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Himmelblaue (Un-)Gerechtigkeiten

Gerechtigkeit, Statue, Lady Justice

Mit dem Urteil des Arbeitsgerichts Chemnitz zur außerordentlichen Kündigung von Fußballspieler Daniel Frahn wird wohl die nächste Baustelle des Chemnitzer FC zu einem Debakel. Das was im Nachgang an pressetechnischer Aufarbeitung und Verlautbarungen zum weiteren gerichtlichen Vorgehen bekannt geworden ist, bietet jetzt schon reichlich Stoff für weitere unruhige Zeiten.

Ruhigere Zeiten stehen nun Daniel Frahn erstmal bevor, da er dieses Urteil als klaren Erfolg verbuchen kann.

Nun ist mit dem Urteilsspruch das Verfahren jedoch nicht vom Rasen. Der CFC teilte im Anschluss mit, dass er diese Entscheidung nicht akzeptieren und gegen das Urteil Berufung einlegen wird. Das ist in einem Rechtstaat nix ungewöhnliches und trägt dann sicherlich zur weiteren Rechtsklarheit bei. Schließlich handelt es sich hier um ein nicht so oft vorkommendes Verfahren vor einem Arbeitsgericht. Und daher die beste Gelegenheit für Klaus Siemon, ein weiteres Exempel statuieren zu können?

Mir wäre es lieber gewesen, irgendein anderer Verein oder Firma müsste sich mit solchen Problemen auseinandersetzen. Aber der CFC bzw. die Fußball GmbH hat sich ja als Bollwerk gegen Rechtsradikalismus (teilweise berechtigt) positioniert und nun ist der Gang durch die gerichtlichen Instanzen angezeigt.

Einerseits finde ich die gerichtliche Auseinandersetzung gut. Denn die letzten Jahre hat sich doch beim CFC gezeigt, dass die gerichtliche Prüfung von vielen Wortmeldungen, Behauptungen und Vorgängen zur Klarheit beigetragen hat. Aktuellstes Beispiel: die Farce um das Telefonat zwischen Frahn’s Anwalt und Trainer Glöckner.

Auf der anderen Seite bin ich mir unschlüssig darüber, ob der CFC sich mit der Berufung einen Gefallen tut. Schließlich müsste man diese Baustelle weiter offenlassen und auch ein paar unangenehme Fragen beantworten. Denn nun bedarf es der Klärung, warum wieso weshalb bei der Feier zur Regionalliga Nordost Meisterschaft unerwünschte Personen mitgefeiert haben. Wie haben jene überhaupt Zugang erhalten? Hat man sie nur geduldet, um eine Eskalation zu vermeiden? Gab es ein Verbot der Teilnahme dieser Personen? Oder gab es eine Einladung zur Feier? Welche Verantwortlichen wussten was zu welchem Zeitpunkt? War vielleicht Ex-Geschäftsführer Sobotzik dran Schuld? Oder Trainer Bergner? Oder die Security? Oder hat sich die Zusammenkunft rein zufällig ergeben? Wichtige über noch wichtigere Fragen.

Auch solche gibt es zum Thema Abmahnung: Wann und wie wurde Daniel Frahn abgemahnt? Gab es eine schriftliche Abmahnung und wurde diese Frahn übergeben? Gab es dazu Gespräche mit Siemon und Sobotzik? Oder nur mit Siemon? Oder nur mit Sobotzik? Wurde Frahn von Sobotzik zur Kontaktunterlassung aufgefordert? Wenn ja, wie oft und in welcher Form (schriftlich und/oder mündlich)? War die Aufforderung zur Kontaktunterlassung deutlich genug? Hat vielleicht Sobotzik nicht eindringlich genug darauf hingewiesen? Ist er vielleicht der Hauptschuldige und sollte zur Rechenschaft gezogen werden? Gab es strafrechtliches relevantes Verhalten? Gab es Verstöße gegen den Arbeitsvertrag? Noch mehr allzu wichtige Fragen. Sherlock Holmes, bitte übernehmen Sie!

Bevor man sich jedoch an die Beantwortung macht, sollte zunächst geklärt werden, ob die Antworten auf solche Fragen überhaupt gebraucht werden? Was will der CFC mit der Berufung erreichen? Das für jeden und jede nun endgültig offensichtlich wird, dass der CFC ein massives Problem mit rechtsradikalen Fans hat? Wie teilte doch der Vorsitzende des Fanszene e.V., angesprochen auf den Anteil derjenigen erläuternd mit: „Die Rechten seien in der Kurve nicht in der Mehrheit, sagt Markus Müller, der Vorsitzende der Fanszene e.V. „Sie haben aber das Gewaltmonopol. Das wird auch ab und zu mal demonstriert.““ Tja, etwas zu demonstrieren ist ja nicht verboten. Etwas zu demonstrieren kann allerdings unterschiedliche Emotionen hervorrufen.

Völlig emotionslos agieren wahrscheinlich die am Gerichtsverfahren Beteiligten. Bemerken sie doch nicht, dass sie (außer der Vorsitzende Richter) jetzt schon als Verlierer dastehen und den Gerichts-Platz auch nicht als Gewinner verlassen werden.

Für den CFC könnte es erstens richtig teuer werden, zweitens erfolgt die schmerzliche Auseinandersetzung mit dem allzu laxen Umgang mit unerwünschten Personen und drittens wird die angestrebte Image-Politur erstmal von einem Haufen Scheiße durchkreuzt. Da wäre dann, neben einer insolvenzrechtlichen Beratung, auch eine Beratung in Krisenkommunikation sowie zur Verbesserung des Image von Nöten. Für Daniel Frahn könnte es auch nicht gut ausgehen. Schließlich wird ihn die weitere gerichtliche Auseinandersetzung davon abhalten das zu tun, was er am besten kann: Tore schießen.

Da ja bald Weihnachten ist: Ich wünsche mir zum Wohle des CFC und Daniel Frahns eine zeitnahe einvernehmliche Lösung. Dies könnte z.B. eine Abfindung sein. Lieber jetzt eine zahlen, als später vielleicht wieder vor Gericht zu verlieren. Ein frommer Wunsch, aber in den aktuell unruhigen Zeiten mit Abstiegskampf, Insolvenzverfahren und sonstigen Nebengeräuschen bin ich froh, wenn nicht noch mehr Reizpunkte gesetzt werden.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018

Abstieg

Nach einem turbulenten Jahresendspurt im November und Dezember 2017 in Richtung 19.ten Tabellenplatz setzten die CFC-Verantwortlichen zur berühmten Notgrätsche an und verschafften dem bisherigen Chef-Trainer H. Steffen einen aus seiner Sicht ungewollten verlängerten Weihnachtsurlaub. Nach dieser mehr Reaktion als Aktion begab sich der CFC auf Trainersuche. Nach drei Tagen wurde D. Bergner vorgestellt (hier geht’s zum Kommentar). Ein junger Trainer, der zuletzt Rot-Weiß Erfurt trainiert hat.

