Schlagwort-Archive: Bayern München

„Was bisher geschah…Teil 8“

Acht

Während sich die deutsche Nationalmannschaft mit der Niederlage, ähm Niederlande in der Nations League duellierte, richteten wir zum achten Mal den Blick zurück auf unsere Texte des thebeautifulgameblogs. Heraus kam die Erkenntnis, dass es sich diesmal hauptsächlich um Aufreger-Themen gehandelt hat. RB Leipzig, Borussia Dortmund, der Chemnitzer FC, der FC Bayern München und die journalistische Hysterie, wenn es mal bei den Bayern nicht läuft. Das ist ja wiederum brandaktuell.

Dazu noch die zweite Erkenntnis, dass sich Fake News auch in der sportlichen Berichterstattung breit gemacht haben. Baba widmete sich dafür ausführlich einer Kölschen Legende und blickte zurück auf die Stationen des fast Gescheiterten Lukas Podolski. Legendär wie der Spieler. Viel Spaß beim Stöbern.

71. Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2
72. Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC
73. Das Leck mich am A…-Spiel. CFC vs. VfR Aalen
74. Fake News? Lese was du glauben sollst!
75. Quo vadis, Chemnitzer FC?
76. Stationen eines fast Gescheiterten?
77. Das Hör-Spiel Real Madrid vs. FC Bayern München
78. Leserbrief zum 11Freunde Artikel „Gezutzelte Weißwurst“
79. Alt vs. Jung. Kommentar zum Pokal-Halbfinale FCB vs. BVB
80. Kommentar zur FC Bayern-Journalismus-Hysterie

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 sowie Teil 7

By Baba und Nino

 

Das Armutszeugnis der 1. Fußball-Bundesliga

WahnsinnBundesliga

Das Armutszeugnis der 1. Fußball-Bundesliga wurde am 32. Spieltag der Saison 2017/2018 eindrucksvoll abgelegt. Was war geschehen?

Der Hamburger SV gewinnt 3:1 auswärts gegen den VfL Wolfsburg. Nach 14 sieglosen Auswärtsspielen gewinnen die Hamburger das 2te Mal (!) in dieser Saison. Den letzten Sieg in der Ferne gab es am 2. Spieltag gegen den 1. FC Köln. Die Kölner? Mittlerweile abgestiegen! Der HSV? Noch 2 Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Wie haben sie das geschafft? Drei Trainerwechsel und durch Siege gegen FC Schalke 04. Mit hoher Wahrscheinlichkeit nächste Saison ein deutscher Vertreter in der Champions-League. Der 17.te schlägt den 2ten. Eine Woche später gewinnen die Schalker im Derby gegen Borussia Dortmund (2:0), den 3.ten der Tabelle. Schalke hat 24 Punkte Rückstand zum schon feststehenden Deutschen Meister Bayern München. Der FCB übrigens als einziger verbliebener Vertreter auf europäischer Fußball-Bühne. Wie viele Punkte hat der aktuell Absteiger Köln? 22 Punkte.

Die Bayern gewinnen mit einer C-Elf 4:1 gegen Eintracht Frankfurt. Jenes Frankfurt, welches Schalke im DFB-Pokalhalbfinale mit 1:0 rausgeschmissen hat und somit im Finale auf die Bayern trifft. Frankfurt damit nächste Saison ein deutscher Vertreter in der Europa League. Nächster Gegner des Hamburger SV? Eintracht Frankfurt, zuletzt drei sieglose Spiele hintereinander.

Das sich eingefleischte HSV-Fans wie Sören jetzt wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, ist völlig verständlich. Für ihn ist der HSV mittendrin in seiner Crunchtime. Die Rothosen schwimmen auf einer Welle der Euphorie und kann Frankfurt auswärts 3 Punkte abnehmen. Dann empfangen sie zum Endspiel die Borussia aus Mönchengladbach.

Ich selbst habe gehofft, dass sie es diesmal nicht schaffen. Dass es endlich vorbei ist, mit diesem ganzen „Niemals 2. Liga“ und „Unabsteigbar“. Nach diesem Spieltag ist alles wieder offen. Auch wenn ich in solchen Fällen kein Fan von Prognosen bin, so sehe ich folgende Szenarien vor mir: Szenario 1: Der HSV schafft wieder den direkten Klassenerhalt, der VfL Wolfsburg darf wie in der letzten Saison noch in die Relegation. Szenario 2: Der HSV schafft es am letzten Spieltag auf den Relegationsplatz und schafft den Klassenerhalt über diesen Umweg. Die Relegation spielen sie wahrscheinlich gegen Holstein Kiel, die am letzten Spieltag den dritten Platz erst endgültig gesichert haben. Noch völlig fertig davon, treffen sie auf einen euphorisierten HSV, der dann zweimal unentschieden spielt und aufgrund der Auswärtstorregel in der ersten Liga bleiben. Relegation, das können die Hamburger. Lewis Holtby wird sich mit stolz geschwelter Brust durchs Volksparkstadion tragen lassen. Mannschaft und Fans werden feiern, als hätten sie mal wieder die Deutscher Meisterschaft gewonnen. Allein du kannst es dir nicht ausdenken, aber wahrscheinlich wird es genauso kommen. So bitter so süß.

Was mich bei allem am meisten verwundert, ist die Tatsache, dass der HSV die Lizenz für die 1. Bundesliga bekommen hat. Ohne Auflagen. Ohne Bedingungen. Im Kicker ist zu lesen: „Das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 hatten die Hamburger mit einem Minus von 13,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die Verbindlichkeiten hatten mit 105,5 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht.“ Wie ist es möglich, dass aufgrund solcher Voraussetzungen der HSV die Lizenz bekommt? Die Wette auf die Zukunft heißt höhere Einnahmen „durch Transfererlöse oder übermäßigen sportlichen Erfolg, zum Beispiel im DFB-Pokal„. Allein dafür: Respekt HSV.

Seitens der DFL wird den Hanseaten wohl so einiges zugetraut, in sportlicher wie finanzieller Perspektive. Und das ist dann wahrlich ein Armutszeugnis der gesamten Bundesliga. Es spricht ja nicht für die Ausgeglichenheit der Liga, wenn der 17.te den 2ten schlägt, sondern für fehlende Qualität. Nach 7 Siegen, 7 unentschieden und 18 (!) Niederlagen ist der HSV nach dem 32. Spieltag rechnerisch immer noch in der Lage die Liga zu halten. Eine Tatsche, die von vielen Experten geflissentlich übersehen wird.

Am Ende twittert der HSV wohl wie 2017: „Tick Tack, wir gehen euch weiter auf den Sack!  #therewillbehaters #immerersteliga“. Danke, Bundesliga!

