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Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!?

AlarmstufeSchwarz

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, 1. Spieltag Gruppe F. Deutschland verliert das Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Schweden gewinnt im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 gegen Südkorea. Ein paar Tage und Blicke später in den deutschen Blätterwald und ich habe den Eindruck, dass der Stimmungspegel gefühlt schon im Bereich „Katastrophe“ angekommen ist. Mindestens Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold!

Selbst das sonst um Sachlichkeit bemühte 11Freunde Magazin fragt „Ist die Nationalelf über ihrem Zenit?“. Vergessen scheint der WM-Qualifikations-Rekord von 10:0 Siegen, vergessen scheint, dass Testspiele allzu gern dafür genutzt werden, etwas zu testen und nicht, um an die Leistungsgrenze zu gehen. Auf einmal wird die Stärke „der Stamm der Mannschaft besteht aus 9 Weltmeistern“ als Schwäche ausgelegt: „kein Erfolgshunger, kein Wille“. Den sog. Experten scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen. Mario Basler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg. Alle wollen sie sich mit ihren Urteilen und Phrasen überbieten. Braucht es wirklich einen Nachfolger von Mehmet Scholl? Ich glaube nicht. Eher hoffe ich darauf, dass sie sich am Ende doch alle um Kopf und Kragen reden und weniger mitteilungsbedürftig werden.

Natürlich war ich auch erschrocken und verwundert über die teilweise harmlosen Offensivbemühungen und das lustlose Auftreten der deutschen Spieler. Mit dem einem Gegentor waren sie noch gut bedient. Nun sollte man sich nicht an dieser Niederlage er-götze-n. Die wichtigste Aufgabe bei einem richtigen Alarm? Ruhe bewahren! Das ist zwar mitunter die schwierigste Aufgabe, was Anderes bleibt einem aber nicht übrig. Der Blick für das Wesentliche wird sonst vernebelt.

Bei aller Phrasendrescherei hat die Niederlage ja auch was Gutes. Es geht jetzt nur noch ums gewinnen. Das ist an sich selbstverständlich, war bisweilen doch immer ein schwächeres Spiel (also Unentschieden) in der Vorrunde miteingerechnet. Damit ist jetzt schon Schluss. Die Mannschaft muss unbedingt auf Sieg spielen. Was will man als Fan denn noch? Ein Halbfinale und Finale, um die Vorrunde zu überstehen. Jetzt stehen sie also an, die wichtigen Spiele. Marco Reus dürfte sich also über ein Start11-Garantie freuen.

Auf die Frage nach dem Weltmeister-Fluch lässt Bundestrainer Löw wie folgt zitieren: „Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen.“ Na da bin ich mal gespannt, welche „Korrekturen“ da angebracht werden, um es zu schaffen. Jetzt gibt es wohl diese Momente, die in der Commerzbank-Werbung so bedeutungsschwanger beschrieben werden: „dann ist digital egal. Dann zählt vor allem eins: von Mensch zu Mensch“. Küsschen an Löw. Es menschelt in der Mannschaft.

Und selbst wenn der Weltmeister-Fluch auch das deutsche Team erwischt? Dann wird sich die deutsche Fan-Seele damit trösten, dass drei der letzten 4 Weltmeister in der Vorrunde gescheitert sind. Gesetz der Serie, da kann man eh nix machen. Man kann aber auch daran erinnern, dass der eine andere Weltmeister, nämlich Brasilien 1994, bei der WM 1998 in Frankreich bis ins Finale gekommen ist. Man kann es auch positiv sehen. Man muss es nur wollen.

Und sonst? Was passierte bisher im „Netz“? Mal wieder Klassenkeile für Mesut Özil, weil er die Nationalhymne nicht gesungen hat. Kritik für Julian Brandt, der nach der MEX-Niederlage mit einem Fan ein Selfie geschossen hat. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird schon vor dem Spiel via Twitter beleidigt, also ohne ein Wort zu sagen. Summa summarum leider wie immer: Im „Netz“ nix Neues. Das „Netz“ braucht mal eine Pause.

Die National11 hat fast eine Woche Pause bis zum Spiel gegen Schweden. Viel Zeit in unruhigen Zeiten.

By Nino

Kommentar zur FC Bayern-Journalismus-Hysterie

Test

Eine Woche ist es nun her, als der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund im 2017er-DFB-Pokalhalbfinale verloren hat. In der Nachbetrachtung war dies ein Spiel von Alt vs. Jung, bei dem die jüngere Mannschaft mit mehr Glück, aber auch am Ende verdient gewonnen hat. Der FCB mal nicht im Pokalfinale, der BVB hingegen schon zum 4.mal in Folge. Soweit zum Außergewöhnlichen an diesem Spiel. An den Tagen danach erweckte jedoch der Blick in den deutschen Blätterwald den Eindruck, als hätten die Sport-Journalisten allesamt mächtig am Hysterie-Rad gedreht.

Dass die #BILD mit Überschriften wie „Bayern am Boden“, „Die schlimmste Krise seit 2012“, „7 Fragen, ob Ancelotti noch der Richtige ist“ und „Ende einer Ära“ besonders kräftig gedreht hat, ok, das gehört ja zur Tradition des Boulevard-Blattes.

Aber das auch die als seriös geltenden Medien auf den Hysterie-Zug aufgesprungen sind, das bleibt mir immer noch schleierhaft. Bei #SpiegelOnline war von der „Woche des Grauens“ zu lesen, beim #Stern das „Ende einer Ära – Jetzt helfen nur noch verrückte Dinge“, die #FAZ stellte fest, dass nicht nur die Spieler in die Jahre gekommen sind, die #Süddeutsche schrieb von einem „Falschen Spiel zur falschen Zeit“. Für den #Tagesspiegel war der FCB „Eine Ansammlung müder, verbrauchter Helden“. Die Sportmagazine/-seiten wie #11Freunde kamen zu dem Schluss, dass Trainer Ancelotti die Arbeit in München aufnehmen sollte. Bei #Sport1 kam man vergleichsweise zu einem milden Urteil und attestierte den Bayern einen Abwärtstrend, erwartet jedoch eine „Monster-Transfer-Offensive“ mit Transfers jenseits von 100 Millionen Euro. Bei #ZeitOnline stellte man dann (un)passenderweise fest, dass es „Festtage für Bayernhasser“ sind.

