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Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 2

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Im ersten Teil des Aufrufs für mehr Dankbarkeit für RB Leipzig haben wir argumentiert, dass RB Leipzig die willkommene Abwechslung sein kann, die an den alten Strukturen rüttelt und dazu anregt, dass eingefahrene System zu überdenken. Und vielleicht sogar dazu beiträgt, dass die Dominanz in der Fußball-Bundesliga von nur einem Verein #FCBayernMünchen gebrochen wird. Die Sportmedien hätten dann auch mehr Themen, als hauptsächlich zu jeder neuen Saison den FCB als künftigen Titelträger und die damit einhergehende Langeweile herbei zu schreiben.

Spielen wir den Ball etwas weiter und spinnen über die Zukunft:

Mit RB wird nun der Osten wieder auf die Landkarte der Beletage des Fußballs gesetzt. In der 2.ten versuchen Union Berlin, Dynamo Dresden und die Schachtis von Erzgebirge Aue ihr Glück. In der 3. Liga spielen mit zurzeit 6 ostdeutschen Clubs die meisten in einer Profi-Liga. Die Aussichten auf einen Aufstieg haben leider auch nicht alle. So oder so wird dort auch weiterhin die Party steigen.

Kurzer Rückpass in die Geschichte: Nicht zu vergessen ist der Fakt, dass die Leute in Leipzig mit den Füßen abgestimmt haben und nur dadurch das Projekt RB funktionieren konnte, denn wenn niemand zu den Heimspielen gegangen wäre, dann gebe es kein RB. Auch besteht die Chance, dass dadurch Leipzig geeint wird und gemeinsam Brot und Spiele (und Brause) abgefeiert werden können. Erstaunlich ist auch, dass sich die RB-Fans durch die jahrelangen Schmähungen, Protesten usw. nicht provozieren lassen. Selbst eine kleine Gruppe, die es meist nur dafür braucht, hat sich nicht zur offenen Konfrontation hinreißen lassen. Ob das über die Dauer und Anzahl der Aktionen auch die Fans von Frankfurt, Köln oder Dortmund (um nur einige Beispiele zu nennen) schaffen würden, das darf stark bezweifelt werden.

Zurück in die Zukunft: Nicht nur auf nationaler Ebene kann RB Leipzig etwas bewirken. Wenn es sportlich so weiterläuft, dann können sie auch dem Abstieg der Bundesliga im internationalen Vergleich entgegenwirken. So wie es sich jetzt abspielt, kann es auch nicht weitergehen. Nur der FCB und mit Abstrichen der BVB halten die Fahne hoch? Die spanische La Liga und die englische Premier League sind der Bundesliga enteilt. Wenn jetzt ein Club dazukommt, der die bestehenden Strukturen mal so richtig aufmischt, weil er die anderen zwingt sich selbst zu reflektieren, dann ist das nur begrüßenswert. Augenscheinlich ist es doch so, dass ein fast diktatorisch gemanagter Verein besser ist – da zielstrebiger.

Jeder Verein sollte sich daher hinterfragen: Arbeiten wir professionell genug? Haben wir Fachleute für Fußball, für wirtschaftliches Arbeiten, für Fitness, für Marketing usw. im Verein? Können diese Fachleute alle zusammenarbeiten? Stehen sie für die gleichen Ziele ein? Welche Priorität hat die Jugendarbeit? Wollen wir kurzfristigen oder langfristigen Erfolg? Welchen Gestaltungsspielraum soll der Trainer haben? Wie finanzieren wir den Verein?

Leider gibt es noch viel zu viele Vereine wie der Hamburger SV, Werder Bremen, Schalke 04, bei denen diese Fragen offensichtlich nicht beantwortet werden können und anschaulich zeigt, wohin das Reinreden von Altgedienten führt. Nicht zuletzt verdeutlichen die Trainer-Entlassungen bei diesen Vereinen die ganze Misere.

Vielleicht sieht die Zukunft so aus: RB Leipzig spielt im Champions-League Finale gegen Bayern München. Ganz Deutschland ist stolz und jubelt ihnen zu, wie sie auch Sebastian Vettel in der Formel 1 zugejubelt haben – und da war und ist RB ja willkommen. Alle anderen Fußball-Clubs haben mehr oder weniger ihre Strukturen professionalisiert, wenn nicht sogar eine eigene Spielphilosophie entwickelt (sofern noch nicht vorhanden). Dann hat auf lange Sicht der RB den deutschen Fußball weitergebracht und die Bundesliga verbessert. Zudem besteht die leise Hoffnung, dass diejenigen Clubs, die ihre erfolgreiche Vergangenheit in einer Fremdscham-Monstranz vor sich hertragen, mehr als nur Sparringspartner für die Münchner Bayern und die Borussen aus Dortmund sind.

Fazit: Irgendwie ist es cool so einen Aufmischer, Punker und Typen auf der Party zu haben, der sich nicht um die traditionellen Konventionen schert, sondern öffentlich & offensiv präsentiert was er will und die anderen sich nicht richtig aufregen können, da sie a) es genauso machen wollen, aber nicht können oder b) auch genauso schon machen, es aber nicht zugeben können. Denn bei aller Mitbestimmung und Teilhabe bei einem Verein: Bei den üblich verdächtigen Traditionsvereinen wie z.B. Werder Bremen, Schalke 04, HSV, BVB oder FCB hat kein Fan und Mitglied Einfluss auf das operative Geschäft. In diesem Sinne: Nicht aufregen und Danke für die Polarisierung, RB Leipzig!

By Baba&Nino

 

Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 1

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Mit dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Fußball-Bundesliga hat die Debatte um Traditionsclubs vs. Plastikclubs so richtig an Fahrt aufgenommen. Nino’s letzter Beitrag war dazu der Kommentar über die fehlende Ignoranz für RB Leipzig. Je länger wir uns die Geschehnisse rund um die 1. Liga-Spiele von RB beobachte, umso mehr sind wir der Meinung, dass alle Sportmedien, Fußball-Vereine und Fans dem Projekt RB Leipzig dankbar sein sollten! Dankbar sollte die Sportjournaille dafür sein, dass sie ein Dauerbrenner-Thema haben. Dankbar sollten die Fußball-Vereine dafür sein, dass sie einen neuen Konkurrenten und die Gelegenheit haben, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen. Dankbar sollten die gegnerischen Fans sein, dass sie ein neues und/oder weiteres „Feindbild“ haben, dass man immer wieder vorführen und sich neue Protest-Formen ausdenken kann (gewaltfreie bitte schön!).

