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Ein Blick in die himmelblaue Glaskugel

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Hurra, Hurra die Chemnitzer sind wieder da! Zurück in Liga 3 der Fußball-Bundesliga. Oder wie die Spötter von den Dächern rufen: „Pleite-Liga!“, „Insolvenzliga!“, „Millionengrab!“ Diesen Rufen wollen wir uns hier aber nicht anschließen. Stattdessen widmen wir uns frei nach dem Motto von Ron Atkinson „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.“ einer nicht ganz ernstgemeinten himmelblauen Hinrunden-Aussicht.

Ernst meint es dagegen nunmehr die MDR-Sportredaktion. Für die ausschließliche Berichterstattung über den Chemnitzer FC wird ein zusätzlicher Praktikant eingestellt. Laut Aussage des MDR-Sportchefs Raiko Richter soll der Anschein einer „ausgewogenen Berichterstattung“ weiter gefestigt werden.

Offiziell startet die 3. Liga mit dem trost-wie-torlosen Duell zwischen dem TSV 1860 München und Preußen Münster. Der CFC startet hingegen mit zwei Siegen gegen die Mitaufstiegs-Teams Waldhof Mannheim und Viktoria Köln. Der erste Tabellenplatz wird auch in der Englischen Woche in den Duellen vs. SV Meppen und Hallescher FC überraschend verteidigt. In Halle reicht es allerdings nur zu einem Unentschieden. Trainer David Bergner begründet dies mit „die Spieler sind mit dem Kopf schon im Pokal“. Damit meint er das anstehende DFB-Pokal-Duell gegen die Traditionsmannschaft Hamburger SV. Die zweitklassigen Elbstädter liefern sich vor ausverkauften Stadion ein mitreißendes Duell, welches letztendlich durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit entschieden wird. Sportvorstand Thomas Sobotzik bedankt sich insbesondere bei den Mitgliedern des CFC, die mit den Ticketkäufen maßgeblich zum ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Das erste Freitagsspiel bestreitet der CFC gegen den 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger haben aufgrund der Pokal-Niederlage vs. SC Freiburg eine gehörige Portion Wut im Bauch und besiegen die Himmelblauen mit einem Tor Unterschied. Die Bergner-Schützlinge bekommen dennoch zwei Tage Urlaub. Diese nutzt die Mannschaft u.a. zu einem gemeinsamen Abendessen. Es wird Zigeuner-Schnitzel serviert. Der MDR-Praktikant wittert den ersten handgeschriebenen Skandal. Jedoch gibt es keine Videoaufnahmen, so dass sein Chefchen Tom Scheunemann grimmig dreinschauend entscheidet, dass die prallgefüllte Skandal-Akte des CFC zunächst keinen weiteren Eintrag erhalten soll. Der Praktikant wird unterdessen in der MDR-Sportreporter-WhatsApp-Gruppe freundlich auf die Laufzeit seines Praktikums hingewiesen.

Das himmelblaue Trainer-Team ruft dagegen die bayerischen Wochen aus. In den Duellen gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München, den TSV 1860 München und die Börsianer aus Unterhaching sollen mindestens sieben Punkte eingefahren werden. Als Belohnung wird ein Besuch auf dem Münchner Oktoberfest ausgerufen. Der MDR-Praktikant wittert Skandal-Luft und sucht schon mal günstige Mitfahrgelegenheiten gen München. Trotz dieses Anreizes verpasst das Team die angestrebte Punktezahl. Nach harten Duellen auf dem Platz werden am Ende vier Punkte aus Bayern mitgenommen. Der Mannschaftsrat kann das Trainer-Team dennoch vom Besuch des Oktoberfests überzeugen. Dem MDR-Praktikanten wird geflüstert, dass wohl ein Obazda-Wettessen mit anschließender Wetteinsatz-Einlösung vor Ort erfolgen soll. A riesen Gaudi soll’s werden. Erste Entwürfe für eine reißerische Überschrift werden noch direkt nach Bekanntwerden der Eilmeldung von TAG24 erstellt.