Die Mannschaft startete mit dem neuen Trainer in das Wintertrainingslager nach Salou in Spanien. Dort sollten die Grundlagen für die #MissionKlassenerhalt geschaffen werden. Seitens der Verantwortlichen war es ein guter Zeitpunkt, die Mannschaft und den Verein darauf einzuschwören. Nämlich darauf, dass es in dieser Saison 2017/2018 um nix Anderes mehr geht. Friss oder stirb. Sekt oder Selters.

Zum zweiten Spiel der Rückrunde stand das Spiel vs. SC Paderborn auf dem Plan. Ein undankbarer Gegner auch für Trainer Bergner. Die Himmelblauen verloren 0:2 gegen den Herbstmeister. Im darauffolgenden Spiel vs. VfR Aalen vergab der CFC trotz einer zwischenzeitlichen 2:1 Führung noch den Sieg und ging mit einer 2:3 Niederlage vom Platz. Das führte zur insgesamt achten Niederlage in Folge, die zweite für Cheftrainer Bergner. Von einem Trainer-Effekt konnte hier zunächst nicht die Rede sein.

Aber vielleicht musste das Sprichwort „aller guten Dinge sind drei“ erst bemüht werden, um den ersten Sieg und wieder 3 Punkte feiern zu können. Im Spiel gegen Carl Zeiss Jena überzeugte nicht die spielerische Art und Weise, sehr wohl aber die kämpferische Leistung der Himmelblauen. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg vs. Jena (hier geht’s zum Spielbericht) konnte diese elende Niederlagenserie gestoppt werden.

Am 24. Spieltag hätte man mit einem Sieg den Abstand zum rettenden Ufer, dem 17. Tabellenplatz etwas verkleinern können, indem man eben diesen 17.ten VfL Osnabrück geschlagen hätte. Aber hätte hätte Fahrradkette. Mit der 1:6 Niederlage entfernten sich die Himmelblauen von eben diesem rettenden Ufer. 4 Tore in 11 Minuten, das war ein Blackout der besonderen Art und besonders bitter in der Drittliga-Geschichte des CFC. „Die-gibt’s-da-was-zum-ganz-schnell-vergessen-Medizin“ war in diesem Fall die Allerbeste. Das nächste Spiel konnte daher auch dafür genutzt werden, um den Verein, den Fans und allen sonstigen Himmelblauen-Sympathisanten wieder Hoffnung zu geben. Gegen die SpVgg Unterhaching schafften es die Chemnitzer zuerst einen 1:0 Rückstand zu drehen, um später in den letzten Minuten zu zehnt den 2:1 Sieg ins Ziel zu retten.

Das ließ das 6:1 Debakel schnell vergessen. Vergessen konnte man aber nicht, dass der nächste Gegner Karlsruher SC hieß und damit der Rückrundenspitzenreiter die Himmelblauen empfing. Wieder eine Mannschaft aus dem oberen Tabellenkeller und ein Spiel, trotz allem Optimismus, bei dem die Hoffnung „wenigstens ein Unentschieden“ war. Aber diese Hoffnung blieb jäh unerfüllt, am Ende stand zum 26. Spieltag eine 2:0 Auswärtsniederlage. Einzig macht T. Baumgart Hoffnung, den zurzeit auffälligsten CFC-Spieler. In den Januar bis Februar 2018 Spielen traf er 4mal, zweimal davon das Siegtor. Klar wie Kloßbrühe, dass die örtlichen Gazetten nicht lange brauchen ihn Transfergerüchte anzudichten und als heiße Ware auf dem Transfermarkt anzupreisen. Manchmal kotzt einem solche Berichterstattung nur noch an. Aber soviel dazu.

Leider können wir nicht schreiben, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat, weiterhin der 18. Tabellenplatz mit 7 Punkten zum Nichtabstiegsplatz. Die nächsten Gegner sind: Wehen Wiesbaden, Fortuna Köln, Hallescher FC, Werder Bremen II, Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach, Rot-Weiß Erfurt, SV Meppen, Würzburger Kickers und Preußen Münster. D.h. dass die nächsten beiden Spiele gegen zwei Spitzenteams der 3. Liga bestritten werden, gefolgt von drei absolut wichtigen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Danach folgen wieder Gegner, die sich nicht in irgendwelchen Missionen oder Kämpfen befinden.

Wir brauchen daher keine Experten für Prognosen sein, um zu behaupten, dass Ende April 2018 feststehen wird, ob die #MissionKlassenerhalt erfolgreich gewesen sein wird. Es sind immerhin auch immer noch 36 Punkte zu vergeben. Rechnerisch ist immer noch alles möglich (5 Euro ins Phrasenschwein). Andere Mannschaften können noch in eine Krise geraten oder Insolvenz anmelden müssen oder mit Punktabzug bestraft werden. Alles ist noch möglich (nochmal 5 Euro ins Phrasenschwein). Jeder Euro ist wichtig, dass weiß auch der neue Vorstandsvorsitzende A. Georgi. Ein Mann der Basis, der die Sorgen und Nöte der Fans und des Clubs kennt. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Fragt sich nur in welcher Liga. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen März und April 2018…

By Baba und Nino

 

Kommentar zum Traditions-Ost-Duell #CFCFCC

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Am 23. Spieltag der 3. Fußballbundesliga traf der Chemnitzer FC im heimischen Stadion zu einem weiteren Traditions-Ost-Duell auf Carl Zeiss Jena. Statistisch gesehen: der 19.te gegen den 12.ten der Tabelle. Oder: die zweitschlechteste Heimmannschaft gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft. Not gegen Elend. Also wahrscheinlich eher kein Fußball aus der Feinkostabteilung, sondern Rohkost am Stück, ohne Teller und Besteck.

