus. Nicht zu vergessen die Verletztenliste. Eine topbesetzte Mannschaft wird schon aus diesem Grund nicht möglich sein.

Der CFC ist mit einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen in die Drittliga-Saison 2017/2018 gestartet. Das stark veränderte Team befindet sich noch in der Findungsphase. Die Spielphilosophie des neuen Trainers Steffens kann noch nicht in Gänze auf dem Platz umgesetzt werden.

Das alles gilt es aber für das Spiel des Jahres auszublenden. Die Vorfreude sollte überwiegen. Ich freue mich daher auf ein schönes Fußballspiel, in einem vollen Stadion, in meiner Heimatstadt. Es ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Oder doch das himmelblaue Pokal-Wunder? Mehr dazu hier auf diesem Blog…

By Nino

Nur der CFC oder auf der Fischerwiese brannte der Baum!!!

CFC Mannschaft2017

Nun ist es endlich soweit und die ellenlange Vorbereitungszeit ist vorbei. Die Profis haben sich gut durch den Sommer gekämpft und den Abgängen stehen gute Neuzugänge zu Buche.

Grundlegend denke ich, dass es gut war, Koehlei gehen zu lassen, auch wenn er wohl menschlich und clubtechnisch ein Guter ist. Dennoch wurde es versäumt ein Team zu formen, welches Chancen herausspielen konnte, fitnesstechnisch gut drauf war und sich als Einheit präsentierte. Dann kam noch der ganze Mist mit dem Millionenloch hinzu und schon war unsere persönliche Chaossaison komplett – und das zum 50ten Geburtstag, der Jubiläumssaison!!! Da kann man am Ende froh sein, dass der CFC nicht abgestiegen ist, sondern weiterhin sportlich und finanziell für die dritte Liga qualifiziert ist.

Nachtreten bringt auch nix und somit kann ich Koehlei und Ulf Mehlhorn nur Danken für die Rettung in der letzten Saison und deren mediale Erscheinung.

Ob die Clubverantwortlichen um Dr. Hähnel einen guten Job machen, lässt sich schwer sagen, war doch Herr Dr. Hähnel maßgeblich an der positiven UND negativen Entwicklung in den letzten Jahren mit beteiligt. Aufstieg und Stadionbau kann er sich ganz groß auf seine Fahnen schreiben, aber eben auch die Versäumnisse in finanzieller Aufsicht. Ich bin mir sicher Dr. Hähnel trägt den Club im Herzen, dennoch finde ich, hätte er nach dieser Saison zurücktreten müssen.

Eins kann man auch über die vergangene Saison sagen: Es war nie langweilig, wenn ich zum Beispiel an das Spiel in Magdeburg denke, die Jubiläumsfeiern und Spiele, das Finanzdesaster mit Neuwahlen um die Jahreswende, der Kampf für die Lizenz am Ende der Saison und der Sachsenpokal-Gewinn mit dem DFB Pokal-Los der Bayern. Langweilig war es nie, dennoch könnte ich mir eine ruhigere Saison vorstellen – vor allem wenn man sportlich etwas erreichen will.

Mast, Danneberg, Dabanli, Cincotta, Fink, Bittroff, Jopek, Stenzel, Conrad, Türpitz haben den CFC verlassen und um es ehrlich zu sagen, nur Jopek, Danneberg und Mast hätten den CFC weitergebracht. Türpitz fehlt die Durchschlagskraft und ich wundere mich, warum er in Magdeburg als großartiger Spieler mit viel Kreativität gefeiert wird, wenn er das viel zu selten aufblitzen lassen hat. Conrad war viel zu viel verletzt und nur dann eine Stütze, wenn er voll belastbar war. Fink kann ich eigentlich kaum kritisieren, nachdem er in den letzten Jahren die Überlebensversicherung des CFC war. Aber seit November 2016 war er nur noch ein Schatten seiner selbst. Natürlich war das auch den Zuspielen geschuldet, aber er war nicht in Form, suchte oft viel zu eigensinnig und überhastet den Abschluss und kam mir wie ein Fremdkörper vor. Ich denke es war gut ihn zu verkaufen, da dies dem CFC sicher finanziell geholfen hat und er auch näher bei seiner Familie sein kann. Dabanli ist wahrscheinlich nie richtig angekommen und als Söldner einzuordnen. Cincotta war immer ein Versprechen auf einen schnellen Spieler mit Torgefahr auf der Außenbahn, hat sich aber letztendlich nicht durchgesetzt. Bittroff war zu anfällig in der Abwehr und manchmal wenig motiviert. Um Stenzel tut es mir leid, da er ja schon ein wenig zum Inventar des CFC gehörte. Dennoch nach rein sportlichen Dingen war es klar, dass sein Vertrag nicht verlängert werden würde.

Danke für alle Spieler, aber es gibt auch einen CFC nach Fink, Türpitz, Conrad Danneberg und Stenzel.

Die Vorbereitung schien gut zu verlaufen und der 3:1 Sieg gegen Dynamo sticht dabei für mich heraus. Die „Experten“ vom MDR sehen den CFC im Abstiegskampf und dem kann ich keinesfalls zustimmen, da ich den CFC in einer guten Rolle sehe, der um die Plätze im oberen Mittelfeld spielt.

Von den Neuzugängen sind Laurin von Piechowski, Fabio Leutenecker, Marcus Mlynikowski, Myroslav Slavov, Maurice Trapp, Okan Aydin und Florian Trinks guter Ersatz für die abgewanderten Spieler. Mit Marvin Thiele und Alexander Dartsch hat der CFC auch noch eigene Spieler wieder oder dazugewonnen, denen ich den Durchbruch zutraue. Janik Bachmann und Björn Kluft sehe ich dagegen als Wildcards.

Mein Tipp für die Saison lautet: Wenn der CFC es schafft, ein Team zu formen sind die vorderen Plätze durchaus drin.

By Baba