By Nino

 

Sportliche Grüße vom Mia-san-Mia-Experten-Medien-Hof

FCB Ball

FC Bayern München. Immer wieder der FC Bayern München. Kein Tag ohne eine Nachrichtenmeldung zum FC Bayern München. Klar, der FCB ist der Rekordmeister, der Rekordpokalsieger, der Primus unter den Fußballclubs in Deutschland, weltweit die meisten Vereinsmitglieder, international unter den TOP drei. Da gibt’s genug Stoff für tägliche Schlagzeilen, die dann später z.B. in Kolumnen münden oder Teil einer Talksendung oder für eine Umfrage genutzt werden. Irgendwas ist an der Säbener Str. immer los und wird als berichtenswert erachtet. Soweit so erfreulich für die Bayern-Fans, so weit so nervig für alle anderen. Aber warum ist das so?

Der Stellenwert des FCB ist dabei nur eine Erklärung für die omnipräsente Berichterstattung. Daher lohnt ein zweiter Blick und ich stelle fest, dass es bei den Meinungsführen unter den ganzen Fußballexperten eine verblüffende Gemeinsamkeit gibt: Denn was haben die Experten Oliver Kahn, Dietmar Hamann, Lothar Matthäus, Thomas Helmer, Thomas Strunz, Stefan Effenberg, Matthias Sammer, Thomas Berthold, Olaf Thon, Mario Basler, Ottmar Hitzfeld gemeinsam? Sind sie alle männlich? Ja, aber unwichtig. Sind sie Journalisten? Nein, dafür Experten. Sind sie sind mal Spieler und/oder Trainer gewesen? Ja, aber nicht mehr aktiv. Und bei welchem Verein? Ja genau! Beim FC Bayern München!

So weit zu dieser Stammtischwissen-Erkenntnis. Nun sind alle der genannten Experten bei den meinungsstärksten Magazinen, weitreichenstärksten TV-Sendern untergebracht. Oliver Kahn kommentiert beim ZDF die Championsleague-Spiele, Dietmar Hamann und Lothar Matthäus sind bei SkySport tätig, mit Auftritten in den verschiedenen Shows und haben obendrein noch eine eigene Kolumne („Hamanns TOP 3“ und „So sehe ich das“). Zu einer eigenen Kolumne hat es auch Stefan Effenberg geschafft. Bei T-Online darf er in der „Effenberg-Kolumne“ seine Meinung über aktuelle Fußball-Themen kundtun. Olaf Thon ist bei Sport1 angestellt und ist u.a. in der Spieltagsanalyse zu sehen. Das Thomas-Duo Helmer und Strunz ist auch bei Sport1 beschäftigt. Helmer moderiert den Doppelpass, in dem Strunz als Sport1-Experte auftritt. Und keine Sendung vergeht, in der sich nicht ein Thema um den FCB dreht. Nicht zu vergessen, dass sich die beiden alte Anekdoten aus der Bayern-Zeit hin und her spielen. Das mag bisweilen interessant sein, diese „gute-alten-Zeiten-ach-was-waren-wir-doch-toll“-Erzählungen können aber auch ganz schön auf die Nerven gehen.

Auf die Nerven gehen, das war ein Teil des Sportdirektor-Jobs von Matthias Sammer beim FCB. Nun kommentiert er bei Eurosport das sportliche Geschehen, wie immer detailversessen und eloquent. Ähnlich präsentiert sich Ottmar Hitzfeld (meist bei Sport1), der spätestens bei bayerischen Trainerdiskussionen seinen Beitrag pflichtgemäß leistet.

Weniger inhaltlich in die Tiefe geht dafür Mario Basler. Er tritt bei Sport1 in Erscheinung, hier insbesondere beim Fantalk. Bei diesem werden bierselig die Champions-League-Spiele der deutschen Clubs kommentiert. Würde er doch auch sprachlich die Ecken direkt verwandeln können, dann würde sich ein Einschalten wieder lohnen. Ähnlich erging mir es auch bei Thomas Berthold, der seine zweite Karriere als Mecker-Rentner bei Sport1 (Experte beim Doppelpass und eigene Kolumne) hoffentlich dauerhaft ruhend gestellt hat.

Beim Lesen der ganzen Kolumnen und schauen der vielen Sendungen verstärkt sich der Eindruck, dass die ehemaligen Alphatiere von einst, diese Attitüde auch in der zweiten Karriere konsequent an den Tag legen wollen. Das führt bei Lothar Matthäus unfreiwillig gewollt (?) zu Fehlpässen („Wäre, wäre Fahrradkette“) oder wie bei Effe-Cheffe „übers Ziel hinausschießen“. Er bezeichnete z.B. die unbestrafte Aktion von Julian Nagelsmann (unbeabsichtigter Becher-Treffer eines Fans) als Mega-Skandal. Mega-Skandal, das ist ja eher das Vokabular, welches man von der BLÖD leider gewohnt ist. So ist es aber wohl ein Indiz dafür, dass jeder Einzelne das Ziel verfolgt, möglichst viel Aufmerksamkeit erreichen zu wollen.

Als Vorbild gilt da hoffentlich nicht der ehemalige ARD-Sportmoderator und Überraschung: Ex-Bayern-Spieler Mehmet Scholl. Denn dieser hatte die Niveau-Latte nicht wirklich hoch gehängt. Die Aussage („ich hatte Angst, dass er sich wundliegt“) war nur der traurige Höhepunkt, an den sonst eher bemitleidenswerten Auftritten bei der ARD. Das Mario Gomez zu dieser Zeit ein Spieler des FCB war, geschenkt.

Zu den ehemaligen Sprachrohren in Sachen FCB gehörte auch Franz Beckenbauer, der zuletzt bei SkySport kaisern durfte und noch früher eine eigene Kolumne bei der BLÖD hatte.

Und wenn noch der Sportjournalist und 11Freunde Chefredakteur Philipp Köster in seiner Stern-Stimme-Kolumne „Kabinenpredigt“ auffallend oft den FCB zum Thema hat, dann braucht man sich nicht wundern, dass der FCB zu einer medialen Dauerpräsenz hofiert wird, unterstützt von der Arbeit ehemaliger Spieler, Trainer und Sportdirektoren.

Es wird dabei mal mehr, mal weniger hart Kritik am FCB geübt. Selbstverständlich oft mit einem „zu meiner Zeit…“, „als ich noch bei Bayern spielte…“.

