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Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 2!

FCBayern

 

Der FC Bayern München ohne Pep? Und dann noch Gut so! Was erlaube Nino? Für manchen Bayern-Fan ist der Abschied von Guardiola ja ein Verlust. Im ersten Teil habe ich beschrieben, warum diese Trennung auch sein Gutes hat. Wie geht es nun mit dem Liga-Primus FCB weiter? Quo Vadis FC Bayern?

Was die Position des Trainers betrifft, so haben die Verantwortlichen um Kalle Rummenigge und Matze Sammer so gut wie alles richtig gemacht. Beide haben öffentlich für den Verbleib des Trainers geworben, den sog. roten Teppich ausgelegt. Sie haben sich fast ganz den Vorstellungen von Pep untergeordnet. Die Transferwünsche wurden ihm erfüllt. Auch die Spieler haben offen bekundet, dass eine weitere Zusammenarbeit wünschenswert ist.

Als sie irgendwann gemerkt haben, dass es nix werden wird, dann sind sie noch rechtzeitig von der Klippe der Würdelosigkeit gesprungen und haben den Verein als über allem stehenden Fixpunkt ausgemacht. „Der Verein ist größer als der Trainer“ ist die von Matze Sammer ausgerufene Marschroute. „Spieler kommen, Spieler gehen, Trainer kommen, Trainer gehen“ waren die Worte von Vorstandsboss Rummenigge. Sie haben versucht ihn zu halten, er wollte nicht #NeueHerausforderung.

Mit Carlo Ancelotti wurde ein erfahren-erfolgreicher Trainer geholt. Gut möglich, dass sich Geschichte wiederholt. Denn Louis van Gaal hat das Spielsystem auf eine neue Ebene gebracht, danach kam Jupp Heynckes (Anm. d. Verf.: Andries Jonker war zum Saison-Ende 2011 zweieinhalb Monate da und der Assi van Gaal, also keine längere Trainerposten-Periode), der mit seinem Spielverständnis die van Gaalschen Grundlagen verfeinerte und mit seiner väterlichen Art genau das richtige Klima für den absoluten Erfolg schaffte. Nicht zu vergessen die Großmutter aller Niederlagen, das Finale Dahoam 2012. Nun hat Guardiola in den letzten drei Jahren das System derart flexibel gemacht, dass sie die Spiele gewinnen weil sie so spielen, wie sie wollen und sich nicht dem Gegner anpassen (ok, vorbehaltlich der CL-Saison). Mit Ancelotti kommt nun ein ähnlicher Typ wie Heynckes an die Säbener Str. und es wird interessant zu beobachten sein, was er aus dieser Variabilität macht. Wird er sie auch verfeinern oder sogar komplett umkrempeln? Dafür bräuchte er sicherlich andere Spieler, die wahrscheinlich nicht in großer Anzahl kommen werden. Die Transfer-Gerüchte-Küche wird bis dahin wohl auch kein 3-Sterne-Gericht auf den Platz, ähm Teller zaubern können.

Was die Mannschaft betrifft so wurden vor Jahresende 2015 noch die Verträge mit den Spielern Jérôme Boateng, Javi Martinez und Thomas Müller langfristig verlängert. Dazu kommt noch, kurz vor Frühlingsbeginn zwosechszehn, die Verlängerung von David Alaba. Damit sind weitere wichtige Spieler, die zum Stamm der Mannschaft gehören über 2017 hinaus gebunden. Die Voraussetzungen für eine Ära sind gelegt. In der Transferpolitik haben sie soweit alles richtig gemacht. Es ist im aktuellen Kader kein Spieler dabei, der im Sommer seine Karriere beendet. Die Mannschaft kann also zusammen bleiben. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die englische Transfer-Offensive auf den Kader der Bayern hat. Zu Manchester City werden sicherlich keine wechseln. Auszuschließen ist dies allerdings nicht, bei aller Fußball-Romantik.

Die große Unbekannte ist der wahrlich nicht unbekannte Uli Hoeneß. Noch ist unklar in welche Rolle, der zu Recht Verurteile Ex-Präsident zurückkehrt. Verbleibt er eher unbemerkt in der Jugendabteilung oder gibt es ein Comeback der #AbteilungAttacke? Der aktuelle Präsident Karl Hopfner, vormals Finanzvorstand, scheut ja die Öffentlichkeit, wie Vampire das Tageslicht. Im Sommer 2016 soll die Entscheidung fallen welche Rolle Hoeneß bei quasi seinem Verein spielen wird.