Allzu oft wird doch über die Langeweile in der 1. Bundesliga gemeckert, über die Probleme der Traditionsvereine gejammert #FrüherWarAllesBesser und die Kommerzialisierung des Fußballs im Allgemeinen beklagt. Dabei geht es doch hauptsächlich beim Fußball um zwei Dinge: Erstens: „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen wie es ausgeht.“ #SeppHerberger. Zweitens: Der Fußball schreibt Geschichten. RB Leipzig schreibt gerade ganz viele Geschichten. Seine eigene und wie alle anderen Vereine damit umgehen!

Das verdeutlichen die bisherigen Proteste zu den 1. Liga-Spielen von RB. In Hoffenheim begegnete man der Thematik mit viel Selbstironie „Den Fußball zerstört nur einer. Hoffe uns sonst keiner.“ Beim ersten Heimspiel lief der Boykott-Aufruf der BVB-Ultra-Gruppe The Unity weitgehend ins Leere; es wurden alle Auswärtskarten in Leipzig verkauft. In Hamburg wurde im Vorfeld des Spiels ein Protestmarsch organisiert, bei dem ehrlicherweise auch der eigene Investor/Gönner/Mäzen #Kühne kritisiert wurde. Die Fans der Gladbacher Borussia schwiegen bis zur 19. Minute, in Anspielung auf das Gründungsdatum 1900 und der damit einhergehenden langen Tradition (!?) des Vereins. Bisheriger Höhepunkt war die Sitzblockade einiger 100 Kölner Fans, die die Tiefgaragen-Einfahrt des Gästeparkplatzes versperrten, somit die Ankunft des Mannschaftsbusses von RB verzögerten und einen verspäteten Anpfiff von 15min erreichten. Diese Auflistung, das ist so sicher wie der nächste Meistertitel des FCB, wird um einige Aktionen bereichert werden, gewaltfreie…da wiederholen wir uns gerne!

All diese Aktionen haben auch bisher zur erhöhten Schlagzahl der Berichterstattung in den üblich verdächtigen Sportmedien geführt. Jeder Protest wurde angekündigt, Zuschauer/Leser befragt und die Ergebnisse kommentiert. Alles sicherlich nicht immer um der Berichterstattung willens, sondern für noch mehr Klicks, Zuschauer, Zuhörer und verkaufte Magazin-Exemplare.

Nun drängt sich die Frage auf: Was soll das Alles? Was wollen die Gegner von RB Leipzig? Die Antwort lautet sicherlich nicht: Ma-o-am!!!

Es ist zu einfach (und zu spät), sich über das Zustandekommen des Vereins RasenBallsport Leipzig e.V. aufzuregen. Es ist zu einfach, ständig darauf hinzuweisen, dass ein Getränkehersteller der Hauptsponsor ist und alle bestehenden Regularien des DFB auf ihre weitgehendste Interpretation ausgereizt wurden. Für all das ist der DFB zuständig. Sollte daher nicht der Spieler, sondern das Spiel kritisiert werden? Jeder Verein wurde irgendwann mal gegründet, hat irgendeinen Hauptsponsor und hat sich an die Regeln des DFB zu halten. Im Fußball geht es schon lange nicht mehr nur um #TheBeautifulGame, sondern auch um Erfolg, Geld und Marketing. RB Leipzig perfektioniert nun eben dieses ganze Gemisch. Vor allem vor dem Hintergrund ob man einen Werbesponsor hat oder als Verein ein Werbesponsor ist?

All diese Punkte sollten für jeden Fußball-Verein und Fan Anlass sein, darüber nachzudenken, ob RB nicht die willkommene Abwechslung sein kann, die an den alten Strukturen rüttelt und dazu anregt, dass eingefahrene Systems zu überdenken. Und vielleicht auch dazu beiträgt, dass die Dominanz von nur einem Verein #FCBayernMünchen gebrochen wird. Dazu mehr im zweiten Teil!

By Baba&Nino

Kommentar zur fehlenden Ignoranz für RB Leipzig

RBvs.Dresden

„Tradition gegen Kommerz“. Das war das Motto zum DFB-Erstrundenpokalspiel zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig. Nicht nur ein Sachsen-Duell, nicht nur 1. Bundesliga gegen 2. Liga, sondern auch noch das ganz große Thema: „Traditionsclubs vs. Plastikclubs“. Auch Baba und ich haben uns diesem schon mit mehreren Beiträgen gewidmet. Angefangen mit Baba’s Dunkler Vorhersage, dem Anfang der Gegenrede dazu sowie dem ersten Teil vom Traditionsclubs vs. Plastikclubs. Nun muss man kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass diese Thematik nichts an ihrer Aktualität verlieren wird, nicht zuletzt durch den Aufstieg von RB Leipzig in das Oberhaus des deutschen Fußballs.

Mit diesem Aufstieg scheint nämlich für einige Fan-Gruppierungen das Hass-Fass übergelaufen zu sein. Nehmen wir nur drei Beispiele die illustrieren, in welcher Art und Weise versucht wird, den Verein RB Leipzig zu bekämpfen.

Numero uno: Beim Vorbereitungsspiel vs. FC Frankfurt wurden in der Nacht vor dem Spiel Steine und Schrauben auf dem Rasen des Frankfurter Stadion der Freundschaft verteilt. Diese wurden von den Frankfurtern entfernt und Leipzig gewann das Spiel mit 10:0.

Numero due: Die BVB-Ultras-Gruppe The Unity hat mit einem offenen Brief dazu aufgerufen, das kommende Bundesliga-Auswärtsspiel vs. RB zu boykottieren. „[…] Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden. Es ist ein Skandal, dass eine rein kommerzielle Marketingaußenstelle eines österreichischen Getränkeherstellers tatsächlich in Deutschlands höchster Spielklasse antreten darf. Dies widerspricht allen sportlichen und emotionalen Werten […].“

Numero tre: Im Vorfeld des DFB-Pokalspiels haben die Dresdner Veranstalter den Leipziger Fans empfohlen, aus Gründen der Deeskalation mit einem getarnten Bus eine alternative Route zum Stadion zu fahren. Die Leipziger lehnten ab, mit der Begründung, dass man sich nicht verstecken wolle.