Aber um schönen Fußball ging es auch nicht wirklich. Sondern einzig und allein darum, dass die Himmelblauen endlich mal wieder drei Punkte verbuchen können. Nach acht Niederlagen in Folge auch höchste Eisenbahn. Der neue Trainer D. Bergner stimmte im Vorfeld des Spiels auf einen „Zermürbungskampf“ ein. Abstiegskampf ist ja auch immer Abstiegskrampf, Fußball am Rande des Wahnsinns.

Umso gespannter war ich jedenfalls, wie die CFC-Spieler die Vorgaben des Trainers umsetzen wollten. In der Aufstellung waren dann auch die beiden neuen Abwehrspieler M. Hoffmann und M. Sumusalo zu finden, die der bisher anfälligen CFC-Abwehr mehr Stabilität geben sollten. Schließlich hat der CFC auch bisher die meisten Gegentore (42!) einstecken müssen.

AnpfiffJena

Das Spiel begann bei tristen Wetterverhältnissen mit einer Schrecksekunde für die Himmelblauen. Torhüter K. Kunz verletzte sich bei einer Rettungsaktion so schwer, dass es auch nach einer Behandlung nicht mehr weiterging. Dafür kam Ersatztorwart K. Tittel ins Spiel. In der Anfangsphase hatten die Jenaer mehr vom Spiel, immer wieder schafften sie es, zu gefährliche Aktionen zu kommen. Glücklicherweise blieb es bei mehr Pannen mit Witz. Die Chemnitzer fielen an sich nur dadurch auf, dass sie z.B. bei einer Ecke gleich zwei Spieler aufboten. Ich werde das wohl nie verstehen. Ebenso das B. Kluft in jeder seiner Aktionen einen Übersteiger einbauen muss. Bei aller Liebe zum schönen Spiel, aber einen weniger, dafür mehr Torgefahr wäre die bessere Herangehensweise.

Spielszene

Bei allem Unverständnis für jene Wunderlichkeiten, schafften es die Himmelblauen auch mit Szenen vor dem Tor den Puls ordentlich in die Höhe zu treiben. Zwar erst in der 39ten Minute, da wurde die erste richtige Chance herausgespielt. Bei dieser Großchance blieb es, die die Carl Zeisser im direkten Gegenzug für einen Konter nutzten, der von K. Tittel mit einer Parade in Kahn’scher Manier vereitelt wurde. Ganz großes Kino und Erleichterung aufgrund des ausbleibenden Rückstandes.

In die Pause ging es daher mit einem torlosen Unentschieden. Der Start in die zweite Halbzeit wurde mit „leise rieselt der Schnee“ begleitet. Die Schneeflocken waren so langsam auf dem Weg zum Rasen, das hatte regelrecht was Meditatives. Weniger entspannend war die Statistik, dass der CFC die meisten seiner Gegentore in der zweiten Halbzeit kassiert. Aber was sind schon Statistiken im Abstiegskampf, da zählt nur der Sieg.

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Das Spiel verlief weiterhin ereignisarm, so dass sich Trainer Bergner für die Einwechslung von D. Frahn entschied, der B. „Übersteiger“ Kluft auf die Bank schickte.

Das Unglück der Jenaer vor dem Chemnitzer Tor blieb auch für den CFC weiterhin das Glück, sie schafften es nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Das führte auch zu steigender Frustration. Der Jenaer G. Cros erarbeitete sich seine zweite Gelbe Karte und durfte in der 78. Minute vorzeitig duschen gehen. Somit stieg nochmals der Puls mit der Hoffnung auf eine Schlussoffensive seitens des CFC.

Diese wurde auch unmittelbar erfüllt. In der 79. Minute trieb F. Hansch den Ball nach vorne und T. Baumgart schloss mit einem strammen Schuss zum erlösenden 1:0 ab. Das fallen der Steine, nein Brocken von den himmelbauen Herzen war überall zu hören. Der kollektiven Erleichterung folgte jedoch noch das Zittern, denn die Jenaer warfen alles nach vorne. Sie versuchten es mit hohen Bällen und allerlei Kampf. Aber die Fans brüllten die Offensivbemühungen nieder und es blieb beim glücklichen 1:0 Sieg.

Endlich! Endlich ein Sieg! Endlich 3 Punkte! Endlich wieder mal zu 0 gespielt! Endlich ein Erfolgserlebnis! Die Spieler wussten bei wem sie sich zu bedanken hatten und stürmten nach Abpfiff zu K. Tittel, der mit seinen Paraden maßgeblich zum Sieg beitragen konnte. Und T. Bittermann bekam sein Geburtstagsgeschenk, die lang ersehnten drei Punkte. Soweit wurden also alle Wünsche erfüllt.

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Mit diesem dreckigen 1:0 Sieg haben die Himmelblauen den erhofften Befreiungsschlag geschafft. Die #MissionKlassenerhalt hat neuen Schwung bekommen, der hoffentlich beim nächsten Spiel vs. Osnabrück weitergeführt wird. Besonders wichtig ist dieser Sieg auch, um jene Einheit von Mannschaft und Fans zu bilden, die absolut notwendig ist, um diese nervenaufreibende Zeit gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. #FürVereinundHeimatstadt Denn es ist ein Leichtes sich in Galgenhumor zu verlieren und darauf hinzuweisen, dass ja noch 45 Punkte zu vergeben sind und da vielleicht noch mehr als nur Klassenerhalt drin ist. So viel Realitätsverlust begegnet man zum Glück nirgendwo.

Von allem Abstiegskrampf abgesehen und im Sinne des Ostfußballs hoffe ich inständig, dass sich beide Mannschaften auch in der nächsten Saison wieder duellieren können.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen November und Dezember 2017

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Im November und Dezember des Jahres 2017 standen für den Chemnitzer FC noch sechs Spiele in der 3. Fußball-Bundesliga an. Nach der bitteren (und völlig unnötigen) 1:2 Niederlage im Sachsenpokal beraubte sich der CFC einer von zwei Möglichkeiten im nächsten Jahr am DFB-Pokal teilnehmen zu können. Aber nicht nur diese Chance wurde vertan. Da war ja noch jene auf eine positive Wende im tristen Liga-Alltag. Auch wenn das Restprogramm es in sich hatte, so wurde es nix mit einem versöhnlichen Jahresabschluss 2017. Oder um es kurz und knapp zu sagen: Alle 6 Spiele wurden verloren, nicht einmal ein Unentschieden stand am Ende zu Buche. Oder um es für die Masochisten lang zu machen:

