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Nochmal Wacker zum Aufstieg geschlagen. Der CFC vs. Nordhausen.

Bier

Freitag, 12.04.2019. 29. Spieltag in der Regionalliga Nordost. Saison 2018/2019. Der 1. vs. 4.ten. So zumindest die nüchterne Betrachtung des Spitzenspiels zwischen FSV Wacker Nordhausen und dem Chemnitzer FC. Der MDR übertrug mal wieder per Livestream und versuchte die Bedeutsamkeit des Spiels noch ein wenig zu steigern, indem auf den möglichen sportlichen Aufstieg bzw. die Rückkehr des CFC in die 3. Liga hingewiesen wurde. Der Hinweis auf den „sportlichen“ Aufstieg war dann zumindest noch wichtig, ist doch hinlänglich wie allseits bekannt, dass die Lizenz für die 3. Liga noch nicht erteilt wurde und die 100% Gewissheit nicht darüber besteht, ob der Berliner AK nun wirklich keine Lizenzunterlagen eingereicht hat. Dies hatte Präsi Han zwar in mehreren Interviews verneint, aber beim CFC misstraut man diesen Aussagen. Da will man sich lieber auf was „Offizielles“ berufen können. Irgendwie symptomatisch für den CFC in den letzten Monaten.

Aber egal, die Grundstimmung war doch aufstiegseuphorisch und um dem Spiel noch eine weitere Brise Brisanz zu geben, lautete die Ansage für mich „jedes Tor ein Bier“. Der CFC mit der besten Offensive (67 Tore) und die Wackerer mit der gleichstärksten Defensive, wie die Himmelblauen mit 27 Gegentoren. Das konnte also ein ziemlich nüchternes oder ein herrlich-berauschendes Spiel werden. Die Ansagen der Teams dagegen waren: „Wiedergutmachung gegen den Ligaprimus“ vs. „Lösungen finden gegen die Heimstärke“.

Die Wiedergutmachung der Thüringer bezog sich allerdings nicht auf die 0:2 Hinspiel-Niederlage, sondern auf die 0:5 Auswärtsklatsche vs. VfB Germania Halberstadt. Der CFC, der von den letzten vier Auswärtsspielen drei verloren hatte, wollte wieder Fußball spielen. Na wenn das mal keine Ansage ist :-).

Mit dem Anpfiff war die Hoffnung auf das erste Tor und folglich dem ersten Bier sofort präsent. Das Spielgeschehen wechselte von Seite zu Seite, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Trikots der Thüringer. Nur in hoch definiert war erkennbar, dass es nicht die Himmelblauen waren. Unsere Spieler traten in dunkelblau und weiß auf. In den ersten 15 Minuten war es offenes Spiel und das erste Bier blieb weiter verschlossen. Das änderte sich dann 10 Minuten später, denn T. Müller servierte wieder astrein auf D. Bozic, der mit Köpfchen zur 1:0 Führung einnetzte. Der erste Zug an der Flasche war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dann auch entsprechend kräftig. Beim zweiten Zug musste ich dann kurz absetzen. Elfmeter für Nordhausen! Kurze Vergewisserung: Jedes Tor ein Bier!? Auch Gegentore? Na klar! Doch T. Becker setzte den Ball unter die Unterkante der Latte. Kein Tor=kein Bier. Hmmh, kurz gemischte Gefühle, aber die Freude über ein Nicht-Gegentor überwog natürlich selbstverständlich zweifellos freilich mehr. Diese Gefühle wurden genau 11 Minuten später auf eine harte Probe gestellt. Ein Eckstoß von rechts versenkte F. Esdorf auch mit Köpfchen, der 1:1 Ausgleich in der 36. Minute. Das zweite Bier war dann eher eins mit bitterem Beigeschmack. Dass das Dritte nur drei Minuten später folgen sollte, konnte natürlich niemand erahnen. Vor allem nicht wie P. Milde den Ball mit einem herrlichen Schlenzer im Nordhausener Kasten unterbrachte. Darauf anzustoßen gehörte zum guten Ton. Prost! Weitere Treffer folgten nicht, pünktlich ging es in die Halbzeitpause.