Das dritte Ost-Duell vs. Carl Zeiss Jena kann der CFC überzeugend für sich entscheiden. Die Tabellensituation entschärft sich somit langsam aber sicher. Die Mannschaft nutzt dieses Momentum und tritt die Reise zum Oktoberfest an. Der MDR-Praktikant scheitert an der Einlass-Kontrolle zum Käferzelt. Somit bewahrheitet sich das Mannschafts-Motto „Was in München passiert, bleibt in München“. Per Anhalter tritt der geknickte MDR-Praktikant die Heimreise nach Chemnitz an. Währenddessen erhält er wohlmeinende Recherche-Tipps (#Rassismus #Insolvenz #Gerichtsverfahren).

Gegen den Zuschauermagneten SG Sonnenhof Großaspach erspielt sich das himmelblaue Team einen weiteren Auswärtsdreier. Gegen die Zebras aus Duisburg und die Schanzer aus Ingolstadt reicht es nur für magere Unentschieden. Erste „Bergner-Raus“-Rufe sind vom leicht-erregbarem Chemnitzer Publikum zu hören. Die Chefetage vereinbart zur Trainer-Frage bis auf Weiteres „Stillschweigen“. Zum Traditionsduell #FCKFCK reist extra die Chemnitzer Katze Michael Ballack an. Aus der eigenen VIP-Loge fiebert er mit seiner alten Liebe FCK dem Sieg entgegen.

Im Vorfeld des Spiels vs. Preußen Münster machen Insolvenzgerüchte die Runde. Die Münsteraner, so der erstberichtende MDR wollen Insolvenzverwalter Klaus Siemon vom Chemnitzer FC abwerben. Koste es, was es wolle. Zur Not, so der Vorstand, soll der Weg durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen werden. Der so umworbene Siemon wird dann auch auf der Tribüne vom Preußenstadion gesichtet. Die örtlichen Boulevardmedien zerreißen sich über das Warum zwar tagelang genüsslich, schließlich aber ohne Ergebnis das Maul. Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts der CFC-Spieler durch das knappe Nicht-Gewinnen geht dabei schlussendlich unter.

Mit der Niederlage beginnt der zweitspielreichste Monat dieser 2019/2020er Hinrunde. Noch in Münster sind wieder unüberhörbar „Bergner-Raus“-Rufe zu vernehmen. Das Stillschweigen der Verantwortungsträger wird ausnahmsweise gebrochen. In einem Exklusivinterview mit der CFC-Fanpage erklärt Sportvorstand Thomas Sobotzik, dass der Trainer seinen Vertrag erfüllen wird. Mindestens bis zum Ende der Saison. Diese vertrauensvolle Rückendeckung wirkt sich wiederum positiv auf die Mannschaft aus. Gegen die Kickers aus Würzburg und Braunschweig zeigt sich die himmelblaue Eintracht auch auf dem Spielfeld. Ein Sieg und ein Unentschieden lassen auch die letzten Meckerer kleinlaut werden.

Beim vorvorletzten Duell vor der Winterpause indes herrscht wieder der (T-)Rubel. Der Pöbel-Russe Mikhail Ponomarew zeigte seinem Trainer Heiko den Vogel und lotst Peter Neururer aus Wattenscheid an den Rhein. Der Retter-Mythos und „neuer-Trainer-Effekt“ zieht aber wie eh und je nicht. Die Himmelblauen siegen unbeeindruckt und Kapitän Daniel Frahn schießt sich mit einem lupenreinen 3er-Pack zurück an die Spitze der Torjägerliste.

In den letzten beiden Hinrunden-Duellen, gleichsam die heißersehnten Ostduelle gegen die Schwäne aus Zwickau und die Koggeianer aus Rostock werden die Punkte jeweils brüderlich geteilt. Der CFC beendet die Hinrunde auf dem 6. Tabellenplatz.

Der weihnachtliche Rückrunden-Auftakt vs. Waldhof Mannheim wird ebenso gewonnen. Tage später erleben die himmelblauen Fans sowie alle Beauftragten und Bevollmächtigten die Erstauflage des „Weihnachtssingens“. Am Mittelkreis der Fischerwiese werden glühweingeschwängert „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ sowie „Ihr Hirten, erwacht!“ zusammen gesungen. Schön, dass auch diese Tradition noch zu Kommerz veredelt wird. Bei den Gründern des Weihnachtssingens, Fans des 1. FC Union Berlin, werden dazu genervt die Augen gerollt.

