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Versammlung am Pulverfass?

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Knapp zwei Monate nach den Vorfällen rund um das Heimspiel vs. VSG Altglienicke am 9. März 2019 hat der Nordostdeutsche Fußballverband sein Urteil nach mündlicher Verhandlung verkündet. Dies lautet in Kurzform für den Chemnitzer FC:

  • Geldstrafe von 12.000€, hiervon können bis zu 5.000€ für Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus verwendet werden,
  • Zuschauerausschluss in den Blöcken der Südtribüne des Stadions für das kommende Regionalliga-Meisterschaftsspiel und zwei weitere Blocksperren auf Bewährung für Meisterschaftsheimspiele in den kommenden zwei Spielzeiten,
  • Entwicklung von strategischen Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus mit Unterstützung externer Fachleute,
  • Besetzung der Stellen eines Fanbeauftragten und eines Antirassismusbeauftragten.

Der CFC hat das Urteil akzeptiert und somit ist dieses rechtskräftig. Zur Umsetzung der Blocksperre hat der CFC einen Tag nach Urteilsverkündung mitgeteilt, dass er aufgrund dessen dazu verpflichtet ist, „den Umzug in andere Blöcke des Stadions – An der Gellertstraße zu unterbinden. Ein Umtausch von Tickets, Kompensationsgeschäfte, Rücknahmen etc. sind deshalb untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht dem Chemnitzer FC eine Ausweitung der Blocksperre auf weitere Heimspiele sowie Strafen bis hin zu Punktabzug oder Strafversetzung.“ Die Aufforderung an alle Anhänger lautet daher: „Wir stehen unter besonderer Beobachtung – während der Zulassungsperiode mehr denn je. Ich wünsche mir, dass unsere Fans den hart erarbeiteten, sportlichen Erfolg nicht durch unüberlegte Aktionen aus der Emotion heraus gefährden.“

Meine erste Reaktion dazu: „Ach du Scheiße!“ Und so länger ich darüber nachdenke, habe ich erhebliche Zweifel, dass das ein gutes Ende für den CFC nimmt. Es mutet wie die Versammlung am Pulverfass an. Eine falsche Aktion kann die zündende sein.

Die moralische bzw. Anstands-Latte wurde von Sportvorstand Sobotzik jedenfalls ordentlich hochgelegt … „unüberlegte Aktionen aus der Emotion heraus“ … gewiss ist ihm dabei nicht entgangen, dass mit einem Punktgewinn die Meisterschaft der Regionalliga Nordost 2018/2019 endgültig klargemacht werden kann. Wenn nicht, wann dann führen solche sportlichen Ereignisse bzw. erreichten Ziele zu einem Platzsturm oder zu emotionalen Aktionen/Reaktionen? Wenn nicht sogar nur aus der reinen Freude und puren Emotion am schönen Spiel Fußball heraus? Ihm wird doch wohl auch nicht entgangenen sein, dass gerade im Fußball die Emotion gerne als Erklärung für alles Mögliche genutzt wird. Der dezente Hinweis auf die „besondere Beobachtung“ ist jedenfalls provokativ wie zutreffend. Die örtlichen wie bundesweit berichtenden Pressevertreter werden wieder zahlreich und nicht nur wegen der Bilder einer leeren Süd ins Stadion kommen. Die ganz große Aufmerksamkeits-Bühne steht bereit und wartet nur darauf, betreten zu werden. Das wissen sicherlich alle Beteiligten.

Neue Ränge werden jene Fans betreten müssen, die sonst in der Südkurve stehen. In dieser versammeln sich auch diejenigen, die vielleicht nicht dem CFC, aber den aktuell handelnden Personen, insbesondere Insolvenzverwalter Siemon in die Parade fahren wollen könnten. Die „Siemon-raus-Rufer“ also. Trifft man sich vielleicht auf der Haupttribüne? Man könnte fast meinen, diese ganzen Maßnahmen sind eine gezielte Provokation der CFC-Verantwortlichen. Die Provokation von unüberlegten Aktionen, quasi in irgendeiner Weise unsportliches Verhalten herbeizuführen. Dieses könnte dann elegant unter dem Deckmantel des Hinweises auf die „besondere Beobachtung – während der Zulassungsperiode mehr denn je“ und der Gefährdung der Rückkehr in die 3. Liga demonstrativ moralisch und im Enddefekt (je nach Vorkommnis) auch juristisch geahndet werden. Und die möglichen Beschwerden würden souverän abgebügelt werden.

Aber ist Siemon so ausgebufft? Hat er mit der Auslegung des Urteils einen riesigen Honigtopf ins Stadion gestellt? Und sind die „Siemon-raus-Rufer“ so wahnwitzig leichtsinnig, um dahin zu laufen bzw. in die Falle rein zu stolpern? Denkt er wirklich, dass seine Widersacher dieses Spiel nutzen, um deutlich zu machen, wer wirklich der Chemnitzer FC ist? Wohl nicht ganz zufällig hat er am Tag der Mitteilung zur Umsetzung der Blocksperre in einem Interview mit der Freien Presse u.a. mitgeteilt, dass das Insolvenzverfahren noch Jahre dauern kann und er verhindern will, dass „sich die Saboteure der Sanierung in einer Mitgliederversammlung durchsetzen“. Nicht gerade diplomatisch in Zeiten, in der ein Miteinander besser wäre, als ein Gegeneinander (mal ganz vereinfacht gesagt). Das Pulverfass scheint gut gefüllt zu sein.

Also wohlgesonnener CFC-Fan kann ich jedenfalls nur inständig hoffen, dass es im Spiel gegen den ZFC Meuselwitz zu keinen „unüberlegten Aktionen aus der Emotion heraus“ kommt. Wenn ich gläubig wäre, dann würde ich sicherheitshalber bis Sonntag einmal täglich für ein ruhiges Spiel beten. Ich gehe aber felsenfest davon aus, dass sich alle Beteiligten mehr oder weniger piekfein, auf jeden Fall nicht unsportlich verhalten und die Meisterschaft, so sie denn gefeiert werden kann, bejubelt wird.

Abgesehen davon gibt es allerdings keinen ungünstigeren Zeitpunkt als dieses wohlmöglich vorentscheidende Meisterschaftsspiel, um eine Blocksperre quasi abzusitzen. Pessimistisch gesehen könnte nämlich dieses Spiel auch zu einem weiteren eher traurigen Höhepunkt in der langen Geschichte des CFC werden. Die Suche nach den Schuldigen könnte dann interessant werden.

Für Spannung ist also auf und neben dem Platz bzw. um das Pulverfass herum gesorgt. Und wie hieß es schon bei Forrest Gump? „Dumm ist der, der Dummes tut.“

In diesem Sinne auf die himmelblaue Hoffnung, dass jeder ein schönes Spiel sehen will und im besten Fall auch die vorzeitige Regionalliga-Nordost-Meisterschaft bejubelt werden kann.

By Nino

 

Gänse-Pelle. Der CFC zu Gast beim VfB Auerbach.

Bunt

Der Anlauf Nummero 3 führte nun doch dazu, dass der Chemnitzer FC und der VfB Auerbach das Duell vom 22. Spieltag der Regionalliga-Nordost-Saison 2018/2019 bestreiten konnten. Die Verschiebung war für den CFC nicht so das Problem, schließlich kennt man sich damit mittlerweile bestens aus.

Die Himmelblauen gaben, nach drei Auswärtsniederlagen in Folge, die Losung aus, dass „Mit Plan und alter Stärke“ der Gegner bezwungen werden sollte. So als wenn der CFC seit Anfang März 2019 planlos und ohne Stärke gewesen wäre!? Da muss sicherlich ein rechts großer Irrtum vorgelegen haben.

Die Auerbacher teilten im Vorfeld mit, dass man „seine Chance wahren“ will. Wie sie das gestalten wollten, konnte jeder Fußball-Liebhaber und all jene Nicht-Allesfahrer per Internet-Livestream beim geliebten Heimatsender MDR verfolgen.