Diese Beispiele könnten noch durch weitere bereichert werden, allen voran dem Pokalspiel 2015 vs. Osnabrück, bei dem ein „Fan“ ein Feuerzeug auf Spieler D. Selke werfen wollte, allerdings den Schiri traf und somit die Entscheidung am „grünen Tisch“ herbeiführten bzw. das Weiterkommen über den unsportlichen Weg wählten.

Leider werden noch viele weitere solcher Geschichten/Aktionen dazukommen. Leider deswegen, weil es wohl mehr dümmliche statt humoristische Aktionen geben wird. Ich wünschte ich könnte diese Aussage irgendwann revidieren und sagen, dass es viel mehr zum Lachen, als zum fremdschämen gab.

Denn eines müssen sich die Gegner von RB Leipzig immer wieder bewusst sein: Mit jeder Protestaktion, mit jedem Boykott, mit jeder Spielunterbrechung oder Entscheidung über das DFB-Sportgericht, mit jedem Spießrutenlauf der RB-Fans wird dieses Thema von den Medien äußerst dankbar aufgenommen. Dann wird dieses immer und immer wieder rauf und runter gespielt und der Vorwurf…RB sei nur ein Marketing-Instrument…von den Traditionalisten konterkariert. Der RB-Medienfuzzi hat wohl jetzt schon feuchte Träume, wenn er nur daran denkt, wie oft RB in den Schlagzeilen sein wird. Denn der hat auch schon von Alfred Selacher’s Spruch gehört: „bad news are good news“.

Nun habe ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen oder könnte die eine Lösung dieses Problems präsentieren.

Vielleicht sollten sich die Traditionsclubs und ihrer Anhängerschaft mehr darauf konzentrieren, dass sie die Mannschaft von RB Leipzig sportlich fair auf dem Rasen besiegen. Wenn es dabei bleibt, dass RB nur Spieler unter 23 Jahren und mit einem maximalen Jahresgehalt von 3 Mio. Euro einstellt, dann sollten sich einige Vereine mal hinterfragen, ob sie nicht gegen eine bessere Jugendmannschaft gewinnen sollten. Denn das ist meines Erachtens der einzige Weg, diesem Konstrukt die sportliche Stirn zu bieten. Auch auf Verbandsebene sollte mehr Energie aufgebracht werden, denn dort muss über die Statuten #50+1Regel konstruktiv diskutiert werden. Gerne wird dabei gegenargumentiert, dass der Konzern Red Bull bereits 100 Millionen Euro in das Projekt gesteckt habe. Das haben sie jedoch über den Zeitraum von 7 Jahren getan. By the way: Borussia Dortmund hat in der letzten Transferperiode über 100 Millionen Euro für Spieler ausgegeben. Aber ok es wäre unredlich, den BVB als einzigen (!) börsennotierten (!) Bundesligist (!) aus dieser Diskussion rauszuhalten…

Bei einem bin ich mir jedenfalls sicher: Bisher fehlt dem Ganzen die nötige Ignoranz gegenüber RB Leipzig. Um diesen Verein nicht die Aufmerksamkeit teil werden zu lassen, nach der er so strebt, so muss man RB einfach ignorieren. Bestes Beispiel dazu ist TSG Hoffenheim. Nach anfänglicher Euphorie ist auch dem „Retortenklub“ eine graue Maus geworden, die vor allem in den letzten Jahren um den Abstieg gespielt hat.

Und während ich diesen Text schreibe und bei einem dieser Anbieter von Informationen zum Thema Sport die neuesten News durchlese, kommt die Meldung „Wechselwitz: Großkreutz ätzt gegen RB Leipzig“ auf den Bildschirm. Mit einer ironischen Meldung über #Instagram „schockte“ er seine Fans, indem er den Wechsel zu RB bekannt gab. Schlauerweise hat er seine Meldung noch mit dem Hinweis #spaßGehörtDazu, #ironie und #isso verfeinert, damit es wohl auch der kleinste unter den Hellsten versteht.

Es lässt sich darüber streiten, ob das nun eine dümmliche oder humoristische Aktion ist. Auf jeden Fall eine weitere, die dem Marketinginstrument von Red Bull ein paar Schlagzeilen ohne jeglichen eigenen Aufwand geliefert hat. Also ein klassisches Eigentor!?

By Nino

 

Gedanken zum Auftaktspiel zur 1. Fußball-Bundesliga Saison 2016/2017

MünchenvsBremen

 

Nach der Fußball-Europameisterschaft, der Copa America und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro war der Sommer 2016 prall gefüllt mit Spiel, Sport und Spaß. Nun geht es weiter mit der 1. Fußball-Bundesliga. Glaubt man den Vorhersagen der Sport-Schreiberlinge, so wird das wieder eine langweilige Saison. Der Titel geht an den FC Bayern München und der Rest spielt nur hinterher. Dieses Geschreibe ist wiederum so langweilig, da wünsche ich mir mehr fundierte Prognosen wie von Baba, der sich detailreich den Chancen der ostdeutschen Mannschaften in der 3. Liga widmete.

Die Werder-Legende und bald-Wrestler Tim Wiese prognostizierte nach dem Erstrundenpokalaus gegen den 3.Ligisten SV Lotte, das man gegen die Bayern „10 Stück“ bekommen werde. Und 1nem Tim Wiese widerspricht man nicht #MeisterPopper

Bei der Eröffnungsfeier zur 54. Bundesliga-Saison gab es viel Folklore mit Fahnen und Musik. Die Nationalhymne wurde von Musikant Tim Bendzko geträllert und dabei wunderte ich mich, warum er das macht. Auch warum die Vereinsfahne des VfB Stuttgart fehlte. Da half nur ein Blick in den Saisonrückblick zur Saison 2016 Teil 1 und schon schossen mir die Freudentränen in die Augen: Die Spätzle-Muddis spielen ja neuerdings in Liga 2. Also alles in bester Ordnung und der Ball kann wieder rollen.

Die Bayern begannen druckvoll und belohnten ihre Angriffsbemühungen mit einem technisch feinen Fernschuss von Xabi Alonso, der zum 1:0 einnetzte. Für den „Kommentator“ Steffen Simon war das „natürlich“, dass die Münchner das erste Tor der Saison schießen. Dieses Gelaber trägt nur dazu bei, dass alle meinen, dass es eine langweilige Saison wird. Zusätzlich dumm, dass Simon einer der ersten sein wird, der diesen Umstand kritisieren wird. Aber zurück zum Spiel.