Keine rollenden, sondern tränende Augen hat am 23. Dezember 2019 der MDR Praktikant. Kurz vor den Betriebsferien wird ihm das frühzeitige Ende des Praktikums per Bote übermittelt. Offiziell aus Kostengründen. Aus dem geleakten WhatsApp-Chatprotokoll wird jedoch deutlich, dass der Praktikant die Erwartungen seiner Oberen massiv enttäuscht hat. Die Ansage war glasklar: mehr Follower! mehr Likes! mehr Klicks! mehr Content! Und das bei einer solch leichten Skandalnudel wie dem Chemnitzer FC. Wir hätten jedenfalls Geduld walten lassen. Schließlich kommt noch die Rückrunde…

By Baba&Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Juli 2018

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Hot, Hot, Hot“ von Arrow, so hieß der offizielle Song zur Fußball-WM 1986 in Mexiko. Heiß her ging es zeitweilig beim Chemnitzer FC im himmelblauen Juli 2018 zu. Insbesondere das leidige Thema Insolvenzverfahren trieb allen Beteiligten den Puls unnötig in die Höhe. Fast täglich grüßte daher die „Insolvenzmasse CFC“. Und warum nur?

Weil man mit Klaus Siemon einen Insolvenzverwalter hat, der mit harter Hand das Verfahren durchziehen will und feststellen musste, dass bei einem Verein wie dem CFC auch die Mitglieder mitbestimmen dürfen, ja sogar so etwas wie Einfluss haben. Dass das auch so bleiben soll, dafür stehen vor allem die zurzeit Suspendierten Andreas Georgi und Uwe Bauch.

Mittendrin statt nur dabei ist auch Sportvorstand Thomas Sobotzik. Von IV Siemon geholt, versucht er nun auf seiner ersten Manager-Station so viel wie möglich richtig zu machen. Schließlich hatte er sich auch schon bei Eintracht Frankfurt beworben. Jetzt steht aber erstmal Regionalliga statt Bundesliga an. Der kaufmännische Vorstand Thomas Uhlig hält sich auffällig zurück. Vielleicht macht er auch „nur“ seine Arbeit, wir wissen es nicht. Davon abgesehen sind wir gespannt, wie sich alle Beteiligten wieder gemeinsam für den CFC engagieren wollen und können. Gelegenheiten zum Austausch darüber gab es auf dem 3. Fanclub-Treffen des CFC. Diese Chance wurde aber seitens Sobotzik kläglich vergeben. Auch der spätere Versuch des Fanszene Chemnitz e.V. Antworten auf drängende Fragen zu bekommen, ließ Sobotzik so kurz wie knapp ins Leere laufen. Ein Ende des Rosenkriegs light ist bisweilen nicht in Sicht.

So bleibt denn immer ein fader Beigeschmack, wenn Gunther Kermer und Nico Beltrame ihre Ämter im Aufsichtsrat niederlegen und eine Woche später die KPM Bau GmbH neuer Haupt- und Ärmelsponsor bei den Himmelblauen wird. Neuer Brustsponsor wird hingegen passenderweise die Sparkasse Chemnitz. Eingefädelt wurde der Deal noch von Uwe Bauch, jener der laut IV Siemon nicht glaubwürdig für einen Neuanfang steht. Aber egal, hoffen wir einfach mal, dass alle in dieser überhitzten Phase Ruhe & Geduld bewahren. Offen ist ja weiterhin, ob IV Siemon seine Kompetenzen mit den Suspendierungen überschritten hat. Eine weitere wichtige Frage wird sein: „Neuanfang“ oder „Neustrukturierung“ beim Chemnitzer FC e.V.!?

Einen Neuanfang mit neuer Teamstruktur hat es auf jeden Fall auf der sportlichen Ebene gegeben. Nicht weniger als 18 neue Spieler bilden die himmelblauen Mannschaft für die Saison in der Regionalliga Nordost 2018/2019. Hinsichtlich des Ziels kommt der direkte Wiederaufstieg noch etwas vermessen her. Kleinere Brötchen backt in diesem Sinne Trainer David Bergner. Er sieht eher Mannschaften wie Wacker Nordhausen, Lok Leipzig sowie der BFC Dynamo vorne in der Tabelle. Für uns sind in dieser Aufzählung noch Rot-Weiß Erfurt und SV Babelsberg 03 dabei. Das es viele Aufstiegswillige gibt, liegt höchstwahrscheinlich auch an der Aussicht des direkten Aufstiegs, ganz ohne die elendigen Relegationsspiele.