Auffällig ist aber auch, wie die direkten Konkurrenten beurteilt werden. Am besten zeigt sich das am Beispiel Borussia Dortmund. Hier habe ich mich schon des Öfteren gefragt, ob bei der Beurteilung des Leistungsstandes nicht eher der Ex-Bayern-Angestellte spricht als der fachlich unabhängige Experte es tun sollte. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. Nicht das der Eindruck erweckt wird, dass das alles eine Verschwörung ist und die TV-Sender Sport1 und Eurosport ihren Sitz in München haben, nur reiner Zufall ist. Nein, so unsachlich wird’s dann nicht 🙂

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August 2017

CFC-August

Der himmelblaue August 2017 begann wie der himmelblaue Juli endete. Nach der 2:4 Auswärtsniederlage vs. SC Paderborn folgte eine bittere 2:4 Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Zwei Niederlagen in Folge, da sollte bei einem Spiel gegen einen Aufsteiger vielleicht doch was Zählbares herausspringen. So zumindest unsere leise Hoffnung im Hinblick auf das darauffolgende Auswärtsspiel gegen FC Carl Zeiss Jena. Aber auch in diesem Ost-Klassiker kam der CFC nicht über ein 1:1 hinaus. Wenigstens nicht verloren sagt der Optimist, der Pessimist hingegen: wieder nicht gewonnen.

Umso besser, dass das nächste Spiel für Ablenkung sorgen konnte. Am 12. August 2017 stand nun endlich das 1. Runden-DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München an, das Traumlos wie hier bereits schon mehrfach erwähnt.

Der CFC stimmte mit einem Countdown ein und allerorten war von der Vorfreude auf dieses Highlight-Spiel zu lesen und zu hören. Auch wir waren voller Vorfreude und hofften auf ein himmelblaues Pokalwunder. Dieses geschah dann doch nicht (warum, wieso, weshalb steht hier im Spielbericht.

So war es dann auch gut, dass dieser ganze Trubel vorbeiging und der Fokus wieder auf die 3. Liga und dem Ziel Klassenerhalt gelegt werden konnte. Am 5. Spieltag trafen die Himmelblauen auf den VfL Osnabrück. Jene Mannschaft, die mehr oder weniger überraschend den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschmissen hatte. Aber vielleicht war das beim HSV eh alles nur Teil eines ausgeklügelten Saison-Plans. So oder so, konnte der CFC ein 0:0 erkämpfen und einen weiteren Punkt verbuchen.

Bei diesem Punkt ist es dann auch leider geblieben, im letzten Punktspiel im August 2017 verlor der CFC 2:4 gegen die SpVgg Unterhaching. So steht der CFC nach 6 Spieltagen mit einer Bilanz von einem Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf dem 13. Tabellenplatz. Nun spricht das Torverhältnis von minus 4 Toren nicht wirklich für die offensivere Spielweise, sondern eher für eine Abwehrreihe mit ausbaufähiger Sicherheit. Man ist geneigt zu sagen: „Lieber 1:0 gewinnen, als 2:4 in Schönheit zu verlieren.“

Neben dieser Neigung erwischen wir uns auch dabei, die ersten Bilanzen zu ziehen. Nach kurzem Innehalten ist es aber dafür definitiv noch zu früh. Höchstens nach dem 10. Spieltag kann man zumindest feststellen, ob das neue Spielsystem überhaupt von den Spielern verstanden und umgesetzt werden kann. Zu Bedenken ist ja auch immer noch, dass der Kader eine fast komplette Runderneuerung erfahren hat. Geduld ist gefragt, in der heutigen Zeit, so behaupten wir mal, eine schwer umzusetzende, Eigenschaft, vor allem im schnelllebigen Fußballgeschäft #Phrasenschwein.

Das macht zumindest im Spielbetrieb eine Pause. Bei der Nationalmannschaft stehen die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Norwegen auf dem Plan. Zeit für den CFC ein Testspiel auszutragen (vs. BSC Rapid Chemnitz).

Welche neuen Erkenntnisse und im besten Fall auch Konsequenzen daraus gezogen werden können, wird beim nächsten Heimspiel gegen den Karlsruher SC zu beobachten sein. Der hat turbulenten Wochen hinter sich. Nach dem Fehlstart wurde der Trainer M-P. Meister entlassen und A. Schwartz geholt. Wir hoffen natürlich, dass der „neue Trainer-Effekt“ ordentlich verpufft und der Heimkehrer Anton Fink #FußballGott beim Tore schießen eine 90-minütige Pause einlegt. Mehr dazu dann im Kommentar zum himmelblauen September 2017…

By Baba und Nino

 

Rekordpokalsieger unter sich – Kommentar zu #CFCFCB

ChemnitzFans

Wunder gibt es immer wieder“ so der Titel des Musik-Klassikers von Katja Ebstein, der das Motto für dieses DFB-Pokalspiel zwischen dem Rekordsachsenpokalsieger Chemnitzer FC und dem Rekord-DFB-Pokalsieger FC Bayern München treffsicher vorgegeben hat. Einerseits für den CFC, weil es Zeit für ein himmelblaues Pokalwunder ist, andererseits für den FCB, dass es ihrem Selbstverständnis nach ein Wunder wäre, in Chemnitz das Stadion als Verlierer zu verlassen.

Durch dieses wolle Stürmer Daniel Frahn nackt laufen, sofern ein himmelblauer Sieg gefeiert werden könne. So seine besonders für die weibliche Anhängerschaft frohlockende Ankündigung #EinMannEinWort. Ansonsten wurde beiderseitig das altbekannte Phrasenbingo gespielt: Von „einen heißen Kampf liefern“ und „zusammen mit den Zuschauern begeistern“ #CFC war auch vom „Spiel des Lebens“ (für die Chemnitzer) und „Hexenkessel“ #FCB die Rede.

Geredet und informiert wurde besonders von Seiten des CFC. Mit einem 5-Tages-Countdown wurde auf das Spiel euphorisch eingestimmt. So konnte man z.B. erfahren, dass eigens ein Sonderparkkonzept entwickelt wurde, um eine reibungslose An-und Abreise zum Stadion zu gewährleisten. Spöttisch könnte man da auch sagen, dass es wohl besser ist, dass nicht jedes Heimspiel der Himmelblauen ausverkauft ist. Aber Schwamm drüber: Pokalspiel gegen den FCB ist ja nur einmal im Jahr.

Marketingtechnisch wusste der CFC dieses Spiel auch sehr gut zu nutzen. Neben den üblichen Verdächtigen Fan-Artikeln wie #Tasse und #Begegnungsschal gab es diesmal auch ein extra Pokal-Nicki käuflich zu erwerben. Zwei Tage vor dem Spiel! Gut, dass Chemnitz der Ort der schnellen Wege ist und die Anlieferung aufgrund Online-Bestellung noch vor Spielbeginn realisiert werden konnte.

Die schnellen Wege konnten auch bei der Anreise genutzt werden. Dank der vielfältigen Parkmöglichkeiten waren wir auf der sicheren Seite und kamen anderthalb Stunden vor dem Spiel an. Zeit genug, um die sehr gründliche Einlass- bzw. „Fass-mich-bitte-überall-an“-Kontrolle durch die Herren der Security erfahren zu können. Der Begegnungsschal wurde zugleich auch freudig empfangen und die Sitzschale mit dem Trio Clubmagazin&Stadionwurst&Bier eingenommen.