Unverändert kamen beide Teams aus dieser zurück. Das Spiel plätscherte dann erstmal vor sich hin, was für mich nicht so dramatisch war, konnte ich doch diese Zeit für den ersten Gang Richtung WC antreten. Dieser Gang war allerdings nicht so schnell, wie O. Genausch in der 67. Minute entlang der rechten Bahn sprintete. Er bediente J-L. Mickels hervorragend, aber dieser schaffte es nicht, den Ball mit dem Kopf unterzubringen. Kein Ausgleich=kein viertes Bier. Erleichtert-enttäuschtes Durchatmen an der fast leeren Flasche.

Ein weiteres Tor wollte trotz aller beiderseitigen Bemühungen nicht mehr fallen. CFC-Trainer D. Bergner brachte sogar in der 91. Minute wieder J-P. Hoppe, der in den letzten beiden Spielen mit Joker-Toren wusste, wie man für Aufsehen sorgt. Aber auch das blieb folgenlos. Die zweite Halbzeit blieb ohne weitere Tore. Aber egal!

Ganz nüchtern betrachtet: Mit dem 1:2 Auswärtssieg hat der CFC den 1. Tabellenplatz verteidigt. Der Berliner AK gewann zwar das Auswärtsduell vs. Optik Rathenow mit 1:0, aber wayne interessiert das jetzt noch?

Unter misstrauischen Vorbehalt: Der CFC ist wieder zurück! Zurück in der 3. Liga! Aufstieg! Yeahhhhh! Ein-Schuss-ein-Tor-Karl-Marx-Stadt! Nie-mehr-vierte-Liga-nie-mehr! Die Freude-Handbremse wurde gelöst, der kleine Rausch nimmt Fahrt auf.

In diesem Sinne! Himmel-Blau!

By Nino

Advent, Advent der Rasen brennt. CFC vs. FCM

rundblick

Nach dem glücklichen Heimsieg im Flutlicht-Duell vs. Rot-Weiß Erfurt (hier geht’s zum Spielbericht) keimte die himmelblaue Hoffnung auf weitere Erfolgserlebnisse auf. Doch diese wurde mit der 1:2 Niederlage im Sachsenpokal gegen den VfB Auerbach im berühmten Keim erstickt. Somit war auch die erste Chance verspielt, im nächsten Jahr wieder im DFB-Pokal antreten zu können. Und mit der zweiten Chance, über den 4.ten Platz der 3. Liga, sieht es nicht besser aus.

Nach dem Pokal-Aus folgten Niederlagen in Meppen (2:3) und zwei sog. „Sechs-Punkte-Spielen“ gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf…vs. Würzburg 0:3 und vs. Münster 0:1. Im Abstiegskampf ist das besonders bitter und in diesem befindet sich der CFC, wenn er es nicht schon früher getan hat, spätestens jetzt. Mittendrin statt nur dabei.

Und wenn der CFC nicht schon auf dem Platz für Furore sorgen kann, dann tut er es abseits des Platzes. Die mehr oder weniger überraschenden Austritte zweier Aufsichtsratsmitglieder und der Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel runden das Bild ab, dass der CFC sich um bitter notwendigen Umbruch befindet. Einzig positive Meldung war, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018 nachgewiesen werden konnte. Aber so viel zu diesen Schauplätzen.

Entscheidend ist immer noch auf dem Platz und auf diesem stand der Ost-Klassiker gegen den 1. FCM Magdeburg an. Der aktuell Tabellenzweite gegen den 16ten, 21 Punkte Unterschied, nach 17. Spieltagen. So gesehen sollte das eine klare Sache für die sachsen-anhaltinischen Landeshauptstädter sein, zumal auch die Leistungskurven sich klar voneinander unterscheiden. Da hilft es auch wenig, dass der FCM 1991 das letzte Mal in Chemnitz gewinnen konnte.

Oder vielleicht doch? Himmelblaue Wunder soll es ja immer wieder geben, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Meine Hoffnung war jedenfalls ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Die Niederlagen der direkten Tabellennachbarn waren dabei mit inbegriffen.

EinlaufCFCFan

Inbegriffen war diesmal zur Eintrittskarte auch ein Freigetränk von Polster.Catering. Das sorgte vor Anpfiff schon mal auf den Rängen für einen zusätzlichen Schuss gute Laune.