Ich würde es begrüßen, wenn Hoeneß sich mehr um die Nachwuchsspieler kümmert und nicht im hektischen Tagesgeschäft mitmischt. Denn die Ausbildung junger Talente, die den Sprung von der 2.ten in die erste Mannschaft schafften, war schon immer die Schwachstelle der Bayern. Jedoch werden sie auch nicht zu einem Ausbildungsverein werden können. Zu hoch sind die mittlerweile gewachsenen Erfolgsansprüche #Triple. Ein bis zwei Spieler können im besten Fall den Sprung in die Profi-Mannschaft schaffen. Eine Alternative war bisher auch über Leihgeschäfte den Spielern Spielpraxis zu geben. Ansonsten werden sie weiterhin davon abhängig sein, von anderen Clubs die Top-Spieler zu holen. Das dürfte den ein oder anderen deutschen Club auch weiterhin in die Geld-Hände spielen, denn zum Nulltarif sind nur wenige Spieler nach München gewechselt.

Um das Ziel, weiterhin in der international Oberklasse vertreten sein zu können, spielt die globale Vermarktung eine immer größere Rolle. Bei der im Sommer 2015 durchgeführten USA-Reise konnte man sich schon einen guten Eindruck davon machen, wohin diese Reise im wahrsten Sinne des Wortes gehen wird. Die noch „unerschlossenen Märkte“ wie China und Indien gilt als nächstes zu bespielen. Auch die letzten Bemühungen neue Sponsoren einzubinden, zeugen von der Strategie zu einer weltweiten Marke zu werden.

Dabei sollten die Bayern allerdings nicht auf Länder wie Katar zugehen. Auch wenn mit dem katarischen Flughafen Doha, als neuer Premium-Partner versucht wird, u.a. das Thema Menschenrecht aktiv anzugehen. Da bleiben die Bayern noch Antworten schuldig bzw. sollten mal seriöse Journalisten, also nicht von der BLÖD, danach fragen.

Aus sportlicher Sicht war der erste Prüfstein das Champions-League-Achtelfinale. Dort wartete mit Juventus Turin, Vorjahresfinalist und aktueller, italienischer Tabellenführer nicht gerade ein Glückslos. Nach dem 2:2 Hinspiel war der 4:2 Rückspiel-Sieg in seiner epischen Ausführung auch ein Sieg gegen die taktische Besessenheit von Guardiola. Mit den einfacheren Mitteln (Flanke-Kopfball) wurden die Tore erzielt. Aus dem Chaos geboren. Dieser Sieg kann ein #Brustlöser sein, eine befreiende Wirkung entfalten, wie im Triple Jahr 2013. Denn die Spieler wissen jedenfalls um was es geht: um den gemeinsamen Erfolg. Das Gefüge Mannschaft und Trainer reduziert sich nun auf eine Zweckgemeinschaft. Im Viertelfinale scheint mit Benfica Lissabon zumindest ein machbarer Gegner zu warten.

Wie auch immer das Ende der Ära Guardiola ausgehen wird, der FC Bayern München hat sich in die Beletage der europäischen Top-Clubs gespielt. Die Voraussetzungen sind gegeben, dies auch in den nächsten Jahren tun zu können. Inwieweit die „Mia san Mia“-Folklore mit der Lederhose mit der Strategie zur globalen Marke einhergehen ist schwer einzuschätzen. Umso globaler, umso weniger lokaler!?

By Nino

Der FC Bayern München ohne Pep? Gut so…Teil 1!

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Als Sympathisant des FC Bayern München habe ich das ganze Bohei um die Vertragsverlängerung von Pep Guardiola aufmerksam verfolgt. Die üblich Verdächtigen Fußball-Redaktionen #Kicker #Sport1 #11Freunde #SportBild hatten schon vor den Feiertagen #Weihnachten ziemlich viel Spekulatius gegessen, so dass die Meldung, dass Guardiola sein Vertrag nicht verlängern wird, keine große Überraschung mehr war. Dafür wenigstens ein bisschen, dass mit Carlo Ancelotti einer der weltbesten Fußball-Trainer als Nachfolger verpflichtet werden konnte. 3 Wochen ist es nun her und den Reaktionen zu Folge werden dem Pep keine Bäche an Tränen nachgeweint.