Meppen: 2:3 Auswärtsniederlage

Würzburg: 0:3 Heimniederlage

Münster: 0:1 Auswärtsniederlage

Magdeburg: 2:3 Heimniederlage (hier geht’s zum Spielbericht)

Rostock: 1:3 Auswärtsniederlage

Zwickau: 2:3 Auswärtsniederlage

Kein Sieg in zwei Monaten, ohne Punkte bis auf den 17. Tabellenrang abgerutscht. Wie man es auch formulieren will: Das himmelblaue Elend bleibt das Gleiche. Nicht nur auf dem Rasen herrschte Unordnung, auch im Verein selbst brannte der Baum schon vor Weihnachten. Austritte von Aufsichtsratsmitgliedern, Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden, Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel und fehlende 124.000 Euro als Nachweis für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018. All dies ließ einem die Haare zu Berge stehen. Zumindest die Auflagen zur Nachlizenzierung konnten innerhalb von zwei (!) Tagen erledigt werden, d.h. das ein oder mehrere Personen ihr himmelblaues Herz erwärmen konnten und die Geldschatulle geöffnet wurde. Nur allzu gern wüssten wir, ob es sich um interne oder externe Sponsoren handelte. Für sachdienliche Hinweise haben wir rund um die Uhr ein offenes Ohr…

Aber nicht nur bei der Produktion von negativen Schlagzeilen kann der CFC überzeugen, nein, er tut auch einiges dafür was zum Prädikat „Traditionsverein“ gehört. Hier seien die Auftaktveranstaltung zum Traditionstreffen mit über 90 Gästen bzw. Ehemaligen und die Aktion rund um das Auswärtsspiel in Meppen genannt. Dabei wurden den 450 mitgereisten Anhängern als Dankeschön zwei Freikarten oder ein CFC-Fanschal im Gegenzug der Eintrittskarte angeboten. Eine kleine, aber sehr feine Aktion.

Auch was die Arbeit in den Gremien betrifft, so zeigte der CFC zumindest zum Jahresende noch Handlungsfähigkeit. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung wurden drei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Neue Gesichter, dafür alt bekannt und dem CFC lange verbunden. Mit viel Herzblut und Sachverstand wollen sie sich verantwortungsvoll der Arbeit im Aufsichtsrat widmen. Dafür braucht es zurzeit wohl ebenso gute Nerven.

Die wurden um den Jahreswechsel dann auch bei allen Himmelblauen nochmal strapaziert. Meldungen über „Entscheidungen die getroffen werden sollen“ machten die Runde. Dabei ging es offensichtlich nicht um die Verpflichtung von weiteren Spielern, sondern um die Frage, ob Cheftrainer Horst Steffen weiterhin auf der Trainerbank sitzen bleiben kann oder sich hier ein Wechsel andeutet. Uns stellte sich dabei wieder mal die Frage, wie ein Trainerwechsel finanziell abgesichert sein soll. Ein neuer Trainer (vermutlich mit neuem Co-Trainer) und weiterhin Steffen (und vermutlich alten Co-Trainer Ristic) auf der Gehaltsliste haben!? Also, wären summa summarum 4 Trainer zu bezahlen.

Die Antwort folgte dann auch prompt nach dem Neujahrsfest: Beurlaubung von Cheftrainer Steffen. Die branchenüblichen Erklärungen von „nach eingehender sportlicher Analyse“ und „Danke für die geleistete Arbeit“ durften selbstverständlich nicht fehlen. Immer freundlich bleiben, man sieht sich ja immer zweimal im Leben, mindestens.

Das Training wird vorerst von Co-Trainer Ristic geleitet. Die Suche nach einem neuen Trainer läuft auch Hochtouren. Das Problem mit der mehrfachen Gehälterzahlung wird über die Finanzierung von externen Sponsoren geregelt. Auch hier wüssten wir nur allzugern, welche himmelblaue Herzen sich dazu erwärmen lassen konnten.

Für die Arbeit an der himmelblauen Pressefront konnte sich die Pressesprecherin N. Oeser nicht mehr erwärmen. Nach sieben Jahren wird sie den CFC auf eigenen Wunsch verlassen und sich einer neuen Herausforderung widmen. Das verflixte siebente Jahr, da geht so einiges in die Brüche. Aber soviel dazu.

Im ersten Jahr nach 2017 ist die Herausforderung klar, denn Abstiegsplatz bedeutet Abstiegskampf. Und in diesem geht das Abstiegsgespenst schon um, nicht nur in den Köpfen der Spieler.

Die restlichen 18 Spiele werden also Abstiegskampf pur. Nur Masochisten haben die pure Freude daran. Für Januar und Februar 2018 stehen Paderborn, Aalen, Jena, Osnabrück, Unterhaching und der Karlsruher SC als Gegner auf dem Programm.

Wir hoffen, dass wir da zumindest schreiben könnten, dass der CFC die Abstiegsplätze verlassen hat. Mit welchem Trainer auch immer. Mehr dazu im Kommentar zum himmelblauen Januar und Februar 2018…

By Baba und Nino

Advent, Advent der Rasen brennt. CFC vs. FCM

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Nach dem glücklichen Heimsieg im Flutlicht-Duell vs. Rot-Weiß Erfurt (hier geht’s zum Spielbericht) keimte die himmelblaue Hoffnung auf weitere Erfolgserlebnisse auf. Doch diese wurde mit der 1:2 Niederlage im Sachsenpokal gegen den VfB Auerbach im berühmten Keim erstickt. Somit war auch die erste Chance verspielt, im nächsten Jahr wieder im DFB-Pokal antreten zu können. Und mit der zweiten Chance, über den 4.ten Platz der 3. Liga, sieht es nicht besser aus.

Nach dem Pokal-Aus folgten Niederlagen in Meppen (2:3) und zwei sog. „Sechs-Punkte-Spielen“ gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf…vs. Würzburg 0:3 und vs. Münster 0:1. Im Abstiegskampf ist das besonders bitter und in diesem befindet sich der CFC, wenn er es nicht schon früher getan hat, spätestens jetzt. Mittendrin statt nur dabei.

Und wenn der CFC nicht schon auf dem Platz für Furore sorgen kann, dann tut er es abseits des Platzes. Die mehr oder weniger überraschenden Austritte zweier Aufsichtsratsmitglieder und der Rücktritt des Präsidenten Dr. Hänel runden das Bild ab, dass der CFC sich um bitter notwendigen Umbruch befindet. Einzig positive Meldung war, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Saison 2017/2018 nachgewiesen werden konnte. Aber so viel zu diesen Schauplätzen.