Bei dieser geballten Kritik, weit entfernt von journalistischer Objektivität stellt sich schon einem die Frage, ob es für alle diese Sportjournalisten nicht eine willkommene Gelegenheit war, mal hart, aber unfair auf den Bayern-Punching-Ball einzudreschen? Klar, die Fallhöhe und die Ansprüche des FCB sind historisch gewachsen groß und der Umgang mit Niederlagen, gerade das Aus in der Champions-League vs. Real Madrid nicht immer souverän gewesen. Die derartige Infragestellung des bisher in der Saison Erreichtem und des Personals (Trainer wie Spieler) ist jedoch schlichtweg unangemessen.

Zudem stellt sich die Frage, warum die Leistung von Borussia Dortmund nicht das TOP-Thema war? Wenn der BVB mit seinem Jugendstil so weitermacht, hat er dann nicht eine #GoldeneZukunft vor sich? Ein weiterer Bayern-Konkurrent, der wieder mehr Spannung in den Meisterschaftskampf bringt. Dazu hätte ich gern etwas Ausführliches gelesen. Tagein tagaus wird doch über die langweilige Bundesliga lamentiert. Und dabei ist es offensichtlich gar nicht so schwer für diese BVB-Mannschaft Sympathien zu entwickeln.

Aber nein, keine positiven Schlagzeilen für den BVB. Dann lieber auf das Bayern-Mega-Krisen-Pferd aufspringen und alles auf die Klicks-Generierung und Auflage setzen.

Außerdem stellt sich mir bei diesem ganzen Mecker-Journalismus auch die Frage, ob das alles so repräsentativ ist? Am Ende sind es vielleicht 50 Sportjournalisten, die für die veröffentlichte Meinung der Reichweite-stärksten Medienhäuser sorgen. Wie die öffentliche Meinung hingegen aussieht, bleibt meist unklar.

Nach all der hysterischen Berichterstattung war interessant zu beobachten, wie die Verantwortlichen des FCB damit umgegangen sind: Trainer Ancelotti äußerte sich ein paar Tage später und gab Fehler bei seinen Entscheidungen zu Protokoll. Vorstandsvorsitzender Kalle Rummenigge wies bezüglich der Trainer-Frage darauf hin, dass über die Vertragslaufzeit nicht diskutiert wird. Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Uli Hoeneß ließ verlauten, dass er es gar nicht so sieht, dass der Transfermarkt das Allheilmittel ist. Dies wurde dann auch gleich bestätigt, nämlich mit der Verlängerung der Verträge mit Kingsley Coman bis #2020 und Thiago bis #2021.

Die sportliche Reaktion zeigten die Spieler 3 Tage später auf dem Rasen. Mit 6:0 spielten sie den VfL Wolfsburg an die Wand. Da RB Leipzig in Ingolstadt nur Null zu Null spielte, feierte der FCB seine fünfte Meisterschaft in Folge. Der #Kicker wertete diese Meisterschaft nur als Trostpreis…

Nur zur Erinnerung: Vor gut zweieinhalb Jahren, zum Start in die Rückrunde der Saison 2014/2015, haben die Wolfsburger noch Lederhosen getragen und die Bayern mit 4:1 nach Hause geschickt. Aktuell spielt der VfL noch gegen den Abstieg, die erste Relegation wäre möglich, sofern der Hamburger SV sich nicht durch ein Relegations-Triple selbstverwirklichen will.

Meiner bescheidenen Meinung nach, verdichten sich die Anzeichen, dass die Bayern keine „verrückten Dinge machen“ werden, so wie es ARD-Kommentator Mehmet Scholl nach dem Pokalspiel populistisch formulierte. Vielleicht kommen noch ein, zwei Spieler und unzufriedene werden verkauft #Costa. Das ist aber auch nur Kaffeesatzleserei, spätestens zum Anpfiff der neuen Saison wird feststehen, welche Schlüsse sie aus dieser Saison gezogen haben. Eins scheint aber wohl sicher: Das Nachwuchsleistungszentrum soll nicht umsonst gebaut worden sein. Wie man lesen konnte, soll dies das Hoeneß’sche Vermächtnis werden. Mehr Jugendstil würde dem FCB nicht so schlecht zu Gesicht stehen.

By Nino

 

 

 

Fake News? Lese was du glauben sollst!

fakenews

Fake News, Falschinformationen, alternative Fakten…wie immer es auch bezeichnet wird, es handelt sich dabei nicht um Tatsachen oder sogar die Wahrheit. Dieses Thema erreicht immer mehr an Relevanz und nicht erst seitdem der derzeit amtierende Präsident der USA, Donald J. Trump, diesen neuen Ausdruck in seinen eh schon limitierten Wortschatz aufgenommen hat.

Wenn über Fake News geschrieben wird, dann handelt es sich laut Spiegel Online um „bewusste Falschmeldungen, die sich viral verbreiten und eigens zu diesem Zwecke produziert wurden.“ Das primäre Ziel ist also Verwirrung stiften, Unruhe verbreiten, Debatten auslösen und/oder lenken.

Baba und ich haben uns auch schon mit diesem Thema beschäftigt. Bezeichnet haben wir dies aber noch als Gerüchteküche beim FC Bayern München oder haben uns dem mittlerweile ganzjährigen Transferwahnsinn gewidmet. Es ist ja immer wieder erstaunlich welche Spieler „im Visier“, „auf dem Zettel“ oder „der Einkaufsliste“ verschiedener Clubs stehen. Offenbar haben die Chefredakteure oder wie sie sich auch schimpfen…Director Digital…hier ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Mehr „Eilmeldungen“ oder „Breaking News“ bedeuten mehr Klicks im Netz, die wiederum mehr Werbeeinnahmen generieren. Durch diese entsteht eine sogenannte „Gemengelage“ (beliebtes Wort der Journalisten), über die im späteren wieder berichtet wird. Ein Kreislauf, der meist nur von der nächsten Top-Meldung durchbrochen wird. Anhand von zwei aktuellen Beispielen kann dies eindrucksvoll und vor allem nachweislich erläutert werden:

Erstes Beispiel:
Am 20. Bundesliga-Spieltag hat der „24-Stunden-Sportnachrichtensender“-SkySportNews die „Meldung“ veröffentlicht, dass der Gesellschafterausschuss der Bayer-Fußball GmbH am Morgen vor der Bundesligapartie vs. Eintracht Frankfurt die Entlassung von Cheftrainer Roger Schmidt beschlossen habe. Sportdirektor Rudi Völler dementierte dies energisch mit „Schwachsinn“, auch weil es eine solche Sitzung nie gegeben hat. Er kündigte bis zu einer Entschuldigung von Sky einen Interview-Boykott an. Diese folgte prompt mit der Sky-Pressemitteilung „[…] Wir haben einen Fehler gemacht und haben uns bereits im Stadion unmittelbar nach der Partie entschuldigt […].“

Zweites Beispiel:
Das Sportmagazin „Kicker“ meldete Mitte Februar 2017 herrlich einfallslos: „Schmidt für Schmidt?“. Dabei wurde von einer Kontaktaufnahme von Bayer Leverkusen zum Mainzer-Trainer Martin Schmidt berichtet. Dieser wiederum dementierte diese Meldung und schob noch eine Einschätzung der ganzen Sache hinterher: „Ich finde, es ist ein Mangel an Respekt, auch gegenüber Mainz 05, so etwas hervorzubringen. Ich habe noch eineinhalb Jahre an Vertrag, bin mit den Spielern und Leuten hier zufrieden. Das ist reine Spekulation.“ Der Kicker titelte dazu in der #Headline: „[…] Nun dementierte der Schweizer mit 24-stündiger Verspätung – die Gemengelage ist hochinteressant.“

Da ist sie wieder, die Gemengelage. Selbstproduziert und dazu noch falsch. In Trump’scher Manier könnte man auch sagen: „Very fake news“. Aber zurück zu den ernstzunehmenden Menschen. Die sitzen hoffentlich mehrheitlich in den Redaktionsstuben. Sie haben nämlich die strukturellen wie finanziellen Möglichkeiten und damit die Macht die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Der in beiden Beispielen betroffene Roger Schmidt schätzte diese Fake News ernüchternd ein: „Das gehört zum Geschäft.“ Nach dem Motto „Damit müssen wir leben.“ Mitnichten müssen wir damit leben! Dazu muss man sich lediglich die Funktion der Medien vor Augen führen! Diese ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb):

„[…]
– so vollständig, sachlich und verständlich wie möglich informieren,
– in freier und offener Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und
– mit Kritik und Kontrolle durch investigativen (nachforschenden und aufdeckenden) Journalismus begleiten.
Damit nehmen die Medien die Rolle von Vermittlern und Hütern ein. […].“

Bei den Meldungen von Kicker und SkySportNews ist das nicht ansatzweise gelungen. Es ist ja auch viel zu abstrus zu behaupten, dass sich Sky, der Kicker und Leverkusen zu einem abgekarteten Spiel verabreden. D.h. solche Geschichten erfinden, zur Steigerung der Quote/Klickzahlen und um die Popularitäts-Werte von Bayer 04 in den Plus-Bereich zu hieven. #Vizekusen, als verhasster Werksklubs ohne Tradition kann noch ein paar Sympathie-Punkte vertragen, oder nicht!? Und SkySportNews ist seit kurzem, oh Wunder, frei empfang-bar. Aber wie bereits erwähnt, viel zu abstrus, eher was für naive Verschwörungstheoretiker mit Alu-Hut.

Ich gehe also davon aus, dass andere Beweggründe eine Rolle spielen müssen. Aber welche? Was treibt die Medien dazu an, solche bewusst falschen Meldungen zu verbreiten? Was sind die Motive? Ist es die schlechte Quote? Sind es miese Verkaufszahlen? Gibt es zwischen den Beteiligten noch offene Rechnungen? Persönliche Eitelkeiten? Verletzte Egos? Enttäuschte Schreiberlinge, die endlich einen „Coup“ landen wollen. Oder waren Praktikanten am Werk, die sich einen Scherz erlauben wollten? Und was ist mit der journalistischen Sorgfaltspflicht?

So oder so: In erster Linie beschädigen die Sportjournalisten ihre eigene Reputation plus die des Magazins oder Senders. Solche Aktionen sind noch billiger als Brötchen bei Lidl! Journalisten-Legende Henri Nannen würde sich jedenfalls im Grabe umdrehen!

Was gilt es nun zu tun, wie geht es weiter?

Als sichere Quellen gelten die Live-Interviews, die Pressekonferenzen, Pressemeldungen der Vereine, also alles was irgendwie nachprüfbar bzw. belegbar ist. Auch die Social-Media-Kanäle der Stars sind Quellen, auch wenn dadurch gelegentlich passable Eigentore geschossen werden.

Bitte nicht falsch verstehen: Es kann nicht die Aufgabe der Sport-Fans und interessierten Leser sein, jeden Artikel und Behauptungen nachzuprüfen. Es ist allerdings die Aufgabe den Verstand einzuschalten. Oder wie es die bpb treffend formuliert: […] „Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die Medien und die in ihnen tätigen Personen nicht automatisch neutral und ohne eigene Interessen agieren. Die Bürger/innen sollten sich daher gegenüber den Medien und deren Berichterstattung eine kritische Haltung bewahren und bereit sein, nach Möglichkeit verschiedene Darstellungen zu vergleichen.“

Der jeweilige #11Freunde #Kicker #Sport1 #Sportbild #Zeit #Spiegel #FAZ #Welt #Stern-Leser könnte also auch bei den genannten anderen Sportmedien vorbeischauen und die Faktenlage vergleichen. Oder einfach mal nicht jeden Sch…lesen!

Vor diesem will ja in Zukunft #FocusOnline die Öffentlichkeit bewahren. Indem sie für #Facebook Fakten checken und systematisch verbreitete Lügen aufdecken. Ohjeohje, gerade diejenigen, die derzeit vor Gericht stehen, weil sie bei BILD Plus systematisch Inhalte geklaut haben sollen. Seriosität sieht jedenfalls anders aus.

Schau ma mal was noch darüber zu lesen sein wird…Vielleicht hilft es ja und es werden weniger Eigentore mittels Fake News geschossen. Kicker und Sky können ja als Vorbild dienen. Allgemein ist ja bekannt, dass sich Qualität am Ende immer durchsetzt…

By Nino

 

Dem BVB wachsen Flügel! Kommentar zum Pokalspiel vs. Hertha BSC

gelbe-wand-bvb

Der preisgekrönte 11Freunde-Liveticker kündigte das 2017er Achtelfinal-Pokalspiel Borussia Dortmund gegen Hertha BSC Berlin mit der Überschrift „Aufstand der Unanständigen“ an. Eine spöttische Anspielung auf das Statement des DFB-Präsi Grindel, der nach den gewalttätigen Ausschreitungen beim Spiel BVB vs. RB Leipzig den „Aufstand der Anständigen“ gefordert hatte.

