Schlagwort-Archive: 2.Bundesliga

Die Wiederauferstehung des Fußballgotts

WiederauferstehungHSV

Endlich ist es soweit: der Hamburger Sportverein ist aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Nach 54 Jahren ist es endlich soweit. Das Ende des Dinos der 1. Fußball-Bundesliga. Das Ende von „Niemals 2. Liga“. Das Ende von „Unabsteigbar“. Das Ende der Erzählungen, dass der HSV in die erste deutsche Spielklasse gehört, weil Hamburg die zweitgrößte Stadt in Deutschland sowie die achtgrößte in der EU ist. All das hat ein Ende. Auch deswegen, weil der HSV eben keine Wurst ist.

Allein solche Argumente hatten noch nie wirklich eine durchschlagende Kraft. Jetzt können sie endlich ad acta gelegt werden. Auch solche wie der „tollen Fans“ und „des schönen Stadions“ ziehen nicht mehr, da sie immer schon den Eindruck erweckten, dass der HSV der einzige Verein gewesen wäre, der das für sich behaupten kann. Mit all diesen Argumenten und halbseidenen Beschwörungen ist nun für ein und allemal Schluss. Fin! Fine! Fino!

Dieses Ende ist mich für gleichzeitig auch die Wiederauferstehung des Fußballgotts. Jener war für mich in der 2015er Relegation gegen den Karlsruher SC gestorben , als sich die Hamburger mit mehr Glück als Verstand gegen die Badener durchgesetzt hatten.

Nun glaube ich wieder daran, dass es sowas wie Gerechtigkeit im Fußball gibt, eine ausgleichende Instanz, die dafür sorgt das die kleinen Sünden direkt und die großen vielleicht etwas später, aber dennoch nicht ungestraft bleiben.

Der Hamburger SV hat in den letzten Jahrzehnten viele Sünden begangen. Misswirtschaft und Arroganz der Vereinsoberen sowie gnadenlose Selbstüberschätzung gepaart mit fehlender Demut, um nur ein paar Beispiele des Hamburger Sündenpfuhls zu nennen.

Die Jahre seit 2014 waren da sozusagen der krönende Abschluss, der darin gipfelte, dass der HSV nun seinen ersten Abstieg nach 55-jähriger Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga selbst besiegelt hat. Allein dafür gilt es dem HSV Respekt zu zollen. Kein anderer Verein hat dies so lange geschafft. In der ewigen Bundesligatabelle sind sie deshalb zu Recht auf Platz 3.

Die Saison 2017/2018 steht noch einmal mustergültig für den Untergang des HSV. In der Kurzversion heißt das: Start mit zwei Siegen. Dem eigenen Selbstverständnis folgend auf dem Weg zurück auf die Bühnen der europäischen Spitzenklasse. Weitere Siege folgten aber nicht. Der Unruhe-Stifter und #Edelfan Klaus-Michael Kühne brachte sich wieder mal öffentlich in Stellung und kritisierte Verein und Spieler #Luschen. Es folgte die erste Trainerentlassung von Markus Gisdol. Auf ihn folgte Bernd Hollerbach #Stallgeruch, der für sieben (!) Spieltage auf der Trainerbank, besser gesagt dem Schleudersitz Platz nehmen durfte. Auf einer emotional überhitzten Mitgliederversammlung konnte Ex-Präsident Bernd Hoffmann sein Comeback feiern. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Freistellung/Beurlaubung (beim HSV weiß man das nie so genau) vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt. Danach wurde mit Christian Titz der dritte Trainer in der Saison installiert. Der schaffte es zwar überraschenderweise, dass die Mannschaft halbwegs ordentlich Fußball spielte und sogar Siege feiern konnte. Doch dieses letzte Aufbäumen war im Enddefekt zu spät.

Die Rechnung für alle Sünden kommt dann eben doch irgendwann. Kurzum: Wieder einmal wurden die gleichen Muster durchexerziert, um die gleichen Probleme zu lösen. Aus Fehlern nix gelernt. Aber wirklich auch rein gar nichts.

All jene Skandale und Klatsch&Tratsch wurden überaus freundlich von den landesweiten Boulevard- sowie ortsansässigen Haus- und Hofmedien fast täglich begleitet. Nix war zu billig, um mit dem HSV Quote und Klicks zu machen.