Die Gestaltung der taktischen Grundordnung von Trainer D. Bergner war auch von hohem Interesse, schließlich mussten die Ausfälle von T. Müller und M. Blume kompensiert werden. Sollte es daher eher ein Spiel über Rechtsaußen werden? Oder doch lieber über Linksaußen? Oder die goldene Mitte, die ist schließlich auch noch da.

Die Auerbacher traten in gelb-schwarzen Trikots an, die Himmelblauen traditionell in himmelblau-weiß, das Schiri-Dreigespann trug ein geschmeidiges Schwarz. Also alles so schön bunt im VfB-Stadion, in dem pünktlich zu diesem Derby die Gegengerade eingeweiht wurde.

Angepfiffen wurde pünktlich eine Minute nach 19 Uhr. Oder war der Livestream nur zeitversetzt? Egal, Hauptsache der Ball rollt, denn Fußball, der macht das Leben doch so lebenswert. Mit der Phrasendrescherei war’s dann auch schnell vorbei, denn die erste Chance verbuchten die Vogtländer. Nachdem K. Velkow der Ball auf dem Auerbacher Ackerplatz versprang, letztlich aber von M-P. Zimmermann nicht zählbar verwertet werden konnte. Im Anschluss aber übernahmen die Chemnitzer Spieler das Zepter und bauten durchgehend spielerischen Druck auf. Die Auerbacher widerstanden jedoch diesem und bauten fast schon ein kleines Bollwerk vor dem eigenen Tor auf. Dieses hielt aber nicht bis zur Halbzeitpause. In der 40. Minute flankte P. Milde mustergültig auf D. Bociz, der lehrbuchmäßig wie völlig freistehend zum 1:0 einköpfte. Die mitgereisten CFC-Fans jubelten lautstark, die Stimmung bei den Auerbachern war hingegen schlagartig wie auf einer Trauerfeier.

Mit dieser 1:0 Führung ging es in die Halbzeitpause. Unverändert der CFC, der VfB mit einem Wechsel in der Aufstellung für die zweiten 45 Minuten. Ob dieser oder die nun prächtig zur Geltung kommenden Flutlichtmasten Einfluss auf das Auerbacher Spiel hatten, kann nicht wirklich geklärt werden, denn die Spieler zündeten ein kleines, aber feines Feuerwerk ab. Chance um Chance wurde herausgespielt. Die CFC-Abwehr eierte da einigermaßen fahrlässig herum. Gut, dass in dieser Phase nicht der Ausgleich erzielt werden konnte.

Das Spiel wurde nach dieser Phase etwas ruppiger. Weniger Fairness, mehr Rücksichtslosigkeit. Teilweise ging es eher radikal zu, aber nicht extrem radikal. Insgesamt gesehen aber immer noch alles im (ver-)tretbaren Rahmen. Das Fairplay konnte noch großgeschrieben werden. Den modetechnischen Höhepunkt lieferte ab der 59. Minute das Geburtstagskind P. Itter, der fortan mit einem Turban aus Mull aufspielte. Ursprung dessen war ein Zusammenprall mit dem Ergebnis einer bloody Platzwunde.

Das letzte Drittel des Spiels gestaltete sich als Ritt auf der nervlichen Rasierklinge. Das beruhigende zweite Tor wollte trotz aller himmelblauen Bemühungen nicht fallen. Und wie es manchmal so ist: Machst du die Dinger nicht vorne, kriegste hinten einen rein. Diese Phrase blieb aber ein Ferkel, denn N. Hoheneder verhinderte grätschenderweise auf der Linie den 1:1 Ausgleich. Das ließ den Puls wieder rasanter werden. Ein wenig später wurde dann der 1. Wechsel auf CFC-Seite vollzogen. Winterneuzugang J.-P. Hoppe kam für D. Frahn, der den 19jährigen dann von der Bank aus supportete. Dieser Support fruchtete gleich erfolgreich, denn der Jungspund setzte sich an der Auerbach’schen Grundlinie durch und vollendete seine Einzelaktion mit einem herrlichen Heber zum 2:0 Endstand. Was für ein geiles Tor in der 96. Minute. Respekt auch für den verletzungsfreien Knie-Diver in Richtung der Gästetribüne.

Mit dem 0:2 Auswärtssieg hat der CFC seine Spitzenreiter-Position mit nun 7 Punkten Vorsprung ausgebaut. Die Taktiknerds dürften enttäuscht sein, eine klare Linie war auf dem Platz nicht wirklich zu sehen. Vielleicht gibt es diese bald im Doppelpack auf und neben dem Platz. Als Spitzenreiter könnte man sich durchaus wieder souveräner präsentieren. Die nächste Gelegenheit folgt schon am 28. Spieltag. Da steht das Duell vs. den Tabellenletzten FSV Optik Rathenow an.

By Nino

 

Zum Vergessen. Der CFC beim Berliner AK.

BAK Panorama

25. Spieltag in der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019. Der Berliner AK vs. Chemnitzer FC. Wieder das Topspiel des Tages. Wieder ein Spiel in turbulenten Zeiten. Das Hinspiel, dass zu einem Tanz der Emotionen wurde gewann der CFC überragend mit 3:1. Die Stadt Chemnitz stand wegen der rechtsextremistischen Vorkommnisse in Folge des Todes von Daniel H. im Mittelpunkt. Nun steht der CFC wegen der Trauerzeremonie für den verstorbenen Thomas H. erneut in der Kritik. Das Abhalten dieser und der anschließende Umgang damit, führten zu Suspendierungen, Rücktrittserklärungen, Amtsniederlegungen und zur Sperre von Daniel Frahn. Summa summarum befindet sich der CFC seit sieben Tagen im Ausnahmezustand. Das Nachholspiel vs. BFC Dynamo unter der Woche verloren die Himmelblauen noch dazu mit 1:2. Da der Berliner AK auch nicht gewinnen konnte, konnte diese Niederlage ohne größere Schmerzen verarbeitet werden.

Schmerzen hingegen bereitete mir eher die öffentliche Darstellung des CFC durch seine Vertreter und derjenigen, die zu der ganzen Misere eher schweigen, anstatt zur Aufklärung beizutragen. Wo sind denn z.B. die sonst so lautstarken Ultras Chemnitz 99? Sie standen ja bei der Trauerzeremonie in der ersten Reihe. Den ganzen Aufruhr können sie sich allerdings gar nicht erklären. In Teilen ist das sogar verständlich, hatten doch viele in der Stadt wie z.B. die Freie Presse, die Sparkasse Chemnitz, die Stadt Chemnitz die Dienste von Haller Security bzw. über Subunternehmen in Anspruch genommen. Doppelmoral lässt grüßen. Unverständlich bleibt aber immer noch, warum ausgerechnet im Stadion An der Gellertstraße einem Rechtsextremisten gedacht werden musste! Das konnte und kann man nicht von der Person Thomas H. trennen. Gerade auch nicht Politik und Fußball, die in Chemnitz ja schon immer mit im Stadion zusammensaßen. Aber diesem Thema widme ich mich mal später.

Nun erstmal wieder Fußball, denn an sich hatte ich mich auf dieses Spiel schon länger gefreut. Nur wurde diese Freude durch die bittere Woche erheblich eingetrübt. So passte es dann auch, dass der Wettergott es auch nicht gut meinte. Der Sonntag startete mit Sonnenschein, jedoch kamen 20 Minuten nach Spielbeginn Wolken und obendrein noch Regen mit kräftigem Wind hinzu. Vor dem Anpfiff setzte der Berliner AK noch ein Zeichen und hielt eine Trauerminute für die Opfer des Anschlags in Christchurch in Neuseeland ab. Das war angemessen und würdig.