In der Vorbereitung auf die neue Liga und Saison haben die Himmelblauen eine ganz passable Figur gemacht. Zwar gab es gegen den 1. FC Union Berlin und SG Dynamo Dresden mit 1:3 und 0:1 Niederlagen, aber die guten Ansätze waren sichtbar und ließen erste Hoffnungsschimmer erleuchten. Diese reichten in den weiteren Spielen dann für Siege gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (4:1), FC Eilenburg (2:1), FC Carl Zeiss Jena (2:1) und ein 5:1 gegen den VFC Plauen.

Am Samstag, 28. Juli 2018 ging sie dann auch endlich los. Die hoffentlich neue Zeitrechnung in bessere Zeiten, zumindest fußballerisch. Das erste Punktspiel im Stadion Chemnitz, als Mieter. Fast 5000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und konnten einen 3:2 Sieg gegen FSV Union Fürstenwalde bejubeln. Das Ergebnis täuscht aber ein wenig über den Spielverlauf. Eine 2:0 Führung wurde aus der Hand gegeben, die erst in der 85. Minute mit dem erlösenden Treffer wiederhergestellt werden konnte. Nachdem die Verantwortlichen den Puls bisher in die Höhe getrieben haben, so tut die Mannschaft diesen gleich. Aber wenigstens mit einem bisher erfolgreichen Ende.

Dem Auftakterfolg folgte dann am vorgezogenen dritten Spieltag ein 2:0 Sieg gegen den gastierenden BFC Dynamo. Und was war das für eine Teamleistung!? Nicht nur der Sieg war gut anzusehen, nein das wie war entscheidend. Teamgeist, Kampf, Pressing und eine hohe Spielkultur waren ausschlaggebend dafür. Lange haben wir das auf der Fischerwiese vermisst – gefühlte 7 Jahre seit Schädde noch die Richtung vorgab. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, aber eben eine schöne und erfrischende, vor allem in diesen Tagen. Die Mannschaft muss sich noch untereinander in den Mannschaftsteilen einspielen und es wird auch Rückschläge geben. Aber jetzt heißt es erstmal zurücklehnen und den Augenblick genießen nach der langen Leidenszeit.

Die nächste Gelegenheit kommt schon im himmelblauen August 2018. Da stehen mit den Duellen gegen den SV Babelsberg 03 und FC Rot-Weiß Erfurt gleich zwei schwere Auswärtspartien an. Da wird der neu formierten Mannschaft zu einem frühen Zeitpunkt der Saison einiges abverlangt werden. Das letzte Spiel im August 2018 wird wohl auch eine emotionale Angelegenheit. Mit dem VfB Auerbach wird Ex-Spieler und Ex-Trainer Sven Köhler an die Fischerwiese zurückkehren. Den Vorteil, dass er die Mannschaft kennt, hat er schon mal nicht. Ein schwacher Trost der Insolvenz.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018

Abstieg

Nach einem turbulenten Jahresendspurt im November und Dezember 2017 in Richtung 19.ten Tabellenplatz setzten die CFC-Verantwortlichen zur berühmten Notgrätsche an und verschafften dem bisherigen Chef-Trainer H. Steffen einen aus seiner Sicht ungewollten verlängerten Weihnachtsurlaub. Nach dieser mehr Reaktion als Aktion begab sich der CFC auf Trainersuche. Nach drei Tagen wurde D. Bergner vorgestellt (hier geht’s zum Kommentar). Ein junger Trainer, der zuletzt Rot-Weiß Erfurt trainiert hat.

Die Mannschaft startete mit dem neuen Trainer in das Wintertrainingslager nach Salou in Spanien. Dort sollten die Grundlagen für die #MissionKlassenerhalt geschaffen werden. Seitens der Verantwortlichen war es ein guter Zeitpunkt, die Mannschaft und den Verein darauf einzuschwören. Nämlich darauf, dass es in dieser Saison 2017/2018 um nix Anderes mehr geht. Friss oder stirb. Sekt oder Selters.