Und der Blick in die Zukunft? An der Spitze des Vereins steht wieder eben jener Bernd Hoffmann, der zwar für die erfolgreicheren Jahre des HSV steht, sein Ego aber immer noch größer als der HSV ist. Und das ist langfristig nie gut ausgegangen. Der Gönner und Stänker Kühne soll weiterhin mit an Bord bleiben und seine Millionen in den HSV stecken. Zukünftige Unabhängigkeit von ihm? Adè! Von Altersmilde keine Spur. Exemplarisch wieder seiner öffentlichen Einlassungen vor dem 33. Spieltag: „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“ … Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg.“ Kommt denn da in Hamburg eigentlich gar niemand mal auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass dies vereinsschädigendes Verhalten ist?

Abgesehen davon wird der Gang in die zweite Bundesliga richtig bitter. Der Slogan, der schon zu DSF-Zeiten genervt hat, „die beste zweite Liga aller Zeiten“ wird wohl in der nächsten Saison wirklich passend sein. Diese Saison hat jedenfalls schon gezeigt, wie eng es zugehen kann und wie nötig dafür ein ruhiges Vereins-Umfeld notwendig ist. Aus der 3. Liga kommen der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg. Beide Vereine werden von der Aufstiegseuphorie durch die nächste Saison getragen (erst die zweite Saison wird die schwierigere) und können ordentlich Paroli bieten. Ein sofortiger Wiederaufstieg des HSV ist daher keineswegs sicher. Jeder Zweitligist wird die Rothosen gerne begrüßen. Auf seiner Kennenlern-Tour durch die Stadien der zweiten Liga. Das mediale Interesse wird sicherlich riesig sein, denn der HSV wird sehr oft, das erste Mal zu Gast sein.

Wahrscheinlich wird es keine rosige Zukunft. So lange Kühne mitmischt und die Erwartungshaltung der Medien und der Fans nicht auf ein gesundes Maß gestampft wird. Ohne Demut wird der HSV seinen Niedergang weiter vorantreiben. Die großen Sünden, wie man so hört, werden noch länger bestraft.

Markus Gisdol hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Ich habe schon gezuckt, aber vor Freude. Hamburg ist ein Brett, es ist ein wahnsinnig geiler Club“. Das mag aus HSV-Sicht auch stimmen, aber jetzt ist der HSV ein Fußball-Zweitligist. Willkommen in der Realität.

By Nino

 

 

Finale in der HSV-Crunchtime

HSVLogo

Moin moin Freunde des Fußballs,

nach dem Halb-Finale in der HSV-Crunchtime sind wir nun endlich angekommen. Im großen Finale am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga-Saison 2017/2018. Der Hamburger SV auf der Zielgeraden seines größten Comebacks. Wer hätte das gedacht, außer den eingefleischten HSV-Fans natürlich, dass der HSV eben doch noch nicht tot, geschweige denn solchen Schwachsinns wie „abgestiegen“ ist.

Denn bei allem Wunschdenken der HSV-Gegner ist doch eins klipp und klar: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist es noch möglich den Relegationsplatz zu erreichen. Vorausgesetzt, die Wolfsburger verlieren zu Hause gegen den 1. FC Köln. Nach Prüfung aller Fakten und meines Bauchgefühls liegen diese Ergebnisse im Bereich des absolut Möglichen.

Die Kölner haben schon angekündigt, dass sie dieses letzte Spiel nicht herschenken wollen. Schließlich will man nicht derjenige Traditionsverein sein, der erstens gegen einen millionenschwer finanzierten Plastikclub verliert und damit beiträgt, dass der Hamburger SV zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigt. Diesen Ziegen, ähm Bärendienst wollen die Kölner dem HSV und der gesamten Bundesliga nicht leisten. Die Kölner, da bin ich ohne jeden Zweifel, werden sich schon zu wehren wissen.