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Angepfiffen wurde pünktlich und das Spitzenspiel hatte schnell seinen ersten Höhepunkt. In der 9. Minute traf die Nr. 11 A. Kargbo mit einem sehenswerten Fallrückzieher zur 1:0 BAK-Führung. Das im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht noch weitere BAK-Tore fielen, lag einzig an deren Unvermögen, das runde Leder im Chemnitzer Kasten unterzubringen. Die Himmelblauen blieben derweil blass, die Angriffsbemühungen verliefen erfolglos. So ging es mit dem 0:1 Rückstand in die Pause. In dieser wurden die 1.127 Zuschauer u.a. mit „Hurra“ von den Ärzten und „Und wir leben“ von den Toten Hosen musikalisch unterhalten. In Anbetracht der derzeitigen Situation beim CFC vielleicht ein kleiner Seitenhieb des BAK-Präsidenten Han, der diesmal bei keiner privaten Hochzeitsfeier zugegen war, sondern kurz vor dem Spiel noch mit Auto erschien.

Unterhaltsam ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter, denn schon sieben Minuten nach Wieder-Anpfiff gab es den nächsten Aufreger. Zunächst jedoch im positiven Sinne, denn der Jakubow-Ersatz J. Mroß rettete mit einer klasse Parade. Diese hatten wohl alle Zuschauer gesehen, jedoch nicht die Grote’sche Hand bei einer Abwehrreaktion. In Folge dessen gab es Diskussionen, die nicht das Ergebnis hatten, dass es keinen Elfmeter gab. T. Deniz traf mit einem flachen Schuss zum 2:0 für den BAK.

Danach war es für den CFC ein Spiel zum Vergessen. Keine wirklichen Angriffsbemühungen und weiterhin Glück aufgrund des sich fortsetzenden Unvermögens der Berliner weitere Tore zu schießen. Die mitgereisten CFC-Fans harrten im Regen aus und sorgten auch für unüberhörbare Grüße an den Insolvenzverwalter K. Siemon. Diese hier wiederzugeben entspricht nicht meiner Kinderstube. Ganz abgesehen davon, dass damit weiterhin die Zeichen auf Konfrontation stehen und beiden Seiten auf ihrer Sicht der Dinge behaaren.

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Mit der 0:2 Niederlage setzt der CFC seine sportliche Mini-Krise mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge fort. Der Abstand zum Berliner AK beträgt nun sieben Punkte, kann jedoch mit dem Nachholspiel gegen den VfB Auerbach wieder auf 10 Punkte ausgebaut werden. Ausbaufähig ist hingegen auch die Musik-Auswahl bei den Berlinern. Nach dem Abpfiff ertönte noch D. Hasselhoff mit „Looking for Freedom“. Mehr gibt es dazu und zu diesem Spiel nicht zu sagen.

By Nino

 

Kommentar zum himmelblauen August, September und Oktober 2018

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Drei himmelblaue Monate können bisweilen verdammt lang sein. Aber die Uhren ticken beim Chemnitzer FC nicht schneller oder langsamer. Es ist der Takt der Ereignisse, der den Eindruck erweckt, dass entweder Stillstand beim CFC herrscht oder das Tempo der Erneuerung für einige zu schnell ist.

Dabei haben nur zwei Themen die himmelblauen Monate August, September und Oktober 2018 beherrscht. Zum einen diese fulminante Rekordserie von 14 Siegen in der Regionalliga-Nordost. Dazu kommt noch der 17:1 Testspiel-Sieg gegen ESV Eintracht Thum-Herold. Die 2:3 Testspielniederlage gegen den FSV Zwickau wird mal eben still und leise unter den Teppich gekehrt.

So ergeht es gelegentlich auch dieser jetzt schon historischen Leistung, die unter dem Getöse rund um das andere Thema, dem Insolvenzverfahren, unterzugehen droht. Daher lohnt es sich noch mal diese Siegesserie nachzuvollziehen:

2:0 Heimsieg vs. BFC Dynamo, 2:1 Auswärtssieg vs. SV Babelsberg 03, 3:0 Auswärtssieg vs. Rot-Weiß Erfurt, 2:1 Heimsieg vs. VfB Auerbach, 4:2 Auswärtssieg vs. Germania Halberstadt, 2:1 Auswärtssieg vs. VSG Altglienicke, 3:1 Heimsieg vs. Berliner AK 07, 1:0 Auswärtssieg vs. Budissa Bautzen, 3:1 Heimsieg vs. 1. FC Lok Leipzig, 4:0 Auswärtssieg vs. Optik Rathenow, 2:0 Heimsieg vs. Wacker Nordhausen, 3:1 Auswärtssieg vs. Hertha BSC II und der 4:0 Heimsieg vs. FC Oberlausitz Neugersdorf.

Macht insgesamt 42 Punkte, bei einem Torverhältnis von 38:10 Toren. Beste Offensive, beste Defensive. Vorzeitiger Herbstmeister. Dazu kommen noch die Siege im Sachsenpokal, 3:1 vs. Kickers Markleeberg (3. Runde) und im Achtelfinale der 4:2 Sieg gegen den FC 1910 Lößnitz. Mit dem Abstieg hat der CFC wohl nix mehr zu tun und die Chancen auf den Sachsenpokalsieg wurden weiter gewahrt. Sportlich könnte es also um einiges schlechter laufen.

Um diese sportliche Leistung Bilanz weiter einzuordnen, reicht nur der Blick ein Jahr zurück. Da hatten wir im himmelblauen Kommentar September und Oktober 2017 nach 14 Spieltagen in der dritten Liga festgehalten: „14 Spieltage sind absolviert, der CFC steht mit 16 Punkten (von 42 Möglichen) auf Rang 12. 4 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, negatives Torverhältnis von minus zwei (19:21 Tore).“ und „im Sachsenpokal war beim VfB Auerbach im Achtelfinale Schluss (1:2).“

Rein sportlich gesehen, kann es also sehr schnell anders laufen. Es könnte alles so schön himmelblau sein. Das Fan-Herz könnte wahrlich im Takt des Erfolges tanzen. Warum kann man sich immer nur so halb freuen und die „Spitzenreiter, Spitzenreiter-Gesänge“ nicht im vollen Brustton der Überzeugung geschmettert werden? Fast ist man geneigt, höhere Mächte könnten hier am Werk sein.

Und damit sind wir beim zweiten Thema, dem Insolvenzverfahren. Die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim CFC gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nach dem neusten Stand des Verfahrens fehlen noch 493.000 Euro im Budget und die Suche nach dem nötigen Geld wurde eifrig begonnen, freilich nicht ohne Nebengeräusche. Und wie im Leben ist es so: Beim Geld hört der Spaß und die Freundschaften auf. Das Insolvenzverfahren brachte zum Erschrecken und Erstaunen aller Beteiligten so einige Ungereimtheiten ans Tageslicht. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten im Glashaus sitzen und eigentlich nicht mit Steinen werfen sollten. Das Geplänkel im Klein-Klein erschwert den klaren Blick auf die Zukunft. Mehr denn je stellt sich doch die Frage, was der CFC, seine Mitglieder/Fans und Sponsoren jeweils einzeln sowie gemeinsam wollen. Die Einstellung des Spielbetriebs wohl nicht. Soviel sollte sicher sein. Beim Weg das zu vermeiden, sind die Richtung und die Mittel unterschiedlicher Natur. Nun sind im Insolvenzverfahren die Zuständigkeiten klar verteilt. Das (letzte) Wort hat der Insolvenzverwalter. Damit eingehergehend auch die Verantwortung.

Neben dem Platz steht noch eine Menge Arbeit an. Das liefert sehr viel Gesprächsstoff und auch wir haben uns, z.B. mit der Kommentierung des Sanierungskonzepts des CFC-IV ausgiebig dran beteiligt. Auf jeden Fall in dem Bemühen, wenigstens das ganz Schreiben zu analysieren, wohlwissend das Nino kein Experte im Insolvenzrecht ist. Daher muss man selbstkritisch einschätzen, dass eine vollumfängliche Einordnung nicht möglich ist. Da sind dann die örtlichen Sportjournalisten gefragt. Ob sie denn wollen oder nicht. Oder können. Eine kritische Begleitung und der Blick von außen muss allerdings jederzeit möglich sein.