Entscheidend ist immer noch auf dem Platz und auf diesem stand der Ost-Klassiker gegen den 1. FCM Magdeburg an. Der aktuell Tabellenzweite gegen den 16ten, 21 Punkte Unterschied, nach 17. Spieltagen. So gesehen sollte das eine klare Sache für die sachsen-anhaltinischen Landeshauptstädter sein, zumal auch die Leistungskurven sich klar voneinander unterscheiden. Da hilft es auch wenig, dass der FCM 1991 das letzte Mal in Chemnitz gewinnen konnte.

Oder vielleicht doch? Himmelblaue Wunder soll es ja immer wieder geben, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Meine Hoffnung war jedenfalls ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Die Niederlagen der direkten Tabellennachbarn waren dabei mit inbegriffen.

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Inbegriffen war diesmal zur Eintrittskarte auch ein Freigetränk von Polster.Catering. Das sorgte vor Anpfiff schon mal auf den Rängen für einen zusätzlichen Schuss gute Laune.

CFCFans

Das Spiel begann mit 10minütigen Abtasten, bis in der 11. Minute der Magdeburger C. Beck die erste Torchance verbuchen konnte. Ein paar Minuten später kam es zu der kuriosen Situation, dass in der Folge drei Chemnitzer Spieler gefoult wurden und dreimal auf „Weiterspielen“ entschieden wurde. Das nutzte wiederum C. Beck aus, der zum 1:0 für die Magdeburger einnetzte. Nach dem 0:1 verflachte das Spiel wieder auf das Niveau von Abtasten bzw. „weite Bälle schlagen“. In der 22. Minute schafften es die Magdeburger mal wieder in den Strafraum und C. Beck schob etwas überraschend zum 2:0 ein. Die CFC-Abwehr hatte zu diesem Zeitpunkt die Warnhinweise von „3 Meter Abstand“ und „Vorsicht schwenkt aus“ vorbildlich umgesetzt. Da dies aber nicht die passendsten Anweisungen für ein Fußballspiel sind, mussten die Magdeburger nachhelfen und spielten dem CFC in die Karten. Oder anders ausgedrückt. Der CFC übte endlich mal Druck aus, so dass die Magdeburger zu Fehlern gezwungen wurden. Diese nutzte dann auch gleich D. Frahn aus, der einen Querpass abfing und rechts unten zum 1:2 Anschlusstreffer einschieben konnte. „Ja wohl! So geht das!“ war die einhellige Bewertung dieser Leistung. Und weil das so einfach ging, wurde in der Folge es nochmal probiert. In der 36. Minute verpasste es allerdings B. Kluft auf F. Hansch abzulegen, so dass die Chance auf den Ausgleich leidlich verpasst wurde.

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Und wenn man die Tore selber nicht macht, dann rächt sich das. So geschehen in der 40. Minute, in der J. Düker zum 1:3 aus der Drehung den Ball ins lange Eck kullern ließ. K. Kunz war zwar noch dran, konnt’s aber nicht verhindern. Danach sorgte einzig noch eine Aktion der Chemnitzer für Aufsehen. Ein Abpraller von (Spieler konnte leider nicht ermittelt werden) entwickelte einen dermaßen großen Drall, dass der Ball über die Südtribüne flog.

Danach ging es mit einem ernüchternden 1:3 in die Halbzeitpause, welche zum weiteren Nachschub für gute Laune wiederholt genutzt wurde.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich weniger spannend. Allein #Fußballgott D. Frahn sorgte für Gesprächsstoff. Einerseits war die Frage, wie oft er noch gefoult werden sollte, um endlich irgendeinem Magdeburger die Gelbe Karte zeigen zu können und anderseits wann er Gelb für Meckern bekommen sollte. Ein Balance-Akt der besonderen Art.

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So ergab sich dann auch die Gelegenheit, sich den Magdeburger Fans zu widmen. Diese, das muss man ihnen lassen, wussten sich über die gesamten 90 Minuten mit Gesängen und eingeübten Sitz-und Steheinlagen zu beschäftigen. Weiteren Jubel konnten sie dabei nicht einbauen, da D. Frahn mit einem sehenswerten Hackentor den 2:3 Anschlusstreffer markierte. Leider beteiligten sich im Weiteren die Magdeburger nur noch mit gekonnten Ball-halten am Spiel, was dazu führte, dass es bei der 2:3 Niederlage blieb.

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So haben es die Magdeburger nach 26 Jahren mal wieder geschafft, den CFC zu Hause zu besiegen. Nunja, die Vorzeichen standen wahrscheinlich auch noch nie so gut, dass diese Serie für den FCM beendet werden konnte.

Für den CFC geht die sportliche Talfahrt weiter. Der nächste Gegner ist Hansa Rostock. Die Rostocker haben gerade ordentlich Oberwasser, da wird es für den CFC schwer, nicht unterzugehen. Zum letzten Hinrunden-Spiel geht es dann zum FSV Zwickau. Die stehen, Dank eines 1:1 gegen Fortuna Köln, auf dem 17. Tabellenrang. Dicht gefolgt vom CFC auf dem 18.Rang mit weiterhin 16 Punkten. Der Rückrundenauftakt ist also schon wieder ein sog. „6-Punkte-Spiel“.

Die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende 2017 und einen erfreulichen Start 2018 besteht auch nach diesem Spiel. Ein Unentschieden, wenigstens nicht verlieren. Es sind wirklich bescheidene, himmelblaue Zeiten.

By Nino

 

Chemnitzer FC vs. FC Rot-Weiß Erfurt

Premiere, Premiere! Seit dem Blog zur WM 2014 schreiben wir, Baba und Nino, über Dies und Das im weltweiten Fußballgeschehen. Wir freuen uns, dass wir nun erstmalig einen Gastbeitrag veröffentlichen können. Der Blogger Chasing hat sich dem Spiel Chemnitzer FC vs. Rot-Weiß Erfurt und hier insbesondere dem Support der Ultras gewidmet. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Chemnitzer FC vs. FC Rot Weiß Erfurt

An diesem Wochenende musste ich leider auf das Spiel meines Herzensvereins verzichten. Dafür aber besuchte ich am Freitagabend ein kleines Ost-Duell unter Flutlicht. Der Einladung meines Chefs folgend, machte ich mich gemeinsam mit seinem Sohn auf den Weg nach Sachsen, genauer gesagt nach Chemnitz. Hier galt es, Berufliches mit einem hoffentlich interessanten Fußballspiel zu verbinden. Doch genug davon.