Der HSV hat zwar eine bittere Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht einstecken müssen, aber die wurde ganz schnell abgehakt. Schließlich gilt es, das ganz große Ziel – die Relegation – nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist genug Motivation, für die Spieler wie für die Fans. Klar, das eigentliche Ziel – direkter Klassenerhalt – ist nicht mehr möglich. Da bedurfte es eben einer minimalen Anpassung. Schwamm drüber, Mund abputzen, weiterhin fokussiert bleiben.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten: das volle Volksparkstadion, die euphorischen Fans, die Spieler voller Tatendrang und Siegeslust. Der Duft von Geschichte wird in der Luft liegen. Denn Geschichte wird in jedem Fall geschrieben. Entweder des größten Comebacks in der langen Bundesliga-Geschichte oder des 1. Abstieg des HSV. Letztere Option wird meinerseits selbstverständlich verdrängt. Die 1. Liga-Zugehörigkeit ist tief verankert in der HSV-DNA. Niemals 2. Liga!

Also kommt nur die erste Option in Frage und diese Rechnung ist super einfach:
HSV-Heimsieg gegen Mönchengladbach plus Auswärtssieg der Kölner in Wolfsburg, macht zusammen: 16. Tabellenplatz und Relegation gegen Holstein Kiel. Montag 21.05.2018, zweiter Sieg gegen die Kieler und der HSV bleibt weiterhin in der 1. Liga. Alles gut und alles bleibt beim Alten.

Wer jetzt meint, dass wäre unrealistisch, der hat den Hamburger SV nie verstanden. In der Relegation können wir unsere ganze Erfahrung ausspielen. Die Motivation Triple-Relegations-Meister werden zu können, wird die letzten Prozente aus den Spielern kitzeln. Anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Auch stelle ich mir vor, dass UnsNicolai den Siegtreffer gegen die Mönchengladbacher beschert und damit sein ganz persönliches Comeback feiert. Am ersten Spieltag trifft er zum Auftaktsieg, am 34. Spieltag zum letzten Sieg. Solche Geschichten schreibt nur der HSV. Was in der Relegation passiert, dazu komme ich später. In diesem Sinne: Niemals 2. Liga. Nur der HSV!

By Sören

 

P.s: wiederum vielen Dank an Baba&Nino für die Möglichkeit, auf ihrem Blog meine Gedanken loswerden zu können.

Relegation ist geil! Alles oder Nichts! Es lebe die Relegation!

Fußball

Nachdem uns Nino die Abgründe der Relegation näher gebracht hat möchte ich den großen Stellenwert der Relegation hervorheben!

Ich liebe die Relegationsspiele. Punkt.

Jedes Mal wenn die Relegationsspiele anstehen freue ich mich darauf, auch wenn jetzt Wolfsburg gegen Braunschweig nicht so meine Vereine sind (ohne Übertreibung) und auch mein Verein oft nichts damit zu tun hat. Aber darum geht es nicht, sondern es geht um den Kick – alles oder nichts. Egal wieviel Geld die Vereine investiert haben und wie sehr ein Team auf dem Papier dem anderen überlegen ist – es stehen sich 11 Spieler gegenüber – die einen mit einer miserablen und die anderen mit einer tollen Saison. Und dann gibt es nur Hop oder Top. Da zeigt sich der wahre Charakter der Spieler und Fans.

Na klar ist es Mist, wenn dein Team unterliegt und nicht aufsteigt bzw. absteigt, ABER genau um diesen Kick geht es doch beim Fußball. Wir werden mit so vielen unwichtigen belanglosen Spielen, welche meist 1:1 oder 1:0 ausgehen, gelangweilt und haben einen Abonnement-Meister. Das ist alles langweilig und lässt mich nicht die Glotze anschalten, aber Relegation, Europapokalausscheidungsspiele, und WM oder EM Spiele, nachdem die unsäglichen Qualifikations- bzw. Gruppenspiele vorbei sind interessieren mich. Auch Pokalspiele erinnern mich daran, worum es beim Fußball geht: ein sportliches Kräftemessen von zwei Teams, die jeweils vor heimischer Kulisse die Chance haben sich zu beweisen, Helden und Antihelden hervorzubringen und uns als Fans in Ekstase zu versetzen oder in die Verzweiflung zu drängen.