Bis zum Jahresende 2018 stehen in der Hinrunde der Regionalliga Saison 2018/2018 noch die Duelle gegen den 17.ten ZFC Meuselwitz, den 8.ten FC Viktoria 1889 Berlin sowie den 16.ten Bischofswerdaer FV 08 an. Rein tabellarisch gesehen, verfällt man leicht an den Gedanken, dass das Selbstläufer sind. Zu den 42 würden sich 9 weitere Punkte gesellen und die Rekordserie wäre auf 17 Siege ausgebaut. Die Einstellung wäre aber fatal, denn wer nachlässt, der hat schon so gut wie verloren.

Der Wechsel von guten und schlechten Nachrichten vollzieht sich auch in der CFC-Familie. Eine verloren gegangene Stütze ist wieder an die Gellertstraße zurückgekehrt. Die ehemalige Pressesprecherin N. Oeser wird den CFC wieder, vor allem bei der strategischen und konzeptionellen PR- und Medienarbeit, unterstützen. Eine schlechte Nachricht musste der CFC mit dem Ableben von FCK-Meisterspieler A. Müller verkraften. Mit einer Gedenkminute wurde ihm vor Anpfiff des Heimspiels gegen FC Oberlausitz Neugersdorf würdevoll gedacht. In solchen Momenten wird einem auch immer wieder klar. Fußball ist nicht alles und nur ein Spiel. Dafür ab und zu eine verdammt ernste Sache.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum Sanierungskonzept des CFC-IV…Teil 1

Fragen

Mit einem 19-seitigen Schreiben an die Stadträte der Stadt Chemnitz hat der Insolvenzverwalter K. Siemon ein neues Kapitel in der Aufführung des Chemnitzer-Insolvenz-Theaters aufgeschlagen. Die örtlichen Medien überschlagen sich erwartungsgemäß mit populistischen Schlagzeilen. Die BILD schaffte es z.B., die ganze Thematik auf das Thema des Stadionnamens, zu reduzieren. Aber hey, was will man gerade von der BILD auch erwarten?

Ganz in ihrem Sinne bzw. Motto entsprechend, ist es daher den Versuch wert, sich seine eigene Meinung über dieses Schreiben und den Intentionen von K. Siemon zu bilden. Dazu bedarf es einer Analyse, Seite für Seite, Thema für Thema. In diesem ersten Teil des Kommentars zum Sanierungskonzept geht’s mit den ersten beiden von insgesamt fünf Punkten los. Das Schreiben vom 18. Oktober 2018 gliedert sich wie folgt:

1. Insolvenzursachen
2. Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf wirtschaftliche Grundlagen
3. Das Konzept in Bezug auf den sportlichen Erfolg
4. Das Budget
5. Die Neuordnung des Verhältnisses zur Stadt Chemnitz

Unter Punkt „1. Insolvenzursachen“ wird eine Zusammenfassung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die auf Grundlage des Berichts zur Gläubigerversammlung erstellt wurde, geliefert. Den Gläubigern dürfte das also bestens bekannt sein. Die Ursachen der Insolvenz werden mit den nachfolgenden Punkten konkretisiert:

a. Vermarktung durch „Komplettvermarkter“
b. Kostensteigerung im Spielbetrieb
c. Hohe Personalkosten, insbesondere im Spielerkader
d. Hohe Kosten für die Nachwuchsförderung durch das NWLZ
e. Kaufmännische Schwächen beim CFC

Dieser Abschnitt umfasst drei Seiten und sind keine leichte Kost für das himmelblaue Fan-Herz. Auch wenn die Sachverhalte mehr oder weniger bekannt sind, werden hier nochmals einige der Gründe des wirtschaftlichen Niedergangs aufgrund einer langen Kette von Fehlentscheidungen verschiedenster Akteure aufgeführt. Allein diese Darstellung soll wohl dazu dienen, dass auch der letzte CFC-Fan einsieht, dass nun endlich professionellere Strukturen eingeführt werden müssen. An sich ist das auch grundsätzlich zu unterstützen. Es kommt allerdings immer auf das „Wie tue ich das“ an.

Auf das was der Herr Siemon bereits getan hat, dazu führt er unter Punkt „2. Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf wirtschaftliche Grundlagen“ aus. Hierbei werden die bisherigen Maßnahmen zur „Neustrukturierung“ des CFC in „allen Bereichen und Abteilungen“ dargestellt:

(1) Vorstandsebene – Aufsichtsrat – Führungsstrukturen

(2) Spielerkader

(2) Geschäftsstelle

(3) Nachwuchsleistungszentrum

(4) Vertrieb / Sponsorengewinnung

(5) Spielbetriebsorganisation

(6) Ticketing – VIP und Public- Ticketing

(7) Merchandising

(8) Betreuung der verdienten Ehemaligen

(9) Ausgliederung – Kapitalgesellschaft

Dieser Abschnitt umfasst 5 Seiten und ist teilweise mit ordentlich Sprengkraft verbunden. Allen voran auf emotionaler Seite, wird doch der stärkste Part bzw. Sachverhalt „Hausverbot für A. Georgi und U. Bauch“ mit lediglich zwei Sätzen abgehandelt. „…die alten Führungsstrukturen des CFC nicht sanierungsfähig“. „Daraus wurden die im Verlaufe des Verfahrens die aus sanierungstechnischer Sicht notwendigen Konsequenzen gezogen“. So kann man es natürlich auch ausdrücken, wenn personelle Angelegenheiten mit der Holzhammer-Methode gelöst werden.

Hingegen sind die weiteren Ausführungen in Bezug auf die Verpflichtung des Sportdirektors T. Sobotzik in die Kategorie „Eigenlob“ einzuordnen. Herr Siemon war es ja schließlich, der Herrn Sobotzik installierte und dieser den Spielerkader zusammenstellen durfte. Abgesehen davon, muss man konstatieren, dass es unter den damaligen Umständen schon respektabel ist, dass solch eine Mannschaft zusammengestellt werden konnte. Die bisherige 13-Siege-Rekordserie in der Regionalliga Nordost tut ihr Übriges dazu.

Grundsätzlich zu begrüßen ist auch die neue Maxime „keine Leistung, ohne Gegenleistung“. Dies u.a. vor dem Hintergrund der Aussagen zu den Punkten „(6) Ticketing – VIP und Public- Ticketing“ und Punkt „(8) Betreuung der verdienten Ehemaligen“, da hier offensichtlich die Abgabe solcher Tickets unter Zudrücken aller himmelblauen Augen betrieben wurde.

Mit dem letzten Punkt „(9) Ausgliederung – Kapitalgesellschaft“ wird der bisher eingeschlagene Weg der Ausgliederung beschrieben. Alles in allem liest sich dieser Punkt so, dass die Ausgliederung alternativlos war. Gerade dies ist jedoch unter den Fans hoch umstritten und man hätte sich gewünscht, dass hier ein Mehr an Beteiligung möglich gewesen wäre. Auf der Mitgliederversammlung wird es, wenn auch spekulativ, wohl nur auf die „Friss-oder-Stirb“-Variante hinauslaufen. Und welcher Fan bzw. Mitglied will schon für den Untergang des Vereins stimmen? Aber gut, wie erwähnt rein spekulativ, da will ich mich gerne ganz groß täuschen.