CFCFans

Das Spiel begann mit 10minütigen Abtasten, bis in der 11. Minute der Magdeburger C. Beck die erste Torchance verbuchen konnte. Ein paar Minuten später kam es zu der kuriosen Situation, dass in der Folge drei Chemnitzer Spieler gefoult wurden und dreimal auf „Weiterspielen“ entschieden wurde. Das nutzte wiederum C. Beck aus, der zum 1:0 für die Magdeburger einnetzte. Nach dem 0:1 verflachte das Spiel wieder auf das Niveau von Abtasten bzw. „weite Bälle schlagen“. In der 22. Minute schafften es die Magdeburger mal wieder in den Strafraum und C. Beck schob etwas überraschend zum 2:0 ein. Die CFC-Abwehr hatte zu diesem Zeitpunkt die Warnhinweise von „3 Meter Abstand“ und „Vorsicht schwenkt aus“ vorbildlich umgesetzt. Da dies aber nicht die passendsten Anweisungen für ein Fußballspiel sind, mussten die Magdeburger nachhelfen und spielten dem CFC in die Karten. Oder anders ausgedrückt. Der CFC übte endlich mal Druck aus, so dass die Magdeburger zu Fehlern gezwungen wurden. Diese nutzte dann auch gleich D. Frahn aus, der einen Querpass abfing und rechts unten zum 1:2 Anschlusstreffer einschieben konnte. „Ja wohl! So geht das!“ war die einhellige Bewertung dieser Leistung. Und weil das so einfach ging, wurde in der Folge es nochmal probiert. In der 36. Minute verpasste es allerdings B. Kluft auf F. Hansch abzulegen, so dass die Chance auf den Ausgleich leidlich verpasst wurde.

SzeneSpiel1

Und wenn man die Tore selber nicht macht, dann rächt sich das. So geschehen in der 40. Minute, in der J. Düker zum 1:3 aus der Drehung den Ball ins lange Eck kullern ließ. K. Kunz war zwar noch dran, konnt’s aber nicht verhindern. Danach sorgte einzig noch eine Aktion der Chemnitzer für Aufsehen. Ein Abpraller von (Spieler konnte leider nicht ermittelt werden) entwickelte einen dermaßen großen Drall, dass der Ball über die Südtribüne flog.

Danach ging es mit einem ernüchternden 1:3 in die Halbzeitpause, welche zum weiteren Nachschub für gute Laune wiederholt genutzt wurde.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich weniger spannend. Allein #Fußballgott D. Frahn sorgte für Gesprächsstoff. Einerseits war die Frage, wie oft er noch gefoult werden sollte, um endlich irgendeinem Magdeburger die Gelbe Karte zeigen zu können und anderseits wann er Gelb für Meckern bekommen sollte. Ein Balance-Akt der besonderen Art.

SzeneSpiel2

So ergab sich dann auch die Gelegenheit, sich den Magdeburger Fans zu widmen. Diese, das muss man ihnen lassen, wussten sich über die gesamten 90 Minuten mit Gesängen und eingeübten Sitz-und Steheinlagen zu beschäftigen. Weiteren Jubel konnten sie dabei nicht einbauen, da D. Frahn mit einem sehenswerten Hackentor den 2:3 Anschlusstreffer markierte. Leider beteiligten sich im Weiteren die Magdeburger nur noch mit gekonnten Ball-halten am Spiel, was dazu führte, dass es bei der 2:3 Niederlage blieb.

MDFans

So haben es die Magdeburger nach 26 Jahren mal wieder geschafft, den CFC zu Hause zu besiegen. Nunja, die Vorzeichen standen wahrscheinlich auch noch nie so gut, dass diese Serie für den FCM beendet werden konnte.

Für den CFC geht die sportliche Talfahrt weiter. Der nächste Gegner ist Hansa Rostock. Die Rostocker haben gerade ordentlich Oberwasser, da wird es für den CFC schwer, nicht unterzugehen. Zum letzten Hinrunden-Spiel geht es dann zum FSV Zwickau. Die stehen, Dank eines 1:1 gegen Fortuna Köln, auf dem 17. Tabellenrang. Dicht gefolgt vom CFC auf dem 18.Rang mit weiterhin 16 Punkten. Der Rückrundenauftakt ist also schon wieder ein sog. „6-Punkte-Spiel“.

Die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende 2017 und einen erfreulichen Start 2018 besteht auch nach diesem Spiel. Ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Es sind wirklich bescheidene, himmelblaue Zeiten.

By Nino