Abgesehen von diesem Appell verbindet die beiden Vereine nämlich, dass sich einiger ihrer sog. „Fans“ zu unrühmlichen Entgleisungen hinreißen lassen haben. Auf Seiten der Herthaner brachten es „Fans“ zu Stande beim Spiel vs. RBL das Banner „Ey, Ralf wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout“ im Stadion zu platzieren. Auf Seiten der Borussen wurde u.a. der Banner „Burnout Ralle: Häng dich auf!“ präsentiert. Für beide Seiten glatte 11 von 10 Punkten auf der Hass-Skala.

Seit dem BVB vs. RBL-Spiel sind vier Tage vergangen und so gut wie jeder hat eine mehr oder weniger treffsichere Meinung über die Eskalation in Dortmund entwickelt. Auch ich habe meinen Senf dazu gegeben. Daher war ich gespannt auf dieses Pokalspiel, in dem hoffentlich wieder das schöne Spiel im Mittelpunkt stehen würde. Zudem war ich gespannt auf das Spiel eins nach dem Spiel, das eine Wende darstellen könnte. Eine Wende im Umgang und der Diskussion über das Modell RB im Speziellen und zur Kommerzialisierung vs. Tradition im Allgemeinen. Ob sich diese Hoffnung erfüllen wird, bleibt bis zu den Entscheidungen des DFB-Sportgerichts und der Konsequenzen des BVB mit seinen gewalttätigen „Fans“ abzuwarten. Ein erstes Zeichen setzte schon mal die BVB-Mannschaft um Kapitän Schmelzer, der vor dem Spiel per Video eine Erklärung verlas, in der sich die Mannschaft von der Gewalteskalation deutlich distanzierte. Ein klares Zeichen, insbesondere an die bisher so legendäre #GelbeWand, die mal wieder dunkelgelb geworden ist.

Was das Sportliche anbelangt, so traf der aktuell 4.te der Bundesliga #BVB auf den 6.ten #BSC, getrennt durch einen Punkt. Das letzte Aufeinandertreffen im DFB-Pokal gab es 2016. Im Halbfinale beendete die Borussia mit einem 3:0 den Traum der alten Dame Hertha vom langersehnten Heim-Finale. Eine offene Rechnung, die es also zu begleichen galt.

Ein Spiel mit Spannung konnte man also erwarten. Zur Überraschung entwickelte sich dieses auch, da in den ersten 20 Minuten auf beiden Seiten Großchancen herausgespielt wurden #V.Ibisevic #P.Aubameyang. Etwas besser machte es dann S. Kalou, der mit feiner Technik zur 1:0 Hertha-Führung einnetzte. Mit dieser ging es dann in die Halbzeitpause, aus der die BVB-Spieler spürbar wacher zurückkamen. In der Konsequenz führte das schon in der 47. Minute zum 1:1 Ausgleich durch M. Reus. Im Folgenden entwickelte sich das „Spiel auf ein Tor“ #Phrasendrescher#1. Aber dieses wollte nicht fallen, weitere Großchancen von #P.Aubameyang #M.Reus #O.Dembelé blieben ungenutzt. Die Berliner hielten sich in der Offensive dezent zurück, konzentrierten sich mehr auf die Defensive und hofften wohl auf den #LuckyPunch. Aber dieser erfolgte auf beiden Seiten nicht, so dass es kam es wie es kommen musste: Verlängerung! In dieser waren wiederum die Dortmunder der aktivere Part. Das betraf auch das Verletzungspech, ihre Besten M. Reus und O. Dembelè mussten verletzt raus.

Für ein skurriles Ereignis sorgte dann noch S. Papastathopoulos, der in der 119. Minute (!) wegen Meckerns und abfälliger Gesten gen Schiedsrichter D. Aytekin mit Doppel-Gelb vom Platz flog. Da der Ball auch nicht mehr ins Tor flog, musste dieses Pokalspiel im 11er Schießen entschieden werden. Für dieses flog der wiedergenese Dortmunder O. Dembelè zurück auf’s Feld und ordnete sich in die Reihe der drei BVB-Torschützen ein. Da die Herthaner dreimal nicht trafen, endete das Spiel 3:2 im Elfmeterschießen. Fazit zum Spiel: Dem BVB wachsen Flügel!

By Nino

Hass auf RB Leipzig! Nicht mehr alle Dosen im Schrank? Teil 2

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Nachdem ich mir im ersten Teil des Textes zum Hass auf RB Leipzig diese Frage noch gestellt habe, so kann ich sie nun mit einem klaren Ja beantworten. Den bisherigen Tiefpunkt der Protestaktionen gegen RB lieferten nämlich am 19. BL-Spieltag tausende „BVB-Fans“ mit einer Vielzahl an Bannern, u.a. mit: „Burnout Ralle: Häng dich auf!“. Vor dem Spiel kam es zu Gewaltausschreitungen, laut der Pressemitteilung der Dortmunder Polizei: „[…] … zu massivem Bewurf mit Steinen und Dosen auf vorbeigehende Anhänger des RB Leipzig durch Anhänger von Borussia Dortmund.“ Das Geschrei der Medien über diese nicht tolerablen Geschehnisse ist freilich immens und die Forderung des Bundesinnenministers de Maizière nach strafrechtlichen Konsequenzen nachvollziehbar.

Mühsam ist die Ursachenforschung dazu, wie es überhaupt so weit kommen konnte und wer mit welchen Äußerungen zu solch einer Stimmung beigetragen hat. Wer weiß denn schon, welchen Einfluss das Magazin für Fußball-Kultur #11Freunde mit seinem Artikel „Wie die BVB-Fans gegen RB Leipzig protestieren könnten“ auf die Protestaktionen hatte? Zwei der sechs Vorschläge sind einerseits das Werfen von Bullenköpfen und andererseits der Einsatz einer Schallkanone gewesen. Zum „Einsatz“ kamen seitens der „BVB-Fans“, wie schon erwähnt, vor dem Spiel Steine und Dosen sowie während des Spiels Laserpointer. Aber hier einen direkten Zusammenhang herzustellen wäre doch töricht!