Die „Community4you ARENA“ in der Chemnitzer Gellertstraße füllte sich nur sehr langsam und die jeweiligen Fanlager schienen ziemlich unbeeindruckt von der Gegenseite zu sein. Zur Stadionhymne deutete sich eine kleine Schalparade an, doch im Stadionrund, wie auch auf der Südtribüne gelang dies nicht flächendeckend. Aufgrund der spärlichen Mitmachquote blieben viele Lücken. Erst beim Einlaufen der Spieler erwachte nun auch der Gästeblock, der mit 1000 Schlachtenbummlern doch recht ordentlich gefüllt war.

Mein Interesse galt vor allem der Südtribüne, da diese nach einem Zwischenfall auf dem Heimweg des Auswärtsspieles bei Wehen Wiesbaden eine kleine Umstrukturierung hatte vornehmen müssen. Seitdem wird diese nur noch von einer Ultra-Gruppe angeführt. Da die „Ultras Chemnitz“ somit den alleinigen Führungsanspruch stellt, war ich gespannt, wie der Support der Gastgeber ausfallen würde.

„ULTRAS“ – schlicht in Weiß auf schwarzem Hintergrund bildete das Herzstück der Beflaggung der Südtribüne. An den Seiten waren außerdem weitere Gruppenfahnen angebracht, was für ein einfaches, aber dennoch gut gefülltes und schickes Gesamtbild sorgte. Die Mitte des Blocks legte ebenso einen guten, engagierten und beherzten Auftritt hin, wobei es allerdings schwer schien, die gesamte Südtribüne am Support zu beteiligen. Hier besteht mit Sicherheit noch viel Luft nach oben. Ebenfalls viel Potenzial sehe ich in punkto Schal und Schalparaden, denn hier könnte die Südtribüne als geschlossene Formation optisch noch sehr viel bessere Akzente setzen.

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Der Einsatz der Schwenkfahnen und Doppelhalter war ebenfalls sehr simpel gehalten und beschränkte sich auf einige wenige mit Bezug zu alten FC Karl Marx Stadt Zeiten. Der Farbeinsatz dabei ist geprägt von Blau-Weiß und Himmelblau. Somit ist der optische Gesamtauftritt der Chemnitzer als mager zu bewerten und auch akustisch gelang es ihnen nicht, mit den Gästefans mitzuhalten. Dies bringt mich zum Auftritt der Gäste aus der thüringischen Landeshauptstadt.

Etwa 45 Minuten vor Anpfiff war der Gästeblock nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Zu Spielbeginn war der Eckblock dann jedoch prall besetzt und der couragierte, laute und gut koordinierte akustische Support der mitgereisten RWE-Anhänger begann. Angeführt wurde die Fangemeinschaft der „Steigerwaldkurve“ von den „Erfordia Ultras“. Diese lieferten mit schlichter Zaunbeflaggung sowie drei bis vier Schwenkfahnen, jedoch ohne Doppelhalter eine gute Performance ab. Optisch war der Gästeblock vor allem durch die Farbe Schwarz geprägt. Die Mehrheit der Schlachtenbummler war eher schlicht gekleidet und von dem zu erwartenden „Rot-Weiß“ war nichts zu sehen.

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Was mir am meisten imponierte, war definitiv die Mitmachquote der Gäste, da mindestens der halbe Block die gesamte Zeit über mit voller Motivation supportete. Immer wieder war auch der komplette Block beteiligt. Was die Lautstärke betrifft, so konnten die Chemnitzer nicht mit ihren Rivalen mithalten. Melodische Lieder im Wechsel mit lauten Anfeuerungen sorgten für eine gute akustische Stimmung der Gäste. Auch das späte 1:0 und somit Endstand der Gastgeber konnte für keinen Stimmungsabbruch sorgen. In den letzten Minuten gab die Gastmannschaft noch einmal alles, um wenigstens mit einem Punkt aus dem Spiel hervorzugehen. Der unermüdliche Support der Gäste reichte dem RWE jedoch leider nicht und so musste der Verein die Heimreise ohne Punkte antreten.

Alles in allem blieb der Spieltag ruhig. Auch der Derbycharakter blieb gänzlich aus, obwohl dies vor dieser Partie noch groß vom Stadionsprecher angekündigt worden war.  Beide Fanlager beschränkten sich auf den Support der eigenen Mannschaft, sodass Spruchbänder oder Dergleichen völlig ausblieben. Dass der CFC Probleme damit hat, die Zuschauer in Chemnitz anzuziehen, merkte man auch an diesem Abend. Trotzdem sahen sich an diesem Abend rund 7.000 Zuschauer das Spiel vor Ort an.

Das Ergebnis ist mit 1:0 völlig in Ordnung und ist dem Spielverlauf gerecht, wobei zu sagen ist, dass die Erfurter einen ihrer besseren Auswärtsauftritte hinlegten. Für sie wird dies vermutlich die schwierigste Drittliga-Saison seit Gründung, weshalb zu erwarten ist, dass sie am Ende gegen den Abstieg anspielen werden müssen. Letztlich bleibt die „Community4you ARENA“ als schickes und modernes Fußballstadion zu loben, weshalb ein Besuch der Spiele auch immer zu empfehlen ist. Die „Ultras Chemnitz“ und die Südtribüne haben noch einen weiten Weg vor sich, aber nach der Auflösung zweier anderer Gruppen kann man die Bildung einer neuen, großen Einheit sicher nicht über Nacht erwarten.

By Chasing

 

Kommentar zum himmelblauen September und Oktober 2017

Zahlen

Im Kommentar zum himmelblauen August 2017 haben wir uns dabei erwischt, dass wir eine erste Bilanz zur fast runderneuerten CFC-Mannschaft und dem neuen Trainer-Team um Chef Horst Steffen ziehen wollten. Das war zu diesem Zeitpunkt noch reichlich verfrüht.

Nach nun mittlerweile 14 Spieltagen und drei Pokalspielen (DFB-und Sachsenpokal) haben wir uns mal in den Statistik-Keller begeben, um mit Hilfe des Blickes auf die nackten Zahlen Erhellendes zur Frage „Wie steht es um den CFC?“ zu Tage zu fördern.