Stadion vor Anpfiff

Das Stadionrund füllte sich zusehends und die Gäste wurden mit „respektvollem“ Applaus empfangen. Der Anpfiff zum Spiel erfolgte durch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus pünktlich und auch die Sonne ließ sich bei 16 Grad noch blicken.

bei Anpfiff

Die Bayern begannen gewohnt druckvoll und wollten das schnelle erste Tor schießen. Das gelang dann „erst“ in der 20. Minute, nachdem ein Lewandowski-Freistoß doppelt abgefälscht im Chemnitzer Netz landete. 10 Minuten später wurde Lewandowski als Buhmann des Spiels erkoren, nachdem er nach einem Foul etwas länger brauchte, um auf die Beine zu kommen. Schnell wurde es laut und Schmähgesänge angestimmt. Keine Glanzleistung, auf beiden Seiten.

Das es auch anders geht, bewiesen Ribery und Kunz. Der bayerische Flügelflitzer prüfte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den Chemnitzer Keeper mit einer strammen Direktabnahme. Da ging ein Raunen durch das Stadionrund, mein lieber Herr Gesangsverein. So blieb es beim 0:1 aus Chemnitzer Sicht und die Hoffnung auf ein Pokalwunder musste mit weiterem Bier am Leben gehalten werden.

In der zweiten Halbzeit drängten die Bayern mit dominanten Spiel auf die schnelle Entscheidung. Nach einer feinen Kombination zwischen Ribery und Coman schloss dieser mit einem Rechtsschuss zum 2:0 ein. Die Stimmung im Stadion ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Immer wieder initiierte die Südkurve Gesänge und forderte zur Unterstützung auf.

Die war auch dringend notwendig, denn die Bayern spielten zusehends ihre spielerische Klasse aus. Der Ballbesitz war erdrückend (am Ende 76%) und das dritte Tor lag in der Luft. Dieses fiel dann wiederum durch Lewandowski in der 60. Minute, der sich offensichtlich durch Schmähgesänge nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das dritte Tor veranlasste FCB-Cheftrainer C. Ancelotti dann die ersten Ein-bzw. Auswechslungen vorzunehmen. In einem Doppelwechsel kamen Alaba&Robben für Rafinha&Lewandowski.

Nach dem 0:3 erinnerte ich mich wieder an die Worte von Daniel Frahn, der auch angekündigt hatte: „Wir wollen uns nicht abschlachten lassen“. So blieb die Hoffnung, dass der CFC nicht wie der unabsteigbare HSV“ endet, der sich in der Bundesliga schon mal mit 8:0 nach Hause schicken lässt.

Den Frahn’schen Worten wurden sich die Himmelblauen wohl noch bewusst und agierten trotz des Dauerdrucks etwas aktiver. Die Entlastungsangriffe wurden aber leider souverän von der Abwehrreihe um Hummels und Süle geklärt. In der Schlussphase wurde der Klassenunterschied mehr und mehr deutlich. Die Bayern ließen nicht nach und erhöhten durch Ribery (79. Minute) und Hummels (89. Minute) noch zum 5:0.

Kurz danach wurde das Spiel pünktlich in der 90. Minute von der insgesamt souveränen Schiedsrichterin Steinhaus abgepfiffen. Mit dem Abpfiff wurde auch die Ausnüchterung über das ausbleibende, himmelblaue Pokalwunder eingeleitet.

CFC nach Abpfiff

Was bleibt also in Erinnerung? Für mich jedenfalls, dass der gesamte Chemnitzer FC sich als würdiger Gastgeber erwiesen hat. Die CFC-Fans haben über 90. Minuten den 12. Mann gestellt und eine erstklassige Kulisse geboten. Meine bescheidene Hoffnung, dass sie die Himmelblauen nicht in Ehrfurcht erstarren, hat sich auch erfüllt. Die kämpferische Leistung war auf jeden Fall erste Klasse. Diese Kampfbereitschaft sollte in die anstehenden 3.Liga-Aufgaben mitgenommen werden.

Bzgl. der Bayern-Fans bin ich auf die Strafe des DFB gespannt. Vor Anpfiff wurde mit Pyrotechnik hantiert, eher amateurhaft, aber das ist eine andere Diskussion.

Pyro

Der CFC kann erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Die Chance auf ein Re-Match gibt es vielleicht schon nächstes Jahr. Da wird wieder ausgelost und der CFC ist hoffentlich als amtierender Rekordsachsenpokalsieger wieder mit von der Partie. Oder einfach als Zweitligist.

Ja, auch in der Stunde der Niederlage soll man das träumen nicht vergessen…

By Nino

 

 

Zeit für ein himmelblaues Pokalwunder!?

DFB-PokalCFCFCB

Die Fakten sind klar: In der 1. Runde des 2017/18er DFB-Pokals trifft der Drittligist Chemnitzer FC auf den Erstligisten FC Bayern München. Rekord-Sachsenpokal-Sieger vs. Rekord-DFB-Pokalsieger. Das Stadion ist bis auf den letzten der 15.000 Plätze ausverkauft, die Vorfreude bei den Fans ist riesig.

Ohne jetzt weitere Daten wie Gesamtetat der Teams, individuell-spielerisches Niveau usw. in den Blick nehmen zu wollen, so ist die Rollenverteilung aus meiner Sicht für dieses Spiel klar. Der FCB ist der klare Favorit, der CFC der krasse Außenseiter.

Beim schönen Spiel Fußball geht es ja mitunter mehr um die Realität und was auf dem Rasen passiert. Er lädt zum Träumen ein. Nach der Auslosung war ich mir noch unsicher, ob dieses Los ein Traumlos für den CFC ist (hier geht’s zum Text). Mittlerweile kann ich sagen, dass es eins ist. Der CFC und seine Umbruchs-Mannschaft (10 Abgänge, 11 Neuzugänge) kann hier nur gewinnen. Gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Der CFC hat die Chance, ein Team der internationalen Spitzenklasse als würdigen Gastgeber zu empfangen. Die Fans haben die Chance eine stimmungsvolle Atmosphäre zu bieten. Die bayerischen Fans können eine mit dem CFC-Logo-gebrandete Brühwurst essen (ja, es gibt auch noch was Anderes als Weißwurst mit süßem Senf ;-)). Vielleicht scheint auch die Sonne und dieses Pokalspiel kann ein Highlight für alle Beteiligten werden. #MittendrinStattNurDabei

Der CFC war so clever und hat die Eintrittskarten zunächst nur für Mitglieder und Dauerkarteninhaber sowie in Verbindung mit einem Heimspiel (vs. VfR Aalen) angeboten. Somit sind nur rund 1000 Tickets noch in den freien Verkauf gekommen. Nach wenigen Minuten wurde dieser beendet und „Ausverkauft“ vermeldet.