Ich will beim Fußball noch was fühlen und ich erinnere mich noch sehr lebhaft als Chemnitz in der Relegation gegen Osnabrück für die 2 Liga auswärts das Hinspiel verlor. Kujat hatte den Ball im Strafraum mit der Hand abgewehrt und die Osnabrücker durch Elfmeter das Heimspiel gewonnen. Nachdem Chemnitz in der gesamten Saison so gut wie kein Spiel verloren hatte und seit über 1000 Spielminuten kein Gegentor kassiert hatte und dann das. Es war zum Haare raufen. Zum Rückspiel an der Gellertstraße hatte ich auch Karten und stand in einem hoffnungslos überfüllten Block, als eben jener Kujat das entscheidende 2:0 markierte. Direkt vor unserem Block und dann auf der Werbebande sich feiern ließ. Irre, es war der Wahnsinn. Die Fischerwiese explodierte und in meinem Block war Pogo angesagt. Bier und Menschen flogen umher und es war ein Rausch, den ich heute fast 18 Jahre später immer noch fühle. So sollte sich der Fußball zumindest ab und an mal anfühlen. Relegation hat den selben Geschmack.

Früher als Kids haben wir auch mit dem FC vor-dem-Haus gegen den FC hinter-dem-Haus gespielt und was waren das für Feste wenn wir die Jungs, die ein bissel älter waren, geputzt haben. Daran erinnere ich mich und nicht an ein Unentschieden am 13. Spieltag von Verein X gegen Verein Y in Liga Z.

Die Relegation verspricht Spannung, welche doch vom Vollblutfan gewünscht wird, ganz im Gegensatz zum bloß Fußball konsumierenden Eventfan. Der will seine Bayern, Barcelona oder Madrid nicht verlieren sehen, sondern gesichert zum Titel begleiten. Daher gefällt mir auch der Playoff-Modus ganz gut, weil es da immer die Chance gibt, dass da ein Favorit mal strauchelt und ein kleinerer Verein über sich hinauswächst.

Ich liebe diese Alles oder Nichts Spiele, weil sie den Fußball lebendig machen, Helden und Antihelden hervorbringen, Geschichten erzählen, mich berühren und irgendwie das, was im Fußball durch die Kommerzialisierung verloren gegangen ist, wieder lebendig machen. Relegation ist Anarchie – da sie wie die anderen Alles oder Nichts Spiele nicht planbar ist und nur dafür schaue ich Fußball!!!

By Baba

Relegation ist Mist!

Misthaufen

Nun ist es soweit: mit dem VfL Wolfsburg als 16.ten der 1. Fußball-Bundesliga und Eintracht Braunschweig als 3.ten der zweiten Liga stehen die Teilnehmer für die Relegationsspiele 2017 fest. Die Eintracht aus Braunschweig sicherte sich mit einem 2:1 vs. Karlsruher SC den dritten Platz und der VfL rutschte durch eine 1:2 Auswärtsniederlage gegen den schon totgeglaubten HSV auf den 16. Tabellenplatz ab. Nur so viel zum Zustandekommen dieser Relegation. Im Grunde genommen ist es mir nämlich herzlich egal wer diese Spiele spielt, denn für mich ist es klar wie Kloßbrühe: Relegation ist Mist. Warum das so ist, dazu braucht es ein paar Blicke auf und neben den Platz…

Als Erstes der Blick in den Duden: Dort steht geschrieben, was Relegation überhaupt bedeutet. Und siehe da: es bedeutet: „Abstieg“. Ein Abstieg ist es jedoch nur für den 1.Bundesligisten. Es müsste also richtigerweise „Qualifikationsspiele“ heißen #Klugscheißer#1. Qualifikationsspiele für die erste oder zweite Fußball-Bundesliga #Klugscheißer#2.

Als Zweites der Blick bzw. die Frage nach dem Sinn dieser Relegation? 2006 wurde die Relegation (nach 1982-1991) wiedereingeführt. Der damalige DFL-Geschäftsführer begründete dies als die „Rückkehr eines Spannungsfaktors.“ Das mag zu dem Zeitpunkt wohl auch eine angemessene Einschätzung gewesen sein, ändert aber rein gar nix daran, dass die Relegation ein fulminanter Fehlschuss in Punkto Gerechtigkeit ist. Warum das wiederum so ist, dazu reicht ein Blick auf die nackten Zahlen:

Da stehen sich (mindestens) 3060 Spielminuten vs. (mindestens) 180 Spielminuten gegenüber. Oder auch: 34 Spiele vs. 2 Spiele. Oder auch noch: Die Arbeit von 52 Wochen vs. die Arbeit 1er Woche.