In der 13. Minute schloss Robert Lewandowski einen Angriff ab, den es wohl unter Carlo Ancelottis Vorgänger (Pep Guardiola) nie gegeben hätte. Mit einem Pass, mit dem Franck Ribéry 10 Bremer überspielte…neudeutsches Statistik-Geschwurbel: Packing. Ja genau, die Bayern packten das Spiel an sich und ließen im weiteren Verlauf den Bremern keine Chance. Bundesjogi Löw sprach in der Halbzeitpause von einem Trainingsspiel für den FCB. Und so bitter das für die Bremer ist, da hat der Neu-Single Löw durchaus Recht.

Nach der Halbzeitpause ging dieses Spiel weiter, Lewandowski schloss den ersten Angriff mit einer kleinen artistischen Einlage ab und der Ball lag schon wieder im Tor.

3:0. So langsam machte ich mir um meinen 4:0 Tipp Sorgen. Ausgerechnet Philipp Lahm vergrößerte diese „Sorgen“, nach einer schönen Flanke von Thomas Müller schießt der Bayern-Kapitän doch tatsächlich ein Tor. In so einem Spiel trifft dann auch noch Frank Ribery zum 5:0 und Lewandowski macht sein halbes Sixpack mit einem unberechtigten Elfer zum 6:0 Endstand perfekt.

Summa summarum kein erkenntnisreicher Abend, dennoch viele Tore und die Bremer dürften froh sein, dass bald ihre wichtigsten Spieler in den Kader zurückkehren. Zudem haben sie 33mal die Möglichkeit 3 Punkte zu holen. Die Bayern haben ihre ersten drei. Ein paar mehr werden wohl dazu kommen. Die Spieler scheinen sich zu freuen, dass sie nicht mehr dem manischen Pass-Trieb von Guardiola frönen müssen, sondern etwas befreiter aufspielen können.

p.s.: Bei der Frage nach dem ersten Trainerwechsel habe ich auf Bremen getippt. Nur ungern würde ich diese Punkte einheimsen. Die sonst ersten Kandidaten Stuttgart und Hannover spielen ja leider in der 2. Liga…

By Nino

„Was bisher geschah…“ Teil 3

Römische3

Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

Die 22 Antworten zur EM 2016…die letzten 8

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Nachdem wir uns mit dem ersten Teil und dem zweiten Teil der Beantwortung unserer 22 Fragen zur EM 2016 auf den Weg der Wahrheitsfindung gemacht haben, wissen wir zwar mehr als vorher, aber wie diese EM in Erinnerung bleiben wird, können wir auch nicht beantworten. Vielleicht helfen die letzten 8 Antworten? Gut Lesung!

15. Wird J. Vardy seine Three Lions direkt aus der Leicester Kneipe ins Finale ballern?

Leider hat der Star von Englands Surprise-Meister Leicester City nichts gerissen, nur seine Frau hat dem Stereotyp der Fußballfrau genüge getan. Er soll mit Kautabak auf dem Trainingsgelände gesichtet worden sein, und er stieg erst beim zweiten Spiel in die EM ein und traf direkt als Joker. Sein gebrochener Arm kann nicht als Ausrede gelten, warum die drei Löwen Truppe gegen ISLAND ja ISLAND ausgeschieden ist. Schöne verrückte Welt.

16. Wird F. Torres wieder ohne jegliche Beteiligung zum Spieler des Turniers werden?

Warum auch immer F. Torres Spieler des EM-Turniers 2012 geworden ist, wissen wir immer noch nicht. Bei dieser EM konnte er nur als Phantom brillieren und auch sonst scheint er mit sich seinen Frieden in Atletico gemacht zu haben. Sein Sturmpartner in Madrid Antoine Griezmann wurde dagegen bester Torschütze und Spieler des Turniers.

17. Wird die Donaumonarchie in Gruppe F den totalen Triumph feiern oder sich am Ende in der Puszta verstecken?

Ganz klar hat sich die Ösi-Truppe unter Wert verkauft und mit nur einem Sieg und zwei Unentschieden nicht den erhofften Durchbruch erzielt. Alibaba und seine Almdudler-Trinker haben sich dann gegen den Geheimfavoriten#1 Belgien schwer getan und schieden klar aus.

18. Welches Land wird nach der EM eine Mauer um sein Land errichten? Österreich, Ungarn, Albanien oder Kroatien?

Die Mauer wird wohl von Erdogan in der Türkei errichtet. Eine Mauer gegen jegliche Opposition, Wissen, Aufklärung und Kritik. Betonkopfdemokrat ist noch eine nette Beschreibung. Ob dies mit dem kläglichen Auftreten seiner Nationalmannschaft zu tun hat, ist zu bezweifeln. Man nehme nur an, dass die Türkei Europameister geworden wäre. Es hätte wohl keinen Putsch oder Reaktion gegeben, nur den guten alten Nationalismus.

19. Wird F. Beckenbauer endgültig wegen Senilität nur noch als schmückendes Beiwerk gezeigt und nicht mehr mit Fragen belästigt?

Es gab zwar eine Kolumne bei BLÖD „Le Kaiser“, aber so richtig will keiner mehr auf ihn hören. Nach der Finanzaffäre bei der WM 2006 und seiner Senilität ist er wohl bereit, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Seine Vermutung vor jedem Spiel…das Thomas Müller nun wirklich mal treffen würde, war so ähnlich wie er auch keine Sklaven in Katar beim Stadion-Bau gesehen hat. Es ist echt schade, dass sich so eine fußballerische Legende selbst ins Abseits schießt.

20. Wird J. Löws Seidenschal ein Trend in Paris setzen oder wird auch einmal seine Hose vor Begeisterung reißen?

Im ersten Spiel vs. Ukraine war seine Hand zum EKG #EierKontrollGriff in der Hose, gerissen ist dabei vor Begeisterung nix. Der Trend des grauen Shirts mit Schweißflecken setzte sich glücklicherweise nicht durch, und daher wird Löw wohl kein Trendsetter oder erfolgreicher Trainer. Eine Karriere als professioneller Schnüffler ist ihm offen.