Fakt ist allerdings auch, dass im ganz Kleinen auffällig wird, welche Rolle der Kaufmännischer Vorstand Herr T. Uhlig einnimmt bzw. wie diese von Herrn Siemon dargestellt wird. In den Ausführungen im Punkt „(5) Spielbetriebsorganisation“ wird darauf hingewiesen, dass er einen hohen Anteil an den Einsparungen von 1 Millionen Euro hat. „Er hat sich in allen Bereichen sehr stark eingebracht“. Nun kann das kleinkariert wirken und die Suche nach der Nadel im Heuhaufen sein, aber für mich wirkt das schon eigenartig. Warum schreibt Herr Siemon hier nur von Herrn Uhlig und formuliert dessen Leistung im Sinne einer Beurteilung, zumal in der Vergangenheit. Vielleicht ist es das Eingeständnis, dass hier jemand wirklich vom Fach ist und nicht so einfach mit irgendwelchen Verboten von der Arbeit abgehalten werden kann. Oder alles hat ganz andere, banaler Gründe. Soviel zu den Mutmaßungen.

Im zweiten Teil des Kommentars zum Sanierungskonzept des CFC soll es um die Punkte „Das Konzept in Bezug auf den sportlichen Erfolg“ und „Das Budget“ gehen…

By Nino

 

Die Bubis der Alten Dame. Der CFC vs. Hertha BSC II

Abschluss Fans

13.ter Sieg? Erstes Unentschieden? Oder sogar erste Niederlage? Ausrutscher oder Ausbau der Rekordserie? Immer wieder diese Fragen rund um den fabelhaften Start des Chemnitzer FC e.V. in die Regionalliga Nordost Saison 2018/2019.

Neben dem grünen Platze stellen sich auch gerade eine Menge anderer Fragen. Wer ist z.B. der ominöse Investor mit dem die Gründung der Chemnitz Fußball GmbH durchgeführt wurde? Ich tippe mal auf die KPM Bau GmbH. Wie soll die Etatlücke von 493.000 Euro geschlossen werden? Ist das vielleicht nur eine eingeplante Finte des Insolvenzverwalters, die alles zukünftige Handeln als alternativlos erscheinen lässt? Die Antworten wird’s erstmal nicht geben, daher lieber Fußball, der ist zum Glück meistens auch keine so komplexe Sache wie ein Insolvenzverfahren. Der Ball muss ins Tor, um zu gewinnen, einmal mehr als es der Gegner schafft.

So stand zur willkommenen Ablenkung, nach dem mühevollen 3:1 Pokalsieg gegen die Kickers Markkleeberg, wieder der Alltag der Regionalliga an. Und in diesem gastierten die, auch in Zukunft weiterhin so heißenden, „Himmelblauen“ am 13. Spieltag bei der Nachwuchsmannschaft U23 von Hertha BSC. Der zweiten Mannschaft, den Bubis der Alten Dame. Abseits solcher Beschreibungen standen sich der tabellarisch betrachtet der aktuell Tabellendritte mit der zweitbesten Offensive gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter mit der besten Offensive gegenüber. Die zweitbeste Heim- gegen die auswärtsstärkste Mannschaft. So oder so ein Spitzenspiel. Viele Tore könnten also bejubelt werden.

Der Wettergott Petrus zeigte sich allerdings nicht von seiner besten Seite: 12 Grad bei bedecktem Himmel. Die 516 mitgereisten CFC-Fans hielten sich auch bedeckt. Stimmungsboykott war die Ansage.

Stadion Wetter

Das Spiel begann zunächst mit dem üblichen Spitzenspiel-Abtasten, bloß keine Fehler machen. Etwas offensiver waren zunächst die Herthaner, die mit ersten Torschüssen unseren Torhüter J. Jakubow prüften. Den ersten Aufreger für die Chemnitzer gab es in der 22.ten Minute. Nach Foul an D. Frahn war ein sächsisches „meine Fresse“ im ganzen Stadion zu hören. Alle Achtung dafür 😉 Der zweiter Aufreger folgte prompt. Hertha Bubi F. Egerer holte sich nach einem Foul als letzter Mann an D. Bozic den roten Karton ab. Dieser diente gewissermaßen als Initialzündung. Allerdings nicht für ein anschauliches Spiel, sondern für die weitere Verteilung von Karten. Es folgten innerhalb von vier Minuten drei Gelbe Karten, mit dem Höhepunkt der roten Karte für K. Velkow in der 42. Minute. Somit ging es 10 gegen 10 weiter. Zwischenzeitlich hatte ich den Eindruck, dass einige Spieler nur ihr dünnes Nervenkostüm übergestreift hatten. Fußballerisch lief es für den CFC dann auch noch schlechter. Ein erst abgewehrter Freistoß konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, so dass R. Morack zur 1:0 Führung traf.

Mit diesem weiteren Stimmungssenker ging es in die Halbzeitpause, in der Zeit blieb sich alkoholfreies Bier zu kaufen. Im Ernst, liebe Herthaner. Nur alkfreie Plörre im gesamten Stadion? In Berlin? Bei einem Spiel in der Regionalliga? Das war mitnichten ein Risikospiel!

Unverändert ging es in die zweite Runde, in der die Himmelblauen von Beginn an zeigten, hier noch was holen zu wollen. Eine gelbe Karte wollte auch S. Kurt, das ehemalige Supertalent des deutschen Fußballs. Eine gelbe Karte für die Blockierung des Abstoßes. Jugendlicher Leichtsinn oder erfahrene Dummheit, ich weiß es nicht so genau. Mehr Cleverness und erfrahner machte es dann unsere Sturmspitze, in dem er den vorher von N. Hoheneder herausgeholten 11er sicher verwandelte.

Frahn 11er

Im Folgenden ließen sich die Chemnitzer nicht aus der Ruhe bringen, denn es folgten die 3G der Hertha Bubis: Geschiebe, Gefoule und Gemaule. Zweiteres hörte dann zum Glück auf, denn R. Garcia packte sich ein Herz, ließ am Mittelkreis zwei Bubis aussteigen und fand Kapitän D. Grote. Dieser traf aus 16 Metern unhaltbar für J. Klinsmann zum 2:1 Führungstreffer in der 71. Minute. 4 Minuten später schaffte es D. Bozic, nach toller Vorarbeit von D. Frahn, auf 3:1 zu erhöhen. Von diesen Schocks erholten sich die Bubis nicht mehr. Die Schlussminuten wurden von Cheftrainer D. Bergner genutzt, um die Torschützen R. Garcia und D. Bozic auszuwechseln. Das quittierten die still gebliebenen CFC-Fans, außer dem dreifachen Torjubel und „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufen, mit einem warmen Applaus. Publikumsliebling K. Hovi durfte ab der 89. Minute ran, konnte aber keine Akzente mehr setzen.

So blieb es beim 3:1 Auswärtssieg und dem unfassbar 13.ten Sieg in Folge. Große Freude brach dann nach Abpfiff aber nicht aus. Zumindest kam es noch zum Abklatschen der Fans mit den Spielern. Mehr Versöhnliches gab es dann aber nicht mehr. Vielleicht teilen sich Wacker Nordhausen und der Berliner AK noch die Punkte, das wäre das i-Tüpfelchen dieses Spieltags.

Endstand

Am 14. Spieltag kommt der FC Oberlausitz Neugersdorf zum Heimspiel ins Stadion Chemnitz. Ein neuer Name soll bis Ende des Jahres 2018 gefunden sein. Bis dahin wohl auch ein Investor bzw. dessen Name. Diskussionsstoff gibt es auch weiterhin in Hülle und Fülle bei den Himmelblauen.

By Nino

 

 

ICE vs. Bummelzug. Der 10.te Sieg des CFC

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Fußball, endlich wieder Fußball. Nach nervenaufreibenden Tagen mit dem vorläufigen Höhepunkt der Gläubigerversammlung im Rahmen des Insolvenzverfahrens ging es am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost 2018/2019 wieder um die Ausbeute von Punkten. Das letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig gab es im Finale des Sachsenpokals 2016. Der 2:1 Sieg berechtigte am DFB-Pokal teilzunehmen, bei dem die Himmelblauen per Traumlos dem FC Bayern München zugelost wurden. Im Duell der Rekordpokalsieger musste man sich 0:5 geschlagen geben . Aber so viel zum Blick in die Vergangenheit.