Das heißt also, dass sich der VfL Wolfsburg, der die ganze Saison mehr schlecht als recht gespielt hat, mit Andries Jonker den dritten Trainer in dieser Saison, diese jedoch mit zwei Spielen gehen den unterklassigen Eintracht Braunschweig retten kann. Aber was ist gerecht daran, wenn die Eintracht 34 Spieltage so erfolgreich spielt, dass sie Drittbester ist (hinter dem VfB Stuttgart und Hannover 96, beides Bundesliga-Absteiger) und sich noch gegen den höherklassigen VfL Wolfsburg durchsetzen muss? Da ist man dem Aufstieg schon sehr nahe und bekommt noch eine extra Hürde vor die Tür zum Oberhaus gestellt. Und der VfL, der dann doch überraschend am Boden liegt, dem werden helfende Hände entgegengestreckt, damit er vielleicht noch mal aufstehen kann. Diese Ungerechtigkeit schreit ja förmlich zum Himmel.

Zur Beurteilung der Gesamtsituation hilft auch ein Blick in die Vergangenheit. Dieser macht deutlich, dass die Verlierer auch auf längere Sicht die Verlierer sind. Bei den bisher 8 Relegationen hat sich 6mal der Erstligist durchgesetzt. Der Verlierer #2009#Cottbus spielt jetzt in der Regionalliga. Der Verlierer #2015#Karlsruhe ist 2017 in die 3.Liga abgestiegen. Daher lautet das Fazit: Die 1. Liga bleibt unter sich und die Relegation ist bisher eine 1.Liga-Zugehörigkeits-Sicherungsmaßnahme. Vor allem zeigt sich das beim Hamburger SV, der sich gleich 2014 und 2015 mit eher unterirdischen Leistungen die Klasse sicherte. Zudem ist die HSV-Lernkurve immer noch im Minus-Bereich. Alle weiteren Verlierer #Bochum #Düsseldorf #Kaiserslautern #GreutherFürth sind bisher in der 2.Liga geblieben. Sie sind wohl gekommen, um zu bleiben. Einzig #Augsburg und #Hertha BSC Berlin haben nach den Niederlagen später den direkten Aufstieg geschafft.

Zum Abschluss der Blick in die Zukunft: Wie soll es mit der Relegation weitergehen? Im Sinne der Gerechtigkeit sollte sie wieder abgeschafft werden. Auch im Sinne eines leistungsgerechten Fußballs. Es sollte wieder der Grundsatz gelten: Die ersten drei der 2.Liga-Tabelle steigen auf, die letzten drei der 1.Liga steigen ab. Dieser Grundsatz gilt selbstverständlich für die Relegation 2. Liga/3. Liga sowie die vorgenannten Ungerechtigkeiten.

Jens Todt, der aktuelle HSV-Manager, hatte Anfang Mai 2017 als Erster gefordert, die Relegation abzuschaffen. Ein Mann, der sich nun wirklich damit auskennt. 2015 noch mit dem KSC dramatisch gescheitert, jetzt gerade noch mal entgangen. Ob das auch nächste Saison seine Meinung sein wird?

Egal wie die Relegation 2017 ausgeht: Wer für die Relegation ist, hat den Fußball nie geliebt.

By Nino

 

The Fight of the Tiger…Kommentar zu Stefan Effenberg beim SC Paderborn.

EffenbergFrisur

Nach der 0:4 Heimpleite gegen den zweiten FCK des Landes…aus #Kaiserslautern und dem damit 11.ten Spiel ohne Sieg in Folge standen alle Zeichen auf eine Trennung von Trainer Stefan Effenberg und dem SC Paderborn. Das Ostwestfalen-Derby gegen Arminia Bielefeld wurde zum Endspiel ausgerufen. Dieses endete zwei zu zwei unentschieden. SC-Präsident Finke sprach Effe überraschenderweise eine Jobgarantie aus. Ach, wie ich dieses Wort mag. Es wird vor allem in Vereinen von unruhigen Präsidenten oder Aufsichtsratsbossen benutzt #Hamburg #Stuttgart #Schalke. Es ist das Merkel’sche „Sie haben mein volles Vertrauen“. Auch die folgende Niederlage gegen den Tabellenführer aus Leipzig führte zu keiner Entlassung. Nun müssen die Sprüche auf Kosten des „Tigers“…zahnloser Tiger…der Tiger brüllt nicht mehr…der Tiger ohne Biss…dem Tiger wurden die Krallen gestutzt, eben warten. Jetzt heißt es: Der Tiger kämpft. Er kämpft verbissen um den Verbleib in Paderborn. Schwierige Zeiten für den Trainer-Novizen Effenberg.