Nun ist mehr denn je entscheidend welche Antworten auf die Fragen gefunden werden, wie es mit der hasserfüllten Stimmung gegen RB Leipzig sowie den Protesten weitergehen soll? Was muss passieren damit diese Situation nicht weiter eskaliert? Welche Auswirkungen hat das auf den Verein, die Spieler, den Fans? Spielen die Medien eine Rolle? Welchen Beitrag leisten die anderen Vereine, die Deutsche Fußball-Liga und der Deutsche Fußball-Bund?

Zunächst zu den einfachen Fragen:

Wird RBL sich vom Spielbetrieb abmelden? Eher unwahrscheinlich!

Werden die RB-Fans keine mehr sein wollen? Eher unwahrscheinlich!

Werden die Spieler sich freiwillig einen neuen Verein suchen? Das gilt es abzuwarten.

Wird die sportliche Journaille weniger über RB berichten, um so dem Marketingkonstrukt keine allzu große Medienpräsenz zu bieten? Da wird eher das glatte Gegenteil eintreten und weiterhin über alles und jeden berichtet, um #Dilemma die Verkaufs- und Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

Meiner Einschätzung nach wird der ganze Protest eher das Gegenteil bei RB bewirken, im Sinne von „Jetzt erst Recht!“. Ist also das Motto: Kein Protest ist auch eine Lösung? Eher nicht, denn wichtig ist doch bei wem man und gegen was man protestiert! Änderungen am Geschäftsmodell bei Red Bull einfordern? Naiver Gedanke!

Die richtige Protest-Adresse sind daher die Lizenzgeber. ZuSpät#1 ist es beim sächsischen Fußballverband, der als Türöffner für den Einstieg in die 5. Liga fungierte. Auch ZuSpät#2 ist es beim Nordostdeutschen Fußballverband, der anschließend grünes Licht für die Lizenz der 4. Liga gab. Somit bleibt nur noch die Deutsche Fußball-Liga übrig! Die DFL hat nämlich die Lizenz für die 3. Liga erteilt. Sie hat sie für die 2. Liga erteilt und auch für die 1. Liga.

Was muss also passieren, damit die DFL ihre Meinung ändert? Muss da erst ein zweiter Konzern auf’s Spielfeld kommen, der die Spielregeln im Lizenzierungsverfahren bis zum Äußersten auszureizen versucht? Werden dann die Statuten geändert? Das gilt es abzuwarten.

Eine Positionierung der DFL zu den Ausschreitungen in Dortmund sucht man jedenfalls vergeblich auf deren Homepage. Keine Worte sagen manchmal mehr als tausend Worte.

Beim DFB hingegen gibt es zumindest ein Statement des DFB-Präsi Grindel, der sich mit den Worten zitieren lässt: […] „Wichtig ist jetzt vielmehr eine grundlegende Debatte, an deren Ende eine gemeinsame Linie gegen jede Form physischer und psychischer Gewalt stehen muss. Wir brauchen den Aufstand der Anständigen in den Kurven, klare Distanzierungen von Gewalt. […] „. Alles Sätze, die ich im Zusammenhang mit Gewaltprävention sofort unterschreiben würde. Aber wenn es um die Änderung von Strukturen geht, dann ist mal wieder keine Luft im Ball.

Mit all den Unwahrscheinlichkeiten und dem fehlenden Willen zur Veränderung fällt es mir schwer daran zu glauben, das sich früher oder später etwas ändern wird. Selbst ein solch konsequenter Protest wie ein Fan-Boykott bei Spielen gegen RBL wäre ein Bärendienst an der Sache. Die Medien würden darüber wieder in strapaziöser Überlänge berichten und dem Marketing-Gedanken von RB wäre unfreiwillig zur Genüge getan.

Es mangelt also weiterhin an der fehlenden Ignoranz gegenüber RB. Wie wäre es mit Lösungen der anderen Art?

1.tens müssten die Bedingungen, von strukturell über sportlich bis finanziell bei anderen Vereinen attraktiver sein als bei RB. Für die Spieler muss es unattraktiv werden in Leipzig zu spielen.

2.tens müssten die Medien ihrer Verpflichtung nach seriöser Berichterstattung wieder mehr nachkommen. Also z.B. keine Artikel mehr über Vorschläge zu Protesten, nur um des Willens Klicks zu generieren #11Freunde.

3.tens ist das noch nicht so beliebte Ausverkaufs-Modell: Die anderen Vereine kaufen einfach noch mehr die besten Spieler weg. Diese Methode, bisher nur von einzelnen Vereinen praktiziert, könnte dazu beitragen, dass RB auf sportlicher Ebene geschwächt wird und die Ziele #Champions-League in weite Ferne rücken.

Lösung oder nicht Lösung, das ist hier die Frage. Vielleicht besinnt sich die sportliche Konkurrenz auch einfach auf das Wesentliche und sorgt dafür, dass RB in der Bedeutungslosigkeit versinkt, eine Fußzeile im Kapitel über modernen Fußball wird und alle dankbar für die Polarisierung gewesen sind.

Die Taktik-Füchse sprechen beim RB’schen Spielstil vom „offensiven Gegenpressing“. Zeit für #EineFußballWeisheitGehtImmer: Entscheidend ist auf’m Platz!

By Nino

 

Danke für die Polarisierung, RB Leipzig! Teil 2

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Im ersten Teil des Aufrufs für mehr Dankbarkeit für RB Leipzig haben wir argumentiert, dass RB Leipzig die willkommene Abwechslung sein kann, die an den alten Strukturen rüttelt und dazu anregt, dass eingefahrene System zu überdenken. Und vielleicht sogar dazu beiträgt, dass die Dominanz in der Fußball-Bundesliga von nur einem Verein #FCBayernMünchen gebrochen wird. Die Sportmedien hätten dann auch mehr Themen, als hauptsächlich zu jeder neuen Saison den FCB als künftigen Titelträger und die damit einhergehende Langeweile herbei zu schreiben.

Spielen wir den Ball etwas weiter und spinnen über die Zukunft:

Mit RB wird nun der Osten wieder auf die Landkarte der Beletage des Fußballs gesetzt. In der 2.ten versuchen Union Berlin, Dynamo Dresden und die Schachtis von Erzgebirge Aue ihr Glück. In der 3. Liga spielen mit zurzeit 6 ostdeutschen Clubs die meisten in einer Profi-Liga. Die Aussichten auf einen Aufstieg haben leider auch nicht alle. So oder so wird dort auch weiterhin die Party steigen.