Die Realität sieht aktuell so aus, dass der Chemnitzer FC mit 9 Siegen unangefochten von der Tabellenspitze grüßt. Lok Leipzig stand vor Anpfiff auf dem 15. Rang und ersetzte aufgrund dessen Trainer H. Scholz durch B. Joppe, frei nach dem Motto „neue Besen kehren gut“. Dabei war eher die Frage, wie die LOK nun vom Abstell- zurück auf das Erfolgsgleis fahren sollte.

Aus privaten Gründen war leider kein Stadionbesuch möglich, aber dank des MDR „Sport im Osten“ konnte die Abfahrt, ähm der Anpfiff der Live-Übertragung von der heimischen Couch aus verfolgt werden. Gleich zu Beginn gab es aus dem Gäste-Block Rauchzeichen zu vermelden. Der Techniker würde sagen, dass es einen Schadensfall gibt. Den gab es nach schwungvollem Beginn beider Teams aber zuerst im Tor der Leipziger. K. Velkow köpfte nach einer Grotschen Ecke zur 1:0 Führung ein. Im Zuge dieses Erfolges suchte der CFC angespornt eine weitere Ausfahrt Richtung zweites Tor. Diese Suche war schon nach vier Minuten erfolgreich beendet. R. Garcia dribbelte in den Strafraum, fand dort aber seinen Meister in Lok-Torwart L. Wenzel. Aber was nützt der Meister, wenn du den aktuellen König der Torschützen in deinen Reihen weißt!? D. Bozic nutzte den Wenzelschen Abpraller und staubte trocken zum 2:0 ab. So richtig in Fahrt gekommen, spielten die Himmelblauen fast schon über dem Tempolimit. Jäh gestoppt wurde das Spiel durch ein Foul an R. Garcia. Ausgerechnet auch im 11er-Raum, was folgerichtig nur bedeuten konnte: Elfmeter. Diesmal war D. Frahn am Zug und verwandelte mit einem satten Schuss zum 3:0. Drei Tore in 14 Minuten. Der CFC ist der ICE der Regionalliga Nordost. Und wie es sich für einen ICE gehört, ging es pünktlich in die Halbzeitpause, haha.

In dieser konnte ich alle Vor-Züge genießen, die man sich ebenso einredet, wann man nicht im Stadion ist. Keine Warteschlange am WC, schneller Zugriff zum kalten Bier und kurzer Weg zurück auf den angestammten Couch-Platz. Diese Vorteile können aber dennoch nicht das Stadionerlebnis mit den exakt abgezählten 7.438 Fans ersetzen. Gerechnet wurde mit 3.500. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die Frage zur zweiten Halbzeit war, ob die LOK aus Leipzig nochmal an Fahrt aufnehmen würde oder der ICE CFC hier alles in Grund und Boden spielt. Diese Frage wurde dann auch schon nach 15 Minuten teilweise beantwortet. Es war wiederum K. Velkov, der nach einer LOK-Ecke unglücklich ins eigene Tor einnetzte. Durch diesen 1:3 Treffer legten die Lokscher einiges mehr an Stimmung und spielerischer Kultur an den Spieltag. Auf einmal war es wieder ein Fußballspiel zweier Mannschaften, offenes Visier, so wie es sich der Fußball-Fan wünscht. Höhepunkt dieser heißen Phase war dann die 77. Minute, in der unser N. Hoheneder die rote Karte für ein Foul an M. Steinborn sah. Als letzter Mann wohlgemerkt. Aber herrlich-himmelblau, wenn man den 12. Mann hinter sich weiß und die Fans mit aufmunternden Gesängen die Mannschaft weiter anpeitschte. Diese Unterstützung war denn auch einer Spitzenmannschaft ebenso würdig, wie die Himmelblauen das Spiel zu Ende brachten, ohne große Aufregung. So war es fast wie bei einer Bahnfahrt, noch ein bisschen zittern, ob man auch pünktlich ankommt.

Aber die Himmelblauen ließen sich nicht mehr beeindrucken. Im Sinne einer Spitzenmannschaft, ja der Regionalliga, spielten sie es gekonnt runter und fuhren die 3 Punkte ins sichere Ziel. 30 Punkte nach 10 Spielen. Maximale Ausbeute. Regionalliga-Rekord. Ein sportlicher Wahnsinn.

Am Tag der Deutschen Einheit fährt der CFC nach Brandenburg, Zielort Rathenow. Über Berlin zweimal umsteigen. Ohne einen ICE-Halt viereinhalb Stunden. Eine lange Fahrt, bei der es genug Gelegenheiten geben sollte, über das ein oder andere Projekt in der Zukunft noch einmal nachdenken zu können. Welches auch immer das sein mag.

By Nino

 

Endspiel für den Insolvenz-CFC!?

Weichen

Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Amtsgerichtes Chemnitz, Abteilung Insolvenzsachen am 18. September 2018 ist es nun auch offiziell: Der Insolvenzverwalter soll ermächtigt werden, mit der Sparkasse Chemnitz einen Vertrag zur Finanzierung des Mannschaftsbusses abzuschließen. Der Kaufpreis beträgt 170.000,00€. Wat ein Schnäppchen für die Karre! Nebenbei soll er auch noch die Ausgliederung der 1. Mannschaft und aller nach den Statuten möglichen Jugendmannschaften in eine Kapitalgesellschaft durchführen. Letzterer Punkt ist selbstverständlich wesentlich brisanter und bedarf an sich keiner humoristischen Kommentierung. Es ist der bittere Ernst der Lage, der schmerzhaft aus dem Schacht ans Tageslicht gekrochen kam.

Der Insolvenzverwalter sieht die Option der Ausgliederung als die Beste an, um den Chemnitzer FC zu sanieren. Nun bin ich nur ein (un-)freiwillig zahlendes Mitglied und kein Bachelor im Insolvenzrecht. Daher muss ich zwangsläufig das Vertrauen in die handelnden Personen aufbringen. Auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, denn einige Beteiligte liefern sich seit Monaten eine Schlammschlacht, die wenig Hoffnung gibt, dass das Insolvenzverfahren ohne Gesichtsverlust derjenigen beendet werden kann. Die Stilmittel sind mitunter fragwürdig und nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet. Rücktrittsforderungen von der einen Seite, durchgestochene Vertragsinhalte an die örtlichen Schmierblätter von der anderen Seite. Und das sind nur zwei Beispiele. Beide Seiten geben sich jedenfalls nichts, beim Kampf um die Deutungshoheit was für den Chemnitzer FC am besten ist. Dabei werden doch Heiligenscheine ebenso nicht vergeben, wie Denkmäler gebaut. Also kann gerne dieses Macht-Spiel sofort und ohne Verlängerung abgepfiffen werden.

Solch eine Schlammschlacht mag zwar für die Medien hochinteressant sein. Schließlich muss man sich nicht mehr irgendwelche Halbwahrheiten aus dem Kreuz leiern, die womöglich noch vor Gericht landen, weil „dieses-und-jenes-so-nie-gesagt-wurde“. Ich bin jedenfalls wegen des ganzen Boheis ziemlich genervt und auch ziemlich sicher, dass diese ganzen juristischen Winkelzüge nicht dabei helfen werden, am Ende des Tages den CFC-Karren aus dem Dreck zu ziehen. Da steckt dieser nämlich immer noch mittendrin.

Braucht es denn noch einen besseren Zeitpunkt für einen Neuanfang? Oder lieber nochmal die alten Diskussionen über die Vergangenheit führen? Ich glaube nicht, dass sich das wirklich lohnt. Am Ende der Debatte kommt man doch an der Frage nicht mehr vorbei, wer wann wie und womit zu der ganzen Misere beigetragen hat. Das Ergebnis von u.a. zu viel Kungelei und Seilschaften in Vorstand/Aufsichtsrat gepaart mit sportlichen Misserfolg ist doch Pleite des CFC und das gerade auf der Zielgeraden befindliche Insolvenzverfahren.