Dabei begann die Beziehung zwischen ihm und dem SC doch soooo harmonisch. Beim ersten Date traf er sich noch allein mit dem Geschäftsführer Sport Micha Born. Für das zweite Date verabredeten sie sich direkt auf Mallorca, im Haus von Präsident Wilfried Finke, der gleichermaßen dem Charme von Effe erlag. „Die Chemie passt!“ war das Resümee des, vielleicht 11-Minütigen, Kennenlernens. Zack-fertig war sie, die zweitklassige Trainer-Sensation. Dass es für Effenberg die erste Trainer-Station ist, war für die Verantwortlichen kein Problem … „Effenberg hat einen großen Erfahrungsschatz. Er weiß mit der Situation umzugehen.“

In der Tat. Als Profi-Spieler absolvierte er 370 Bundesliga-Spieler. Zunächst spielte er in Mönchengladbach, dann beim FC Bayern München, dem folgte ein Abstecher zum AC Florenz, worauf die Rückkehr zu Mönchengladbach und anschließend wiederum zu den Bayern folgte. Zum Ende seiner Karriere erhielt er noch hochdotierte Verträge beim VfL Wolfsburg und zu guter Letzt beim Al-Arabi Sports Club in Katar. Er hat u.a. mit dem FCB, neben drei Meisterschaften, auch die Champions-League 2001 gewonnen. Ein Winner-Typ durch und durch.

Nach seiner aktiven Laufbahn spielte Effe auf anderem Terrain. Hier mal eine „Suff-Fahrt“, da mal eine Pöbelei gegenüber Polizisten und immer dabei: seine Frau Claudia. Oder besser gesagt: Knutschi-Knutschi-Claudia, die keine Gelegenheit auslässt, schambefreit dem Stefan ihre Zunge mehr als ungelenk in seinen Hals zu verlegen. Was tut sie nicht alles für den Aufstieg in die C-Prominenz-Liga. Da er zu aktiven Zeiten schon immer einen Spruch auf den Lippen hatte #FreundeDerSonne verschlug es ihn auch in die TV-Experten-Branche, vornehmlich im bezahlten Fernsehen.

Dieser Seitensprung verhalf ihm auch zu einem durchaus sympathischen Einstieg in Paderborn. Denn die Medien stürzten sich begierig auf dieses Trainer-Experiment. Frei nach dem Sprichwort „Gib dem Affen Zucker“ verteilte er auf seiner 1. Pressekonferenz mit „I am the new one“ den passenden Bonbon. Nun ist Effe, der auch schon #AufSchalke gehandelt wurde, sicherlich dankbar gewesen, diese Chance zu bekommen. Er wollte nicht enden wie sein alter Hass-Buddy Loddar Matthäus, der noch vergeblich auf den ersten BL-Trainer Job wartet (und das noch eine Weile tun wird.).

Undankbar war allerdings der Zeitpunkt für den Trainer-Neuling. 7 Punkte aus 10 Spielen, 15. Tabellenplatz und die Angst, direkt von der 1. Liga in die 3. durchgereicht zu werden. Aber diese sollte nicht größer werden, denn seit Baba wissen wir wo die Party steigt. Ein Typ wie Effe liebt jedoch solche Herausforderungen. Schließlich ist Paderborn auch eine TOP-Adresse für Anfänger-Trainer. Damit kann er nur gewinnen, ohne jeden Zweifel…schließlich bin ich es, wirklich.