Die Voraussetzungen für einen unvergesslichen Fußball-Samstagnachmittag sind also gegeben. Auch wenn ich als Bayern-Sympathisant (warum, wieso, weshalb steht hier) und Heimatverein-Fan in ein kolossales Fan-Dilemma gerate und es hoffentlich eine erkenntnisreiche Erfahrung wird. Davon abgesehen werden in diesem Spiel alle Daumen für die Himmelblauen gedrückt. #Erfolgsfan #;-)

Ob es Zeit für ein himmelblaues Wunder ist? Na klar, warum nicht. Beim Fußball dreht sich nicht immer alles um das Gewinnen. Es geht darum eine Geschichte zu schreiben, die im besten Falle dann noch den Enkelkindern erzählt werden kann. Und dieses Spiel hat definitiv das Potenzial Geschichte zu schreiben. Es kann eine knappe Niederlage für den CFC werden, ein klarer Sieg für den FCB. Es kann auch in die Verlängerung gehen, vielleicht sogar Elfmeterschießen. Tod oder Gladiolen. #VanGaal

Das Gute am Fußball ist ja, dass vorher alle nicht wissen, wie es ausgeht. Seien die Voraussetzungen auch so unterschiedlich wie in diesem Spiel. Und auch der alte Kalauer soll auch hier zum Einsatz kommen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Davon mal abgesehen, habe ich lediglich die bescheidene Hoffnung, dass die Himmelblauen nicht in Ehrfurcht erstarren. Dass sie keine devote Haltung gegenüber den Spielern einnehmen werden. Dass sie den ganzen Hype um dieses Spiel mit #Müller #Hummels #Lewandowski #Alaba ausblenden können. Dass sie dieses Spiel nutzen, um auch mal etwas zu wagen. Wenn nicht in diesem Spiel, wann dann? Freilich sollen keine dreifachen Übersteiger zelebriert oder überharte Zweikämpfe geführt werden. Aber warum nicht mal ein Fernschuss, die sind gerade in Mode…oder die leider viel zu wenig praktizierten direkten Eckstöße. #MarioBasler

Wie gesagt, gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Die Spieler können aber „kämpfen, beißen, kratzen“, „alles in die Waagschale werfen“, „niemals aufgeben“ und sich sonst noch alle weitere heißmachenden Sprüche aus der Motivationsschatulle immer und immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Nichts Schlimmeres gäbe es, wenn die Paderborner-Haltung angenommen wird, die der damalige Trainer A. Breitenreiter mit seiner Mannschaft an den Spieltag gelegt hat. Nach der 0:6 Auswärtsniederlage resümierte der Trainer das Spiel mit einem „Vielen Dank für das tolle Erlebnis“. Diese schmierig-devote Haltung soll um den himmelsblauen Willen nicht an diesen und sonst auch nie an den Tag gelegt werden. Es ist immerhin ein Pokalspiel, bei dem es wie immer zu Beginn 0:0 steht. Der CFC kann nur gewinnen, die Bayern mehr verlieren, als gewinnen. Für die „wir-wollen-immer-gewinnen-Bayern“ wäre es eine Blamage, an der altehrwürdigen Fischerwiese als Verlierer vom Platze zu gehen.

Dies haben die Bayern bisher mehrfach in der aktuellen Saison-Vorbereitung getan. In neun Testspielen (#TelekomCup #AudiSummitCup #InternationalChampionsCup #AudiCup #Supercup) gab es drei Siege und sechs Niederlagen. Die Asien-Promo-Reise war sportlich gesehen eine krachende Niederlage. Der Supercup wurde erst im Elfmeterschießen 5:4 vs. Borussia Dortmund gewonnen. Souverän sieht anders aus. Nicht zu vergessen die Verletztenliste. Eine topbesetzte Mannschaft wird schon aus diesem Grund nicht möglich sein.

Der CFC ist mit einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen in die Drittliga-Saison 2017/2018 gestartet. Das stark veränderte Team befindet sich noch in der Findungsphase. Die Spielphilosophie des neuen Trainers Steffens kann noch nicht in Gänze auf dem Platz umgesetzt werden.

Das alles gilt es aber für das Spiel des Jahres auszublenden. Die Vorfreude sollte überwiegen. Ich freue mich daher auf ein schönes Fußballspiel, in einem vollen Stadion, in meiner Heimatstadt. Es ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Oder doch das himmelblaue Pokal-Wunder? Mehr dazu hier auf diesem Blog…

By Nino

Kommentar zum himmelblauen Juni 2017 – Teil 2

chemnitz

„Alles neu macht der Juni!“ Dieses Motto galt auch weiterhin für die zweite himmelblaue Juni-Hälfte 2017. Zum ersten Juni-Teil geht’s hier.

In Sachen Kader-Planung lief es richtig rund. Besser gesagt lief es eher auf einen Kader-Umbruch hinaus, denn zum Stand vom 30. Juni 2017 hat der CFC 11 Abgänge und 9 Zugänge vermeldet. Bei den Zugängen ist einzig mit Marvin Thiele ein Spieler aus der eigenen U19 dabei. Ansonsten alles Spieler aus der 3. Liga, unteren Klassen oder aus dem Ausland. Die Marschrichtung in Sachen Mannschaftsentwicklung hatte Sportvorstand Ziffert in einer Meldung zur aktuellen Lage Mitte Juni vorgegeben. Er teilte mit, dass er nur mit Spielern arbeiten will, die sich „100% mit ihrer Aufgabe beim CFC identifizieren“. Beim Blick auf die Anzahl der Abgänge könnte man böswillig behaupten, dass da ja nicht mehr viele Spieler übriggeblieben sind, die sich voll und ganz dem CFC verschreiben. Eine Einzelfall-Betrachtung wäre zwar angemessener, aber was hilft es sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ziffert formulierte dies daher positiver: „Wir müssen und wollen einen Neuanfang starten“.

Einen Neuanfang gab es ja auch auf der Trainerbank. Mit der Verpflichtung von Horst Steffen und dem Co-Trainer Sreto Ristic wurde wieder Wert daraufgelegt, dass es eine klare Spielphilosophie geben soll. Wir sind daher gespannt, ob das Trainer-Duo ihre offensive Spielweise umsetzen kann. Neben der neuen taktischen Ausrichtung wird mit der Verpflichtung von Ristic wieder verstärkt der Fokus auf die Fitness der Spieler gelegt. Dieser Bereich war in der vergangenen Saison einer der unrühmlichen Baustellen unter Cheftrainer Köhler. Da sich Köhler mit dem unter Vorgänger Heine engagierten Fitnessexperten nicht auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, entfiel diese für die Mannschaft. Dennoch nutzten einige Spieler die innovativen Angebote des Fitnessexperten. Nun soll offensichtlich diese Arbeit voll und ganz Ristic übernehmen. Vorschluss-Lorbeeren bringt er zumindest schon mal mit, da er in früheren Tagen mit Bundesjogi Löw zusammengearbeitet hat. Welche Auswirkungen das allerdings haben wird, werden wir erst sehen, wenn es darauf ankommt. Nämlich auch noch in der 80.Minute einen Sprint zu starten, um den vielleicht entscheidenden Konter einzuleiten.

