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Kommentar zum himmelblauen August, September und Oktober 2018

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Drei himmelblaue Monate können bisweilen verdammt lang sein. Aber die Uhren ticken beim Chemnitzer FC nicht schneller oder langsamer. Es ist der Takt der Ereignisse, der den Eindruck erweckt, dass entweder Stillstand beim CFC herrscht oder das Tempo der Erneuerung für einige zu schnell ist.

Dabei haben nur zwei Themen die himmelblauen Monate August, September und Oktober 2018 beherrscht. Zum einen diese fulminante Rekordserie von 14 Siegen in der Regionalliga-Nordost. Dazu kommt noch der 17:1 Testspiel-Sieg gegen ESV Eintracht Thum-Herold. Die 2:3 Testspielniederlage gegen den FSV Zwickau wird mal eben still und leise unter den Teppich gekehrt.

So ergeht es gelegentlich auch dieser jetzt schon historischen Leistung, die unter dem Getöse rund um das andere Thema, dem Insolvenzverfahren, unterzugehen droht. Daher lohnt es sich noch mal diese Siegesserie nachzuvollziehen:

2:0 Heimsieg vs. BFC Dynamo, 2:1 Auswärtssieg vs. SV Babelsberg 03, 3:0 Auswärtssieg vs. Rot-Weiß Erfurt, 2:1 Heimsieg vs. VfB Auerbach, 4:2 Auswärtssieg vs. Germania Halberstadt, 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke, 3:1 Heimsieg vs. Berliner AK 07, 1:0 Auswärtssieg vs. Budissa Bautzen, 3:1 Heimsieg vs. 1. FC Lok Leipzig, 4:0 Auswärtssieg vs. Optik Rathenow, 2:0 Heimsieg vs. Wacker Nordhausen, 3:1 Auswärtssieg vs. Hertha BSC II und der 4:0 Heimsieg vs. FC Oberlausitz Neugersdorf.

Macht insgesamt 42 Punkte, bei einem Torverhältnis von 38:10 Toren. Beste Offensive, beste Defensive. Vorzeitiger Herbstmeister. Dazu kommen noch die Siege im Sachsenpokal, 3:1 vs. Kickers Markleeberg (3. Runde) und im Achtelfinale der 4:2 Sieg gegen den FC 1910 Lößnitz. Mit dem Abstieg hat der CFC wohl nix mehr zu tun und die Chancen auf den Sachsenpokalsieg wurden weiter gewahrt. Sportlich könnte es also um einiges schlechter laufen.

Um diese sportliche Leistung Bilanz weiter einzuordnen, reicht nur der Blick ein Jahr zurück. Da hatten wir im himmelblauen Kommentar September und Oktober 2017 nach 14 Spieltagen in der dritten Liga festgehalten: „14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).“ und „im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2).“

Rein sportlich gesehen, kann es also sehr schnell anders laufen. Es könnte alles so schön himmelblau sein. Das Fan-Herz könnte wahrlich im Takt des Erfolges tanzen. Warum kann man sich immer nur so halb freuen und die „Spitzenreiter, Spitzenreiter-Gesänge“ nicht im vollen Brustton der Überzeugung geschmettert werden? Fast ist man geneigt, höhere Mächte könnten hier am Werk sein.

Und damit sind wir beim zweiten Thema, dem Insolvenzverfahren. Die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim CFC gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nach dem neusten Stand des Verfahrens fehlen noch 493.000 Euro im Budget und die Suche nach dem nötigen Geld wurde eifrig begonnen, freilich nicht ohne Nebengeräusche. Und wie im Leben ist es so: Beim Geld hört der Spaß und die Freundschaften auf. Das Insolvenzverfahren brachte zum Erschrecken und Erstaunen aller Beteiligten so einige Ungereimtheiten ans Tageslicht. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten im Glashaus sitzen und eigentlich nicht mit Steinen werfen sollten. Das Geplänkel im Klein-Klein erschwert den klaren Blick auf die Zukunft. Mehr denn je stellt sich doch die Frage, was der CFC, seine Mitglieder/Fans und Sponsoren jeweils einzeln sowie gemeinsam wollen. Die Einstellung des Spielbetriebs wohl nicht. Soviel sollte sicher sein. Beim Weg das zu vermeiden, sind die Richtung und die Mittel unterschiedlicher Natur. Nun sind im Insolvenzverfahren die Zuständigkeiten klar verteilt. Das (letzte) Wort hat der Insolvenzverwalter. Damit eingehergehend auch die Verantwortung.

Neben dem Platz steht noch eine Menge Arbeit an. Das liefert sehr viel Gesprächsstoff und auch wir haben uns, z.B. mit der Kommentierung des Sanierungskonzepts des CFC-IV ausgiebig dran beteiligt. Auf jeden Fall in dem Bemühen, wenigstens das ganz Schreiben zu analysieren, wohlwissend das Nino kein Experte im Insolvenzrecht ist. Daher muss man selbstkritisch einschätzen, dass eine vollumfängliche Einordnung nicht möglich ist. Da sind dann die örtlichen Sportjournalisten gefragt. Ob sie denn wollen oder nicht. Oder können. Eine kritische Begleitung und der Blick von außen muss allerdings jederzeit möglich sein.