Kurzer Rückpass in die Geschichte: Nicht zu vergessen ist der Fakt, dass die Leute in Leipzig mit den Füßen abgestimmt haben und nur dadurch das Projekt RB funktionieren konnte, denn wenn niemand zu den Heimspielen gegangen wäre, dann gebe es kein RB. Auch besteht die Chance, dass dadurch Leipzig geeint wird und gemeinsam Brot und Spiele (und Brause) abgefeiert werden können. Erstaunlich ist auch, dass sich die RB-Fans durch die jahrelangen Schmähungen, Protesten usw. nicht provozieren lassen. Selbst eine kleine Gruppe, die es meist nur dafür braucht, hat sich nicht zur offenen Konfrontation hinreißen lassen. Ob das über die Dauer und Anzahl der Aktionen auch die Fans von Frankfurt, Köln oder Dortmund (um nur einige Beispiele zu nennen) schaffen würden, das darf stark bezweifelt werden.

Zurück in die Zukunft: Nicht nur auf nationaler Ebene kann RB Leipzig etwas bewirken. Wenn es sportlich so weiterläuft, dann können sie auch dem Abstieg der Bundesliga im internationalen Vergleich entgegenwirken. So wie es sich jetzt abspielt, kann es auch nicht weitergehen. Nur der FCB und mit Abstrichen der BVB halten die Fahne hoch? Die spanische La Liga und die englische Premier League sind der Bundesliga enteilt. Wenn jetzt ein Club dazukommt, der die bestehenden Strukturen mal so richtig aufmischt, weil er die anderen zwingt sich selbst zu reflektieren, dann ist das nur begrüßenswert. Augenscheinlich ist es doch so, dass ein fast diktatorisch gemanagter Verein besser ist – da zielstrebiger.

Jeder Verein sollte sich daher hinterfragen: Arbeiten wir professionell genug? Haben wir Fachleute für Fußball, für wirtschaftliches Arbeiten, für Fitness, für Marketing usw. im Verein? Können diese Fachleute alle zusammenarbeiten? Stehen sie für die gleichen Ziele ein? Welche Priorität hat die Jugendarbeit? Wollen wir kurzfristigen oder langfristigen Erfolg? Welchen Gestaltungsspielraum soll der Trainer haben? Wie finanzieren wir den Verein?

Leider gibt es noch viel zu viele Vereine wie der Hamburger SV, Werder Bremen, Schalke 04, bei denen diese Fragen offensichtlich nicht beantwortet werden können und anschaulich zeigt, wohin das Reinreden von Altgedienten führt. Nicht zuletzt verdeutlichen die Trainer-Entlassungen bei diesen Vereinen die ganze Misere.

Vielleicht sieht die Zukunft so aus: RB Leipzig spielt im Champions-League Finale gegen Bayern München. Ganz Deutschland ist stolz und jubelt ihnen zu, wie sie auch Sebastian Vettel in der Formel 1 zugejubelt haben – und da war und ist RB ja willkommen. Alle anderen Fußball-Clubs haben mehr oder weniger ihre Strukturen professionalisiert, wenn nicht sogar eine eigene Spielphilosophie entwickelt (sofern noch nicht vorhanden). Dann hat auf lange Sicht der RB den deutschen Fußball weitergebracht und die Bundesliga verbessert. Zudem besteht die leise Hoffnung, dass diejenigen Clubs, die ihre erfolgreiche Vergangenheit in einer Fremdscham-Monstranz vor sich hertragen, mehr als nur Sparringspartner für die Münchner Bayern und die Borussen aus Dortmund sind.

Fazit: Irgendwie ist es cool so einen Aufmischer, Punker und Typen auf der Party zu haben, der sich nicht um die traditionellen Konventionen schert, sondern öffentlich & offensiv präsentiert was er will und die anderen sich nicht richtig aufregen können, da sie a) es genauso machen wollen, aber nicht können oder b) auch genauso schon machen, es aber nicht zugeben können. Denn bei aller Mitbestimmung und Teilhabe bei einem Verein: Bei den üblich verdächtigen Traditionsvereinen wie z.B. Werder Bremen, Schalke 04, HSV, BVB oder FCB hat kein Fan und Mitglied Einfluss auf das operative Geschäft. In diesem Sinne: Nicht aufregen und Danke für die Polarisierung, RB Leipzig!

By Baba&Nino

 

„Was bisher geschah…“ Teil 3

Römische3

Das bunte Potpourri an Themen aus Teil 1 und Teil 2 zeichnet auch den dritten Teil der Kategorie „Was bisher geschah…“ aus. Neben der 1. Bundesliga haben wir uns explizit mit der 3. Liga beschäftigt. Baba kommentierte das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und Erzgebirge Aue. Darüber hinaus feierte die Berichterstattung aus den USA ihre Premiere. Baba machte sich auf den Weg und war Teil des Home-Opener des NYCFC im Yankee-Stadium. Viel Spaß beim Stöbern!

21. Eigentor durch Twitter und Co.!?

22. Traditionsvereine vs. Plastikclubs, Teil 1

23. Home Opener für den New York City FC (NYCFC)

24. Die 2014/2015er Bundesliga-Saison langweilig? Von wegen!

25. R.I.P. Fußball-Gott – ein Kommentar zur Relegation 2015 KSC vs. HSV

26. Wo steigt die Party?

27. Fußball Nimmersatt

28. Tatort Leipzig – Kommentar zum Spiel Deutschland vs. Georgien

29. Die Mutter aller Bezirksderbies

30. Ein Kommentar zum Testspiel Frankreich vs. Deutschland

 

By Baba und Nino

EM-Berichterstattung OHV!?

EM-Berichterstattung 

In Berlin und Umland kennt man das KfZ-Kennzeichen „OHV“. Spötter sagen dazu „Ohne Hirn und Verstand“. Diese Bezeichnung fiel mir in letzter Zeit immer wieder ein…als ich so durch die deutschen Sportmedien #Sport1 #SportBild #SPON #11Freunde #Kicker und deren Berichterstattung über die Fußball-Europameisterschaft klickte. Durch die Ersatzbank scheinen alle von der Idee beseelt zu sein, die EM in allen Facetten bis auf die kleinste Story ausschlachten zu wollen. Hier zählt nicht mehr die gut recherchierte Geschichte, nein hier geht es um Klicks, Aufrufe, Viewer, Follower.