Ein entscheidendes Puzzlestück dazu, dass man überhaupt in der 3. Liga wieder dabei ist, war die Vereinbarung des Benefizspiels vs. Dynamo Dresden. Dies sollte am Mittwoch, 5. Juli stattfinden und die Planungen für die Teilnahme unsererseits waren schon sehr weit fortgeschritten, die Vorfreude entsprechend groß. Leider wurde dieses Gefühl aber 8 Tage vorher mit einem sinnbildlichen Schuss in die Magengrube jäh beendet. Denn es wird uns schlecht, wenn wir an die Begründung denken müssen, warum dieses Spiel verschoben wird: „Aufgrund der Lageeinschätzung der Sicherheitsbehörden […] bedingt durch den G20 Gipfel […] in Hamburg“. Übersetzt heißt das, dass zu wenige Polizisten zur Verfügung stehen. Um ein Spiel für den guten Zweck abzusichern. Ein Fußball-Spiel. In Chemnitz. Damit wäre auch die Frage beantwortet, was Chemnitz mit G20 zu tun hat 😉

Zur bitteren Wahrheit gehört auch, dass es offensichtlich nicht mehr möglich ist, ein Fußball-Spiel ohne die freundliche Begleitung durch die Polizei organisieren zu können. Vielleicht war das ja früher mal besser!? Unsere klare Meinung: #FCKG20

Bei der Planung und Vorbereitung des neuen Spieltermins kann nun auch der neue kaufmännische Leiter Lars Schauer mitwirken. Dieser hatte schon länger als Berater beim CFC gewirkt, nun also in der Geschäftsführung. Optimistisch betrachtet kann dies als (weiterer Versuch) gewertet werden, die Phase der CFC-Sanierung mit noch mehr Professionalität angehen zu wollen.

Aufgrund dieser Phase kann es sich bei der Saison 2017/2018 nur um eine Übergangssaison handeln. Das Gerede von einem Aufstieg in die zweite Bundesliga könnte man sich folglich getrost sparen und erst einmal auf eine Saison ohne deprimierende Tiefen und allzu euphorische Höhen hoffen. Schlauer dazu sind wir allemal erst wenn’s vorbei ist…daher gilt der Blick auf das Hier und Jetzt:

Nach dem Trainingsauftakt, zu dem über 1500 Fans ins Stadion kamen, standen zwei Testspiele an. Ein 9:0 vs. den Mittelsachsenmeister Barkas Frankenberg bildete einen schwungvollen Beginn. 3 Tage später folgte der zweite Test. Diesmal weniger Tore, dennoch ein 2:0 Sieg gegen Banik Sokolov. Eine makellose Bilanz…unbesiegt…die Null steht…so könnte man ganz optimistisch schreiben.

Die wahren Prüfsteine werden aber noch kommen und der Juli wirft seine Schatten bereits voraus. Das nächste Testspiel steht am 8. Juli vs. ZFC Meuselwitz an. Da wird sich vielleicht schon ein bisschen zeigen, wie die Mannschaft anders spielen wird. Was die Kaderplanung betrifft, so scheint der Sportvorstand seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Richtig ernst wird es dann zum Start in die neue 3. Liga-Saison mit dem Heimspiel vs. FSV Zwickau, am 21.Juli. Bis dahin sind dann hoffentlich auch die Fragen geklärt, wer wie Karten für das DFB-Pokal-Spiel vs. FC Bayern München bekommt. Nicht zu vergessen das Benefizspiel vs. die SGD. Insgesamt war es ein ereignisreicher Juni, bleibt zu hoffen, dass der Schwung in den Juli mitgenommen werden kann. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Juli 2017.

By Baba und Nino

 

Die 10 Anti-Kommerz-Gebote

10Gebote

 

Mit GoPro-Kameras an Biergläsern, Musik-Auftritten in der Halbzeitpause #HeleneFischer #DFB-Pokal, Anastacia #BayernMünchen oder vor dem Spiel #CL-Finale Real Madrid vs. #Juventus Turin hat der Fußball-Kommerz-Zug nochmal richtig an Fahrt und die Diskussion um ihn an Chili-Schärfe zugenommen. Die Stichwörter #SuperBowlisierung und #Eventisierung sind dabei nur die Spitze des Kommerz-Berges.

Nüchtern betrachtet muss dabei zunächst darauf hingewiesen werden, dass die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs nicht neu ist. Diese gibt es schon sehr viel länger. Da waren die meisten noch Quark im Schaufenster, auch wir. Im Jahr 1973 erschloss sich Eintracht Braunschweig mit seiner Trikotwerbung #Jägermeister eine neue Geldquelle und sorgte damit für einen weiteren Sündenfall. Also, historisch betrachtet nix Neues im hiesigen Fußball-Geschäft. Es geht beim Fußball auch um’s Geld. Punkt.

Die Frage ist also nur, wie es mit der Kommerzialisierung des Fußballs weitergeht? Wann und mit was sind die Grenzen erreicht? Ab wann wendet sich die große Masse an Fans ab? Wann sind die Fans vom Fußball gesättigt?

Sollte man in diesem Zusammenhang dem FC Bayern München nicht auch dankbar sein? Dass er die Grenzen des Möglichen austestet und sofern es nicht bejubelt wird, gleich noch die Kritik dafür einsteckt? Einer muss ja mal für eine Weiterentwicklung sorgen, neue Akzente setzen. Ohne Weiterentwicklung kommt es zum Stillstand. Stillstand bedeutet Langeweile. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite beschäftigt sich mit dem, was man gegen die zunehmende Kommerzialisierung tun kann. Nun wäre der radikalste Ansatz dem Fußball einfach fernzubleiben. Kompletter Entzug. Kein Stadionbesuch. Kein Lesen eines Magazins. Kein Besuch einer Webseite. Keine Sportschau oder sonst irgendeine Fernsehsendung. Kein Youtube usw. Das ist auch so utopisch wie das Donald Trump mal eine vernünftige Entscheidung treffen wird.