Schauen wir uns zum Einstieg in diese (Achtung Spoiler!) Statistik-Tortur die 10 Spiele des CFC von September bis Oktober 2017 an: Das macht 4 Siege, 2 Unentschieden und 4 Niederlagen. Eine klassisch ausgeglichene Bilanz, oder? Wenn man näher hinschaut, kann’s auch so betrachtet werden: Unentschieden, Niederlage, Niederlage, Sieg, Unentschieden, Sieg, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage. Eine klare Tendenz? Fehlanzeige!

Dann hilft vielleicht die „Heim/Auswärts“-Betrachtung?
Heim-Unentschieden, Auswärts-Niederlage, Heim-Niederlage, Auswärts-Sieg, Auswärts-Unentschieden, Auswärts-Pokalsieg, Heim-Sieg, Auswärts-Niederlage, Heim-Sieg, Auswärts-Pokalniederlage. Macht also: 2 Heimsiege, 2 Heim-Niederlagen, 1 Heim-Unentschieden, 1 Auswärts-Unentschieden, 3 Auswärts-Niederlagen, 2 Auswärts-Siege. Ja genau, das ist so wenig hilfreich wie lesbar 🙂 Also Schluss mit dem Klein-Klein der letzten 10 Spiele.

Kommen wir daher nun zur Gesamtschau und blicken auf die Tabelle der 3. Fußball-Bundesliga: 14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).

Im Ergebnis der näheren Betrachtung wird zumindest deutlich, dass der CFC 11 Punkte zu Hause geholt hat (von Möglichen 21) und auswärts dagegen nur 5 von 21. Bilanz-technisch heißt das also: Der CFC ist bisher zu Hause besser, auswärts dagegen der kleine Bruder vom Punktelieferant.

Was die Pokal-Wettbewerbe betrifft, so sind die Himmelblauen gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München rausgeflogen (hier geht’s zum Spielbericht) und im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2). Das ist besonders bitter, weil eine Chance auf die erneute Teilnahme am DFB-Pokal 2018/2019 kläglich verspielt wurde. Gaaanz optimistisch gesehen, können sich die Himmelblauen nun auf den Liga-Alltag konzentrieren.

Auf dem Programm stehen bis zum Jahresende 2017 sechs Spiele. 4 Auswärtsspiele und 2 Heimspiele. 3 Spiele gegen Teams, die momentan vor dem CFC in der Tabelle stehen (Meppen, Magdeburg, Rostock) und 3 Spiele gegen Teams, die momentan hinter dem CFC stehen (Würzburg, Münster, Zwickau). Aber ob diese Betrachtung so hilfreich ist? Zumindest bestehen mehr Möglichkeiten, dass der CFC seine Auswärtsbilanz etwas verbessert. Jedoch liefern Zahlen und Ergebnisse nur die halbe Wahrheit über die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Ebenso wenig ob z.B. die Spiele überlegen gewonnen oder unglücklich verloren wurden. Wie schätzt ihr also den Stand der Dinge beim CFC ein?

By Baba und Nino

 

 

Kommentar zum mitteldeutschen Flutlicht-Duell CFC vs. RWE

Flutlicht

Der Startschuss für den 14.ten Spieltag in der 3. Fußball-Bundesliga fiel in Chemnitz. Beim Spiel des CFC gegen Rot-Weiß Erfurt. Soweit so nüchtern. Für alle Fans hieß das: Ost-Duell unter Flutlicht. Sachsen vs. Thüringen. Die Himmelblauen gegen den 3.Liga-Dino. Oder wie das Fußballmagazin Kicker in seiner Online-Ausgabe abschlägig beschrieb: „Abstiegskampf in Chemnitz.“ Der 16.te gegen den 18.ten der Tabelle #Kellerkinder.

Mir war das gelinde gesagt ziemlich sch…egal. Die Vorfreude auf ein CFC-Heimspiel…an einem Freitagabend…unter Flutlicht, diese Vorfreude war unerschütterlich. Die Bedingungen für einen perfekten Start ins verlängerte Wochenende, wenn auch nur eine Stunde, waren gegeben #Zeitumstellung. Auch das Wetter war mir thüringisch Wurst. 9 Grad und Nieselregen, da musste ich eben mehrmals das halbe Taschenfass heben.

Das Spiel begann typisch deutsch: pünktlich. Die Hoffnung auf feine Spielzüge und viele Tore war die wärmende Jacke, die das Stadion-Erlebnis erträglich machte.

Anpfiff

Der CFC begann, wie es sich für eine Heimmannschaft gehört, aktiver und versuchte das erste schnelle Tor zu schießen. Beim Versuch blieb es denn leider auch. Das Spiel war ein einziges hin und her. Der Zug zum Tor wurde entweder verpasst. Oder man war zu früh dran. Oder nahm den falschen Gleis bzw. den falschen Laufweg. Irgendwas war immer. So waren diese ersten 45 Minuten kein Blick in die Feinkostabteilung. Wenn schon, dann war das eben der 16.te gegen den 18.ten. Not gegen Elend.

In der Halbzeitpause versuchte der CFC noch etwas von Pauline Schäfers Weltmeister-Glanz abzukriegen. Die Chemnitzer Turnerin siegte ja überraschend am Schwebebalken. Die ganze Aktion wurde vom heimischen Publikum mit respektvollem Applaus begleitet.

Panorama

Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit flammte die wärmende Hoffnung auf feine Spielzüge und viele Tore wieder auf. Die brennende Frage war daher: Wer schießt das erste Tor? Was ja bekanntlich beim Stand von 0:0 jedem Spiel fehlt #Phrasenschwein. Mit weiterer Dauer des Spiels und der wenig erträglichen Chancenverwertung stellte ich mir tatsächlich die Frage, warum ich mir eigentlich ein Fußball-Spiel anschaue? Beim Basketball z.B. haben die Teams 24 Sekunden Zeit einen Spielzug abzuschließen. Oder beim Handball, da wird irgendwann Zeitspiel angezeigt. Beim Fußball kann es mitunter passieren, dass sich minutenlang der Ball hin und her geschoben wird. So auch bei diesem Spiel. Optimistisch betrachtet war es ein offener Schlagabtausch. Bei dem pessimistisch gesehen der Torerfolg ausblieb.