Als geneigter Fan wünsche ich mir daher mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zur Sacharbeit aller Verantwortlichen. Dem Vernehmen nach geht es auf der am 26. September 2018 stattfinden Gläubigerversammlung mehr oder weniger um die Zukunft des CFC. Quasi das Endspiel um den Insolvenz-Cup. Das ist doch Anlass genug, um seine Energie darauf zu verschwenden.

Aus dem Insolvenzverfahren gestärkt hervorzugehen, sollte doch allen Himmelblauen ein wichtiges Anliegen sein. Klar, die Frage wie die Ausgliederung gestaltet werden soll, bleibt weiterhin bestehen und kann hoffentlich nach der Gläubigerversammlung diskutiert werden. Eins ist dabei schon mal sicher: Als Mitglied will ich mich bei meinen Rechten und Pflichten nicht „enteiern“ lassen. Entscheidungen, die ohne jegliche Debatte und aufgrund von Alternativlosigkeit getroffen werden, haben bisher immer zu Unmut bei den Mitgliedern geführt. Die Fanszene des Chemnitzer FC ist vielfältig, das gilt es bei der Gestaltung des zukünftigen CFC zu berücksichtigen.

Der Illusion es allen Recht zu machen, sollte man sich allerdings auch nicht hingeben. Der Blick Richtung Magdeburg sowie Rostock und deren vollzogenen Ausgliederungen gibt Anlass zur Hoffnung, dass nicht Hopfen und Malz verloren sind. Dort wurden mit der Beteiligung der Mitglieder die Prozesse so gesteuert, dass die Befürchtungen in Richtung Identitätsverlust und Fremdbestimmung ernst genommen wurden und letztendlich die Ausgliederung wiederum große Zustimmung gefunden hat.

Denn eines ist auch klar wie Kloßbrühe. Ohne die Fans wird es nicht gehen. Ein Verein ohne ultra-laute Fans, ein Spiel ohne Stimmung sind die schlechtesten aller Varianten. Ich verweise da gerne auf das Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 7. Spieltag. In dem 20.000 Plätze-„Jahn-Sportpark“ waren es letztendlich die 200 mitgereisten CFC-Fans, die für die Stimmung gesorgt haben. Ansonsten hätte dort Totenstille geherrscht. Von weiteren Beispielen, die es zu Hauf gibt, und vor allem den Heimspielen abgesehen.

Jetzt aber müssen erst einmal die Gläubiger vom Insolvenzplan überzeugt werden. Die besten sportlichen Argumente liefert ja seit Beginn der Regionalliga-Saison die neu zusammengestellte Mannschaft. Acht Siege in Folge, Spitzenreiter. Das ist wahrlich ein süß-saures „Ablenkungsmanöver“. Nicht auszudenken, wenn der CFC im Mittelfeld der Tabelle stehen und seitens der Presse eine Trainerdiskussion angezettelt würde. Soviel zur Schwarzmalerei.

Ein Blick in die Zukunft und wie schön himmelblau wäre es hingegen, wenn der CFC wirtschaftlich und sportlich erfolgreich sein könnte. Die Weichen dafür können hoffentlich bald gestellt werden.

By Nino

 

 

Kommentar zum himmelblauen Juli 2018

SonneHitze

Hot, Hot, Hot“ von Arrow, so hieß der offizielle Song zur Fußball-WM 1986 in Mexiko. Heiß her ging es zeitweilig beim Chemnitzer FC im himmelblauen Juli 2018 zu. Insbesondere das leidige Thema Insolvenzverfahren trieb allen Beteiligten den Puls unnötig in die Höhe. Fast täglich grüßte daher die „Insolvenzmasse CFC“. Und warum nur?

Weil man mit Klaus Siemon einen Insolvenzverwalter hat, der mit harter Hand das Verfahren durchziehen will und feststellen musste, dass bei einem Verein wie dem CFC auch die Mitglieder mitbestimmen dürfen, ja sogar so etwas wie Einfluss haben. Dass das auch so bleiben soll, dafür stehen vor allem die zurzeit Suspendierten Andreas Georgi und Uwe Bauch.

Mittendrin statt nur dabei ist auch Sportvorstand Thomas Sobotzik. Von IV Siemon geholt, versucht er nun auf seiner ersten Manager-Station so viel wie möglich richtig zu machen. Schließlich hatte er sich auch schon bei Eintracht Frankfurt beworben. Jetzt steht aber erstmal Regionalliga statt Bundesliga an. Der kaufmännische Vorstand Thomas Uhlig hält sich auffällig zurück. Vielleicht macht er auch „nur“ seine Arbeit, wir wissen es nicht. Davon abgesehen sind wir gespannt, wie sich alle Beteiligten wieder gemeinsam für den CFC engagieren wollen und können. Gelegenheiten zum Austausch darüber gab es auf dem 3. Fanclub-Treffen des CFC. Diese Chance wurde aber seitens Sobotzik kläglich vergeben. Auch der spätere Versuch des Fanszene Chemnitz e.V. Antworten auf drängende Fragen zu bekommen, ließ Sobotzik so kurz wie knapp ins Leere laufen. Ein Ende des Rosenkriegs light ist bisweilen nicht in Sicht.

So bleibt denn immer ein fader Beigeschmack, wenn Gunther Kermer und Nico Beltrame ihre Ämter im Aufsichtsrat niederlegen und eine Woche später die KPM Bau GmbH neuer Haupt- und Ärmelsponsor bei den Himmelblauen wird. Neuer Brustsponsor wird hingegen passenderweise die Sparkasse Chemnitz. Eingefädelt wurde der Deal noch von Uwe Bauch, jener der laut IV Siemon nicht glaubwürdig für einen Neuanfang steht. Aber egal, hoffen wir einfach mal, dass alle in dieser überhitzten Phase Ruhe & Geduld bewahren. Offen ist ja weiterhin, ob IV Siemon seine Kompetenzen mit den Suspendierungen überschritten hat. Eine weitere wichtige Frage wird sein: „Neuanfang“ oder „Neustrukturierung“ beim Chemnitzer FC e.V.!?

Einen Neuanfang mit neuer Teamstruktur hat es auf jeden Fall auf der sportlichen Ebene gegeben. Nicht weniger als 18 neue Spieler bilden die himmelblauen Mannschaft für die Saison in der Regionalliga Nordost 2018/2019. Hinsichtlich des Ziels kommt der direkte Wiederaufstieg noch etwas vermessen her. Kleinere Brötchen backt in diesem Sinne Trainer David Bergner. Er sieht eher Mannschaften wie Wacker Nordhausen, Lok Leipzig sowie der BFC Dynamo vorne in der Tabelle. Für uns sind in dieser Aufzählung noch Rot-Weiß Erfurt und SV Babelsberg 03 dabei. Das es viele Aufstiegswillige gibt, liegt höchstwahrscheinlich auch an der Aussicht des direkten Aufstiegs, ganz ohne die elendigen Relegationsspiele.

In der Vorbereitung auf die neue Liga und Saison haben die Himmelblauen eine ganz passable Figur gemacht. Zwar gab es gegen den 1. FC Union Berlin und SG Dynamo Dresden mit 1:3 und 0:1 Niederlagen, aber die guten Ansätze waren sichtbar und ließen erste Hoffnungsschimmer erleuchten. Diese reichten in den weiteren Spielen dann für Siege gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (4:1), FC Eilenburg (2:1), FC Carl Zeiss Jena (2:1) und ein 5:1 gegen den VFC Plauen.