Also muss es schrittweise gehen. Wir haben dazu, im Jahr 750 nach Martin Luther und dessen Geboten, die 10 Gebote für den Protest gegen die Kommerzialisierung formuliert:

Das erste Gebot:
Der Fußball ist das schönste Spiel. Du sollst kein Fan von anderen Sportarten sein.

Das zweite Gebot:
Du sollst Fußball nicht für andere Zwecke wie Gewalt, Hass, Intoleranz oder Rassismus missbrauchen. Zelebriere Fußball als das schönste Spiel.

Das dritte Gebot:
Du sollst den Spieltag heiligen. Du sollst dazu ins Stadion gehen. Kaufe dir kein Streaming-Dienst-Abo, mit dem Du z.B. die Champions-League schauen kannst. Treffe dich lieber mit Freunden in der Kneipe deines Vertrauens. Spende dem Besitzer ein bisschen mehr Trinkgeld, damit er die Kosten für die Live-Übertragung begleichen kann.

Das vierte Gebot:
Du sollst deinem Verein ehren. Trainer, Spieler, Manager werden kommen und gehen. Der Verein bleibt.

Das fünfte Gebot:
Du sollst ins Stadion gehen. Schau dir nach Möglichkeit keine Spiele im Fernsehen an. Das vollendete Fußball-Erlebnis kriegst du nur im Stadion.

Das sechste Gebot:
Du sollst deinem Verein treu bleiben. Kaufe dir nur Andenken von deinem Verein. Unterstütze deinen Verein, damit er sich nicht von Investoren abhängig machen muss.

Das siebte Gebot:
Du sollst nur Fußball-Magazine mit Qualität kaufen. Die #SportBild und der #Kicker (nur die Sonderhefte) gehören nicht dazu.

Das achte Gebot:
Du sollst nicht falsch über andere Fans reden. Beachte dies z.B. bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken #Facebook #Twitter #Instagram.

Das neunte Gebot:
Du sollst deinen Freunden von den 10 Geboten erzählen und von der Umsetzung überzeugen. Du sollst dich dabei nicht wie ein Missionar anstellen.

Das zehnte Gebot:
Du sollst die Gebote 1 bis 9 einhalten.

 

By Baba und Nino

Stationen eines fast Gescheiterten?

PoldiFußball

Liebe Fußballgemeinde. An dieser Stelle möchte ich mich einmal zu dem wahnwitzigen Karriereverlauf unseres Fast-oder Halb-Weltmeisters Prinzenrolle Poldi äußern.

Persönlich fand ich es eine begeisternde Geschichte als er mit Köln in der Bundesliga spielte und einige Tore als junger Vollblutproll schoss. Erfrischend war sein Spiel und hart die Bälle, die er ins Tor drosch. Hätte Hoffenheim damals schon in der Bundesliga gespielt, wären wohl mehrere Netze in die Kreisklasse degradiert wurden.

Schnell wurden er und damals noch Schweini (Kampfname: „Kampfschwein“, „Weltmeistermacher“ oder „Tennisrohrverleger“) zu den Helden erkoren, um die am Boden dahinsiechende Adlertruppe zu neuem Ruhm zu führen. Irgendwie kam es dann auch dazu über Umwege, mit großer Verzögerung und anders als gedacht. Jedenfalls wurde der jugendliche Poldi zum Prinz erkoren, um in die Fußstapfen des nun wirklich „Chefrohrverlegers“ Kaiser und leider senilen Beckenbauer zu treten. Dies war eine ganz schöne Bürde, denn wie in den Analen nachzuschauen ist, muss Rohrgott Beckenbauer wohl ein ganz intelligenter Spieler gewesen sein, der strategisch plante und mit vielen spielerischen und fußballerischen Talenten daherkam.

Wie auch immer man es sieht, der Prinz zog aus ins Großherzogtum von Steuerrechtsverbieger & Wurstdreher Uli, um seinen Thron zu besteigen. Doch wie wir alle wissen hat das irgendwie nicht funktioniert. Ob es an dem neuen Umfeld lag oder an der Ferne zu Mutti? Es lässt sich nur vermuten, aber irgendwie hat der Prinz, welcher bei der WM im eigenen  Lande noch zum besten Nachwuchsspieler vor dem unbekannten Spiel-mir-ein-Loch-in-den-Fuß-Messi und Ich-hab-die-Haare-schön-Ronaldo gewählt wurde, nie richtig die Weltmetropole am Rhein verlassen.

Ein typischer Schritt von $$$ in den Augen des Managers und wahrscheinlich auch in Poldis haben sozusagen alle Vorbehalte beseitigt und doch wurde der Prinz kein König und machte die Rolle zurück ins Erzbistum. Auch lässt sich über die Freundschaft zu Schweinebesteiger nur spekulieren: Fakt ist, nach anfänglicher Freundschaft in der Adlertruppe ist diese Freundschaft wohl in München verloren gegangen. Da beide nicht gerade mit allzu vielen verknüpften Synapsen gesegnet sind, kann ich nur vermuten, dass sich eine Freundschaft wohl doch nicht auf einer Affinität zum Playstationspiel aufbauen lässt.

Zurück im Chaosverein am Rhein wurde noch mehr vom ihm erwartet als bei Uli und das Management des Vereins hat nichts unversucht gelassen, dieses Unterfangen zu sabotieren. ER war zu groß geworden für den Geißbockclub und wollte nicht ewig gegen den Abstieg spielen. Es war fast wie, als hätte der Papst in der lokalen Gemeinde angefangen sich als Messdiener zu verdingen.

Nach dem zweiten Abstieg war endlich Schluss mit zurück in die Zukunft und der Verschwendung von Humankapital und Poldi zog aus, um der englischen Königin zu huldigen und ihr vorzuspielen. Man glaubte, dass er endlich angekommen war im großen Fußball und für eine Weile sah es auch so aus, da sein Ziehvater vor Ort große Stücke auf ihn hielt. Dies änderte sich bald, da auch Papa Wenger erkannte, dass aus dem jungen Talent zwar ein Mann geworden war, der aber leider sein Talent nicht weiter entwickelte hatte, wie seinerzeit sein Adlersturmpartner Super Salto Klößchen. Die Jahre im grauen Niemandsland der Bundesliga ohne wirkliche Konkurrenz rächten sich jetzt und ehe er sich versah, war seine Zeit auch hier abgelaufen und die Bank sein zu Hause.