Doch die Beantwortung der Frage „Warum Fußball?“ fiel mir dann wieder ganz leicht. Nach einer zunächst geklärten Flanke eines Erfurters schaffte es Hansch den Ball an sich zu reißen und diesen punktgenau Kapitän Endres auf 11Meter Distanz zu legen. Dieser nagelte mit einer Drehung die Kugel ins obere rechte Eck. Unhaltbar für den Erfurter Torwart. Ein Wahnsinns-Ding. Kategorie Tor des Monats. Mindestens. Der Jubel war ekstatisch. Die 86 Minuten Fußball-Magerkost waren schnell verdaut. Es reichte ein Biss Feinkost und der Abend ist gerettet. Solche Emotionen gibt’s dann eben doch nur beim Fußball.

Die letzten Aktionen der Erfurter waren nicht vom Erfolg gekrönt, so dass die Himmelblauen am Ende etwas glücklich mit 1:0 und drei Punkten vom Platz gehen konnten. Und schon keimt die nächste himmelblaue Hoffnung, auf viele Tore und weitere Punkte…

By Nino

Letzte Aktion

„Was bisher geschah…“ Teil 6

SechsBlog

Aller guten Dinge sind sechs. Daher blicken wir bereits zum sechsten Mal in der Kategorie „Was bisher geschah…“ zurück. Dieser Teil steht ganz im Zeichen der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft haben wir kommentiert, ebenso die Berichterstattung der Sportmedien, die allzu oft unter dem Motto „ohne Hirn und Verstand“ betrieben wurde.

Die 22 Fragen zur EM haben wir direkt nach dem finalen Kommentar zum Spiel Portugal vs. Frankreich beantwortet. Zum Abschluss folgte noch ein Ausblick auf die 3.Liga-Saison 2016/2017, hier mit besonderem Fokus auf die Traditionsmannschaften aus dem Osten Deutschlands. Die Prognose kann sich im Nachhinein durchaus sehen lassen…Viel Spaß beim Stöbern.

By Baba und Nino

 

P.s: Weitere Leseempfehlungen sind auch der Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und last but not least Teil 5

 

  1. Kommentar zum zweiten Date mit GER vs. POL
  2. EM-Berichterstattung OHV!?
  3. Kommentar zum EM-Spiel NIR vs. GER
  4. Kommentar zum EM-8telfinale Deutschland vs. Slowakei
  5. „Was bisher geschah…“ Teil 2
  6. Angst schießt keine Tore – Kommentar zu GER vs. ITA
  7. Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA
  8. Die 22 Antworten zur EM 2016…die ersten 7
  9. Die 22 Antworten zur EM 2016…die zweiten 7
  10. Die neue – beste und einzigartigste 3. Liga

 

Kommentar zum himmelblauen August 2017

CFC-August

Der himmelblaue August 2017 begann wie der himmelblaue Juli endete. Nach der 2:4 Auswärtsniederlage vs. SC Paderborn folgte eine bittere 2:4 Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Zwei Niederlagen in Folge, da sollte bei einem Spiel gegen einen Aufsteiger vielleicht doch was Zählbares herausspringen. So zumindest unsere leise Hoffnung im Hinblick auf das darauffolgende Auswärtsspiel gegen FC Carl Zeiss Jena. Aber auch in diesem Ost-Klassiker kam der CFC nicht über ein 1:1 hinaus. Wenigstens nicht verloren sagt der Optimist, der Pessimist hingegen: wieder nicht gewonnen.

Umso besser, dass das nächste Spiel für Ablenkung sorgen konnte. Am 12. August 2017 stand nun endlich das 1. Runden-DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München an, das Traumlos wie hier bereits schon mehrfach erwähnt.

Der CFC stimmte mit einem Countdown ein und allerorten war von der Vorfreude auf dieses Highlight-Spiel zu lesen und zu hören. Auch wir waren voller Vorfreude und hofften auf ein himmelblaues Pokalwunder. Dieses geschah dann doch nicht (warum, wieso, weshalb steht hier im Spielbericht.

So war es dann auch gut, dass dieser ganze Trubel vorbeiging und der Fokus wieder auf die 3. Liga und dem Ziel Klassenerhalt gelegt werden konnte. Am 5. Spieltag trafen die Himmelblauen auf den VfL Osnabrück. Jene Mannschaft, die mehr oder weniger überraschend den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschmissen hatte. Aber vielleicht war das beim HSV eh alles nur Teil eines ausgeklügelten Saison-Plans. So oder so, konnte der CFC ein 0:0 erkämpfen und einen weiteren Punkt verbuchen.

Bei diesem Punkt ist es dann auch leider geblieben, im letzten Punktspiel im August 2017 verlor der CFC 2:4 gegen die SpVgg Unterhaching. So steht der CFC nach 6 Spieltagen mit einer Bilanz von einem Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf dem 13. Tabellenplatz. Nun spricht das Torverhältnis von minus 4 Toren nicht wirklich für die offensivere Spielweise, sondern eher für eine Abwehrreihe mit ausbaufähiger Sicherheit. Man ist geneigt zu sagen: „Lieber 1:0 gewinnen, als 2:4 in Schönheit zu verlieren.“

Neben dieser Neigung erwischen wir uns auch dabei, die ersten Bilanzen zu ziehen. Nach kurzem Innehalten ist es aber dafür definitiv noch zu früh. Höchstens nach dem 10. Spieltag kann man zumindest feststellen, ob das neue Spielsystem überhaupt von den Spielern verstanden und umgesetzt werden kann. Zu Bedenken ist ja auch immer noch, dass der Kader eine fast komplette Runderneuerung erfahren hat. Geduld ist gefragt, in der heutigen Zeit, so behaupten wir mal, eine schwer umzusetzende, Eigenschaft, vor allem im schnelllebigen Fußballgeschäft #Phrasenschwein.

Das macht zumindest im Spielbetrieb eine Pause. Bei der Nationalmannschaft stehen die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Norwegen auf dem Plan. Zeit für den CFC ein Testspiel auszutragen (vs. BSC Rapid Chemnitz).

Welche neuen Erkenntnisse und im besten Fall auch Konsequenzen daraus gezogen werden können, wird beim nächsten Heimspiel gegen den Karlsruher SC zu beobachten sein. Der hat turbulenten Wochen hinter sich. Nach dem Fehlstart wurde der Trainer M-P. Meister entlassen und A. Schwartz geholt. Wir hoffen natürlich, dass der „neue Trainer-Effekt“ ordentlich verpufft und der Heimkehrer Anton Fink #FußballGott beim Tore schießen eine 90-minütige Pause einlegt. Mehr dazu dann im Kommentar zum himmelblauen September 2017…

By Baba und Nino