Bis zum Jahresende 2018 stehen in der Hinrunde der Regionalliga Saison 2018/2018 noch die Duelle gegen den 17.ten ZFC Meuselwitz, den 8.ten FC Viktoria 1889 Berlin sowie den 16.ten Bischofswerdaer FV 08 an. Rein tabellarisch gesehen, verfällt man leicht an den Gedanken, dass das Selbstläufer sind. Zu den 42 würden sich 9 weitere Punkte gesellen und die Rekordserie wäre auf 17 Siege ausgebaut. Die Einstellung wäre aber fatal, denn wer nachlässt, der hat schon so gut wie verloren.

Der Wechsel von guten und schlechten Nachrichten vollzieht sich auch in der CFC-Familie. Eine verloren gegangene Stütze ist wieder an die Gellertstraße zurückgekehrt. Die ehemalige Pressesprecherin N. Oeser wird den CFC wieder, vor allem bei der strategischen und konzeptionellen PR- und Medienarbeit, unterstützen. Eine schlechte Nachricht musste der CFC mit dem Ableben von FCK-Meisterspieler A. Müller verkraften. Mit einer Gedenkminute wurde ihm vor Anpfiff des Heimspiels gegen FC Oberlausitz Neugersdorf würdevoll gedacht. In solchen Momenten wird einem auch immer wieder klar. Fußball ist nicht alles und nur ein Spiel. Dafür ab und zu eine verdammt ernste Sache.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August 2017

CFC-August

Der himmelblaue August 2017 begann wie der himmelblaue Juli endete. Nach der 2:4 Auswärtsniederlage vs. SC Paderborn folgte eine bittere 2:4 Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Zwei Niederlagen in Folge, da sollte bei einem Spiel gegen einen Aufsteiger vielleicht doch was Zählbares herausspringen. So zumindest unsere leise Hoffnung im Hinblick auf das darauffolgende Auswärtsspiel gegen FC Carl Zeiss Jena. Aber auch in diesem Ost-Klassiker kam der CFC nicht über ein 1:1 hinaus. Wenigstens nicht verloren sagt der Optimist, der Pessimist hingegen: wieder nicht gewonnen.

Umso besser, dass das nächste Spiel für Ablenkung sorgen konnte. Am 12. August 2017 stand nun endlich das 1. Runden-DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München an, das Traumlos wie hier bereits schon mehrfach erwähnt.

Der CFC stimmte mit einem Countdown ein und allerorten war von der Vorfreude auf dieses Highlight-Spiel zu lesen und zu hören. Auch wir waren voller Vorfreude und hofften auf ein himmelblaues Pokalwunder. Dieses geschah dann doch nicht (warum, wieso, weshalb steht hier im Spielbericht.

So war es dann auch gut, dass dieser ganze Trubel vorbeiging und der Fokus wieder auf die 3. Liga und dem Ziel Klassenerhalt gelegt werden konnte. Am 5. Spieltag trafen die Himmelblauen auf den VfL Osnabrück. Jene Mannschaft, die mehr oder weniger überraschend den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschmissen hatte. Aber vielleicht war das beim HSV eh alles nur Teil eines ausgeklügelten Saison-Plans. So oder so, konnte der CFC ein 0:0 erkämpfen und einen weiteren Punkt verbuchen.

Bei diesem Punkt ist es dann auch leider geblieben, im letzten Punktspiel im August 2017 verlor der CFC 2:4 gegen die SpVgg Unterhaching. So steht der CFC nach 6 Spieltagen mit einer Bilanz von einem Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf dem 13. Tabellenplatz. Nun spricht das Torverhältnis von minus 4 Toren nicht wirklich für die offensivere Spielweise, sondern eher für eine Abwehrreihe mit ausbaufähiger Sicherheit. Man ist geneigt zu sagen: „Lieber 1:0 gewinnen, als 2:4 in Schönheit zu verlieren.“

Neben dieser Neigung erwischen wir uns auch dabei, die ersten Bilanzen zu ziehen. Nach kurzem Innehalten ist es aber dafür definitiv noch zu früh. Höchstens nach dem 10. Spieltag kann man zumindest feststellen, ob das neue Spielsystem überhaupt von den Spielern verstanden und umgesetzt werden kann. Zu Bedenken ist ja auch immer noch, dass der Kader eine fast komplette Runderneuerung erfahren hat. Geduld ist gefragt, in der heutigen Zeit, so behaupten wir mal, eine schwer umzusetzende, Eigenschaft, vor allem im schnelllebigen Fußballgeschäft #Phrasenschwein.

Das macht zumindest im Spielbetrieb eine Pause. Bei der Nationalmannschaft stehen die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Norwegen auf dem Plan. Zeit für den CFC ein Testspiel auszutragen (vs. BSC Rapid Chemnitz).

Welche neuen Erkenntnisse und im besten Fall auch Konsequenzen daraus gezogen werden können, wird beim nächsten Heimspiel gegen den Karlsruher SC zu beobachten sein. Der hat turbulenten Wochen hinter sich. Nach dem Fehlstart wurde der Trainer M-P. Meister entlassen und A. Schwartz geholt. Wir hoffen natürlich, dass der „neue Trainer-Effekt“ ordentlich verpufft und der Heimkehrer Anton Fink #FußballGott beim Tore schießen eine 90-minütige Pause einlegt. Mehr dazu dann im Kommentar zum himmelblauen September 2017…

By Baba und Nino