Damit lässt sich vielleicht auch erklären, warum es z.B. ein Video mit dem Titel „Der Bus-Thriller von Paris“ gibt. SPORT1 schreibt dazu „Das DFB-Team hat Schwierigkeiten auf dem Weg ins Mannschaftshotel in Paris: Die Einfahrt ist so eng, dass der Fahrer mehrfach korrigieren muss – eine Millimeteraufgabe“. Ich schwöre, dass ich mir dieses Video nicht angeschaut habe! Es war mir einfach zu blöd. Leider berichtete tatsächlich die Tagesschau über dieses Schauspiel…

Ein anderes Video habe ich mir hingegen schon angesehen. Das Magazin für Fußballkultur #11Freunde veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Die beste Grätsche der EM kommt von einem Fan. Dunkelgelb auf dem Parkplatz“. In typischer „Oh, muss ich sehen“-Manier hab ich’s angeschaut und festgestellt, dass es sich hier eher um vorsätzliche Körperverletzung handeln könnte, als um eine sportliche Leistung. Denn dieser „Fan“ grätsche zwei unbeteiligte Personen um…auf Asphalt…von hinten! Pietätvollerweise hat die Redaktion auf die Reaktionen der Leser*I_nnen reagiert: „Liebe Leser, offensichtlich haben wir in einem Anflug von EM-Wahn das Video falsch eingeschätzt. […]“.

Leider vergeht kein Tag an dem irgendeine Fußball-Sau durch’s Medien-Dorf getrieben wird. Im ZDF kommentierte erstmals eine Frau ein Männer-Fußball-Spiel. OMG. Eine Frau. Was erlaube das ZDF? Nur zur Erinnerung: Wir leben im Jahr 2016. Dann greift sich Joachim Löw in die Hose und schnüffelt danach an seiner Hand. OMG. Ist er ein Rechts- oder Links-Ausleger? Fragen, die die Welt interessieren. Ok, das Löw gerne mal schnüffelt war schon bekannt und dummerweise passt es gar nicht zu seinem Nivea-zarte-Haut-und-schöne-Haare-Saubermann-Image.

Und das Gelaber von den angeblich „80 Millionen Bundestrainern“, die wissen welche Aufstellung die Beste ist und so weiter und so weiter. In all dem EM-Fieber vergessen die Sportjournalisten gerne, dass es auch Menschen gibt, die sich nicht für Fußball interessieren und manche noch gar nicht #Kinder oder nicht mehr #Hooligans sich über Fußball eine Meinung bilden können.

Das dabei auch sehr viel schief geht und der ein oder andere auch mal ein Eigentor schießt, dazu will ich keine Lebenszeit mehr verschwenden. Lieber auf gute Storys und Analysen. Ein bisschen mehr Hirn und Verstand weniger inhaltsloses Gedöns würde dem beautifulgame und der Berichterstattung gut tun.

By Nino

Der FCB und die Gerüchte-Küche. Dafür gibt’s keinen Stern.

MichelinMännchen

 

Vor einer Woche wurde nicht nur das Winter-Transfer-Fenster mit all seinem Wahnsinn geschlossen, nein auch der Wechsel von Pep Guardiola von Manchester City wurde offiziell bekannt gegeben. Seitdem vergeht kein Tag ohne eine Meldung welcher Spieler zum MCF wechseln oder sogar vor ihm flüchten könnte. Wird er Spieler von FC Bayern München mitnehmen? Wird er Neymar oder sogar Lionel Messi nach England lotsen können? Das Geld sitzt dort jedenfalls locker und interessant wäre es allemal zu sehen, wie Messi bei einem anderen Verein kickt. Die Spekulationen werden wohl leider bis zum Ende der Transferperiode im Sommer 2016 weitergehen. Leider deswegen, weil es zu nerven beginnt, wie die üblichen Verdächtigen Sportmedien jedes noch so absurde Gerücht entweder selbst verbreiten oder gar übernehmen und daraus weitere Geschichten generieren.

In der kulinarischen Welt wird die Qualität eines Restaurants nicht an Pokalen gemessen, sondern an der Anzahl der Sterne #Michelin. Ein Restaurant mit z.B. einem Stern hat „eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“. Schau ich mir die Gerüchte-Küche beim FC Bayern München an und müsste diese beurteilen, so verdient sie nicht mal einen Stern. Da wird einfach ohne Geschmack, zu heiß und zu fettig gekocht.

Ein passendes Beispiel liefert dazu die letzte Gerüchte-Offensive der SPORT Bild, die gierig nach Klickzahlen von anderen #Sport1 #Kicker #SPON aufgegriffen wurde. Da soll es bei den Münchnern zu dicke Spieler gegeben haben. Da sollte nicht Serdar Tasci, sondern Herthas John Anthony Brooks als neuer Innenverteidiger verpflichtet werden. Dann soll Arturo Vidal im katarischen Trainingslager leicht alkoholisiert gewesen sein. Alle Gerüchte, wurden von Sportvorstand Matze Sammer mit einem klar und deutlichen „Das stimmt nicht und das ist die Unwahrheit“ zurückgewiesen.

Gegen letzteres Gerücht gehen die Münchner juristisch vor und ich bin wirklich gespannt, ob die Sport Bild Beweise liefern kann, dass Vidal in Katar Alkohol getrunken hat. Für beide Seiten ist die Fallhöhe ziemlich hoch. Die Bayern würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn Videos, Bilder und sonst was auftauchen würden. Die Sport Bild bzw. die Bild Zeitung im Allgemeinen hat ja nicht nur diesen Prozess an der Arschbacke. Offenbar gehört das in dieser Schreibbude zum guten Ton.

In der sonntäglichen Doppelpass Sendung konnte der Fußball-Chef der Sport Bild, Christian Falk auch leider nichts Erhellendes zu dieser juristischen Auseinandersetzung beitragen. Er verwies auf das „schwebende Verfahren“. Die Fortsetzung folgt also…

Nun lebt der Fußball auch von den Geschichten auf und neben dem Rasen. Wenn sie aber ins Absurde abdriften und gezielt Unwahrheiten verbreitet werden, dann stellen sich die etablierten Medien selbst ein Bein. Auch wenn die Online-Seiten ihr Geld mit Klickzahlen verdienen. Für den Klick, für den Augenblick. Mitleid gibt’s dafür nicht.