Dabei ist dem FCB mit der Verpflichtung von Guardiola 2013 der Trainer-Coup der letzten Jahre gelungen. Hauptverantwortlich dafür war damals der Präsi Hoeneß.

Die Erwartungen an ihn, geprägt durch das legendäre 2013er-Triple und die 14 Titel die er mit dem #EffZeh Barcelona gewann, waren ungerechfertigt hoch und damit zum Scheitern verurteilt. In der Champions-League schied man 2014 gegen die erfolgshungrigeren Madrelenen von Real aus. Die Sehnsucht nach der Dezima übertrumpfte die titel-gesättigten Spieler der Bayern. 2015 ließ man sich von seinem Heimatverein Barcelona taktisch an die Wand spielen.

Dabei hat sich der FCB taktisch betrachtet unter Guardiola’s Regie nochmals weiterentwickelt. Was unter anderem dazu führte, dass er seine Startelf seit Januar 2014 im Vergleich zum Match zuvor 99 Mal (!) in Folge geändert hat. Erst die Spiele gehen die alte Dame Hertha (2:0) und die Fohlen aus Gladbach (1:3) begannen mit den gleichen Spielern. Oder das er im Spiel gegen den FC Ingolstadt mit einer Anweisung auf sechs Positionen umstellen ließ. Klar, da frohlockt das Taktik-Herz und dafür braucht’s auch die intellektuelle Reife der Spieler, die das umsetzen können. Ein Typ wie #MamaLasogga könnte daher nie unter Guardiola spielen. Aber nicht nur der Guardiola’sche Taktik-Fetisch, sondern auch die vielen Verletzungen führten zu dieser Dauer-Rotation.

Damit bin ich dann auch schon bei dem angelangt, was ich an Pep Guardiola nicht vermissen werde.

Im ersten Jahr Guardiola-Jahr war der Königstransfer Thiago. „Thiago oder nix“…war die Ansage an die FCB-Verantwortlichen, die dem neuen Trainer diesen Wunsch nicht nur von den Lippen abgelesen, sondern auch gleich erfüllt haben. Das Thiago sein ganzes Potential nur zeitweise unter Beweis stellen konnte, ist mit der Geschichte seiner Verletzungen zu begründen. In diesem Zusammenhang kommt auch der Name Dr. Müller-Wohlfahrt ins Spiel. Die Genesung von Pep’s Lieblingsspieler verlief nicht nach Plan. Leidlich seine Aussage, dass er lieber Spieler nach 6 Wochen zurück will, wenn der Arzt sagt, dass er nach 7 Wochen fit ist. Dies führte u.a. zum Bruch mit #Mull, der sich selbst entließ, aber nicht wirklich weg ist. Er behandelt immer noch die, vor allem für die Mannschaft wichtigen Spieler #Robbery. Als Kompromiss ist er weiterhin Teil der medizinischen Abteilung.

Bei jedem weiteren Transfer fragten sich nicht nur die Experten: passt der Spieler überhaupt ins System von Pep? Er neigt ja bei jedem Spieler von „super-super-Spieler“ zu sprechen. Was nach innen für die Spieler als Stärkung wirken soll, so nutzt es sich nach außen eher ab. Denn die Marios Gomez&Mandzukic wurden als dieser super Spieler bezeichnet, wenig später spürten sie den Rasen von Madrid bzw. Florenz unter den Füßen. Ähnlich lief es bei Dante, dem Ex-Gute-Laune-Bär des FCB: „Ich hätte bitte 1000 Dante’s“. Nun sorgt Dante in Wolfsburg für prächtige Laune. Solche Übertreibungen nutzen sich ab und können auf Dauer nicht mehr ernst genommen werden.

Auch das halbherzige Bekenntnis zur Identifikationsfigur Bastian Schweinsteiger und dessen Wechsel zu Manchester United. Es war viel von Identitätsverlust die Rede, gar einer Krise #Hispanisierung. Den Verein FCB hat Guardiola wohl nicht verstanden.

Seine Begründung für die Nicht-Verlängerung war, dass er eine neue Herausforderung sucht. Er möchte in der Premier League arbeiten. Das ist absolut legitim, denn diese gilt als das non-plus-Ultra der Fußball-Ligen. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, welcher Verein für Guardiola die Herausforderung sein wird, die er sucht.

Wie es mit dem FC Bayern weitergeht, dazu mehr im Teil 2…

By Nino