21. Lautet das Merkel’sche Motto auf einen EM-Sieg auch „Wir schaffen das!“?

Merkel hat sich merklich und damit erfreulicherweise fern von der deutschen Mannschaft gehalten. Nach dem Italien-Sieg gab es eine Twitter-Meldung, dass sie sich freue „Was für ein Spiel! Herzlichen Glückwunsch an das DFB-Team (La-Gurken…Äh Taubentruppe) zum Erreichen des Halbfinals. Ich freue mich sehr über den Erfolg gegen Italien. Jetzt heißt es weiter die Daumen drücken!“ Wahrscheinlich war das Weltgeschehen wichtiger als die EM. „Waaaaas, das kann nicht sein.“

22. Wird C. Hummels uns mit ihrer Soja Latte beschäftigen oder wird ihr die Einreise aufgrund mangelndes Geschmackes verwehrt?

Nicht mit Soja Latte, sondern mit Schminktipps, z.B. für die ersten drei Gruppenspiele…#SmokeyEyes. Einfach nur peinlich die Olle. Aber sie muss ihre Vorzüge haben, die weder mit Sprechen, Arbeiten oder sich Präsentieren zu tun haben.

By Baba und Nino

Die 22 Antworten zur EM 2016…die zweiten 7

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Mit dem ersten Teil der Beantwortung unserer 22 Fragen zur EM 2016 sind wir der Wahrheit ein kleines Stück näher gekommen, nun heißt es weiter zu suchen…hier kommen die zweiten 7 Antworten. Viel Spaß!

8. Baut sich der DFB in der Normandie ein Campo Baguette?

Der DFB hat sich im Gegensatz zur WM 2014 in Brasilien etwas bescheidener verhalten, schließlich gab es ungeplante Sonderausgaben für die rechtliche Aufarbeitung der Vergabe des „Sommermärchens 2006“. Beziehen statt Bauen war daher das Motto. In dem kleinen Städtchen Évian-les-Bains wurde ein passendes Hotel gefunden, was den Ansprüchen des DFB-Tross genügen soll: Dazu O. Bierhoff in der FAZ: „Es ist wichtig, eine kleine Oase zu haben. Wir haben das Hotel exklusiv für uns. Es liegt hoch, hat eine schöne Weite und gutes Licht.“ Das passt ja wie der Arsch auf den Nachttopf. Und wie Bierhoff ins drei Wetter Saft Studio – bitte abschalten den Mann und seine Fanweichspülung. Getreu dem Motto: „Ich habe dir was mitgebracht … Hass … Hass… Hass!!!“

9. Wird B. Schweinsteiger im Finale zur Vollendung seines Kämpfergesichts einen zweiten Cut erleiden?

Das Leiden des jungen B. Schweinsteiger zog sich bis kurz vor dem Beginn der EM hin. Er stoß ohne Spielpraxis zur Mannschaft und sollte sich diese über das Training und Kurzeinsätze holen. Das klappte im ersten Gruppenspiel vs. Ukraine noch famos, nach seiner Einwechslung in der 89. Minute Drop-kickte er 3 Min. später zum 2:0 Endstand. Einer der deutschen Highlight-Szenen. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Frankreich blieb Schweinsteiger die Chance verwahrt sein Kämpfer-Gesicht zur Vollendung zu bringen. Auch wird es spannend sein zu sehen ob er auch bei ManU wieder auf die Beine kommt und Akzente setzen kann.

10. Wird J. Löw seine Einwechslungsideen live bei der BLÖD Zeitung abstimmen lassen?Löw hat bei den Aufstellungen stets ein oder zwei Änderungen vorgenommen. Die einen meinen, dass dies die taktische Flexibilität betont, andere wiederum meinen „never change a winnig team“. Zum Glück ist die Verbindung des DFB und BLÖD nicht mehr so arschtief, dass Löw irgendwelche Tipps bräuchte. Die BLÖD wusste vor dem 2. Gruppenspiel gegen Polen immerhin, unter Heranziehung allen vorhandenen fußballerischen Sachverstandes „Jetzt kommt unser Problem-Spiel“. Die Betonung liegt auf „unser“. Denn die BLÖD bildet sich nämlich ein, ganz nah dran zu sein. Einbildung ist auch eine Bildung!!!!!! (Til Schweiger Gedächtnis Ausrufezeichen)

11. Wird R. Erdogan bei Niederlagen der türkischen Nationalmannschaft seine Gegner verklagen und damit sein Land kampflos zum Europameister machen?

Die türkische Mannschaft startete mit einer 0:1 Niederlage gegen Kroatien, es folgte eine 0:3 Schlappe vs. Spanien. Nach diesen Niederlagen ließ R. Erdogan verkünden: „Das hat mich als Staatspräsident sehr traurig gemacht.“ Dem Vernehmen nach kam es zu keiner Anklage gegen Kroatien und Spanien. Die Stimmung hellte sich nach dem 2:0 Sieg gegen Tschechien etwas auf. Kurzzeitig wähnte man sich als einer der besten Dritten im Achtelfinale, doch Nordirland, Slowakei, Irland und der spätere Europameister Portugal sicherten sich diese Plätze. Auch hier ist bisher nix von geplanten Anklagen bekannt. Die Wahrheit liegt dann doch auf dem Platz!

12. Wird M. Balotelli als Alptraum nachts P. Lahm erscheinen und diesem ins Gewissen reden?

Soweit man hört hat M. Balotelli viel Spass mit seiner Katze und bald auch noch mehr Tagesfreizeit. Es kann stark angenommen werden, dass seine Karriere zu Ende geht.

13. Wird T. Müller in der Lage sein die französischen Räume richtig zu deuten und diese zu nutzen?

Der Raumdeuter T. Müller wusste so gar nix mit den französischen Räumen anzufangen. Kein einziges Tor gelang dem sonst so treffsicheren Stürmer. Selbst im dramatischen 11er-Schießen gegen Italien brachte er den Ball nicht hinter die Tor-Linie. Zumindest hat er, wie er selbstkritisch-ironisch anmerkt, „100% Torquote, ich habe in keinem Spiel getroffen“. Humor ist wenn man trotzdem lacht und man dem Italiener Grimassen schneidet #Baba:meinpersönlicherhöhepunkt

14. Wird H. Fischer mit der Nationalmannschaft den Song „Mit Jever Fun durchs Turnier – (ich trink lieber richtiges Bier)“ einsingen?