In der Adlertruppe spielte er auch zunehmend eine kleinere Rolle und bei der WM beim 7:1 gegen Brasilien war sein Beitrag auf dem Platz marginal. Dennoch stach er als Hofnarr hervor und unterhielt die gleichgeschaltete Versicherungs-AG genannt „Löws Buben“ in beträchtlichem Maße. Selfies von ihm gingen um die Welt und wirklich jeder fand ihn sympathisch, auch ich, nachdem ich jahrelang meinen Groll hegte, da der Prinz es gewagt hatte, dem Capitano Ballack eine zu knallen. Aus dem Prinzen war ein Hofnarr geworden und es schien, dass er sich mit dieser Rolle für eine Zeitlang wohl fühlte. Und dennoch konnte er auch diese Rolle nicht allzu lange ausfüllen oder war er dieser überdrüssig geworden. Nach der EM 2016 ist auch der Prinzenrolle bewusst geworden, dass er nicht als Maskottchen in Erinnerung bleiben wollte und tat Allen und vor allem sich selbst und Jogibär einen riesigen Gefallen und trat zurück – gefühlte 9 Jahre zu spät.

Nach seinem farblosen Intermezzo bei Inter Mailand schlug er bei Galatasaray Istanbul auf, wo er schon an fußballerisch gute Zeiten anknüpfen hätte können, doch leider seine Affinität zu sozialen Medien und sein unbedingter Wille zu Gefallen, ihm zum Kasper von Dikta…äh Präsident Erdogan machten.  #wennmankeineAhnunghateinfachmaldieFingerstillhalten – sieheTrumpf.

Jetzt da er endlich den Weg frei gemacht hat, für ehrlichen Leistungskampf im Adlerteam verlässt er uns auch schon, um beim japanischen Kaiser vorzuspielen und ich kann es kaum erwarten, wenn er sich in die internationalen Belange in Fernost einmischen wird. Es wird nicht langweilig um ihn und auch wird er nicht weniger bezahlt.

Ich kann es kaum erwarten Poldi nach seiner Bolzplatzkarriere als Unterhalter der Deutschen im Dschungel zu sehen oder als Juror für DSDS oder als Szenekenner für Fußball auf RTL2. Nun könnte man meinen, dass dies gemein ist und seine Karriere schmälert, aber dem ist nicht so. Ich denke, er wäre auf lange Sicht in Köln wohl sehr froh gewesen, anstatt rumgereicht zu werden, als Fußballer mit einem Versprechen auf die Zukunft, dass er nicht einlösen konnte, da es für jeden jungen Fußballer zu groß gewesen wäre. Der junge Mann Podolski hat immer Spaß gemacht, wenn er auf dem Platz seine Klebe rausgeholt hat oder halt neben dem Platz den sympathischen Spaßmacher gemimt hat. Genau für diese Unbeschwertheit muss man ihn einfach mögen.

Alles Gute in Japan Prinz Poldi. Wir sehen uns!!! Garantiert!

By Baba

 

Gedanken zum Auftaktspiel zur 1. Fußball-Bundesliga Saison 2016/2017

MünchenvsBremen

 

Nach der Fußball-Europameisterschaft, der Copa America und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro war der Sommer 2016 prall gefüllt mit Spiel, Sport und Spaß. Nun geht es weiter mit der 1. Fußball-Bundesliga. Glaubt man den Vorhersagen der Sport-Schreiberlinge, so wird das wieder eine langweilige Saison. Der Titel geht an den FC Bayern München und der Rest spielt nur hinterher. Dieses Geschreibe ist wiederum so langweilig, da wünsche ich mir mehr fundierte Prognosen wie von Baba, der sich detailreich den Chancen der ostdeutschen Mannschaften in der 3. Liga widmete.

Die Werder-Legende und bald-Wrestler Tim Wiese prognostizierte nach dem Erstrundenpokalaus gegen den 3.Ligisten SV Lotte, das man gegen die Bayern „10 Stück“ bekommen werde. Und 1nem Tim Wiese widerspricht man nicht #MeisterPopper

Bei der Eröffnungsfeier zur 54. Bundesliga-Saison gab es viel Folklore mit Fahnen und Musik. Die Nationalhymne wurde von Musikant Tim Bendzko geträllert und dabei wunderte ich mich, warum er das macht. Auch warum die Vereinsfahne des VfB Stuttgart fehlte. Da half nur ein Blick in den Saisonrückblick zur Saison 2016 Teil 1 und schon schossen mir die Freudentränen in die Augen: Die Spätzle-Muddis spielen ja neuerdings in Liga 2. Also alles in bester Ordnung und der Ball kann wieder rollen.

Die Bayern begannen druckvoll und belohnten ihre Angriffsbemühungen mit einem technisch feinen Fernschuss von Xabi Alonso, der zum 1:0 einnetzte. Für den „Kommentator“ Steffen Simon war das „natürlich“, dass die Münchner das erste Tor der Saison schießen. Dieses Gelaber trägt nur dazu bei, dass alle meinen, dass es eine langweilige Saison wird. Zusätzlich dumm, dass Simon einer der ersten sein wird, der diesen Umstand kritisieren wird. Aber zurück zum Spiel.

In der 13. Minute schloss Robert Lewandowski einen Angriff ab, den es wohl unter Carlo Ancelottis Vorgänger (Pep Guardiola) nie gegeben hätte. Mit einem Pass, mit dem Franck Ribéry 10 Bremer überspielte…neudeutsches Statistik-Geschwurbel: Packing. Ja genau, die Bayern packten das Spiel an sich und ließen im weiteren Verlauf den Bremern keine Chance. Bundesjogi Löw sprach in der Halbzeitpause von einem Trainingsspiel für den FCB. Und so bitter das für die Bremer ist, da hat der Neu-Single Löw durchaus Recht.

Nach der Halbzeitpause ging dieses Spiel weiter, Lewandowski schloss den ersten Angriff mit einer kleinen artistischen Einlage ab und der Ball lag schon wieder im Tor.

3:0. So langsam machte ich mir um meinen 4:0 Tipp Sorgen. Ausgerechnet Philipp Lahm vergrößerte diese „Sorgen“, nach einer schönen Flanke von Thomas Müller schießt der Bayern-Kapitän doch tatsächlich ein Tor. In so einem Spiel trifft dann auch noch Frank Ribery zum 5:0 und Lewandowski macht sein halbes Sixpack mit einem unberechtigten Elfer zum 6:0 Endstand perfekt.

Summa summarum kein erkenntnisreicher Abend, dennoch viele Tore und die Bremer dürften froh sein, dass bald ihre wichtigsten Spieler in den Kader zurückkehren. Zudem haben sie 33mal die Möglichkeit 3 Punkte zu holen. Die Bayern haben ihre ersten drei. Ein paar mehr werden wohl dazu kommen. Die Spieler scheinen sich zu freuen, dass sie nicht mehr dem manischen Pass-Trieb von Guardiola frönen müssen, sondern etwas befreiter aufspielen können.

p.s.: Bei der Frage nach dem ersten Trainerwechsel habe ich auf Bremen getippt. Nur ungern würde ich diese Punkte einheimsen. Die sonst ersten Kandidaten Stuttgart und Hannover spielen ja leider in der 2. Liga…

By Nino