Gutes Geld könnten sie ja auch mit gut recherchierten Storys machen. Und es gibt so vieles, über das berichtet werden kann. Interessant wäre doch z.B. zu erfahren, was aus den groß angekündigten Initiativen für die Flüchtlinge geworden ist. Der FC Bayern hat da ziemlich viel angekündigt. Warum gibt es dazu keine Berichte?

Beim Kicker lässt man lieber einen Maulwurf zu Wort kommen und andere Medien wollen diesen ausfindig machen. Die Presseabteilung des FCB dementiert fleißig und die Sportjournaille schreibt Artikel darüber, dass die Bayern sich über die Berichterstattung aufregen und tadaa: fertig ist die Maulwurf-Affäre.

Ist es ein Geben und Nehmen? Ein abgekartetes Spiel? Ich weiß nicht, ob die Bayern es so nötig haben in der Presse präsent zu sein? Dabei bespielen sie ja schon sämtliche Kanäle, den Social Media Kram nicht zu vergessen #Twitter #Instagram #Facebook #Snapchat.

So oder so täte dem deutschen Fußall-Journalismus ein wenig mehr Seriosität ganz gut. Der Fußball schreibt so viele Geschichten, die eine größer, die andere kleiner. Da bleibt keine Zeit und Raum für Unwahrheiten und miese Storys, mit denen die Klickzahlen bzw. die Leserschaft erhöht werden soll. Vielleicht klappt es dann auch mit einem Stern, aber nicht für die Gerüchte-Küche, sondern für den journalistischen Anspruch an sich.

By Nino

Kommentar zum „Transferwahnsinn“ Teil 1

 

Mit der Schließung des Winter-Transfer-Fensters ist es vorerst vorbei mit den andauernden Wasserstandsmeldungen, welcher Spieler zu welchem Club zu welchen Bedingungen wechselt. In einigen Sport-Redaktionen wird man wohl gar nicht wissen, worüber jetzt noch geschrieben werden soll. Dieser „Transferwahnsinn“ hat einen aber außer Atem gelassen, ts ts ts, der allerhellste Wahnsinn!!!

Wahnsinn, dass der FC Bayern München Serdar Tasci als Ersatz-Innenverteidiger verpflichtet hat. Was imposant zeigt, dass Guardiola bei Transfers nix mehr zu sagen hat, Rummenigge’s Aussagen kein Tageshaltbarkeits-Datum haben und Matze Sammer & Micha Reschke wieder einmal ein feines Näschen für eine Überraschungscoup bewiesen haben. Kingsley Coman und Douglas Costa hatten ja schließlich auch sehr wenige Scouts auf dem „Das-ist-ein-interessanter-Spieler“-Zettel. Mich würde es nicht wundern, wenn sich Tasci, dieses fleischgewordene Abwehrbollwerk über die Bayern zurück in die National-11 spielt und im Sommer … bei der Europameisterschaft in Frankreich … DAS entscheidende Puzzleteil für den Endspiel-Sieg wird. Das wird DIE Story, Wetten dass…?

Wahnsinn auch, dass der Hamburger SV mal wieder Teil einer Panne ist. Diesmal waren es zu spät eingereichte Unterlagen. Warum muss auch erst am letzten Tag die Entscheidung gefällt werden? Eine Fax-Panne soll es jedenfalls nicht gewesen sein. War der E-Mail-Anhang zu groß oder war der Expressbrief-Bote zu langsam? Ich will es gar nicht wissen. Lieber HSV, auf dem Transfermarkt gibt es keine Verlängerung! Aber soviel zu diesem kleinklein.

Der Blick gilt dem großen Ganzen! Nämlich auf das was sich die Fußball-Fans im Sommer freuen dürfen. Damit meine ich nicht nur die Euro zwosechszehn oder Olympia in Rio de Janeiro, sondern auch auf die Sommer-Transfers. Das wird ganz großes Kino. Denn dann greift der neue englische TV-Vertrag so richtig und wird noch mehr Cash in die Kassen der Premier League spülen. Bei Stern.de habe ich mal die Überschrift „Premier League scheißt Europa zu mit Geld“ gelesen. Noch amüsiert davon folgte die Nächste: „Englische Clubs können künftig holen, wen sie wollen“. Die Ansage verkündete Arsenal London Trainer Arsene Wenger. Sollte den Bundesliga Clubs nun Angst und Bange werden? Von wegen!

Auch wenn die englischen Clubs mit ihren Millionen viele Spieler kaufen und mit höheren Gehältern ausstatten können, einige sanierungsbedürftige deutsche Clubs sollten diese Chance nutzen und ihre wechselwilligen und/oder unzufriedenen Spieler nach England abgeben. Für das Doppelte?? Das 3-fache!!! Die TSG aus Hoffenheim hat’s vorgemacht… 41 Millionen für Firmino #Liverpool oder Augsburg, die für kolportierte 31 Millionen Abdul Rahman Baba an #Chelsea abgegeben haben. Deren Sterne sind ja wahrlich aufgegangen, jede Woche lese ich von deren Sternstunden auf dem englischen Rasen.

Interessant wird auch sein, wie die Spieler ihre Wechsel begründen.

Beispiel Kevin de Bruyne: Dass er ein exzellenter Spieler ist, das bestätigen nicht nur die Statistiken. Bei dem Kaugummi-Transfer zu Manchester City wurden einige bemerkenswerte Äußerungen von ihm getätigt. Er brauche ein familiäres Umfeld, die Unterstützung der Mannschaft, des Trainers und der Fans. Das alles hatte er in Wolfsburg zu Hauf. Vielleicht glaubt er ja sauberere Luft dort vorzufinden???

Wenn es nicht diese Gründe sind, dann vornehmlich noch dieser: „Es war schon immer ein Kindheitstraum in der Premier League zu spielen“ #HeuMingSon#Tottenham

So oder so schießen sich die Engländer auf lange Sicht ein veritables Eigentor. Welche weitere Auswirkungen das alles auf das Mannschaftsgefüge, die Identifikation der Spieler mit dem Club und nicht zu Letzt der Fans mit ihren Lieblingsvereinen hat, dazu mehr im Teil 2 #11FreundeMüsstIhrSein

By Nino