Bisher ist diese Kollaboration leider nicht zustande gekommen. Im Anbetracht bzw. des Hörens der sog. „EM-Songs“ von ARD und ZDF kann es nicht viel schlimmer werden. Für die ARD sangen Herbert Grönemeyer feat. Felix Jaehn das Lied „Jeder für jeden“. Beim ZDF schickte man Mark Forster mit „Wir sind groß“ ins Rennen. Beide Songs haben das Ziel eines euphorisierenden Songs fußballfeldweit verfehlt. Wir erinnern uns daher gerne an Die Toten Hosen mit „Tage wie diese“. Früher war eben manches doch besser. Damit bleibt die Erkenntnis, dass sich ein Fußballsong NICHT planen lässt. Schaurig Brrrr…

By Baba und Nino

Die 22 Antworten zur EM 2016…die ersten 7

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Die 22 Antworten zur EM 2016…die ersten 7

Mit dem Endspiel-Sieg Portugals gegen Frankreich haben die Iberer ihren ersten großen Titel errungen. Nebenbei wurden noch so ganz andere Flüche beendet und erstmalige Teilnahmen gebührend gefeiert #Island. Damit dürften doch alle happy sein oder nicht?

Baba und ich haben uns vor der EM 22 Fragen gestellt, deren Beantwortung wir nun hochseriös, absolut anti-ironisch, bierernst vollziehen können und vielleicht der Wahrheit etwas näher kommen. Los geht’s mit den ersten sieben Fragen

1. Hält der Klassiker Frankreich vs. Rumänien zum Auftakt was er verspricht?

Frankreich hat das Auftaktspiel knapp mit 2:1 gewonnen. Es war ein klassisches Auftaktspiel, dass der Gastgeber fast immer gewinnt. Das Zeug zum Klassiker hat es wohl erst dann, wenn sich Rumänien in der Elite-Gruppe des europäischen Fußballs etabliert.

2. Wen wird M. Scholl in Wund und Boden kritisieren?

Der ARD-Experte wuselte mit Wörtern wie mit dem Ball in seinen besten fußballerischen Tagen. Da geht auch mal ein Satz vorbei. Nach den ersten beiden Spielen der deutschen National11 knöpfte er sich M. Özil vor, der ja auch mit seiner laxen Art genug Angriffsziele bietet. Das dieser seine Kritik an sich abgleiten ließ wie Eigelb auf Lachs, muss M. Scholl angestachelt haben. Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Italien beließ er es nicht bei einer einzelnen Person, nein er kritisierte gleich das gesamte deutsche Trainerteam. Allen voran Taktik-Berater Urs Siegenthaler; diesem riet er morgens liegen zu bleiben. Die Retourgrätsche des DFB folgte, zum Teil zu Recht, prompt und in aller Schärfe zurück. Ein paar Tage später, nachdem sich das „Gewitter der Entrüstung“ beruhigt hatte, begründete M. Scholl seine Kritik an Siegenthaler als „Gehirnschluckauf“. Oha. Wie immer zeigte M. Scholls Performance etwas Erfrischendes und in der Zukunft wird er sich einen Platz als Kommentator erhalten, da er Dinge anspricht die auch unbequem sind und dadurch dem bierseligen Zuschauer ein bissel was zu beißen gibt, ganz im Gegensatz zu den meisten Spiel-Kommentatoren.

3. Wird M. Götze auch im Finale zeigen das er besser als L. Messi ist?

Nach dem die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Frankreich ausgeschieden war, konnte es zu keiner Finalteilnahme von M. Götze kommen. Stattdessen duellierten sich die Franzmänner mit den Portugiesen. Eine erneute Unterbeweis-Stellung seiner besseren Spielklasse war M. Götze also verwahrt geblieben. Dieser wird wohl auch bei der WM 2018 in Russland ausbleiben, nach aktuellem Stand ist Messi aus der argentinischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Auch sonst hat Goetze komplett enttäuscht und die mangelnde Spielpraxis machte sich bemerkbar.

4. Wird Deutschland seine Hammergruppe als bester Gruppendritter überstehen?

Mit Siegen gegen die Ukraine, einem Unentschieden gegen Polen und einem 1:0 Sieg gegen Iren aus Nordland hat Deutschland die Hammergruppe souverän überstanden. Dank des neuen EM-Modus wäre der beste Gruppendritte vielleicht die bessere Wahl auf die kommenden Gegner gewesen. Portugal hat’s vorgemacht. Und bitte diesen Modus abschaffen!!!

5. Wird P. Lahm als Messias direkt von der SKY-Kommentator-Bank eingewechselt?

Lahm hat im Vorfeld der EM kundgegeben, dass er diese von zu Hause aus, mit „Grill anschmeißen, ein Bierchen trinken und der Nationalmannschaft die Daumen drücken“ verfolgen wird. Er tut sich und anderen den Gefallen, das sog. Experten den Kommentator-Job übernehmen. Gefühlt kann das jeder sowieso besser als diejenigen, die dafür bezahlt werden. Auch hat Hector in Ansätzen gezeigt, dass er vielleicht mal in die großen Fußstapfen des kleinen Philipp steigen kann.

6. In welchem Gruppenspiel wird C. Ronaldo anfangen zu weinen?

Das Weinen war C. Ronaldo bis zum letzten Spiel der EURO 2016 gegen Frankreich vorbehalten. Erstaunlicherweise wollten das viele sehen. Und alle kamen auf ihre „Kosten“. Zunächst vergoss er Trauer-Tränen, aufgrund seiner verletzungsbedingten Auswechslung. Mit dem Abpfiff kullerten Freuden-Tränen sein Gesicht hinunter, aufgrund des EM-Titels. Somit waren für einen kurzen Moment die Lover und Hater vereint, in der Freude über Ronaldo‘s- Tränen. Er ist halt für alle da, der Herr CR7. Interessant wäre zu sehen, wie sich das Verhältnis nun zwischen ihm und Messi verändert, da Ronaldo mit diesem Titel Boden gut gemacht hat auf dem Weg zum besten Fußballer der Welt. Messi hat den Nationalmannschaftstitel nicht und wird auch keinen mehr bekommen.

7. Wird der amtierende Europameister Spanien wie bei der WM 2014 ebenfalls grandios scheitern?

Spanien hat sich in der Hammergruppe D als Gruppenzweiter für das Achtelfinale qualifiziert, noch vor der Türkei (!) und Tschechien (!). Das letzte Gruppen-Spiel vs. Kroatien wurde pomadig verloren. Aufgrund dessen stand die Wiederholung des 2012er-Finales gegen Italien auf dem Plan. Die Italiener nutzten die Chance auf Revanche und besiegten die Spanier eindrucksvoll mit 2:0. Grandioses Scheitern kann man auch hier attestieren, muss man aber nicht. Die Ära des Tiki-Taka ist vorerst vorbei. Gott sei Punk!