Am Samstag, 28. Juli 2018 ging sie dann auch endlich los. Die hoffentlich neue Zeitrechnung in bessere Zeiten, zumindest fußballerisch. Das erste Punktspiel im Stadion Chemnitz, als Mieter. Fast 5000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion und konnten einen 3:2 Sieg gegen FSV Union Fürstenwalde bejubeln. Das Ergebnis täuscht aber ein wenig über den Spielverlauf. Eine 2:0 Führung wurde aus der Hand gegeben, die erst in der 85. Minute mit dem erlösenden Treffer wiederhergestellt werden konnte. Nachdem die Verantwortlichen den Puls bisher in die Höhe getrieben haben, so tut die Mannschaft diesen gleich. Aber wenigstens mit einem bisher erfolgreichen Ende.

Dem Auftakterfolg folgte dann am vorgezogenen dritten Spieltag ein 2:0 Sieg gegen den gastierenden BFC Dynamo. Und was war das für eine Teamleistung!? Nicht nur der Sieg war gut anzusehen, nein das wie war entscheidend. Teamgeist, Kampf, Pressing und eine hohe Spielkultur waren ausschlaggebend dafür. Lange haben wir das auf der Fischerwiese vermisst – gefühlte 7 Jahre seit Schädde noch die Richtung vorgab. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, aber eben eine schöne und erfrischende, vor allem in diesen Tagen. Die Mannschaft muss sich noch untereinander in den Mannschaftsteilen einspielen und es wird auch Rückschläge geben. Aber jetzt heißt es erstmal zurücklehnen und den Augenblick genießen nach der langen Leidenszeit.

Die nächste Gelegenheit kommt schon im himmelblauen August 2018. Da stehen mit den Duellen gegen den SV Babelsberg 03 und FC Rot-Weiß Erfurt gleich zwei schwere Auswärtspartien an. Da wird der neu formierten Mannschaft zu einem frühen Zeitpunkt der Saison einiges abverlangt werden. Das letzte Spiel im August 2018 wird wohl auch eine emotionale Angelegenheit. Mit dem VfB Auerbach wird Ex-Spieler und Ex-Trainer Sven Köhler an die Fischerwiese zurückkehren. Den Vorteil, dass er die Mannschaft kennt, hat er schon mal nicht. Ein schwacher Trost der Insolvenz.

By Baba und Nino

 

Kommentar zum himmelblauen Mai und Juni 2018

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Alles neu macht der Mai“ … und der Juni gleich noch mit! So abgedroschen dieses Sprichwort auch klingen mag, um so zutreffender ist es für den Chemnitzer FC im himmelblauen Mai und Juni 2018. Die Auswirkungen des im Mitte April 2018 gestellten Insolvenzantrags kommen nun vollends zum Tragen: Neue Mannschaft…neue Liga…Hauptsponsor weg…im Stadion nur noch Mieter….nur um die „prominentesten“ Beispiele zu nennen. Aber der Reihe nach.

Bevor die Planungen für die Regionalliga Nordost so richtig losgehen konnten, standen zum Abschluss der 3.Liga Saison 2017/2018 noch zwei Ostduelle an. Gegen den bereits aufgestiegenen 1. FC Magdeburg setzte es eine 1:3 Auswärtsniederlage. Gegen Hansa Rostock konnte mit dem 1:1 Unentschieden zumindest für die Fans noch ein versöhnlicher Abschluss geschafft werden.

Höchste Zeit war es dann den vielzitierten Rucksack der Vergangenheit abzulegen, um möglichst voller Zuversicht in die Zukunft zu starten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens musste auch sprichwörtlich jeder Stein mindestens einmal umgedreht, jede Ein- und Ausgabe geprüft werden. Da blieb dem Anfang Mai 2018 neu installierten Sportdirektor Thomas Sobotzik auch gar nix anderes übrig. Der ehemalige Bundesligaspieler will in Chemnitz „…alles daran setzen, um das Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser zu bekommen“.

Dazu hatte er dann auch gleich Gelegenheit, schließlich musste eine neue Mannschaft zusammengestellt werden. Bisher wurden 15 neue Spieler verpflichtet und Maximilian Christl aus der U19 hochgezogen. Hierbei wird die ganze Misere nochmal besonders deutlich, denn es ist der zweite personelle Umbruch innerhalb von zwei Jahren. Bei allen neuen Spielern ist es umso wichtiger, dass auch ein paar „alte“ dem CFC treu bleiben. Dabei sind allen voran Dennis Grote und Daniel Frahn zu nennen. Letzterer arbeitet damit fleißig am Status der Vereinslegende. Weitere drei Jahre, was für ein Statement. „Gegen jede wirtschaftliche Vernunft“ so beschrieb es Sportdirektor Sobotzik, Frahn selber „eine himmelblaue Herz-Entscheidung“. Eine Entscheidung gegen den CFC haben indes unter vielen anderen auch Florian Hansch und Tom Baumgart getroffen. Klar, die Regionalliga ist für junge Spieler nicht die beste Aussicht, aber musste es im Fall von Baumgart gerade die Schachtsch…aus Aue sein???

Nicht nur der Neuaufbau einer Mannschaft stand im Mittelpunkt des himmelblauen Treibens. Neben dem schon erwähnten neuen Sportdirektor Sobotzik ist Thomas Köhler neuer Torwarttrainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Personalunion geworden. Ein ganzes Team hat sich dagegen zusammengetan, um den Vertrieb wieder in die eigene Hand zu nehmen. Da sind wir gespannt, welchen Hauptsponsor z.B. an Land gezogen wird und welche weiteren Sponsoren (wieder) beim CFC tätig werden wollen.

Tätig werden musste der CFC auch beim Thema Stadion. Nach langem Hin und Her hat der Stadtrat von Chemnitz entschieden, den Pachtvertrag zu kündigen. Nun übernimmt die städtische Wohnungsgesellschaft GGG das Stadion und der CFC kann sich für jeden Spieltag einmieten. Die Kosten sollen dabei zwischen 5.000 – 6.000 Euro liegen. Über den endgültigen Preis wird noch verhandelt. Auch daran wird deutlich, dass bei einer Insolvenz an der Substanz eines Vereins gearbeitet wird. Wir sind da voller Hoffnung, dass diese Arbeiten zu einem erfolgreichen Ende geführt werden.

An der sportlichen Substanz wurde hingegen ab dem 19. Juni 2018 gearbeitet. Nach den ersten Trainingseinheiten in heimischen Gefilden ging es für knapp eine Woche auswärts ins Trainingslager nach Templin. Welche Schlüsse man aus den bisherigen Testspielergebnissen (7:1 vs. FSV Limbach-Oberfrohna, 2:2 vs. TSG Neustrelitz und 8:1 vs. SV Zehdenick 1920 e.V.) auf den Zustand der Mannschaft ziehen kann, weiß wohl Cheftrainer Bergner am besten.

Mit dem Auftakt der Regionalliga Nordost Saison 2018/2019 stellt sich spätestens Ende Juli 2018 dann auch die Frage nach dem Ziel für jene. Sofortiger Wiederaufstieg!? Aus finanzieller Sicht wohl schon, aber reicht es auch sportlich? Bevor der Ball wieder offiziell rollt, stehen für die Himmelblauen noch hochkarätige Ostduelle gegen 1. FC Union Berlin, SG Dynamo Dresden und FC Carl Zeiss Jena auf dem Testspielplan. Diese Spiele sorgen hoffentlich für gute Stimmung und die ein oder andere Erkenntnis, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Das Thema Insolvenz wird den CFC noch bis Ende des Jahres 2018 verfolgen. Ganz offiziell wurde das Verfahren über das Vermögen des CFC Ende Juni eröffnet. Bei ausbleibendem sportlichen Erfolg und dringend benötigten Finanzmitteln kann das der Anfang einer langen Durststrecke sein. Es kann aber auch der Startpunkt einer heilsamen Erneuerung des CFC werden. Knapp 500 neue Mitglieder haben dazu schon mal ein Zeichen neben dem Platz gezeigt. Jetzt ist die Mannschaft am Ball. #traditionstirbtnie

By Baba und Nino