Zum zweiten Spiel der Rückrunde stand das Spiel vs. SC Paderborn auf dem Plan. Ein undankbarer Gegner auch für Trainer Bergner. Die Himmelblauen verloren 0:2 gegen den Herbstmeister. Im darauffolgenden Spiel vs. VfR Aalen vergab der CFC trotz einer zwischenzeitlichen 2:1 Führung noch den Sieg und ging mit einer 2:3 Niederlage vom Platz. Das führte zur insgesamt achten Niederlage in Folge, die zweite für Cheftrainer Bergner. Von einem Trainer-Effekt konnte hier zunächst nicht die Rede sein.

Aber vielleicht musste das Sprichwort „aller guten Dinge sind drei“ erst bemüht werden, um den ersten Sieg und wieder 3 Punkte feiern zu können. Im Spiel gegen Carl Zeiss Jena überzeugte nicht die spielerische Art und Weise, sehr wohl aber die kämpferische Leistung der Himmelblauen. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg vs. Jena (hier geht’s zum Spielbericht) konnte diese elende Niederlagenserie gestoppt werden.

Am 24. Spieltag hätte man mit einem Sieg den Abstand zum rettenden Ufer, dem 17. Tabellenplatz etwas verkleinern können, indem man eben diesen 17.ten VfL Osnabrück geschlagen hätte. Aber hätte hätte Fahrradkette. Mit der 1:6 Niederlage entfernten sich die Himmelblauen von eben diesem rettenden Ufer. 4 Tore in 11 Minuten, das war ein Blackout der besonderen Art und besonders bitter in der Drittliga-Geschichte des CFC. „Die-gibt’s-da-was-zum-ganz-schnell-vergessen-Medizin“ war in diesem Fall die Allerbeste. Das nächste Spiel konnte daher auch dafür genutzt werden, um den Verein, den Fans und allen sonstigen Himmelblauen-Sympathisanten wieder Hoffnung zu geben. Gegen die SpVgg Unterhaching schafften es die Chemnitzer zuerst einen 1:0 Rückstand zu drehen, um später in den letzten Minuten zu zehnt den 2:1 Sieg ins Ziel zu retten.

Das ließ das 6:1 Debakel schnell vergessen. Vergessen konnte man aber nicht, dass der nächste Gegner Karlsruher SC hieß und damit der Rückrundenspitzenreiter die Himmelblauen empfing. Wieder eine Mannschaft aus dem oberen Tabellenkeller und ein Spiel, trotz allem Optimismus, bei dem die Hoffnung „wenigstens ein Unentschieden“ war. Aber diese Hoffnung blieb jäh unerfüllt, am Ende stand zum 26. Spieltag eine 2:0 Auswärtsniederlage. Einzig macht T. Baumgart Hoffnung, den zurzeit auffälligsten CFC-Spieler. In den Januar bis Februar 2018 Spielen traf er 4mal, zweimal davon das Siegtor. Klar wie Kloßbrühe, dass die örtlichen Gazetten nicht lange brauchen ihn Transfergerüchte anzudichten und als heiße Ware auf dem Transfermarkt anzupreisen. Manchmal kotzt einem solche Berichterstattung nur noch an. Aber soviel dazu.

Leider können wir nicht schreiben, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat, weiterhin der 18. Tabellenplatz mit 7 Punkten zum Nichtabstiegsplatz. Die nächsten Gegner sind: Wehen Wiesbaden, Fortuna Köln, Hallescher FC, Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach, Rot-Weiß Erfurt, SV Meppen, Würzburger Kickers und Preußen Münster. D.h. dass die nächsten beiden Spiele gegen zwei Spitzenteams der 3. Liga bestritten werden, gefolgt von drei absolut wichtigen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Danach folgen wieder Gegner, die sich nicht in irgendwelchen Missionen oder Kämpfen befinden.

Wir brauchen daher keine Experten für Prognosen sein, um zu behaupten, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich gewesen sein wird. Es sind immerhin auch immer noch 36 Punkte zu vergeben. Rechnerisch ist immer noch alles möglich (5 Euro ins Phrasenschwein). Andere Mannschaften können noch in eine Krise geraten oder Insolvenz anmelden müssen oder mit Punktabzug bestraft werden. Alles ist noch möglich (nochmal 5 Euro ins Phrasenschwein). Jeder Euro ist wichtig, dass weiß auch der neue Vorstandsvorsitzende A. Georgi. Ein Mann der Basis, der die Sorgen und Nöte der Fans und des Clubs kennt. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Fragt sich nur in welcher Liga. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen März und April 2018…

By Baba und Nino