By Baba und Nino

Finale ohohh! Ein Kommentar zu #PORFRA

europameister2016

Ich erinnere mich noch gut an das letzte EM-Finale zwischen Spanien und Italien 2012. Baba und ich waren gefrustet vom deutschen 1/2Final-Aus gegen Italien. Das Endspiel wollten wir dennoch irgendwie verfolgen. Ich lud ein Bild auf Facebook hoch und wir kommentierten die Geschehnisse auf dem Kiew’er Rasen. Ganze 221 Kommentare sind zusammengekommen. Diese Aktion kann als Geburtsstunde des WM-Blogs 2014 gelten, der mit seiner schönen Tochter thebeautifulgameblog.com fortgeführt wird. Soviel zur Vergangenheit.

Nun haben wir die EURO 2016 vorzugsweise aus deutscher Sicht begleitet, die Gruppenphase (1:0 vs. Ukraine, 0:0 Polen, 2:0 Nordirland), das erste K.O. Spiel gegen die Slowakei, der Klassiker gegen Italien. Im Halbfinale verlor die Nationalelf gegen Gastgeber Frankreich mit 0:2.

Auch haben wir uns viele Fragen im Vorfeld gestellt (siehe Teil 1, siehe Teil 2, siehe Teil 3). Die hoch seriöse Beantwortung dieser Fragen kann selbstverständlich erst mit dem letzten Spiel der EURO erfolgen.

Die Frage des Sonntags war nun: Wie schaut man solch ein Spiel, so ganz ohne deutsche Beteiligung? In den drei Tippgruppen habe ich jedenfalls zweimal auf den Sieg Portugals und einmal auf den Sieg Frankreichs getippt. Die Bonus-Punkte für Deutschland als Europameister waren eh futsch. Jetzt hieß es: Plätze sichern, im besten Fall noch einen weiteren Podest-Platz ertippen. Ansonsten war die Hoffnung eine ganz bescheidene: ein spannendes-würdiges-fußballerisch-begeisterndes Final-Spiel möge es bitte werden.

Mit Portugal stand eine Mannschaft auf dem Platz die bisher kein Spiel verloren hat, allerdings mehr Remis als Siege nach 90 Minuten. Der neue EM-Modus macht’s möglich. Die Franzosen haben ihre Gruppenphase souverän überstanden. Mit dem Sieg über Weltmeister Deutschland wurde ihnen die Prinzenrolle zugeschrieben.

Dementsprechend begannen die Franzosen ähnlich offensiv wie im Halbfinale vs. GER, die Portugiesen hielten sich zunächst routiniert zurück. Der erste Höhepunkt war leider nicht fußballerischer Natur. Cristiano Ronaldo wurde vom Franzmann Dimitri Payet in der 17. Minute rüde attackiert. Für ihn blieb diese Aktion erstaunlicherweise gelb-los. CR7 hingegen versuchte minutenlang mit der Medizinabteilung die Behandlung so zu gestalten, dass ein Weiterspielen möglich ist. Trotz aller Bemühungen war seine Auswechslung in der 24. Minute unumgänglich. Was für ein Drama für den Superstar, dass sich dieses Finale, der vielleicht letzten Chance auf einen Titel mit der Nationalmannschaft, seiner Einflussnahme entzog.

In der Halbzeitpause schaffte es stern.de tatsächlich die „besten Twitter-Reaktionen“ zu Ronaldo’s Aus zusammenzustellen und diese per Push-Nachricht anzupreisen. Was muss das für ne arme Redaktions-Wurst sein, bei einem solchen Spiel das ach so angebliche „soziale Netzwerk“ Twitter nach Kommentaren zu durchforsten, um diese dann schnellstmöglich zu veröffentlichen? Die EM-Berichterstattung OHV wieder am tänzeln…an der untersten Latte im Niveau-Limbo.

Die zweiten 45. Minuten gestalteten sich ähnlich wie die ersten. Die Franzosen suchten ihr Heil in der Offensive, doch umso öfter scheiterten sie auch am starken Torhüter Rui Patrício. Folglich schlich sich diese alte Fußballer-Weisheit ins Gedächtnis: „Wenn du vorne keinen machst, darfst du hinten keinen kriegen“. Gut für #FRA, dass diese Weisheit #POR nicht geläufig ist und sich auf die Verteidigung des 0:0 konzentrierte.

Mit zunehmender Spielzeit kamen noch die Gedanken eine Verlängerung und 11er-Schießen dazu. Dieses wollten die Franzosen tunlichst vermeiden und ließen nix unversucht, um Portugals-Abwehr zu überwinden. Leidiger Höhepunkt der Offensivbemühungen ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte André-Pierre Gignac schoss den Ball aus kurzer Distanz lediglich gegen den Torpfosten.

Nun also zweimal 15 Minuten on top. Ab der 104. Minute konzentrierten sich dann auch die Iberer etwas mehr auf die Offensive. Sogleich erspielten sie sich in dieser die zweite (!) Tor-Chance. Einmal damit angefangen nahm sich in der 109. Minute der eingewechselte Éder sein Fußballer-Herz in die Hand und zog aus der Mitteldistanz einfach mal ab. Ein Schuss. Ein Tor. Tortugal. 1:0…Jubel, Trubel, Heiterkeit einerseits, andererseits: Trauer, hängende Köpfe, Schock. Von diesem erholten sich die Franzosen nicht mehr, es blieb beim 1:0 n.V. Parabéns a Portugal. Europameister 2016.