Dabei kommen bei ihm wohl auch keine Zweifel auf. Gestartet mit zwei Siegen gegen Eintracht Braunschweig und den 1. FC Union Berlin, folgten nur noch Unentschieden oder Niederlagen. In der Winterpause kam es dann zur ersten Bewährungsprobe, die nicht ursächlich mit dem Geschehen auf dem Rasen zu tun hatte:

Zum Ende des Winter-Trainingslagers im türkischen Belek ereignete sich ein Vorfall, der mit freundlicher Unterstützung der BLÖD zur „Penis-Affäre“ hochgeschrieben wurde. Der Spieler Proschewitz hatte sich am Abschlussabend im angetrunkenen Zustand vor Mitspielern entblößt. Ob vorderseitig und hinterseitig oder nur eins von beiden, darüber gehen die Medien-Berichte auseinander. So oder so war es ein Fehler, keine Frage…zumal er in der Lobby eines Hotels stattfand.

Jedoch wurden zu den Mitspielern noch die Mitarbeiterin einer Agentur geschrieben, die durch diese Aktion sexuell belästigt worden sein soll. Diese wiederum wies in einem Interview darauf hin, dass sie zu „keinem Zeitpunkt“ belästigt worden ist … „belästigt hat mich erst die falsche Berichterstattung“. Da war es aber schon zu spät, der Entblößer wurde zum Entlassenen.

Nicht zu spät für Effenberg. Er saß dieses Problem aus und gab am Ende die Auskunft, dass ihm die ganze Sache „persönlich verletzt hat“. Gib dem Effe ein Taschentuch! Erstaunlicherweise hat sich das nicht negativ auf sein Verhältnis mit der Mannschaft ausgewirkt. Denn hier hätte er ein Zeichen setzen können. Indem er an der Aufklärung des Vorfalls mitwirkt und alle Beteiligten zu Wort kommen lässt. Der Spieler selbst hat nämlich seinen Fehler erkannt und die Belästigte gab es nicht. Das hätte in Richtung der Mannschaft eine positive Wirkung gehabt. „Siehe da, der Trainer, der setzt sich für uns ein“. Aber nicht mit Effe. Normalerweise kippt nach solchen Vorfällen die Stimmung, wenn die Mannschaft merkt, dass der Trainer nicht für sie einsteht, dann fehlen hier und ein, zwei Promille, ähm Prozent Einsatzwillen, dann kommt in den Spielen Pech dazu (wenn man schon kein Glück hat, haha) und fertig ist die verschärfte Abstiegssituation. Diese besteht nun auch weiterhin.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Beziehung zwischen Effe und Paderborn noch bis zum Ende der Saison hält. Kämpfen kann der Tiger, keine Frage. Das Motto des Vereins #HeldenGebenNieAuf hat er sich schon zu Eigen gemacht.

Als Spieler verbinde ich mit ihm immer noch den Inbegriff des Führungsspielers. Einer, der mit einer gekonnten Grätsche eine ganze Mannschaft aufrütteln konnte. Nicht umsonst hat Effenberg die meisten gelben Karten aller Bundesliga-Spieler (laut Wiki-Peter). Einer wie Capitano Ballack, an dem sich junge Spieler orientieren konnten und der im Mittelfeld die Fäden in der Hand hatte. Heute gibt es nur noch wenige solcher Spieler. Die Zeiten haben sich geändert, das Team steht über allem. Die Verantwortung wird auf alle Schultern verteilt.

Die Jobgarantie von Präsident Finke hat er jedenfalls. Da zählt das gesprochene wie das geschriebene Wort. Alles Ehrenmänner in Paderborn. Dabei ist dieser Finke ja auch so eine besondere Spezies Fußball-Funktionär. Schaffte er es doch tatsächlich in der Halbzeitpause des Spiels vs. Kaiserslautern ein Interview mit der Bild-Zeitung zu führen. Von Mallorca aus. Seine aufmunternden Worte: „Mit dieser Leistung werden wir die Klasse nicht halten. In der Konstellation wird es schwierig, weiter zusammenzuarbeiten“. Ich bin mir nicht sicher, ob er das mit der umgekehrten Psychologie vollends verstanden hat.

Mit solchen und anderen Baustellen wird sich Effe und sein Team rumschlagen müssen, um das Ziel für das er geholt wurde, #Klassenerhalt zu schaffen. Möge er den nötigen Biss haben.

By Nino