Ich gestehe, dass ich Portugal nicht als Favoriten, geschweige denn Geheimtipp „auf dem Tipp-Zettel“ hatte. Dabei hatte Trainer Santos vor dem Beginn der EM auf die Frage nach dem Titel geantwortet: „Ihn nicht zu gewinnen, wäre eine Enttäuschung“. So offensiv diese Ansage, so offensiv spielte auch die Mannschaft. Zitat des Instituts für Spielanalyse: Die schießwütigste Mannschaft der EM? Europameister Portugal! Insgesamt gaben Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen 112 Torschüsse ab. Statistik hin oder her: Portugal ist verdient Europameister 2016. Wer anderer Meinung ist, hat den Fußball nie geliebt 😉

Das Finalspiel war ein spannendes, sicherlich kein „fußballerischer Leckerbissen“. Die Hoffnungen wurden daher nur halb erfüllt. Hingegen hat sich durch diese EM einiges Anderes erledigt: Deutschland hat seinen Italien-Fluch beendet, Frankreich hat seinen Deutschland-Fluch beendet. Zu guter Letzt haben sie sich als guter Gastgeber erwiesen und den Pokal den Portugiesen „überlassen“. Somit hat auch Ronaldo nun seinen großen Titel mit der Nationalmannschaft. Dürften doch alle happy sein oder nicht? Mit der Beantwortung unsere EM-Fragen kommen wir vielleicht der Wahrheit etwas näher…

By Nino

 

 

 

Angst schießt keine Tore – Kommentar zu GER vs. ITA

ItalienGER

Italien-Trauma! Italien-Fluch! Angstgegner! Vorgezogenes EM-Finale! Es reichen diese Schlagwörter aus, um die Vorberichterstattung zum EM-Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und Italien zu beschreiben. Ohne Frage und klar wie Kloßbrühe: Gegen die Italiener haben die DFB-Auswahlen bei Turnier-Spielen noch nie „was gerissen“. Wäre es also an der Zeit, ein neues Kapitel in dieser Geschichte zu schreiben? Spieler wie Kroos, T. und Boateng, J. haben zumindest keinen Zweifel daran gelassen, dass sie weder Angst und noch ein Trauma von „nur“ einem verlorenen EM-Halbfinale #2012 davon getragen haben.

Für die Startaufstellung griff Bundestrainer Löw erneut knöcheltief in die Taktikkiste und überraschte mit einer geänderten Startaufstellung. Höwedes, B. gesellte sich für den im Achtelfinale gegen die Slowakei stark auftrumpfenden Draxler, J.  zu Boateng-Gomez-Hector-Hummels-Khedira-Kimmich-Kroos-Müller-Neuer-Özil.

Und wie im Leben so ist es auch im Fußball. Wenn du Pläne machst, kommt dir das Leben dazwischen. Khedira, S. verletzte sich nach 15min und Schweinsteiger, B. reihte sich in das neue taktische Gefüge. Seine stärkste Szene hatte der Kapitän bei einem Kopfball-Tor, was allerdings aufgrund eines regelwidrigen Schubsers nicht gegeben wurde. Ansonsten ist die Geschichte der ersten Halbzeit schnell erzählt. Sie war vom gegenseitigen Abtasten und großem Respekt geprägt #Phrasenschwein#1. Den ersten Gedanken an eine Verlängerung konnte ich noch erfolgreich hinunterspülen.

In der zweiten Halbzeit begann die deutsche 11 etwas offensiver, dieses stetige Bemühen wurde mit einem schönen Angriff über Neuer-Gomez-Hector von Özil, M. gekrönt. 1:0 Führung, bei einem EM-Spiel. Von dem Gedanken an eine Verlängerung konnte ich mich erleichtern. Diese Erleichterung hielt jedoch nicht lange an. In der 78. Minute ließ sich Boateng, J. zu einer noch-nie-gesehenen-Abwehr-Bewegung hinreißen, die in der B-Note mit einem 11er quittiert wurde. Der Schiedsrichter traute auch seinen Augen nicht, er zückte glücklicherweise keine gelbe Karte. Bonucci, L. verwandelte sicher zum 1:1 Ausgleich.

Nun schlich sich dieser eine Gedanke wieder an und er brachte ein paar Fragen mit. Wie schießen die Italiener aus 11 Metern? Muss Neuer, M. seine Ankündigung wahr machen und doch „zur Not“ auch einen schießen? Ich wollte auf diese Fragen keine Antwort und hoffte einfach darauf, dass Löw irgendwann noch Götze, M. einwechselt und alles gut wird. Wie damals 2014. In Brasilien. Im WM-Finale. Diese Hoffnung starb dann allerdings mit dem Abpfiff der Verlängerung, in der sich das Spiel aus dem Anfangsdrittel wiederholte. Abtasten. Bloß keine Fehler machen. Dann also doch auf die ganze harte Tour. Elfmeterschießen. Es gehört ja auch immer ein bisschen Glück dazu #Phrasenschwein#2. Was dann aber folgte, hatte wenig mit Glück zu tun. Ich lasse daher einfach die schlichte Statistik wirken…lesen und zählen:

0:1 L. Insigne (verwandelt)

1:1 T. Kroos (verwandelt)

1:1 Zaza (nicht verwandelt)

1:1 T. Müller (nicht verwandelt)

1:2 Barzagli (verwandelt)

1:2 Özil (nicht verwandelt)

1:2 Pelle (nicht verwandelt)

2:2 Draxler (verwandelt)

2:2 Bonucci (nicht verwandelt)

2:2 B. Schweinsteiger (nicht verwandelt)

2:3 Giaccherini (verwandelt)

3:3 Hummels (verwandelt)

3:4 Parolo (verwandelt)

4:4 Kimmich (verwandelt)

4:5 de Sciglio (verwandelt)

5:5 J. Boateng (verwandelt)

5:5 Darmian (nicht verwandelt)

6:5 Hector (verwandelt)

Ja, genau gezählt. 18. Elfmeter(!). 11 verwandelte, 7 verschossene. Nicht im Text: Jubel, Frust, Freude, Trauer, Staunen, Zittern, Hoffnung, letztendliche Erlösung. Ein Drama für die Geschichtsbücher. Für mich der Algerien-Moment dieser EM. Nach diesem Sieg ist nun alles möglich.

Im Halbfinale wartet mit Frankreich nicht nur der Gastgeber, sondern auch die offensivstärkste Mannschaft der bisherigen EM. Bisher 11 französischen Treffern stehen 7 deutsche entgegen. Bundesjogi wird sich für die Anfangself wieder etwas Neues einfallen lassen müssen. Hummels, M. fehlt gelbgesperrt, Gomez. M. und Khedira, S. fehlen verletzt. Bei seiner Entscheidungsfindung wird er sich höggschdwahrscheinlich nicht vom Experten Scholl, M. beraten lassen. Dieser hatte nach dem Sieg die Aufstellung mit 3er-Kette hart kritisiert. Leider mit einer Begründung, die vor 20 Jahren vielleicht noch hätte gelten können. Oder um es mit Dieter Hildebrandt zu sagen: „Meinungen sind wie Grundstücke: Erstens sind sie zu teuer, und zweitens kann man nicht immer darauf bauen.“

By Nino